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Das 29. Rock&Chanson-Festival "Köln-Breslau-Paris" organisiert von die Deutsch-Polnische Kulturgesellschaft „Polonica“ e.V. in Köln ging als eine der größten Veranstaltungen zum 30. Jahrestag des "Weimarer Dreiecks" Vertrages und zum 30. Jubiläum des "Vertrags zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit" in die Geschichte ein.

Das Rock&Chanson Festival präsentierte sowohl die erfolgreichen Künstler der jungen Generation aus Polen, Deutschland und Frankreich als auch die Crème de la Crème der polnischen, deutschen und französischen Musikszene. Das Highlight des Festivals bildete das Konzert von der polnischen Musiklegende Maryla Rodowicz.

Die Organisatoren wurden auch durch Anwesenheit hochrangiger Gäste wie des polnischen Senators   Wojciech Ziemniak, der französische Generalkonsulin in Düsseldorf Olivia Berkeley-Christmann, des Generalkonsuls der Republik Polen in Köln Jakub Wawrzyniak, des ehemaligen Generalkonsuls Andrzej Kaczorowski, des Kölner Bürgermeister Ralf Heinen und viele anderen, geehrt.

Das diesjährige Festival, das traditionell mit der Melodie "Polskie Drogi" eröffnet wurde, fand am 19. und 20. November im Saal des Rathauses Köln-Porz statt.

Am 19. November traten vor dem Kölner Publikum und der internationalen Jury 6 Sängerinnen und Sänger im Rahmen des Wettbewerbs "Junge Talente" auf. Folgende Musiker aus Polen, Deutschland und Frankreich wetteiferten um den Sieg: Marta Mazurek, Karolina Gwóźdź, Anna-Lena Panten, Philipp Dewald Elisa Lécuyer und Nans Vincent.

Das hohe Niveau der Künstler und ihr vielfältiges Repertoire faszinierten das Publikum. Der zweite Platz im Wettbewerb ging an Anna-Lena Panten aus Deutschland. Die Jury war begeistert von ihrem Gesang, der durch den Klang des Cellos bereichert wurde.  Der 1. Platz im Wettbewerb "Junge Talente" ging an Elisa Lécuyer. Die Künstlerin erhielt die Polonica-Statuette und einen von der Orlen Deutschland GmbH gestifteten Geldpreis in Höhe von 1000 Eur. Die Leistung der jungen Französin gefiel nicht nur der Jury, sondern auch dem Publikum, welches Sie mit dem Publikumspreis auszeichnete.

Nach der Preisverleihung trat die Band Pectus auf, die in der polnischen Musikszene seit Jahren sehr beliebt ist.

Am zweiten Tag des Festivals fand ein Gala-Konzert statt. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal begann der Abend mit "Polskie Drogi“ gespielt am Klavier von Sławomir Olszamowski. Anschließend trat die Preisträgerin des Wettbewerbs "Junge Talente" zusammen mit ihrem Begleiter auf. Als nächstes kam auf die Bühne der Deutsche Musiker - Andreas Langsch. Vom ersten Lied an hatte das Publikum große Freude an seinem Auftritt. Die französische Seite wurde von Marcel Adam mit seinem Trio vertreten. Nach der Übernahme des Taktstocks von Langsch setzten die Musiker das hervorragende Konzert fort. Der letzte Star des Abends war die "Legende der polnischen Musikszene" - Maryla Rodowicz. Sie sang ihre größten Hits und wichtigsten Lieder. Der polnischsprachige Teil des Publikums sang jeden einzelnen Song der Pop-Ikone mit.

- Es gibt kulturelle Veranstaltungen wie das Rock&Chanson-Festival, auf das man das ganze Jahr über wartet. Diesmal sogar zwei Jahre, denn im Jahr 2020 konnte das Festival wegen der Pandemie nicht stattfinden. Für mich ist es ein fester Bestandteil des Kölner Kulturkalenders, der Prominente aus aller Welt anzieht, und eine große Freude für alle, die den kulturellen und nachbarschaftlichen Dialog lieben, den uns die Polonica e.V. bietet. Wichtig ist aber auch, wie jedes Jahr, der Wettbewerb "Junge Talente". Für viele junge Künstler bietet das Festival in Köln zum ersten Mal die Möglichkeit, sich einem internationalen Publikum zu präsentieren", sagt Ewa, eine Besucherin, die jedes Jahr die jungen Künstler anfeuert.

- Kaum zu glauben, dass wir uns bereits zum 29. Mal auf dem nach wie vor sehr beliebten Rock&Chanson-Festival treffen. Es gibt kein anderes Festival in Deutschland oder gar in Europa, bei dem das "Weimarer Dreieck" musikalisch präsentiert wird und das von einer Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen organisiert wird", sagt Zbigniew Kossak von Glowczeski, der Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Kulturvereins Polonica e.V. in Köln.

Seit mehreren Jahren wird Polonica neben dem Vorsitzenden Zbigniew Kossak von Glowczewski von der stellvertretenden Vorsitzenden Monika Moj und der Schatzmeisterin Maria Chmielarz geleitet. Obwohl das Festival auf eine 29-jährige Tradition zurückblicken kann, ist seine Organisation für die Mitglieder der Polonica-Gesellschaft immer noch eine große Herausforderung. Das Projekt wird auf Kosten eines enormen Aufwands an Sozialarbeit erstellt", erklärt der Vorstand.  Sie geben einhellig zu, dass sie mit Stolz auf ihr Rock&Chanson Festival blicken, das längst auch außerhalb Deutschlands bekannt ist, was sich unter anderem in der Anwesenheit von Vertretern deutscher und ausländischer Medien auf den Festivals zeigt.

Der Charakter und die Bedeutung der Veranstaltung wird auch durch die Schirmherrschaften unterstrichen. Das Festival steht seit Jahren unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der französischen Generalkonsulin Olivia Berkeley-Christmann und des Generalkonsuls der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak. 

Viele lachende Gesichter, wunderbare Menschen, Klänge, Momente und Erinnerungen werden die Polonica e.V. noch lange begleiten! Bis auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

Monika Moj

Foto: Jurek Uske - Polregio

 

Pamela Dutkiewicz-Emmerich - 29-jährige deutsche Sportlerin im Hürdenlauf. Die in Kassel geborene Sportlerin, erzählt oft stolz von ihren polnischen Wurzeln und von ihren Eltern, die eine Sportkarriere in Polen hinter sich haben. Pamela ist mehrfache deutsche Hallenmeisterin, 60 m Hürdenlauf und 4x200 m Staffel, zweimalige deutsche Meisterin 100 m Hürdenlauf, Olympia-Halbfinalistin aus Rio de Janeiro (2016). Ihre größten Erfolge sind die Bronzemedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 in London und der Titel der Vizeeuropameisterin 2018 in Berlin. Derzeit trainiert die  Lehramtstudentin der Universität Düsseldorf unter der Aufsicht von Trainer Rüdiger Harksen und konzentriert ihre ganze Energie auf die Vorbereitungen für die XXXII. Olympischen Spiele in Tokio. Der Wettbewerb wurde um ein Jahr verschoben, und wenn die Pandemiezustände in Japan dies zulassen, werden sie zwischen dem 23. Juli und dem 8. August 2021 stattfinden.

T.M.: Pamela, die Liebe zum Sport, Du musst Du mit der Muttermilch aufgenommen haben. Bitte sage es mir, wie es dazu kam, dass Sie die Hürden genommen haben. Wäre es nicht einfacher, ohne diese Hindernisse zu laufen?

  1. Dutkiewicz-Emmerich: Es wäre sicherlich einfacher (Lachen ...) Ich frage mich manchmal selber, warum ich diese Hürden brauche ... Ich bin sicher, dass meine Leidenschaft für den Sport von der Tatsache herrührt, dass ich in einem Haus aufgewachsen bin, in dem Sport schon immer wichtig war. Meine Eltern haben sich nach Beendigung ihrer eigenen Sportkarriere nie vom Sport getrennt. Ich erinnere mich, als sie sich sonntags mit Freunden trafen, die oft auch Sportler waren, entweder Basketball spielten oder gemeinsam gelaufen sind oder anderweitig ihre Zeit aktiv verbrachten. Als Kind war ich auch ständig in Bewegung, zum Beispiel ich bin den mit dem Fahrrad hinterhergefahren. Hinzu kamen endlose Geschichten und Anekdoten aus ihrer sportlichen Vergangenheit, sowie Diskussionen über aktuelle Spieler, Ereignisse und Sportnachrichten. Ich war fasziniert vom Leben eines Sportlers und begann, Leichtathletik zu trainieren. Anfangs habe ich verschiedene Sachen ausprobiert. Ich habe geworfen, bin auf verschiedenen Distanzen gelaufen, bin gesprungen. Es stellte sich schnell heraus, dass meine Würfe nicht gut funktionierten und im Gegensatz zu meiner Mutter, nicht für längere Distanzen prädisponiert bin. Ich konnte mich jedoch technisch gut bewegen und konnte schnell auf kurzen Distanzen laufen. So begann mein Abenteuer mit den Hürden. Es ist wahr, dass Hürdenlauf eine der schwierigeren Disziplinen ist, weil es nicht in der Natur des Menschen liegt, mit maximaler Geschwindigkeit über ein Hindernis zu rennen. Neben Geschwindigkeit, benötigt man hier körperlicher und geistiger Stärke, Techniken und Fähigkeiten zum Ausgleich des Körpers, um einen bestimmten Rhythmus aufrechtzuerhalten und diese 10 Hindernisse vor der Ziellinie, so schnell wie möglich zu überwinden.

Haben Deine Eltern Dich, auf irgendeine Weise zum Sport motiviert, oder warst Du selbst ein eingefleischter Athlet?

Ich denke, in meinem Fall war es eine Mischung. Jeder junge Mensch sucht das, was ihn am meisten Spaß macht und will dieses am liebsten zum Beruf machen. Dank der Tatsache, dass ich unter Sportlern aufgewachsen bin, hebe ich vielleicht früher mein Talent und meine Leidenschaft für Sport entdeckt. Meine Eltern versuchten immer, mir zu sagen, was gut für mich wäre, zeigten mir verschiedene Möglichkeiten, drängten mich aber nie, etwas zu tun, oder zu erreichen. Alle Entscheidungen haben sie mir und meinen Trainern überlassen. Für sie war es nur wichtig, dass ich mich bewege und die Zufriedenheit daraus ziehe. Irgendwann nahmen meine Ambitionen eine Gestalt an, und als meine Eltern eines Tages fragten, ob ich den nächsten Schritt in Richtung Profisport machen möchte, war meine Antwort offensichtlich. Obwohl es schwierig war, von Kassel in das Internat in Bochum zu ziehen und Training mit Unterricht in der Schule zu verbinden, war mir bewusst, dass das Leben eines Sportlers etwas ist, von dem ich wirklich träume.

Erinnerst Du Dich an Deinen ersten sportlichen Erfolg?

Ich erinnere mich genau, als ich Kreismeisterin in Kassel wurde. Dammals nahm ich an verschiedenen Disziplinen teil, darunter Weitsprung und Hürden. Dann erinnere ich mich, als ich Dritter in der Hessen-Meisterschaft war. Damals habe ich es nur zum Spaß gemacht und ich habe es sehr genossen. Als ich mich entschied, professionell Sport zu treiben und in ein Internat mit Sportprofil umgezogen bin, begann ich, das, was ich mache, ernst zu nehmen. Vielleicht hat es auch der Rang, des Wettbewerbs beeinflusst. Sieg in der deutschen Juniorenmeisterschaft. Dann der Erfolg bei den Senioren, als ich mich für die Top 8 in Deutschland qualifizieren konnte. Die Ergebnisse kamen langsam und es gab dazwischen auch viele Misserfolge.

In letzter Zeit gab es viele Veränderungen nicht nur in Deinem Privatleben, sondern auch im Sportbereich. Trainerwechsel, Training mit der Gruppe von Rüdiger Harksens in Mannheim. Wie sehen Deine Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio aus?

Na ja…. Ich muss mich zuerst qualifizieren. Unsere Disziplin ist so verrückt, dass die Sportler sich für die Olympischen Spiele nur in dem olympischen Jahr qualifizieren müssen. Wir kämpfen bis ende Juni um die Plätze für die Olympischen Spiele. In der gegenwärtigen Pandemiesituation gibt es nicht so viele Wettbewerbe. Natürlich nehme ich an denen Teil und nach Tokio zu gehen ist momentan mein größtes Ziel. Ich gebe zu, dass ich kürzlich an Verletzungen gelitten habe und habe mich nicht gut gefühlt. Diese Zeit ist auch nicht sehr freundlich für uns Sportler. Training in leeren Stadien, kein Wettbewerb, kein Publikum. Ich dachte, wenn ich etwas ändern möchte, ist jetzt der beste Zeitpunkt, um das zu tun. Also fing ich an, mit einem neuen Trainer zu arbeiten. Ich bin jetzt immer öfter in Mannheim. Ich tue alles, was ich kann, aber wie ich schon sagte, im Sport kann man nichts kalkulieren oder vorhersagen, denn das ist Sport. 2016 hatte ich bereits die Gelegenheit, an den dabei sein möchte.

Ich wünsche Dir, dass dieser Traum wahr wird! Wir drücken Ihnen die Daumen!

Vielen Dank und beste Grüße. _____________________________________________________________

Pamelas Eltern sind ebenfalls ehemalige Sportler - Mutter Brygida Brzęczek stand im 800-m-Lauf fünfmal auf dem Podium der polnischen Seniorenmeisterschaft, sie belegte auch bei den Europa-Juniorenmeisterschaften den vierten Platz. Vater Marian Dutkiewicz debütierte als 16-Jähriger in der obersten polnischer Liga. Er spielte unter anderem im Team von Olimpia Poznań. Er hat fast fünfzig Spiele in der polnischen U18-Junioren-Nationalmannschaft und der U21-Jugendmannschaft bestritten. Eine komplizierte Verletzung hinderte ihn daran, mehr als dreihundert Spiele in der polnischen Liga zu bestreiten.

T.M.: Herr Dutkiewicz, die Eltern von Sportlern wollen oft hartnäckig, dass ihre Kinder in ihre Fußstapfen treten. Mit welcher Einstellung sind Sie die  Erziehung Ihrer Tochter rangegangen?

Marian Dutkiewicz: Eltern möchten oft, dass ihre Kinder beruflich den gleichen Weg gehen wie sie. Sie wollen, dass sie gleich und vorzugsweise sogar noch besser wären ... In Pamelas Kindheit konnte man sehr früh eine Leidenschaft für Sport sehen. Bevor sie sich auf den Sessel setzte, sprang sie im Gästezimmer zuerst über die Sofa. Sie hatte keinen Stuhl an ihrem Schreibtisch, nur einen Gymnastikball. Sie saß nicht nur darauf, sondern kniete auch darauf. Wenn wir im Wald joggen gingen, oder mit unseren Freunden über Sport sprachen, Pamela wollte immer dabei sein. Ihr erster organisierter Sport war eine Tanzschule. Leider sind die Trainer umgezogen und so endete ihr Training. Dann fing sie an mit der Leichtathletik, die ihr sofort gut gefallen hat, und der Verein TV Wattenscheid 01 garantierte meiner Tochter eine professionelle berufliche Entwicklung.

Wie erleben Sie und Ihre Frau Pamelas Auftritte? Wie versucht ihr sie zu unterstützen?

Die Karriere unserer Tochter war von uns nicht geplant. Wir waren immer für sie dar wenn sie uns gebraut hat . Wir fühlten mit ihr zusammen, in guten darin, aber besonders in schlechten Zeiten. Meine Frau, Pamelas Mutter, spielt hier eine besondere Rolle. Wir waren von Anfang an, bei jedem Wettbewerb unserer Tochter dabei, sowohl in Deutschland, als auch in Polen. Die weiteren Wettbewerbe sehen wir im Fernsehen. Wir beobachten alles aufmerksam. Die Emotionen sind riesig, aber als ehemalige Profis wissen wir, wie wir damit umgehen sollen. Ich muss zugeben, dass Pamela uns irgendwie dazu gebracht  hat, wieder in den Sport einzusteigen und den Sport wieder zu erleben. Bei den Wettbewerben haben wir oft das Gefühl, als hätten wir selbst am Start gestanden. Wird sich unsere Pamela nach einer so langen Pause wider erfolgreich? Wenn sie gesund bleibt, wird sie es ganz sicher sein!

Interview mit Michael Kochanski

Foto:

Fot. Anika Bornemann - Pamela zusammen mit ihren Eltern und Ehemann Maik nach dem Gewinn der Silbermedaille im 100-m-Hürdenlauf bei den Europameisterschaften in Berlin.

Link zu den Fotos: https://assets.adobe.com/link/b2e1e36d-75ec-4f78-4c54-b95504954764

Twoje Miasto Nr. 69, Juni / Juli 2021

 

Die Auswanderungsgeschichte von Krzysztof Mrowiec begann in den 1990er Jahren. Er hatte nicht vor, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. In Polen ging es ihnen nicht schlecht. Krzysztof arbeitete als Bergwerksvorarbeiter, und auch seine Frau hatte eine feste Stelle. Sie wohnten im Haus der Familie in Tychy-Lędziny, so dass sie nicht um ein Dach über dem Kopf kämpfen mussten.

Er kam mit seiner Familie zur Hochzeit seiner Schwester, die in den späten 1980er Jahren nach Deutschland gegangen war. Es war November, er nahm einen Monat Urlaub. Er wusste, dass alle, die schon einmal ausgewandert waren, sie drängen würden, in Deutschland zu bleiben. Und um ehrlich zu sein, hat es nicht lange gedauert. Zunächst tat er dies, um seinen Seelenfrieden zu bewahren, doch schon nach wenigen Monaten stellte er fest, dass er die Stabilität, die er durch die Emigration verloren hatte, schnell wiedergewinnen konnte. Die Wohnung, der Auftrag und das Auto kamen sehr schnell. Schon nach wenigen Monaten führte er ein normales Leben. Als er anfing, die Sprache zu lernen, begann er, sich in dieser für ihn so fremden Umgebung heimisch zu fühlen. Nach einem Jahr bekam er eine Stelle in einer Produktionsfirma, die ihm großartige Möglichkeiten bot, seine technischen Fähigkeiten zu entwickeln. Weitere Kurse und Schulungen brachten ihn beruflich voran. Er begann als Produktionsarbeiter und arbeitete sich in der Qualitätsabteilung bis zum Datenbankadministrator und Sachbearbeiter für Kundenrückvergütungen hoch.

Als Dreißigjähriger dachte er kaum über andere Dinge als das Alltägliche nach. Poesie, Malerei, Esoterik, Psychologie und ein tieferer Blick auf das, was ihn umgibt, begannen ihn in einem sehr reifen Alter zu beschäftigen. Seine ersten Gedichte schrieb er, als er über 40 Jahre alt war. Er erinnert sich sehr gut an die Umstände, unter denen er sein erstes Gedicht schrieb. Da er in drei Schichten arbeitete, konnte er oft nicht schlafen. In einer schlaflosen Nacht nahm er ein Blatt Papier zur Hand und schrieb darauf einige seiner aufgewühlten Gedanken. Leider ist das Blatt Papier irgendwo verloren gegangen, offenbar hat er es noch nicht ernst genommen. In den folgenden schlaflosen Nächten schrieb er mehr und mehr Notizen auf, die bereits die Form von Gedichten annahmen. Nach ein paar Monaten schrieb er regelmäßig. Nach einem Jahr wagte er es, einige seiner Gedichte an die damals in "Samy Życie" veröffentlichte Rubrik "Gedichtsammlung" zu schicken. Der ersten Veröffentlichung folgten weitere, bis er 2008 beschloss, seinen eigenen Gedichtband mit dem Titel "Liryki naiwne" zu veröffentlichen. Seitdem ist die Poesie zu einem untrennbaren Begleiter in seinem Alltag geworden.

Das Schreiben hat die Form einer unbestimmten Lebensweise angenommen, einer Flucht aus dem Alltag. In Dortmund, Essen und Oberhausen fand er Kreise von Menschen, die ihm ähnlich waren. Er begann, regelmäßig an Dichtertreffen teilzunehmen, wo er auch seine Gedichte vortrug. Seine positive Einstellung zum Leben und zu den Menschen führte dazu, dass er in den polnischen Gemeinden so wahrgenommen wurde. Die Menschen hörten und hören immer noch auf seine Gedichte. Mit der Zeit hörte seine Poesie auf, so naiv zu sein. Er entstand durch die Beobachtung von Phänomenen, der Welt um ihn herum, aber vor allem der Menschen. Im Sommer sitzt er gerne in einem Biergarten und beobachtet das menschliche Verhalten gegenüber anderen und sich selbst. Manchmal bemerkt er die Einsamkeit der Menschen, was ihn zu neuen Gedichten inspiriert. Seine Gedichte entführen den Leser in eine Welt der Träume, Gefühle, Stimmungen und Selbstreflexionen. Jeder, der es liest, sollte sich selbst als Gegenstand dieser Überlegungen, Sehnsüchte oder auch verlorenen und vergessenen Erlebnisse und Träume aus seiner Jugendzeit vorstellen können.

Das Schwierigste ist für ihn nicht, ein Thema zu finden, sondern einen Moment, in dem er die Emotionen, die sich in ihm aufstauen, zu Papier bringen kann. Vier Jahre nach seinem ersten Band veröffentlichte er einen weiteren mit dem Titel "Auf dem Weg zum Frieden... und zu mir selbst". Während des Gesprächs lacht er, dass seine Polnischlehrerin an der High School, die ihn nicht von der zweiten in die dritte Klasse versetzen wollte, wahrscheinlich überrascht wäre. Erst eine erfolgreiche Wiederholungsprüfung ermöglichte es ihm, sein Studium fortzusetzen.

Im Pandemiejahr 2020 vollendete er seinen mehrjährigen Plan, einen Roman zu veröffentlichen, der den Titel "Izydor, die Geschichte eines Hanyss aus den polnischen Bergen" trägt. In dem Buch beschreibt er das malerische Schlesien, die kommunistische Landschaft, den Wandel und seine Erfahrungen als Emigrant. In dem Buch finden sich viele Themen aus seinem persönlichen Leben. Es gibt viele Geschichten über leidenschaftliche... sogenannte "Momente". Der Autor weist jedoch darauf hin, dass sich nicht alle Themen des Romans auf seine persönlichen Erfahrungen beziehen. Es vermischt seine autobiografischen Elemente mit Geschichten, die er bei sommerlichen Treffen im Biergarten gehört hat. Krzysztof Mrowiec überzeugt den Leser davon, dass das Leben in der Einzigartigkeit der Ereignisse und Menschen, denen es begegnet, zu einer einzigartigen, individuellen Geschichte wird.

Das Buch erhielt positives Feedback von seinen polnischen Freunden, unter denen er das Buch verteilt. Viele seiner Freunde sahen ihn mit anderen Augen an, nachdem sie ihn gelesen hatten.

Das Buch kann im Online-Buchhandel und beim Autor erworben werden.

Text: Leonard Paszek

Fotos: Robert Widera

 

Die polnische Polyglottin Malgorzata Müller hat eine neue Methode für den gleichzeitigen Unterricht mehrerer Fremdsprachen entwickelt, die sie in mehrsprachigen Kursen in Europa, vor allem in Deutschland, praktiziert. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Neugriechisch sowie Philosophie und mittelalterliche Philologie. Sie ist unter anderem mehrsprachige Linguistin und Leiterin des Fachbereichs Sprachen an der Volkshochschule (VHS) in Eschweiler. Darüber hinaus war sie als Dozentin für zehn Sprachen an verschiedenen europäischen Schulen und Universitäten tätig und hat u. a. Kurse über Mehrsprachigkeit an der Jagiellonen-Universität und der Universität Warschau gegeben. Sie ist Autorin von Lehrbüchern und Materialien zum gleichzeitigen Erlernen mehrerer Sprachen, leitet Fortbildungen für Sprachlehrer und das Netzwerk der Polnischlehrer in NRW. Sie ist Mitglied der Sprachenkommission in Deutschland und spricht häufig auf Sprachkonferenzen und Kongressen.

Wie und was ist diese innovative Methode, um mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen?

Małgorzata Müller (MM): Die Europäer lernen immer mehr Sprachen. Die Methode wurde 2012 in meiner Sprachabteilung als experimentelle, unkonventionelle Methode entwickelt, die sich an Erwachsene richtet. Es handelt sich um ein neues Modell für die Entwicklung der damaligen Mehrsprachendidaktik, d.h. das Konzept des parallelen Unterrichts mehrerer Fremdsprachen. Meine mehrsprachige Methode folgt mit ihren methodischen Annahmen dem europäischen Trend der Mehrsprachigkeit und bedient sich des Instrumentariums der deutschen Glottodidaktik (B. Hufeisen, E. Allgäuer-Hackl, M. Grein etc.), die sich auf die Förderung von Mehrsprachigkeit und Multikulturalität konzentriert. Ihre Sprachenpolitik orientiert sich an der Vorstellung des Europarats von der Mehrsprachigkeit als sozialem Phänomen für die gesamte Europäische Union.

In einem Kurs, dem so genannten Mehrsprachenkurs, lernen Erwachsene also mehrere Sprachen auf einmal: drei, vier, sieben, acht oder sogar zehn. Dabei handelt es sich hauptsächlich um europäische Sprachen. Durch den Vergleich von Sprachen lernen die Lernenden Vokabeln, Grammatik, den Wechsel von einer Sprache zur anderen, Konversation, Schreiben, Lesen und Hören. Um Kommunikationsbarrieren schnell abzubauen und verschiedene Akzente in der Sprache zu hören, werden kommunikative Kurse mit Muttersprachlern abgehalten. Ein interaktives Programm mit Muttersprachlern verschiedener Sprachgruppen in einer Klasse, das nach 100 Unterrichtsstunden eingeführt wird, dient dazu, den freien Wechsel von einer Sprache in die andere zu üben und den Wortschatz und die Grammatik während der Kommunikation zu kontrollieren. Die Lernenden verstehen eng verwandte Sprachen relativ schnell. Aufgrund lexikalischer und grammatikalischer Ähnlichkeiten können sie in sehr kurzer Zeit (200 Unterrichtsstunden) das B1-Niveau erreichen, selbst in drei romanischen, skandinavischen oder slawischen Sprachen.

Und sie verwirren die Lehrer all dieser Sprachen nicht?

MM: Nein, das tue ich nicht. Lesen ist das wichtigste Element bei der Einführung in das Erlernen mehrerer Sprachen auf einmal, "wer liest, irrt nicht", wie es heißt. Für das Gehirn ist dies ein leichterer und effektiverer Lernprozess als das Erlernen jeder einzelnen Sprache, denn die Kodierung des Vokabulars für mehrere Sprachen und der grammatikalischen Unterschiede (Ähnlichkeiten werden vom menschlichen Geist automatisch erkannt und gespeichert) ist für das Gehirn ein einfacher Prozess, vergleichbar mit der Unterscheidung zwischen Biologie und Chemie oder Mathematik und Physik in der Schule und der Kodierung von Informationen in diesen Fächern. Die Entwicklung der sprachlichen und kulturellen Kompetenz erfolgt schneller als bei einsprachigen Kursen. Kein Polyglott lernt eine Sprache nach der anderen, sondern gleichzeitig.

Was ist der besondere Vorteil dieser Kurse?

MM: Offensichtlich die Geschwindigkeit und das Training von Sprachkenntnissen für mehrere Sprachen, d.h. Fähigkeiten wie streng sprachliche Kompetenz, Entwicklung von soziokulturellem Bewusstsein, Entwicklung von Vorstellungskraft und Lernstrategien. Die mehrsprachige Methode ermöglicht es uns, die europäischen Sprachen wie ein einziges Schulfach zu behandeln, das wir zusammen mit anderen Fächern lernen.

Und wie steht es um die sprachliche Perfektion?

Malgorzata Müller: Mehrsprachigkeit gibt es nicht, und sie ist eng mit der Arbeit unseres Gehirns verbunden. Es schafft mentale Lexika, und neuere neurowissenschaftliche Forschungen (Marion Grein) haben gezeigt, dass unser Gehirn viel Energie benötigt, um alle Lexika zu schließen und nur eine Sprache in das Gespräch einzubeziehen. Daher können wir zu einem bestimmten Zeitpunkt ein anderes Wort sagen oder die Grammatik einer anderen Sprache verwenden. Meine mehrsprachige Methode umfasst Übungen zur Unterstützung und Kontrolle dieses Prozesses.

Und die Übungen? Wie unterscheiden sich Ihre Lehrbücher für Mehrsprachigkeit von denen, die für das Erlernen einer Sprache erstellt werden?

MM: Die Methode des mehrsprachigen Unterrichts, die mit dem Lesenlernen beginnt, gibt Ihnen die Möglichkeit, die Regeln des Lesens und der Aussprache in der Sprache schnell zu beherrschen. So kann man sich die Vokabeln leichter merken. Indem wir Sprachen vergleichen, suchen wir nach Ähnlichkeiten und Unterschieden, sowohl grammatikalisch als auch lexikalisch, und wir lehren das Gehirn die so genannte bewusste Steuerung der Sprache. Deshalb berücksichtigen alle Anfängerbücher für diese Art von Kursen diese Prozesse. Sie enthalten spezifische Lektionen, Texte, Dialoge, Übungen, Spiele, Tests, CD-MP4, Grammatiktabellen und Wissen über die Kultur des jeweiligen Landes, wobei die mehrsprachige Methode streng eingehalten wird. Meine Kursbücher zur Mehrsprachigkeit sind die Reihe "Ab in die Sprachen", die auf dem deutschen Markt und im MuLi-Verlag erhältlich sind. Es gibt ein Lehrbuch für drei romanische Sprachen, ein Lehrbuch für vier slawische Sprachen ist im Druck, es gibt ein Einführungslehrbuch für 18 Sprachen. Es gibt CDs. Alles finden Sie unter www.muli-verlag.de. Sie können alle Materialien selbst lernen.

Wo fängt man also an, um ein Polyglott zu werden? Kennen Sie 18 Sprachen?

MM: Die ältesten Kursteilnehmer sind 78, 82 und 85. Haben Sie also Mut und investieren Sie in sich selbst. Haben Sie keine Angst vor neuen Herausforderungen. Sprachen formen unsere Persönlichkeit, durch das Lernen sind wir offener für die Welt, für Menschen, wir integrieren uns, wir überwinden unsere Kommunikationsbarrieren, Schwächen der menschlichen Natur, wir erwerben neue Kompetenzen (nicht nur die rein sprachlichen, die wir auf dem Arbeitsmarkt brauchen). Die Kommunikation mit anderen Menschen wird einfacher, wir beginnen, die Welt besser zu verstehen. Deshalb lohnt es sich, mehrsprachig zu sein. Die Kenntnis einer Sprache, die auf dem Kursprogramm steht, ist kein Hindernis für die Teilnahme, im Gegenteil, sie hilft, andere Sprachen zu lernen. Heutzutage finden die Kurse auch online statt, und wir erhalten oft sogar Anmeldungen über Facebook (Marga Müller, Lerne mehrere Sprachen). Ich lade Sie ein, in sich selbst zu investieren.

Interview von Michał Kochański

Polnischsprachige Zeitschrift "Twoje Miasto"

 

Seit einiger Zeit stellt TV Polonia die Profile polnischer Wissenschaftler vor, die weit weg von ihrem Heimatland Ruhm und Anerkennung erlangt haben. Dies sind außergewöhnliche Geschichten, die beweisen, dass talentierte, hartnäckige und fleißige Menschen überall einen Platz für Erfolg, für bedeutende Leistungen und für das Erreichen von Lebenszielen finden.

Es ist bekannt, dass unsere Landsleute bereits im 19. Jahrhundert Polen in der ganzen Welt (vom Fernen Osten bis nach Südamerika) berühmt gemacht und sich mit ihren wissenschaftlichen Leistungen Respekt verschafft haben.

Es gibt viele Namen und abenteuerliche Geschichten in Hülle und Fülle. Wissenschaftliche Arbeit ist schließlich nicht nur Suche, Forschung, Fleiß und Geduld, sondern auch eine Art Mut, "holprige Wege" zu gehen und Schwächen zu überwinden. Es ist auch ein Kampf mit verschiedenen Einschränkungen. Es zeigt sich, dass Talent und kreative Leidenschaft auch unter schwierigen Bedingungen zu bedeutenden Leistungen führen. Dies wird durch die Biografien von Wissenschaftlern und Forschern bestätigt, auch von solchen, die internationalen Ruhm und Ansehen erlangt haben. 

Das beste Beispiel dafür sind einige schwierige Episoden im Leben von Marie Skłodowska-Curie: ihre stundenlange Arbeit in einem kalten Labor, der tragische Tod ihres Mannes, die taktlosen Angriffe der Presse oder ihre späteren Reisen an die Fronten des Ersten Weltkriegs, wo sie mobile Feldradiologie betrieb. Das war nicht einfach. Nun, selbst die berühmtesten Menschen haben manchmal Schwierigkeiten.

Das 20. Jahrhundert und die Gegenwart sind eine Reihe von besonderen Erfolgen der Polen im Bereich der Wissenschaft.  Es gibt viele polnische Wissenschaftler und Entdecker, die sich aus verschiedenen Gründen, darunter auch aus eigenem Antrieb, weit von ihrer Heimat entfernt haben.  

Davon gibt es in Deutschland viele. Ich denke, dies hängt mit der Tatsache zusammen, dass es in diesem Land 430 Hochschuleinrichtungen gibt, darunter 106 Universitäten, von denen die meisten mit Universitäten in Polen zusammenarbeiten. Wissenschaftliche Arbeit findet nicht nur an Universitäten statt, sondern auch in privaten Einrichtungen, Forschungszentren, Industrieunternehmen... Insgesamt gibt es (nach Angaben des DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst) etwa 800 wissenschaftliche Einrichtungen, die Ausländer beschäftigen.

Das Westinstitut in Poznań schätzt, dass die Zahl der polnischen Wissenschaftler in Deutschland sogar mehrere Tausend erreichen könnte. Ist das nicht beeindruckend? Wir lernen viele von ihnen in der polnischen Gemeinschaft kennen. Es gelang mir, einige Leute aus dieser großen Gruppe zu treffen, und ich muss zugeben, dass dies die nettesten Begegnungen und die interessantesten Gespräche waren, die ich hatte. Ich bin immer noch beeindruckt von den Geschichten über die rationale Annäherung an die Welt und die emotionale Annäherung an das, was einheimisch, polnisch und im Ausland so stark empfunden wird.

Ich war erstaunt über das enorme Wissen, die Errungenschaften und sogar die glänzende Karriere von Professor Radosław Marek Iwankiewicz vom Institut für Mechanik und Wasserbau an der Technischen Universität Hamburg verblüffte mich mit der Fülle seines Wissens, seiner Leistungen und seiner nahezu brillanten Karriere. Seine Erfolge begannen an der Technischen Universität Breslau, wo er sein Studium an der Fakultät für Bauingenieurwesen mit Auszeichnung abschloss und sich auf die Theorie der Strukturen spezialisierte.

Dort promovierte und habilitierte er sich im Fach Mechanik. An den Instituten für Bauingenieurwesen sowie für Werkstoffkunde und Technische Mechanik arbeitete er sich die akademische Leiter hinauf (vom Oberassistenten zum Assistenzprofessor) und wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. Außerdem absolvierte er ein Forschungspraktikum am Institut für technologische Grundlagenforschung des P.A.N. in Warschau und ein achtmonatiges Forschungsstipendium in Paris. Seit 1994 setzt er seine wissenschaftliche und pädagogische Arbeit im Ausland erfolgreich fort. Er arbeitete als Gastprofessor an der Universität von Aalborg in Dänemark und an der Technischen Universität von München. Von 1998 bis 2007 hatte er den Murray- und Roberts-Lehrstuhl für Angewandte Mechanik an der Fakultät für Maschinenbau der Universität Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika, inne. Während dieser Zeit war er für fast ein Jahr Gastprofessor im Auftrag des DAAD (Mechanics for Global Engineers) an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Seit 2007 ist er dort am Institut für Mechanik und Wasserbau fest angestellt. Seine Hauptforschungsgebiete sind stochastische Probleme der Dynamik und Zuverlässigkeit von Strukturen und stochastische Methoden in der Mechanik. Das klingt für viele seltsam und unverständlich. Das ist einfach Wissenschaft, und nicht jeder ist in der Lage, all ihre Geheimnisse zu begreifen. Lassen Sie mich den Professor zitieren:

"Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Dynamik und Zuverlässigkeit von Systemen, die zufälligen Impulsserien ausgesetzt sind, und seit kurzem auch mit stochastischen Methoden in der Mechanik von Nanomaterialien. Ich habe analytische Methoden entwickelt, exakte und approximative, die mit der Anwendung von Methoden stochastischer Prozesse (hauptsächlich Punktprozesse und stochastische Differentialgleichungen) zusammenhängen."

Der Professor hat Dutzende von Vorträgen auf Konferenzen im Ausland gehalten: Bulgarien, China, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Japan, Südkorea, Norwegen, Portugal, Südafrika, Russland, Ungarn und Italien. Mehrere Jahre lang hat er mit der Universität Northampton im Vereinigten Königreich (Dynamik von Extraktionsanlagen), der Universität Palermo und Chieti Pescara in Italien, der Universität Aberden in Schottland und natürlich der Technischen Universität Warschau zusammengearbeitet. Er hat Seminare und Vorlesungen für Doktoranden an der Technischen Universität Wrocław, den Universitäten Aalborg, Johannesburg, Kopenhagen, Paris, Palermo, Reggio Calabria und Rom gehalten.  Er ist Autor von über 130 Veröffentlichungen. Die Liste der Organisationen und wissenschaftlichen Gesellschaften, denen er aktiv angehört, ließe sich fortsetzen.

Ist das nicht genug? Zweifellos genießt er hohes Ansehen und hat Freunde in der ganzen Welt. Sein freundliches Wesen und seine Bescheidenheit sind weitere Qualitäten.

Ganz einfach, ein außergewöhnlicher Mann. Professor Maloszewski, der seit vier Jahren tot ist, war ebenfalls ein außergewöhnlicher Mensch. Er muss wirklich erwähnt werden, obwohl die Erinnerung an ihn in der polnischen Gemeinschaft lebendig ist.

Er schloss sein Studium der Kernphysik an der Fakultät für Elektrotechnik der Stanisław-Staszic-Hochschule für Wissenschaft und Technik in Krakau ab. Zwanzig Jahre lang arbeitete er als Forscher am Institut für Kernphysik in Krakau. Er verteidigte seine Doktorarbeit an der Fakultät für Geologie und Exploration der AGH. Er habilitierte sich an der Universität Freiburg, wo er ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhielt.

Er gewann schnell die Anerkennung seiner deutschen Kollegen. Sein Fleiß weckte berechtigtes Vertrauen und versprach weiteren Erfolg. Deshalb wurde er zum Direktor des Instituts für Grundwasserökologie am Helmholtz-Forschungszentrum in München berufen. Er war auch als Experte bei der International Commission on Marker (ICT) und bei der International Association of Hydrological Sciences (IAHS) tätig. Er hat an Missionen (als Experte) in Kuba, Brasilien, Venezuela, Malaysia, Nigeria, Sudan und Äthiopien teilgenommen. 

Zu seinen Leistungen zählen 185 Veröffentlichungen, 150 Vorträge und die Weitergabe von Wissen an Kollegen und Studenten, sowie soziale Aktivitäten für die polnische Gemeinschaft. Alle, die ihn kennen gelernt haben, sagen, dass er ein hervorragender Mann ist. Seine Haltung, die von Würde und Edelmut geprägt ist, kann ein Vorbild und eine Inspiration für das Handeln der polnischen Emigranten sein. 

Ich mochte und bewunderte auch Professor Frank Golczewski von der Universität Hamburg. Er ist Historiker, so dass die Bandbreite seiner Interessen und Aktivitäten mir ein wenig näher liegt als Mathematik und Physik. Golczewski befasst sich mit den Problemen Mittel- und Osteuropas. Er ist Autor einer Reihe von Veröffentlichungen, in denen er komplexe Fragen dieser Region erörtert oder löst - einer Region, die seit Jahrhunderten eine Brutstätte ethnischer, religiöser und kultureller Konflikte ist.

Im Übrigen sollte man wissen, dass der Begriff "Mittel- und Osteuropa" 1950 von unserem geschätzten Historiker, dem polnischen Emigranten aus der Schweiz, Frankreich, England, den Vereinigten Staaten und Kanada, Professor Oskar Halecki (1891-1973), eingeführt wurde. Von 1953 bis 1962 war er Präsident des Polnischen Wissenschaftlichen Instituts in Amerika. In seine Fußstapfen tritt nun Professor Frank Golczewski.  Er ist gleichermaßen solide, zuverlässig und glaubwürdig. Er schätzt die Meinung der anderen, durchbricht Denkstereotypen, erklärt und führt zum Ursprung und zum Wesen der Ereignisse.

Professor Golczewski hat sich eine schwierige Aufgabe ausgesucht; er hat sich eines kontroversen Themas angenommen, das in Deutschland bisher nicht breit diskutiert wurde, aber seit einiger Zeit viel Interesse und Aufmerksamkeit erregt. Mittel- und Osteuropa ist ein heterogenes Gebiet mit einer reichen und turbulenten Vergangenheit,  Darüber hinaus ist es ein Gebiet, in dem polnische Themen und ihre Erinnerungen lebendig sind. Gerade diese Themen sind es, die Diskussionen auslösen und Emotionen hervorrufen, die nicht immer gesund sind. Sie sind manchmal der Grund für Missverständnisse, einungsverschiedenheiten und Polemik.

Die Arbeiten von Professor Golczewski zu diesem Thema bieten eine neue Perspektive, sie suchen nach der Wahrheit, liefern vielschichtige Analysen und interessante Schlussfolgerungen. Mit seinen ausgezeichneten Kenntnissen der russischen, ukrainischen und polnischen Sprache sowie der deutschen und englischen Sprache war der Wissenschaftler in der Lage sich über frühere Urteile und Meinungen "erheben", Themen sozusagen "von der Quelle her" betrachten. Er ist der Autor von Geschichte der Ukraine. Er schrieb ein umfangreiches Werk "Deutsche und Ukrainer 1918 - 1939", das in gewisser Weise das Wesen der polnischen Probleme und sogar Dramen in diesem Bereich erklärt. Seine Veröffentlichungen über die polnisch-jüdischen Beziehungen zwischen 1881 und 1939 oder über das Bild der Deutschen in Polen vor dem Zweiten Weltkrieg stießen auf Interesse.

Der Professor hat gute Kontakte zu Historikern der Universität Warschau. Er verfolgt aufmerksam ihre Leistungen und nimmt an ihren Sitzungen teil. Er traf sogar Norman Davies. Er ist zweifelsohne ein Experte auf einem Gebiet, das nicht nur Wissenschaftler, sondern vor allem auch Politiker immer wieder in Atem hält.

Ich möchte auch erwähnen, dass der Professor viele kulturelle Interessen hat. Er ist auch ein Fan der Musik von Chopin. Ich möchte mich dem Thema Musik zuwenden und einen hervorragenden Musikexperten vorstellen Dr. Magdalena Oliferko-Storch aus der Schweiz. Ihr Interesse gilt der Musik des Mittelalters bis zur Gegenwart. Besonders wichtig sind die im 18. und 19. Jahrhundert entstandenen Werke. Es ist kein Zufall, dass Frederic Chopin einen wichtigen Platz in ihrer Forschungsarbeit einnimmt. Sie hat in Warschau Musikwissenschaft studiert und stand schon immer im Bann der Musik Chopins, der Konzerte im Königlichen Łazienki-Park und der Internationalen Chopin-Wettbewerbe in Warschau. Um ihre Musikkenntnisse zu vertiefen, absolvierte sie zusätzliche Studien, darunter auch Orgelmusik. So wurde sie neben ihrem theoretischen Wissen auch eine hervorragende Konzertorganistin und Chorleiterin. Sie hat viele Auftritte und Tausende von Beifallsbekundungen hinter sich.

An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg studierte sie Orgel bei Prof. Wolfgang Zerer und erwarb ihr Konzert- und Pädagogikdiplom. In Basel erwarb sie ihr Masterdiplom an der Akademie für Alte Musik, Abteilung für historische Tasteninstrumente. Sie hat ihre Doktorarbeit in Genf mit Auszeichnung verteidigt, und der gleiche Titel wurde ihr von der Universität Warschau verliehen. Das größte Verdienst von Magdalena Oliferko ist, dass sie die Biografie von Fryderyk Chopin gründlich studiert und in vielen Bereichen ergänzt hat. Sie untersuchte auch das Leben und Werk von Julian Fontana, der sein engster Freund, Schüler, Kopist und Verleger war. Ihr Forschungsschwerpunkt lag auf der Rezeption Chopins im neunzehnten Jahrhundert, den Ausgaben und Quellen seiner Werke und den gegenseitigen musikalischen Einflüssen.

Frau Oliferko-Stork hat die Briefe des Komponisten eingehend und vielschichtig studiert. An dieser Stelle empfehle ich einen ihrer in der Zeitschrift Music (Nr. 2 - 2014) veröffentlichten Artikel mit dem Titel "Fryderyk Chopin und die Polnische Polytechnische Gesellschaft in Paris - unbekannte Korrespondenz und Aspekte von Chopins Emigrationstätigkeit". Es ist ein hervorragender Beitrag zum Wissen über das Leben der polnischen Emigration in Paris - die Große Emigration.

Die polnische Musikwissenschaftlerin hat viele Erfolge vorzuweisen und genießt die wohlverdiente Anerkennung. Er nimmt an internationalen Kongressen und wissenschaftlichen Konferenzen teil. Sie erstellt wissenschaftliche Expertisen und Gutachten. Ihre Arbeit umfasst beispielsweise die wissenschaftliche Begutachtung des Archivs des Pioniers der polnischen Chopinologie, Professor Ludwik Bronarski (1890-1975), im Auftrag des Fryderyk-Chopin-Instituts in Warschau, mit dem sie seit 2007 in engem Kontakt steht. Die Musikwissenschaft ist kein einfaches Gebiet, und deshalb möchte ich meine Bewunderung für eine so begabte und fleißige und zugleich junge Dr. Magdalena Oliferko-Stork zum Ausdruck bringen. Sie wird uns sicherlich viel Unbekanntes aus der Geschichte der Alten Musik bringen, erklären, was nicht vollständig bekannt ist und doch so bedeutsam für unsere Kultur.

Ich habe versucht, einige Personen vorzustellen, die durch ihre Leistungen beeindrucken können. Sie alle beeindrucken uns mit ihrer Lebenseinstellung, ihrem Fleiß, ihrem Optimismus und ihrem Glauben an den Sinn der unaufhörlichen Schöpfung. Sie stärken unser Selbstwertgefühl über die Grenzen Polens hinaus. Sie sind unser Stolz. 

Schließlich gibt es noch eine wichtige Neuigkeit: Unsere Stipendiaten aus der ganzen Welt versuchen, sich jeden Herbst in Cambridge oder Oxford zu treffen, um sich besser kennenzulernen, Vorträge zu hören und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Es geht nicht nur um wissenschaftliche Dinge, sondern auch um Alltägliches: Schönes, Schwieriges, Überraschendes, Emotionales - einfach unser Polnisch. Auch die Außergewöhnlichen sind gewöhnliche Menschen.

Sława Ratajczak

Am 3. Oktober endete das dreitägige VIII Festival der Komödienspiele der Amateurtheater DECHA in Bielsk Podlaski. In diesem Jahr trat zum ersten Mal ein ausländisches Theater beim Festival auf. Das polnische Theater "Gdańsk" aus Oberhausen brauchte 21 Stunden mit dem Bus, um zum Festival zu gelangen. Die Eindrücke und Erfahrungen, die sie von dort mitgebracht haben, sind jedoch äußerst reichhaltig und lassen sich nur schwer in Worte fassen. Neben dem Theater "Gdańsk" traten 9 Theater aus ganz Polen, darunter Gdynia, Lublin, Jarosław, Kędzierzyn Koźle und Warschau, auf der Bühne des Kreativen Kulturzentrums auf.
Von Anfang an wurde das Festival von einer Gruppe junger Leute organisiert, die das Amateurtheater M.A.S.K. und den Verein Kreatywny Bielsk Podlaski bilden. Ihr Enthusiasmus, ihre Kreativität und ihre Energie wurden von allen Festivalteilnehmern geteilt, sowohl von den jungen als auch von den "Senioren" des Gdańsker Theaters.
Die Aufführungen wurden von zwei Jurys bewertet. Die erste, eine Fachjury, verlieh den Hauptpreis an die Mamro-Theaterkampagne aus Warschau für die Aufführung "Taetrowcy", während die zweite, eine Jugendjury, Preise vergab, die sich auf das Festival selbst und seine Atmosphäre bezogen. Und hier erhielt das Gdańsker Theater den Preis für das fröhlichste Theater. Der Einzelpreis für den besten Episodendarsteller ging an Marian Dudek vom Theater "Gdańska" in der Rolle des Ignacy im Stück "Zachciało się wom Kalwaryji".

ODas gesamtpolnische Festival der Komödienspiele des Amateurtheaters DECHA in Bielsk Podlaski ist das einzige derartige Festival für Komödienaufführungen in Podlasie.
Da die Anzahl der Sitzplätze im Kreativ-Kulturzentrum begrenzt war, bereiteten die Organisatoren einen Zuschauerbereich vor, der sich in einem Zelt auf dem Parkplatz des städtischen Unternehmens befand. Alle Aufführungen konnten auch live im Internet verfolgt werden.

Text: Leonard Paszek
Fotos: Robert Widera


Die Reise des Theaters "Danzig" zum Festival wurde vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration kofinanziert.

 

Anfang Oktober wurde die Musikwelt der deutschen Polonia von einer traurigen Nachricht erschüttert. Janusz Bury, Sänger zahlreicher Musikprojekte (Syndykat, Polish Honey Band, Blac Bone Company, Pusch Ab, Polton, BoJa) und Animator der polnischen Community-Musikbewegung in Nordrhein-Westfalen, ist in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober im Alter von 58 Jahren gestorben. Auf seine Initiative hin kamen bekannte polnische Bluesmusiker wie Adam Kulisz, Michał Kielak, Kuba Andrzejewski, die Band Kasa Chorych oder Partyzant zu Konzerten nach Deutschland.

Er war seit mehreren Jahren krank und verbrachte die letzten Monate im Krankenhaus. Leider hat die medizinische Welt den Kampf gegen die Feinheiten des menschlichen Körpers verloren. Es rührt mich zu Tränen, wenn ich daran denke, dass wir seine heisere Stimme nicht mehr in Musikclubs in Oberhausen, Essen oder Gladbeck hören werden. Musik hat ihn seit seiner Kindheit fasziniert. Er hat immer auf sie gehört. Der magische Ort für ihn war das Haus der Kultur im Bergwerk, in dem Bands aus Zabrze probten. Als Kind pflegte er unter den Fenstern zu stehen und auf diese Weise an ihren Proben teilzunehmen. Der zweite magische Ort war das Musikzimmer in der Schule. Dort verbrachte er seine Pausen und versuchte, verschiedene Instrumente zu spielen. Sein Lieblingsinstrument war das Schlagzeug. Er versuchte, Rhythmen auf kleinen Trommeln und Becken zu schlagen.

Janusz erinnert sich an eine Gruppe von Tänzern, die an der Akademie auftreten sollten. Leider sagte die Trommelgruppe, die den Rhythmus für den Marschtanz liefern sollte, in letzter Minute ab. Die Geschäftsleitung überlegte nervös, was sie tun sollte. Janusz wurde Zeuge dieser Vorgänge und bot schüchtern an, es vielleicht einmal zu versuchen. Der ungläubige Musiklehrer willigte ein, mit ihm in den Musikraum zu gehen und ihm beim Spielen zuzuhören. Als sie das rhythmische Geräusch hörte, machte sie "große Augen" und sagte dem Management zufrieden, dass Janusz Bury die Situation retten würde. Es war sein erster Auftritt, der mit einem Beifallssturm belohnt wurde.

Nach der Grundschule ging er nach Zabrze "Samochodówka", wo er den Beruf des Spenglers erlernte. Die Körperarbeit erinnerte ihn an einen Rhythmus, und sein Chef sagte oft, dass er sie mit einer solchen "Leidenschaft" ausführe, als würde er eine Sinfonie anstimmen. Er nahm auch an den Proben der Schulbands teil. Nach dem Abschluss der Berufsschule arbeitete er in verschiedenen Berufen. Er war Fahrer und arbeitete unter Tage in einem Bergwerk. Es war die Zeit, als die schlesischen Bands der so genannten "jungen Generation" aufkamen. So besuchte er Musikclubs, darunter das berühmte "Pyrlik" in Bytom oder das "Kocynder" in Chorzów. In privaten Gesprächen machte er keinen Hehl daraus, dass neben der Musik auch Drogen eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten. Viele Musiker haben sie benutzt.

Für Janusz und seine Verwandten wurde ein solches Leben immer beschwerlicher. Es gab schöne Erlebnisse, narkotisierende Visionen, aber leider begann er, vor Menschen und Freunden in seine eigene Welt zu flüchten. Es gab Reha-Versuche, die aber leider nicht erfolgreich waren. Er wurde allein gelassen. Seine Eltern und Verwandten gingen nach Deutschland. Janusz hatte ein gutes Leben. Er hatte eine Wohnung und Hilfe von seiner Familie im Westen. Es gab ein Klima und es gab einen Blues. In den 1980er Jahren beschloss er, nach Deutschland zu ziehen. Er wusste, dass dies eine Chance für ihn war. Seine Mutter half ihm aus seiner Sucht. In Momenten des Schmerzes massierte sie seine Füße. Leider gab es mehr Comebacks und mehr Ausstiege. Aber der Traum von der Musik ging weiter. Er beendete seinen Sprachkurs, nahm eine Stelle an und gründete eine Familie. Eines Tages traf er zufällig einen Freund aus Zabrze, der einen Sänger für seine Band suchte. Das war 1994. Dies war eine weitere Chance für Janusz. Er ging in einen Bunker in Essen-Borbeck, wo die Proben stattfanden. Dies war sein erster Kontakt mit polnischer Musik in Deutschland. Dort traf er Musiker, die wie er die Entscheidung getroffen hatten, auszuwandern. Die erste Band, die er mitgründete, hieß EXIT. Sie spielten polnische Covers. Sie waren nicht oft auf Tournee, aber sie haben viel geübt, und das hat ihnen Freude gemacht. Im selben Bunker übten die Jungs der Band Abigail, in der Robert Kempa und Krzysztof Weihsmann, der heutige Gitarrist von Nomedia, spielten. Nach ein paar Jahren wurde aus diesen beiden Bands die Band Syndykat gegründet, die bis heute existiert.

Janusz war 8 Jahre lang ihr Sänger. Es war eine großartige Zeit in seinem Leben. Die Drogen verschwanden, aber die Musik wurde seine Sucht. In diesen Jahren ist er auch technisch gereift. Später gab es weitere musikalische Projekte.

Mit wechselndem Erfolg versuchte er, die Musik mit Beruf und Familie zu vereinbaren. Er war nicht immer erfolgreich. In einem Interview vor 5 Jahren sagte er, dass er Gott dankt, dass er es geschafft hat, aus der Sucht herauszukommen, und ihn bittet, ihn noch lange singen zu lassen. Er hatte keinen Erfolg und sang bis zu seinem 57. Dann unterbrachen Krankheit und Tod das, was er am meisten liebte.

Leonard Paszek

Wanderer zwischen den Welten, Tadeusz Różewicz – ein Gespräch zum 100. Geburtstag, am 16. November 2021, 19:00 Uhr.

Tadeusz Różewicz wäre vor wenigen Wochen 100 Jahre alt geworden. Wie kaum ein anderer polnischer Schriftsteller im 20. Jahrhundert ist er ein besonderer Brückenbauer und Wanderer zwischen der deutschsprachigen und der polnischsprachigen Welt gewesen. Dies dokumentiert er auch in seinem vom Deutschen Polen-Institut jüngst herausgebrachten Buch „Unser älterer Bruder“, dessen deutsche Auflage ihm besonders am Herzen lag.

Welche Bedeutung spielte Różewicz für die deutsch-polnischen Literaturbeziehungen, wie war und ist seine Rezeption in Deutschland, wie fühlt sich Różewicz auf der Bühne an und welche Rolle spielen Schriftsteller überhaupt für die deutsch-polnischen Beziehungen?

Diesen und vielen weiteren Fragen werden wir uns aus vier unterschiedlichen, aber komplementären Perspektiven nähern: der des Różewicz-Übersetzers, der der Różewicz-Regisseurin, der des Różewicz-Kenners und der des Różewicz-Lesers: Vier Stimmen, ein Thema – das Polen-Quartett.

  • Bernhard Hartmann, Übersetzer
  • Dr. Matthias Kneip, Deutsches Polen-Institut
  • Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Deutsches Polen-Institut
  • Prof. Janina Szarek, Teatr Studio am Salzufer/Transform Schauspielschule

Sie können auf Zoom teilnehmen. Wir bitten um Anmeldung über dieses Formular.

oder die Veranstaltung live auf Facebook verfolgen: https://www.facebook.com/deutschespoleninstitut

Bei Fragen melden Sie sich gerne an Anna Jankowska Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Unlängst herausgegeben vom DPI:
https://www.deutsches-polen-institut.de/publikationen/reihe-polnische-profile/tadeusz-rozewicz-unser-aelterer-bruder/

Polen-Quartett
Vier Personen, ein Thema.
Über Polen.

Das Deutsche Polen-Institut hat ein neues Debatten-Format ins Leben gerufen. Im Rahmen des Polen-Quartetts diskutieren Mitarbeiter des Deutschen-Polen-Instituts mit externen Gästen über verschiedene Themen mit Polen-Bezug. Das Polen-Quartett möchte einerseits über den jeweiligen Stand der Debatte in Polen informieren und andererseits an Debatten in Deutschland anknüpfen.


Dr. Andrzej Kaluza

Im Mai dieses Jahres wurde in Köln ein neuer Verein gegründet: Europolis e.V. - Polnisch-deutsches Begegnungshaus. Der Name Europolis setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Euro - als Hinweis auf den europäischen Charakter der Vereinigung - und Polis - als Stadt. Das heißt, Europolis ist eine europäische Stadt wie Köln.

Alles begann im Herbst 2020, als acht Frauen bei einem von Bożena Falkner organisierten "Frauentreffen" in Köln getroffen haben, dass sie einen gemeinsamen Traum hatten: einen Ort, ein Haus der Begegnung, ein Stück Heimat zu schaffen. Der Verein befindet sich derzeit im Registrierungsverfahren, nach dem er Rechtspersönlichkeit erlangen wird.

Die Pandemie verlängerte den Gründungsprozess erheblich, aber die acht starken Frauen gaben nicht auf und arbeiteten online, indem sie sich jeden Dienstag auf Zoom trafen. Bei diesen Treffen wurde eine Satzung ausgearbeitet. Erst am 28. Mai dieses Jahres trafen sich alle Damen zum ersten Mal persönlich.

Das frühere Europäische Kulturzentrum IGNIS, in dem sich die Polen trafen, wurde 2013 geschlossen. In der Millionenstadt Köln fehlt es an Möglichkeiten für die polnische Community, sich zu treffen, sich auszutauschen, auf Polnisch zu sprechen und kulturelle Veranstaltungen mit Bezug zu Polen zu besuchen.

Wegen der Pandemie dauerte die Gründung des Vereins lange. Es war möglich, eine gemeinsame Vision zu entwickeln und enge Kontakte zu knüpfen. Gemeinsame Ideale erleichterten dies - Toleranz, Achtung der Menschenrechte, soziales und kulturelles Engagement, Dialog. Diese finden sich in der Präambel des Europolis-Statuts wieder, ebenso wie die Förderung der Freundschaft zwischen den europäischen Ländern.

Acht unterschiedliche, erfahrene und vielseitig qualifizierte Frauen mit Schlüsselkompetenzen wie polnischer und deutscher Sprachunterricht, Bibliothekswesen, Verlagswesen, Kunst und Musik, Rechts- und Sozialberatung haben große Pläne:

- Ein interkulturelles Zentrum, ein von der Stadt offiziell anerkannter Ort, soll in einem sozialen Akt geschaffen werden. Wir werden den Status eines Interkulturellen Zentrums beantragen", sagt Anna Klimaszewska-Golan, eine polnisch-deutsche Juristin und die erste Polin in Köln, die in den Integrationsrat gewählt wurde.

- Ein Ort, an dem Landsleute Hilfe und Rat finden und die Möglichkeit haben, Deutsch oder Polnisch zu lernen. Ein Ort, an dem Kinder spielen und etwas über die polnische Kultur, Filme, Bücher und Musik lernen können, und an dem Senioren tanzen können.

Wir sind auf der Suche nach einer Immobilie, bis dahin wird die Beratung online durchgeführt. Und natürlich wird es auch kulturelle Veranstaltungen geben", so die begeisterte Margaux Kier, die Künstlerin. - Folgende Veranstaltungen haben bereits stattgefunden: die Feier zum 30-jährigen Bestehen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags, das Konzert "String Art Cologne" am 17. Juni im Französischen Institut in Köln.

Im Juli und August: "8 Frauen", eine Poesie- und Musikcollage in polnischer, deutscher und französischer Sprache, ebenfalls im Institut, die Eröffnung einer Ausstellung von Gemälden und Grafiken von Rosa Juchniewicz und Martine Metzing-Peyre "au féminin", dann ein gemeinsames Konzert von Margaux & dieBANDiten mit Marion & Sobo und eine Tanzperformance "Danse le poème" - beides "open air" Veranstaltungen in Odonien.

Zu den Zielen und Plänen des Vereins gehört auch der kulturelle Austausch zwischen Polen, Deutschland und Frankreich. Die Erweiterung des Horizonts auf Frankreich, auch unter dem Blickwinkel des Weimarer Dreiecks, entspricht ganz dem europäischen Gedanken dieser aktiven Frauen und der Stadt Köln, die immer mit Frankreich verbunden war. Darüber hinaus ist für den Herbst ein Konzert mit Magda Umer, einer Legende des polnischen poetischen Gesangs, geplant, gefolgt von der Andreasnacht und dem Weihnachtsliedersingen.

Margaux Kier, Anna Klimaszewska-Golan

Magazin der Polonia"Twoje Miasto"

Go West? Chancen & Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine im Vergleich

Online Debatte mit aktiver Bürger_innenbeteiligung 

  1. November 2021, 18 Uhr

Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit und die Friedrich-Ebert-Stiftung laden Sie ein, an einer Online-Debatte zum Thema "Chancen & Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine im Vergleich" teilzunehmen.

Polen ist seit langem ein Land, aus dem Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben in den Westen auswandern. Ein Beispiel für ein solches Reiseziel ist Deutschland. In den letzten Jahren hat sich das Wesen Polens jedoch verändert, und die jüngsten Statistiken zeigen, dass wir ein Aufnahmeland für Einwanderer geworden sind. Was sich nicht ändert, ist die Richtung der Migration, wir bewegen uns immer noch hauptsächlich nach dem Prinzip "Go West". In der Debatte wollen wir über diese Veränderungen diskutieren und die Chancen und Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine beleuchten. Wir wollen auch darüber nachdenken, ob wir als Polen von den Erfahrungen der Länder profitieren können, die schon viel länger Migranten aufnehmen, und die Bedingungen so migrantenfreundlich wie möglich gestalten.

Einladungen zur Teilnahme an der Debatte wurden angenommen von:

  • Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Forscherin, Ekspertin, Projektmanagerin und Dozentin, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder),
  • Dr. Olena Babakova, Historikerin, Journalistin, Forscherin über Migrationsprozesse in Mittel- und Osteuropa, Dozentin an der Vistula-Universität für Finanzen und Wirtschaft
  • Dr. Paweł Kaczmarczyk, Forscher, Professor an der Universität Warschau, Direktor des Zentrums für Migrationsforschung an der Universität Warschau

Die Moderatorin der Debatte übernimmt Agnieszka Lichnerowicz, eine Journalistin von Tok. fm.

Die Debatte wird über die Zoom-Plattform geführt und auf Facebook übertragen. Wenn Sie alle Panelist_innen in Originalsprachen hören möchten, und sich auch aktiv an der Diskussion beteiligen möchten, laden wir Sie ein, sich auf der Zoom-Plattform zu registrieren

https://zoom.us/webinar/register/WN_kvSbK-z1QSmeP9kiqDFwTA.

Während der Aussprache laden wir Sie auch ein, Fragen zu stellen.

Dank der Unterstützung von Simultanübersetzern können Sie die Debatte auf Polnisch über die Facebook-Seite des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit https://www.facebook.com/haus.gliwice und auf Deutsch auf der Facebooks Seite der Friedrich-Ebert Stiftung https://www.facebook.com/FESWarschau verfolgen.

Bei Fragen steht Ihnen weiterhin die Projektmanagerin, Malgorzata Jonczy-Adamska, E-Mail: malgorzata.jonczy@haus. pl, Tel. 797 465 999 zur Verfügung.

Das Rock&Chanson Festival „Köln-Breslau-Paris“ ist ein besonderes und einmaliges Festival der Dreiländermusik Deutschlandweit, welches bereits zum 29. Mal von der Deutsch-Polnischen Kulturgesellschaft „Polonica“ e.V. in Köln veranstaltet wird. Die Veranstaltung findet am 19. und 20. November im Rathaussaal Köln-Porz statt.

Das 29. Rock&Chanson Festival steht im großen Jubiläumsjahr – 30 Jahre Weimarer Dreieck und ebenfalls 30. Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit – unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der französischen Generalkonsulin in Düsseldorf Dr. Olivia Berkeley-Christmann, sowie des polnischen Generalkonsuls in Köln Jakub Wawrzyniak.

Die Form des Festivals bleibt auch im Jahr 2021 unverändert. Neben den beliebten und populären Künstlern aus Polen, Deutschland und Frankreich werden auch junge, talentierte Musiker, ebenso aus den drei Ländern auftreten. Im Rahmen des Festivals gibt es ein Nachwuchswettbewerb „Junge Talente“, da die Förderung junger Künstler dem Verein sehr am Herzen liegt.

Das Festival ist ein einmaliges Ereignis in ganz in Deutschland, wo junge und erfahrene Künstler im Sinne des Weimarer Dreiecks durch gemeinsame musikalische Auftritte zu Annährung und Stärkung der drei Länder führen.

Das „Rock&Chanson Festival Köln-Breslau-Paris" etablierte sich in den Kölner Kulturkalender und ist daraus nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig erlangte das Festival seit vielen Jahren auch internationale Anerkennung, wovon die internationale Pressepräsenz während der Veranstaltung zeugt.

Am ersten Tag der zweitägigen Festivalreihe gibt es das „Junge Talente“ Wettbewerb. Im Wettbewerb stehen sechs junge Musiker aus Polen, Deutschland und Frankreich und konkurrieren um die begehrte „Polonica“ Statuette. Nach der Siegerehrung tritt der Stargast des Abends auf. In diesem Jahr wird es die junge, erfolgreiche Musikgruppe „Pectus“ sein. Die Band besteht aus 4 Brüdern, welche die gleiche Liebe zur Musik pflegen. Ihre Stärke besteht in Ihren Hits. Haben Sie die Songs einmal gehört, bekommen Sie diese nicht wieder aus dem Kopf.

Am zweiten Tag des Festivals gibt es ein Galakonzert u.a. mit einem polnischen Megastar. Davor präsentieren sich dem Kölner Publikum der aus Hamburg kommende Andreas Langsch und der französische Sänger Marcel Adam. Der junge Sänger Langsch, der bereits auch in vielen Musicals mitgewirkt hatte, nimmt sein Publikum auf eine Achtbahnfahrt der Gefühle, zwischen lustigen Songs und gefühlsechten Balladen. Der diesjährige französische Vertreter Marcel Adam ist ein französischer Chansonnier, Liedermacher und Mundart-Komödiant. Geschichten, die das Leben schreibt, prägen seine Texte und Melodien, füllen diese mit viel Humor und Gefühl und lassen keinen Zuhörer ungerührt.

Als Star des Galakonzertes tritt eine Legende der polnischen Musikszene auf: Maryla Rodowicz. Die Sängerin ist seit Jahrzehnten ein Megastar in Polen. Ihre Lieder sind täglich im Radio zu hören und die Künstlerin selbst ist regelmäßig Gast bei den wichtigsten Musikevents des Landes und auf den Titelseiten der Zeitungen.

Ihr größter Erfolg war das Lied Małgośka, welches im Jahre 2000 in Polen zum populärsten Lied des 20. Jahrhunderts gewählt wurde.

Im deutschsprachigen Raum wurde sie in den 1970er Jahren durch TV-Sendungen bekannt und nahm über 30 ihrer Hits auch in deutscher Sprache für die DDR-Plattenfirma Amiga bzw. den Rundfunk der DDR auf.

Beide Festivalstage werden von der Melodie „Polskie Drogi“ eröffnet.

 Tickets gibt es schon ab 25 Eur unter www.polonicaev.de oder telefonisch zu bestellen unter folgenden Nummern: 0176-79550222 und 0151-28296090

 

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 ereignete sich im Ahrtal (Gebiet zwischen Köln und Bonn, Weinregion) das Jahrhunderthochwasser. Der Pegel des Flüsschens Ahr stieg bis zu 10 Meter an. Es war eine tragische Nacht. Fast 200 Menschen starben, weil es ihnen nicht gelang, aus ihren Häusern zu fliehen. Die anderen haben alles verloren: ihre Häuser, ihre Autos, ihr ganzes Hab und Gut. Es handelt sich um ein Weinanbaugebiet, das bereits von den Römern, die vor 2 000 Jahren in der Gegend waren, gegründet wurde. Die Bewohner des Ahru-Tals leben vom Weinbau und ihr Reichtum ist im wahrsten Sinne des Wortes "flüssig". Wein in Fässern und Kellern, Wein in Flaschen - all das wurde von der Flut vernichtet. In Rheinland-Pfalz waren neben dem Ahrtal auch andere Regionen, die Eifel und die Stadt Trier, stark betroffen. In Nordrhein-Westfalen verursachte das Hochwasser vor allem in Hagen und Wuppertal, im Kreis Euskirchen, im Rhein-Sieg-Kreis und in Teilen des Bergischen Landes schwere Schäden.

Polen helfen Polen
Die Besitzer des Restaurants Maxima in Köln, Jarek und Aneta, sahen am Morgen des 15. Juli 2021 im deutschen Fernsehen, was geschehen war, was für eine riesige Katastrophe über die Menschen in diesen Regionen hereingebrochen war. Da in diesen Regionen viele Polen leben, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, beschlossen Jarek und Aneta sofort, im Restaurant einen Informationspunkt einzurichten, an dem man sich bewerben kann. Darunter befanden sich sowohl Hilfesuchende als auch Hilfswillige, die sie an andere Einrichtungen oder an Notrufstellen weiterleiten sollten. Maxima postete Informationen über die Katastrophe und die Bereitschaft zu helfen auf Facebook - die Seite des Restaurants hat über 2700 Mitglieder, so dass Jareks Beitrag vom 15. Juli 2021 eine große Reichweite hatte. Die polnische Gemeinschaft, die Polen in Deutschland, die in den überschwemmten Gebieten leben, aber auch diejenigen, die weit weg wohnen, reagierten sofort. In den nächsten Stunden und Tagen meldeten sich mehrere hundert Menschen bei Jarek. Sie boten ihre Hilfe an, indem sie Schlafplätze zur Verfügung stellten, Autos für den Transport bereitstellten, bei der Übersetzung halfen und auch fragten, welche Gegenstände und Ausrüstungen am dringendsten benötigt würden. Es fehlte an allem - von Babymilchflaschen, Wasser und Lebensmitteln über die Möglichkeit, ein Handy-Ladegerät anzuschließen, Decken, Kleidung und Matratzen zum Schlafen bis hin zu rechtlicher und institutioneller Unterstützung.

Info-Point-Polregio - ein soziales Netzwerk für polnische Migranten
Maxima kooperiert von Anfang an mit dem strukturell-sozialen Netzwerk Info Point Polregio in NRW. Vor allem vor Ort beim Info Point in Köln, der von der Koordinatorin Anna Klimaszewska-Golan, einer polnisch-deutschen Juristin, geleitet wird. Jarek und Aneta setzten sich sofort mit dem Kölner Info-Point in Verbindung, der die Hilfsmaßnahmen weiter koordinierte. Eines der Opfer ist die ehemalige Kellnerin Maximy, die mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in die Eifel gezogen ist. Sie kauften und richteten ein Haus ein, das nach sechs Monaten vollständig überflutet wurde. Das Haus ist auf Kredit. Die Bilder nach der Überschwemmung waren schrecklich, das Wasser stand bis zu 1,5 Meter hoch, sie mussten schnell ausziehen. Das Haus ist wegen der Feuchtigkeit unbewohnbar. Ein anderes Beispiel ist ein junges Paar mit einem einjährigen Sohn, das im Keller eines Hauses lebt. Sie mussten schnell fliehen, sie hatten nicht einmal Zeit, eine Milchflasche für den Kleinen mitzunehmen. Es gab viele Beispiele, z. B. Ehefrauen, die in Polen leben und nach Ehemännern suchen, die in der Region arbeiten, weil sie den Kontakt völlig verloren haben, oder Ehemänner, die nach Ehefrauen suchen, die hier als Altenpflegerinnen arbeiten.

Die Hilfe bestand in einer schnellen Vernetzung und Weitergabe von Informationen, z.B. vom Info Point Köln an WOŚP in Bonn. Hunderte von hilfsbereiten Menschen, eine außergewöhnliche Resonanz, ein einziger Beitrag löste eine Welle der Freundlichkeit aus. Das polnische Konsulat bot den Betroffenen Hilfe an, auch in finanzieller Hinsicht. "Der WDR, die Deutsche Welle und alle lokalen polnischen Medien verbreiteten die Informationen über die Hilfe. Es gab Sammlungen von Dingen, Lebensmitteln, Kleidung, Spielzeug, Bettzeug, Transportmitteln usw. Psychologische Hilfe kam auch aus Hessen, von Barbara Lange von der Initiative "Gib ein Zeichen".

Joanna Szymanska, Projektleiterin von Info-Point-Polregio in NRW, stellt fest:
- Die unmittelbare Reaktionskette war äußerst wichtig, sowohl von Gruppen wie der GOCC als auch von Einzelpersonen, einschließlich unserer Antragsteller, die zuvor bei den Info-Point-Beratungsstellen um Hilfe und Unterstützung gebeten hatten und nun selbst schrieben und anriefen, um Unterstützung anzubieten und Sammlungen an ihren Wohnorten und darüber hinaus zu organisieren. Die Opfer selbst stellten vor allem Fragen zu Versicherungen, zu staatlicher Soforthilfe sowie zu arbeitsrechtlichen Fragen, z. B. ob sie Anspruch auf Freistellung für die Katastrophe haben. Einige wollten einfach nur reden, andere wurden an Spezialisten wie Psychologen oder Anwälte vermittelt. Wieder einmal waren die lokale polnische Gemeinschaft und die dahinter stehenden Strukturen, wie unser soziales Netzwerk in Nordrhein-Westfalen, der Herausforderung gewachsen.

Das Hauptproblem und die größte Herausforderung ist jetzt, nachdem die erste Phase des Wiederaufbaus und der Aufräumarbeiten vorüber ist, der Kontakt der Flutopfer mit den Stellen, bei denen sie Entschädigungen oder Unterstützung beantragen können. Sie haben Fragen an die Anwälte:
- Wir wollen sie dabei unterstützen, auch in sprachlicher Hinsicht, denn viele Polen sprechen gar nicht oder nur schlecht Deutsch, und um solche Angelegenheiten zu regeln, braucht man die Amtssprache - sagt Anna Klimaszewska-Golan, Juristin und Koordinatorin von Info-Point-Polregio in Köln.

Anna Golan

Polonia-Magazin "Twoje Miasto" nr.71 -2021

Foto: Bild DPA

Radiomoderatoren assoziieren wir vor allem mit ihrer Stimme. Oftmals möchten wir jedoch etwas mehr über sie erfahren, wissen, wie ihr Gesicht aussieht, wie sie arbeiten und wie sie zum Radiosender gekommen sind. Die Antwort auf diese Fragen fand ich in einem Gespräch mit Teresa Colo, der Moderatorin von Silesian Internet Radio. Die lächelnde Frau, die positive Energie ausstrahlt, erzählte mir von ihrer Jugend in Schlesien, ihrer Auswanderung nach Deutschland und wie sie zum Radio kam.

Es ist ihr Hobby, das sie mit großer Leidenschaft betreibt und das "die Hälfte ihrer Welt" ausmacht. Dies war jedoch nicht Teresas Jugendtraum. Nach dem Abschluss der Grundschule setzte sie ihre Ausbildung am Medizinischen Gymnasium in Świętochłowice fort und spezialisierte sich später als Instrumententechnikerin. Ihre Arbeit im Beuthener Krankenhaus hat sie sehr befriedigt, und es kam ihr nie in den Sinn, dass sie einmal Radiomoderatorin werden würde.

Teresa Colo stammt aus Chorzów, ist also eine "ślónsko dziołcha (ein Mädchen aus Schlesien), pflegte und förderte sie bereitwillig den Dialekt ihrer Region. Schlesien hat mehrere hundert Jahre lang administrative Veränderungen durchlaufen, die zweifellos die Entwicklung der Sprache seiner Einwohner und ihre Bindung an den Dialekt beeinflusst haben. Obwohl sie die polnische Sprache perfekt beherrschte, unterhielt sie sich "mit ihren Freunden auf Schlesisch". (sie sprach mit ihren Freunden Dialekt). Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, fiel spontan. Ihre Liebe zu dem Mann, der später ihr Ehemann wurde, veranlasste sie zur Auswanderung.

Nach mehreren Jahren im "neuen Land" vermisste sie den schlesischen Dialekt und die Traditionen. Überredet von einem Freund, meldete sie sich im Internetforum "Schlesische Klachule" an. Die Gruppe traf sich regelmäßig nicht nur in Chaträumen, sondern auch im wirklichen Leben. Damals lernte sie mehrere Moderatoren von schlesischen Internetradios kennen. Als sie nach einem Interview, das sie in einer der Sendungen gab, ein Angebot zur Zusammenarbeit erhielt, wusste sie nicht, wie sie reagieren sollte. Später fand sie heraus, dass es an dem schlesischen Dialekt lag, den sie bei dem Interview verwendete, und an ihrer warmen und freundlichen Stimme.

Die Anfänge des Radioabenteuers waren nicht einfach. Das Vorlesen der Texte erfordert eine angemessene Interpretation und die Präsentation von Musikhits "live". Während der Sendung gibt es Gespräche mit Zuhörern, die für den Moderator "unsichtbar" sind, auf die man angemessen reagieren und darauf achten muss, dass man keinen Fehler macht. Außerdem müssen Sie den Zeitrahmen genau einhalten. Anfangs fiel es ihr sehr schwer, doch mit der Zeit legte sie ihr Lampenfieber ab und sitzt heute völlig entspannt, aber immer noch mit großem Respekt vor den Zuhörern, in ihrem heimischen Radiostudio. Sie ist stolz darauf, dass sie gelernt hat, die technischen Geräte selbständig zu bedienen, was ihr das Senden ermöglicht.

Teresa Colo spricht mit großer Leidenschaft über ihr Hobby und betont, dass sie sich abends gerne mit ihren Zuhörern unterhält und in dieser Zeit neben der Musik oft auch ernstere Themen anschneidet. Manchmal lädt sie auch Gäste in die Sendung ein. Einer von ihnen war ein Arzt, der an einer Diskussion über Brustkrebs teilnahm. Dieses Thema stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse. Das Repertoire der Themen, die in ihren Sendungen behandelt werden, ist sehr breit gefächert: "Meeresgeschichten", "Landmusikprogramm", "Schlesische Traditionen", "Geschichten aus der Kindheit", "Hits von damals" oder das Vorlesen von Gedichten, die von Hörern eingesandt wurden.

Teresa Colo hat viele Jahre lang Erfahrungen gesammelt und ist zu der Überzeugung gelangt, dass die soziale Arbeit im schlesischen Internetradio ihre Lebensaufgabe ist. Während der Sendungen sind die Türen ihres Heimstudios geschlossen. In den Pausen zwischen den Liedern, die sie sorgfältig für ihre Zuhörer auswählt, geht sie nicht in die Küche, um schlesische Knödel zu "kochen", die Brötchen zu würzen oder das Rotkraut zu probieren. Auch die Kinder rufen zu dieser Zeit nicht an, weil sie wissen, dass ihre Mutter in ihrem Element ist. Sie bietet die Stunden im Internet exklusiv für ihre Hörer an. Für sie ist es eine Zeit, in die virtuelle Welt einzutreten, die sie im Laufe der Zeit als knallharte Realistin kennen gelernt hat. Ihre Stimme ist nicht nur im Radio, sondern auch in den polnischen Gemeinden zu hören. Seit Jahren unterstützt sie das Great Orchestra of Christmas Charity nicht nur mit Spenden, sondern auch mit ihren eigenen Handarbeiten, die versteigert werden. Er trifft seine Hörer oft während der WOSP-Finals.

Sie sagt von sich selbst: "Ich kann das Leben genießen und bin mir in gewisser Weise meiner eigenen starken Persönlichkeit bewusst. Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern und meiner Enkelin. Ich höre gerne Musik und tanze gerne. Ich spiele kein Instrument und kann nicht singen". In meinem Gespräch mit Teresa Colo hörte ich jedoch einen starken Ton ihres Lebensoptimismus.

Www.slaskieradio.com wurde 2007 von Michal Otrzosek gegründet, der ursprünglich aus Ruda Śląska stammt, jetzt aber in Niedersachsen, Deutschland, lebt. Es handelt sich um ein Internetradio, das auch über Satellit auf dem Handy gehört werden kann. Im Jahr 2015 wurde das Radio von Leonhard und Danuta Rzepa aus dem Westerwald übernommen.

Text: Claudia Daniel

Foto: Archiv

 

Die zweite Begegnung - Intuition und Instinkt: Diesmal treffen wir uns im Kreise der Frauen. Das Thema ist die Intuition und ihre Rolle in unserem Leben. Weiterhin stützen wir uns auf Erzählungen aus dem „Die Wolfsfrau: die Kraft der weiblichen Urinstinkte“ von Clarisa Pinkola Estés. Moderation: Barbara Stillmark

Barbara Stillmark – leidenschaftliche Nomadin, Musikerin, Lehrerin für Polnisch als Fremdsprache, Mutter.
Sie ist Autorin von Kinderliedern und polnisch-chinesischem Sprachführer. Sie liebt Natur, Literatur, Origami und grafische Geschichten. Absolventin der Universität Warschau, der Fakultäten Journalismus und Polnische Philologie, der Wirtschaftsuniversität Poznań, der Fakultät Warenkunde, sowie der Musikschule des 1. und 2. Grades in Piła/PL, der Fakultät Rhythmik.
In Warschau war sie Mitgründerin des Nachrichtenbereichs des Portals NGO.pl und seine erste Chefredakteurin. Dort setzte sie ihren Klavierunterricht fort und engagierte sich für Flüchtlinge und geistig Behinderte Jugendliche ehrenamtlich. In Hamburg arbeitete sie in einer Grundschule.
In Shanghai unterrichtete sie Kinder sowohl im Kinderheim als auch im Europa Campus, sie gestaltete das Portal der lokalen polnischen Community sowie ihre Aktivitäten mit.
Seit drei Jahren lebt sie in Berlin. Hier musiziert sie weiterhin mit Freude, unterrichtet Polnisch und leitet Förderunterricht in einer der Grundschulen. Sie schreibt, komponiert und pflegt den kreativen Teil ihrer Persönlichkeit.
www.barbarastillmark.com

Aleksandra Hoffman - Therapeutin für Körper und Seele. Sie ist von allem fasziniert, was uns dazu bewegt, in Kontakt mit uns selbst und unserer inneren Kraft zu bleiben. Sie liebt die Körperarbeit: Der Körper ist für sie der Ausgangspunkt zum Inneren. Ihrer Erfahrung nach verbindet uns die Berührung mit dem, was wichtig ist und was für sich gerade Raum braucht. Sie leitet individuelle Sitzungen, Workshops, auch online und vermittelt so Vorteile der Selbstmassage. 
www.aleksandra-hoffmann.de


Die Treffen finden auf Polnisch statt, sind kostenlos, wir freuen uns auf Eure freiwilligen Spenden.
Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist die Anmeldung Voraussetzung zur Teilnahme an den Veranstaltungen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zapraszamy! Seid dabei!

So., 24.10.2021, 19.00 Uhr | Schulzestr. 1, 13187 Berlin, direkt am S-Bhf Wollankstr.

 

Am 11. September fand in Gelsenkirchen im Kreise zuverlässiger Freunde die Präsentation des neuesten Gedichtbandes von Piotr Gabriel Skorupa mit dem Titel "Cosmopolita" statt. "Cosmopolitan". An dem Treffen nahmen bekannte Musiker, Künstler und Dichter teil, die die literarische Feder von Piotr Skorupa seit Jahren beobachten und bewundern.

Unter den Dichtern, nicht nur aus Polen, nimmt er den führenden Platz ein. Er stammt aus Rybnik, wo er mehrere Jahre lang an der Arbeit des Organisationskomitees der Rybniker Literaturtage teilnahm. Seit 1990 lebt er in Deutschland, in Gelsenkirchen.

Im Jahr 2011 erschien sein Gedichtband "Trzeba zachować nieco życia" ("Man muss ein bisschen vom Leben behalten"). "Man muss sich ein bisschen Leben bewahren". Er ist Mitglied des Verbands der polnischen Schriftsteller im Ausland. Der vorliegende Band ist der dritte im Oeuvre des Künstlers.

Leonard Paszek

Der kürzlich beendete V. Kongress der polnischen Organisationen in Deutschland hat u.a. über die teilweise skandalösen Lebens- und Arbeitsumstände ausländischer EU-Bürger*innen in Deutschland debattiert. Die am Vorabend der Bundestagswahl beim Kongress versammelten gut 120 Vertreter*innen aus allen Bundesländern appellierten an die Politik, europäisches Recht hinsichtlich der EU-Freizügigkeit konsequent umzusetzen und den Integrationsprozess der EU-Bürger*innen in Deutschland aktiv zu unterstützen.

„Erleidet Deutschland künftig einen Einbruch am Arbeitsmarkt, so handelt es sich um ein hausgemachtes Problem – es ist höchste Zeit, diverse Strukturdefizite im Bereich EU-Freizügigkeit aktiv und konsequent abzubauen“, so Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Co-Sprecherin der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen, und fordert: „gerade nach den Wahlen, in den Zeiten der Sondierungsgespräche erwarten wir, dass unsere Vorschläge für dieses Problem in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden".

Stellvertretend für alle EU-Bürger*innen, die fast die Hälfte der in Deutschland lebenden Ausländer*innen ausmachen, verwiesen die Vertreter*innen polnischer Organisationen auf ein seit Jahren wachsendes Grundproblem der deutschen Integrationspolitik, und zwar die Nichteinhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und der EU-Richtlinien, die auch die Ursache für den Fachkräftemangel ist.

Joanna Szymańska, wissenschaftliche Leiterin des landesweiten Beratungsnetzwerkes in Nordrhein-Westfalen, macht es konkret: „die Barrieren wie fehlender Zugang zu Integrations- und Sprachkursen, die oft unzureichenden Informationen in polnischer Sprache in deutschen Ämtern, unklare Arbeitsmarktregelungen für entsandte Arbeitnehmer*innen, fehlende Willkommenskultur für die EU-Bürger*innen müssen in den nächsten fünf Jahren aufgehoben werden“.

„Wertschätzung, Anerkennung und die Einhaltung sozialer Standards für die nächsten fünf Jahre wünscht sich die polnische Community in Deutschland“, betonte Dr. Marta Neüff, Vorsitzende des Polnischen Sozialrates e.V. in Deutschland. Sie verwies auf den 11-Punkte-Plan des Polnischen Sozialrats für die EU-Bürger*innen, ein Reformpaket für die Arbeits- und Sozialmarktpolitik.

Akuten Handlungsbedarf für den Integrationsprozess der Unionsbürger in Deutschland insgesamt sieht Krzysztof Blau als Sprecher des Bundesnetzwerkes für Soziales und Partizipation Part of Europe. „Damit die Unionbürger weiterhin die Möglichkeiten der Freizügigkeit in den BRD nutzen und ihren Lebensmittelpunkt hier finden, brauchen wir ein Umdenken in der Zuwanderungspolitik. Die Willkommenskultur gegenüber Menschen, die zu uns kommen und auch hier arbeiten wollen, muss geändert und bedarfsorientiert ausgerichtet sein. Anderenfalls wird sich die Fachkräftesituation weiterhin verschlechtern. Wir müssen um die Menschen werben und sie willkommen heißen“, so Blau, denn: „Ein Integrationsprozess ohne gleichzeitige interkulturelle Öffnung ist eine Einbahnstraße, das haben die zurückliegenden Jahre deutlich gezeigt.“

Für Wieslaw Lewicki, einer der Organisatoren des Kongresses und Vorstandsmitglied des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland, gehört die internationalisierte, muttersprachliche Ansprache der EU-Bürger*innen zum Öffnungsprozess einer neuen Regierungsperiode. „Wenn wir wollen, dass Deutschland weiterhin ein attraktiver Arbeitsort bleibt, muss es sich auch um die Menschen aus Mittel- und Osteuropa kümmern. Wir fordern daher mehr Mittel für die Information in polnischer Sprache in deutschen Ämtern (Wohnungswesen, Gesundheits- und Sozialdienste, Bildungseinrichtungen, Arbeitsmarkteinrichtungen). Das Fehlen dieser Informationen hat die Binnenmigrant*innen aus Mittel- und Osteuropa während der Pandemie besonders getroffen".

Darüber hinaus fordern Vertreter*innen polnischer Organisationen in Deutschland „eine breit angelegte und langfristige Informationskampagne zur Förderung der Herkunftssprachen auf der Grundlage europäischer Richtlinien“, sagte die Vizevorsitzende des Verbandes „Polnische Journalisten in Deutschland e.V.“, Grażyna Kamień-Söffker.

Kontakt:

Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sprecherin des Polnischen Bundesnetzwerks für Partizipation und Soziales Part of Europe / "Koalition für Polonia"

http://www.partofeurope.org/

 

Piast 1

Zum ersten Mal seit anderthalb Jahren brummte es wieder im "Kontakt"-Club in Essen. Sobald die pandemischen Einschränkungen etwas nachließen, organisierte die polnische Gemeinschaft "Piast" dort ein Treffen mit Poesie und Musik, zu dem die Dichter Bronek aus Obidza und Krzysztof Mrowiec eingeladen wurden.

Auf dieser poetischen Reise wurden sie musikalisch begleitet von Margaux Kier, einer hervorragenden Sängerin, und Henning Brand, einem charismatischen Pianisten. Leider konnten nicht alle, die während der Pandemie nach Musik und Poesie dürsteten, an diesem Treffen teilnehmen. Die Organisatoren durften insgesamt nur 35 Personen aufnehmen. Für viele war dieses intime Fest ein Vorbote der Normalität.

Die Mitglieder und Unterstützer von "Piast" konnten endlich zwei hervorragende Dichter kennenlernen, die ihre neuesten Bücher und Gedichte vorstellten, sich mit ihnen unterhalten und an ihrer Entdeckung teilhaben. Bronek Kozieński, besser bekannt als Bronek aus Obidza, stellte den Teilnehmern in seinem schönen Hochlanddialekt seine neuesten Gedichte vor, die oft seine subjektive Antwort auf das sind, was uns umgibt und womit wir in den letzten Jahren gelebt haben.

Jedes Mal antwortete ihm der Gelsenkirchener Dichter Krzysztof Mrowiec mit einem neuen Gedicht. Diesmal stellte er neben seinen Gedichten auch seinen ersten Roman, Izydor, vor. Die Geschichte eines hanseatischen Mannes aus den polnischen Bergen. Es ist ein Roman, der zwischen Wahrheit und Fiktion, autobiografischen Fäden und der Fantasie der Autorin balanciert.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Margaux Kier, die viele ihrer eigenen Lieder und einige aus dem Repertoire von Magda Umer und Seweryn Krajewski vortrug und uns damit Agnieszka Osiecka wieder näher brachte.

Text: Leonard Paszek

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, Wir laden unsere Zuhörer zum Vortrag von Prof. Dr. Witold Orłowski ein: 15. Oktober 2021 um 18.00 Uhr.

Witold Maciej Orłowski ist ein polnischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer. Er ist Leiter der Business School der Technischen Universität Warschau (Szkoła Biznesu Politechniki Warszawskiej).
Orłowski studierte und promovierte an der Universität Łódź. Bis 1992 war er in Łódź als Assistenzprofessor tätig. Von 1991 bis 1993 war er Berater im Büro für Europäische Integration und  von 1993 bis 1997 bei der Weltbank im Fachbereich Makroökonomie. Er ist und war auch für andere Institutionen tätig: so beim NOBE Independent Center for Economic Studies (Mitgründer und Leiter,
bei der EBRD, der FAO oder der Europäischen Kommission. Von 2002 bis 2005 war Orłowski Wirtschaftsberater des polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski.

Im Jahr 2007 wurde Orłowski zum Professor ernannt. Er ist der Leiter der Business School (MBA) der TU Warschaus. Außerdem fungiert er als Mitglied des Wirtschaftsbeirates (Rada Gospodarcza) des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk.Auch ist Orłowski Chefökonom der polnischen Tochtergesellschaft von PricewaterhouseCoopers.

Orłowskis Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich ökonomischer Transformation und der volkswirtschaftlichen Integration osteuropäischer Staaten in Europa. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler wissenschaftlicher Abhandlungen. Sein Werk „Droga do Europy“ (Der Weg nach Europa) wurde ausgezeichnet.
Orłowski ist Offizier des Ordens Polonia Restituta (2005). Er ist Mitglied der Jury zur Galeria Chwały Polskiej Ekonomii.

Moderation: Dr. Piotr Olszowka

 


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

"Von der Auswanderung über die Integration zur vollen Teilhabe. 30 Jahre deutsch-polnischer Vertrag, 30 Jahre Auswanderung. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Polen heute?" war der Titel des V. Kongresses der polnischen Organisationen in Deutschland, der vom 17. bis 19. September dieses Jahres in Berlin stattfand, zusammen mit dem Forum Junge Polonia, das von dem Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland organisiert wurde. Ziel des diesjährigen Kongresses war es, die aktuelle Situation der polnischen Gemeinschaft in Deutschland vor dem Hintergrund des 30-jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages und der Notwendigkeit seiner Aktualisierung nach 30 Jahren unter dem Gesichtspunkt zu diskutieren, dass Polen seit 2004 Vollmitglied der Europäischen Union ist und die europäischen Privilegien in vollem Umfang genießt. Eines der Ziele des Kongresses war es, die Situation der Polonia in Deutschland zu analysieren, von der Generation der Emigranten über die integrierte Generation bis hin zur jungen Polonia und ihrem Dialog über die volle Beteiligung.

Die erste Tafel unter dem Titel: "Polonia trifft seine Vertreter, Vertreter treffen Polonia" wurde mit einem Vortrag eröffnet. "Polnisch als Sprache des Herkunftslandes in Deutschland". Als erste Referentin stellte Dr. Anna Mróz vom Institut für Slawistik der Universität Greifswald, Expertin für die mehrsprachige Erziehung von Kindern und Jugendlichen, den Kongressteilnehmern die Vorteile und Potenziale vor, die sich daraus ergeben.

Es folgte eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Polonia, darunter Hans-Leo Dirks, der Bundesbeauftragte für Auslandspolen, Katarina Niewiedzial, die Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Auswanderung, Anett Roswora, die Thüringer Beauftragte für Integration, Auswanderung und Flüchtlinge und Thorsten Klute, der Beauftragte für Polonia in Nordrhein-Westfalen.

Die Diskussion wurde moderiert von Joanna Szymanska und Dr. Kamila Scholl-Mazurek.

Wiesław Lewicki und Alexnader Zając eröffneten den Kongress im Namen des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland als Organisatoren. Die Grundsatzrede (über Videoaufnahme) hielt Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Bauen und Heimat.

Die Podiumsdiskussion mit dem Titel: "30 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Polen heute?" mit den Gästen Cornelia Piper, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, Staatsministerin a.D. im Auswärtigen Amt, Prof. Rita Sussmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D., Katarina Niewiedzial, Vertreterin des Berliner Senats für Integration und Emigration in Berlin, Thorsten Klute, Bevollmächtigter für Polonia in Nordrhein-Westfalen, Dr. Marek Prawda, ehemaliger Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Warschau, ehemaliger polnischer Botschafter in Berlin, Magdalena Wiążewicz vom polnischen Lehrerverband und Dr. Kamila Scholl-Mazurek vom polnischen Bundesnetzwerk für Partizipation und Soziales in Deutschland.

Die Podiumsdiskussion wurde von Cornelius Ochmann, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, moderiert.

Dem intensiven Austausch folgte eine musikalische Begleitung durch Prof. Leszek Żądło.

Am nächsten Tag fand die Eröffnungsdebatte des zweiten Kongresstages zum Thema "Neue Herausforderungen, neue Möglichkeiten" statt. "An der Eröffnungsdebatte des zweiten Kongresstages nahmen Agnieszka Siemasz-Kałuża und Grażyna Kamień-Soffker von der Bundeskonferenz Polnische Sprache und Arbeitsgemeinschaften, Joanna Maria Stolarek von der Heinrich-Boll-Stiftung in Warschau, Tomasz Klon vom Polnische Rat in Berlin, Krzysztof Blau vom polnischen Bundesnetzwerk für Partizipation und Soziales "Part of Europe" und Wiesław Lewicki vom Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland teil.

Anschließend wurden die Kongressteilnehmer zur Teilnahme an Arbeitsgruppen in vier Foren eingeladen:

Forum I - Partizipation und soziale Angelegenheiten, moderiert von Katarzyna Werth und Joanna Szymanska

Forum II - Neue Wege - Bildung - moderiert von Agniszka Siemasz-Kałuża und Grażyna Kamień-Soffker

Forum III - Forum der June Polonia  - moderiert von Tomasz Klon und Maciej Mieczkowski

Forum IV - Polonia Forum - moderiert von Wiesław Lewicki und Alexander Zając.

Nach intensiver Arbeit in den Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Postulate, deren Zusammenfassung dem gesamten Kongress präsentiert wurde und der mit einer Diskussion unter Beteiligung des Publikums endete. Es folgten eine Zusammenfassung des gesamten Kongresses und eine Präsentation der Ergebnisse und zukünftigen Impulse.

Am Ende des zweiten Kongresstages hatten die Teilnehmer das Vergnügen, an einem musikalischen Abend teilzunehmen, der von Ferdynand Domaradzki, dem Laureat des Polonicus-Preises, in seiner Reitschule in der Nähe von Berlin organisiert wurde.

Text: Anna Klimaszewska-Golan, Redakteurin des Forum Polonicum

Köln, den 03.10.2021

Medienberichterstattung:

https://www1.wdr.de/radio/cosmo/programm/sendungen/radio-po-polsku/kongres-niemieckiej-polonii-100.html

Samstag, den 30.10. gibt es als zunächst letztes Event des Weimarer Dreieck Projektes ein besonderes Konzert: die wundervolle Magda Umer ist bei uns zu Gast.

Die polnische Ikone des "literarischen Liedes" wird mit ihrem langjährigen Pianisten Wojciech Borkowski einerseits die Quintessenz ihre 50 Jahre auf der Bühne darbieten, andererseits mit uns ❤Margaux & die BANDiten spielen.

Dabei ist ebenfalls STRING ART COLOGNE! ALTES PFANDHAUS, Kartäuser Wall 20in Köln.

Weitere Infos:

www.altes-pfandhaus.de

www.margauxunddiebanditen.de

www.institutfrancais.de/koeln

Artwork: Rosa Juchniewicz

Experimente und Spiele auf Polnisch zu Themen Luft, Wasser, Erde und Feuer! Programm: SprachCafé Polnisch e.V. bietet Kindern, die zwei- oder mehrsprachig (mit Polnisch) aufwachsen, in den Herbstferien ein Programm zur Stärkung und Vertiefung ihrer Sprachkenntnisse mit wissenschaftlichen und interkulturellen Bildungselementen.

Thema: Elemente

Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren erhalten viele Sprachimpulse und entwickeln ihre Kompetenzen in Bereichen: polnische Sprache, Natur- und Weltwissen. Sie werden ihre Kenntnisse der polnischen Sprache durch aktive Teilnahme an Spielen und wissenschaftlichen Aktivitäten vertiefen.

Datum: 18.10.-22.10.2021, 9-15(17) Uhr

Ort : SprachCafé Polnisch, Schulzestr. 1, 13187 Berlin, am S-Bhf Wollankstr.

Adressaten: Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, die in Berlin leben und zweisprachig aufwachsen. Sie sollten Polnisch auf altersgerechtem Niveau beherrschen.

Leitung: Barbara Stillmark - Polonistin, Musikerin, Natur-Fan. Seit 3 Jahren leitet sie im SCP Kreatives Polnisch für Kinder und Jugendliche.

Kosten: 100,-€ einschließlich: Teilnahmegebühr für 5 Tage von 9:00 bis 15:00 Uhr, Sprachprogramm, Sprachspiele, Betreuung.

Wir freuen uns auf Eure Unterstützung mit Lebensmitteln, die für Zubereitung der Mahlzeiten für Eure Kinder verwendet werden!

Das Anmeldeformular ist auszufüllen und per E-Mail zu senden an: Barbara Stillmark – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Formular: https://sprachcafe-polnisch.org/.../Anmeldeformular-DE-09...

Seid dabei!

PS: Wir suchen noch Freiwillige, Omas und Opas, …, die uns beim SprachCamp helfen möchten - an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Zeiten. Ihr könnt uns gerne kontaktieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Im Rahmen des Projektes "Wurzeln pflegen" - mit Unterstützung der DEUTSCHEN STIFTUNG FÜR ENGAGEMENTUND EHRENAMT.

Herzlichen Dank!

 

Quartet
Polen-Quartett#3: Online-Debatte: Neuanfang oder „Weiter so“? Deutschland und Polen nach den Bundestagswahlen - am 28. September, 19:00 Uhr

Die diesjährigen Bundestagswahlen bestimmten in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen der deutschen Presselandschaft. Aber auch östlich von Oder und Neiße wurde der Wahlkampf mit großem Interesse verfolgt. Das Ende der Merkel-Ära wird in Polen mit gemischten Gefühlen beobachtet. Im Rahmen des Polen-Quartetts möchten wir darüber diskutieren, was Polen von der nächsten Bundesregierung erwarten kann, v.a. in den bilateralen Beziehungen, aber auch in zentralen für Polen relevanten Politikfeldern wie der Europa-, der Klima-, der Wirtschafts- und der Sicherheitspolitik. Unser Gast ist dieses Mal Basil Kerski vom Europäischen Solidarność-Zentrum in Danzig.

Basil Kerski, Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums, Chefredakteur des Magazins „Dialog“

Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts

Dr. Agnieszka Łada-Konefał, stv. Direktorin des Deutschen Polen-Instituts

Bastian Sendhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts

Teilnahme auf Zoom: https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_2tlwo2f0QNCfLjtpf6jsbQ (Registrierung notwendig)

You Tube live: https://www.youtube.com/user/deutschespoleninst

Mehr Informationen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Polen-Quartett

Vier Personen, ein Thema.

Über Polen.

Das Deutsche Polen-Institut hat ein neues Debatten-Format ins Leben gerufen. Im Rahmen des Polen-Quartetts diskutieren Mitarbeiter des Deutschen-Polen-Instituts mit externen Gästen über verschiedene Themen mit Polen-Bezug. Das Polen-Quartett möchte einerseits über den jeweiligen Stand der Debatte in Polen informieren und andererseits an Debatten in Deutschland anknüpfen.

Dr. Andrzej Kaluza
Deutsches Polen-Institut
Residenzschloss / Marktplatz 15
64283 Darmstadt
0049 (0) 6151-420220
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Sie können jederzeit aus dem Einladungsverteiler entfernt werden:
Bitte schreiben Sie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrte Damen und Herren, anbei sende ich Ihnen das aktualisierte Programm für die Fachtagung „Frühkindliches Lernen im deutsch-polnischen Verflechtungsraum“, die KoKoPol in Kooperation mit der Sächsischen Landesstelle für nachbarsprachige Bildung (LaNa) vom 07. bis zum 08.10.2021 am Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal organisiert. Vorgestellt und diskutiert werden Modelle und Best-Practice-Beispiele früher nachbarsprachiger Bildung aus Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie Konzepte anderer Bundesländer ohne direkte Grenzlage, jedoch mit großer Anzahl polnischer Herkunftssprachler*innen.

Die zweitägige Fachtagung ist als Arbeitstagung konzipiert und verfolgt das Ziel Bedarfe herauszuarbeiten, um daraus Ansätze für Wissenschaft und Praxis für die Weiterentwicklung des frühen Polnischlernens abzuleiten.

Dem ersten Tagungstag kann auch online über Zoom gefolgt werden.

Ihre Anmeldung zur Tagung senden Sie bitte bis spätestens 04.10.2021 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Jury des Polonicus-Preises hat beschlossen, weitere Auszeichnungen im 2021 an Persönlichkeiten zu vergeben, die für Polonia in den Kategorien Kultur und Belebung des Lebens in Polonia wichtig sind. Die Verleihung weiterer Polonicus-Preise aufgrund der wiederkehrenden Pandemiewellen im Jahr 2021 ist hybrid geplant.

Der Gewinner des Preises für seine Aktivitäten für Polonia ist Ferdynand Domaradzki, der den Landesverband der Polnische Rat in Berlin leitet. Er ist auch aktiver Landwirt und bewirtschaftet eine der größten landwirtschaftlichen Flächen Berlins. Die gesamte polnische Gemeinde in Berlin kennt ihn: Ferdynand Domaradzki inspiriert die polnische Gemeinde in Berlin seit vielen Jahren und lädt sie zu vielen wunderbaren kulturellen Veranstaltungen ein. Jeder kennt seine "Neujahrskonzerte", die jährlichen Maifeiern auf seinem Grundstück anlässlich des "Polonia Tag" oder die Herbstpicknicks nicht nur für Kinder "Lustige Wiese". Die Vermittlung der polnischen Sprache lag ihm stets am Herzen, insbesondere während seiner intensiven Arbeit für den Polnischen Schulverein "Oświata" in Berlin. Die feierliche Verleihung des Polonicus-Preises ist für September dieses Jahres im Beisein der Polonia in Berlin geplant.

Der Ehrenpreis Polonicus im Bereich Kultur für herausragende Beiträge zur polnischen Literatur in der ganzen Welt und für das Lebenswerk wurde auf Beschluss der Jury an Olga Tokarczuk verliehen.  Die polnische Schriftstellerin ist bekannt als Essayistin, Lyrikerin und Drehbuchautorin, Trägerin des Literaturnobelpreises 2018, Gewinnerin des Man Booker International Prize 2018 für ihren Roman "Bieguni" (Flüge) und zweimalige Gewinnerin des Nike Literary Award für ihre Romane: "Bieguni" im Jahr 2008 und "Księgi Jakubowe" im Jahr 2015. 2008 hatten die Polonia in Aachen sowiein  mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen auf Einladung von Polregio die Gelegenheit, Olga Tokarczuk im Rahmen der Förderung des Buches "Bieguni" auf Initiative des bekanntesten Förderers polnischer Literatur in Deutschland, des verstorbenen Dr. Albrecht Lempp, damals Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, zu treffen. Die Autorin hat die polnische Gemeinschaft in Deutschland mehrfach getroffen, z.B. auf der geplanten Buchmesse in Frankfurt oder aktuell im November dieses Jahres auf dem Kulturfestival in Bitburg, in dessen Rahmen wir Frau Olga Tokarczuk den Ehrenpreis Polonicus überreichen möchten.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass die ersten Polonicus-Preise in diesem Jahr im Juni im Krönungssaal des historischen Rathauses in Aachen verliehen wurden. In Anerkennung seiner langjährigen effektiven Zusammenarbeit mit Polonia und seines kontinuierlichen Beitrags zum deutsch-polnischen Dialog wurde der Polonicus-Ehrenpreis von Ministerpräsident Armin Laschet, einem Freund der Polen in Nordrhein-Westfalen, entgegengenommen. Mit dem Europäischen Sonderpreis Polonicus 2021 für den Senat der Republik Polen für seine Fürsorge für Polonia hat amtierende Präsident des Senats der Republik Polen, Prof. Tomasz Grodzki entgegengenommen. Auch der Polnische Weltrat bedankte sich dem Senat RP in einem Erinnerungsschreiben.

Eine kurze Geschichte des "POLONICUS"-Preises der europäische Polonia - Dieser Preis wird von der Europäischen Polonia über die Strukturen des gleichnamigen Instituts in Zusammenarbeit mit zahlreichen der EUWP (Europäische Polonia Gemeinschaft) angeschlossenen Organisationen vergeben. Seit seiner ersten Verleihung steht der Polonicus-Preis unter der Ehrenschirmherrschaft von Dr. Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen, gefolgt von Bogdan Borusewicz, Präsident des polnischen Parlaments, und derzeit Professor Tomasz Grodzki, Präsident des polnischen Parlaments. Von Anfang an wurde der Polonicus-Preis von Senatorin Barbara Borys-Damięcka, einem Mitglied des Polonicus-Preis-Kapitels, mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement unterstützt.

Fast 50 prominente Persönlichkeiten des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens aus Polen, Deutschland und ganz Europa haben diese einzigartige europäische Auszeichnung bisher erhalten. Die Polen des Westens, die den Polen Osteuropas gedenken, haben 2014 den Polonicus-Preis an Andżelica Borys verliehen, die Vorsitzende der Bund der Polen in Belarus, die derzeit inhaftiert ist und für die Wiedereinführung demokratischer Wahlen kämpft. Zu den mit dem Polonicus-Preis Ausgezeichneten gehörten Europäer aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Mehr über die Geschichte des Europäischen Preises Polonia Polonicus finden Sie auf der Website von Porta Polonica und unter www.institut-polonicus.eu.

Wiesław Lewicki

Vorsitzender des Kapitels, Europäisches Institut für Kultur und Medien Polonicus VoG

 

Fotos: Wikipedia, Private Samlung , Marta Marchlewska-Wilczak, Dariusz anka, Senatskanzlei-Land NRW / Mark Hermenau

 

Projekt finanziert durch den Verein Polregio e.V.

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

      

Schlesisches Kaleidoskop 1919-2018 - 100 Porträtfotos von Grzegorz Lityński. Ausstellung im Deutschen Polen-Institut im Rahmen des Jahresthemas „Oberschlesien“
Vernissage: Dienstag, 5. Oktober 2021, 18 Uhr

Deutsches Polen-Institut im Residenzschloss Darmstadt
6. Oktober 2021 – 31. Januar 2022
Mo-Do 10-16 Uhr / Fr 10-13 Uhr


Schlesien ist eine außergewöhnliche Region in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet zu einem Schmelztiegel verschiedener Bevölkerungsgruppen. Und auch heute, mehr als 75 Jahre nach Kriegsende, kann man die Vielfalt dieses Landes spüren. Die in Darmstadt präsentierte Ausstellung will die Vielfalt der Menschen aus Schlesien einfangen.

Das Konzept dieses Fotoprojekts war es, aus jedem Jahrgang zwischen 1919 und 2018 eine mit der Region verbundene Person festzuhalten. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, deren Leistungen wenig bekannt sind oder in Vergessenheit zu geraten drohen. An dem Projekt waren Künstler, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Sportler, Sozialarbeiter, Journalisten, Aussiedler, Lehrer, Schüler und Studenten beteiligt – allesamt Zeitzeugen, Enthusiasten, Liebhaber, Träumer, Bastler, Menschen der Tat. Jede Person „vertritt“ ein anderes Thema, eine andere Fragestellung oder Tätigkeit. Das Projekt zeigt, dass in allen Altersgruppen außergewöhnliche Geschichten schlummern, die erzählt werden wollen.

„Das Schlesische Kaleidoskop“ ist auch ein Anlass, um wichtige Fakten aus der jüngsten Geschichte in Erinnerung zu rufen ("Zeugen der Geschichte"), um die letzten lebenden Menschen zu würdigen, die sich an den Zweiten Weltkrieg, aber auch an die stalinistische Zeit oder an die Verbrechen des Kriegsrechts, erinnern.

„Das Schlesische Kaleidoskop“ ist ein Projekt von Grzegorz Lityński (Breslau/Wrocław) und wird seit 2016 durchgeführt. Seine Realisierung erforderte fast 200 Fotositzungen, mehrere tausend Kilometer Autofahrt und eine mühsame Suche nach Menschen, die zum Projekt passen. Auszüge aus dem Projekt wurden im Jahrbuch Polen 2021 Oberschlesien publiziert.
Lityński ist Dokumentarfotograf und derzeit als Leiter des Aufbaustudiums der Reise-, Reportage- und Dokumentarfotografie an der Technischen Hochschule in Kattowitz tätig. Zurzeit arbeitet Lityński an Dokumentarprojekten in Polen, Deutschland und den Vereinigten Staaten.

https://www.deutsches-polen-institut.de/jahresthema

Alicja Kmita kam 2015 nach Deutschland, nachdem sie an der Fakultät für Bildende Künste der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun einen Abschluss in Grafikdesign gemacht hatte. Davor war sie mit ihrer Mutter in Deutschland. Sie besuchte drei Jahre lang eine deutsche Grundschule, aber ihre Mutter beschloss, nach Polen zurückzukehren. In einem Interview mit "Samy Życie" spricht sie über ihre Selbstständigkeit in Deutschland.

Seit wann ist Grafikdesign Ihre Leidenschaft? Gab es eine andere Alternative in Ihrem Leben?

Ich habe schon früh angefangen zu zeichnen, und zwar mit der linken Hand. In den 1990er Jahren wurde dies als Anomalie angesehen, und so wurde mir beigebracht, mit der rechten Hand zu zeichnen. In der Grundschule habe ich einen Wettbewerb für den Schulkünstler gewonnen. Bei der Zeremonie holte ich mir eine Mini-Statuette zu den Klängen von "So come paint my world" ab - dieses Lied hat mich bis heute nicht losgelassen. Schon vor der Wahl meines Studiums wusste ich, dass ich von Grafikdesign träumte. Ich musste einen Plan B wählen, falls es nicht klappen sollte. Das war Deutsch, das ich so gut wie einen Bleistift kann.

Wie war es, Ihr eigenes Unternehmen in Deutschland zu gründen? Haben Sie irgendwelche... polnischen Komplexe gespürt?

Ich wusste nicht, wie ich über Geld sprechen sollte, über zusätzliche Kosten für Verbesserungen, für Änderungen an einem Projekt. In Polen wissen wir nicht, wie man über Geld spricht. Wenn jemand in Polen einen Preis nennt, wird er laut oder fügt unnötige "Aufpreis"-Wörter wie "hier", "nur" usw. hinzu.

Ich bin ein sensibler Mensch, ich bemerke kleine Dinge im Verhalten der Menschen, die andere nicht bemerken. Deshalb habe ich parallel zu meiner Arbeit als Grafikdesignerin begonnen, meine Gedanken und Beobachtungen immer öfter auf Instagram, Youtube und Tik Tok in Form eines Blogs und Videos zu veröffentlichen, um kreativen Gedanken und Begebenheiten aus meinem Berufsleben Ausdruck zu verleihen. Ich habe von Anfang an polnische und deutsche Kunden gehabt. Ich kann an mir selbst feststellen, dass ich entspannter bin, wenn ich mit einem deutschsprachigen Kunden arbeite. Es ist alltäglich, dass man sofort zum "Du" übergeht. Ich habe den Eindruck, dass die Beziehungen zu deutschsprachigen Kunden eher auf Distanz angelegt sind.

Was waren die Anfänge des youtube-Geschäfts? Was hat Sie dazu bewogen, Ihren eigenen Kanal zu gründen?

Ich habe mit Situationsvideos mit vorgefertigten Sätzen auf Deutsch begonnen. Am Anfang war ich sehr streng mit meinen Zuschauern. Ich würde den Finger heben und sagen: "Hör auf, polnisches Fernsehen zu schauen, mach die deutsche Playlist in deinem Auto an. Viele haben mir in den Kommentaren für diesen Anstoß gedankt, aber es gab auch eine Welle der Kritik. Die Kritik kam von einer Gruppe von Menschen, die ihre Routine und ihr bequemes, aber schwieriges Leben zwischen Polen und Deutschland nicht ändern wollen. Ich möchte meine Erfahrungen mit der polnischen Gemeinschaft teilen. Ich beobachte, dass es den Polen schwer fällt, mit ihrem Chef über eine Lohnerhöhung zu sprechen. Deshalb habe ich ein Video von einer solchen Situation aufgenommen. Schauen Sie zu, üben Sie und vereinbaren Sie einen Termin für das Gespräch.

War die Gründung eines Unternehmens in Deutschland nur der Wunsch, dem üblichen Acht-Stunden-Arbeitstag zu entkommen, oder wollten Sie sich mehr selbst verwirklichen? Fiel es Ihnen schwer, die Entscheidung zu treffen, Ihren warmen Job aufzugeben und sich "selbstständig zu machen"?

Ich hatte nicht den Mut, meinen Job selbst zu kündigen. Das Schicksal selbst blies den Wind der Veränderung. Das Unternehmen hat meinen Vertrag nicht verlängert. Ich habe das nicht als Misserfolg gesehen, sondern als Ansporn zum Handeln. Ich ging zum Arbeitsamt, wo man mir ausführlich erklärte, welche Möglichkeiten ich hatte. Und das Beste wäre die Unabhängigkeit für einen jungen Grafikdesigner. Ich erhielt Hilfe bei der Erstellung eines Geschäftsplans und Unterstützung für die ersten 6 Monate.

Während meiner letzten Monate im Büro habe ich mich bereits sehr gewissenhaft auf die Gründung meines Unternehmens vorbereitet. Ich hörte mir Podcasts an, beobachtete, was meine Konkurrenten taten, und lernte von den Besten. Das Internet ist voll von sehr wertvollem, hilfreichem und kostenlosem Wissen. Einen Monat vor dem Ende meines Arbeitsverhältnisses juckte es mir in den Fingern, die Herausforderung meines Lebens anzunehmen und mit der Werbung zu beginnen.

Wie sieht Ihr Unternehmen jetzt aus?

Ich mache Grafikdesign und Illustration. Ich entwerfe Werbematerialien (Logos, Banner, Grafiken, Visitenkarten usw.) für Unternehmer und kleine Unternehmen. Ich illustriere Titelseiten, Poster, Plakate und Porträts. Ich mag personalisierte Kunst, speziell für einen bestimmten Kunden. Für Fußballfans zeichne ich individuelle Entwürfe nach einem Foto mit dem Logo der Mannschaft und drucke sie auf Taschen, T-Shirts und Poster. Ich stecke mein ganzes Herz in jedes Projekt, damit es Aufmerksamkeit erregt. Ich möchte, dass meine Kunden mit solchen Zeichnungen vor ihren Freunden prahlen.

Was bedeutet der Begriff "Plussize" und warum ist dieses Thema für Sie von besonderem Interesse?

Übergröße bedeutet Körperfreundlichkeit. Es ist eine Bewegung, die uns daran erinnert, wie vielfältig wir sind, und uns ermutigt, unsere Körper zu akzeptieren. Es ist wichtig, sich gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben, aber wir haben uns im Streben nach den Idealen der Werbetafeln verloren. Die Plussize-Bewegung zielt darauf ab, verschiedene Formen zu normalisieren, vor allem die weiblichen Formen, denn es sind die Frauen, die am häufigsten Komplexe haben. Ich würde mir wünschen, dass die Medien mehr weibliche Formen zeigen, die man auch auf der Straße sehen kann. Frauen mit breiten Hüften, einem Bauch, ungeformten Armen oder Reifen. Das ist normal.

Ich persönlich bin 1,85 Meter groß. Ich war schon immer der Größte unter den Gleichaltrigen. Ich habe andere Proportionen als meine 1,6 m großen Freunde. Als Teenager fiel es mir schwer, das zu akzeptieren, denn die Medien zeigten nur das kleine Schönheitsschema.

Wie kommen Sie nach 3 Jahren zurecht? Es gibt viele Grafikdesigner auf dem Markt, haben Sie es geschafft, sich durchzusetzen und wie haben Sie Ihre Kunden überzeugt?

Ich bin seit 3 Jahren im Geschäft. Ich gestalte intensiv meine persönliche Marke, neue und attraktive Werbematerialien in den sozialen Medien. Mein Ziel ist es nicht, Beiträge wie "heute 30% Rabatt auf alles" zu veröffentlichen. Ich unterrichte mein Publikum. Ich höre mir an, wonach sie fragen, welche Zweifel sie haben, welche Probleme sie haben. Mit meinen Materialien beantworte ich ihre Zweifel, manchmal bringe ich sie zum Lachen, vielleicht rege ich ihre Fantasie an. Meine eigene Tätigkeit ist unendlich. Ich warte nicht, bis sie mich finden oder mich anrufen. Ich schreibe selbst Dutzende von E-Mails und Nachrichten, ich erfinde und kämpfe um jeden Auftrag. Ich beobachte den Markt, die Nachfrage und reagiere auf sie.

Was erstellen Sie derzeit und für wen?

Ich habe gerade das Premieren-Cover für die Band "Talo Gerhard" und die Illustration für den Videoclip "Herr Filak" fertiggestellt. Gestern habe ich einen Testdruck der Etiketten veröffentlicht, die ich für DVA-Naturkerzen entworfen habe. Eine Serie von "No Waste"-Kerzen, die von einer wunderbaren Frau aus meiner Gemeinde kreiert wurde. Unsere Wege trafen sich auf Instagram und so begann eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Vor kurzem habe ich für die polnische Damenbekleidungsmarke Gracja Błaszczyk Plussize-Aufkleber gezeichnet und gestaltet. Die Aufkleber finden ihren Weg in jede Sendung und verbreiten sich auf der ganzen Welt - solche Projekte, die immer "funktionieren", sind sehr erfreulich.

Wie kam es zu dem Projekt "Lass mich deine Krone richten"?

Dieser Satz wurde von jemandem vor mir erfunden. Ich, als Frau, setze seine Idee fort. Anstatt zu kritisieren, lobe ich lieber eine andere Frau. Mit vielen anderen coolen Cupcakes ermutigen wir Frauen, sich gegenseitig zu unterstützen. Anstatt zu konkurrieren, solltet ihr eure Einzigartigkeit akzeptieren und euch gegenseitig anlächeln.

Sind soziale Medien für Ihr Unternehmen hilfreich?

Dank der sozialen Medien kann ich schnell eine große Anzahl von Menschen erreichen, ihre Meinung einholen und eine Zielgruppe finden. Es ist immer noch ein wachsendes, unterschätztes Potenzial.

Für wen entwerfen Sie normalerweise?

Ich würde sagen, hauptsächlich für Frauen. Ich unterstütze gerne kleine Frauenunternehmen. Illustration individueller Logos für die Schönheits- und Modeindustrie. Kreative Frauen ins Rampenlicht ihres Geschäfts zu stellen. Ich ermutige jede Frau, ein gezeichnetes Logo zu haben, das sie von ihrer besten Seite zeigt und ihre Leistungen präsentiert.

Wie sehen Sie die Polen in Deutschland?

Viele fühlen sich in ihrer warmen, sicheren polnischen Umgebung wohl. Sie vergessen, dass es für sie schwierig sein wird, einen besseren Job zu bekommen, eine Gehaltserhöhung zu erhalten, sich zu integrieren und ihre Familie hierher zu holen, wenn sie in ihrer Komfortzone bleiben, ohne ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich erinnere mich an meine Mutter, als sie zum ersten Mal mit mir nach Deutschland kam. Es war nicht leicht für sie. Heute bin ich also ein aktiver Teil unserer polnischen Gemeinschaft. Ich informiere, teile mein Wissen und motiviere zu Veränderungen.

Was bereitet Ihnen die meiste Freude im Leben?

Zeichnen, aktive Zeit mit meinem Partner Emanuel in der Natur verbringen, Videos drehen, tanzen und porträtieren. Ich habe viele Leidenschaften, ich lasse sie sich entwickeln, das macht mir Freude.

Denken Sie darüber nach, nach Polen zurückzukommen?

Im Moment fühle ich mich hier wohl, aber ich bin offen für den Wind der Veränderung. Sie können jederzeit nach Polen zurückkommen. Aber gerade jetzt nutzen wir die wertvollen Erfahrungen und die Entwicklung im Ausland. Wir werden durch diesen Austausch und die Herausforderungen reicher.

Ich danke Ihnen für die Einladung zum Gespräch.

Interview mit Leonard Paszek

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Alicja Kmita

Grafische Gestaltung

 

0176/ 21691417

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Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden Sie herzlich zur Online-Diskussion Auf dem Weg zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen ein, die, wie angekündigt, am Mittwoch, den 1.9.2021, um 18 Uhr stattfindet.

WICHTIGES UPDATE:
Die offizielle Vorstellung des Konzepts für den geplanten Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen durch den Bundesminister des Auswärtigen Amtes wurde aufgrund der außenpolitischen Entwicklungen in Afghanistan auf einen späteren Termin verlegt und wird nicht am 30.8.2021 stattfinden können. Diese Verschiebung wirkt sich inhaltlich auf die von uns geplante Online-Diskussion aus, die die Debatte um das Konzept für den geplanten Ort einleiten sollte. Wir möchten dennoch den gedenkwürdigen 1. September dafür nutzen, die im Bundestagsbeschluss herausgehobenen Themenbereiche des künftigen Ortes - „Erinnern und Gedenken" sowie „Bildung und Begegnung" - mit Fachleuten der bilateralen und erinnerungskulturellen Zusammenarbeit öffentlich zu diskutieren.
Die Diskussion wird auf Deutsch und Polnisch mit Simultanübersetzung stattfinden.
Folgen Sie der Diskussion und stellen Sie Ihre Fragen an die Diskussionsteilnehmenden auf dem YouTube-Kanal des DPI:
https://youtu.be/hfOiNykspow (DEUTSCH) oder https://youtu.be/OId-WigKe4w (POLNISCH).
Im Anhang finden Sie die zweisprachige Einladung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andrzej Kaluza

Sie ist Schauspielerin mit Leib und Seele, aus Berufung und Liebe. Sie war eine der besten Studentinnen ihres Jahrgangs und schloss ihr Studium an der Theater- und Filmhochschule in Łódź mit Auszeichnung ab. "Ich habe den Unterschied zwischen der Schule und der Realität fast sofort zu spüren bekommen", sagt Joanna Stanecka mit einem Lächeln.

Sie begann ihre Arbeit im berühmten Warschauer Theater "Rozmaitości", wo sie mit bekannten Regisseuren zusammenarbeitete, in dem populären Film "Awantura o Basię" mitspielte und die beruflichen Perspektiven schienen viel versprechend zu sein. Auf die Frage, warum also sie sich entschlossen hat, Polen zu verlassen, ausgerechnet mit einem Beruf in dem Sprache und Akzent eine extrem wichtige Rolle spielen, antwortete sie: "Die Liebe hat mich nach Deutschland geführt“. Um das klarzustellen, nicht an einen Deutschen, sondern an einen polnischen Opernsänger, der im Jahr 2000 samt ganzen Familie aus beruflichen Gründen nach Dresden zog. "Die beruflichen Ambitionen mussten also vorerst zurückgestellt werden. Neben der Anpassung an das neue Land, dem Erlernen der Sprache und der deutschen Realität, gab es auch die Pflichten einer Mutter und Ehefrau, so dass die Träume von der Schauspielerei verschoben werden mussten. Aber nur vershoben!“, sagt Joanna Stanecka Sie setzte ihr Talent in ihrer Familie ein, in den Zimmern der Kinder, denen sie polnische Märchen und Gedichte vorlas, Showaufführungen organisierte und alles tat, damit sie zweisprachig aufwuchsen und ihre Wurzeln nicht vergaßen.

 

"Ich habe meinen Plan, auf die Bühne zurückzukehren, nie aufgegeben und wusste, dass er eines Tages in Erfüllung gehen würde", sagt Joanna Stanecka und fügt hinzu: "Es ist nur so, dass die Zeit hier eine große Rolle spielt. Aufgrund der beruflichen Veränderungen meines Mannes zogen wir oft um, und es war schwierig, sich mit einem Theater oder einer Schauspielgruppe für längere Zeit zu binden. Als ihre drei Söhne fast erwachsen wurden, beschloss sie, sich an einem Monodrama zu versuchen. Sie schrieb selbst ein Stück (und zwar in englischer Sprache!) mit dem Titel "My Farm" und erklärte sich bereit, es selbst auf dem größten Monodrama-Festival in New York aufzuführen. "Ich dachte, wenn ich schon falle, dann vom hohen Ross. Es mag nicht die beste Idee gewesen sein, aber es war meine..." sagt sie mit einem Lächeln.

"Die Fremde" von Maria Kuncewiczowa wurde ihr erstes Vorzeigestück. Sie trägt es auf Deutsch und mit polnischem Akzent vor. "Das Thema des Stücks rechtfertigt Unvollkommenheiten der Sprache und klingt sogar natürlicher als ein perfekter Akzent. Durch die Arbeit und die Aufführungen fühlte ich mich immer sicherer in der deutschen Sprache", erklärt Joanna Stanecka. Sie reiste mit der Aufführung fast durch ganz Deutschland und Österreich und die Reaktion des Publikums beflügelte sie: Ein weiteres Monodrama war „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“, der weißrussischen Nobelpreisträgerin Swetlana Alexandrowna Alexsjewitsch. Das Stück, das die Geschichte junger Soldatinnen der Roten Armee und die Konfrontation ihres Idealismus und Patriotismus mit der Realität des Krieges erzählt, hinterließ einen unglaublichen Eindruck. Die Uraufführung fand im ZEITMAULtheater in Bochum statt und führte zu einer dauerhaften Zusammenarbeit mit diesem Theater.

Der nächste Schritt war eine Komödie im Monodrama, die Übersetzung des bereits erwähnten Stücks von Joanna Staneckaj, „My Farm“ ("Mein Bauernhof)", ins Polnische und die Premiere am ZEITMAULtheater. Die selbstironische und urkomische Inszenierung ist eine Art Parsiflage des Familienlebens der Schauspielerin, wobei betont wird, dass jede Ähnlichkeit mit realen Personen absolut ausgeschlossen ist… Das Stück wurde auch in Polen aufgeführt und löste dort schallendes Gelächter und Bewunderung für die Kreativität der Schauspielerin aus.

Dann kamen die ersten Filmangebote. Joanna Stanecka spielte unter anderem in der berühmten deutschen Krimiserie "Telefon 110" und in den beliebten polnischen Serien "Na Wspólnej" und "M jak Miłość", im Film "Wild Republic" usw.

Dann kam die Zeit der Musik: Joanna Stanecka schrieb ein Stück zu Ehren der berühmten Schauspielerin Marlene Dietrich mit dem Titel. "Marlenka". Der erste Teil der Inszenierung war sowohl in Deutschland als auch in Polen so erfolgreich, dass die Schauspielerin während des „Lockdawns“ wegen der Pandemie beschloss, einen zweiten Teil der Show zu kreieren und ihm den Titel "Twilight Angel – Die Lieder von Friedrich Hollaender" gab.

Eine Rückkehr zur monodramatischen Komödie ist ihr Stück "Provinzschauspielerin", das mit Selbstironie und Augenzwinkern die Irrungen und Wirrungen des Schauspielerlebens beschreibt. Diese Produktionen brachten ihr die Auszeichnung "Goldene Eule" des Polnischen Intelligenzclubs, der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien und der Zeitschrift "Jupiter" zur Förderung der polnischen Kultur ein. Darüber hinaus wurde ein weiteres Talent der Schauspielerin enthüllt. Seit einigen Jahren malt Joanna Stanecka Bilder, die sich großer Beliebtheit erfreuen. "Ich wollte immer malen, aber mein Temperament hat mich dazu gebracht, doch die Theaterschule zu wählen", erklärt sie.

Zur Zeit bereitet sie ein Theaterstück über Agnieszka Osiecka vor. "Ich habe großartige Übersetzungen der Texte von Hans Georg Njemz und ich möchte, dass Osieckas Ruhm nicht nur auf Polen beschränkt bleibt", sagt Joanna Stanecka. Auf der Bühne des Schauspielhauses in Düsseldorf und des Theaters in Köln spielt sie in dem Stück "Ernte? Hilfe!" Sie hat noch viele Ideen und Themen. Und auf die Frage nach ihrem größten schauspielerischen Traum antwortet sie mit einem Augenzwinkern: "Ich würde gerne eine unausgeglichene, aber temperamentvolle Frau spielen, zum Beispiel in einem Kostümfilm aus der Barockzeit".

Roma Stacherska-Jung

www.joanna-stanecka.eu

Mehr als fünf Wochen nach dem schlimmsten Hochwasser in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands benötigen die Betroffenen noch immer dringend Unterstützung. Die in Deutschland lebenden Polen haben in einer spontanen Aktion beschlossen, ihren eigenen "Anteil" beizusteuern und sich an der umfangreichen Hilfsaktion zu beteiligen, indem sie ein großes polnisch-deutsches Benefizkonzert in Oberhausen im Restaurant "Gdanska“ („Danzig") organisieren.

"Nachdem ich in unserem völlig trockenen Oberhausen in den Medien gehört und gesehen habe, was passiert ist, habe ich beschlossen, alle meine Freunde anzurufen, die in den betroffenen Gebieten leben. Es stellte sich heraus, dass einige von ihnen mitten in der Katastrophe steckten. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und dachte nur daran, was ich tun könnte", sagt Joanna Duda-Murowski, eine polnische Dichterin mit einem beachtlichen literarischen Werk und Mitorganisatorin der polnischen Kultur im Ruhrgebiet. "Schon am Morgengrauen wusste ich, dass ich andere Polen um Unterstützung bitten werde, und am Morgen startete ich eine spontane Telefonaktion", fügt sie hinzu.

Ihr erster Gesprächspartner war Czesław Gołębiewski, der Besitzer des Restaurants "Gdańska" in Oberhausen, das nicht nur für sein Essen, sondern vor allem für seine Kulturförderung bekannt ist. Sie fand ihn im Urlaub, aber er reagierte sofort und sagte kurz und knapp: "Ich bin dabei". Dann rief sie einen polnischen Künstler und Musiker nach dem anderen an, die sie in Deutschland kannte. Trotz der Ferienzeit meldeten sich alle, die gefragt wurden, freiwillig zur Teilnahme, und Elo Badura, ein bekannter polnischer Gitarrist, erklärte sogar, dass er seinen Urlaub verkürzen würde, um pro bono für die Flutopfer zu spielen.

"Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die weit weg von Deutschland im Urlaub waren. Niemand hat nein gesagt. Ihre Spontanität und der tiefe Wunsch zu helfen, haben mich beflügelt", sagt Joanna Duda-Murowski und fügt hinzu: "Zwei Malerinnen, Kinga Burgsmüller und Alexandra Kulik, haben sofort je zwei ihrer eigenen Bilder für die Auktion gespendet."

Bei einem Treffen mit Czesław und Maria Gołębiewski im Zusammenhang mit der Gestaltung der Veranstaltung im Restaurant "Gdańska", stellte sich jedoch heraus, dass der Termin des Konzerts verschoben werden musste, da es die Vorschriften nicht zulassen, spontan eine Versammlung durchzuführen und Geld an die Flutopfer zu schicken. Neben der Organisation des Konzerts sind ein Konto, Genehmigungen und eine Reihe von bürokratischen Anforderungen zu erfüllen. "Ich übernehme das selbst", erklärte der Besitzer von "Gdanska" und machte sich an die Arbeit.

"Zu den polnischen Musikern gesellten sich deutsche Bands, und es wurde international, so dass wir beschlossen haben, die Veranstaltung zweisprachig zu gestalten und das Geld nicht nur für Polen, sondern für alle Flutopfer unabhängig von ihrer Nationalität zu spenden", sagt Joanna Duda-Murowski stolz. Das Szenario der Aufführungen ist bereits vorbereitet, die Plakate sind gedruckt, die Anforderungen sind erfüllt. Ola Stegh, eine Sängerin, Dichterin, Malerin und Künstlerin, die zu den Opfern der Katastrophe gehört, hat ein Video über die Verwüstungen gedreht, die die Flut in ihrem eigenen Haus angerichtet hat, und darüber, wie sie ihr eigenes Atelier- und Aufnahmestudio zerstört hat, in dem sie ihr nächstes Album aufnehmen wollte. Und der Moderator Eligiusz Plichta, Redakteur der polnischsprachigen Internetsendung bei Radio Darmstadt, bereitete Interviews mit Polen von den Orten der größten Verwüstung vor, d.h. kurze Geschichten von Opfern und Helfern.

"Die Spontanität, Reaktionsschnelligkeit und das Engagement so vieler wunderbarer Menschen und vor allem ihre große Solidarität haben mich völlig Überrascht. - sagt Joanna Duda Murowski. "Das Problem bleibt jedoch die Pandemie und die steigende Zahl der Infektionen in unserem Gebiet. Deshalb verfolgen wir die Berichte mit Sorge und Angst und warten auf die notwendigen Genehmigungen".

 

Roma Stacherska-Jung

Das "Pol-Cafe" lädt am Sonntag, den 22. August von 14.00 bis 17.00 Uhr zum "Polonia-Picknick für Große und Kleine" auf der Wiese ein: Picknickwiese Heisswald, Weg Zur Platte 71, 45133 Essen.

Weitere Informationen: Leonrd Paszek 0157 3427 1131

 

Auf der Grundlage deutscher, polnischer und französischer Gedichte entstanden nach dem Konzept von Margaux Kier Choreografien von drei herausragenden zeitgenössischen Tänzern: Chrystel Guillebeaud aus Wuppertal, Kasia Ustowska aus Sopot und Isabelle Dufau aus Paris. Die Künstler kommen aus Deutschland, Polen und Frankreich, Guillebeaud tanzte in der Kompanie von Pina Bausch, Ustowska ist im "Ensemble Dada von Bzdülöw" aus Danzig und Dufau in der "Compagnie L'eclat des gestes". Sie werden mit Jazzmusikern aus Köln zusammenarbeiten. Das Ergebnis ist eine besondere Übersetzung dieser drei Sprachen, der Gefühle, Gedanken und Stimmungen in die universelle Sprache des Körpers, der improvisierten Musik und der gekonnten Rezitation. Eine Aufführung bei Sonnenuntergang vor der Kulisse der Skulpturen von Odo Rumpf in der wilden, paradiesischen Realität des Odon-Gartens kann nur magisch sein! Sie sind herzlich willkommen! - Gedichte von Wislawa Szymborska, Marguerite Duras, Monika Rinck und Zagajewski.

"Au féminin" oder eine Frauensache - Frauen über Frauen - die Eröffnung von Werken, die sich zwischen Realismus und Abstraktion bewegen. Sie erreichen mit Leichtigkeit ihre eigene charakteristische Technik, mit einem starken und doch sensiblen Ausdruck. Gleichzeitig haben sie eine interessante Botschaft und erinnern an wichtige Frauengestalten verschiedener Epochen.

Rosa Juchniewicz - Grafikerin, Malerin und Illustratorin, Absolventin der Akademie der Schönen Künste in Gdansk. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst sowohl Grafiken und Zeichnungen als auch Malerei und Illustrationen. Ihre Werke, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind im Grenzbereich zwischen Malerei, Zeichnung und Grafik entstanden. Ihre eigene Technik, das formale Spiel mit den künstlerischen Mitteln und der tiefe Ausdruck der eigenen Gefühle schaffen eine intensive Atmosphäre in ihren Bildern.

Martine Meeting-Peyre hat in Polen und Deutschland zahlreiche Auszeichnungen für ihre grafischen Arbeiten erhalten.

Margaux Kier

 

Er stammt aus Łódź, schloss sein Studium in Wrocław ab, machte aber seine ersten beruflichen Schritte in Deutschland. Im Jahr 2009 wurde er in das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf aufgenommen. Nach zwei Jahren wurde ihm eine Stelle als Solist angeboten.

Trotz seines jungen Alters kann Łukasz Konieczny bereits eine beeindruckende Karriere und Erfolge vorweisen. Seine Stimme - der tiefstmögliche Bass, "basso serioso" genannt - erklang in großen und bekannten Opernhäusern wie der Semperoper in Dresden, der Hamburger Oper, Dubai, Toulouse usw. Er trat an der Nationaloper in Warschau auf. An der Warschauer Nationaloper trat er als jüngster Interpret in der Geschichte der Oper mit der Rolle des Skołuba in der "Unabhängigkeits"-Inszenierung von Stanislaw Moniuszkos "Spukhaus" unter der Regie von David Pountney auf und hinterließ mit seiner "Arie mit Uhr" einen großen Eindruck. Auf der Bühne der Münchner Oper sang er mit Placido Domingo, einem der berühmtesten Tenöre der Welt. Auch der Auftritt in Reinsberg, Österreich, in der Oper "Acis und Galeta" unter der Regie von Michael Sturminger, bei dem er John Malkovich kennenlernte, ist für ihn sehr wichtig in seinem Leben.

An seiner Heimatbühne, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg, hat er bereits fast alle für Bässe vorgesehenen Partien interpretiert und über fünfzig von ihnen gemeistert. Es ist typisch für Opernbässe, dass sie in die Rollen älterer Männer schlüpfen: Priester, Väter, Verbrecher und Schurken. Łukasz Konieczny mag diese Rollen jedoch sehr gerne: "Die Vorbereitung auf eine solche Rolle regt die schauspielerische Fantasie an. Einer meiner Favoriten ist zum Beispiel Sparafucile in Giuseppe Verdis Oper 'Rigoletto'", sagt er. Ein großer Traum von Lukasz Konieczny war es, in Richard Wagners "Ring des Nibelungen" mitzuwirken, der sich auf der Bühne der Deutschen Oper am Rhein erfüllte, wo er erfolgreich die Rollen des Fafner in "Rheingold" und "Siegfried" sowie des Hunding in der Oper "Die Walküre" gestaltete.

Auch die zeitgenössische Musik spielt in Łukasz Koniecznys künstlerischem Leben eine wichtige Rolle. "Die berühmte Inszenierung von Thomas Manns "Der Zauberberg" mit der Musik von Paweł Mykietyn unter der Regie von Andrzej Chyra ist sicherlich eines der großen Ereignisse", sagt Łukasz Konieczny und fügt hinzu: "Erwähnenswert ist auch meine Teilnahme an der Weltpremiere der Oper 'ahat'ili - Schwester der Götter' mit dem Libretto der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk und der Musik von Alek Nowak, die mit dem Fryderyk-Preis ausgezeichnet wurde, sowie die Aufführung mit dem Titel 'Herr Thaddaeus'. (d.h. Anrufung aus "Pan Tadeusz") in deutscher Sprache mit Musik von Paweł Mykietyn. Darüber hinaus organisiert und beteiligt sich Łukasz Konieczny an verschiedenen Projekten und Konzerten. Er präsentiert Werke von Moniuszko, Chopin, Beethoven und anderen, wobei er das Szenario und die Aufführung oft selbst vorbereitet. Einer seiner jüngsten Auftritte war das "Konzert für Gesang und Orgel" im Juli in Mönchengladbach, bei dem er Ludwig van Beethovens "6 Lieder von Gellert" interpretierte und Geld für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und der Pfalz spendete.

Łukasz Konieczny ist der jüngere Bruder des berühmten Opernsängers Tomasz Konieczny, einem Bariton, der an den berühmtesten Opernhäusern der Welt aufgetreten ist und als einer der absolut Besten der Opernwelt gilt. Zwischen den Brüdern gibt es jedoch keine erbitterte Rivalität, jeder von ihnen geht seinen eigenen künstlerischen Weg. Sie haben sich bisher nur zweimal auf der Bühne getroffen, aber es gibt bereits Projekte für gemeinsame Auftritte.

Łukasz Konieczny arbeitet seit zwei Jahren als selbständiger Solist und ist noch häufiger auf Reisen. Auch seine beruflichen Wege führen ihn oft nach Polen. Er sagt, dass er gerne dort arbeitet und einer der Gründe dafür die große Kreativität und Offenheit auf den Bühnen in Polen ist, wo man nicht akribisch auf die Zeit schaut, sondern neue Ideen und Lösungen ausprobiert.

Auf die Frage nach seinen beruflichen Träumen antwortet er mit einem Lächeln: "Das Wichtigste ist, dass sich alles wieder normalisiert und dass die Opernbühnen funktionieren. Ich würde gerne die Rolle des Gremino in der Oper 'Eugen Onegin' von Pjotr Tschaikowsky spielen, aber da die Oper mein Leben ist, nehme ich alle interessanten Rollen gerne an und spiele sie mit größter Freude."

Nun stehen wieder Polen und die wegen der Pandemie überfälligen Premieren in Danzig ("Fidelio") und Warschau ("La Bohème") sowie "Caio Fabbricio" im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle auf dem Plan. Aber nichts lässt sich vorhersagen. "Die Pandemie hat die ganze Welt hart getroffen, aber eine der am stärksten betroffenen Gruppen sind Künstler und Kulturschaffende. Es hat meine Perspektive und die Art und Weise, wie ich mein Berufsleben betrachte, dramatisch verändert. Ich liebe, was ich tue, und deshalb ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und trotz der Einschränkungen aktiv zu sein. Zum Glück kommen immer wieder neue Vorschläge, und wir müssen uns an die neuen Bedingungen anpassen", sagt Łukasz Konieczny.

Roma Stacherska-Jung

Die Pandemie brachte das kulturelle Leben Polens für fast zwei Jahre zum Erliegen. In jüngster Zeit, als weitere Einschränkungen wegfielen, wurden Ausflüge und Begegnungen mit dem Ziel der Integration der polnischen Gemeinschaft organisiert. Nach Fahrradrallyes und dem Erklimmen der Tetraeder- und Hanielhalde in Bottrop ist es Zeit für eine Portion Kultur. Kasia Lorenc von der Neuen Galerie Gladbeck lud uns ein, eine Ausstellung mit Bildern von Simone Lucas zu besuchen, die in Neuss lebt und arbeitet. Die Künstlerin erschafft mystische und geheimnisvolle Welten, die Erinnerungen und Assoziationen wecken, aber wenig mit der Realität zu tun haben. Die Protagonisten ihrer Bilder sind vor allem junge Frauen und Kinder an der Schwelle zum Erwachsensein in einer Umgebung ohne Zeit und Raum.

Mehr als 30 Personen folgten der Einladung und wollten den Freitagnachmittag des 16. Juli außerhalb ihrer vier Wände verbringen und andere Menschen treffen. Kasia Lorenc sprach auf Polnisch über die Gemälde sowie über die Geschichte und die Grundsätze der Galerie und ihre Aktivitäten im Integrationsrat in Essen. Nach der Besichtigung diskutierten die Teilnehmer traditionell bei einem Bier und Kaffee über ihre alltäglichen Angelegenheiten.

Bei solchen Ausflügen kann man nicht nur neue Freunde treffen, sondern auch interessante Orte besuchen.

Leonard Paszek

Anfang September in St. Marienthal in Sachsen: Reifende Äpfel, rauschende Neiße, die spätsommerliche Sonne im Garten der Bibelpflanzen. In nur einer Woche können Sie hier Ihre Herkunftssprache Polnisch auf ein akademisches Niveau bringen, neue Bekanntschaften schließen und für das neue Semester aufladen. Das Angebot (30 Unterrichtsstunden, ein spannendes Abendprogramm, 5 Übernachtungen und Vollverpflegung) steht Studierenden aller Fächer gebührenfrei zur Verfügung.

Warum

Die wenigsten deutschen Hochschulen bieten spezielle Polnisch-Förderkurse für Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache an. Diese Studierenden besuchen folglich die regulären Polnisch-als-Fremdsprache-Kurse, deren Programme nicht auf den Bedarf dieser Studierendengruppe ausgerichtet sind. Solche Kurse bieten herkunftssprachigen Studierenden keine Instrumente zur Pflege ihrer bilingualen sprachlichen Identität (vgl. Art. 20(1) des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags).

Polski jest fajny! Foto: KoKoPol

Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache können von einem maßgeschneiderten Angebot mehrfach profitieren: Ihr Polnisch kann aus dem Bereich Familie/Umgangssprache/Alltagspragmatik in den Bereich Bildung/Beruf überführt werden, gleichzeitig kann ihre biographische Verbindung mit Polen und die Einwanderungssituation der Familie eine Aufwertung im Sinne der europäischen Freizügigkeit und Mehrsprachigkeit erfahren.

Unser Angebot verfolgt folgende Ziele:

  • Stärkung des Sprachbewusstseins bzgl. des polnischen Sprachsystems (language awareness);
  • Schriftsprachliche Schulung und studienfachbezogene Translationsübungen;
  • Gezielte Förderung des Erwerbs von Lexik aus den Bereichen Bildung/Hochkultur;
  • Aufbau einer „komparatistischen Intuition“;
  • Entwicklung der Kompetenz zur Selbstkorrektur;
  • Reflexion über die Unterschiede im Spracherwerb durch familiäres Umfeld und formellen Unterricht;
  • Diskussion über Fragen der Migration und Mehrsprachigkeit und die Geschichte und Gegenwart der Polonia in Deutschland;
  • Projektarbeit mit sprachlicher (Auto-)Kontrolle (Abendaktivitäten): Gemeinsames Kochen, Powerpoint-Präsentationen auf Polnisch zu eigenem Studienfach, Gestalten eines Leseabends, Vorstellen von Filmen und anderen Artefakten der polnischen Kultur, Herstellen von Kurzfilmen für Soziale Medien etc.

Programm s. Spätsommerakademie für Studierende mit Herkunftssprache Polnisch - KoKoPol Kompetenz- und Koordinationszentrum Polnisch

Methoden

Die Maßnahme kombiniert den kognitiven (Sprachreflexion) und handlungsorientierten Ansatz (individuelle Aufgaben, Kleingruppen- und Projektarbeit) und folgt dem Grundsatz des autonomen Lernens. Teilenhmer*innen erfahren Polnisch als Herkunftssprache als Mittel zur Verständigung über berufs- und bildungsorientierte Themen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Kompetenz zur Selbstkorrektur.

KoKoPol

 

 

Kongres Lewicki

Im September dieses Jahres veranstaltet der "Konvent polnischer Organisationen in Deutschland" zum fünften Mal einen Kongress der Polnischen Organisationen, an dem auch das Junge Polonia-Forum teilnimmt. Wie schon beim IV. Kongress 2019 in Bonn laden wir die "Junge Polonia" ein, die sich stark für die Integrationsprozesse in Deutschland und der Europäischen Union engagiert.
Der diesjährige Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrages von 1991 veranlasst uns, über den Wandel und die Beteiligung der polnischen Gemeinschaft in Deutschland nachzudenken, weshalb das Motto des "Von der Migration über die Integration zur vollen Teilhabe". 30 Jahre Deutsch-Polnischer Vertrag, 30 Jahre Migration. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Pole* heute?".
Ziel des V. Kongresses in Berlin ist es, die Errungenschaften der polnischen Präsenz in Deutschland im Hinblick auf die vertraglichen Regelungen zu reflektieren und junge Europäer polnischer Abstammung weiter für die europäische Integration in ihrem Wohnsitzland zu motivieren. Während des diesjährigen Treffens werden die Teilnehmer Fragen im Zusammenhang mit der Beteiligung junger Polen am EU-Integrationsprozess, der Vernetzung Polens im Rahmen der "Koalition für Polen" und der Aktivität und Verbreitung guter Beispiele für die Präsenz junger Menschen im kulturellen, bürgerlichen und ökologischen Alltag diskutieren.
Veranstaltungsort für den "V. Kongress" im September ist das Tagungszentrum des Mercure Hotels MOA und der Vertretung des Landes Nordrhien Westfallen beim Bund. Die Organisation des "V. Kongresses" während der Wachstumsphase der Covid 19-Pandemie ist eine Herausforderung für die Organisatoren und wirkt sich unmittelbar auf die begrenzte Teilnehmerzahl aus. Daher rechnen wir mit einer umfangreichen Berichterstattung in den Medien. Wir gehen daher davon aus, dass die Medien auf unserer Website ausführlich über den V. Kongress berichten werden. Die Organisation des Kongresses wird an den zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienekongress gegen Pandemie Covid 19 angepasst.
Erinnern wir uns an die früheren Kongresse der Polnischen Organisationen, die vom Konvent organisiert wurden: "I. Kongress" fand im Dezember 2012 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin statt, "II. Kongress" im Oktober 2014 im Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, "III. Kongress" wiederum in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin. 2019 fand der IV. Kongress von "Young Polonia" im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn unter dem Motto: "Junge Polen und polnische Frauen im Dienste der Integrationsprozesse in der Europäischen Union" statt.
Der V. Kongress wird wie die vorangegangenen vom Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland in Zusammenarbeit mit polnischen Organisationen organisiert und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Kinder, Familie, Migranten und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit kofinanziert.
Wir freuen uns schon jetzt auf unseren gemeinsamen "V. Kongress" in Form von interessanten Diskussionen und innovativen Impulsen für unsere europäische POLONIA!
Wiesław Lewicki

P.S. Um die Gedanken der vorangegangenen "Kongresse polnischer Organisationen in Deutschland" fortzusetzen, erinnern wir an die Dokumente, die auf dem letzten "IV. Kongress der Jungen Polonia" in Bonn 2019 erarbeitet wurden:

 

Abschlusserklärung zum Kongress der Jungen Polonia in Bonn vom 4. - 6. Oktober 2019

Dokument końcowy Kongresu Młodej Polonii w Bonn w dniach 4 – 6 października 2019 r.

Die verspätete sechste Auflage des Stettiner Theaterfrühlings, der am 10. und 11. Juli von der Stettiner Niederlassung des polnischen Schriftstellerverbandes organisiert wird, hat zum ersten Mal einen internationalen Charakter. Bisher stand die Veranstaltung unter dem Motto "Von der Tatra bis zur Ostsee", doch in diesem Jahr wurde sie dank der Bemühungen der polnisch-deutschen Schriftstellerin Danuta Romana Słowik zusätzlich "Von der Oder bis zum Rhein" genannt. Auf Einladung des Vereins nahmen auch Dichter aus Deutschland an der Veranstaltung und den damit verbundenen Dichterwettbewerben teil. Beim gesamtpolnischen J. Bursewicz-Gedichtwettbewerb "Für die goldene Metapher" wurden von 181 teilnehmenden Dichtern die Gedichte von Joanna Duda Murowska ausgezeichnet, während beim Wettbewerb "Ein Gedicht" das Gedicht "Heimtraum" von Leonard Paszek prämiert wurde. Weitere Dichter, die an der Veranstaltung teilnahmen, waren: Anna Wiencek aus Dortmund und Piotr Gabriel Skorupa aus Gelsenkirchen.

Aufgrund der Pandemie-Situation fand das Turnier als Hybridturnier statt. Einige Dichter trugen ihre Gedichte im wirklichen Leben vor, andere präsentierten sie online.

Das Finale des Poetischen Frühlings fand im Różanka-Rosengarten in Szczecin statt und wurde von einer Musik- und Gedichtshow begleitet. Die Organisation der gesamten Veranstaltung lag in den Händen von Major Leszek Dembek, einem Schriftsteller, Dichter und Vorsitzenden der Sektion.

Der Stettiner Zweig der Polnischen Literarischen Gesellschaft wurde bereits 1951 gegründet, erlebte aber eine schwierige gesellschaftspolitische Zeit bis 1989. Obwohl es viele Aktivitäten literarischer Art gab, war ihr Hintergrund manchmal ideologischer Natur. Gegenwärtig hat die Sektion sechzehn Mitglieder, darunter Prosaautoren, Dichter, Dramatiker, Essayisten, Drehbuchautoren und Übersetzer, sowie zahlreiche Kandidaten und Unterstützer. Um Mitglied zu werden, benötigen Sie drei eigene Veröffentlichungen und eine Empfehlung.

Die Idee des Poesie-Frühlings ist es, das Lesen, Schreiben, Veröffentlichen und Lehren von Poesie zu fördern und das poetische Schaffen zu popularisieren, wobei der Schwerpunkt auf regionalen Autoren liegt.

Text: Leonard Paszek

Foto: Janusz Słowik

Im vergangenen Jahr musste die Preisverleihungsgala "Polonicus" - wie viele andere Veranstaltungen - abgesagt werden. Die Zeremonie im Krönungssaal Karls des Großen im historischen Rathaus von Aachen fand erst am 28. Juni statt - mit den von der Pandemie diktierten Regeln und Vorsichtsmaßnahmen.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der CDU/CSU, erhielt aus Hnden von Prof. Tomasz Grodzki, Präsident des Senats der Republik Polen, den Sonderpreis "Polonicus" für sein langjähriges Engagement für Polonia in Deutschland und seinen kontinuierlichen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog.

- sagte Papst Johannes Paul II: Europa muss mit beiden Lungenflügeln atmen, nicht nur mit dem westlichen - mahnte Premierminister Laschet. - Veränderungen müssen immer von beiden Seiten kommen. Ich glaube, dass wir eine Annäherung zwischen Deutschland und Polen brauchen. Wir haben beim Wiederaufbau Nord- und Südeuropas zusammengehalten. Und jetzt müssen wir die Unterschiede und Spannungen zwischen dem Osten und dem Westen Europas überbrücken. Hier ist Polen als unser großer Nachbar sehr wichtig, damit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und alle unsere gemeinsamen Prinzipien dort umgesetzt werden.

In seiner Rede sagte Herr Laschet, dass man in Bezug auf Polen sensibel sein müsse, wenn es um die Annäherung zwischen Deutschland und Russland geht, aber gleichzeitig befürwortet er den Abschluss des Baus von Nordstream 2. Sind diese beiden Aussagen nicht widersprüchlich?

- Nein, denn wir beziehen unser Gas bereits aus Russland. Das ist schon seit 50 Jahren der Fall. Selbst während des Kalten Krieges kaufte Westdeutschland Gas von der Sowjetunion, und trotz der Konflikte und des Wettrüstens hat die Gasversorgung immer funktioniert.

Was aber, wenn Laschet als Bundeskanzler die Pipeline stoppen würde und sie zu einer politischen Waffe würde, würde das einen starken Eingriff in die wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeuten?

- Wenn es Nordstream 2 nicht gegeben hätte und Russland die Pipeline durch die Ukraine als politische Erpressung gegen uns eingesetzt hätte, wären wir in der gleichen Situation gewesen. Es muss sichergestellt werden, dass die Länder keine wirtschaftliche Erpressung betreiben. Ob die Gasmoleküle auf dem Landweg oder über eine Offshore-Pipeline zu uns gelangen, spielt dabei keine Rolle.

Würde er, wenn er Kanzler würde, einen neuen deutsch-polnischen Vertrag unterzeichnen wollen?

- Wir haben einen sehr guten Vertrag, der nun mit Leben gefüllt werden muss. Die Vereinbarungen müssen in die Praxis umgesetzt werden, damit Deutschland und Polen mehr europäische Initiativen ergreifen. Und in unserer Politik gegenüber Russland müssen wir berücksichtigen, was die Polen denken. Und wir müssen unser Handeln erklären. Dies ist wirksamer als Vereinbarungen allein.

Derzeit gibt es keine Pläne für den Bundestagswahlkampf der CDU in Polen. Und wie sieht Armin Laschet die polnische Gemeinschaft in Nordrhein-Westfalen?

- Polonia ist eine große Gemeinschaft, die in Nordrhein-Westfalen Traditionen hat, die bis in die Zeit zurückreichen, als es dieses Land (NRW) noch nicht gab. Die Industrialisierung des Ruhrgebiets wäre ohne die vielen Polen, die hierher kamen, nicht denkbar gewesen. Die polnische Gemeinschaft ist ein lebendiger Teil unseres Landes. Wir haben ein gemeinsames Projekt in Bochum. Ich wünsche mir, dass die polnische Gemeinschaft weiterhin ihre Stimme erhebt und das Rheinland und Westfalen kulturell und politisch bereichert.

 

- Wir wünschen Herrn Laschet viel Erfolg", sagte Tomasz Grodzki am Ende seines Treffens mit der Presse und bezog sich dabei auf die Bundestagswahl im September.

Der Präsident des Senats der Republik Polen, Prof. Tomasz Grodzki, erhielt in Aachen den vom Europäischen Institut für Kultur und Medien "Polonicus" und dem Weltrat der Polonia verliehenen Sonderpreis "Polonicus" für den Senat der Republik Polen. Der Preis wurde dem Senat als Anerkennung für die Betreuung der Polonia während der 10-jährigen Amtszeit des polnischen Senats verliehen.

Parszałek Grodzki bezeichnete die zum 12. Mal verliehene "Polonicus"-Auszeichnung als fast so prestigeträchtig wie den Friedenspreis Karls des Großen, der alljährlich am selben Ort, im historischen Rathaus von Aachen, verliehen wird.

Im Jahr 2011 wurden die Mittel für Polonia fast vollständig (damals 67 Mio. PLN) vom Senat auf das Außenministerium übertragen, so dass dem Senat nur noch bescheidene 10 Mio. PLN zur Verfügung standen. In den Jahren 2012-2015 hat das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Im Januar 2020 unterstützte der damalige Senatssprecher Stanisław Karczewski eine Haushaltsänderung, die vorsah, dem Senat 110 Millionen Zloty zu entziehen, um Polen und polnische Gemeinschaften im Ausland zu unterstützen - das Geld ging an den Premierminister (60), das Außenministerium (28), den Familienminister (10), das Bildungsministerium (7) und den Kulturminister (4).

- Das politische Schicksal hat so entschieden, aber wir versuchen, es umzukehren - kommentierte Grodzki.

Marschal des Senats Tomasz Grodzki betonte, dass die Delegation bewusst aus Vertretern aller drei im Senat vertretenen politischen Parteien zusammengesetzt sei: Ewa Gawęda (PiS - Schlesien), Beniamin Godyla (PO - Opole), Paweł Arndt (PO - Gniezno) - denn der "Polonicus"-Preis soll vereinen.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Senatorin Barbara Borys-Damięcka, ein Mitglied des "Polonicus"-Jury, diesmal nicht nach Aachen kommen. Die Delegation des polnischen Senats wurde von Jakub Wawrzyniak, dem polnischen Generalkonsul in Köln, begleitet. Der polnische Botschafter Andrzej Przyłębski wurde vermisst...

Die vorletzte Preisträgerin des letzten Jahres, die die Statuette erst in diesem Jahr erhalten wird, ist Olga Tokarczuk - fügte Wiesław Lewicki, Präsident des Polonicus-Instituts, hinzu.

Text und Fotos: Andreas Hübsch

Samo Życie Nr. 8/2021

www.samo-zycie.de

 

Für mich schon seit langem, war diese Welt zu viel.

Zu viel, zu schnell, zu laut. Ich habe also kein „Rückzugstrauma" und ich leide nicht darunter, die Menschen nicht zu treffen.  Ich bedaure nicht, dass sie die Kinos geschlossen sind und es ist mir auch egal, dass die Einkaufszentren geschlossen sind. Ich mache mir nur Sorgen, wenn ich an all jene denke, die ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Artikel in Frankfurter Allgemeinezeitung: Jetzt kommen neue Zeiten!

Aus meinem Fenster sehe ich eine Weiße Maulbeere, einen Baum, der mich fasziniert; er war einer der Gründe, warum ich hier eingezogen bin. Der Maulbeerbaum ist ein freigiebiges Gewächs: den ganzen Frühling und den ganzen Sommer über ernährt er Dutzende Vogelfamilien mit seinen süßen, gesunden Früchten. Jetzt aber trägt der Baum keine Blätter; so sehe ich ein ruhiges Stück Straße, die nur selten jemand entlanggeht, um in den Park zu gelangen. Das Wetter ist in Breslau fast sommerlich, die Sonne blendet, der Himmel ist blau und die Luft ist rein. Heute sah ich, als ich mit meinem Hund spazieren ging, wie zwei Elstern eine Eule von ihrem Nest vertrieben. Die Eule und ich, wir sahen uns aus kaum einem Meter Entfernung in die Augen. Mir scheint, auch die Tiere warten auf das, was auf uns zukommt.  .....

Weiter vollen Text aus dem Polnischen von Gerhard Gnauck lesen Sie in Frankfurter Allgemeinezeitung:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/reihe-mein-fenster-zur-welt-jetzt-kommen-neue-zeiten-16703455.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Foto: Olga Tokarczuk, 2019, fot. Basso Cannarsa/Leemage/East News

 

 

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