Verleihung der „Best of the Best“-Statuette.
Die dreizehnte Feier zum Polonia-Tag in Berlin fand auch in diesem Jahr wieder vor dem Rathaus des Bezirks Berlin-Reinickendorf statt. Die Feierlichkeiten standen von Anfang an unter dem magischen Einfluss des Dreizehnten. Die wechselnde äußere Situation: Wahlen in Deutschland, Wahlen in Polen, der Krieg in der Ukraine führten dazu, dass die Sponsoren den Organisatoren, dem Polnischen Nationalen Unionsrat in Berlin, lange Zeit keine endgültigen Antworten gaben. Und doch musste die Organisationsmaschinerie wie üblich viel früher anlaufen. Polnische Künstler, Organisationen, Presse, Rundfunk und die Polnisch-Deutsche Europaschule enttäuschten nicht. Alle erklärten ihre Teilnahme und Unterstützung unter allen Bedingungen. So wurden Aufgaben verteilt, Genehmigungen für die Open-Air-Veranstaltung bei den Behörden eingeholt, das Programm und die Auftrittszeit festgelegt, Stände für polnische Organisationen, eine Bühne und eine Tonanlage bestellt, Attraktionen für Kinder vorbereitet, Berliner Gastronomen eingeladen, Plakate und Flyer gedruckt und verteilt, Gäste aus Polen eingeladen, Verträge mit den Stars des Festes geschlossen und eine Werbekampagne durchgeführt. Die Bedingungen für die Durchführung änderten sich mehrmals, aber der Wille, die Veranstaltung durchzuführen, blieb bestehen. Wie in den vergangenen Jahren übernahm die Bürgermeisterin von Reinickendorf, Emine Demirbüken-Wegner, die Schirmherrschaft über die Veranstaltung, und die Rathausverwaltung trug dazu bei, dass die Feierlichkeiten so perfekt wie immer organisiert wurden.
Der schwierigste Teil des Festes war das unberechenbare Wetter und die Staus an den Grenzen. Die ersten Stunden des Vormittags waren für Aufführungen auf dem Podium vor der Bühne reserviert, und die „Krakowiacy“ der Europäischen Schule zeigte wie immer eine perfekte und engagierte Leistung. Leider war das Wetter weiterhin nicht optimal. Der Regen zwang dazu, die Veranstaltung umzuplanen und die Darbietungen auf die Bühne unter dem Dach zu verlegen. Die Tanzgruppen änderten ihr Programm und sangen perfekt von der Bühne aus, anstatt zu tanzen. Die Blaskapelle quetschte sich auf die Bühne und spielte ein perfektes Konzert mit Filmstandards. Obwohl der Kapellmeister auf dem Platz eine kurze Demonstration des Orchesterdrills gab, da ein spezielles Programm für Berlin zusammengestellt worden war, zwang der zunehmende Regen das Orchester, auf die überdachte Bühne zu gehen. Eines hat das perfekte Berliner Publikum nicht enttäuscht. Treue Fans waren mit Regenschirmen angereist und hielten geduldig Ausschau nach der Sonne über der Berliner Bühne, und obwohl sie diesmal in Berlin nicht schien, zog der Regen am Nachmittag vorbei. Die Band „NOT SO PERFECT“ gab ein perfektes Konzert und interpretierte Songs von Grzegorz Markowski und der Band „Perfect“. Die Stimmung an diesem Tag war sonnig, auch wenn Regenschirme bereitgehalten werden mussten.
Bei der Eröffnungsfeier dankte Ferdinand Domaradzki, Präsident des Polnischen Rat Landesverband Berlin, der Bürgermeisterin von Reinickendorf, Frau Emine Demirbüken-Wegner, und der Konsulin der Republik Polen, Frau Marzena Kępowicz, als Ehrenschirmherren für ihre Unterstützung. Er begrüßte herzlich den Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Jan Tombiński, und seine Frau, die in diesem Jahr zum ersten Mal den Tag der Polonia in Berlin besuchten. Der polnische Botschafter Jan Tombinski betonte, wie wichtig die Bewahrung der polnischen Kultur und Sprache im Leben eines jeden im Ausland lebenden Polen ist, und wies auf die wichtige Rolle hin, die Veranstaltungen wie die Feierlichkeiten zum Tag der Polonia für die Festigung der polnischen Gemeinschaft spielen. Die Feierlichkeiten des Polnischen Rates in Berlin sind der Beweis dafür, dass es möglich ist, ein aktiver Einwohner des Landes zu sein, in dem man lebt, und gleichzeitig seiner Kultur und Sprache treu zu bleiben.
Zu den Feierlichkeiten kamen wichtige Gäste: Harald Muschner, Leiter des Bezirksstadtrats Reinickendorf, und Kerstin Köppen, Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf. Die Bezirksverordnete versicherte, dass die Polen und ihre Feste in das kulturelle Bild Reinickendorfs hineingewachsen sind und ein wichtiges Bindeglied zwischen Polen und Deutschland darstellen. Ein guter Freund der polnischen Gemeinde Berlins, der polnische Sentor Wojciech Ziemniak, kam aus Polen und überbrachte die Grüße der Marschallin des Polnischen Senats als Beschützer der Polonia. Auch Vertreter der Kulturbehörden von Świebodzin und Gorzów Wielkopolski sowie des Stettin-Kreuzberger Stadtpartnestes waren anwesend.
Das polonia Fest bot eine hervorragende Gelegenheit, Menschen zu ehren, die sich für die polnische Gemeinschaft, die polnische Kultur und die polnisch-deutsche Verständigung und gute Nachbarschaft einsetzen. Seit 12 Jahren ehrt der Vorstand des Polnischen Rates die Menschen in Berlin, die sich sehr aktiv für die Weitergabe und Bewahrung der polnischen Sprache, der polnischen Kultur und Traditionen einsetzen und dazu beitragen, ein positives Bild von Polonia und Polen in der deutschen Hauptstadt zu schaffen, und verleiht die Statuette „Die Besten der Besten“. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Marianna und Andrzej Klon, die Herausgeber des polnischsprachigen Magazins „KONTAKT“, zum 30-jährigen Bestehen des Monatsmagazins, sowie an Hanna Jakob und Bogusław Fleck zum 10-jährigen Bestehen der Universität der drei Generationen in Berlin. Die Laudationes für die Preisträger, die von Dr. Brigida Helbig-Mischewski und Małgorzata Kohn gehalten wurden, können auf den Seiten der Medienpaten der Feierlichkeiten nachgelesen werden.
Die Woiwodschaft Lubuskie und die Städte Gorzów Wielkopolski und Świebodzin waren besondere Gäste bei den Feierlichkeiten und entsandten ihre Flaggschiff-Vertretungen: Folkloretanzgruppe: „Mali Gorzowiacy“ und die Blaskapelle von Świebodzin sowie ein Jugendgesangsduo. Außerdem wurden die Kultur der Region Lubuskie und der Kreis der Landfrauen „Myszecianki“ vorgestellt. Unter den Interpreten aus Berlin waren junge Künstler: die Folkloregruppe „Krakowiacy“, Schulbands: Robert-Jungk-Oberschule-Studioband und Jazz Owln Big Band, die Fahnendiakonin der Schule für Neuevangelisierung der Polnischen Katholischen Mission in Berlin. Der Nachmittag gehörte polnischen Bands, die dem Berliner Publikum gut bekannt sind: „BLOODY KISHKA“, ‚GRIT-IN-GEARS‘, ‚Meine Lieblingsband‘. Kashia Vega - Gewinnerin von Voice of Polonia 2024 - war ein besonderer Gast und der Star des Abends: Die Band „Not So Perfect“ brachte das polnische Publikum mühelos dazu, gemeinsam die Hits von Grzegorz Markowski und „Perect“ zu singen, die das Publikum mit dem Solisten Marek Kieloch gerne bis in den Morgen gesummt hätte. Ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Programm wurde von Agata Lewandowski und Przemysław Walkowicz moderiert.
Die Polonia-Stadt, die sich vor dem Rathaus aufgebaut hatte, bot viele Attraktionen für Kinder und Erwachsene. Die Jüngsten konnten an den Ständen des Sprachcafés Polnisch, der Katharina-Heinroth-GS Polnisch-Deutsche Europaschule und des Hilfswerks Polnisch-Deutscher Verein basteln, Blumen und Zeichnungen anfertigen und kleine Mütter verzieren. Die älteren Menschen bewunderten die Darbietungen auf der Bühne und die Arbeit der polnischen Organisationen, die mit ihren Leistungen prahlten und andere einluden, sich ihnen anzuschließen. Auf dem Platz vor dem Rathaus präsentierten den ganzen Tag über polnische Organisationen, Künstler und Unternehmer aus Berlin und polennahe Einrichtungen ihre Aktivitäten: KONTAKTY,Cosmo-RBB, der Polnischer Rat Landesverband Berlin, das Büro Polonia, KOKOPOL, Zjednoczenie Polaków, die Kulturunion, FC Polonia, die Europaschulen: Katharina-Heinrich-Grundschule und Robert-Jungk-Oberschule, die Polnische Katholische Mission in Berlin, die Tourismusverbände: Korfanty PTTK, PTTiK, SprachCafe Polnisch e.V., Deutsch-Polnisches Hilfswerk e.V., Polnische Pfadfinder (Wiewiórek), der Partnerschaftsverein Stettin-Berlin e.V., Berlin Busines Bridge, Anna Koczera-Botschafterin des International Traveller Club, Polonia United, die Initiative Polnische Friedhöfe in Berlin sowie mehrere Geschäfts- und Gastronomiebetriebe. Auch die Stände mit Köstlichkeiten der Geschäfte „U Zosia“ aus Moabit und Spandau, „Polskie Bistro“ aus Tempelhof und Delikatesy aus Wittenau wurden eifrig besucht. Trotz des Regens wurde der Platz vor dem Rathaus von vielen in Berlin lebenden Polen besucht. Sie brachten ihre deutschen Nachbarn mit, die die polnische Kultur und Küche zunehmend schätzen.
Das Projekt wurde von der Bevollmächtigten der Bundesregierung für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland, der polnischen Botschaft in Berlin aus Mitteln des polnischen Außenministeriums und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit mitfinanziert. Die medizinische Versorgung wurde von den Maltesern Berlin sichergestellt. Medial begleitet wurde die Veranstaltung von Radio COSMO, der Monatszeitschrift „Kontakty“, Blog Polonia, Polonia Viva und Magazyn Polonia. Dieses größte polnische Gemeindefest wäre nicht möglich gewesen ohne das Engagement der Mitglieder und Unterstützer des Polnischer Rat Landesverband Berlin in Berlin, die von früh morgens bis spät abends bei der Organisation geholfen haben. Wir möchten uns bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir uns im Herzen Berlins zum polnischen Fest treffen konnten, und bei den Zuschauern für ihre treue Teilnahme.
Malgorzata Kohn
www.polskarada-berlin.de
Foto: Stefan Dybowski

