Polnisches Herbstfest Spaß ohne Grenzen 2024

Zabawa bez granic 24 

Das herbstliche polnische Bürgerfest hat die längste Tradition in Berlin. Der Polnische Rat organisiert es seit 13 Jahren am Rande Berlins, wo der Westen auf den Osten trifft, unter dem Motto „Spaß ohne Grenzen“. Die Ursprünge der Veranstaltung gehen auf das Jahr 1996 zurück, als die Veranstaltung „Die Drachen, der Wind, die Pusteblumen“ unter der Schirmherrschaft des Berliner Vereins „Oświata“ ins Leben gerufen wurde, um gemeinsam Drachen zu bauen und fliegen zu lassen. Im Laufe der Zeit entstand ein polnisches Herbstfest, das von Tausenden von Menschen besucht wird, die Polnisch sprechen und Zeit in polnischer Atmosphäre, mit polnischer Musik und polnischem Essen verbringen wollen.

Es ist wissenswert, dass die Wiesen, auf denen sich am zweiten Septemberwochenende Hunderte von in Berlin lebenden Polen treffen, der Familie von Ferdynand Domaradzki gehören, einem langjährigen Aktivisten der „Oświata“ und aktuellen Vorsitzenden des Polnischen Rates in Berlin. Bevor auf ihnen eine polnische „Stadt“ mit Sport- und Kunstständen, einem Gastronomiebereich und einer Bühne errichtet wird, müssen sie stets darauf vorbereitet sein, das Gras und die anderen Pflanzen zu schützen, die zu den Erholungsgebieten Berlins gehören. Das Mähen und Pflegen des Rasens wird vom Vorsitzenden des Rates persönlich übernommen. Beim Aufbau der Stadt und der Durchführung der Veranstaltung wird er von Vertretern der Mitgliedsorganisationen des Polnischen Rates unterstützt: Sportler, Touristen, Künstler, Pädagogen, Musiker, Gastronomen, Jugendliche und Senioren. Das Herbstfest ist in der Tat eine gemeinsame Initiative der gesamten Polonia unter der Leitung des Vorstands des Rats.

Die größte Schwierigkeit bei diesem Fest war wie üblich das Wetter. In diesem Jahr wehte ein starker Wind und legte die vorbereiteten Stände um. Deshalb mussten die Vorbereitungen am Sonntagmorgen noch einmal von vorne beginnen. Die Liste der Aktivitäten, die die Kinder zu erledigen hatten, war bekanntlich lang und umfasste 14 leichtathletische, sportliche und künstlerische Wettbewerbe: Basketball, Badminton, Tischtennis, Dart, Ballspiele, Kartoffellauf, Geländelauf, Hula-Hoop-Reifen, Seilspringen, Gummiband und Sackhüpfen. Doch alle Stationen waren rechtzeitig aufgebaut, um die echten Pokale und Medaillen zu gewinnen. Auf der Wiese stand eine Hüpfburg und die Zirkusakademie forderte in der Arena zur Akrobatik auf. Natürlich gab es auch einen Stand, an dem unter Anleitung erfahrener Instruktoren, die dafür speziell aus Zielona Góra angereist waren, Drachen gebaut wurden.

Sehr beliebt waren das Malen eines Bildes, Graffiti, Kunstworkshops, Spiele und Animationsspiele auf dem Rasen und Märchenlesungen, die von polnischen Künstlern und Pädagogen geleitet wurden. Neben den Kindern nahmen auch deren Eltern und Großeltern an einem Quiz zum 80. Jahrestag des Warschauer Aufstands teil. Die besten Schüler erhielten Preise von Frau Marzena Kępowicz, Abteilungsleiterin in der polnischen Botschaft in Berlin. Die Konsulin nahm sich die Zeit, die Wettbewerbsstände zu besuchen und die Kämpfe der kleinen und großen Teilnehmer zu beobachten. Mit Bewunderung überreichte sie auch den Langläufern Medaillen an schönen rot-weißen Bändern. Der aufregendste Teil war, wie in jedem Jahr, der Drachenwettbewerb. Die Drachen, die unter der Aufsicht von Fluglehrern des Aeroclubs gebaut wurden, flogen prächtig, denn an diesem Herbstnachmittag hatten wir viel Wind. Die Sonne belohnte die Bemühungen der Organisatoren und kam am Vormittag hinter den Wolken hervor. Dies lockte viele Menschen mit der ganzen Familie auf die Wiese in Lübars.

Frau Barbara Okuła, Abgeordnete des polnischen Parlaments, kam zu einem spontanen Besuch aus Białystok. Die Feierlichkeiten wurden von vielen deutschen Familien besucht, die sich ein Bild von der freundlichen Atmosphäre machen konnten, in der die Polen in Berlin ihre Zeit verbringen. Während die Kinder bunte Stempel auf ihrer Sammelkarte bekamen und an Wettbewerben teilnahmen, konnten die Erwachsenen der Musik der Berliner Bands Blody Kishka, New Voice System und Przemek Walkowicz lauschen und die von polnischen Gastronomen zubereiteten Köstlichkeiten genießen: Polskie Bistro Tempelhof, Polskie Delikatesy in Wittenau und die Geschäfte „U Zosi“ in Moabit und Spandau. Die Veranstaltung wurde von der in Berlin lebenden Journalistin Agata Lewandowski moderiert. Die mediale Betreuung der Veranstaltung übernahmen Polonia VIVA und Radio COSMO in polnischer Sprache.

Das umfangreiche Sport- und Kulturprogramm lockte viele Unterstützer der polnischen Veranstaltung an. Das Fest „Spaß ohne Grenzen“ wurde von einer Menge Enthusiasten vorbereitet, die unter der Schirmherrschaft des Polnischen Rates seit einem Vierteljahrhundert unermüdlich diese wunderschöne polnische Herbstveranstaltung für polnische und deutsche Familien organisieren. Für dieses Engagement für die polnische Gemeinschaft gebührt ihnen unser Dank, wir danken allen Teilnehmern für die gemeinsam verbrachte Zeit.

Das Projekt „Spaß ohne Grenzen“ wurde aus Mitteln des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Sparkasse Berlin finanziert.

Małgorzata Kohn