Öffentliches Kolloquium mit Dr. Micha Braun, Leipzig (Stipendiat des Deutschen Polen-Instituts) am Mittwoch, 2. Juli 2014, 15 Uhr im Deutschen Polen-Institut Darmstadt, Alexandraweg 28 (Haus Olbrich)

 

 

Archive und der Prozess der Archivierung sind spätestens seit der Frühen Neuzeit Thema und Objekt machtpoli­tischer genauso wie sozial- und geschichtswissenschaftlicher Diskurse. Seitdem zum einen die Groß­erzählungen der Moderne brüchig geworden sind und sich zum anderen laufend Archive aus der Zeit der bipolaren Weltordnung des Kalten Krieges öffnen, wird das Medium des Archivs in einem sich gegen­seitig befruchtenden Dialog der Künste und der Wissenschaften neu in den Blick genommen.

 

Das Forschungsprojekt widmet sich archivarischen Praktiken bildender und Performance-Künstler aus Ostmittel- und Osteuropa, die sich mit verschiedenen Praktiken der Aneignung der jün­geren Vergangen­heit von der frühen Avantgarde bis zur Gegenwart auseinandersetzen. Ge­meinsam ist ihnen die Beschäfti­gung mit dem Begriff und der Praxis des Archivs als einem Paradig­ma moderner kultureller (An-)Ordnung und Aktualisierung von Wissen und Macht. Ihre zunächst privat anmutende Beschäftigung mit Fragen einer individuellen und/oder gemeinschaftlichen Vergangenheit lässt sich auch grundlegend auf Fragen von Geschichts­konstruktion und Aneignung der Vergangenheit im ›lebendigen Archiv‹ übertragen, in welchem sich die (Kunst-)Geschichte des 20. Jahrhunderts stets (an­ders) wieder­holt.

 

 

Dr. Micha Braun ist Theaterwissenschaftler an der Universität Leipzig. 2006-2010 war er Stipendiat im DFG-Graduiertenkolleg »Bruchzonen der Globalisierung« und promovierte 2011 zu einer Praxis von Erzählung und Geschichte bei Peter Greenaway (»In Figuren erzählen«, Bielefeld 2012). Schwerpunkt­mäßig forscht er zu Praktiken des Speicherns, Erinnerns und Erzählens in Kunst, Theater und Film im 20. und 21. Jahrhundert, zu Medium und (Inter-)Me­dia­lität in den Kulturen der Gegenwart, zu media­len Repräsentationen und Räumen des Wissens seit dem 17. Jahrhundert sowie zu Verhältnissen von Historiografie und künstlerischer Geschichtspraxis. Jüngste Publikationen: »Reenacting History: Theater & Geschichte« (Berlin 2014, mit Günther Heeg, Lars Krüger und Helmut Schäfer); »Die Praxis der/des Echo. Vom Widerhall in den Künsten, dem Theater und der Geschichte« (Online-Publikation 2013, mit Veronika Darian und Jeanne Bindernagel).

 

 

Stipendien des Deutschen Polen-Instituts werden gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

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