
Am 12. August 2026 organisierten das Deutsche Polen Institut, das Polnische Institut in Berlin und die Senatskanzlei Berlin eine feierliche Veranstaltung anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Warschau und Berlin. Der Empfang fand an einem außergewöhnlichen Ort statt, nämlich auf der Aussichtsplattform des Polnischen Instituts in der Burgstraße 27, von wo aus man einen malerischen Blick auf die Museumsinsel, den Berliner Dom und die darunter fließende Spree hat. Die zahlreich erschienenen Gäste wurden von der Direktorin des Polnischen Instituts, Katarzyna Sitko, begrüßt. Anschließend ergriff die Berliner Bürgermeisterin Kai Wegner das Wort und betonte in ihrer Rede, dass Deutschland ein Schuldgefühl gegenüber Polen habe und dass Berlin und Warschau Vorreiter beim Aufbau guter Beziehungen zwischen unseren Ländern seien. Der polnische Botschafter in Berlin, Jan Tombiński, wies darauf hin, dass nun Zeiten angebrochen seien, in denen Polen Deutschland Impulse für die Entwicklung gebe. Der Direktor des Deutschen Polen-Instituts e.V., Prof. Peter Oliver Loew, erinnerte daran, dass zur Umsetzung internationaler Verträge Menschen benötigt werden, die diese Abkommen mit Leben erfüllen können, so wie es Katarzyna Sitko seit vielen Jahren tut, dank der wir gemeinsam in einer so wunderschönen Kulisse das einzigartige astronomische Phänomen einer totalen Sonnenfinsternis beobachten können.
Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft unserer Hauptstädte fand am Nachmittag ein Klavierkonzert unter freiem Himmel im Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie statt. So hatte das zahlreich erschienene Berliner Publikum die Gelegenheit, sich wie die Zuhörer bei den sommerlichen Sonntagskonzerten am Chopin-Denkmal im Warschauer Łazienki-Park zu fühlen. Im August 2026 ist in der Alten Nationalgalerie eine einzigartige Ausstellung polnischer Malerei mit dem Titel „Die Erfindung der Mythen“ zu sehen, die in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum organisiert wird. Gezeigt werden acht herausragende Werke aus den Warschauer Sammlungen, unter anderem von Jan Matejko, Jacek Malczewski, Zofia Stryjeńska, Ferdynand Ruszczyc und Andrzej Wróblewski. Ein weiterer symbolischer Akzent des Festes zur Städtepartnerschaft zwischen Warschau und Berlin war der 65. Jahrestag der Berliner Mauer, die unerwartet in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 errichtet wurde und Berlin 28 Jahre lang teilte. Zu diesem Anlass wurde am Brandenburger Tor eine 30 Meter lange Kunstinstallation aufgestellt, die an die Opfer des Regimes erinnert.
Städtepartnerschaften wie die zwischen Warschau und Berlin zielen darauf ab, reale und mentale Mauern zwischen Ländern und vor allem zwischen Völkern abzubauen. Es ist schön, dass wir am 12. August über den Dächern Berlins in freundlicher Atmosphäre das 35-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen den Hauptstädten Polens und Deutschlands feiern und dabei die Sonnenfinsternis beobachten konnten. Mit derselben Neugier wie die Berliner verfolgten auch die Warschauer das Ereignis, und in diesem Moment spielte die 600 Kilometer große Entfernung zwischen den beiden Städten keine Rolle. Denn wie Bürgermeister Kai Wegner sagte, liegt Warschau – „Näher als du denkst“ –, um das Motto des fast 60 Veranstaltungen umfassenden Programms zum 35-jährigen Jubiläum der immer besseren Beziehungen zwischen unseren Hauptstädten zu zitieren (berlinwarszawa.eu).
Agata Lewandowski
Allen, die die Atmosphäre der Feierlichkeiten zum 35-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Warschau und Berlin miterleben möchten, empfehle ich die Reportage des RBB, die unter https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20260812_1930/35_Jahre_Staedtepartnerschaft_Berlin_Warschau.html zu sehen ist.
www.deutsches-polen-institut.de
Fotos: Agata Lewandowski
Unten: Berlins Bürgermeister Kai Wegner und der polnische Botschafter in Berlin, Jan Tombiński.


