Das Verhältnis der Deutschen zur polnischen Minderheit in Deutschland soll hier nicht auf der Basis wissenschaftlicher und statistischer Erhebungen beschrieben werden, sondern vor dem Hintergrund alltäglicher Erfahrungen und der Berichterstattung der Medien.

 

Das Verhältnis der deutsch-polnischen  Beziehungen ist  insbesondere durch die Ereignisse des  2. Weltkrieges belastet gewesen. Alte Vorurteile haben sich  auf beiden Seiten gehalten. Erst mit der Einführung der Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt und einigen Vertragsabschlüssen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen trat langsam Tauwetter zwischen den Beziehungen der beiden Staaten ein. Ein Schlüsselereignis in der Verbesserung der Beziehungen hat allerdings die Sicht der Deutschen auf die Polen ruckartig beeinflusst und verändert. Das waren die mutigen Freiheitsbestrebungen der Polen in einem kommunistischen Regime durch die Organisation der Solidarność. Nach der Wende sind dann viele Polen nach Deutschland gekommen, um hier zu leben und zu arbeiten. Von diesem Zeitpunkt an hat sich erst eine nennenswerte polnische Minderheit  entwickelt.

 

Nun zu der Frage des  Verhältnisses der Deutschen zur polnischen Minderheit. In den Medien tritt die polnische Minderheit als eine gut organisierte Gemeinschaft auf, die das Integrationsprinzip ernst nimmt und sich um gute politische Beziehungen zu Staat und Gesellschaft bemüht. Das wird von den Deutschen anerkannt und mit gutnachbarschaftlichen Beziehungen honoriert. Die Menschen gehen respektvoll miteinander um. Es kommt häufig zu deutsch-polnischen Begegnungen   auf privater wie auch auf institutioneller Ebene. Die Polen und die Deutschen leben gut und unproblematisch miteinander, es kommt zu persönlichen Freundschaften  und nicht selten auch zu Eheschließungen zwischen Polen und Deutschen. Basis der Beziehungen sind sehr ähnliche kulturelle Voraussetzungen, die gegenseitige Anerkennung der Leistungen, der Integrationsbemühungen und der Respekt vor den Bemühungen friedlich und kooperativ in einem Gastland zu leben.    

 

 

Es fällt jedoch auf, dass in Berlin einige  polnische Zeitschriften auf dem Markt sind. Sie sind überwiegend in polnischer Sprache verfasst und nur zum geringen Teil auch in deutscher Sprache. Es fällt auf, dass weder die Texte noch die Darstellungen und in gewisser Weise auch die Themen der Zeitungen nur wenige Deutsche dazu veranlassen werden, die Medienprodukte zu kaufen. Das stellt meiner Auffassung nach zum einen ein ökonomisches Problem für die Verlage dar und zum anderen wird von seiten der Verlage eine Chance zur Integration und Verständigung mit den Deutschen unzureichend genutzt.

     

Helmut Lenz          

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