Seit 10 Jahren verleiht der Polnische Rat – Landesverband in Berlin im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Polonia als Anerkennung für das Engagement zugunsten der Polonia die Statuette „Der Beste der Besten“, Der Preis „Der Beste der Besten“ ist eine prestigeträchtige Auszeichnung, die an herausragende Vertreter der Polonia sowie an Personen verliehen wird, die sich um die Förderung der polnischen Kultur und des nationalen Erbes verdient gemacht haben. Die Ehrung von Personen, die sich durch ihre Arbeit, ihr Engagement sowie ihre sozialen oder pädagogischen Initiativen innerhalb der Polonia-Gemeinschaft auszeichnen. Zu den Preisträgern in dieser Kategorie gehörten unter anderem Schulleiter, Kulturaktivisten, Künstler, Geistliche sowie Sportler und Förderer der Polonia. In diesem Jahr 2026 nahm die verdienstvollste Sozialaktivistin Małgorzata Śniadecka die Statuette „Die Beste der Besten“ entgegen; sie ist aktives Vorstandsmitglied des Polnischen Vereins in Berlin sowie des Polnischen Rates des Landesverbandes in Berlin.
Małgorzata Śniadecka ist eine bekannte und äußerst geschätzte Persönlichkeit in der polnischen Gemeinschaft in Berlin, die sich aktiv für die Integration der Polen und die Förderung der polnischen Kultur einsetzt. Regelmäßig hilft sie bei der Organisation großer Veranstaltungen und Festivals der polnischen Gemeinschaft als Deutsch-Übersetzerin, wie beispielsweise beim jährlichen „Tag der Polonia“, der traditionell vor dem Rathaus Reinickendorf stattfindet. Am 27. Juni 2026, während der Feierlichkeiten zum 14. Tag der Polonia, fragten wir die Preisträgerin unmittelbar nach der Verleihung des Preises „Die Beste der Besten“, wie ihr polnisch-deutscher Lebensweg verlaufen sei.
Małgorzata Śniadecka: Zu Hause in Warschau, wo ich geboren wurde und bis zum Abitur lebte, standen viele deutsche Kinderbücher in den Regalen. „Der kleine Angsthase“, „Sandmann, lieber Sandmann“, „Alfons Zitterbacke“. Mein Vater, der in der DDR arbeitete, brachte sie für mich und meinen Bruder mit. Ich schaute sie mir an und wollte sie lesen. In der Grundschule nahm ich Privatunterricht in Deutsch. Nach der achten Klasse besuchte ich ein Gymnasium mit vertieftem Deutschunterricht. Damals hieß es Zygmunt-Modzelewski-Gymnasium, heute Goethe-Gymnasium. Dort habe ich mein Abitur gemacht. Nach dem Abitur an der Universität Warschau habe ich mich an der Humboldt-Universität zu Berlin beworben. Ich habe fünf Jahre lang Germanistik studiert. In Berlin habe ich meinen Mann kennengelernt, geheiratet haben wir in Warschau. Unsere Tochter Katarzyna wurde bereits 1980 in Berlin geboren. Mein Professor an der Humboldt-Universität schlug mir vor, ein Promotionsstudium aufzunehmen. Ich forschte zum Thema „Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und polnischen Literatur“. Meine Promotion schloss ich 1984 ab. Mein Mann und ich beschlossen, in Berlin zu bleiben. Viele Unternehmen und Institutionen suchten nach Mitarbeitern mit Deutsch- und Polnischkenntnissen. Ich bin außerdem vereidigte Übersetzerin für Polnisch. Über 20 Jahre lang arbeitete ich in der polnischen Botschaft, und einige Jahre lang war ich bei polnischen Bau- und Handelsunternehmen beschäftigt. Seit einigen Jahren bin ich im Ruhestand. Ich habe mich schon immer gerne sozial engagiert. Dabei konnte ich meine Sprachkenntnisse einbringen. Integration und die Arbeit mit Migranten waren mir wichtig, deshalb habe ich mich in verschiedenen Organisationen engagiert. Aufgrund meiner polnischen Herkunft versuche ich, das Interesse an der polnischen Sprache, Kultur und den Traditionen bei meinen Freunden und meiner Familie zu pflegen und zu fördern. In meiner derzeitigen ehrenamtlichen Tätigkeit beim Polnischen Verein in Berlin „Polonus“, bei der Vereinigung der Polen in Berlin sowie beim Polnischen Rat, dem Landesverband in
Berlin, sehe ich es als wichtige Aufgabe an, mein erworbenes Wissen bestmöglich für eine gute Sache einzusetzen.
Herzlichen Glückwunsch, Małgosia!
Krystyna Koziewicz
Polonia Viva schließt sich den herzlichen Glückwünschen für die Beste der Besten – Małgorzata Śniadecka – an, auf deren fachliche, wohlwollende und stets mit einem Lächeln geleistete Hilfe man seit 50 Jahren immer zählen kann.
Agata Lewandowski
Foto: Wojciech Jaszczyk
