„Nachbarschaft im Wandel“ Deutsch-Polnisches Forum Berlin, 17.06.2026

Forum PLDE 2 fot A.Lewandowski

Das Deutsch-Polnische Forum, das mit dem 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zusammenfiel, fand in großem Stil und in einem vielschichtigen Format statt. Diese bedeutende Veranstaltung, bei der es sich um eine regelmäßig stattfindende Konferenz handelt, wurde von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit mit Unterstützung beider Außenministerien sowie der Senatskanzlei Berlin organisiert. Das diesjährige Forum war eine offene Plattform für Dialog und bilaterale Zusammenarbeit, an der Vertreter von Regierungen, Institutionen, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft teilnahmen. Auf dem Deutsch-Polnischen Forum unter dem Leitmotiv „Nachbarschaft in Zeiten des Wandels“ wurden Themen behandelt, die von Sicherheit, Wirtschaft, globaler Politik, Europa und der Unterstützung für die Ukraine bis hin zu Bildung, Polnischunterricht, Jugendarbeit und Erinnerungskultur reichten. Der Vertrag vom 17. Juni 1991 ist nicht nur ein historischer Meilenstein, sondern auch eine Verpflichtung zur gemeinsamen, aktiven Gestaltung der wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft des deutsch-polnischen Dialogs. Zahlreiche Podiumsdiskussionen lieferten neue Impulse für die politische Bildung, die Vertiefung der Demokratie und den Schutz der Menschenrechte, die Bekämpfung von Radikalisierung und Desinformation sowie den Aufbau von Gemeinschaften zur Stärkung sozialer Bindungen im Kontext der Festigung eines dauerhaften Dialogs.

Gute und partnerschaftliche Beziehungen zu Deutschland liegen im langfristigen Interesse Polens. Ihre Bedeutung geht über die aktuellen Herausforderungen und den bilateralen Kontext hinaus – so argumentierte der polnische Minister in seiner Rede auf dem Deutsch-Polnischen Forum. Er fügte hinzu, dass es bezeichnend sei, dass ebenfalls am selben Tag, dem 17. Juni 2026, in Warschau die Verteidigungsminister beider Länder ein neues Abkommen über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich unterzeichnet hätten, was die gemeinsame Wahrnehmung von Bedrohungen und die Entschlossenheit zur Zusammenarbeit bestätige. Das Forum befasste sich mit der gemeinsamen Zukunft beider Länder angesichts tiefgreifender geopolitischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Sicherheit und Verteidigung, der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Zukunft Europas sowie der Kultur. Zu den wichtigsten Errungenschaften zählt der Aufbau dauerhafter Partnerschaften zwischen Städten, Gemeinden, Landkreisen und Regionen.

Im Rahmen des Treffens wurden die Auszeichnungen für besondere Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen verliehen. Sie gingen an den ehemaligen polnischen Botschafter in Deutschland, Janusz Reiter, sowie an das Kooperationszentrum Słubice-Frankfurt.

Der Vertrag hat ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen aufgeschlagen und die Voraussetzungen für eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltungen, öffentlichen Einrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Schulen, Hochschulen, Kulturinstitutionen und Unternehmern geschaffen. In thematischen Podiumsdiskussionen wurden zahlreiche gemeinsame Anliegen Polens und Deutschlands erörtert, darunter:

Gesellschaft – Die Zivilgesellschaft als Impulsgeber für die Politik,
Bildung – Geschichtsunterricht als Grundlage für die internationale Verständigung,
Kultur – Literatur als Katalysator der Verständigung,
Jugend – Die junge Generation und die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen,
Erinnerungskultur – Deutsche und Polen in historischen Ausstellungen: ausgewogene Darstellungen?,
Europa – EU-Erweiterung um die Ukraine: die Perspektive Polens und Deutschlands,
Sprache – Sprache als Brücke: Perspektiven für den Unterricht der polnischen und deutschen Sprache im Nachbarland.
Sicherheit – Gemeinsame Sicherheit: Polnische und deutsche Sichtweisen auf die Verteidigung Europas,
Wirtschaft – Auf dem Weg zu einer vertieften Zusammenarbeit: Das Potenzial der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen

Die thematischen Sitzungen wurden unter anderem vom Instytut Zachodni, der „Gazeta Wyborcza“, dem Polnischen Institut in Berlin, dem Goethe-Institut, dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, dem Zentrum für Geschichtsforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin sowie dem Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit mitorganisiert.

Der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gebührt großer Dank für die Organisation des Forums, an dem über 700 Teilnehmer teilnahmen. Die vielschichtigen Diskussionen über die schwierige Geschichte ermöglichten es, dringende Entscheidungen zu erkennen und die Erwartungen der Einwohner beider Länder (Verkehrsverbindungen) zu erfüllen, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken und die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Jubiläumsfeierlichkeiten waren ein guter Anlass, um in einem offenen Dialog über die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen in Zeiten dynamischer Veränderungen eine fundierte Bilanz zu ziehen. Es lebe Polen und Deutschland!

Krystyna Koziewicz

Foto: A.Lewandowski