Festival - CLASHING CLASSICS - Berlin 28.- 30.05.26

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Das Festival CLASHING CLASSICS  besteht aus zwei Veranstaltungen: Uraufführung von Tiresias Never Made It To New York am 28. und 29. Mai 2026, und Open Stage-Aufführung - V i e l f a l t  a l s  B e r l i n e r  D i a l e k t ? am 30. Mai 2026. 

- Uraufführung - Tiresias Never Made It To New York von Catherine Annis, Paolo Bignamini, Monika Dobrowlanska28.- 29.05.26

Das von T. S. Eliots „The Waste Land” inspirierte Theaterstück behandelt auf tiefgründige und humorvolle Weise Themen wie Identität, Sinnsuche und das Streben nach einem besseren Leben in einer absurden Welt. Die Handlung spielt in einem imaginären Theater, das als Notunterkunft dient. Teiresias, eine mythologische Figur, lebt und arbeitet dort aufgrund der schwierigen Wohnsituation in Berlin als Sicherheitskraft. Mithilfe von ChatGPT plant er eine Reise nach New York, muss aber schnell erkennen, dass er dort in viele Schwierigkeiten geraten könnte… Der Einsatz von Hologrammen spiegelt die Verwischung der Grenzen zwischen Realität und Fake wider. Parallele Geschichten von Minerva und Tom in Avignon sowie von einer Schauspielerin und ihrem Assistenten in Mailand beleuchten die Spannungen zwischen Kunst und Leben. 

Die europäische Uraufführung des Stücks „Tiresias Never Made It To New York“ findet am 28. Mai 2026 um 19:30 Uhr gleichzeitig im Acker Stadt Palast in Berlin, im Pacta Theater in Mailand und im Théâtre La Luna in Avignon statt. Die nächste Vorstellung findet am 29.05., ebenfalls um 19:30 Uhr, statt. Im Anschluss daran hat das Publikum die Gelegenheit, seine Eindrücke mit den Künstlern sowie dem Publikum aus Avignon und Mailand zu teilen. Das Stück wurde bereits zum Festival d’Avignon 2026 eingeladen, wo es am 22. und 23. Juli 2026 im renommierten Theater Grenier à Sel zu sehen sein wird. „Tiresias Never Made It To New York“ ist ein einzigartiges Theater-Experiment, in dem drei Länder, drei Bühnen und drei Autoren aufeinandertreffen. Das Stück nutzt Mehrsprachigkeit und virtuelle Realität, um das Publikum in eine innovative Mischung aus Kunst und Technologie einzuführen. Dank moderner Streaming-Techniken sind die drei Bühnen miteinander verbunden, was ein unvergessliches Erlebnis schafft. Diese Koproduktion ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit unserer Theatergruppe multicultural city e. V. (Berlin), des Vereins Association au Chapeau Rouge (Avignon) und von PACTA dei Teatri (Mailand). Weitere Partner sind die Universität Avignon und die Universität IULM in Mailand. Die Aufführung wird in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch mit deutschen Untertiteln präsentiert, die auch für Menschen mit Hörbehinderungen angepasst sind. 

Spieldaten: 28.05.2026, 11:00 Uhr und 19:30 Uhr;

                    29.05.2026, 19:30 Uhr, anschließend transnationales Publikumsgespräch

Spielort:  Acker Stadt Palast, Ackerstr. 169/170, 10115 Berlin

Weitere Informationen und Tickets: https://ackerstadtpalast.de/multiculatural-city-e-v-teiresias-never-made-it-to-new-york-2

https://tra-net.eu

Tagestipp von Tipp Berlin: https://www.tip-berlin.de/event/tiresias-never-made-it-to-new-york-festival-clashing-classics-multilingualism-on-stage-zweite-edition/

- Open Stage-Aufführung - V i e l f a l t  a l s  B e r l i n e r  D i a l e k t ? -  Acker Stadt Palast, 30.05.2026, 19:00 Uhr

Am 30.05.2026 laden wir Sie im Rahmen des Festivals „Clashing Classics: Multilingualism on Stage“ zu einer einzigartigen Open Stage-Aufführung ein, bei der verschiedene Gruppen und Künstler*innen ihre mehrsprachigen Beiträge präsentieren. Diese Veranstaltung beleuchtet die faszinierenden Facetten der Mehrsprachigkeit auf der Bühne und zeigt, wie die Bühne die Gesellschaft abbilden kann.
Programm (ca. 1 Stunde)
1. Monolog von Charlotte aus „Der Kirschgarten“ von M. Cechov, II Akt mit Giovanna Conte
Sprachen: Deutsch, Italienisch
Charlotte reflektiert ihre Identitätszweifel und zeigt eine tiefe Unsicherheit über ihr Selbstverständnis. Sie ist sich weder ihrer Nationalität noch ihres Alters sicher, was ihre innere Zerrissenheit verstärkt. Diese Unklarheit führt dazu, dass sie nicht weiß, ob sie sich als Dienstmädchen oder Gouvernante bezeichnen kann. Ihre Worte spiegeln eine tiefe Verzweiflung und das Gefühl der Entfremdung wider. Letztlich verdeutlicht sie die existenziellen Fragen, die viele Charaktere im Stück beschäftigen.

Giovanna Conte
Giovanna Conte ist Schauspielerin und bildende Künstlerin, entdeckte nach ihrer Ankunft in Berlin die Schönheit der Multikulturalität, die sie sofort zu schätzen wusste. Sie präsentierte Stücke auf Deutsch, Italienisch und bei dieser Gelegenheit zweisprachig.

2. Auszug aus dem Roman „Im Namen der Mutter und der Tochter“ von Brygida und Justina Helbig gelesen von der Autorin Brygida Helbig
Sprachen: Deutsch, Polnisch, Englisch
„Im Namen der Mutter und Tochter" ist eine emotionsgeladene Geschichte über die farbenfrohe Beziehung zwischen Mutter und Tochter, gesellschaftliche Erwartungen, Herausforderungen des Migrantinnen-Lebens und eine Vergangenheit, die aufgearbeitet werden will. Die Tochter kehrt nach ihrem Auslandsstudium nach Hause (Berlin) zurück und es geht ihr nicht gut. Mutter und Tochter stehen nun vor einer riesigen Herausforderung. Beide sind Individualistinnen, ein wenig rebellisch. Sie fühlen Wut und Traurigkeit, haben aber auch Humor. Wird es ihnen gelingen, die biografischen Muster ganzer Frauengenerationen aufzubrechen? Werden die Fehler der Vergangenheit wieder gut gemacht werden können? Werden sie die Krise zum Ausgangspunkt von Wachstum und Durchbruch machen?

Brygida Helbig
Brygida Helbig ist zweisprachige Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Geboren in Stettin, lebt in Berlin. Zu ihren Werken gehören u.a. der Roman „Kleine Himmel“ (2019, poln. Niebko), „Ossis und andere Leute“ (2015, poln. Enerdowce i inne ludzie), „Engel und Schweine“ (2016, poln. Anioły i świnie w Berlinie). „Das andere in mir“ (2016, poln. Inna od siebie). Seit 2018 veröffentlicht sie Radiofeatures und seit 2023 den Podcast „Literandka“ im Sender COSMO po polsku (RBB). 2025 erschien in polnischer Sprache ihr Roman „Im Namen der Mutter und der Tochter“ (poln. W imię matki i córki, Co-Autorin Justina Helbig).
Weitere Informationen: https://brygidahelbig.de/uber-mich/

3. „Olvidé”, Auszug aus der Traumtrilogie GOOC von und mit Gabriela Ortiz
Sprachen: Deutsch, Spanisch, Englisch
„Olvidé“ ist ein performativer Monolog, der aus einer künstlerischen Recherche hervorgeht, die den Traumraum als Ort von Erinnerung, Sprache und Transformation untersucht. Er ist Teil der Traumtrilogie GOOC, die durch Schreib- und Interpretationsprozesse von Träumen im Dialog mit der Künstlerin Viviana Moraga entwickelt wurde. Er folgt einer Frau, die sich zwischen Erinnerung und Vergessen bewegt, während der Körper als Archiv von Verlust, Wunden und Überlebensspuren sichtbar wird. Die Wassermelone erscheint dabei als poetische Metapher für Offenlegung, Verletzlichkeit und Transformation. Das Autobiografische entfaltet sich als kollektive Geste, getragen von multiplen Stimmen. Das Stück
reflektiert die Unmöglichkeit Erfahrungen in einer einzigen Sprache zu fassen. Wie im Traum—wo hybride, instabile und zutiefst eigene Sprachformen entstehen—versteht sich
„Olvidé “ als mehrsprachige szenische Praxis, in der Spanisch, Deutsch und Englisch mit körperlichen, nonverbalen und symbolischen Ausdrucksformen verwoben werden.

Gabriela Ortiz
Gabriela Ortiz ist Theaterpädagogin, Schauspielerin und Mitgründerin der Initiative Atrapasueños in Berlin. Sie entwickelt partizipative künstlerische Formate mit Kindern, Jugendlichen und Frauen und verbindet dabei biografisches und performatives Theater mit körperlicher Präsenz und sozialer Teilhabe. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen interkulturellen und dekolonialen Perspektiven und umfasst Projekte wie „Cuerpos de Agua & Rituales Ancestrales“, „Buinsa“ und die Traumtrilogie GOOC. In ihren Arbeiten erforscht sie Erinnerung, Identität und Transformation als poetische und gesellschaftliche Prozesse. Dabei setzt sie den Körper als sensibles Archiv von Verletzlichkeit, Verlust und Wandlung ein.

4. „Servant of History or A Long Time Coming“ von und mit Federico Hewson
Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch. Latein
In "Servant of History" wird ein komplexes Bild von Krieg, Frieden, Geschichte und Identität vermittelt. Zentral sind Themen wie Diskriminierung, kulturelle Identität und die Suche nach Verständnis und Versöhnung. Der Dialog zwischen den Charakteren führt zu einer tiefen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und den aktuellen Konflikten. Die Erzählung schließt mit der Hoffnung auf Frieden, der lange auf sich warten ließ. „Servant of History“ entstand vor etwa zwei Jahren, als sich Federico gemeinsam mit einem
Theaterfreund mit den Themen Krieg, Frieden und Männlichkeit auseinandersetzte. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob wir in diesen traurigen und absurden Zeiten, inmitten der Trümmer noch Hoffnung haben
können.

Federico Hewson
Federico Hewson ist ein britisch-italienisch-amerikanischer Künstler. Er spielte unter anderem in „Forgetful Snow“ von Melinda Ring im The Kitchen in New York, mit seinem Solostück „Original Blessing“ beim New York Fringe Festival und mit „Return of the Galli!“ in Chicago. Er absolvierte einen Master in Kunstpädagogik an der NYU, war als Englischdozent an der HTW Berlin tätig und arbeitete als „Teaching Artist“ bei Interact. Zudem trat er als Schauspieler in Musikvideos, Werbespots sowie in den Filmen „Flights of Reverie“ und „Vita Nova“ von Li Wallis auf.

Weitere Informationen und Tickets: https://ackerstadtpalast.de/multiculatural-city-e-v-open-stage

Wir laden Sie herzlich ein / Come and join us! / Siete cordialmente invitati / Les invitamos cordialmente / Nous vous invitons chaleureusement / Serdecznie zapraszamy!

im Namen des Teams von multicultural city e.V.
 
Dr. Monika Dobrowlanska