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Einladung zu den 12. Deutsch-Polnischen Medientagen und der Festveranstaltung zur Verleihung des 22. Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises

„Zerfällt Europa?“ lautet das Motto der 12. Deutsch-Polnischen Medientage, die vom 13. bis zum 14. Juni 2019 im Niederschlesischen Filmzentrum (Dolnośląskie Centrum Filmowe) in Breslau stattfinden. Bei der Veranstaltung werden etwa 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Politik und Grenzregionen erwartet. Die diesjährigen Medientage werden durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die Woiwodschaft Niederschlesien (Dolnośląskie), die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die Robert Bosch Stiftung organisiert.

Debatten:

  1. Fishbowl-Debatte „Zerfällt Europa?“ (DE, PL, GB) – Unter Teilnahme von Thomas Kralinski, Cezary Przybylski, Oliver Schenk, moderiert von Emily Schulteheis undBarbara Włodarczyk
  2. Best practice der Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Journalistinnen in Europa“ – mit Tina Bettels-Schwabbauer und Grzegorz Ślubowski, moderiert von Aleksandra Rybińska und Natalie Steger

Workshops:

  1. Die Sprache der Medien in Zeiten, in denen jeder das Wort ergreifen kann – moderiert von Piotr Stasiak, Jurymitglied des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises
  2. Meinungsverschiedenheiten beim Thema saubere Energie. Wird Europa der Energierevolution zuliebe seine Kräfte bündeln? Impulsgeber: Marcin Gwóźdź, Thomas Kralinski; Moderation: Richard Fuchs, Wojciech Jakóbik.
  3. Veränderung des Journalismus in einer sich verändernden Welt? Impulsgeber: Olga Doleśniak-Harczuk, Claus Christian Malzahn; Moderation: Kaja Puto, Andreas Rossbach
  4. Big Data – wie präsentieren?
  5. Framing und Themenwahl im Journalismus; Moderation: Karol Franczak, Karolin Schwarz
  6. Über die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik. Impulsgeber: Dr. Marcin Kędzierski, Dr. Ewa Łabno-Falęcka; Moderation: Matthias Brüggmann, Rafał Woś.

Feierlicher Programmpunkt ist die Festveranstaltung anlässlich der Verleihung des 22. Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises in den fünf Kategorien: Print, Hörfunk, Fernsehen, Multimedia und „Journalismus in der Grenzregion“. Das Preisgeld für jede Kategorie beträgt 5.000 Euro. Vor der Festveranstaltung finden die „Gespräche mit den Nominierten“  statt, moderiert von Ewelina Karpińska-Morek, stellv. Leiterin des Informationsdienstes, Interia, Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreisträgerin 2018in der Kategorie Multimedia.

Die Registrierung für alle Programmpunkte inkl. der Festveranstaltung ist ab sofort unter http://www.medientage.org/">www.medientage.org  möglich.

 

„Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne  Wirtschaft ist alles nichts!“ Polonicus-Forum 2019 im Rahmen der Polonicus-Preis-Verleihung 2019.

Am 18.05.2019 im historischen Krönungssaal des aachener Rathauses fand das Polonicus-Wirtschaftsforum statt. Das Treffen wurde der deutsch-polnischen Zusammenarbeit auf der Wirtschafts-, Integrations- und Kulturebene aus der europäischen Perspektive gewidmet. Besonders thematisiert wurden die bilateralen Kontakte zwischen Nordrhein-Westfalen und Polen.

Die Schirmherrschaft über das Forum übernahmen Herr Thorsten Klute (Polonia Beauftragter des Landes NRW), und Herr Josef Neumann (Landtagsabgeordneter des Landes NRW, Stellvertreter der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe im Landtag NRW). 

Das Forum wurde vom Polregio e.V. mit dem Europäischen Institut für Kultur und Medien Polonicus VoG in Zusammenarbeit mit: Karlspreisstiftung, Stadt Aachen veranstaltet. Die Veranstaltung wurde aus den Mitteln des Ministerium  für Kinder, Familie, Fluchtlingeund Integration des Landes Nordrhein-Westwalen finanziert.

Am Podium saßen Vertreter namhafter Unternehmen aus NRW mit polnischer Abstammung, u.a.: Herr Jasniak (Geschäftsführer, Metalcoop), Herr Wasylkowski (Allianz),  Herr Pietrzak (Geschäftsführer, Ercon.net), Frau Prusaczyk (Unternehmensberatung)  und Vertreter der Politik – NRW Landtagsabgeordneter Herr Neumann.  

Die Diskussion wurde aus der Perspektive Politik und Wirtschaft durch Herrn Neumann mit einem Impulsreferat eingeleitet. Im Rahmen des Podiums fanden zwei Fragerunden statt, jeweils mit der Publikumsbeteiligung. Die Teilnehmer der Diskussion teilten ihre Meinung u.a.: über letzten 15-Jahre in den deutsch-polnischen wirtschaftlichen Beziehungen aus – wodurch wurden diese geprägt, welche Rolle spielte Beitritts Polen zur EU?  Viel Aufmerksamkeit wurde dem Kulturrahmen in den bilateralen Beziehungen geschenkt – Unterscheide und Ähnlichkeiten, ob endlich mal Schluss mit der klischeehaften „polnischen Wirtschaft“ sei?  Welche juristischen Rahmen gibt es zu erfüllen? Welche Auswirkungen hat auf Wirtschaftsbeziehungen die Politik beider Länder? Welche Faktoren treiben die deutsch-polnische Wirtschaftsbeziehungen am meisten an?  Was ist der Schlüssel zum Erfolg…?

Die Diskussion verlief sehr lebhaft! Aus dem Publikum kamen interessante Fragen und Anmerkungen. Es gab zwar Meinungsunterschiede, jedoch zu guter Letzt gemeinsame Schlussfolgerung:   Zwischen Deutschland und Polen bestehen zwar auf mehreren Feldern Asymmetrien, jedoch bilaterale - menschliche Beziehungen sind der Schlüssel zum kulturellen, und im Endeffekt ebenso wirtschaftlichen Erfolg.

JS

Achener Kulturverein Polregio e.V. organisiert jährlich seit 2003 das "Musicalisches Picknick Polregio" im Park in Plombieres am Dreiländereck. Auch dieses Jahr, am Samstag, den 29. Juni, trift sich Polonia mit neuen Freunden auf der malerischen Waldanlage. Die Attraktionen beinhalteten einen gemeinsamen Grill und musikalischen Akzent in der Leistung von Duo Róża und Benedykt Frąckiewicz. Der Polregio Club bietet traditionell einen gemieteten Platz, Holzkohlegrill und eine tolle Atmosphäre. Jeder bringt in einen Picknickskorb, was er mag und was andere gerne anbieten möchten! Polregio-Freunde hatten die Gelegenheit, mit einem kalten Bier über Urlaubspläne zu sprechen. Für Kinder gibt es einen Spielplatz und einen ganzen Park voller Attraktionen. Auch dieses Mal erwarten wir etwa 100 Freunde, darunter viele Kinder.
So haben wir letzte Woche Juni gespielt!

Fotoreportage: Wieslaw Lewicki

Schon heute laden wir zu Picknick in 2019 !Eintritt frei!!

Zufahrtbeschreibung

Plombieres, Rue du Casino (zjazd na Grillplatz za skrzyżowaniem przy kościele)

Geografische Daten: N 50°44,194` oraz E 5°57,849`

 

Vor 30 Jahren, am 04. Juni 1989 fanden in Polen Wahlen zu den zwei Kammern des Polnischen Parlaments (dem Sejm und dem wiedererrichteten Senat), die mit einem großartigen Sieg von „Solidarność“ endeten.  Die Konsequenz waren der Niedergang des Kommunismus und politische Transformationen, die nicht nur in Polen, sondern im gesamten Mittel-Ost-Europa stattfanden und im Fall der Berliner Mauer im November 1989 gipfelten.

Die Wahlen kamen als Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den kommunistischen Machthabern und Vertretern eines Teils der Opposition und der Kirche während der Verhandlungen am Runden Tisch zustande. Die Politikwissenschaftler sind sich einig, dass am 04. Juni 1989 keine vollkommen freie Wahlen, sondern eher ein Plebiszit für die Freiheit stattgefunden hat.

Nach langen Verhandlungen am Runden Tisch wurde vereinbart, dass unabhängige Kandidaten sich zur Wahl für sämtliche Plätze im Senat und 35 Prozent der Plätze in Sejm stellen werden,  die übrigen 65 Prozent waren für die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei und ihre Blockparteien (PRON, davon 35 aus der Landesliste) reserviert. Man glaubte, dass die Kommunisten eine Anzahl von Mandaten behielten, die ihnen das Weiterregieren ermöglicht hätte. Gleichzeitig machte diese Lösung einseitige Verfassungsänderungen unmöglich, da dafür eine 2/3 Mehrheit der Stimmen benötigt wurde.

Die Bestimmungen in Bezug auf die Wahlen hatten einen einmaligen Charakter, sie verhinderten eine harte Konfrontation und sorgten dafür, dass die Wahlkampagne friedlich verlief. Die darauffolgenden Wahlen sollten vollkommen demokratisch durchgeführt werden.

Am 07. April 1989 hat der Sejm ein „Gesetz über die Änderung der Verfassung der Volksrepublik Polen“ verabschiedet. Dieses Gesetz änderte die  Verfassungsbestimmungen bezüglich des Senats, des Amtes des Präsidenten und der Wahlordnung für Sejm und Senat.  Am 13. April hat der Staatsrat Termine für die Wahlen – 04. Und 18. Juni 1989 - festgelegt.

In Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Runden Tisches kam es zur Legalisierung von „Solidarność” (17. April 1989) und der „Solidarność der individuellen Bauern“ (20. April 1989). Entsprechend dem Willen des Landesexekutivausschusses von „Solidarność” wurde die Leitung der Wahlkampagne dem Bürgerkomitee „S” übertragen. Am 23. April wurden während seines ersten Treffens mit den Vertretern der regionalen  Bürgerkomitees die Wahllisten für Sejm und Senat bestätigt und das Wahlprogramm angenommen.

Die Wahlen am 04. Juni 1989 bedeuteten einen Weg zur Freiheit, Prof. Antoni Dudek stellte fest: „Die durch das Bürgerkomitee geführte Wahlkampagne zeichnete sich durch große Dynamik aus. Eine hervorragende Idee waren die Wahlplakate, die „Solidarność” Kandidaten gemeinsam mit Lech Wałęsa zeigten. Unterstützung erhielten die Bürgerkomitees nicht nur von bekannten polnischen Künstlern und Kulturvertretern, auch westliche Stars (u. a. Jane Fonda, Yves Montand und Stevie Wonder) unterstützen sie. Während der Treffen mit den Wählern verteilte man zahlreiche „Spickzettel“, die den Wählern die Wahl erleichtern sollten. Auf den Spickzetteln hat man die Namen der „Solidarność“-Kandidaten angekreuzt, man riet den Wählern dazu, alle anderen Namen, darunter auch die aus der Landesliste, zu streichen.

Ein wesentliches Hindernis für die Arbeit des Bürgerkomitees war der eingeschränkte Zugang zu den Massenmedien. Man löste dieses Problem sehr geschickt. Die Fernsehsendungen von „Solidarność“, die zum ersten Mal erst am 09. Mai ausgestrahlt wurden, waren professionell vorbereitet und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Am Sonntag, den 04. Juni 1989 fand die erste Wahlrunde statt. 62 Prozent der stimmberechtigten Wähler nahmen daran teil. Bei den Wahlen zum Senat erhielten die Kandidaten des Bürgerkomitees „Solidarność“ 92 Mandate, die Regierungskoalition erhielt kein Mandat.

Bei den Wahlen zum Sejm erhielt „Solidarność” 160 aus 161 möglichen Plätzen. Die Koalitionskandidaten erhielten lediglich drei Plätze. Nur zwei Kandidaten aus der Landesliste, auf der Vertreter der Regierungskoalition standen, (Mikołaj Kozakiewicz und Adam Zieliński) erhielten über 50 % der Stimmen, was entsprechend der Wahlordnung bedeutete, dass die übrigen Kandidaten eliminiert wurden und 33 Abgeordnetensitze nicht belegt wurden. Die Wahlen endeten mit einem großen Sieg von „Solidarność“. Dessen Dimension überraschte sowohl die Kommunisten als auch die Pro Solidarność-Opposition. Jan Olszewski stellte fest, dass die Wahlen am 04. Juni durch das polnische Volk gewonnen wurden.

Timothy Garton Ash  beschrieb in seinem Buch "Der Frühling der Bürger. Revolution 1989 betrachtet in Warschau, Budapest, Berlin und Prag“ /Rewolucja 1989 widziana w Warszawie, Budapeszcie, Berlinie i Pradze" die Atmosphäre nach den Wahlen so: „Sonntag, 04. Juni war der Wendepunkt nicht nur in der Nachkriegsgeschichte Polens, nicht nur in der Geschichte Osteuropas, sondern in der Geschichte der gesamten kommunistischen Welt.“

Über die Situation nach dem Sieg in der ersten Wahlrunde schrieb Lech Wałęsa so: „Am ersten Sonntag im Juni 1989 änderte sich vieles. Am 04. Juni „um zwölf Uhr mittags” haben wir ein neues Polen gewählt”. (Lech Wałęsa "Droga do prawdy. Autobiografia")

 
Zusammenfassung von Wieslaw Lewicki
Plakat wyborczy Solidarności z 1989 rokuFoto: Wistula, lic.CC / wikipedia

 Am 18. Mai 2019 zum 11 Mal, zum 10 Mal im Krönungsaal des aachener Rathauses, 44 Statuetten – 44 großartige Persönlichkeiten! "Komm herab, Heiliger Geist, und erneuere das Antlitz dieses unseres Landes!" aus dem Psalm 104. 

Erzbischof Prof. Dr. Henryk Muszynski – Ehren-Polonicus-Preis 2019 machte diese Worte zum Motto seiner Dankrede, nicht nur um die Wichtigkeit dieser Worte noch einmal hervorzuheben, nicht nur um auf die Verdienste um den Dialog und Weltfrieden des Karlspreisträgers seiner Heiligkeit Johannes Paul II aufmerksam zu machen… Diese Worte sollen ein Leuchtturm für unsere Gesellschaft werden! 

Mit dem POLONICUS-Preis schuf das Institut Polonicus in Deutschland eine Aus­zeichnung, die das Engagement vieler großartiger Persönlichkeiten, die sich um den europäischen und deutsch-polnischen Dialog, Kultur und Zivilgesellschaft verdient gemacht haben, ehrt. Die erste Edition des Preises 2009 rief zahl­reiche Diskussionen hervor, die die große Notwendigkeit und die Richtigkeit der Idee nur bestätigten. Der Preis fand eine breite Akzeptanz in den Polonia-Kreisen, sowohl in Deutsch­land als auch in Europa. Der damalige Botschafter RP, Dr. Marek Prawda übernahm die Schirmherrschaft über das Preis und scheut keine Mühe zu betonen, wie wichtig die Aus­zeichnung von hervorragenden und engagierten Persönlichkeiten mit dem POLONICUS-Preis für das Selbstbewusstsein der Polonia in Deutschland und Europa ist.

Dieses Jahr wurde der Preis zum 11. Mal verliehen.  Zum 10. Mal fand die Polonicus-Gala im historischen Krönungssaal des aachener Rathauses. Es wurden vier großartige Personen ausgezeichnet, unter anderem, der Schirmherr des Preises  - Dr. Marek Prawda, für seine Verdienste um die europäische Integration.

Der Preis wurde in vier Kategorien verliehen: Polonia und Kultur,  Deutsch-Polnischer Dialog, Europäischer Dialog und der Ehrenpreis für das gesamte Lebenswerk, verliehen.

In der Kategorie „Deutsch-Polnischer Dialog“ wurde der Oberbürgermeister der Stadt Aachen Herr Marcel Philipp ausgezeichnet. Im Interview sagte Marcel Philipp: „Wenn ich die Liste der großartigen Persönlichkeiten sehe, die bisher mit der Auszeichnung bedacht wurden, werde ich ganz demütig. Es sind Menschen, die ihr Lebenswerk der Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen, der Aussöhnung und der europäischen Zukunft gewidmet haben. Für mich ist die hohe Anerkennung, die mir widerfährt, ein Ansporn, alles daran zu setzen, dass zwischen Deutschen und Polen eine dauerhafte Freundschaft-und Vertrauensbeziehung entstehen kann.“. Die Laudatio für Herrn Oberbürgermeister hielt Jury-Vorsitzender des Polonicus-Preises Wieslaw Lewicki, der sich u.a. für Unterstützung der Stadt Aachen, jetziger und früherer Vertreter des Stadtrates bedankte.

In der Kategorie  „Europäischer Dialog“ wurde Dr. Marek Prawda, ehem., Botschafter Polens in Deutschland, Schweden und bei der EU,  und seit 2016 der Europäischen Kommission in Polen und eben der Schirmherr des Preises, ausgezeichnet. Die Laudatio sprach Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., die mit dem Polonicus-Preis im Jahr 2018 geehrt wurde. Frau Süssmuth dankte Herrn Prawda für sein Engagement um den europäischen Dialog, wies auf seine gesamte Attitüde, sein Leben, das dem Engagement  für die Integrationserfolge Polens und Europäischer Union gewidmet wurde. 

 

In der Kategorie „Polonia und Kultur“ wurde Grazyna Slomka ausgezeichnet. Frau Slomka verkörpert die Seele polnischer Kultur in Deutschland. Und die Kultur sind Menschen, die diese erfüllen und bekannt machen…Dr. Andrzej Kaluza vom Deutschen-Polen Institut in Darmstadt, der die Laudatio sprach, nannte zahlreiche Verdienste Slomkas, das langjährige Engagement um die polnische Filmkultur in Deutschland,   mit dem Festival „Filmland Polen“ trägt sie seit vielen Jahren zur Popularisierung polnischer Kultur in Deutschland bei.

Erzbischof Prof. Dr. Henryk Muszynski erhielt den Ehrenpreis, für den Aufbau des europäischen Dialogs und der deutsch-polnischen Verständigung. Der Preis wurde für sein gesamtes Lebenswerk verliehen. Sein ganzes Leben hat er dem Gott und der Gesellschaft gewidmet: „Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden“ – Erzbischof Muszynski. In der Laudatio, die Frau Senatorin Barbara Borys-Damiecka hielt, konnten nicht alle seine Verdienste und Auszeichnungen genannt werden! Erzbischof Muszynski vertritt Kirche die  dem Menschen entgegen beisteht. Eine Kirche die sich aus der Geste der Barmherzigkeit freut. Eine Kirche die Brücken, nicht die Mauer baut.

Polonicus-Gala 2019 war ein Abend voller Emotionen. Ein Zusammenkommen von Menschen, die an dem Abend ein Dank für die Schöpfer der Integration, des Dialogs und Kultur aussprechen wollten.

JS

Tag der Polonia und der Polen im Ausland, der durch den Sejm der Republik Polen 2002 ins Leben gerufen wurde, ist zu einem festen Datum im Kalender der Polonia-Events geworden. Aus diesem Anlass organisiert der Polnische Rat, Landesverband Berlin bereits seit acht Jahren ein Straßenfest vor und in dem Rathaus des Bezirks Berlin-Reinickendorf.  Diese in Berlin äußerst populäre Veranstaltungsform wird von Polen gerne in Anspruch genommen, auch wenn es Stimmen gibt, dass man sie durch eine neue, moderne Art des Feierns ersetzen soll. Die Polonia feiert bis auf weiteres auf Festen und Konzerten.

Auch in diesem Jahr erklang am 19 Mai vor dem Rathaus Reinickendorf von 11 Uhr früh bis in die späten Abendstunden die polnische Sprache, Gesang und Musik. Einige Festbesucher tanzten, viele hörten einfach zu, aßen und tranken, man durchquerte den Platz und lernte die Angebote polnischer Organisationen, Händler, Essensstände, Handwerker und Institutionen.

Erwachsene belagerten den Verkaufsstand mit Bier (die Schlange war riesig), Kinder die Hüpfburg. Es gab Bastelstände für Kinder und Jugendliche, auf der Open Air Bühne wurde mit kurzen Pausen ununterbrochen live Musik präsentiert.

Das Wetter war sehr gut, den Weg zum Rathaus fanden viele Gäste, darunter Mehrgenerationenfamilien mit Kindern, Jugendliche, Studenten, Ausländer und geladene Gäste aus den Kreisen der Diplomatie, Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft.

Der diesjährige Tag der Polonia brachte den 30. Jahrestag des deutsch-polnischen Runden Tisches sowie die ersten (teilweise) freien Wahlen und die Systemtransformation in Polen in Erinnerung. Aus diesen Anlässen bereitete der Star des Abends, die Musikgruppe Lombard ein multimediales Programm „Wege zur Freiheit“ vor.  Das Fest bot Gelegenheit, an die anstehende Europawahl zu erinnern, auf der Bühne erschienen zwei Kandidaten der berliner CDU, die Bereitschaft zur weiteren Unterstützung der polnischen Bürger in Berlin zum Ausdruck brachten. Unter den Festteilnehmern gab es vereinzelt Stimmen, dass diese Art von Parteiwerbung nicht angebracht sei. Wir sollen selbstverständlich an unser gemeinsames europäisches Haus und an die anstehenden Wahlen zum Europa-Parlament denken, dennoch sollte der Tag der Polonia kein Forum für politische Aktivitäten sein. Falls doch, so sollten auch andere Parteien außer der CDU eine Chance erhalten sich vorzustellen.  

Ferdynand Domaradzki, der Vorsitzende des Polnischen Rates, Landesverband Berlin, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Er sprach davon, dass die Gemeinschaft der Polonia als Ergebnis langjähriger Arbeit und Bemühungen von aktiven Mitgliedern der Polonia entstanden ist.

Auch die Konsulin für die Angelegenheiten der Polonia bei der Polnischen Botschaft, Jowita Wencius, der Bürgermeister des Bezirks Reinickendorf, Frank Balzer sowie der Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger kamen zu Wort. Mit einiger Verspätung erschien bei der Veranstaltung der Sejm-Abgeordnete und Koordinator füf die Angelegenheiten der Polonia Wojciech Ziemniak und Vertreterin des Präsidenten der Stadt Stettin, Frau Violetta Lisinska.

Die polnische Nationalhymne „Jeszcze Polska nie zginęła“ wurde zweimal gemeinsam gesungen – zuerst mit dem Stettiner Militärorchester, dann mit der Band Lombard. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte der gemeinsame Umzug zu einer bekannten Polonaise. Man tanzte und sang gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne bekannte polnische Hits. Was gab es im Programm?

Die Jüngsten konnten ein spannendes Spektakel des Puppentheaters Halina sehen, es gab Auftritte von Folkloregruppen, darunter „Krakowiacy“ aus Berlin und „Zespół Pieśni i Tańca Ziemi Goleniowskiej“ aus Goleniów. Die größte Überraschung war Auftritt des Militärorchesters aus Stettin mit sehr schönem Repertoire – einer Mischung aus Unterhaltungsmusik und Liedern über die polnische Heimat.

Große Anerkennung verdient die Gruppe „Sklep z Ptasimi Piórami” aus Stettin und Blaskapelle  Fanfare-Gertrude aus Berlin. Auch Auftritte  von polnischen Bands aus Berlin Bloody Kishka mit neuem Repertoire, Stan Zawieszenia oder Illegal Boys überzeugten das Publikum.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war Konzert der Gruppe Lombard mit multimedialem Programm „Wege zur Freiheit“. Durch den gesamten Tag wurden wir professionell von dem Moderatorenpaar – Monika Sędzierska und Marcin Antosiewicz begleitet. Die Stimmung während des Fests war sehr gut,  fröhlich und ausgelassen, man traf viele Bekannte. Tag der Polonia bot eine gute Gelegenheit um Bekannte zu treffen und zu plaudern. Das Fest war sehr gelungen! Die Veranstaltung wurde dank der Hilfe zahlreicher Mitglieder und Sympathisanten des Polnischen Rates in Berlin und gute Organisation möglich.

Finanziert wurde der Tag der Polonia aus den Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, des Außenministeriums der Republik Polen und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.  Der Ehrengast der diesjährigen Veranstaltung war die Stadt und Gemeinde Stettin, die mit einem bis auf den letzten Platz gefüllten Bus (50 Personen) anreiste. Die Stadt und Gemeinde Stettin präsentierte ihr kulturelles und touristisches Angebot und richtete eine Einladung zum Kennenlernen dieser grenznahen Region an die Gäste des Festes.

Besonderer Dank gilt dem Schirmherr der Veranstaltung, dem Bürgermeister des Bezirks Reinickendorf, Frank Balzer und seinem Team.

 

EUTSCH-POLNISCHE MEDIENTAGE 13. – 14. JUNI 2019 NIEDERSCHLESISCHES FILMZENTRUM (DOLNOŚLĄSKIE CENTRUM FILMOWE), UL. PIŁSUDSKIEGO 64A, 50-029 BRESLAU

In nahezu jedem EU-Staat kam es in vergangenen Monaten zu erheblichen Veränderungen der politischen Szene. Die Bedeutung von populistischen und rechtsextremen Parteien und Bewegun-gen, die alternative Vorstellungen zum weiteren Integrationsprozess im Rahmen der EU vertreten nimmt zu. Aktuellen Meinungsumfragen zufolge könnten diese Gruppierungen im künftigen Eu-ropaparlament eine immer größere Rolle spielen. Angesichts dieser Fakten herrscht immer mehr Unsicherheit über weitere Entwicklungsrichtungen der EU.

Probleme mit dem Austritt Großbri-tanniens, Nachwirkungen der Migrationskrise, angespannte transatlantische Beziehungen, deren Ausflüsse Konflikte um die Handelspolitik und Streitigkeiten um die Zukunft der Nato darstellen, aber auch die Folgen des Austritts der USA und Russlands aus dem INF Entrüstungsabkommen – all diese Herausforderungen fordern eine schnelle und entschiedene Reaktion der EU und ihrer Mitgliedstaaten. Da das Ergebnis der anstehenden Europawahlen keine Prognose auch nur annä-hernd voraussagen kann, führt die politische Verunsicherung notwendigerweise zur Erwägung und Prüfung unterschiedlicher Szenarien.

Es ist nicht auszuschließen, dass die bevorstehenden Änderungen das Chaos in Europa noch vertiefen werden und damit seine Schwächung oder einen Bedarf an tiefgreifenden Veränderungen seiner Funktionsweise hervorrufen könnten.Eingeladene Gäste – Journalisten und Politiker – führen ein Gespräch über die politische Konstel-lation nach den Europawahlen. Zum ersten Mal nehmen an Deutsch-Polnischen Medientagen auch Vertreter aus Frankreich und Italien teil, um das Meinungsspektrum über den Wahlausgang und die Zukunft der EU abzurunden. Die Eröffnungsdebatte der Tagung moderieren Emily Schultheis und Barbara Włodarczyk.Weitere iInfos:

http://dnimediow.org

Marcel Philipp seit 2009 Oberbürgermeister der Stadt Aachen, der sich im Jahr 2014 für weitere 5 Jahre die Karlsstadt „liebgewonnen hat“. Laureat des Polonicus 2019.

 Marcel Philipp wurde am 7. Mai 1971 im Aachener Stadtteil Burtscheid geboren. Er besuchte von 1981 bis 1990 das Bischöfliche Pius-Gymnasium Aachen.  1989 trat er in die CDU ein.  Nach Absolvieren des Grundwehrdienstes der Bundeswehr begann er 1991 eine Malerlehre (Restaurator im Malerhandwerk) im elterlichen Betrieb in Burtscheid, der von ihm ab 1996 in dritter Generation als geschäftsführender Gesellschafter und Betriebswirt des Handwerks weitergeführt wurde. Diese Tätigkeit ließ Marcel Philipp jedoch ruhen, nachdem er im Jahr 2009  das Amt als Oberbürgermeister der Stadt Aachen von seinem Vorgänger Jürgen Linden übernahm. Am 25. Mai 2014 wurde er mit 50,5 % im Amt bestätigt.

Ich gratuliere Ihnen herzlich und freue mich, dass Sie den Polonicus – Preis begrüßt haben!

Wenn Sie das Wort „Polonia“ hören, welcher ist der erste Gedanke, erste Assoziation?

Marcel Philipp: Natürlich weiß ich, dass „Polonia“ das lateinische Wort für Polen ist und  dass dieses Wort aber im Polnischen für die polnische Diaspora, also die im Ausland lebenden Polen, verwendet wird. Mein Wissen über diese Bedeutung des Begriffs habe ich der jährlich stattfindenden Polonicus-Verleihung zu verdanken. Deshalb ist zwischen tatsächlich die „Polonia“ außerhalb Polens das erste, woran ich denke, wenn ich das Wort höre.

Vor einem Jahr zum 10 Jubiläum des Polonicus-Preises sagten Sie: „ Unsere Stadt, deren kommunale Grenzen zugleich Staatsgrenzen zu zwei Nachbarländern sind, versteht sich schon alleine auf Grund dieser Gegebenheiten als Europastadt. Das bedeutet vor allem, dass wir Brückenbauer sein wollen, um die europäischen Gemeinsamkeiten aufzubauen, zu festigen und zu stärken. Die Polonia in Deutschland und in der Euregio-Maas-Rhein ist ebenso wie unsere Stadt ein Brückenbauer, der uns zugleich daran erinnert, dass unsere im äußersten Westen gelegene Stadt auch zum östlichen Nachbarn, zum polnischen Volk schaut“.

                              

Würden Sie bitte kurz erläutern in welcher Art und Weise die Stadt Aachen „zu polnischen Nachbarn schaut“? Was haben Sie gemeint? Städtepartnerschaften, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Schulpartnerschaften, oder?

Marcel Philipp:  Im Auge hatte ich zunächst die Brückenbauerfunktion der in Deutschland lebenden Polonia. Das sind ja Polinnen oder Polen, manche auch mit doppelter Staatsangehörigkeit, in jedem Fall Menschen, die sich der polnischen Sprache und Kultur verbunden fühlen. Diese Bürgerinnen und Bürger kennen durch das Leben in zwei Kulturen beide Seiten, die deutsche und die polnische, sehr genau: die Mentalitäten und Empfindlichkeiten, die verbreiteten Sichtweisen, Stereotypen und Vorurteile, auch die komplizierte Geschichte zwischen beiden Ländern. Diese Menschen sind die idealen Botschafter für einen Prozess der Wiederannäherung, sie sind Mittler zwischen den Völkern.

Brückenbauer sind aber auch die Polen selbst. Der polnische Papst Johannes Paul II. sprach einmal davon, dass Europa mit zwei Lungenflügeln atmen müsse, mit dem westlichen und dem östlichen. Polen ist eine der Brücken zum östlichen Europa, das untrennbar zum Kontinent gehört, wenn auch die meisten Länder Osteuropas noch nicht zur Europäischen Union gehören. Für die Zukunft aber wird darin eine besondere Herausforderung und Aufgabe für Polen als Mitgliedsland der EU liegen. Es kann Mittler sein, Europa in seiner Gänze in den Blick zu nehmen.

Wir Aachener blicken mit Sympathie auf unsere polnischen Nachbarn, als sie wie wir die besondere Erfahrung der Chancen, Risiken und Potenziale grenzüberschreitender Sichtweisen kennen. So bereichern wir gemeinsam den gesamteuropäischen Diskurs um die Zukunft unseres Kontinents.

Für Polonia in Deutschland ist die Stadt Aachen das Herz Europas, die Hauptstadt Europas. Nicht nur auf Grund deren Lage und Geschichte, aber vor allem auf Grund interkultureller Haltung und Gastfreundlichkeit. Wie würden Sie Bürger polnischer Abstammung beschreiben? Gibt es Ihrer Meinung nach besondere Merkmale?

Marcel Philipp:  Polen oder Menschen polnischer Abstammung sind nicht uniform gleich, sie sind genauso vielfältig in ihren politischen, religiösen, weltanschaulichen Ansichten und Mentalitäten oder charakterlichen Eigenschaften wie die Belgier, die Franzosen, die Niederländer oder die Deutschen. Ich glaube nicht, dass es den Polen an sich gibt. Was aber gewiss die bei uns lebende Polonia in unsere Stadtkultur einbringen kann, ist die besondere Erfahrung, die Polen in seiner Geschichte gemacht hat und von der leider viele Deutsche kaum eine Ahnung haben.

Herr Oberbürgermeister, Sie wurden mit dem Polonia Preis ausgezeichnet, welche Bedeutung hat für Sie diese Tatsache?

Marcel Philipp: Ich fühle mich hoch geehrt durch diese besondere Auszeichnung. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass gerade Polen und Deutsche gemeinsam die Zukunft Europas gestalten. Vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Geschichte mit all ihren Konflikten und Tiefpunkten muss dies unsere gemeinsame Aufgabe sein.

Was assoziieren Sie mit dem Preis?

Marcel Philipp:  Wenn ich die Liste der großartigen Persönlichkeiten sehe, die bisher mit der Auszeichnung bedacht wurden, werde ich ganz demütig. Es sind Menschen, die ihr Lebenswerk der Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen, der Aussöhnung und der europäischen Zukunft gewidmet haben. Für mich ist die hohe Anerkennung, die mir widerfährt, ein Ansporn, alles daran zu setzen, dass zwischen Deutschen und Polen eine dauerhafte Freundschaft-und Vertrauensbeziehung entstehen kann.

Sind Ihnen die anderen Preisträger bekannt? Dr. Prawda, Frau Slomka, seine Exzellenz Erzbischof Muszynski?

Marcel Philipp:  Persönlich kenne ich die Mit-Preisträger noch nicht, freue mich aber aufrichtig darauf, ihre Bekanntschaft zu machen.

Sie haben den Polonicus Preis „für die Förderung des deutsch-polnischen Dialogs“ bekommen. Wie würden Sie derzeitige „Zusammenarbeit“ oder das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland beschreiben?

Wie kann man den Dialog fördern?

Marcel Philipp:  Polen und Deutsche sind seit mehr als 1000 Jahren Nachbarn in der Mitte Europas. Beide Kulturen haben einander beeinflusst, trotz aller Asymmetrien, die es aufgrund der unterschiedlichen Größen beider Länder gab und gibt. Allerdings war das Zusammenleben der Polen und Deutschen vor allem im 20. Jahrhundert konfliktreich, ja tragisch. Polen hat unendlich gelitten unter dem von deutschen entfesselten Zweiten Weltkrieg und der äußerst brutalen Besatzung. Diese historische Hypothek belastet mitunter das Verhältnis zwischen beiden Völkern. Der ehemalige deutsche Fernsehen-Korrespondent in Warschau, Peter Bender, hat das komplizierte Verhältnis in den zutreffenden Satz zusammengefasst: Nirgendwo in Europa hatten es zwei Nationen so schwer, wieder zueinander zu kommen. Manchmal erleben wir es auf der hohen politischen Ebene, dass schon ein falsches Wort eine Krise in den binationalen Beziehungen auslösen kann.

Trotz der historischen Probleme und der manchmal auftretenden Meinungsverschiedenheiten zwischen unseren Regierungen scheint mir, dass die Beziehungen zwischen unseren Völkern sich in den letzten Jahrzehnten äußerst positiv entwickelt haben. Es gibt eine Vielzahl und eine große Bandbreite unterschiedlichster Vernetzungen, bei denen sich Menschen von diesseits und jenseits der Oder begegnen, einander kennenlernen, Freundschaft schließen und manchmal sogar einen Lebensbund miteinander begründen. Das ist etwas Wunderbares, darin stecken Potenziale für unsere gemeinsame Zukunft. Wir alle sollten uns aufgerufen fühlen, daran mitzuwirken.

Bundeskanzlerin, Frau Merkel hat den „Viadrina – Preis für deutsch-polnische Zusammenarbeit“ nicht angenommen.  Was ist Ihre Meinung dazu, wenn ich fragen darf?

Marcel Philipp:  Diese Sache kann ich überhaupt nicht beurteilen, zumal die Bundeskanzlerin, soweit ich es überblicke, keine Erklärung für Ihre Entscheidung gegeben hat. Interessant fand ich allerdings, dass die Vorsitzende des Kuratoriums dieser Auszeichnung in  Berichterstattung über den Vorgang den Viadrina-Preis als „Karlspreis des Ostens“ bezeichnete. Offensichtlich ist der Aachener Karlspreis eine Referenzgröße für andere europäische Preise.

 Die Europawahl steht vor der Tür! Haben Sie Ihre Favoriten? In welche Richtung wird sich EU bewegen?

Marcel Philipp: Meine große Hoffnung ist, dass die demokratischen Kräfte Europas gestärkt aus der Wahl hervorgehen und den Europa-Gegnern, den Nationalisten und Populisten, die Europa zerstören wollen, eine Absage erteilt wird. Davon hängt entscheidend ab, in welche Richtung sich Europa bewegen wird.

Sie sind in Aachen geboren, aufgewachsen, Sie haben hier gelernt, hier wurden Sie politisch aktiv, hier haben Sie Familie gegründet - „Sie sind ein Aachener“ – was bedeutet das für Sie? Wie ist „Ihr“ Aachen? Haben Sie nie nachgedacht die Stadttore zu verlassen?

Marcel Philipp: Es gab in meinem Leben nie einen Grund, darüber nachzudenken, ob ich Aachen verlassen sollte. Ich liebe diese Stadt, ihre Menschen, die offene Atmosphäre, das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, weltanschaulicher Prägungen und Religionen und auch die Zusammenarbeit zwischen allen demokratischen Kräften sowie die Kooperationen über die Staatsgrenzen hinweg, die bei uns immer auch kommunale Grenzen sind.

 Herr Oberbürgermeister, Sie haben zwei Kinder – die Zukunft, wie wird Europas Zukunft aussehen? Was wünschen Sie  dem großen Friedensprojekt „Europäische Union“?

Marcel Philipp: Für sie und ihre Nachkommen wünsche ich mir, dass sie auf ihrem Lebensweg dasselbe Glück haben, das ich hatte: in einem demokratischen und friedlichen Europa aufzuwachsen, in dem die Staaten und Völker sich nicht voneinander abkoppeln und abgrenzen, sondern kooperieren. Ich wünsche mir, dass die künftigen Generationen unseren Kontinent weiterentwickeln, den europäischen Geist weitertragen, weil es keine Alternative dazu gibt. Und ich würde mich freuen, wenn alle Polen und Deutschen schon heute daran mitwirken würden, dass diese Zukunftsvision Wirklichkeit werden kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

Es sprach Joanna Szymanska, Institut Polonicus, Mai 2019

Texthinweise, vgl.:

 https://www.wikizero.com/de/Marcel_Philipp

http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/oberbuergermeister/lebenslauf/index.html

http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/oberbuergermeister/topthema.html

 
 
15 Jahre der Mitgliedschaft Polens in der EU - Am 1. Mai 2004 kam es zu der größten Erweiterung der Europäischen Union aller Zeiten. Zusammen mit Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Litauen, Lettland, Estland, Slowenien, Zypern und Malta wurde Polen Mitglied der EU.

Als erster Schritt auf dem Weg in die Europäische Union gilt das am 16. Dezember 1991 unterzeichnete Abkommen zwischen Polen und der Gemeinschaft sowie den Mitgliedsstaaten. Eine symbolische Bedeutung kommt dem am 8. April 1994 in Athen gestellten formellen Antrag der Republik Polen auf Aufnahme in die EU zu. Die eigentlichen Beitrittsverhandlungen wurden vier Jahre später aufgenommen. Bei dem Referendum über Polens Beitritt zur Europäischen Union am 7. und 8. Juni 2003 stimmten 77,45% Polinnen und Polen mit „Ja“.

Polen ist das bevölkerungsreichste und flächenmäßig größte Land, das 2004 der EU beigetreten ist. Die Wirtschaft Polens – hinsichtlich des BIP die sechstgrößte in der EU – gehört zu den am schnellsten wachsenden EU-Wirtschaften. Als aktives und wichtiges Mitglied der Gemeinschaft beteiligt sich Polen an Schlüsseldebatten der EU – z. B. zu ihrer Zukunft, zur Migrations-, Klima- und Wirtschaftspolitik. Die Mitgliedschaft in der EU stärkt die internationale Rolle Polens und bringt viele wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Vorteile mit sich.

In seiner Eröffnungsrede vor dem Sejm der Republik Polen stellte Außenminister Czaputowicz am 14. März 2019 fest: „Der EU-Beitritt Polens krönte diesbezügliche Bemühungen aller Regierungen, die nach dem Sieg der Solidarnosc im Jahre 1989 gebildet wurden. […] Die EU-Mitgliedschaft schuf ein stabiles Fundament für die Modernisierung unseres Staates, unserer Wirtschaft und unserer Außenpolitik.“

Büro des Pressesprechers des Außenministeriums

Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie herzlich zur Vorlesung von Prof. Dr. hab. n. med. Marek Krawczyk einladen. Die Vorlesung findet am 10. Mai 2019 um 18.00 Uhr in der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, im Raum 2094 statt.

Prof. Dr. med. habil. Marek Krawczyk, Jahrgang 1946, ist seit 1969 am Lehrstuhl der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Transplantations- und Leberchirurgie (ehem. Klinik für Chirurgie) der Warschauer Medizinischen Universität tätig.

Thema des Vortrags: Aussichten und Gefahren bei Transplantation der Organe von lebenden Spendern und ausgewählte ethische Probleme der gegenwärtigen Chirurgie.
Die Medizin ist als Disziplin eng mit der Ethik verknüpft: Davon zeugt etwa der Hippokratische Eid, den Ärzte nach Studienabschluss zu leisten haben...
Moderation:  Dr. habil. Brygida Helbig-Mischewski

Nach dem Vortrag laden wir um 19.30 Uhr im Rahmen der Galerie der UGD zur Vernissage von Arbeiten von Justyna Dominika Rybska ein.(https://www.instagram.com/justynarybska/)
Einführung: Dr. Piotr Olszówka

Wie üblich, gibt es eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Wein und Brezel.
Um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

 

Der Polnische Rat, der Landesverband der Polnischen Organizationen in Berlin, ist seit einigen Jahren der Organisator des Polonia-Tages, fżr Polonia und der im Ausland lebenden Polen.

An dem "Polonia Tag"präsentieren wir die Aktivitäten polnischer Organisationen aus Berlin, das kulturelle Potenzial der Polen und den Beitrag der polnischen Bürger zum kulturellen Leben der Stadt. Vertreter polnischer Institutionen und Organisationen werden ebenfalls zu unserem Fest eingeladen. Die Veranstaltung ist in Form eines Open-Air-Festes vor dem Rathaus von Berlin-Reinickendorf geplant, um unsere polnischen Nachbarn der polnischen Gemeinde in Berlin näher zu bringen.

Das Festival wird als gemeinsames Projekt der polnischen Botschaft in Berlin und vieler deutsch-polnischer Institutionen organisiert. Die polnische Kultur wird in Form von Aufführungen von Musik-, Tanz- und Theatergruppen präsentiert - sowohl Amateur-Jugend- und Kindergruppen, als auch bekannte Profikünstler. Um an unserer Feier teilzunehmen, laden wir Vertreter von Organisationen und Gemeinschaften aus Polen ein, die ihre Region, ihre kulturellen Leistungen, ihre eigenen Traditionen, ihre Volkskünstler und ihre Kunst sowie die Stadt, die Gemeinde und den Poviat als potenziellen Touristenziel vorstellen können und wollen.

Ferdynand Domaradzki

Vorsizender

Polnische Rat Landesverband der Polnische Organisationen in Berlin

Thorsten Klute

Landesregierung gratuliert zum Polonia-Tag: Die Integration der Polen ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte. Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger mit polnischen Wurzeln in Nordrhein-Westfalen wächst – mehr als 600.000 Menschen leben aktuell in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2016 waren es noch rund 564.000. Damit stellen sie die größte Neuzuwanderungsgruppe der letzten Jahre dar. Anlässlich des Polonia-Tages am 2. Mai unterstreicht der Polonia-Beauftragte der Landesregierung beim Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Staatssekretär a. D. Thorsten Klute: „Die Integration der Polen in Nordrhein-Westfalen ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte. Sie schneiden in den Bereichen Bildung und Qualifikation, Arbeitslosigkeit und Inanspruchnahme von öffentlichen Transferzahlungen überdurchschnittlich gut ab. Am Polonia-Tag wollen wir diese Integrationsleistungen in den Mittelpunkt stellen. Ich kann die polnischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, gerade auch die jüngere Generation, deshalb nur ermutigen, sich noch stärker in Gremien, wie den Integrations- oder Stadträten, zu engagieren.“
 
Die Landesregierung unterstützt die Integration von Polonia in Nordrhein-Westfalen auf vielfache Weise. Zentral ist dabei der muttersprachliche Schulunterricht. Im Schuljahr 2018/2019 lernen über 4.600 Kinder und Jugendliche an Schulen in Nordrhein-Westfalen Polnisch als Herkunftssprache ihrer Eltern. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2017/2018. „Diese Kinder und Jugendlichen von heute werden morgen Brücken zwischen Polen und unserem Land bauen können, weil sie beide Sprachen und Kulturen gut kennen“, erklärte der Polonia-Beauftragte Thorsten Klute.
 
Daneben fördert das Integrationsministerium ein jährliches Polonicus-Forum in Aachen, bei dem deutsch-polnische Themen im Rahmen des Polonicus-Preises für verdiente Persönlichkeiten in der deutsch-polnischen Freundschaft diskutiert werden. Zudem werden unter anderem kulturelle Veranstaltungen und Workshops für Kinder und Jugendliche unterstützt. Das Familienministerium hilft darüber hinaus auch bei der Suche nach polnischsprachigen Pflegefamilien.
 
Der Polonia-Tag geht auf einen Beschluss des polnischen Parlaments Sejm aus dem Jahr 2002 zurück, mit dem Anerkennung für die Leistungen der Polonia und der Polen im Ausland unter anderem bei der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit und für ihre Verbundenheit mit dem Polentum gezollt werden soll.
 
Die Einrichtung des Polonia-Beauftragten wurde zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen im Jahr 2011 beschlossen. Dadurch wurden beim Bund und allen 16 Bundesländern Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Polonia geschaffen.

Thorsten Klute

Polonia Beauftragte im Land NRW
 
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 Anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten Stanisław Moniuszko feiert Polen 2019 das Moniuszko-Jahr.

Auch die UNESCO hat auf Antrag dreier Länder Polen, Litauen und Weißrussland dieses Jahr zum Stanisław-Moniuszko-Jahr erklärt.

In Hamburg wird der bedeutendste Opern- und Liedkomponist des 19. Jahrhunderts unseres Nachbarlandes genau an seinem Geburtstag am 5. Mai gebührend gefeiert:

CULTURE CONNECTS, das Generalkonsulat der Republik Polen und die DPG Hamburg e.V. veranstalten in Kooperation ein festliches Konzert in den Mozartsälen.

Im Programm stehen das 1. Streichquartett in d-moll von Moniuszko, Klavierstücke, Lieder sowie Arien und Duette aus seinen bedeutendsten Opern Halka und Verbum nobile uvm.

Konzipiert wird das Konzert von Roman Ohem, dem Leiter von CULTURE CONNECTS und Gründer der bundesweiten Konzertreihe 'Der Polnische Abend'.

Mit dabei sind u.a. Marcin Sieniawski, der weltberühmte mehrfach ausgezeichnete Cellist und Gründer des Szymanowski-Quartetts, Anna Szulc-Kapała, Viola, Sebastian Berakdar, Klavier, Jan Bukowski, Bariton und die junge Sopranistin Ekaterina Zhuravskaja, die aus der Geburtsregion von Moniuszko stammt.

In dem Konzert wird eine internationale Geschichte um Moniuszko und sein Wirken in Europa erzählt, er wird schließlich häufig als der polnische Schubert oder Wagner bezeichnet und vertonte sogar Texte von J. W. von Goethe.

Ort: Mozartsäle Hamburg, Moorweidenstraße 36, 20146 Hamburg Zeit: 5. Mai 2019, 18.00 Uhr

Eintritt: 25 Euro/ 15 ermäßigt

Kartenreservierungen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



 „Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden“ – Erzbischof Muszynski – Laureat des Polonicus-Preises 2019

Wir -  Polen -  die  Europa beibrachten was die Solidarität zu bedeuten hat, stehen heute als Verräter, dieser menschlichen und europäischen Solidarität. Lebend in einer immer mehr globalisierten Welt neigen wir trotz alldem zu mehr Isolation und Egozentrismus zu. Diese negative menschliche Haltung wandeln wir in die Tugend um, und genau das ist unsere Tragödie.  (Erzbischof Henryk Muszyński)

Erzbischof Henryk Muszyński wird als dritter Geistiger mit dem Polonicus-Preis ausgezeichnet, davor erhalten die Auszeichnung Erzbischof Alfons Nosol und Prälat  Stanisław Budyn, Rektor Polnischer katholischen Mission in Deutschland. Erzbischof Muszynski war Primas von Polen, heute ist er emeritierter Erzbischof von Gneisen und Professor Theologischer Lehre.  Den Doktortitel erhielt er für seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema: „Vorstellungen vom Fundament im Alten Testament. Archäologie und Exegese”. Seine Habilitation schrieb er zum Thema: "Jesus Christus - das Fundament und Grundstein katholischer Kirche im Spiegel gurmanischer Texte.“.  Er ist Autor von wissenschaftlichen Arbeiten aus der Bibellehre, Priestertum,  den christlich-jüdischem Dialog und zur geistigen Einheit Europas. Weltforscher schätzen ihn als einen der wenigen katholischen Forscher, der auf sachliche Weise die Manuskripte von Qumran erforscht hat. Er setzte sich für den christlich-jüdischen und polnisch-jüdischen Dialog ein. Unter Kritik stellte er den Antisemitismus und Antipolonismus. Als seine bischöfliche Devise nahm er die Worte: „In Verbo Tuo” (auf Deutsch: „Auf dein Wort“).

Und doch der  Polonicus-Preis 2019 wird weder für seine wissenschaftliche Erkenntnisse noch für dutzende lebhafte Predigte verliehen. Mit dem Preis will man vor allem sein Engagement für den Aufbau des europäischen Dialogs und der deutsch-polnischen Verständigung ehren.  Im Jahr 1995 redigierten Erzbischof Muszyński zusammen mit dem Bischof  Walter Kasper den Brief polnischer und deutscher Episkopate: zum Dialog, Versöhnung und gemeinsamen christlichen Werte im Namen des Aufbaus vereinten Europas. 

Heute ist er besorgt, da Polen gerade die größte Krise in deutsch-polnischen Beziehungen erlebt. In einem Interview mit Lidia Ciecierska und Tomasz Dostatni bedauerte er, dass in europäischen Kontext, Polen auf eigenen Wunsch, sich auf komplette Isolation verurteilt. Gemeinsames Europa benötigt Zusammenarbeit und Mitverantwortung. Dialog ohne Zusammenarbeit wird nicht funktionieren.  Wiederum gelungener Dialog benötigt Vertrauen und das Vertrauen wird nie funktionsfähig ohne Verständnis für  anderen Menschen.

Auf die Frage welche sind die Ursachen gewisser Ausweglosigkeit in den deutsch-polnischen Beziehungen, antwortet er offen, im Gegensatz zur manch anderer Kirchenvertreter: „Ich sehe zwei Hauptgrunde, einerseits die Ablehnung polnischer Regierung zur Aufnahme von  Flüchtlingen, und Reparationsanforderungen an Deutschland“ und fügt zu: „junge Polen und Polinnen suchen nach einem Leben in Ruhe und Versöhnung, in einer gemeinsamen Welt. Das ganze Gezerre gegenüber heutigem Deutschland - für die Geschehnisse vor über achtzig Jahren-  es  ist einfach   unverständlich“. 

Auf die Frage, ob er die Hoffnung für die Verbesserung dieser Beziehungen sehe, sagte er: „Hoffnungsvoll ist die Tatsache, dass die Versöhnung unabhängig von Regierungen oder Kartellen ist. Versöhnung  ist ein langer Prozess, der auf menschlicher Ebene geschieht – unter Familien, Wertegemeinschaften, kirchlichen Gemeinden und zwischen konkreten Völkern“.

Folgend zittert er die Worte des Erzbischofs Nosol, der einmal sagte: „Die Versöhnung zwischen Polen und Deutschland ist ein Wunder (…) Ich habe die Hoffnung, dass die deutsch-polnische Versöhnung sehr beständig ist, vor allem weil zu deren Grundlage nicht die Politik lag, sondern wahrhaftiger christlicher Akt der Vergebung“.

Seit paar Jahren lässt sich nicht verbergen, dass die polnische Kirche weltanschaulich sehr zersplittern ist. Um Besorgnis sorgen  Aussagen einiger Erzbischöfe wie,  Marek Jędraszewski, Sławoj Głódzi oder Józef Michalik. Gleichzeitig wird zum Glück die gleiche Kirche durch Erzbischof Muszyński, Polens Primas Wojciech Polak, der Metropolit von Lodz Kardinal Grzegorz Ryś und Kardinal Konrad Krajewski vertreten – durch Menschen, die die Kirche offen und in einem Dialog mit Rest der Welt gestalten. Diese Kirchenvertreter gestalten die Kirche, die dem Menschen entgegen kommt. Eine Kirche die sich aus der Geste der Barmherzigkeit freut. Eine Kirche die Brücken, nicht Mauer baut.

Erzbischof Muszyński hat sich mit seinen offenen Äußerungen bei einigen Kirchen- Vertretern unbeliebt gemacht, vor allem bei den Anhängern der PiS Regierung.

"Ich stelle nicht in die Frage, dass es in unserer Geschichte heldenhafte und schöne Taten gab, auf die wir stolz sein können; jedoch,  es gab ebenso elende und nicht christliche Taten – deren Existenz wir nicht zugeben wollen“ – unterstreicht Erzbischof.

Erzbischof Muszynski ist nun vor allem ein Geistiger,  ein Mensch der Kirche, der seine Priesterwürde als Dienst dem Gott und der Gesellschaft wahrnimmt.

Im Vorwort zum Buch:” Im Dienste des Wortes in Primats-Gneisen”, das 2018 herausgegeben wurde, schrieb er, dass heute mehr als je davor erfülle ihn große Dankbarkeit dem Gott gegenüber für alles was er habe erleben dürfen.

Primas Polens Erzbischof Wojciech Polak sagte: „Dank der Lektüre des Buches, habe ich diesen Menschen – Erzbischof Muszynski – von neu an entdecken dürfen. Einen Menschen der den Aufruf vom Primiz-Bild das ganze Leben mit großem Engagement verfolgt:

„Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden  

Leonard Paszek

Bildnachweis: Foto - Agencja Gazeza,

fot. Krzysztof Żuczkowski / FORUM

 

„Deutsch-polnische Zusammenarbeit auf der Wirtschafts-, Integrations- und Kulturebene aus der europäischen Perspektive“. Das 15. Jubiläum des Beitritts Polens zur Europäischen Union stellt eine hervorragende Gelegenheit, in einer Podiumsdiskussionsrunde im Kreise von Vertreter der Wirtschaft,  Polonicus-Preisträgern, Experten, Studenten und interessierteren Fachleuten über heutige Integrationsfragen im Sinne aktueller Sozialpolitischen-und Wirtschaftssituation zu diskutieren. 

Polonicus-Wirtschaftsforum

Samstag, 18.05.2019 I 14.00 Uhr

Krönungssaal, Rathaus der Stadt Aachen, Markt, Aachen

Das Institut Polonicus verleiht Auszeichnungen an engagierte Menschen, die sich stark für den deutsch-polnischen und europäischen Austausch, Dialog und Verständigung einsetzen. Die europäische Polonia will eine Austauschplattform im Sinne des Runden Tisches einleiten. Mit  dem Wirtschaftsforum will man zum Austausch über Wirtschaftsaktivitäten der Polen in NRW einladen und über bilaterale - deutsch-polnische - Wirtschaftsbeziehungen informieren. 

Die Schirmherrschaft übernahmen Thorsten Klute (Polonia Beauftragter des Landes NRW), und Joseph Neumann (MdL, Stellvertreter der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe im Landtag NRW).

Veranstalter: Veranstalter: Polregio e.V. mit dem Europäischen Institut für Kultur & Medien Polonicus VOG in Zusammenarbeit mit: Karlspreisstiftung und Stadt Aachen. Finanziert aus den Mitteln des Ministerium für Kinder, Familie, Fluchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.    

Redaktion Polonia VIVA            

Info: www.institut-polonicus.eu

Zgłoszenie: Formularz zgłoszenia

Wnioski o akredytację medialną na adres: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

                                                          

Grazyna Slomka ist Initiatorin und Leiterin des Festivals des Neuen Polnischen Films „Filmland Polen”. Ihre erste Präsentation polnischer Filmproduktionen hat sie im 1997, bereits zwei Jahre nach der Übersiedlung nach Deutschland mit großem Erfolg organisiert. Das deutsch-polnische Kinopublikum konnte damals 30 Spiel- und Dokumentarfilme sehen und mit zahlreichen hervorragenden polnischen Filmemachern diskutieren. Auf dieses erfolgreiche Erstlingsprojekt in Deutschland folgte u.a. eine gelungene polnische Filmwoche im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover.

In Zusammenarbeit mit den Kommunalkinos, dem polnischen Konsulat in Hamburg und Poloniaorganisationen in Nordedutschland baut Grazyna Slomka daraufhin ihre Aktivitäten aus. „Filmland Polen” wird zur wichtigsten wiederkehrenden Präsentation des neuen polnischen Films und mit den drei festen Spielorten in Hannover, Lübeck und Kiel sowie regelmäßigen Gastveranstaltungen u.a. in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Nürnberg und Berlin zum festen Bestandteil des polnischen Kulturkalenders in Deutschland.

Seit im Jahre 2008 alle Festivalbeiträge mit deutschen Untertiteln gezeigt werden, ist das Filmland Polen auch für diejenigen deutschen Kinogänger zugänglich, die die polnische Sprache und Kultur nicht kennen. Grazyna Slomka zeigte im Rahmen ihrer Filmpräsentationen in den vergangenen Jahren 300 polnische Filmproduktionen und lud zum Gespräch mit den Zuschauern in Deutschland nahezu 100 namhafte polnische Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Drehbuchautoren, Komponisten und Filmkritiker ein, darunter zahlreiche Stars des polnischen Kinos. Die regelmässige Durchführung eines solchen Vorhabens wäre ohne ein handlungsstarkes und rund um die Uhr einsatzbereites Team nicht möglich.  Dieses besteht aus den Töchtern der Festivalleiterin, Kama und Mareike, sowie ihrem mit dem Filmvirus infizierten Ehemann, dem Hannoveraner Unternehmer Tomasz Slomka.

Grazyna Slomka ist Pädagogin, Filmwissenschaftlerin und Journalistin. Ihre Radiosendungen sind insbesondere den polnischen Hörern in Deutschland gut bekannt. Sie ist Gründungsmitglied der polnischen Redaktion des Radio Flora, und hat im Programm des Senders jahrelang viele Kulturprogramme u.a. zur Filmthematik vorbereitet und moderiert.

Das polnische Kino stand auch im Mittelpunkt ihrer Zusammenarbeit mit Radio Multikulti und Funkhaus Europa. Zur Zeit ist sie u.a. im Radio COSMO vom WDR, RBB und RB als Autorin und Moderatorin des Filmmagazin „Wie im Kino” zu hören. Live kann man sie am 18. Mai bei der Polonicus-Gala im Aachener Rathaus erleben.

Jacek Tyblewski

 

Wir möchten Sie herzlich zur Vorlesung von Prof. Dr. habil. Paweł Mackiewicz einladen. Die Vorlesung findet am 12. April 2019 um 18.00 Uhr in der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, im Raum 2094 statt.

Paweł Machcewicz, Historiker, Professor am Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften,
Gründungsdirektor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig und dessen Direktor von 2008 bis April 2017.

Thema des Vortrags: Die heutige polnische Geschichtspolitik.
Moderation:  Dr. habil. Brygida Helbig-Mischewski

Nach dem Vortrag laden wir um 19.30 Uhr im Rahmen der Galerie der UGD
zur Vernissage von Arbeiten von Wojciech Jaszczyk ein.
Einführung: Dr. Piotr Olszówka

Wie üblich, gibt es eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Wein und Brezel.
Um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

 

Studierende von zwei Musikhochschule aus Posen und Danzig geben am Donnerstag, 4. April, ein Passionskonzert in Victor's Residenz Margarethenhof. Das Ensemble, zu dem auch die Laatzenerin Marta Gadzina gehört, war vor kurzem mit dem gleichen Programm auf Konzertreise in Polen. Mit dem Auftritt in Laatzen startet die Gruppe eine Tournee durch Norddeutschland. Als Musiker sind Karina Chomicz (Sopran), Andzelika Gminska (Mezzosopran), Marta Gadzina (1. Violine), Weronika Bagniewska (2. Violine), Maria Magdalena Woźniak (Viola), Ignacy Krzemiński-Iwan (Cello) und Monika Swiechowicz (Generalbass) dabei. Dirigiert wird das Konzert von Kinga Kordeczka.

Das Ensemble hat sich durch eine Zusammenarbeit der beiden Musikhochschulen in Posen und in Danzig zusammengefunden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelte die Studentin Marta Gadzina, die in Hannover geboren wurde und in Posen Violine studiert, die Idee für ein gemeinsames Passionskonzert. Gespielt wird vor allem Musik aus der Barockzeit. „Mit dem letzten Programmpunkt, dem Ave Maria von Astor Piazzolla, wird die Ästhetik allerdings etwas moderner und somit gebrochen“, sagt Gadzina.

Gleichwohl drehe sich das Stück um das gleiche Thema wie die vorausgehenden: Marias Leiden. „Als Mutter des zum Tod verurteilten Jesus spielt Maria in der Passionsgeschichte eine sehr wichtige und sehr emotionale Rolle“, sagt Residenzleiter Adrian Grandt. Die Arie aus der Matthäuspassion "Erbarme dich unser" von Johann Sebastian Bach bringe wiederum die Scham und die Verzweiflung von Petrus als Zeugen der Exekution zum Vorschein, ergänzt Gadzina. Giovanni Battista Pergolesis "Stabat mater dolorosa" sei hingegen weniger traurig und düster. „Manche Arien sind sogar das komplette Gegenteil“, findet Gadzina. Pergolesi schildere mit seiner Musik ganz konkrete Ereignisse. „Im sechsten Teil hört man zum Beispiel das Seufzen Jesus auf dem Kreuz.“ Das Stabat mater sei Pergolesis letztes komplettes Werk und zugleich eine neue musikalische Idee in der damaligen Musikwelt. „Niemand zuvor hat solche harmonische Strukturen geschaffen.“

Moderiert wird das Konzert vom Residenzleiter Adrian Grandt. Er liest zudem Bibeltexte zur Musik. Die Veranstaltung in Victor’s Residenz, Mergenthalerstraße 6, beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Daniel Junker


http://www.haz.de/Umland/Laatzen/Laatzen-Polnische-Studenten-spielen-bei-Passionskonzert-Pergolesis-Stabat-Mater

Europa im Griff der globalisierten Welt

Nach dem britischen Referendum über den Austritt aus der EU sowie mit dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den Vereinten Staaten müht sich Europa nach Kräften um eine Übereinkunft darüber, welche weiteren Schritte nun richtungsweisend sein könnten. Europa ist nach diesen beiden politischen Einschnitten in ihren Grundfesten erschüttert und sieht sich zu einer Atem- und Bedenkpause genötigt, um den eigenen Platz in der globalisierten Welt und die Beziehungen mit den übrigen Akteuren der internationalen Politik ebenso wie die derzeitige Verfasstheit der Gemeinschaft nochmals gründlich zu überdenken. Man kann es auch so sehen: Die EU hat die „amerikanische“ und die „britische“ Lektion als eigene Hausaufgaben aufzufassen und selbständig zu bewältigen. Im Folgenden möchte ich mich auf just diese Lektionen und daran anknüpfende Aufgaben konzentrieren, da sie mit Blick auf die Zukunft der EU und somit auf die Zukunft Polens gewisse Auswirkungen mit sich bringen und einige damit einhergehende Schlüsse zulassen.

 

Amerikanische Lektion

Nach den letzten US-Wahlen zeichnet sich ein Trend ab, die eingespielten Regeln der transatlantischen Zusammenarbeit, wie sie aus der Nachkriegsordnung hervorgegangen ist, und die Rolle internationaler Institutionen grundsätzlich infrage zu stellen. Dies geschieht ungeachtet dessen, dass beides jahrzehntelang den Frieden sicherte und den freien Handel förderte. Jetzt sollte es gezielt gelockert werden, um das Feld den Supermächten, darunter auch solchen mit regionaler Wirkungskraft, zu überlassen, damit diese über bilaterale Verträge und auf der Basis eigener Wertevorstellungen die bestehende Weltordnung untereinander neu vermessen und aushandeln können. So wie es schon in der Vergangenheit manchen multilateralen Strukturen ergangen war, die zur bloßen Fassade verkamen und rasch überholt erschienen, könnte die Union genauso an ihrer Anziehungskraft und Orientierung verlieren und schrittweise den Zerfall ihrer Integrationsfähigkeit erleben. Man ist daher gut beraten, dies frühzeitig zu erkennen und sich darauf gefasst zu machen, bilaterale Beziehungen mit den Supermächten einzugehen. Gleichzeitig muss man einsehen, dass einem System, welches sich auf transaktionäre Deals stützt und seine Existenzberechtigung von einer eng begriffenen Nutzenmaximierung, von Protektionismus und dem Recht des Stärkeren ableitet, wenig entgegenzusetzen ist.

In der westlichen Welt herrscht aktuell eine Stimmung vor, die sich gegen die Eliten richtet. Das liberale Rezept gegen wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme, die etwa mit der Migrationsfrage zusammenhängen, wird massiv in Zweifel gezogen. Dies alles wird überlagert von kritischen Debatten über soziale Auswirkungen der Systemtransformation in den neuen EU-Mitgliedstaaten. Angesichts dieser Entwicklungen haben in Ostmitteleuropa alternative Entwicklungskonzepte an Zuspruch gewonnen. Diese gehen davon aus, dass sowohl internationale als auch europäische Institutionen zusehends an Bedeutung verlieren werden.

Hingegen stellen etliche Verfechter der liberalen Demokratie die Frage, ob es sich denn wirklich lohne, die so mühsam erarbeiteten Erfolge der internationalen Institutionen generell anzuzweifeln. Sei es denn wirklich ratsam, in die Zeit der wie auch immer gearteten Vorherrschaft der Supermächte und des Protektionismus zurückzufallen? Man wisse ja sehr wohl darum, wie so etwas in der Regel endete. Sei es denn wirklich von Vorteil, ein System aufzugeben, das auf gegenseitigen solidarischen Verpflichtungen und der gemeinsamen Entscheidungsfindung basiert? In Anbetracht solcher Herausforderungen hat Europa den neuen Spielregeln eine klare Absage erteilt und setzt seitdem beharrlich auf das bisherige Vorgehen. Europa gab zu Protokoll, es wolle an einer Zukunftsvision arbeiten, die den europäischen Regeln entspricht. Es weiß ja um seine eigene Konkurrenzfähigkeit, die nicht trotz, sondern ausgerechnet wegen der Einhaltung solcher Regeln möglich ist. So ist es beispielsweise bekannt, dass Investoren Länder mit stabilen demokratischen Institutionen bevorzugen. Dies geschieht nicht zuletzt deshalb, weil solche Länder bessere Rahmenbedingungen für Innovationen bieten. Wer denn sonst, wenn nicht die Europäische Union, kann ein internationales Bündnis gründen, das stark genug wäre, sich den protektionistischen Allheilmitteln in den Weg zu stellen? Oder: Wer ist denn überhaupt in der Lage, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sich der dunklen Kehrseite der Globalisierung entgegenzusetzen, die Verlierer des freien Handels in Schutz zu nehmen und auf die Einhaltung sozialer Standards zu pochen?

Es ist doch die Europäische Union, die jährlich 87 Milliarden Dollar für Entwicklungshilfe bereitstellt, während die Vereinigten Staaten für diesen Zweck, der ja ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Politik zur Krisenprävention und Konfliktvorbeugung ist, lediglich 31 Milliarden Dollar ausgeben. Die EU stellt unter Beweis, dass sie bereit ist, den Benachteiligten und Bedürftigen dieser Welt eine helfende Hand entgegenzustrecken, und sei es etwa in Bangladesch, das dank der die Entwicklung des Landes fördernden EU-Nullzölle seine Waren im Wert von 15 Milliarden Euro in die Länder der Gemeinschaft exportiert. Die EU kooperiert überdies mit wirtschaftlich angeschlagenem Jordanien, das allein Millionen Geflüchtete aus Syrien aufgenommen hat. Die umfänglichen Hilfen der EU für das Land gelten vor allem den Maßnahmen zur Arbeitsvermittlung für Geflüchtete. Es gibt in den anderen Weltregionen nicht viele Länder, die sich über solche strategischen Hilfen unbedingt den Kopf zerbrechen, zumal in einer erneuten Phase des um sich greifenden nationalen Eigensinns. Werte und Verantwortungsgefühl bleiben weiterhin eine „Währung“, die Europa mit Erfolg einsetzen und sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen kann. An alle polnischen Befürworter einer Entwicklung, an deren Ende die Union infolge der Vorherrschaft wirtschaftlicher und politischer Supermächte obsolet sein würde, sei diese Anmerkung erlaubt: Bei der Bilanz direkter ausländischer Investitionen in Polen werden die USA mit 2,5 Prozent (Deutschland dagegen mit 20 %) und bei der Handelsbilanz mit drei Prozent ausgewiesen (der Anteil Deutschlands hingegen wird mit 25 % beziffert).

Beim Gipfeltreffen im Juli 2018 zwischen den Präsidenten der USA und Russlands in Helsinki wurde ein neues Kapitel des Dramas aufgeschlagen. Beim Thema Sicherheit müssen daher die transatlantischen Beziehungen auf der Prioritätsliste für Europa ganz oben stehen. Aber Präsident Trump trägt seine Absichten offen zur Schau, die europäische Integration zu zerschlagen; dass Wladimir Putin es schlecht mit der EU meint, ist ebenfalls längst bekannt. In dieser Lage geht ein EU-Mitgliedsland, welches beim Ausbau seiner Beziehungen mit Washington auf die „antieuropäische“ Karte setzt, ein enormes Risiko ein. Ja, es ist geradezu ein todesmutiges Handeln. Wenn man bei dieser Frage – Schwächung der Europäischen Union bei gleichzeitiger Umkehrung der Weltordnung – vermutet, beide Weltmächte agierten Hand in Hand, muss man sich vergegenwärtigen, dies würde unweigerlich zur Wiederherstellung russischer Einflüsse in der ganzen Region führen. Mit anderen Worten: Die Sicherheit der Länder unserer Region wäre in Gefahr.

Ohne den EU-Schutzschirm würden europäische Länder zu zweitrangigen Spielern auf dem Schachbrett der Weltgeschichte verkommen. Gegen Sicherheitsgarantien würden sie von den Weltmächten gegeneinander ausgespielt werden, die sie im Gegenzug dazu verdonnern würden, ihren eigenen Interessen Folge zu leisten und dabei eine grenzenlose Loyalität an den Tag zu legen. Wie Andrzej Halesiak in der Tageszeitung „Rzeczpospolita“ (20.06.2017) ausführte, wird das globale Klima für kleine und mittelgroße Staaten, die in ruhigeren Zeiten bei Militärausgaben sparen und von der Liberalisierung des Handels ebenso wie vom freiem Technologietransfer profitierten, zunehmend unangenehm. Wenn die politischen Spannungen wachsen und internationale Institutionen geschwächt werden, werden die Belange dieser Welt komplizierter. Dazu gehört zudem die Rücksicht darauf, dass die Frontlinien bei der Verteidigung eigener Interessen heutzutage einerseits zwischen den einzelnen Staaten verlaufen, andererseits immer deutlicher sogar zwischen den Staaten und den internationalen Großkonzernen. Derzeit, so Halesiak, gebe es für kleine und mittelgroße Länder „keine günstigen Rahmenbedingungen, um das politische Spiel auf eigene Rechnung zu betreiben“.

Angesichts all dieser Trends kann man der Ansicht sein, die Rolle der EU in der globalen Wirtschaftspolitik werde nicht kleiner, sondern könne eher noch an Gewicht gewinnen. Stabiles Wachstum und klare Anzeichen für die Überwindung der Krise in der EU (endlich wurden die erwarteten Investitionsprogramme aufgelegt) werden obendrauf die Wiederherstellung der Bedeutung Europas mit seinen spezifischen Soft-Power-Ressourcen auf der internationalen Bühne begünstigen. Über alle Erwartungen hinaus haben in der letzten Zeit viele Staaten ihre Bemühungen intensiviert, mit der EU Handelsverträge abzuschließen. Und in den wirtschaftsnahen Kreisen der EU-Länder selbst muss man niemanden davon überzeugen, es würde viel leichter fallen, Handelsbarrieren im Umgang mit schwierigen Partnern aus anderen Erdteilen aus dem Weg zu räumen, wenn man ihnen gegenüber als Gemeinschaft auftritt. Um diesen Umstand wissen polnische Kosmetikhersteller (wie Bielenda aus Krakau) oder Keramik-Produzenten (beispielsweise die Bunzlauer „Manufaktura“), die seit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea im Jahre 2011 exorbitante Exportüberschüsse einfahren. So konnte Bunzlau zu einem europäischen Zentrum für Keramik aufsteigen; Stadt wie Region erleben ihre Blütezeit.

 

Die Politik ist wieder angesagt

In Brüssel wird in diesen Tagen viel über die erzwungene Rückkehr des Politischen gesprochen. Die europäische Integration wird dabei gewöhnlich als ein Friedensprojekt bezeichnet. Aber wenn zurzeit der Frieden in Europa stärker als zuvor von der außereuropäischen Großwetterlage abhängt, muss man die europäische Außenpolitik anders einordnen. Sie muss mit neuem Sinn gefüllt und mit einem höheren Stellenwert versehen werden. Die EU hat sich lange Zeit nicht für das außereuropäische Ausland interessiert, die europäische Diplomatie ist ja auch erst vor kurzem aus der Taufe gehoben worden. Doch die Spannungen und Konflikte im direkten Nachbarschaftsraum genauso wie die Migrationskrise haben uns keine andere Wahl gelassen. Die Forderung nach einer „Entpolitisierung“ der Gemeinschaft und der überholte Glaube an die alleinige Wirkmächtigkeit von Verfahren und Regeln sind zu einer Utopie geworden. Der lange Urlaub von jeglichen geopolitischen Überlegungen ist gerade abgelaufen. Man darf sich nicht länger nur auf den Schutzschirm der Amerikaner verlassen, man muss deutlich mehr in die eigene Verteidigungsfähigkeit investieren, die zerstreuten Ressourcen bündeln und die eigenen Institutionen noch effizienter machen. Man hört, die Regierungschefs sollten sich intensiv mit der Außenpolitik befassen, und zwar nicht nur in Krisenzeiten, sondern auch im politischen Alltag. Nur dann wird man dieses Politikfeld nicht nur den größten oder wichtigsten Machtspielern überlassen müssen oder – unter einem anderen Blickwinkel betrachtet – dieses Feld zu etwas mehr als nur einer Summe von nationalen Politiken einzelner Mitgliedstaaten umgestalten können.

Die Europäische Union muss jetzt mit all ihrem Stolz auf die eigene Soft Power eine beharrliche Anbahnung rechtlicher Lösungen unter Einsatz einer multilateralen Diplomatie verfolgen; sie muss sich nun entschlossen der neuen Realität stellen: Der Rückkehr der Großmächte und einer multipolaren Welt. Damit geht einher, dass die Union ihre Selbstdarstellung von einer Gemeinschaft, die keine großen politischen Ambitionen hege, revidieren muss. Als zentral erscheinen dabei zwei Aspekte. Erstens, die EU sollte es lassen, sich als die Avantgarde einer liberalen Ordnung zu sehen, ja sich gewissermaßen als den Oberlehrer universeller Werte aufzuspielen. Eine solche Selbstwahrnehmung weicht heute ohnehin vor einem anderen Leitbild zurück – nämlich der EU als einem Akteur, der die Errungenschaften der liberalen Demokratie zu schützen weiß, und zwar vor allem innerhalb der eigenen Gemeinschaft und in seinen Beziehungen zu der Außenwelt, die in großem Maße den Gesetzen der Realpolitik folgt und dabei andere Bezugsgrößen zu beachten hat, als es bei der Union der Fall ist. Zweitens, man sollte sich selbst nicht mehr einbilden, es möge gelingen, die Partner nach eigenem Willen umzustimmen. Ebenso wenig kann man die Nachbarn grundsätzlich wie potenzielle Mitglieder der eigenen Gemeinschaft behandeln und stillschweigend davon ausgehen, sie werden dies auch anstreben.

Ein erster Ansatz für eine angemessene Antwort auf die grundlegenden Veränderungen in der politischen Großwetterlage war die im Juni 2016 beschlossene neue Globale Strategie für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Diese wird von einem auf Grundsätzen beruhenden, regelbasierten Pragmatismus geleitet und verfolgt weniger anspruchsvolle, dafür aber realistischere Teilziele rund um die Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit. Ohne die eigene Prinzipientreue oder demokratische Werte aufzugeben, werden mithilfe der Globalen Strategie einige Kurskorrekturen vorangetrieben, um mit wirksameren Maßnahmen und auf verschiedenen Wegen die europäische Sicht auf die globale Ordnung auf der Grundlage des Völkerrechts geltend zu machen. Die Strategie berücksichtigt den Umstand, dass unsere Partner nicht wie einzelne Bestandteile künstlich gebildeter Schalterstellen in der jeweiligen Region behandelt werden wollen, die einer standarisierten Bewertung unterliegen. Sie fühlen sich unwohl in der ihnen bislang von der westlichen Welt zugedachten Rolle als bevormundete Akteure. Um ihre Nachbarschaftspolitik erfolgreich voranzutreiben, wird die Europäische Union stärker auf die externen Partner zugehen, gemeinsam mit ihnen maßgeschneiderte Reformen abstimmen und diese unterstützen müssen.

Generell muss sich die Union mit der Tatsache abfinden, dass die Staaten in ihrer Nachbarschaft und deren Umgebung mittel- und langfristig eine engere Bindung mit regionalen Mächten eingehen und sich dabei von anderen Wertevorstellungen leiten lassen. Die Glaubwürdigkeit der liberalen Demokratie ist erschüttert, sie erscheint im Allgemeinen nicht mehr attraktiv genug. So hat sich gezeigt, wie selbst in Europa anderweitige Entwicklungskonzepte an Zulauf gewinnen. In diesem Sinne sieht sich die EU einer geopolitischen Einsamkeit ausgesetzt.

Diese unvermeidliche Lektion in Demut und nüchternem Selbstanspruch, der die Grenzen der eigenen Agenda erkennt, birgt jedoch eine wichtige Chance einer neuen Legitimation des Integrationsprojektes. Die „Rückkehr des Politischen“ bedeutet ja keineswegs eine Selbstaufgabe, sondern ist vielmehr als eine Chance zu begreifen, sich der neuen Realität anzupassen und dieser mit Veränderungen zu begegnen. Nicht zuletzt kann man so den Bürgern besser vermitteln, was die EU ihnen gewährt und welche Gefahren sie von ihnen abwendet, mit anderen Worten – wozu es die EU überhaupt gibt und warum es besser ist, ihr anzugehören.

 

Britische Lektion

Die Entscheidung der Briten über den Austritt aus der EU hat die Überzeugung untergraben, jede Krise nütze der Gemeinschaft. Die alte Lesart, die Union gehe aus jeder Krise nur gestärkt hervor, weil sie in der Lage sei, neue Steuerungsinstrumente für die Zukunft auszuloten, ist seitdem nur eingeschränkt haltbar. Die EU-Brexit-Unterhändler mühen sich an der Schadensbegrenzung für beide Seiten, aber niemand wagt heute zu behaupten, es gelinge am Ende, den Schaden abzuwehren. Die britische Lektion läuft also darauf hinaus, die Beziehungen innerhalb der verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten so auszurichten, dass die Identität der verkleinerten Gemeinschaft nachhaltig gestärkt wird und die EU aus den Brexit-Verhandlungen handlungsfähiger und krisenfester hervorgeht. Was ist zu tun, damit dies gelingt?

Die europäische Integration wurde zunächst als ein Friedensprojekt forciert mit dem Ziel, durch eine enge wirtschaftliche Verflechtung der Mitgliedstaaten zukünftige militärische Konflikte zu verhindern. Daraus wurden mehrere Handlungspraktiken abgeleitet, die wir bislang sowohl für die mitgliedstaatlichen als auch die nachbarschaftlichen Beziehungen für selbstverständlich hielten. In einer Zeit, in der sich Krisenerscheinungen mehren, werden viele dieser Handlungspraktiken hinterfragt. Etwa die Annahme, enge politische Beziehungen und Handelskooperationen mit EU-Nachbarn würden unweigerlich zu einem Transfer unserer Standards und Werte führen; bloß anstatt einen Werte-Export zu betreiben, haben wir immer wieder eher Chaos importiert. Die europäische Solidarität begann zu bröckeln und die gegenseitige Abhängigkeit, die giftigen historischen Auseinandersetzungen Einhalt gebieten sollte, hat diese gelegentlich noch befeuert. So war das auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in der Währungsunion, als historische Aufrechnungsdebatten besonders schwere Schatten über das Verhältnis zwischen Berlin und Athen warfen. Dabei sollte doch die Zusammenarbeit im Euroraum die weitestgehende Form einer praktizierten gegenseitigen Abhängigkeit statuieren und der Flasche mit den Geistern der Vergangenheit einen Korken verpassen. Natürlich nur, wenn der Euroraum sich bewährt.

Die Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) musste daher auf die Prioritätsliste gesetzt werden. Die EU hat darüber hinaus eines erkannt: Sie wird von den Bürgern nicht nur an den Ergebnissen ihres Engagements für den Fortschritt gemessen. Was die EU-Bürger umtreibt, sind die Begleiterscheinungen der Globalisierung, der Einwanderung oder generell des Prinzips der gegenseitigen Abhängigkeit. Sie erwarten von der EU, dass diese ihnen das Gefühl von Sicherheit vermittelt, indem sie entsprechende Mechanismen zum Schutz der als bedroht empfundenen Identität entwickelt. Dies deckt sich generell mit der Forderung, die negativen Folgen der Globalisierung einzudämmen oder gar abzuwenden.

Die heutige europäische Erzählung sollte daher nicht mehr nur an die ursprünglichen Argumente über die Gründung der Gemeinschaft als Friedensprojekt anknüpfen. Sie sollte sich ferner nicht ausschließlich auf finanzielle Leistungen zugunsten der Mitgliedstaaten beschränken. In den Vordergrund rückt heute nämlich der Schutz vor den negativen Auswirkungen der Globalisierung, flankiert durch das Argument, wir werden die gewaltigen Herausforderungen, die bereits jetzt vor uns stehen oder in Zukunft auf uns zukommen, nur gemeinsam bewältigen. Die Botschaft muss daher lauten: Selbst wenn die bestehenden Lösungsansätze nicht mehr greifen (die darauf abzielen, den Widerspruch zwischen der Übermacht der Finanzmärkte und der ihr kaum beizukommenden staatlichen Regulierung zu überwinden), so werden wir gemeinsam an besseren Lösungen arbeiten.

Dem Katalog gebotener Schlussfolgerungen sollte man die Konsequenzen der im Krisenmodus (Finanzkrise, Ukraine-Krise, Migrationskrise) vorangetriebenen Umgestaltung der EU seit 2008 hinzufügen. Die EU richtete damals ihr Augenmerk darauf, all diese Brandherde zu löschen, was ihre tatsächlichen Leistungen in den Hintergrund treten ließ, beispielsweise die Einrichtung von Euro-Rettungsschirmen für verschuldete Staaten oder den Aufbau der Energie- und Bankenunion. Es fehlte an Zeit und Ressourcen, diese Erfolge zu verbuchen und deutlich zu machen, was die EU für ihre Bürger leistet und wie menschennah sie tatsächlich agieren kann. Ohne dieses wichtigste Instrument ihrer eigenen Legitimation ausspielen zu können, wurde die EU vor allem mit Krisen in Verbindung gebracht, was ihr ohnehin bereits angekratztes Ansehen zusätzlich schrumpfen ließ. Zu den wahren Problemen – an denen es wahrlich nicht fehlte – gesellte sich also noch ein weiteres, nämlich die Wahrnehmung der EU als Teil des Problems und nicht der Lösung.

Vor diesem Hintergrund war es mehr als notwendig, das Löschen von Brandherden und den Krisenmodus hinter sich zu lassen und dazu zu übergehen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Vor dieser Aufgabe stand nun der Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der in seiner Rede zur Lage der Union vom September 2017 davon zu überzeugen versuchte, Europa habe wieder Wind in den Segeln. Angesichts des Wirtschaftsaufschwungs, der guten Beschäftigungslage und der europäischen Investitionsoffensive verkündete er das Ende der Krise. Zwar habe auf der politischen Bühne der anti-europäische Populismus an Kräften gewonnen, doch es nicht geschafft, die politische Ordnung Europas ernsthaft ins Wanken zu bringen. Als Reaktion auf diese Populisten-Welle hätte in den meisten Mitgliedstaaten sogar die pro-europäische Stimmung deutlich Aufwind erfahren. Die Befürworter der bisherigen Integrationsleistungen seien in die Offensive getreten. Deshalb rief Juncker dazu auf, den positiven Wirtschaftsausblick und den günstigen Wind zu nutzen.

Juncker spricht sich für eine Synthese liberaler und sozialer Ansätze aus, betont die Bedeutung der Einigung auf eine europäische Säule sozialer EU-Standards und stimmt folgendem Befund zu: Die Konsolidierung eines breit gefächerten Lagers all derjenigen, die für Weltoffenheit und Zusammenarbeit einstehen, sei heute viel wichtiger als weiter das ideologische Korsett zu schüren. Juncker hat ähnlich wie der französische Staatspräsident Emmanuel Macron die Zeichen der Zeit erkannt. Während aber Macron sich für eine Beschleunigung der Integration in einem kleineren Kreis der Eurozone einsetzt (Europa der zwei Geschwindigkeiten), fühlt sich Juncker auf den Plan gerufen, die Integrität der EU der 27 Mitgliedstaaten zu retten. Er versteht zwar, wieso die langsamsten von ihnen das Reformtempo der gesamten Union nicht vorgeben sollten, möchte aber, dass die Einheit der Union gestärkt und nicht durch die verschiedenen Geschwindigkeiten auseinandergetrieben wird.

Der Kommissionspräsident schlägt daher vor, einige Integration fördernde Projekte zu vollenden, vor allem die Wirtschafts-, Währungs- und Bankenunion sowie die Reform des Schengen-Raums. Wenn dabei alle Mitgliedstaaten mitkommen, so wird die Debatte über die Geschwindigkeiten obsolet werden. Damit würden wir einen entscheidenden Schritt in Richtung einer größeren Kohärenz und Integrität Europas tun. Juncker hat erstens an Berlin und Paris ein Angebot mit Vorschlägen übermittelt, die eine Kompromissfindung bei der Vollendung der Bankenunion herbeiführen könnten, ohne die ein umfassender Reformprozess der EWWU bekanntlich nicht eingeleitet werden kann. Zweitens hat er Rumänien und Bulgarien dazu ermuntert, dem Schengen-Raum zügig beizutreten. Und drittens hat er für Länder, die noch außerhalb der Währungsunion verbleiben, einen Maßnahmenkatalog zusammengeschnürt, die den Beitritt zum Euroraum technisch und finanziell unterstützen.

Dieses Angebot richtet sich unter anderem an Polen und weitere Länder der Region, die in Europa der zwei Geschwindigkeiten eine Gefahr sehen. Juncker sendet damit ein sehr klares Signal an diese Länder. Er tut es in einer Situation, wo eine wachsende Zahl der Mitgliedstaaten für eine weitergehende Integration der Union im Euroraum eintritt und gleichzeitig mit dem Gedanken spielt, die weiteren finanziellen Hilfen für die Nettoempfänger in der EU davon abhängig zu machen, ob diese sich bei der Verteilung von Flüchtlingen solidarisch zeigen oder die Missstände bei der Rechtsstaatlichkeit beheben. Juncker gibt damit zu verstehen, die Europäische Kommission – die von ebendiesen Ländern harsch kritisiert wird – sei im Grunde ihr wichtigster Verbündeter. Denn zur Aufgabe der Kommission gehört es, für die Integrität der Gemeinschaft zu sorgen und auf die Bremse zu treten, sobald sich eine Gefahr abzeichnet, diese könnte auseinanderdriften. Die Lage hat sich allerdings zugespitzt, nachdem die Europäische Kommission im Mai 2018 den langfristigen EU-Haushaltsplan für die Jahre 2021–27 vorgelegt hatte.

Bei den EU-Haushaltsverhandlungen wird sich rasch zeigen, dass für Polen – soweit das Land noch länger das Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstöße gegen Rechtsstaatlichkeit am Hals haben sollte – nicht die Haltung der Kommission in dieser Frage das eigentliche Problem sein könnte, sondern der Druck seitens der Steuerzahler und Unternehmer auf die Regierungen der Mitgliedstaaten. Vor allem bei den Nettozahlern der EU wird auf die Überprüfung gedrungen, ob das EU-Recht unter den Bedingungen einer vollen politischen Kontrolle über die Justiz geltend gemacht werden könne. Vor diesem Hintergrund werden schon jetzt Vorschläge laut, künftig die Auszahlung von Hilfsgeldern aus Brüssel an die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit-Prinzipien zu koppeln. Es geht dabei nicht einmal darum, inwiefern dies dann überhaupt überprüfbar wäre, noch ob bei der Abstimmung auf der Grundlage des Art. 7.1 des EU-Vertrages („Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der Rechtstaatlichkeit“) die erforderliche Mehrheit der Mitgliedstaaten sich hinter den Rat stellt. Es wäre besser, wenn das Problem der Verletzung gegen die Rechtstaatlichkeit vor der entscheidenden Runde der Haushaltsverhandlungen behoben wäre, denn es schwächt die polnische Verhandlungsposition und verhindert die Fähigkeit, Koalitionen zu schmieden.

Mit Blick auf das Resümee meiner Ausführungen über die Reform und die Umgestaltung der Union darf wohl davon ausgegangen werden, dass man bei diesen Vorstößen eher auf differenzierte statt auf einheitliche Integration nach dem Motto: „Mehr Europa in jedem Bereich“ setzen wird. Die Erstere verspricht schlicht mehr Erfolgsaussichten. Wichtig dabei ist, dass die Vielfalt (die heute ohnehin schon gegeben ist) vor allem die Integration stärkt sowie die Kohärenz des europäischen Rechts und der EU-Institutionen gewährleistet und nicht das Risiko des Auseinanderdriftens der Union erhöht. Die Ideen, Trennwände des europäischen Haues niederzureißen und die nationale Identität und Kulturen der einzelnen Länder zu verwischen, werden nicht greifen. Heute wird es ohnehin von kaum jemand ernsthaft gefordert. Solche Ideen werden wohl nur noch als ein Phantom fortbestehen, das von den Gegnern der Union immer wieder gerne heraufbeschwört wird.

Dass ein solcher Reformweg eingeschlagen wird, ist wohl kaum als ein außerordentliches Ruhmesblatt anzusehen. Noch ist er als eine bereits erledigte Hausaufgabe nach den Erfahrungen rund um den Brexit zu werten. Auch die Brexit-Kampagne selbst kann kaum als ein Beweis für politische Klugheit oder Vernunft herhalten – im Vereinigten Königreich behandelte man die Union allzu häufig wie eine Geisel innerpolitischer Frustrationen und diverser Parteieninteressen. Daraus ergibt sich eher eine klare Lehre: Wenn man sich als EU-Mitgliedstaat darauf einlässt, auf Distanz zur Union zu gehen, also intern einen Exit aushäkelt, geht gleichsam die eigene Glaubwürdigkeit verloren. Und diese braucht man, um den unsäglichen Prozess später einzuhegen oder unter Kontrolle zu halten.

 

Eigennütziges und gemeinschaftliches Handeln

Aus dem obigen Denkmodell ergibt sich für Polen eine klare Schlussfolgerung, es sei in jedem Fall ratsam, angesichts derzeitiger Vorgänge in Europa zwischen eigennützigem und gemeinschaftlichem Handeln gut abzuwägen. In dem Augenblick, wo die Union wieder erstarkt ist und wichtige Entscheidungen über deren zukünftige Entwicklung anstehen, muss man ernstzunehmende und verlässliche Verbündete um sich scharen und überflüssigen Problemen aus dem Weg gehen. Alles läuft darauf hinaus, einen vertretbaren Kompromiss bei der Frage der Rechtstaatlichkeit zu finden, um bei den Verhandlungen über den mehrjährigen EU-Haushalt koalitionsfähig zu bleiben. Es kommt darauf an, bei der Verfolgung eigener Interessen die Trümpfe, die Polen vormals einen „Mehrwert an Bedeutung“ verliehen, nicht aus der Hand zu lassen. Ebendiesen Trümpfen war es geschuldet, als Warschau im derzeitigen EU-Haushalt für die Jahre 2014–2020 rund 4,5 Milliarden Euro mehr an Hilfsgeldern aus Brüssel für sich herausschlagen konnte, und zwar trotz des Umstands, dass der Haushalt für alle Mitgliedstaaten um rund 40 Milliarden Euro geschrumpft war. Polen galt damals als ein Land, das die EU-Fördermittel rational einsetzte und sich aktiv für die Belange der Gemeinschaft einbrachte.

Die weitere Herausforderung besteht darin, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten unbedingt zu vermeiden, weil es ein hohes Risiko in sich birgt, an den Rand jeglicher Einflussnahme zu geraten und den Zugriff auf EU-Hilfsgelder zu verlieren. Die mangelnde Beteiligung in den zentralen EU-Politikfeldern versperrt den Weg zur Mitbestimmung über Ressourcen, die demnächst dorthin umgeleitet werden. Sollte man aus diesen wichtigsten Projekten (etwa rund um die Migration oder Verteidigung) auf eigenes Betreiben hin aussteigen, wäre es gleichbedeutend mit dem Ausschluss aus dem Entscheidungskern der Gemeinschaft. Polen hat sich über Jahre einen guten Ruf erworben, indem es als ein Bindeglied zwischen der Eurozone und den EU-Ländern ohne Euro fungierte. Polen trat zwar für eigene Interessen ein, ließ es aber nicht zu, dass die Union zerbröckelte. Damit verfolgte Polen ein wichtiges gemeinschaftliches Ziel. Man hat das Land unterstützt und war seinen Anliegen wohlgesonnen.

Die Union ist kein Paradies auf Erden, aber in unruhigen Zeiten ist es ein ziemlich sicherer Ort. Insbesondere für ein Land, welches Jahrhunderte lang den geopolitischen Gewalten ausgesetzt war und wegen seiner Zwischenlage „östlich vom Westen und westlich vom Osten“ zu leiden hatte. Zu viele Generationen von Polen waren dazu verdammt, ein unstetes Leben in diesem Niemandsland zwischen Ost und West zu führen, um jetzt die Chance auf eine historische Verankerung zu verspielen.

Wir brauchen die Union nicht als eine Utopie, in die wir uns vor den realen Problemen flüchten. Sie ist kein Mythos, der unsere eigenen kulturellen Wurzeln für ungültig erklären oder durch etwas anderes ersetzen soll. Die europäische Integration ist eine zivilisatorische Entscheidung, die dabei hilft, die eigenen Wurzeln zu wahren und sie auch für andere nachvollziehbar zu machen. Die einzige Alternative wäre, sich Mythen und Illusionen hinzugeben, die ein Selbstbild untermauern, das wirklich niemanden interessiert. Nur dass Polen solche Mythen und Illusionen nicht braucht, denn unter anderem die Mitgliedschaft in der Europäischen Union hat dem Land dabei geholfen, sein Selbstwertgefühl zu stärken. Allein schon aus diesem Grund wäre Polen gut beraten, aus dem Kern dieser Gemeinschaft nicht auszuscheiden.

Aus dem Polnischen von Marcin Wiatr

Marek Prawda

Diplomat, ehem. Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Polen.

Der Beitrag gibt ausschließlich die eigene Meinung des Autors wieder.

Die in eine böse Liebesbeziehung verwickelte Matylda erhält vom Schicksal eine unerwartete Chance in Gestalt einer Reise nach Vietnam. Matylda ist nicht die einzige Reiseteilnehmerin, die sich mit ihrem bisherigen Leben auseinandersetzen möchte.  Auch  die von den  Medien verfolgte Tochter eines Filmstars, Bianka, Kamil, der seinen Erinnerungen zu entfliehen versucht, und sein angeblich bester Freund, Madej, traten die Reise nach Vietnam an.  Beziehungen, Dilemmas und private Kleinkriege dieser Personen beschreibt Zofia Mossakowska in dem 2012 im renommierten Verlag  "Prószyński i S-ka" erschienenen Buch „Zegnaj kochanku“ (Adieu, Liebhaber).

Die Hauptfigur ihres letzten Buches „Akrobaci“ (Akrobaten), der energiebeladene Teenager Antek wird infolge eines Unfalls schwerbehindert. Er verkriecht in seiner Wohnung, sein Leben beschränkt sich auf die virtuelle Welt.  Erst der Besuch von Tante Helena, einer vom Leben enttäuschten Frau, die versucht, Überbleibsel von früheren Idealen zu retten und sich anderen Menschen zuzuwenden, ändert diese Situation.  Die beiden Unglücklichen finden eine gemeinsame Sprache und gründen kurz darauf ein Büro für Briefeschreiben. Es geht dabei nicht um virtuelle, sondern um traditionelle Briefe. Schreiben, die kaum jemand noch schreibt, die Mut und Zuversicht zusprechen und helfen.  Das Engagement der Beiden wird zur Quelle von vielen privaten Komplikationen.

Die Bücher von der in Mönchengladbach lebenden Zofia Mossakowska stellen Analysen und das Aufeinanderprallen von unterschiedlichen menschlichen Charakteren vor. Interessante  Dialoge werden um spannende Beschreibungen sowohl des menschlichen Inneren wie auch der Gegebenheiten ergänzt. Ihre Bücher geben einen tiefen Einblick in die Seele.

Ihre schriftstellerische Tätigkeit fing mit dem Büchlein "Tęsknoty wasze bez granic" (Eure grenzenlose Sehnsüchte), einer Sammlung von Reflexionen über Auswanderung und Porträts von Menschen, die aus Polen nach Deutschland auswanderten,  an.  Niemand von diesen Personen ahnte damals, dass es sich um eine Emigration für immer handelt. Man verlässt den Ort seiner Kindheit, realisiert seien Träume und wird zum Emigranten.

Zofia Mossakowska träumte von der Schauspielerei,  entschied sich allerdings für ein Studium der Romanistik und arbeitete in Polen als Lehrerin.  Sie hat weitere Berufe und Diploms: als Reiseführerin, Assistentin der Geschäftsleitung, Übersetzerin und Stenografin,  ist dennoch glücklich, diese Papiere während Bewerbungsgespräche nicht zeigen zu müssen.  Sie liebt das Bücherschreiben.  Durch das Schreiben findet sie Zeit für Pflege von Erinnerungen und Vergangenheit. In der alten, geschnitzten Truhe ihres Hauses in Mönchengladbach bewahrt sie sorgfältig Briefe und alte, aus der Zeit in der Heimatstadt Torun stammenden Fotos, auf.

Ihre Zukunft stellte sie sich in Torun vor, seit sie ihre Heimatstadt verlassen hat, ist kein Ort für sie „für immer”. Sie verließ Torun mit der Migrationswelle des Jahres 1989.  Wenn sie ein bisschen länger mit der Umsiedlung  nach Deutschland gezögert hätte, dann wäre sie heute noch mit Sicherheit in Torun. Jetzt weiß sie, dass sie trotz eines gemütlichen und stabilen Zuhauses immer noch unterwegs ist. Wahrscheinlich wird es für immer so bleiben.

Ihre Stabilität gestaltet sie gemeinsam mit dem Kinderarzt und aufmerksamen Psychotherapeuten Jacek und Tochter Agatka, die wahrscheinlich den Spuren des Vaters folgt.  Auch Jacek sucht außerhalb der Arbeit nach neuen Herausforderungen. Er verwirklicht sich in der Band Allan Vylco and the Voltanics, in der er auf Tasteninstrumenten spielt. Die Eheleute wissen ganz genau, wie sie leben möchten und ziehen Gemütlichkeit, Freunde und Kennenlernen der Welt dem Reichtum vor.  Sie wollen keinen einzigen Tag vergeuden.

Auf die Frage nach Hobbys antwortet sie: „Ja, ich mag Reisen und Menschen auf Reisen. Ich fotografiere gerne, um die Zeit anzuhalten. Theater, Oper, Tanz und Tarot. Ich singe im polnischen Kirchenchor mit sehr traditionellem Repertoire, klassische Werke und Kirchenlieder“.

Sie zitiert gerne unsere polnische Literaturnobelpreisträgerin „...glaubt mir, ich lebe”.

Leonard Paszek

 

 

 

 

Für den 22. Wettbewerb um den Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2019 haben die nationalen Jurys in Berlin und Warschau 27 Beiträge nominiert. Die Ehrung in den fünf Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen, Multimedia und „Journalismus in der Grenzregion“ erfolgt bei einer Gala am 13. Juni im Schloss Topacz in der Woiwodschaft Niederschlesien. Die Veranstaltung ist Höhepunkt der Deutsch-Polnischen Medientage, die in diesem Jahr unter dem Motto „Zerfällt Europa?” vom 13. bis 14. Juni im Niederschlesischen Filmzentrum in Breslau (Dolnośląskie Centrum Filmowe) stattfinden.

Für den Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2019 wurden folgende Beiträge nominiert:

Kategorie Print

  1. Sehnsucht Freiheit. Tomasz Kurianowicz, Jakob Ganslmeier. Elbphilharmonie Magazin
  2. Langsam verhallt die Hymne der Bergleute. Dr. Gerhard Gnauck. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Redaktion Politik
  3. Das Unvorstellbare. Philipp Fritz, Matthias Hauke. Welt/Welt am Sonntag
  4. „Spacerek” i inne przyjemności. Niemiecki dom polskiego psa. Agnieszka Wójcińska. Magazyn Goethe Institut w Polsce
  5. Nie czujesz, jak płoniemy? (wersja drukowana) / Gdy wszystko się wali, śpiewam (wersja online). Joanna Strzałko. Gazeta Wyborcza, Duży Format
  6. Uchodźcze dzieci dużo rozumieją. Urszula Ptak. Krytyka Polityczna

Kategorie Hörfunk

  1. Das neue Polen – stolz, kompromisslos, argwöhnisch. Dr. Conrad Lay. Hessischer Rundfunk, hr2-kultur-Featureredaktion
  2. Fahrraddiebe – Folge 4. Pia Rauschenberger. Deutschlandfunk Nova
  3. Klub der Widerspruchsuchenden. Markus Dichmann, David Kowalski. WDR, Musik und Radiokunst / Feature
  4. Bombowiec i inne opowiadania. Małgorzata Żerwe. Radio Gdańsk SA
  5. Bettina z Żabiego rogu. Piotr Kaszuwara. Polskie Radio Wrocław
  6. Schowane w pamięci. Ewelina Kosałka-Passia. Polskie Radio Program 1/Polskie Radio Katowice

Kategorie Fernsehen

  1. Der Bilderfinder. Olaf Bock. ARD Europastudio Brüssel
  2. Gott – Ehre – Vaterland. Polens Nationalisten marschieren. Natalie Steger, Milena Drzewiecka. Phoenix Dokumentationen
  3. Grenzerfahrung. Ein Tag an beiden Seiten der Oder. Jan Wiese, Adrian Bartocha. RBB, Redaktion Investigatives und Hintergrund.
  4. Zmuszeni do męskiej prostytucji. Łukasz Frątczak, Marcin Rybak. Superwizjer TVN

 

Kategorie Multimedia

  1. Abtreibung in Polen: Mein Körper, dein Land, unsere Rechte. Kaja Puto, Anna-Kristina Bauer. Cafébabel – das Europamagazin
  2. Polnische Jugend: Karriere unter Tage. Helene Bienvenu, Kasia Strek. Cafébabel – das Europamagazin
  3. Polen ist doch Einwanderungsland, für Ukrainer. Tatiana Kozak, Gregor Fischer. Cafébabel – das Europamagazin
  4. Onet On Tour – Niemcy. Jarosław Kuźniar. Onet.
  5. Angeli Merkel nie wolno stawiać w rzędzie przeciwników Polski. Agnieszka Maj. Interia Fakty
  6. Zrób sobie rodzinę. Katarzyna Brejwo. Magazyn Goethe Institut

 Kategorie „Journalismus in der Grenzregion“

  1. Europastadt Görlitz/Zgorzelec, zwei Länder – eine Stadt? Roman Nuck, Holger Lühmann, MDR
  2. Land und Leute Pomerania – Unterwegs auf dem Greifenpfad. Frank Breuner. NDR, Nordmagazin Land und Leute
  3. Neonaziści na polskiej granicy. Jacek Harłukowicz, Michał Kokot. Gazeta Wyborcza
  4. Historie z Pogranicza. Jolanta Rudnik. Polskie Radio Koszalin
  5. W domu mówimy po polsku. Małgorzata Jurgiel. Redakcja publicystyki, Polskie Radio Szczecin SA

Die Juroren trafen ihre Wahl aus insgesamt 115 Einsendungen, davon kamen  59 aus Deutschland und 56 aus Polen. Die Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Stifter des Preises sind die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die Robert Bosch Stiftung sowie sechs Partnerregionen: die drei Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Sachsen sowie die drei Woiwodschaften Dolnośląskie (Niederschlesien), Zachodniopomorskie (Westpommern) und Lubuskie (Lebuser Land). Weitere Informationen sind auf www.medientage.org abrufbar.

Kontakt:
Frieda Pirnbaum
Büro des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises Tadeusz-Mazowiecki
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1, 01097 Dresden
Tel.: + 49 351 81609-48
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Magdalena Przedmojska
Projektkoordinatorin
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbei
Zielna 37, 00-108 Warszawa
Tel.: +48 (22) 338 62 73+48 (22) 338 62 73
Fax: +48 (22) 338 62 01
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

"KLERUS" in Regie von Wojciech Smarzowski in Rahmen des 16. Festivals des Neuen Polnischen Films - Filmland Polen 2018/2019 in Hamburg und Hannover.

Vor einigen Jahren verband ein tragisches Ereignis die Geschicke von drei jungen Klerikern. An jedem Jahrestag der Katastrophe, in der sie auf wundersame Weise mit ihrem Leben entkamen, treffen sich die jungen Priester, um ihr Überleben zu feiern. Das Leben hat sie an völlig unterschiedliche Orte geführt. Lisowski (Jacek Braciak) ist Mitarbeiter in der Kurie in einer großen Stadt und macht dort Karriere. Er träumt vom Vatikan. In seinem Weg steht der Erzbischof Mordowicz (Janusz Gajos), im Luxus schwimmender Kirchendignitar, der seinen politischem Einfluss dazu nutzt, um ein in Polen größtes Sanktuarium zu bauen. Trybus (Robert Więckiewicz) ist ein Dorfpfarrer. An einem Ort voller Armut dient er seiner Gemeinde, erliegt jedoch immer häufiger den irdischen Versuchungen. Kukuła (Arkadiusz Jakubik) verliert trotz seines innigen Glaubens Tag für Tag das Vertrauen der Gemeindemitglieder. Bald werden die Geschichten der drei Kleriker wieder miteinander verschmelzen. Die kommenden Ereignisse werden das Leben jedes Einzelnen von ihnen verändern.

"KLERUS", Regie: Wojciech Smarzowski
Polen 2018, Drama, 133 Min.

Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Darsteller: Arkadiusz Jakubik, Jacek Braciak, Robert Więckiewicz, Janusz Gajos, Joanna Kulig, Iwona Bielska, Iza Kuna,

Katarzyna Herman, Adrian Zaremba

Zu Gast in Hannover und Hamburg:  Mikołaj Trzaska - Musiker und Komponist.

Musikautor von Wojciech Smarzowski's Filmen:

Das Haus des Bösen / Dom zły; Rose / Róża; Traffic Department / Drogówka; Zum starken Engel / Pod mocnym aniołem; Wołyń; Klerus/ Kler.

In dem Film werden Themen angesprochen, die unbequem und schwierig sind und in dem kirchlichen Alltag oft verschwiegen werden. Die Schicksale der drei Geistlichen zeigen, dass Prister – wie ihre Gemeindemitglieder – Menschen sind, die Ihre Zweifel, Ihre Höhen und Tiefen haben und denen nicht, was menschlich, fremd ist.

Die Vorführungen finden statt:

23.03.2019, 15:00 Uhr /Samstag / Hamburg

Kino Metropolis, (Kleine Theaterstraße 10,Tel. 040 342353)

Achtung, der Tag und die Uhrzeit der Vorführung wurde geändert !!!

24.03.2019, 11:00 Uhr /Sonntag / Hannover

Kommunales Kino, (Sophienstr. 2, Tel. 0511 168-45522)

Achtung, der Tag und die Uhrzeit der Vorführung wurde geändert !!!

Idee, Realisation und Koordination des Projektes FILMLAND POLEN: Grażyna Słomka, Deutsch Polnisches FilmForum e.V. Hannover.

Kataloge mit dem vollen Programm des Festivals und den Vorstellungen aller gezeigten Filme in deutscher Sprache

Internet: www.filmlandpolen.de

Grazyna Slomka

Festivaldirektorin "Filmland Polen"

Literarische Lounge lädt zur nächsten Ausgabe des Buchvortrags ein, der im polnischsprachigen Magazin durchgeführt wird Gadu Gadu, ausgestrahlt auf Radio Flora in Hannover und kürzlich in Multimedia übertragen Präsentationen auf YouTube. Literary Lounge ist ein engagiertes Gespräch und eine interessante Analyse ausgewählter Elemente Bücher und eine Fülle von Wissen und eine Informationsquelle über die Autoren und ihre Werke. Polonia Magazine Gadu Gadu,
Literary Lounge und Präsentationen auf YouTube sind vollständig nichtkommerzielle Projekte für Polonia in Deutschland.

Salonik Literacki na YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=PC0i2b0X0W0

 

 

Die Jury des POLONICUS-Preises hat zum elften Mal die Auszeichnungen verliehen. Das Europäische Institut für Kultur und Medien POLONICUS VoG ehrt durch die Preisverleihung besondere Aktivitäten und Beitrag zur Verbesserung des deutsch-polnischen Dialogs und zur Bekanntmachung und Vertiefung des Wissens über Polen und die polnische Kultur in Europa.

Die europäische Polonia möchte auf diese Weise ihre Dankbarkeit und Anerkennung für das großartige Engagement auf dem Gebiet der Integration und Bereicherung des Lebens der in Europa lebenden Polen ausdrücken.

Zu den diesjährigen Preisträgern des „POLONICUS 2019“ gehören bekannte und von der Polonia hochgeschätzte Persönlichkeiten:

 

 

Marcel Philipp, seit 2009 Oberbürgermeister der Stadt Aachen, ein deutscher CDU- Politiker, Mitglied der Karlspreisstiftung zu Aachen - mit dem Karlspreis wurden 3 Polen geehrt (Prof. Bronisław Geremek, seine Heiligkeit Past Johannes Paul II und Präsident des Europäischen Rats Donald Tusk); mit seiner Arbeit trug er einen großen Beitrag zur Integration polnischer Bürger, Polonia in NRW bei;

Der Preis wird verliehen für: „Verdienste um den deutsch-polnischen Dialog und die Unterstützung europäischer Bürgergesellschaft“.

 

 

 

Grażyna Słomka, polnische Aktivistin, Filmkundlerin, Regisseurin und Journalistin; seit über 20 Jahren präsentiert sie die neueste polnische Filmkunst und gleichzeitig die polnische Kultur im Rahmen des Autorenprojekt: „ Filmland Polen” in Deutschland,  mit ihrer Aktivität trägt sie zur Entfaltung der Bürgergesellsacht bei,

Der Preis wird verliehen für:  „außerordentliches Engagement für  Popularisierung polnischer Kultur in Deutschland“.    

 

  

 

 

Dr. Marek Prawda, promovierter Soziologe und Diplomat, seit 2016 Leiter der Vertretung Europäischer Union in Polen,  ehem. Botschafter Polens in Schweden, Deutschland und bei der Europäischen Union in Brüssel,

Der Preis wird verliehen für: „langjähriges Engagement für  gelungene Präsenz Polens in der Europäischen Union und  Europäischer Union in Polen“.

 

 

Mit dem Ehrenpreis wird für sein Lebenswerk und Verdienste um den europäischen Dialog  Erzbischof Senior von Gneisen und emeritierter Primas von Polen Prof. Henryk Muszyński geehrt, zudem ehem. Vorsitzender des katholischen Instituts für die Beförderung des jüdisch-christlichen Dialogs, des Dialogs mit der Russischen Orthodoxen Kirche, Co-Vorsitzender der Kontaktgruppe zwischen der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft mit der Verantwortung für Vertretung Polens, enger Vertrauter des Papstes Benedikt XVI.

 

Diesjährige POLONICUS Gala mit der Verleihung der POLONICUS-Preise 2019 wird am

 Samstag, den 18. Mai um 19.00 Uhr

im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.

Der Abend wird musikalisch durch den Chor „Benedictus“ aus Wuppertal begleitet.

Wir bitten alle an der Teilnahme Interessierten um eine schriftliche Anmeldung per E-Mail unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 26. April 2018. Der Eintritt ist frei, die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Die diesjährige Polonicus - Preis Verleihung  wird vom Polregio e. V. und dem Europäischen Institut für Kultur und Medien Polonicus VoG organisiert und aus den Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert.

Wiesław Lewicki
Vorsitzender der Jury des POLONICUS - Preises
Aachen, den 10.02.2019

 

Info: www.institut-polonicus.eu

Anmeldung: Formular

Mediale Akreditation: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

 

P.S. : Für eine Spende für unsere Polregio-Projekte werden wir dankbar: 

     Polregio e.V.,   Sparkasse Aachen, IBAN DE51 3905 0000 1070 1041 51

Auf Wünsch stellem wir eine "Spendenbescheinigung" für Ihr "Finanzamt“.  😊

Im Rahmen der Krefelder Atelier-Ausstellung „A48“ lade ich für den 31.3. und 7.4 sehr herzlich in mein Atelier auf dem Grönkesdyk 9 in 47803 Krefeld ein. Dass dieses Jahr 2019 auch in Krefeld ganz im Zeichen des 100jährien Bauhaus-Jubiläums steht, wird sich natürlich auch in meinem Atelier niederschlagen. Neben vielem anderen werden mehrere großformatige Arbeiten zu sehen sein, die sich mit einigen in unserer Stadt zu findenden architektonischen Zeugnissen der Bauhaus-Schule beschäftigen. Einen zweiten Schwerpunkt setzt eine Reihe von Illustrationen, die unter dem Titel „Arktische Miniaturen“  in der Auseinandersetzung mit Erzähltexten aus dem subarktischen und arktischen Raum entstanden sind.

Mein Gast ist dieses Mal die Goldschmiedin Steffi Morgenstern aus Heiligenhaus, die neuen Unikatschmuck präsentiert.

Weitere Einzelheiten zum Atelier-Rundgang finden sich im anhängenden Flyer.

 

Das Atelier ist an beiden Sonntagen von 11-18 Uhr geöffnet.

Ich freue mich auf Ihr und Euer Kommen!

Mit besten Grüßen,

Mauga Houba-Hausherr

Super Kino! zaprasza dzieci z Hanoweru i okolic na dwa filmy rysunkowe: "To pewna wiadomość" i "Kopciuch". Po projekcji wspólne zabawy muzyczne i rysowanie. Wszystkie dzieci mile widziane. Wstęp wolny!

16.03.2019 / 11:00 – 13:00   

Hanower, Freizeitheim Döhren, sala nr 1, An der Wollebahn 1/Ecke Hildesheimer Str.

więcej informacji pod: Super Kino  http://www.superkino.info/index.html

Eine musikalische Hommage an die unvergessliche - Marlene Dietrich. Ein stimmungsvoller Liederabend, der von Marlene Dietrichs Liebe, ihren Sehnsüchten, ihrem Heimweh, ihrer Weltoffenheit und von ihrem politischen Engagement erzählt. Eine Geschichte einer Persönlichkeit, die sich ihr Leben lang für Frieden und Freiheit einsetzte.
von und mit   Jola Wolters

23.03 2019 um  20:00 Uhr
Akzent Theater
65185 Wiesbaden
Rheinstraße 60
Tel.: 0611 97493055
 
 
24.03 2019 um 18:00 Uhr
(prowadzenie w języku polskim)
Akzent Theater
65185 Wiesbaden
Rheinstraße 60
Tel.: 0611 97493055

 

P r e s s e s t i m m e n

WAZ Herne
“...mit burschikoser, weißer Rüschenbluse, schwarzer Hose und glitzernden Ohrringen, fesselte die Blondine die Gäste von der ersten Sekunde an. Ihre Stärke sind die leisen Töne - die Sehnsucht in ihrer Stimme ist fast mit Händen greifbar. Sie singt „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, mit einem Funkeln in den Augen, bei dem man sofort versteht, warum die Dietrich sowohl die Männer als auch die Frauen verrückt machte. Es gibt wohl keine Sängerin, die näher an die große Dietrich herankommt und dabei trotzdem einen eigenen Stil bewahrt...“
 
“...Blondynka zauroczyła gości teatru od pierwszej sekundy/Jej siłą są ciche dźwięki - tęsknota w jej głosie jest prawie namacalna/ Kiedy śpiewa „Jestem od stóp do głów nastawiona na miłości” z błyskiem w oczach, to można od razu zrozumieć, dlaczego Dietrich zarówno mężczyzn jak i kobiety doprowadzała do szaleństwa..."

Kostproben:
Ich hab´noch einen Koffer in Berlin
https://www.youtube.com/watch?v=kMgVQz_WJDk
Mutter, hast du mir vergeben
https://www.youtube.com/watch?v=yuLaPfi4pkY
Das Lied ist aus
https://www.youtube.com/watch?v=MptEaCYggso


Frühlings Termine von Jola Wolters
 
    15.03 2019 / Marlene Dietrich und Ihre Lieder / Theaterhaus Rudi /  Dresden
    23.03 2019 / 20:00 Uhr / Marlene Dietrich und Ihre Lieder / Wiesbaden / Akzenttheater
    24.03 2019 / 18:00 Uhr / Marlene Dietrich i piosenki / Wiesbaden / Akzenttheater       
    11.04 2019 / 17:00 Uhr / Europa und seine Chansons: Polen / Duisburg / Stadtfenster
    18. 05 2019 / .......... / Karlsruhe (weitere Informationen folgen)
    09. 05 2019 / 17:00 Uhr / Europa und seine Chansons: Deutschland / Duisburg / Stadtfenster

weitere Informationen unter: www.jolawolters.de

Jola auf Youtube
Zapraszam do posłuchania i polubienia  moich/naszych muzycznych wykonań

https://www.youtube.com/user/jolawolters/videos

Gerne dürfen Sie diese E-Mail an weitere Personen weiterleiten. Danke!!

Wir möchten Sie herzlich zur Vorlesung von Jerzy Owsiak einladen. Die Vorlesung findet am 15. März 2019 um 18.00 Uhr in der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, im Raum 2094 statt. Jerzy Owsiak: Beobachter von flüchtigen und seltsamen Dingen. Glasmaler, Fernseh- und Rundfunkjournalist, Globetrotter. Gründer und Geschäftsführer der Stiftung Fundacja Wielkiej Orkiestry Świątecznej Pomocy WOŚP [Großes Orchester der Weihnachtshilfe], Ideengeber und Organisator der alljährlichen Veranstaltungen Das große Finale des WOŚP (Spendensammelaktion zur Ausstattung von Krankenhäusern in Polen) und des Musikfestivals Haltestelle Woodstock – seit 2018 unter dem Namen Pol’and’Rock bekannt. 

Thema des Vortrags: Am Beispiel des Großen Orchesters der Weihnachtshilfe wird Jerzy Owsiak erzählen, wie man verbindet statt zu trennen; wie man zusammen sein, gemeinsam wunderschöne Dinge schaffen und einen Großeffekt erzielen kann: eine Spendensammelaktion, die innerhalb der letzten 27 Jahre das polnische Gesundheitswesen mit einem Betrag von insgesamt über einer Milliarde Zloty unterstützt hat. Es ist ein Verdienst von vielen Menschen, auch Auslandspolen, die Jerzy Owsiak (Jurek) Globetrotter und Botschafter Polens zu nennen pflegt.

Moderation:  Dr. habil. Brygida Helbig-Mischewski

Aufgrund des großen Interesses bitten wir um Ihre persönliche Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Angemeldete Personen werden vorrangig eingelassen.

Nach dem Vortrag laden wir um 19.30 Uhr im Rahmen der Galerie der UGD zur Vernissage von fotografischen Arbeiten von Camilli Lobo ein.

Einführung: Dr. Piotr Olszówka

Wie üblich, gibt es eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Wein und Brezel.
Um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG


Finanzierung: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

          

 

In Nordrhein-Westfalen, einer der reichsten Gegenden Deutschlands nennt man Karnevalszeit „die fünfte Jahreszeit“. In den Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf, Aachen sowie Mainz fängt die Karnevalsaison mit Trommelwirbel am 11.11 um 11.11 Uhr an und dauert bis Aschermittwoch.

Die Zahl 11 steht für Überfluss, Übertreibung und Sünde, das Wort „carnelevare“ stammt aus Latein und wird als „Abschied von Fleisch“ übersetzt.

Auf Schritt und Tritt wird sichtbar, dass die Deutschen sich selbst auf die Schippe nehmen, so gehört z. B. die Vergabe der Auszeichnung „Wider den tierischen Ernst“ zu den größten Attraktionen in Aachen.

Besucher, die sich in Karnevalszeit in dieser Region aufhalten, sollen unbedingt vorher einige  unabdingbare Wörter und ihre Bedeutung kennenlernen.

Weiberfastnacht – der letzte Donnerstag des Karnevals, ab 11.11 Uhr schneiden bunt gekleidete Möhnen (alte Weiber) mit Scheren die Männerkrawatten ab, stürmen Rathäuser und übernehmen symbolisch die Macht in den Städten.

Ein weiteres wichtiges Wort sind Büttenreden, d. h. Karnevalsansprachen bzw. Narrenreden, die häufig in Form eines gereimten Gedichts auswendig aufgesagt werden. Sie beziehen sich auf aktuelle politische Ereignisse.

Für den Höhepunkt des Karnevals wird der Rosenmontag gehalten, an dem Rosenmontagsumzüge bzw. Karnevalsumzüge, farbenfrohe Paraden von verkleideten Karnevalisten, stattfinden. Die Umzüge starten morgens und ziehen einige Stunden lang, begleitet von Musik und Tanz, durch Zentren der größeren Städte in Nordrhein-Westfalen. Für die Liebhaber von Süßigkeiten ist es ein sehnsüchtig erwarteter Tag, aus Umzugszügen mit verkleideten Karnevalisten werden Bonbons mit Karamell in die Menge geworfen. Bei etwas Glück kann man auch eine in Folie verpackte Blutwurst ergattern. Während der Umzüge werden Hektoliter von Bier getrunken, die Straßenumzüge enden häufig mit einem Besuch in Pubs, Restaurants und Kneipen.

Der nächste Karnevalstag ist der Veilchendienstag, der letzte Dienstag des Karnevals, an dem in Köln vor dem Kneipeneingang männliche Strohpuppen, sog. Nubbel aufgehängt werden. Ihr Leben ist kurz, da sie in der Nacht von Dienstag auf Aschermittwoch feierlich verbrannt werden (Nubbelverbrennung), um Karnevalssünden zu büßen. Alles, was gut ist, endet leider schnell und einige Stunden später kommt die Fastenzeit.

Wenn man in der Karnevalszeit Deutschland besucht, so braucht man unbedingt ein Kostüm, gute Laune und Kondition für die sechstägige Feier.

Bożena Łatuszko / Quelle "Praktyczny Poradnik"

"HERZ DER LIEBE"("SERCE MIŁOSCI") - Ein Liebesdrama um ein in jeglicher Hinsicht außer­gewöhnliches Künstlerpaar, das versucht, eine Balance aus Dominanz und Unterwürfigkeit, Geben und Nehmen, in seiner komplizierten Beziehung zu finden. Wer hat die Urheberrechte an Ideen, die im gemeinsam Erlebten entstehen? Das hoch­emotionale Meisterwerk fesselt und fasziniert mit intensiver Bildsprache und Musik und hinterfragt Grenzen der künstlerischen Verarbeitung und ­Zur-Schau-­Stellung des Privaten und Intimen.
Berührend und auf wahren Begebenheiten beruhend porträtiert der Film das polnische Künstlerpaar Zuzanna Bartoszek und Wojtek Bąkowski. Beide sind bekannte Namen in der polnischen Kunstszene, ihre fesselnden Fotografien und ­Performances sind auf Youtube und Instagram sehr populär.

der Vorführung OF mit englischen Untertiteln

Die Vorführungen finden statt:

16.02.2019, 17:00 Uhr / Samstag/ Hannover 

Kommunales Kino, (Sophienstr.2, Tel. 0511 168-45522)

17.02.2019, 17:00 Uhr / Sonntag / Hamburg

Kino Metropolis, (Kleine Theaterstraße 10,Tel. 040 342353)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie herzlich zur Vorlesung von Prof. Dr. habil. Andrzej Friszke. Titel der Vorlesung:Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) und die deutsche Gauck-Behörde BStU – Ähnlichkeiten und Unterschiede. Die Vorlesung findet am 15. Februar 2019 um 18.00 Uhr in der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, im Raum 2094 statt.
Moderation: Dr. Piotr Olszówka

Nach der Vorlesung gegen 19:30 Uhr wird Zuzanna Skiba (www.zuzannaskiba.com) ihre Arbeiten im Rahmen der Gallerie der UDG präsentieren.
Einführung: Dr. Piotr Olszówka

Wie üblich, gibt es eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Wein und Brezel.
Um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

 

Die "Provinzschauspielerin" ist ein Monodrama von Joanna Stanecka und regie von Witek Danielczak. Der Text wurde von einer Schauspielerin geschrieben und verwendete kurze literarische Fragmente aus den Werken von Maria Kuncewiczowa. Es ist eine Komödie, ein witziger Patchwork aus Beobachtung, Reflexion und Wünschen aus dem Leben der Künstlerin, die in ihrem Kopf zirkulieren, bevor sie auf die Bühne geht. Trema, Eifersucht, Müdigkeit mit übertriebenem Ehrgeiz und der Kampf ums Bild werden mit Szenen aus ihren Träumen verwoben und skizzieren so ein lustiges Porträt einer Frau in den Dämpfen des Absurden.

Ich lade Sie herzlich zu einem guten Stück polnischem Theater und einer zeitgenössischen Komödie ein. Ich bin eine professionelle, aktive Schauspielerin nach einem Lodzer Film, der vor 24 Jahren auf der berühmten "Treppe von Polanski" geknipst hat und vor der nächsten Prüfung mit den Zähnen klappert. Eine zuverlässige Schauspielwerkstatt ist vor Ort. Überall im Süden unseres "Landes" lade ich Sie herzlich zum Theater und zum Lachen ein, um sich zu entspannen und ein gutes Wort, einen Kontext, eine Metapher und einen Humor zu geben.

ZEITMAULtheater

Imbuschplatz 11 (Eingang vom Nordring)

Bochum

www.zeitmaultheater.de

Tickets - 14 € ermäßigt 10 €

Reservierung - +491723547783

23.02. h. 19.00 - Premiere

17.03. h. 16.00

Das Netzwerktreffen fand am Freitag, dem 01. Februar 2019 statt. Ziel war es, die Idee hinter der Gründung einer Sozialinitiative für Europäer in Niedersachsen zu präsentieren und Privatpersonen, Vertreter von Organisationen und Organisationen mit Unterstützung sowie soziale und kulturelle Profile zur Unterstützung der polnischstämigen Bürger genannt Polonia einzuladen in der Stadt Hannover und der Region Niedersachsen.

Gründer der Initiative: Krzysztofa Rzepka, Sylwia Jasion i Katarzyna Kwapiszewska oraz uczestnicy spotkania sieciujacego dnia 1.02.2019.

Das Netzwerktreffen wurde von den eingeladenen Personen genutzt, um ihre eigenen pro-sozialen Aktivitäten, Inspiration, Erfahrungsaustausch, Erwartungen oder Bedürfnisse zu präsentieren, die mit der Steigerung der Wirksamkeit ihrer eigenen Aktivität an die Zielgruppe, die sie ausmachen, verbunden sind.

- Personen polnischer Abstammung, die Unterstützung im Bereich der Integration benötigen, unterrichten Germanisch
- Obdachlose
- Junge Leute mit Schul- und Anpassungsproblemen
- Eltern der behinderten Kinder
- Neuankömmlinge in Niedersachsen für Arbeit und ihre Familien
- behinderte Menschen und ihre Betreuer

Wir arbeiten mit Leidenschaft und sozialem Handeln. Wir werden nicht müde oder zeitlos. Sie müssen nur Zeit finden, um anderen zu helfen!

Während des Treffens äußerten die Teilnehmer ihre Hoffnung auf die erfolgreiche Umsetzung der vorgelegten Pläne und die Stärkung der Zusammenarbeit und der Inspiration.

Gründer der Initiative:

Krzysztofa Rzepka, Sylwia Jasion i Katarzyna Kwapiszewska

Info-Point-Polregio zeigt sich als erstest Migrantenselbsthilfe-Projekt für polnischstamige Bürger in NRW. Info-Point-Polregio zur Stärkung der Kompetenzen von Auslands-Polen – ein Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, Partizipation und Integration für Menschen mit polnischem Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen.

Das Pilotprojekt zur Ausarbeitung der Konzeption des Sozialen-Netzwerk-Büros zur Unterstützung Migranten polnischer Abstammung – „Polonia“ in NRW.  Wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkungsweise von sozialen Netzwerken im Migrationsprozess haben hauptsächlich Migration fördernde Kräfte festgestellt

(vgl.:   http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/57320/netzwerke).

Das Projekt soll beim Aufbau adäquater Unterstützungsformen, Vernetzung und Beratungsstrukturen am Zielort den (potenziellen) Migranten-Gruppen helfen. Im Rahmen des Projekts wird man in generationsübergreifenden Gruppen arbeiten. Das Projektvorhaben richtet sich sowohl an junge als auch ältere Migranten, Senioren, Familien (ebenso Familien mit Angehörigen mit Behinderung).

Das Projekt steht für jedermann mit polnischem Migrationshintergrund offen somit wird ein breites Themenspektrum aufgreifen werden können. Die Beratung dient zu der Stärkung der Kompetenzen von Auslands-Polen und wird demnach auf drei Grundsäulen basieren:

  1. Prävention und Aufklärung. Meine rechte. Meine Pflichten.
  2. Allgemeine Sozial-und Migrationsberatung, strukturelle Integration – Eingliederung in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt,
  3. Sprachliche Beratung im Rahmen der Sozialberatung, Kulturelle Integration.

Als ein wichtiger Bestandteil des Projekts wird der Aufbau von Expertenpool, Vernetzung und Förderung gesellschaftlicher Partizipation der Polen in NRW gesehen. Erster Standort des Projekts – „Kernbüro“ wurde in Aachen organisiert.

Das Info-Point-Polregio wird unabhängig von der Religion, der Weltanschauung und überparteiisch arbeiten.

Im Rahmen des Projekts soll ebenso eine Kompetenzen-Karte erfasst werden, die auf der langjährigen Erfahrung und dem Wissen polnischer Migranten basieren soll. In der Zukunft wird Etablierung guter ehrenamtlicher Strukturen geplant, in der ersten Linie im Rahmen des Experten-Pools. Unter Migranten polnischer Abstammung gibt es viele Experte und Fachleute, die gern das Wissen mit anderen teilen wollen. Das Projekt soll nicht nur das Unwissen aber auch das Wissen polnischer Migranten hervorheben.

Migranten polnischer Abstammung sind seit Generationen ein unzertrennlicher Bestandteil deutscher Gesellschaft. In NRW leben ca. 800 Tausend Menschen mit polnischen Migrationshintergrund, viele sind sehr gut integriert, bei vielen jedoch ist die Integration fehlgeschlagen oder nicht vollkommen. Jährlich kommen neue Einwanderer und deren Familien, somit öffnen sich die bilateralen Perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt und leider oft einseitigen Probleme im Bereich der Sozialpolitik, strukturellen Integration und im Endeffekt in der eigenen Familie. Die Polen sind ein Wirtschaftskapital, sie integrieren sich schnell, leisten gute Arbeit und bereichern die deutsche Kultur facettenreich. Die Migranten aus Polen leben und arbeiten oft Jahre lang unter Deutschen ohne den Nachbarn und den Arbeitskollegen gut verstehen zu können, ohne eigene Rechte und Pflichten hinterfragen zu wagen. Sie werden alt in der Gesellschaft, die sie nicht als eigene betrachten, weil man ihnen nie einen angemessenen Rahmen dazu geschaffen hat.

Die Familien, Alleinstehende, Kinder und Jugendliche, schließlich Senioren leiden still, jedoch würdevoll, unter mangelndes Wissen. Wir brauchen ein komplexes Informationssystem, ein Netzwerk, das all die Gruppen begleiten wird, nicht nur in der Notlage. Wir brauchen ein Netzwerk das präventiv agieren wird, da Nichts anderes als das Wissen kann ein Schlüssel zu vollkommener Integration werden, Integration in der man sich bilateral bereichert und ebenso bilateral versteht.

Wir laden Sie herzlich zur Zusammenarbeit ein!

Das Projektbüro befindet sich:

Polregio e.V.

Reichsweg 30 (NADELFABRIK)

III Etage

52068 Aachen

www. http://www.polregio.eu/

 

Das Projekt „Info-Point-Polregio wird aus den Mitteln des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert“ .

Der Saal gefüllt bis zum Rand, KonZert junger Gesangstalente aus Polen, Ovationen im Stehen, Übergabe der Auszeichnung „Pro Vita Polonia“, Tränen der Rührung, Danksagungen und endlich ein unvergesslicher Abend mit der lägendären Kultband „Trubadurzy“… Das alles konnten wir erfahren während des Kulturfestivals der Polonia „Klänge, die verbinden“, am 15.12.2018 im Kulturzentrum Döhren in Hannover, zum siebten Mal organisiert durch das Verbindungsbüro der Polnischen Vereine in Hannover und Niedersachsen“, und initiiert durch Frau Aldona Glowacka-Silberner.

Das Festival begann mit dem Festgesang „Gaude Mater Polonia“ durch den Chor der Polnischen Katholischen Mission „Cantate Domino“ unter der Leitung von Magdalena Stasch-Wazydrag, der uns durch den ersten Teil des Festivals begleitete. Grußworte sprachen der Konsul der Republik Polen, Herr Adam Borgkowski, sowie der Bürgermeister der Stadt Hannover, Herr Thomas Hermann. Das Festival ist die Gelegenheit zum Fördern der jungen Talente unter den Vokalisten.

Ganz am Anfang hörten wir die jüngste Teilnehmerin, die Gewinnerin des Wettbewerbs „Walbrzych hat Talent“, die Zehnjährige, etwas freche, dynamische und ausdrucksstarke Zuzanna Majchrzyk mit dem Lied „Wariatka tanczy“. Im ergreifend gesungenem „Kaktus“ zeigte sie die enorme Skala ihrer Stimme und unglaubliches Taktgefühl.

Ein besonderer Gast war die Schülerin von prof. Wojciech Pospiech, die achtzehnjährige Laura Dziaba aus Gdansk. Wie wir im Programmheft lesen durften, ist sie “[…] die Laureatin vieler Wettbewerbe, Festivals, Seminare und Teilnehmerin charitativer Veranstaltungen in Polen, Deutschland, Japan und USA“. Diese junge künstlerisch vielfältig talentierte Vokalistin mit seltener Stimmfarbe und selten anzutreffender künstlerischer Empfindlichkeit, brauchte nur einige Takte des Liedes von Violetta Villas „ List do Matki“, um das Publikum zu verzaubern. Sie kämpft seit je her mit der angeborenen Krankheit Osteogenesis imperfecta - der Glasknochenkrankheit. Im kurzen Interviev mit dem Moderator Marcin Antosiewicz erfuhren wir, dass das begabte Mädchen einen großen Wunsch hegt: ein elektrisches Piano zum Komponieren und Üben. Die Musik ist ihr ganzes Leben. Bei der Erfüllung des Traumes half der Pfarrer der PKM in Hannover, Tadeusz Kluba, mit den einfachen Worten: „Laura, jetzt hast Du es!“. Einen Hilfeapell richtete die Veranstalterin an das Publikum für den Erwerb eines speziellen Rollstuhls. Der Auftritt in Hannover war der erste Auftritt für die junge Frau, bei dem sie auf einem normalen Stuhl gesessen hat, und das Betreten der Bühne an der Hand der Mutter eine überwältigende Herausforderung.

Verdienten Personen für das gesellschaftliche Leben der Polonia wurde zur Auszeichnung der Preis „Pro Vita Polonia“ überreicht. Die erste Preisträgerin war Frau Magdalena Stasch-Wazydrag, seit dreißig Jahren Dirigentin und Leiterin des Chores der PMK in Hannover, der in diesem Jahr sein vierzigstes Jubiläum des Bestehens feiert. Im Foyer des Kulturzentrums konnte man die Jubiläumsfotoausstellung bewundern. Die Laudatio sprach Pfarrer Tadeusz Kluba.

Mit der nächsten Auszeichnung  für jahrelanges vielfältiges soziales Engagement wurde die Mitbegründerin und Vorsitzende der Hilsorganisation „Poldeh“, Frau Aneta Bertram aus Braunschweig ausgezeichnet. Ihre Laudatio sprach Frau Renata Gröger-Kania. Als Überraschung wurde die Auszeichnung „Pro Vita Polonia“ an Frau Sylwia Jasion für die Arbeit für und mit polnischen Obdachlosen in Hannover überreicht. Person und Arbeit der Ausgezeichneten stellte Aldona Glowacka-Silberner vor.

Als nächstes hörten wir wieder junge, begabte Talente der Voklakunst, die Siebzehnjährigen Olivia Krolikowska und Zuzanna Buckowska, beide entdeckt durch Herrn Adam Deneka, den Direktor des Kinder- und Jugendliedfestivals in Dobiegniew und der Vokalwerkstatt in Kamien Pomorski. Zusammen mit der Direktorin des Zentrums für Vokalkunst und des Internationalen „Rzeszow Carpathia Festival“, Frau Anna Czeczek, kamen Olivia Skora und Klaudia Zarzycka nach Hannover.

Alle Vokalistinnen ergriffen das hannoversche Publikum durch ihre Professionalität, Frische und Klang im passend ausgesuchten Repertuar der besten und bekanntesten polnischen, aber auch internationalen Gesangskünstler. Mit großem Temperament und Können tanzten und sangen die Folkloregruppen „Krakowiak“ aus Griesheim und „Polonia“ aus Hannover. In wunderbar farbenfrohen Trachten hat die Tanz- und Gesangsgruppe "Krakowiak“ Tänze und Gesänge der Region Rzeszow und polnische Nationaltänze in historischen Kostümen aus der Zeit des Herzogtums Warschau vorgeführt.

Im Zweiten Teil des Programms trat das gut bekannte Tanzensemble Polonia aus Hannover auf. In diesem Jahr übergab Frau Aldona Glowacka-Silberner nach dreißigjähriger Tätigkeit die Arbeit als Tanzlehrer und Choreograf an ihre begabte Schwester Charlotte Glowacka.

Der Höhepunkt des Konzertabends war der große polnische Schreittanz „Polonez“, den beide Tanzensembles zusammen mit dem Festivalpublikum zum Anlass des 100-jährigen Unabhängigkeittages Polens darboten.

Wie jedes Jahr konnte man Legenden der polnischen Kunstbühne bewundern. Dieses Jahr konnten wir die legendäre Band „Trubadurzy“ feiern, die im Sturm die Publikumsherzen ergriffen haben. Allen im Konzertsaal wurde die Musikpassion zuteil, die selbst nach 50 Jahren Bestehen immer noch strahlte.

Das siebte Kulturfestival der Polonia wurde sehr gut durch das Publikum aufgenommen, sowohl durch alte Besucherfans wie durch neue Gäste.

Danksagungen folgten ausgerichtet an die finanzierenden Institutionen:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg sowie dem Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland.

Für Polonia Viva - Katarzyna Piatkowska-Durka

Lachsalven, die mit einer Reflexion über die brennenden Fragen der Dorfbevölkerung verflochten waren, charakterisierten die Reaktionen des Publikums auf zwei Spektakel der Komödie „Zachciało sie wom Kalwaryi” von Ryszard Latka. Das Spiel in Regie von Anna Dembek-Łada, wurde durch Laienschauspieler am dritten Dezemberwochenende in Theater von „Gdańska” in Oberhausen gespielt und jedes Mal durch das Publikums mit Standing Ovations aufgenommen.

Die Idee des Spektakels initiierte Michał Nocoń 2016. Das damals durgeführte Casting brachte die ersten Schauspieler, die in Nocońs Regie mit den Proben angefangen haben. Mit der Zeit gab es dennoch Veränderungen. Aus beruflichen oder familiären Gründen bzw. wegen der großen Entfernung zum Wohnort  war für viele Schauspieler die regelmäßige Teilnahme an Proben unmöglich, so dass neue Castings neue Schauspieler bringen mussten. Die endgültige Besetzung wurde Anfang 2018 komplettiert,  Anna Dembek-Łada  übernahm die Regie.

Personen, die jetzt zu der Theatergruppe gehören, haben es trotz des großen Lampenfiebers mit großem Engagement geschafft, die Premiere vorzubereiten. Dank der selbständig vorbereiteten Dekoration verwandelte sich die Theaterbühne in „Gdańska” in ein Bauernhaus, in dem sich die debütierenden Schauspieler in Mitglieder der Familie Placek verwandelten.  Durch ihr hervorragendes Spiel zeigten sie die treibenden Kräfte der von ihnen verkörperten Personen: Geiz, Stolz und Verlangen. Das Stück wurde in der schlesischen Mundart, die mit der Mundart aus der Gegend von Wadowice vermischt war, vorgetragen. Eine sehr originelle Idee der Regisseurin bestand in der Bereicherung der Handlung um die aktuellen Aspekte der polnischen Realität.  

Die wöchentlichen Proben und die gegenseitige Akzeptanz führten zu einer freundschaftlichen Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Viele Gruppenmitglieder haben das Gefühl, zu einer Familie zu gehören. Diese Bindung wurde durch die Premiere vertiedift: „Wir streben keine Perfektion an, wir wollen nicht um jeden Preis Theater machen, für uns ist es wichtig,  uns zu treffen, Meinungen auszutauschen und durch kreative Atmosphäre Freude zu spüren”. Barbara Baldys, e die Oma spielt, ist von Anfang an Mitglied des Theaters. Sie bringt Theaterproben, Engagement in einem Gospelchor und Gitarrenunterricht  unter einen Hut mit dem Familienleben. Dorota Kawka-Grzeschik (Helka auf der Bühne) dachte nie daran, auf der Bühne zu stehen. Sie sollte Souffleuse sein und lernte den Text beinahe auswendig. Heute spielt sie eine der Hauptrollen. Roman Kątny (der Schmied) kam zum Theater direkt von der Polnischen Gemeinde „Piast”, in der er sich seit Jahren engagiert.

Marian Dudek (Ignac) wurde von einer Kollegin überredet, die Rolle des Zuschauers in die Rolle des Schauspielers umzuwandeln.  Wojciech Motyka (Józek) kann auf eine langjährige Bühnenerfahrung in Teatr Rozrywki in Königshütte zurückblicken. Zurzeit arbeitet er auch mit Pepe TV zusammen. Ania Wincek, die zu Proben aus Arnsberg kommt, wollte ihre fünfzehnjährige Tochter Natalia nicht alleine lassen und beschloss, sie einfach mitzunehmen. Heute freut sie sich über das gemeinsame Engagement.  Beide treten in dem Stück auf...eine spielt die Beamtin Fryta, die andere die verrückte Adele. Natalia kann das Bellen des Hundes ideal nachmachen. Ihren Theatertraum hat auch Renata Zub, die die Mutter – Ehefrau der Hauptfigur spielt, verwirklicht. Sie wohnt 100 km von dem Ort der Theaterproben entfernt. Renata spürt, dass sie ihren Platz gefunden hat. Für Leonard Paszek, die Bühnengestalt Placek, war die Bühne eine Überraschung. Er suchte das Theater „Gdańska „ auf, um es zu organisieren, währenddessen steht er auf der Bühne und spielt die Hauptroll

Das Team ergänzen der hervorragende Musiker Sławomir Olszamowski sowie der Fotograf und Beleuchtungstechniker Robert Widera.

Das Ganze wird von der Regisseurin Anna Dembek - Łada, die nach einem Casting zum Theater kam, überwacht. Zuerst sollte sie auf der Bühne spielen, in den Proben stellte sich heraus, dass ihre Verbesserungsvorschläge so zutreffend waren, dass man ihr vorgeschlagen hat, die Regie zu übernehmen. Sie absolvierte Germanistik und bereitete beruflich einige Aufführungen mit Kindern und Jugendlichen vor. Sie stellt fest, dass Arbeit mit Erwachsenen wesentlich schwieriger ist.

Bei der Restaurant „Gdańska” wirken fünf deutschsprachige Theater und drei Ensembles der Polonia. Jede Gruppe hat ihren einen anderen Charakter, vom poetischen Theater angefangen, über musikalisches bis zum dramatischen Theater.

Die sehr positive Resonanz auf das Spektakel „Zachciało się wom Kalwaryi” ermutigte die Debüttanten zu weiteren Auftritten.  Womöglich ist es der Anfang einer ständigen, polnischen dramatischen Bühne in „Gdańska“.

Weitere Aufführungen finden statt:

Sonntag, 03.02.2019, um 16.00 Uhr

Freitag, 15.02. 2019, um 20.00 Uhr

Samstag, 16.02.2019, um 18.00 Uhr

Tekst: Claudia Danie

Prezydent miasta Gdańsk Paweł Adamowicz został brutalnie zamordowany w czasie finału Wielkiej Orkiestry Świątecznej Pomocy w Gdańsku. Był wolontariuszem wielkiej akcji dobroczynności WOSP, w której zaangażował się całym sercem podobnie jak miliony Polaków w kraju, w Europie i na całym świecie. "Cudowny czas dzielenia się dobrem" to ostatnie słowa ........ Jego śmierć jest wielką stratą dla Polski. Potępiamy tę okrutną zbrodnię i przemoc. Łączymy się żałobnym bólu z rodziną prezydenta i z wszystkimi, których jego śmierć tak bardzo dotknęła.

Jurek Owsiak, prezes Wielkiej Orkiestry Świątecznej Pomocy, głęboko dotnięty tragicznym wydażeniem podczas Finału WOSP zreygnował z zarządzania Fundacją WOSP.

Polonia Viva

(śródło informacji i foto http://www.tvn24.pl)

Das große Orchester der Weihnachtshilfe (Wielka Orkiestra Świątecznej Pomocy, WOŚP) ist eine große nichtstaatliche Wohltätigkeitsorganisation in Polen. Es wurde 1993 von Jerzy Owsiak, Lidia Niedźwiedzka-Owsiak, Bohdan Maruszewski und Piotr Burczyński gegründet. Jeden ersten oder zweiten Sonntag im neuen Jahr beginnt das Orchester das große Finale seiner Aktion. Den ganzen Tag sammeln über 120.000 Freiwillige im ganzen Land Geld für die medizinische Versorgung polnischer Kinder. Alle Leute, die Geld gespendet haben, bekommen zum Dank ein großes rotes Herz (Aufkleber).

Die Geldsammlung findet auch bei polnischen Auswanderern an verschiedenen Orten im Ausland statt. In diesem Jahr wird die Sammelaktion in Deutschland: in Berlin, in Darmstadt, in Essen und in Oberhausen durchgeführt. Am 09. Januar 2016 von 15.00 bis 20.00 Uhr werden auch in Oberhausen im Restaurant „Gdanska zahlreiche Bands und Sänger zu großzügigen Spenden ermuntern. Alle Musiker treten unentgeltlich auf.

http://www.wosp-oberhausen.de/
09.01.2016 – Großes Weihnachtswohltätigkeitsorchester [WOSP]

Samstag, 09. Januar 2016
Beginn: 15:00 Uhr
Eintrittspreis: FREI!

Polnisches Restaurant »Gdanska«
Altmarkt 3
46045 Oberhausen
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie herzlich zur Vorlesung von Prof. Dr. habil. Dariusz Stola - Direktor des Museums der Polnischen Juden einladen (Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften PAN). (mit Simultanübersetzung aus dem Polnischen)

Titel der Vorlesung:Tausend Jahre jüdische Präsenz in der polnischen Geschichte
Die Vorlesung findet am 11. Januar 2019 um 18.00 Uhr in der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, im Raum 2094 statt.
Moderation: Prof. Dr. hab. Brigitta Helbig- Mischewski

Nach der Vorlesung gegen 19:30 Uhr wird Ewa Finn ihre Arbeiten im Rahmen der Gallerie der UDG präsentieren.
Einführung: Dr. Piotr Olszówka

Wie üblich, gibt es eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Wein und Brezel.
Um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.

Ein gutes Neues Jahr wünscht Ihnen
der Programmbeirat der UDG

Współfinansowane przez/Gefördert durch: BKM

          

 

Auf der Liste der Musik-Hits der Polonia, die durch das Team von TV Pepe gefżrt ist, auf dem vierten Platz befindet sich das "Polish Christmas" des Benedictus- Chor aus Wuppertal. Benedikt Frąckiewicz ist der Chorleiter und Solist Rose Frąckiewicz. Bedienungen fżr eine Teilname in Musik-Wetbewerb der Polonia finden sie auf: http://www.pepe-tv.eu/polonijna-lista-przebojow-pepetv/

 

Allgemeine Bedingungen

Zasady uczestnictwa w PLP

Polonijna Lista Przebojów PepeTV
Kto może wziąć udział w Polonijnej Liście Przebojów
W każdym momencie trwania PLP można wziąć w niej udział, przesyłając teledysk do PepeTV oraz spełniać następujące wymagania:

I. Wykonawca lub jeden z wykonawców (jak jest to zespół) musi mieć pochodzenie polskie i mieszkać poza terytorium RP.
II. Posiadać teledysk, może być to własny utwór lub cover (może to być wideoklip lub nagranie koncertowe).
III. Utwór może być w dowolnym języku, jak i jest dozwolony każdy rodzaj muzyki.

Głosowanie i wyniki PLP
Głosować na wykonawców można do niedzieli każdego tygodnia do godziny 23:59.
Głosy można oddawać bezpłatnie przez internet na stronie www.pepetv.eu w zakładce „PLP Głosowanie”
Podsumowanie tygodniowej PLP odbywa się w każdy Poniedziałek w godzinach pomiędzy 18:00 a 22:00.
Ile  miejsc na PLP
PLP składa się  z TOP30 (30 najpopularniejszych utworów). Każdy wykonawca może mieć więcej niż jeden utwór notowany na PLP,
jak i utworów, które oczekują do wejścia do TOP30.

Prawa autorskie
Wykonawca udostępniając teledysk PepeTV wyraża zgodę na jego publikację w dowolniej ilości i czasie – bezpłatnie .

Uwagi
PepeTV zastrzega sobie prawo do niepublikowania klipu bez podania przyczyny.
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