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Go West? Chancen & Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine im Vergleich

Online Debatte mit aktiver Bürger_innenbeteiligung 

  1. November 2021, 18 Uhr

Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit und die Friedrich-Ebert-Stiftung laden Sie ein, an einer Online-Debatte zum Thema "Chancen & Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine im Vergleich" teilzunehmen.

Polen ist seit langem ein Land, aus dem Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben in den Westen auswandern. Ein Beispiel für ein solches Reiseziel ist Deutschland. In den letzten Jahren hat sich das Wesen Polens jedoch verändert, und die jüngsten Statistiken zeigen, dass wir ein Aufnahmeland für Einwanderer geworden sind. Was sich nicht ändert, ist die Richtung der Migration, wir bewegen uns immer noch hauptsächlich nach dem Prinzip "Go West". In der Debatte wollen wir über diese Veränderungen diskutieren und die Chancen und Herausforderungen der Arbeitsmigration zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine beleuchten. Wir wollen auch darüber nachdenken, ob wir als Polen von den Erfahrungen der Länder profitieren können, die schon viel länger Migranten aufnehmen, und die Bedingungen so migrantenfreundlich wie möglich gestalten.

Einladungen zur Teilnahme an der Debatte wurden angenommen von:

  • Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Forscherin, Ekspertin, Projektmanagerin und Dozentin, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder),
  • Dr. Olena Babakova, Historikerin, Journalistin, Forscherin über Migrationsprozesse in Mittel- und Osteuropa, Dozentin an der Vistula-Universität für Finanzen und Wirtschaft
  • Dr. Paweł Kaczmarczyk, Forscher, Professor an der Universität Warschau, Direktor des Zentrums für Migrationsforschung an der Universität Warschau

Die Moderatorin der Debatte übernimmt Agnieszka Lichnerowicz, eine Journalistin von Tok. fm.

Die Debatte wird über die Zoom-Plattform geführt und auf Facebook übertragen. Wenn Sie alle Panelist_innen in Originalsprachen hören möchten, und sich auch aktiv an der Diskussion beteiligen möchten, laden wir Sie ein, sich auf der Zoom-Plattform zu registrieren

https://zoom.us/webinar/register/WN_kvSbK-z1QSmeP9kiqDFwTA.

Während der Aussprache laden wir Sie auch ein, Fragen zu stellen.

Dank der Unterstützung von Simultanübersetzern können Sie die Debatte auf Polnisch über die Facebook-Seite des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit https://www.facebook.com/haus.gliwice und auf Deutsch auf der Facebooks Seite der Friedrich-Ebert Stiftung https://www.facebook.com/FESWarschau verfolgen.

Bei Fragen steht Ihnen weiterhin die Projektmanagerin, Malgorzata Jonczy-Adamska, E-Mail: malgorzata.jonczy@haus. pl, Tel. 797 465 999 zur Verfügung.

Das Rock&Chanson Festival „Köln-Breslau-Paris“ ist ein besonderes und einmaliges Festival der Dreiländermusik Deutschlandweit, welches bereits zum 29. Mal von der Deutsch-Polnischen Kulturgesellschaft „Polonica“ e.V. in Köln veranstaltet wird. Die Veranstaltung findet am 19. und 20. November im Rathaussaal Köln-Porz statt.

Das 29. Rock&Chanson Festival steht im großen Jubiläumsjahr – 30 Jahre Weimarer Dreieck und ebenfalls 30. Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit – unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der französischen Generalkonsulin in Düsseldorf Dr. Olivia Berkeley-Christmann, sowie des polnischen Generalkonsuls in Köln Jakub Wawrzyniak.

Die Form des Festivals bleibt auch im Jahr 2021 unverändert. Neben den beliebten und populären Künstlern aus Polen, Deutschland und Frankreich werden auch junge, talentierte Musiker, ebenso aus den drei Ländern auftreten. Im Rahmen des Festivals gibt es ein Nachwuchswettbewerb „Junge Talente“, da die Förderung junger Künstler dem Verein sehr am Herzen liegt.

Das Festival ist ein einmaliges Ereignis in ganz in Deutschland, wo junge und erfahrene Künstler im Sinne des Weimarer Dreiecks durch gemeinsame musikalische Auftritte zu Annährung und Stärkung der drei Länder führen.

Das „Rock&Chanson Festival Köln-Breslau-Paris" etablierte sich in den Kölner Kulturkalender und ist daraus nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig erlangte das Festival seit vielen Jahren auch internationale Anerkennung, wovon die internationale Pressepräsenz während der Veranstaltung zeugt.

Am ersten Tag der zweitägigen Festivalreihe gibt es das „Junge Talente“ Wettbewerb. Im Wettbewerb stehen sechs junge Musiker aus Polen, Deutschland und Frankreich und konkurrieren um die begehrte „Polonica“ Statuette. Nach der Siegerehrung tritt der Stargast des Abends auf. In diesem Jahr wird es die junge, erfolgreiche Musikgruppe „Pectus“ sein. Die Band besteht aus 4 Brüdern, welche die gleiche Liebe zur Musik pflegen. Ihre Stärke besteht in Ihren Hits. Haben Sie die Songs einmal gehört, bekommen Sie diese nicht wieder aus dem Kopf.

Am zweiten Tag des Festivals gibt es ein Galakonzert u.a. mit einem polnischen Megastar. Davor präsentieren sich dem Kölner Publikum der aus Hamburg kommende Andreas Langsch und der französische Sänger Marcel Adam. Der junge Sänger Langsch, der bereits auch in vielen Musicals mitgewirkt hatte, nimmt sein Publikum auf eine Achtbahnfahrt der Gefühle, zwischen lustigen Songs und gefühlsechten Balladen. Der diesjährige französische Vertreter Marcel Adam ist ein französischer Chansonnier, Liedermacher und Mundart-Komödiant. Geschichten, die das Leben schreibt, prägen seine Texte und Melodien, füllen diese mit viel Humor und Gefühl und lassen keinen Zuhörer ungerührt.

Als Star des Galakonzertes tritt eine Legende der polnischen Musikszene auf: Maryla Rodowicz. Die Sängerin ist seit Jahrzehnten ein Megastar in Polen. Ihre Lieder sind täglich im Radio zu hören und die Künstlerin selbst ist regelmäßig Gast bei den wichtigsten Musikevents des Landes und auf den Titelseiten der Zeitungen.

Ihr größter Erfolg war das Lied Małgośka, welches im Jahre 2000 in Polen zum populärsten Lied des 20. Jahrhunderts gewählt wurde.

Im deutschsprachigen Raum wurde sie in den 1970er Jahren durch TV-Sendungen bekannt und nahm über 30 ihrer Hits auch in deutscher Sprache für die DDR-Plattenfirma Amiga bzw. den Rundfunk der DDR auf.

Beide Festivalstage werden von der Melodie „Polskie Drogi“ eröffnet.

 Tickets gibt es schon ab 25 Eur unter www.polonicaev.de oder telefonisch zu bestellen unter folgenden Nummern: 0176-79550222 und 0151-28296090

 

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 ereignete sich im Ahrtal (Gebiet zwischen Köln und Bonn, Weinregion) das Jahrhunderthochwasser. Der Pegel des Flüsschens Ahr stieg bis zu 10 Meter an. Es war eine tragische Nacht. Fast 200 Menschen starben, weil es ihnen nicht gelang, aus ihren Häusern zu fliehen. Die anderen haben alles verloren: ihre Häuser, ihre Autos, ihr ganzes Hab und Gut. Es handelt sich um ein Weinanbaugebiet, das bereits von den Römern, die vor 2 000 Jahren in der Gegend waren, gegründet wurde. Die Bewohner des Ahru-Tals leben vom Weinbau und ihr Reichtum ist im wahrsten Sinne des Wortes "flüssig". Wein in Fässern und Kellern, Wein in Flaschen - all das wurde von der Flut vernichtet. In Rheinland-Pfalz waren neben dem Ahrtal auch andere Regionen, die Eifel und die Stadt Trier, stark betroffen. In Nordrhein-Westfalen verursachte das Hochwasser vor allem in Hagen und Wuppertal, im Kreis Euskirchen, im Rhein-Sieg-Kreis und in Teilen des Bergischen Landes schwere Schäden.

Polen helfen Polen
Die Besitzer des Restaurants Maxima in Köln, Jarek und Aneta, sahen am Morgen des 15. Juli 2021 im deutschen Fernsehen, was geschehen war, was für eine riesige Katastrophe über die Menschen in diesen Regionen hereingebrochen war. Da in diesen Regionen viele Polen leben, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, beschlossen Jarek und Aneta sofort, im Restaurant einen Informationspunkt einzurichten, an dem man sich bewerben kann. Darunter befanden sich sowohl Hilfesuchende als auch Hilfswillige, die sie an andere Einrichtungen oder an Notrufstellen weiterleiten sollten. Maxima postete Informationen über die Katastrophe und die Bereitschaft zu helfen auf Facebook - die Seite des Restaurants hat über 2700 Mitglieder, so dass Jareks Beitrag vom 15. Juli 2021 eine große Reichweite hatte. Die polnische Gemeinschaft, die Polen in Deutschland, die in den überschwemmten Gebieten leben, aber auch diejenigen, die weit weg wohnen, reagierten sofort. In den nächsten Stunden und Tagen meldeten sich mehrere hundert Menschen bei Jarek. Sie boten ihre Hilfe an, indem sie Schlafplätze zur Verfügung stellten, Autos für den Transport bereitstellten, bei der Übersetzung halfen und auch fragten, welche Gegenstände und Ausrüstungen am dringendsten benötigt würden. Es fehlte an allem - von Babymilchflaschen, Wasser und Lebensmitteln über die Möglichkeit, ein Handy-Ladegerät anzuschließen, Decken, Kleidung und Matratzen zum Schlafen bis hin zu rechtlicher und institutioneller Unterstützung.

Info-Point-Polregio - ein soziales Netzwerk für polnische Migranten
Maxima kooperiert von Anfang an mit dem strukturell-sozialen Netzwerk Info Point Polregio in NRW. Vor allem vor Ort beim Info Point in Köln, der von der Koordinatorin Anna Klimaszewska-Golan, einer polnisch-deutschen Juristin, geleitet wird. Jarek und Aneta setzten sich sofort mit dem Kölner Info-Point in Verbindung, der die Hilfsmaßnahmen weiter koordinierte. Eines der Opfer ist die ehemalige Kellnerin Maximy, die mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in die Eifel gezogen ist. Sie kauften und richteten ein Haus ein, das nach sechs Monaten vollständig überflutet wurde. Das Haus ist auf Kredit. Die Bilder nach der Überschwemmung waren schrecklich, das Wasser stand bis zu 1,5 Meter hoch, sie mussten schnell ausziehen. Das Haus ist wegen der Feuchtigkeit unbewohnbar. Ein anderes Beispiel ist ein junges Paar mit einem einjährigen Sohn, das im Keller eines Hauses lebt. Sie mussten schnell fliehen, sie hatten nicht einmal Zeit, eine Milchflasche für den Kleinen mitzunehmen. Es gab viele Beispiele, z. B. Ehefrauen, die in Polen leben und nach Ehemännern suchen, die in der Region arbeiten, weil sie den Kontakt völlig verloren haben, oder Ehemänner, die nach Ehefrauen suchen, die hier als Altenpflegerinnen arbeiten.

Die Hilfe bestand in einer schnellen Vernetzung und Weitergabe von Informationen, z.B. vom Info Point Köln an WOŚP in Bonn. Hunderte von hilfsbereiten Menschen, eine außergewöhnliche Resonanz, ein einziger Beitrag löste eine Welle der Freundlichkeit aus. Das polnische Konsulat bot den Betroffenen Hilfe an, auch in finanzieller Hinsicht. "Der WDR, die Deutsche Welle und alle lokalen polnischen Medien verbreiteten die Informationen über die Hilfe. Es gab Sammlungen von Dingen, Lebensmitteln, Kleidung, Spielzeug, Bettzeug, Transportmitteln usw. Psychologische Hilfe kam auch aus Hessen, von Barbara Lange von der Initiative "Gib ein Zeichen".

Joanna Szymanska, Projektleiterin von Info-Point-Polregio in NRW, stellt fest:
- Die unmittelbare Reaktionskette war äußerst wichtig, sowohl von Gruppen wie der GOCC als auch von Einzelpersonen, einschließlich unserer Antragsteller, die zuvor bei den Info-Point-Beratungsstellen um Hilfe und Unterstützung gebeten hatten und nun selbst schrieben und anriefen, um Unterstützung anzubieten und Sammlungen an ihren Wohnorten und darüber hinaus zu organisieren. Die Opfer selbst stellten vor allem Fragen zu Versicherungen, zu staatlicher Soforthilfe sowie zu arbeitsrechtlichen Fragen, z. B. ob sie Anspruch auf Freistellung für die Katastrophe haben. Einige wollten einfach nur reden, andere wurden an Spezialisten wie Psychologen oder Anwälte vermittelt. Wieder einmal waren die lokale polnische Gemeinschaft und die dahinter stehenden Strukturen, wie unser soziales Netzwerk in Nordrhein-Westfalen, der Herausforderung gewachsen.

Das Hauptproblem und die größte Herausforderung ist jetzt, nachdem die erste Phase des Wiederaufbaus und der Aufräumarbeiten vorüber ist, der Kontakt der Flutopfer mit den Stellen, bei denen sie Entschädigungen oder Unterstützung beantragen können. Sie haben Fragen an die Anwälte:
- Wir wollen sie dabei unterstützen, auch in sprachlicher Hinsicht, denn viele Polen sprechen gar nicht oder nur schlecht Deutsch, und um solche Angelegenheiten zu regeln, braucht man die Amtssprache - sagt Anna Klimaszewska-Golan, Juristin und Koordinatorin von Info-Point-Polregio in Köln.

Anna Golan

Polonia-Magazin "Twoje Miasto" nr.71 -2021

Foto: Bild DPA

Radiomoderatoren assoziieren wir vor allem mit ihrer Stimme. Oftmals möchten wir jedoch etwas mehr über sie erfahren, wissen, wie ihr Gesicht aussieht, wie sie arbeiten und wie sie zum Radiosender gekommen sind. Die Antwort auf diese Fragen fand ich in einem Gespräch mit Teresa Colo, der Moderatorin von Silesian Internet Radio. Die lächelnde Frau, die positive Energie ausstrahlt, erzählte mir von ihrer Jugend in Schlesien, ihrer Auswanderung nach Deutschland und wie sie zum Radio kam.

Es ist ihr Hobby, das sie mit großer Leidenschaft betreibt und das "die Hälfte ihrer Welt" ausmacht. Dies war jedoch nicht Teresas Jugendtraum. Nach dem Abschluss der Grundschule setzte sie ihre Ausbildung am Medizinischen Gymnasium in Świętochłowice fort und spezialisierte sich später als Instrumententechnikerin. Ihre Arbeit im Beuthener Krankenhaus hat sie sehr befriedigt, und es kam ihr nie in den Sinn, dass sie einmal Radiomoderatorin werden würde.

Teresa Colo stammt aus Chorzów, ist also eine "ślónsko dziołcha (ein Mädchen aus Schlesien), pflegte und förderte sie bereitwillig den Dialekt ihrer Region. Schlesien hat mehrere hundert Jahre lang administrative Veränderungen durchlaufen, die zweifellos die Entwicklung der Sprache seiner Einwohner und ihre Bindung an den Dialekt beeinflusst haben. Obwohl sie die polnische Sprache perfekt beherrschte, unterhielt sie sich "mit ihren Freunden auf Schlesisch". (sie sprach mit ihren Freunden Dialekt). Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, fiel spontan. Ihre Liebe zu dem Mann, der später ihr Ehemann wurde, veranlasste sie zur Auswanderung.

Nach mehreren Jahren im "neuen Land" vermisste sie den schlesischen Dialekt und die Traditionen. Überredet von einem Freund, meldete sie sich im Internetforum "Schlesische Klachule" an. Die Gruppe traf sich regelmäßig nicht nur in Chaträumen, sondern auch im wirklichen Leben. Damals lernte sie mehrere Moderatoren von schlesischen Internetradios kennen. Als sie nach einem Interview, das sie in einer der Sendungen gab, ein Angebot zur Zusammenarbeit erhielt, wusste sie nicht, wie sie reagieren sollte. Später fand sie heraus, dass es an dem schlesischen Dialekt lag, den sie bei dem Interview verwendete, und an ihrer warmen und freundlichen Stimme.

Die Anfänge des Radioabenteuers waren nicht einfach. Das Vorlesen der Texte erfordert eine angemessene Interpretation und die Präsentation von Musikhits "live". Während der Sendung gibt es Gespräche mit Zuhörern, die für den Moderator "unsichtbar" sind, auf die man angemessen reagieren und darauf achten muss, dass man keinen Fehler macht. Außerdem müssen Sie den Zeitrahmen genau einhalten. Anfangs fiel es ihr sehr schwer, doch mit der Zeit legte sie ihr Lampenfieber ab und sitzt heute völlig entspannt, aber immer noch mit großem Respekt vor den Zuhörern, in ihrem heimischen Radiostudio. Sie ist stolz darauf, dass sie gelernt hat, die technischen Geräte selbständig zu bedienen, was ihr das Senden ermöglicht.

Teresa Colo spricht mit großer Leidenschaft über ihr Hobby und betont, dass sie sich abends gerne mit ihren Zuhörern unterhält und in dieser Zeit neben der Musik oft auch ernstere Themen anschneidet. Manchmal lädt sie auch Gäste in die Sendung ein. Einer von ihnen war ein Arzt, der an einer Diskussion über Brustkrebs teilnahm. Dieses Thema stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse. Das Repertoire der Themen, die in ihren Sendungen behandelt werden, ist sehr breit gefächert: "Meeresgeschichten", "Landmusikprogramm", "Schlesische Traditionen", "Geschichten aus der Kindheit", "Hits von damals" oder das Vorlesen von Gedichten, die von Hörern eingesandt wurden.

Teresa Colo hat viele Jahre lang Erfahrungen gesammelt und ist zu der Überzeugung gelangt, dass die soziale Arbeit im schlesischen Internetradio ihre Lebensaufgabe ist. Während der Sendungen sind die Türen ihres Heimstudios geschlossen. In den Pausen zwischen den Liedern, die sie sorgfältig für ihre Zuhörer auswählt, geht sie nicht in die Küche, um schlesische Knödel zu "kochen", die Brötchen zu würzen oder das Rotkraut zu probieren. Auch die Kinder rufen zu dieser Zeit nicht an, weil sie wissen, dass ihre Mutter in ihrem Element ist. Sie bietet die Stunden im Internet exklusiv für ihre Hörer an. Für sie ist es eine Zeit, in die virtuelle Welt einzutreten, die sie im Laufe der Zeit als knallharte Realistin kennen gelernt hat. Ihre Stimme ist nicht nur im Radio, sondern auch in den polnischen Gemeinden zu hören. Seit Jahren unterstützt sie das Great Orchestra of Christmas Charity nicht nur mit Spenden, sondern auch mit ihren eigenen Handarbeiten, die versteigert werden. Er trifft seine Hörer oft während der WOSP-Finals.

Sie sagt von sich selbst: "Ich kann das Leben genießen und bin mir in gewisser Weise meiner eigenen starken Persönlichkeit bewusst. Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern und meiner Enkelin. Ich höre gerne Musik und tanze gerne. Ich spiele kein Instrument und kann nicht singen". In meinem Gespräch mit Teresa Colo hörte ich jedoch einen starken Ton ihres Lebensoptimismus.

Www.slaskieradio.com wurde 2007 von Michal Otrzosek gegründet, der ursprünglich aus Ruda Śląska stammt, jetzt aber in Niedersachsen, Deutschland, lebt. Es handelt sich um ein Internetradio, das auch über Satellit auf dem Handy gehört werden kann. Im Jahr 2015 wurde das Radio von Leonhard und Danuta Rzepa aus dem Westerwald übernommen.

Text: Claudia Daniel

Foto: Archiv

 

Die zweite Begegnung - Intuition und Instinkt: Diesmal treffen wir uns im Kreise der Frauen. Das Thema ist die Intuition und ihre Rolle in unserem Leben. Weiterhin stützen wir uns auf Erzählungen aus dem „Die Wolfsfrau: die Kraft der weiblichen Urinstinkte“ von Clarisa Pinkola Estés. Moderation: Barbara Stillmark

Barbara Stillmark – leidenschaftliche Nomadin, Musikerin, Lehrerin für Polnisch als Fremdsprache, Mutter.
Sie ist Autorin von Kinderliedern und polnisch-chinesischem Sprachführer. Sie liebt Natur, Literatur, Origami und grafische Geschichten. Absolventin der Universität Warschau, der Fakultäten Journalismus und Polnische Philologie, der Wirtschaftsuniversität Poznań, der Fakultät Warenkunde, sowie der Musikschule des 1. und 2. Grades in Piła/PL, der Fakultät Rhythmik.
In Warschau war sie Mitgründerin des Nachrichtenbereichs des Portals NGO.pl und seine erste Chefredakteurin. Dort setzte sie ihren Klavierunterricht fort und engagierte sich für Flüchtlinge und geistig Behinderte Jugendliche ehrenamtlich. In Hamburg arbeitete sie in einer Grundschule.
In Shanghai unterrichtete sie Kinder sowohl im Kinderheim als auch im Europa Campus, sie gestaltete das Portal der lokalen polnischen Community sowie ihre Aktivitäten mit.
Seit drei Jahren lebt sie in Berlin. Hier musiziert sie weiterhin mit Freude, unterrichtet Polnisch und leitet Förderunterricht in einer der Grundschulen. Sie schreibt, komponiert und pflegt den kreativen Teil ihrer Persönlichkeit.
www.barbarastillmark.com

Aleksandra Hoffman - Therapeutin für Körper und Seele. Sie ist von allem fasziniert, was uns dazu bewegt, in Kontakt mit uns selbst und unserer inneren Kraft zu bleiben. Sie liebt die Körperarbeit: Der Körper ist für sie der Ausgangspunkt zum Inneren. Ihrer Erfahrung nach verbindet uns die Berührung mit dem, was wichtig ist und was für sich gerade Raum braucht. Sie leitet individuelle Sitzungen, Workshops, auch online und vermittelt so Vorteile der Selbstmassage. 
www.aleksandra-hoffmann.de


Die Treffen finden auf Polnisch statt, sind kostenlos, wir freuen uns auf Eure freiwilligen Spenden.
Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist die Anmeldung Voraussetzung zur Teilnahme an den Veranstaltungen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zapraszamy! Seid dabei!

So., 24.10.2021, 19.00 Uhr | Schulzestr. 1, 13187 Berlin, direkt am S-Bhf Wollankstr.

 

Am 11. September fand in Gelsenkirchen im Kreise zuverlässiger Freunde die Präsentation des neuesten Gedichtbandes von Piotr Gabriel Skorupa mit dem Titel "Cosmopolita" statt. "Cosmopolitan". An dem Treffen nahmen bekannte Musiker, Künstler und Dichter teil, die die literarische Feder von Piotr Skorupa seit Jahren beobachten und bewundern.

Unter den Dichtern, nicht nur aus Polen, nimmt er den führenden Platz ein. Er stammt aus Rybnik, wo er mehrere Jahre lang an der Arbeit des Organisationskomitees der Rybniker Literaturtage teilnahm. Seit 1990 lebt er in Deutschland, in Gelsenkirchen.

Im Jahr 2011 erschien sein Gedichtband "Trzeba zachować nieco życia" ("Man muss ein bisschen vom Leben behalten"). "Man muss sich ein bisschen Leben bewahren". Er ist Mitglied des Verbands der polnischen Schriftsteller im Ausland. Der vorliegende Band ist der dritte im Oeuvre des Künstlers.

Leonard Paszek

Der kürzlich beendete V. Kongress der polnischen Organisationen in Deutschland hat u.a. über die teilweise skandalösen Lebens- und Arbeitsumstände ausländischer EU-Bürger*innen in Deutschland debattiert. Die am Vorabend der Bundestagswahl beim Kongress versammelten gut 120 Vertreter*innen aus allen Bundesländern appellierten an die Politik, europäisches Recht hinsichtlich der EU-Freizügigkeit konsequent umzusetzen und den Integrationsprozess der EU-Bürger*innen in Deutschland aktiv zu unterstützen.

„Erleidet Deutschland künftig einen Einbruch am Arbeitsmarkt, so handelt es sich um ein hausgemachtes Problem – es ist höchste Zeit, diverse Strukturdefizite im Bereich EU-Freizügigkeit aktiv und konsequent abzubauen“, so Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Co-Sprecherin der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen, und fordert: „gerade nach den Wahlen, in den Zeiten der Sondierungsgespräche erwarten wir, dass unsere Vorschläge für dieses Problem in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden".

Stellvertretend für alle EU-Bürger*innen, die fast die Hälfte der in Deutschland lebenden Ausländer*innen ausmachen, verwiesen die Vertreter*innen polnischer Organisationen auf ein seit Jahren wachsendes Grundproblem der deutschen Integrationspolitik, und zwar die Nichteinhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und der EU-Richtlinien, die auch die Ursache für den Fachkräftemangel ist.

Joanna Szymańska, wissenschaftliche Leiterin des landesweiten Beratungsnetzwerkes in Nordrhein-Westfalen, macht es konkret: „die Barrieren wie fehlender Zugang zu Integrations- und Sprachkursen, die oft unzureichenden Informationen in polnischer Sprache in deutschen Ämtern, unklare Arbeitsmarktregelungen für entsandte Arbeitnehmer*innen, fehlende Willkommenskultur für die EU-Bürger*innen müssen in den nächsten fünf Jahren aufgehoben werden“.

„Wertschätzung, Anerkennung und die Einhaltung sozialer Standards für die nächsten fünf Jahre wünscht sich die polnische Community in Deutschland“, betonte Dr. Marta Neüff, Vorsitzende des Polnischen Sozialrates e.V. in Deutschland. Sie verwies auf den 11-Punkte-Plan des Polnischen Sozialrats für die EU-Bürger*innen, ein Reformpaket für die Arbeits- und Sozialmarktpolitik.

Akuten Handlungsbedarf für den Integrationsprozess der Unionsbürger in Deutschland insgesamt sieht Krzysztof Blau als Sprecher des Bundesnetzwerkes für Soziales und Partizipation Part of Europe. „Damit die Unionbürger weiterhin die Möglichkeiten der Freizügigkeit in den BRD nutzen und ihren Lebensmittelpunkt hier finden, brauchen wir ein Umdenken in der Zuwanderungspolitik. Die Willkommenskultur gegenüber Menschen, die zu uns kommen und auch hier arbeiten wollen, muss geändert und bedarfsorientiert ausgerichtet sein. Anderenfalls wird sich die Fachkräftesituation weiterhin verschlechtern. Wir müssen um die Menschen werben und sie willkommen heißen“, so Blau, denn: „Ein Integrationsprozess ohne gleichzeitige interkulturelle Öffnung ist eine Einbahnstraße, das haben die zurückliegenden Jahre deutlich gezeigt.“

Für Wieslaw Lewicki, einer der Organisatoren des Kongresses und Vorstandsmitglied des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland, gehört die internationalisierte, muttersprachliche Ansprache der EU-Bürger*innen zum Öffnungsprozess einer neuen Regierungsperiode. „Wenn wir wollen, dass Deutschland weiterhin ein attraktiver Arbeitsort bleibt, muss es sich auch um die Menschen aus Mittel- und Osteuropa kümmern. Wir fordern daher mehr Mittel für die Information in polnischer Sprache in deutschen Ämtern (Wohnungswesen, Gesundheits- und Sozialdienste, Bildungseinrichtungen, Arbeitsmarkteinrichtungen). Das Fehlen dieser Informationen hat die Binnenmigrant*innen aus Mittel- und Osteuropa während der Pandemie besonders getroffen".

Darüber hinaus fordern Vertreter*innen polnischer Organisationen in Deutschland „eine breit angelegte und langfristige Informationskampagne zur Förderung der Herkunftssprachen auf der Grundlage europäischer Richtlinien“, sagte die Vizevorsitzende des Verbandes „Polnische Journalisten in Deutschland e.V.“, Grażyna Kamień-Söffker.

Kontakt:

Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sprecherin des Polnischen Bundesnetzwerks für Partizipation und Soziales Part of Europe / "Koalition für Polonia"

http://www.partofeurope.org/

 

Piast 1

Zum ersten Mal seit anderthalb Jahren brummte es wieder im "Kontakt"-Club in Essen. Sobald die pandemischen Einschränkungen etwas nachließen, organisierte die polnische Gemeinschaft "Piast" dort ein Treffen mit Poesie und Musik, zu dem die Dichter Bronek aus Obidza und Krzysztof Mrowiec eingeladen wurden.

Auf dieser poetischen Reise wurden sie musikalisch begleitet von Margaux Kier, einer hervorragenden Sängerin, und Henning Brand, einem charismatischen Pianisten. Leider konnten nicht alle, die während der Pandemie nach Musik und Poesie dürsteten, an diesem Treffen teilnehmen. Die Organisatoren durften insgesamt nur 35 Personen aufnehmen. Für viele war dieses intime Fest ein Vorbote der Normalität.

Die Mitglieder und Unterstützer von "Piast" konnten endlich zwei hervorragende Dichter kennenlernen, die ihre neuesten Bücher und Gedichte vorstellten, sich mit ihnen unterhalten und an ihrer Entdeckung teilhaben. Bronek Kozieński, besser bekannt als Bronek aus Obidza, stellte den Teilnehmern in seinem schönen Hochlanddialekt seine neuesten Gedichte vor, die oft seine subjektive Antwort auf das sind, was uns umgibt und womit wir in den letzten Jahren gelebt haben.

Jedes Mal antwortete ihm der Gelsenkirchener Dichter Krzysztof Mrowiec mit einem neuen Gedicht. Diesmal stellte er neben seinen Gedichten auch seinen ersten Roman, Izydor, vor. Die Geschichte eines hanseatischen Mannes aus den polnischen Bergen. Es ist ein Roman, der zwischen Wahrheit und Fiktion, autobiografischen Fäden und der Fantasie der Autorin balanciert.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Margaux Kier, die viele ihrer eigenen Lieder und einige aus dem Repertoire von Magda Umer und Seweryn Krajewski vortrug und uns damit Agnieszka Osiecka wieder näher brachte.

Text: Leonard Paszek

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, Wir laden unsere Zuhörer zum Vortrag von Prof. Dr. Witold Orłowski ein: 15. Oktober 2021 um 18.00 Uhr.

Witold Maciej Orłowski ist ein polnischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer. Er ist Leiter der Business School der Technischen Universität Warschau (Szkoła Biznesu Politechniki Warszawskiej).
Orłowski studierte und promovierte an der Universität Łódź. Bis 1992 war er in Łódź als Assistenzprofessor tätig. Von 1991 bis 1993 war er Berater im Büro für Europäische Integration und  von 1993 bis 1997 bei der Weltbank im Fachbereich Makroökonomie. Er ist und war auch für andere Institutionen tätig: so beim NOBE Independent Center for Economic Studies (Mitgründer und Leiter,
bei der EBRD, der FAO oder der Europäischen Kommission. Von 2002 bis 2005 war Orłowski Wirtschaftsberater des polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski.

Im Jahr 2007 wurde Orłowski zum Professor ernannt. Er ist der Leiter der Business School (MBA) der TU Warschaus. Außerdem fungiert er als Mitglied des Wirtschaftsbeirates (Rada Gospodarcza) des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk.Auch ist Orłowski Chefökonom der polnischen Tochtergesellschaft von PricewaterhouseCoopers.

Orłowskis Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich ökonomischer Transformation und der volkswirtschaftlichen Integration osteuropäischer Staaten in Europa. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler wissenschaftlicher Abhandlungen. Sein Werk „Droga do Europy“ (Der Weg nach Europa) wurde ausgezeichnet.
Orłowski ist Offizier des Ordens Polonia Restituta (2005). Er ist Mitglied der Jury zur Galeria Chwały Polskiej Ekonomii.

Moderation: Dr. Piotr Olszowka

 


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

"Von der Auswanderung über die Integration zur vollen Teilhabe. 30 Jahre deutsch-polnischer Vertrag, 30 Jahre Auswanderung. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Polen heute?" war der Titel des V. Kongresses der polnischen Organisationen in Deutschland, der vom 17. bis 19. September dieses Jahres in Berlin stattfand, zusammen mit dem Forum Junge Polonia, das von dem Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland organisiert wurde. Ziel des diesjährigen Kongresses war es, die aktuelle Situation der polnischen Gemeinschaft in Deutschland vor dem Hintergrund des 30-jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages und der Notwendigkeit seiner Aktualisierung nach 30 Jahren unter dem Gesichtspunkt zu diskutieren, dass Polen seit 2004 Vollmitglied der Europäischen Union ist und die europäischen Privilegien in vollem Umfang genießt. Eines der Ziele des Kongresses war es, die Situation der Polonia in Deutschland zu analysieren, von der Generation der Emigranten über die integrierte Generation bis hin zur jungen Polonia und ihrem Dialog über die volle Beteiligung.

Die erste Tafel unter dem Titel: "Polonia trifft seine Vertreter, Vertreter treffen Polonia" wurde mit einem Vortrag eröffnet. "Polnisch als Sprache des Herkunftslandes in Deutschland". Als erste Referentin stellte Dr. Anna Mróz vom Institut für Slawistik der Universität Greifswald, Expertin für die mehrsprachige Erziehung von Kindern und Jugendlichen, den Kongressteilnehmern die Vorteile und Potenziale vor, die sich daraus ergeben.

Es folgte eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Polonia, darunter Hans-Leo Dirks, der Bundesbeauftragte für Auslandspolen, Katarina Niewiedzial, die Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Auswanderung, Anett Roswora, die Thüringer Beauftragte für Integration, Auswanderung und Flüchtlinge und Thorsten Klute, der Beauftragte für Polonia in Nordrhein-Westfalen.

Die Diskussion wurde moderiert von Joanna Szymanska und Dr. Kamila Scholl-Mazurek.

Wiesław Lewicki und Alexnader Zając eröffneten den Kongress im Namen des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland als Organisatoren. Die Grundsatzrede (über Videoaufnahme) hielt Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Bauen und Heimat.

Die Podiumsdiskussion mit dem Titel: "30 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Polen heute?" mit den Gästen Cornelia Piper, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, Staatsministerin a.D. im Auswärtigen Amt, Prof. Rita Sussmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D., Katarina Niewiedzial, Vertreterin des Berliner Senats für Integration und Emigration in Berlin, Thorsten Klute, Bevollmächtigter für Polonia in Nordrhein-Westfalen, Dr. Marek Prawda, ehemaliger Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Warschau, ehemaliger polnischer Botschafter in Berlin, Magdalena Wiążewicz vom polnischen Lehrerverband und Dr. Kamila Scholl-Mazurek vom polnischen Bundesnetzwerk für Partizipation und Soziales in Deutschland.

Die Podiumsdiskussion wurde von Cornelius Ochmann, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, moderiert.

Dem intensiven Austausch folgte eine musikalische Begleitung durch Prof. Leszek Żądło.

Am nächsten Tag fand die Eröffnungsdebatte des zweiten Kongresstages zum Thema "Neue Herausforderungen, neue Möglichkeiten" statt. "An der Eröffnungsdebatte des zweiten Kongresstages nahmen Agnieszka Siemasz-Kałuża und Grażyna Kamień-Soffker von der Bundeskonferenz Polnische Sprache und Arbeitsgemeinschaften, Joanna Maria Stolarek von der Heinrich-Boll-Stiftung in Warschau, Tomasz Klon vom Polnische Rat in Berlin, Krzysztof Blau vom polnischen Bundesnetzwerk für Partizipation und Soziales "Part of Europe" und Wiesław Lewicki vom Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland teil.

Anschließend wurden die Kongressteilnehmer zur Teilnahme an Arbeitsgruppen in vier Foren eingeladen:

Forum I - Partizipation und soziale Angelegenheiten, moderiert von Katarzyna Werth und Joanna Szymanska

Forum II - Neue Wege - Bildung - moderiert von Agniszka Siemasz-Kałuża und Grażyna Kamień-Soffker

Forum III - Forum der June Polonia  - moderiert von Tomasz Klon und Maciej Mieczkowski

Forum IV - Polonia Forum - moderiert von Wiesław Lewicki und Alexander Zając.

Nach intensiver Arbeit in den Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Postulate, deren Zusammenfassung dem gesamten Kongress präsentiert wurde und der mit einer Diskussion unter Beteiligung des Publikums endete. Es folgten eine Zusammenfassung des gesamten Kongresses und eine Präsentation der Ergebnisse und zukünftigen Impulse.

Am Ende des zweiten Kongresstages hatten die Teilnehmer das Vergnügen, an einem musikalischen Abend teilzunehmen, der von Ferdynand Domaradzki, dem Laureat des Polonicus-Preises, in seiner Reitschule in der Nähe von Berlin organisiert wurde.

Text: Anna Klimaszewska-Golan, Redakteurin des Forum Polonicum

Köln, den 03.10.2021

Medienberichterstattung:

https://www1.wdr.de/radio/cosmo/programm/sendungen/radio-po-polsku/kongres-niemieckiej-polonii-100.html

Samstag, den 30.10. gibt es als zunächst letztes Event des Weimarer Dreieck Projektes ein besonderes Konzert: die wundervolle Magda Umer ist bei uns zu Gast.

Die polnische Ikone des "literarischen Liedes" wird mit ihrem langjährigen Pianisten Wojciech Borkowski einerseits die Quintessenz ihre 50 Jahre auf der Bühne darbieten, andererseits mit uns ❤Margaux & die BANDiten spielen.

Dabei ist ebenfalls STRING ART COLOGNE! ALTES PFANDHAUS, Kartäuser Wall 20in Köln.

Weitere Infos:

www.altes-pfandhaus.de

www.margauxunddiebanditen.de

www.institutfrancais.de/koeln

Artwork: Rosa Juchniewicz

Experimente und Spiele auf Polnisch zu Themen Luft, Wasser, Erde und Feuer! Programm: SprachCafé Polnisch e.V. bietet Kindern, die zwei- oder mehrsprachig (mit Polnisch) aufwachsen, in den Herbstferien ein Programm zur Stärkung und Vertiefung ihrer Sprachkenntnisse mit wissenschaftlichen und interkulturellen Bildungselementen.

Thema: Elemente

Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren erhalten viele Sprachimpulse und entwickeln ihre Kompetenzen in Bereichen: polnische Sprache, Natur- und Weltwissen. Sie werden ihre Kenntnisse der polnischen Sprache durch aktive Teilnahme an Spielen und wissenschaftlichen Aktivitäten vertiefen.

Datum: 18.10.-22.10.2021, 9-15(17) Uhr

Ort : SprachCafé Polnisch, Schulzestr. 1, 13187 Berlin, am S-Bhf Wollankstr.

Adressaten: Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, die in Berlin leben und zweisprachig aufwachsen. Sie sollten Polnisch auf altersgerechtem Niveau beherrschen.

Leitung: Barbara Stillmark - Polonistin, Musikerin, Natur-Fan. Seit 3 Jahren leitet sie im SCP Kreatives Polnisch für Kinder und Jugendliche.

Kosten: 100,-€ einschließlich: Teilnahmegebühr für 5 Tage von 9:00 bis 15:00 Uhr, Sprachprogramm, Sprachspiele, Betreuung.

Wir freuen uns auf Eure Unterstützung mit Lebensmitteln, die für Zubereitung der Mahlzeiten für Eure Kinder verwendet werden!

Das Anmeldeformular ist auszufüllen und per E-Mail zu senden an: Barbara Stillmark – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Formular: https://sprachcafe-polnisch.org/.../Anmeldeformular-DE-09...

Seid dabei!

PS: Wir suchen noch Freiwillige, Omas und Opas, …, die uns beim SprachCamp helfen möchten - an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Zeiten. Ihr könnt uns gerne kontaktieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Im Rahmen des Projektes "Wurzeln pflegen" - mit Unterstützung der DEUTSCHEN STIFTUNG FÜR ENGAGEMENTUND EHRENAMT.

Herzlichen Dank!

 

Quartet
Polen-Quartett#3: Online-Debatte: Neuanfang oder „Weiter so“? Deutschland und Polen nach den Bundestagswahlen - am 28. September, 19:00 Uhr

Die diesjährigen Bundestagswahlen bestimmten in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen der deutschen Presselandschaft. Aber auch östlich von Oder und Neiße wurde der Wahlkampf mit großem Interesse verfolgt. Das Ende der Merkel-Ära wird in Polen mit gemischten Gefühlen beobachtet. Im Rahmen des Polen-Quartetts möchten wir darüber diskutieren, was Polen von der nächsten Bundesregierung erwarten kann, v.a. in den bilateralen Beziehungen, aber auch in zentralen für Polen relevanten Politikfeldern wie der Europa-, der Klima-, der Wirtschafts- und der Sicherheitspolitik. Unser Gast ist dieses Mal Basil Kerski vom Europäischen Solidarność-Zentrum in Danzig.

Basil Kerski, Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums, Chefredakteur des Magazins „Dialog“

Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts

Dr. Agnieszka Łada-Konefał, stv. Direktorin des Deutschen Polen-Instituts

Bastian Sendhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts

Teilnahme auf Zoom: https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_2tlwo2f0QNCfLjtpf6jsbQ (Registrierung notwendig)

You Tube live: https://www.youtube.com/user/deutschespoleninst

Mehr Informationen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Polen-Quartett

Vier Personen, ein Thema.

Über Polen.

Das Deutsche Polen-Institut hat ein neues Debatten-Format ins Leben gerufen. Im Rahmen des Polen-Quartetts diskutieren Mitarbeiter des Deutschen-Polen-Instituts mit externen Gästen über verschiedene Themen mit Polen-Bezug. Das Polen-Quartett möchte einerseits über den jeweiligen Stand der Debatte in Polen informieren und andererseits an Debatten in Deutschland anknüpfen.

Dr. Andrzej Kaluza
Deutsches Polen-Institut
Residenzschloss / Marktplatz 15
64283 Darmstadt
0049 (0) 6151-420220
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Sie können jederzeit aus dem Einladungsverteiler entfernt werden:
Bitte schreiben Sie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrte Damen und Herren, anbei sende ich Ihnen das aktualisierte Programm für die Fachtagung „Frühkindliches Lernen im deutsch-polnischen Verflechtungsraum“, die KoKoPol in Kooperation mit der Sächsischen Landesstelle für nachbarsprachige Bildung (LaNa) vom 07. bis zum 08.10.2021 am Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal organisiert. Vorgestellt und diskutiert werden Modelle und Best-Practice-Beispiele früher nachbarsprachiger Bildung aus Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie Konzepte anderer Bundesländer ohne direkte Grenzlage, jedoch mit großer Anzahl polnischer Herkunftssprachler*innen.

Die zweitägige Fachtagung ist als Arbeitstagung konzipiert und verfolgt das Ziel Bedarfe herauszuarbeiten, um daraus Ansätze für Wissenschaft und Praxis für die Weiterentwicklung des frühen Polnischlernens abzuleiten.

Dem ersten Tagungstag kann auch online über Zoom gefolgt werden.

Ihre Anmeldung zur Tagung senden Sie bitte bis spätestens 04.10.2021 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Jury des Polonicus-Preises hat beschlossen, weitere Auszeichnungen im 2021 an Persönlichkeiten zu vergeben, die für Polonia in den Kategorien Kultur und Belebung des Lebens in Polonia wichtig sind. Die Verleihung weiterer Polonicus-Preise aufgrund der wiederkehrenden Pandemiewellen im Jahr 2021 ist hybrid geplant.

Der Gewinner des Preises für seine Aktivitäten für Polonia ist Ferdynand Domaradzki, der den Landesverband der Polnische Rat in Berlin leitet. Er ist auch aktiver Landwirt und bewirtschaftet eine der größten landwirtschaftlichen Flächen Berlins. Die gesamte polnische Gemeinde in Berlin kennt ihn: Ferdynand Domaradzki inspiriert die polnische Gemeinde in Berlin seit vielen Jahren und lädt sie zu vielen wunderbaren kulturellen Veranstaltungen ein. Jeder kennt seine "Neujahrskonzerte", die jährlichen Maifeiern auf seinem Grundstück anlässlich des "Polonia Tag" oder die Herbstpicknicks nicht nur für Kinder "Lustige Wiese". Die Vermittlung der polnischen Sprache lag ihm stets am Herzen, insbesondere während seiner intensiven Arbeit für den Polnischen Schulverein "Oświata" in Berlin. Die feierliche Verleihung des Polonicus-Preises ist für September dieses Jahres im Beisein der Polonia in Berlin geplant.

Der Ehrenpreis Polonicus im Bereich Kultur für herausragende Beiträge zur polnischen Literatur in der ganzen Welt und für das Lebenswerk wurde auf Beschluss der Jury an Olga Tokarczuk verliehen.  Die polnische Schriftstellerin ist bekannt als Essayistin, Lyrikerin und Drehbuchautorin, Trägerin des Literaturnobelpreises 2018, Gewinnerin des Man Booker International Prize 2018 für ihren Roman "Bieguni" (Flüge) und zweimalige Gewinnerin des Nike Literary Award für ihre Romane: "Bieguni" im Jahr 2008 und "Księgi Jakubowe" im Jahr 2015. 2008 hatten die Polonia in Aachen sowiein  mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen auf Einladung von Polregio die Gelegenheit, Olga Tokarczuk im Rahmen der Förderung des Buches "Bieguni" auf Initiative des bekanntesten Förderers polnischer Literatur in Deutschland, des verstorbenen Dr. Albrecht Lempp, damals Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, zu treffen. Die Autorin hat die polnische Gemeinschaft in Deutschland mehrfach getroffen, z.B. auf der geplanten Buchmesse in Frankfurt oder aktuell im November dieses Jahres auf dem Kulturfestival in Bitburg, in dessen Rahmen wir Frau Olga Tokarczuk den Ehrenpreis Polonicus überreichen möchten.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass die ersten Polonicus-Preise in diesem Jahr im Juni im Krönungssaal des historischen Rathauses in Aachen verliehen wurden. In Anerkennung seiner langjährigen effektiven Zusammenarbeit mit Polonia und seines kontinuierlichen Beitrags zum deutsch-polnischen Dialog wurde der Polonicus-Ehrenpreis von Ministerpräsident Armin Laschet, einem Freund der Polen in Nordrhein-Westfalen, entgegengenommen. Mit dem Europäischen Sonderpreis Polonicus 2021 für den Senat der Republik Polen für seine Fürsorge für Polonia hat amtierende Präsident des Senats der Republik Polen, Prof. Tomasz Grodzki entgegengenommen. Auch der Polnische Weltrat bedankte sich dem Senat RP in einem Erinnerungsschreiben.

Eine kurze Geschichte des "POLONICUS"-Preises der europäische Polonia - Dieser Preis wird von der Europäischen Polonia über die Strukturen des gleichnamigen Instituts in Zusammenarbeit mit zahlreichen der EUWP (Europäische Polonia Gemeinschaft) angeschlossenen Organisationen vergeben. Seit seiner ersten Verleihung steht der Polonicus-Preis unter der Ehrenschirmherrschaft von Dr. Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen, gefolgt von Bogdan Borusewicz, Präsident des polnischen Parlaments, und derzeit Professor Tomasz Grodzki, Präsident des polnischen Parlaments. Von Anfang an wurde der Polonicus-Preis von Senatorin Barbara Borys-Damięcka, einem Mitglied des Polonicus-Preis-Kapitels, mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement unterstützt.

Fast 50 prominente Persönlichkeiten des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens aus Polen, Deutschland und ganz Europa haben diese einzigartige europäische Auszeichnung bisher erhalten. Die Polen des Westens, die den Polen Osteuropas gedenken, haben 2014 den Polonicus-Preis an Andżelica Borys verliehen, die Vorsitzende der Bund der Polen in Belarus, die derzeit inhaftiert ist und für die Wiedereinführung demokratischer Wahlen kämpft. Zu den mit dem Polonicus-Preis Ausgezeichneten gehörten Europäer aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Mehr über die Geschichte des Europäischen Preises Polonia Polonicus finden Sie auf der Website von Porta Polonica und unter www.institut-polonicus.eu.

Wiesław Lewicki

Vorsitzender des Kapitels, Europäisches Institut für Kultur und Medien Polonicus VoG

 

Fotos: Wikipedia, Private Samlung , Marta Marchlewska-Wilczak, Dariusz anka, Senatskanzlei-Land NRW / Mark Hermenau

 

Projekt finanziert durch den Verein Polregio e.V.

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

      

Schlesisches Kaleidoskop 1919-2018 - 100 Porträtfotos von Grzegorz Lityński. Ausstellung im Deutschen Polen-Institut im Rahmen des Jahresthemas „Oberschlesien“
Vernissage: Dienstag, 5. Oktober 2021, 18 Uhr

Deutsches Polen-Institut im Residenzschloss Darmstadt
6. Oktober 2021 – 31. Januar 2022
Mo-Do 10-16 Uhr / Fr 10-13 Uhr


Schlesien ist eine außergewöhnliche Region in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet zu einem Schmelztiegel verschiedener Bevölkerungsgruppen. Und auch heute, mehr als 75 Jahre nach Kriegsende, kann man die Vielfalt dieses Landes spüren. Die in Darmstadt präsentierte Ausstellung will die Vielfalt der Menschen aus Schlesien einfangen.

Das Konzept dieses Fotoprojekts war es, aus jedem Jahrgang zwischen 1919 und 2018 eine mit der Region verbundene Person festzuhalten. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, deren Leistungen wenig bekannt sind oder in Vergessenheit zu geraten drohen. An dem Projekt waren Künstler, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Sportler, Sozialarbeiter, Journalisten, Aussiedler, Lehrer, Schüler und Studenten beteiligt – allesamt Zeitzeugen, Enthusiasten, Liebhaber, Träumer, Bastler, Menschen der Tat. Jede Person „vertritt“ ein anderes Thema, eine andere Fragestellung oder Tätigkeit. Das Projekt zeigt, dass in allen Altersgruppen außergewöhnliche Geschichten schlummern, die erzählt werden wollen.

„Das Schlesische Kaleidoskop“ ist auch ein Anlass, um wichtige Fakten aus der jüngsten Geschichte in Erinnerung zu rufen ("Zeugen der Geschichte"), um die letzten lebenden Menschen zu würdigen, die sich an den Zweiten Weltkrieg, aber auch an die stalinistische Zeit oder an die Verbrechen des Kriegsrechts, erinnern.

„Das Schlesische Kaleidoskop“ ist ein Projekt von Grzegorz Lityński (Breslau/Wrocław) und wird seit 2016 durchgeführt. Seine Realisierung erforderte fast 200 Fotositzungen, mehrere tausend Kilometer Autofahrt und eine mühsame Suche nach Menschen, die zum Projekt passen. Auszüge aus dem Projekt wurden im Jahrbuch Polen 2021 Oberschlesien publiziert.
Lityński ist Dokumentarfotograf und derzeit als Leiter des Aufbaustudiums der Reise-, Reportage- und Dokumentarfotografie an der Technischen Hochschule in Kattowitz tätig. Zurzeit arbeitet Lityński an Dokumentarprojekten in Polen, Deutschland und den Vereinigten Staaten.

https://www.deutsches-polen-institut.de/jahresthema

Alicja Kmita kam 2015 nach Deutschland, nachdem sie an der Fakultät für Bildende Künste der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun einen Abschluss in Grafikdesign gemacht hatte. Davor war sie mit ihrer Mutter in Deutschland. Sie besuchte drei Jahre lang eine deutsche Grundschule, aber ihre Mutter beschloss, nach Polen zurückzukehren. In einem Interview mit "Samy Życie" spricht sie über ihre Selbstständigkeit in Deutschland.

Seit wann ist Grafikdesign Ihre Leidenschaft? Gab es eine andere Alternative in Ihrem Leben?

Ich habe schon früh angefangen zu zeichnen, und zwar mit der linken Hand. In den 1990er Jahren wurde dies als Anomalie angesehen, und so wurde mir beigebracht, mit der rechten Hand zu zeichnen. In der Grundschule habe ich einen Wettbewerb für den Schulkünstler gewonnen. Bei der Zeremonie holte ich mir eine Mini-Statuette zu den Klängen von "So come paint my world" ab - dieses Lied hat mich bis heute nicht losgelassen. Schon vor der Wahl meines Studiums wusste ich, dass ich von Grafikdesign träumte. Ich musste einen Plan B wählen, falls es nicht klappen sollte. Das war Deutsch, das ich so gut wie einen Bleistift kann.

Wie war es, Ihr eigenes Unternehmen in Deutschland zu gründen? Haben Sie irgendwelche... polnischen Komplexe gespürt?

Ich wusste nicht, wie ich über Geld sprechen sollte, über zusätzliche Kosten für Verbesserungen, für Änderungen an einem Projekt. In Polen wissen wir nicht, wie man über Geld spricht. Wenn jemand in Polen einen Preis nennt, wird er laut oder fügt unnötige "Aufpreis"-Wörter wie "hier", "nur" usw. hinzu.

Ich bin ein sensibler Mensch, ich bemerke kleine Dinge im Verhalten der Menschen, die andere nicht bemerken. Deshalb habe ich parallel zu meiner Arbeit als Grafikdesignerin begonnen, meine Gedanken und Beobachtungen immer öfter auf Instagram, Youtube und Tik Tok in Form eines Blogs und Videos zu veröffentlichen, um kreativen Gedanken und Begebenheiten aus meinem Berufsleben Ausdruck zu verleihen. Ich habe von Anfang an polnische und deutsche Kunden gehabt. Ich kann an mir selbst feststellen, dass ich entspannter bin, wenn ich mit einem deutschsprachigen Kunden arbeite. Es ist alltäglich, dass man sofort zum "Du" übergeht. Ich habe den Eindruck, dass die Beziehungen zu deutschsprachigen Kunden eher auf Distanz angelegt sind.

Was waren die Anfänge des youtube-Geschäfts? Was hat Sie dazu bewogen, Ihren eigenen Kanal zu gründen?

Ich habe mit Situationsvideos mit vorgefertigten Sätzen auf Deutsch begonnen. Am Anfang war ich sehr streng mit meinen Zuschauern. Ich würde den Finger heben und sagen: "Hör auf, polnisches Fernsehen zu schauen, mach die deutsche Playlist in deinem Auto an. Viele haben mir in den Kommentaren für diesen Anstoß gedankt, aber es gab auch eine Welle der Kritik. Die Kritik kam von einer Gruppe von Menschen, die ihre Routine und ihr bequemes, aber schwieriges Leben zwischen Polen und Deutschland nicht ändern wollen. Ich möchte meine Erfahrungen mit der polnischen Gemeinschaft teilen. Ich beobachte, dass es den Polen schwer fällt, mit ihrem Chef über eine Lohnerhöhung zu sprechen. Deshalb habe ich ein Video von einer solchen Situation aufgenommen. Schauen Sie zu, üben Sie und vereinbaren Sie einen Termin für das Gespräch.

War die Gründung eines Unternehmens in Deutschland nur der Wunsch, dem üblichen Acht-Stunden-Arbeitstag zu entkommen, oder wollten Sie sich mehr selbst verwirklichen? Fiel es Ihnen schwer, die Entscheidung zu treffen, Ihren warmen Job aufzugeben und sich "selbstständig zu machen"?

Ich hatte nicht den Mut, meinen Job selbst zu kündigen. Das Schicksal selbst blies den Wind der Veränderung. Das Unternehmen hat meinen Vertrag nicht verlängert. Ich habe das nicht als Misserfolg gesehen, sondern als Ansporn zum Handeln. Ich ging zum Arbeitsamt, wo man mir ausführlich erklärte, welche Möglichkeiten ich hatte. Und das Beste wäre die Unabhängigkeit für einen jungen Grafikdesigner. Ich erhielt Hilfe bei der Erstellung eines Geschäftsplans und Unterstützung für die ersten 6 Monate.

Während meiner letzten Monate im Büro habe ich mich bereits sehr gewissenhaft auf die Gründung meines Unternehmens vorbereitet. Ich hörte mir Podcasts an, beobachtete, was meine Konkurrenten taten, und lernte von den Besten. Das Internet ist voll von sehr wertvollem, hilfreichem und kostenlosem Wissen. Einen Monat vor dem Ende meines Arbeitsverhältnisses juckte es mir in den Fingern, die Herausforderung meines Lebens anzunehmen und mit der Werbung zu beginnen.

Wie sieht Ihr Unternehmen jetzt aus?

Ich mache Grafikdesign und Illustration. Ich entwerfe Werbematerialien (Logos, Banner, Grafiken, Visitenkarten usw.) für Unternehmer und kleine Unternehmen. Ich illustriere Titelseiten, Poster, Plakate und Porträts. Ich mag personalisierte Kunst, speziell für einen bestimmten Kunden. Für Fußballfans zeichne ich individuelle Entwürfe nach einem Foto mit dem Logo der Mannschaft und drucke sie auf Taschen, T-Shirts und Poster. Ich stecke mein ganzes Herz in jedes Projekt, damit es Aufmerksamkeit erregt. Ich möchte, dass meine Kunden mit solchen Zeichnungen vor ihren Freunden prahlen.

Was bedeutet der Begriff "Plussize" und warum ist dieses Thema für Sie von besonderem Interesse?

Übergröße bedeutet Körperfreundlichkeit. Es ist eine Bewegung, die uns daran erinnert, wie vielfältig wir sind, und uns ermutigt, unsere Körper zu akzeptieren. Es ist wichtig, sich gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben, aber wir haben uns im Streben nach den Idealen der Werbetafeln verloren. Die Plussize-Bewegung zielt darauf ab, verschiedene Formen zu normalisieren, vor allem die weiblichen Formen, denn es sind die Frauen, die am häufigsten Komplexe haben. Ich würde mir wünschen, dass die Medien mehr weibliche Formen zeigen, die man auch auf der Straße sehen kann. Frauen mit breiten Hüften, einem Bauch, ungeformten Armen oder Reifen. Das ist normal.

Ich persönlich bin 1,85 Meter groß. Ich war schon immer der Größte unter den Gleichaltrigen. Ich habe andere Proportionen als meine 1,6 m großen Freunde. Als Teenager fiel es mir schwer, das zu akzeptieren, denn die Medien zeigten nur das kleine Schönheitsschema.

Wie kommen Sie nach 3 Jahren zurecht? Es gibt viele Grafikdesigner auf dem Markt, haben Sie es geschafft, sich durchzusetzen und wie haben Sie Ihre Kunden überzeugt?

Ich bin seit 3 Jahren im Geschäft. Ich gestalte intensiv meine persönliche Marke, neue und attraktive Werbematerialien in den sozialen Medien. Mein Ziel ist es nicht, Beiträge wie "heute 30% Rabatt auf alles" zu veröffentlichen. Ich unterrichte mein Publikum. Ich höre mir an, wonach sie fragen, welche Zweifel sie haben, welche Probleme sie haben. Mit meinen Materialien beantworte ich ihre Zweifel, manchmal bringe ich sie zum Lachen, vielleicht rege ich ihre Fantasie an. Meine eigene Tätigkeit ist unendlich. Ich warte nicht, bis sie mich finden oder mich anrufen. Ich schreibe selbst Dutzende von E-Mails und Nachrichten, ich erfinde und kämpfe um jeden Auftrag. Ich beobachte den Markt, die Nachfrage und reagiere auf sie.

Was erstellen Sie derzeit und für wen?

Ich habe gerade das Premieren-Cover für die Band "Talo Gerhard" und die Illustration für den Videoclip "Herr Filak" fertiggestellt. Gestern habe ich einen Testdruck der Etiketten veröffentlicht, die ich für DVA-Naturkerzen entworfen habe. Eine Serie von "No Waste"-Kerzen, die von einer wunderbaren Frau aus meiner Gemeinde kreiert wurde. Unsere Wege trafen sich auf Instagram und so begann eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Vor kurzem habe ich für die polnische Damenbekleidungsmarke Gracja Błaszczyk Plussize-Aufkleber gezeichnet und gestaltet. Die Aufkleber finden ihren Weg in jede Sendung und verbreiten sich auf der ganzen Welt - solche Projekte, die immer "funktionieren", sind sehr erfreulich.

Wie kam es zu dem Projekt "Lass mich deine Krone richten"?

Dieser Satz wurde von jemandem vor mir erfunden. Ich, als Frau, setze seine Idee fort. Anstatt zu kritisieren, lobe ich lieber eine andere Frau. Mit vielen anderen coolen Cupcakes ermutigen wir Frauen, sich gegenseitig zu unterstützen. Anstatt zu konkurrieren, solltet ihr eure Einzigartigkeit akzeptieren und euch gegenseitig anlächeln.

Sind soziale Medien für Ihr Unternehmen hilfreich?

Dank der sozialen Medien kann ich schnell eine große Anzahl von Menschen erreichen, ihre Meinung einholen und eine Zielgruppe finden. Es ist immer noch ein wachsendes, unterschätztes Potenzial.

Für wen entwerfen Sie normalerweise?

Ich würde sagen, hauptsächlich für Frauen. Ich unterstütze gerne kleine Frauenunternehmen. Illustration individueller Logos für die Schönheits- und Modeindustrie. Kreative Frauen ins Rampenlicht ihres Geschäfts zu stellen. Ich ermutige jede Frau, ein gezeichnetes Logo zu haben, das sie von ihrer besten Seite zeigt und ihre Leistungen präsentiert.

Wie sehen Sie die Polen in Deutschland?

Viele fühlen sich in ihrer warmen, sicheren polnischen Umgebung wohl. Sie vergessen, dass es für sie schwierig sein wird, einen besseren Job zu bekommen, eine Gehaltserhöhung zu erhalten, sich zu integrieren und ihre Familie hierher zu holen, wenn sie in ihrer Komfortzone bleiben, ohne ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich erinnere mich an meine Mutter, als sie zum ersten Mal mit mir nach Deutschland kam. Es war nicht leicht für sie. Heute bin ich also ein aktiver Teil unserer polnischen Gemeinschaft. Ich informiere, teile mein Wissen und motiviere zu Veränderungen.

Was bereitet Ihnen die meiste Freude im Leben?

Zeichnen, aktive Zeit mit meinem Partner Emanuel in der Natur verbringen, Videos drehen, tanzen und porträtieren. Ich habe viele Leidenschaften, ich lasse sie sich entwickeln, das macht mir Freude.

Denken Sie darüber nach, nach Polen zurückzukommen?

Im Moment fühle ich mich hier wohl, aber ich bin offen für den Wind der Veränderung. Sie können jederzeit nach Polen zurückkommen. Aber gerade jetzt nutzen wir die wertvollen Erfahrungen und die Entwicklung im Ausland. Wir werden durch diesen Austausch und die Herausforderungen reicher.

Ich danke Ihnen für die Einladung zum Gespräch.

Interview mit Leonard Paszek

instagram.com/kmitoska/

youtube.com/user/Kmitttingstory

Alicja Kmita

Grafische Gestaltung

 

0176/ 21691417

www.kmitagrafik.com

https://www.facebook.com/kmitttingstory/

Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden Sie herzlich zur Online-Diskussion Auf dem Weg zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen ein, die, wie angekündigt, am Mittwoch, den 1.9.2021, um 18 Uhr stattfindet.

WICHTIGES UPDATE:
Die offizielle Vorstellung des Konzepts für den geplanten Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen durch den Bundesminister des Auswärtigen Amtes wurde aufgrund der außenpolitischen Entwicklungen in Afghanistan auf einen späteren Termin verlegt und wird nicht am 30.8.2021 stattfinden können. Diese Verschiebung wirkt sich inhaltlich auf die von uns geplante Online-Diskussion aus, die die Debatte um das Konzept für den geplanten Ort einleiten sollte. Wir möchten dennoch den gedenkwürdigen 1. September dafür nutzen, die im Bundestagsbeschluss herausgehobenen Themenbereiche des künftigen Ortes - „Erinnern und Gedenken" sowie „Bildung und Begegnung" - mit Fachleuten der bilateralen und erinnerungskulturellen Zusammenarbeit öffentlich zu diskutieren.
Die Diskussion wird auf Deutsch und Polnisch mit Simultanübersetzung stattfinden.
Folgen Sie der Diskussion und stellen Sie Ihre Fragen an die Diskussionsteilnehmenden auf dem YouTube-Kanal des DPI:
https://youtu.be/hfOiNykspow (DEUTSCH) oder https://youtu.be/OId-WigKe4w (POLNISCH).
Im Anhang finden Sie die zweisprachige Einladung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andrzej Kaluza

Sie ist Schauspielerin mit Leib und Seele, aus Berufung und Liebe. Sie war eine der besten Studentinnen ihres Jahrgangs und schloss ihr Studium an der Theater- und Filmhochschule in Łódź mit Auszeichnung ab. "Ich habe den Unterschied zwischen der Schule und der Realität fast sofort zu spüren bekommen", sagt Joanna Stanecka mit einem Lächeln.

Sie begann ihre Arbeit im berühmten Warschauer Theater "Rozmaitości", wo sie mit bekannten Regisseuren zusammenarbeitete, in dem populären Film "Awantura o Basię" mitspielte und die beruflichen Perspektiven schienen viel versprechend zu sein. Auf die Frage, warum also sie sich entschlossen hat, Polen zu verlassen, ausgerechnet mit einem Beruf in dem Sprache und Akzent eine extrem wichtige Rolle spielen, antwortete sie: "Die Liebe hat mich nach Deutschland geführt“. Um das klarzustellen, nicht an einen Deutschen, sondern an einen polnischen Opernsänger, der im Jahr 2000 samt ganzen Familie aus beruflichen Gründen nach Dresden zog. "Die beruflichen Ambitionen mussten also vorerst zurückgestellt werden. Neben der Anpassung an das neue Land, dem Erlernen der Sprache und der deutschen Realität, gab es auch die Pflichten einer Mutter und Ehefrau, so dass die Träume von der Schauspielerei verschoben werden mussten. Aber nur vershoben!“, sagt Joanna Stanecka Sie setzte ihr Talent in ihrer Familie ein, in den Zimmern der Kinder, denen sie polnische Märchen und Gedichte vorlas, Showaufführungen organisierte und alles tat, damit sie zweisprachig aufwuchsen und ihre Wurzeln nicht vergaßen.

 

"Ich habe meinen Plan, auf die Bühne zurückzukehren, nie aufgegeben und wusste, dass er eines Tages in Erfüllung gehen würde", sagt Joanna Stanecka und fügt hinzu: "Es ist nur so, dass die Zeit hier eine große Rolle spielt. Aufgrund der beruflichen Veränderungen meines Mannes zogen wir oft um, und es war schwierig, sich mit einem Theater oder einer Schauspielgruppe für längere Zeit zu binden. Als ihre drei Söhne fast erwachsen wurden, beschloss sie, sich an einem Monodrama zu versuchen. Sie schrieb selbst ein Stück (und zwar in englischer Sprache!) mit dem Titel "My Farm" und erklärte sich bereit, es selbst auf dem größten Monodrama-Festival in New York aufzuführen. "Ich dachte, wenn ich schon falle, dann vom hohen Ross. Es mag nicht die beste Idee gewesen sein, aber es war meine..." sagt sie mit einem Lächeln.

"Die Fremde" von Maria Kuncewiczowa wurde ihr erstes Vorzeigestück. Sie trägt es auf Deutsch und mit polnischem Akzent vor. "Das Thema des Stücks rechtfertigt Unvollkommenheiten der Sprache und klingt sogar natürlicher als ein perfekter Akzent. Durch die Arbeit und die Aufführungen fühlte ich mich immer sicherer in der deutschen Sprache", erklärt Joanna Stanecka. Sie reiste mit der Aufführung fast durch ganz Deutschland und Österreich und die Reaktion des Publikums beflügelte sie: Ein weiteres Monodrama war „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“, der weißrussischen Nobelpreisträgerin Swetlana Alexandrowna Alexsjewitsch. Das Stück, das die Geschichte junger Soldatinnen der Roten Armee und die Konfrontation ihres Idealismus und Patriotismus mit der Realität des Krieges erzählt, hinterließ einen unglaublichen Eindruck. Die Uraufführung fand im ZEITMAULtheater in Bochum statt und führte zu einer dauerhaften Zusammenarbeit mit diesem Theater.

Der nächste Schritt war eine Komödie im Monodrama, die Übersetzung des bereits erwähnten Stücks von Joanna Staneckaj, „My Farm“ ("Mein Bauernhof)", ins Polnische und die Premiere am ZEITMAULtheater. Die selbstironische und urkomische Inszenierung ist eine Art Parsiflage des Familienlebens der Schauspielerin, wobei betont wird, dass jede Ähnlichkeit mit realen Personen absolut ausgeschlossen ist… Das Stück wurde auch in Polen aufgeführt und löste dort schallendes Gelächter und Bewunderung für die Kreativität der Schauspielerin aus.

Dann kamen die ersten Filmangebote. Joanna Stanecka spielte unter anderem in der berühmten deutschen Krimiserie "Telefon 110" und in den beliebten polnischen Serien "Na Wspólnej" und "M jak Miłość", im Film "Wild Republic" usw.

Dann kam die Zeit der Musik: Joanna Stanecka schrieb ein Stück zu Ehren der berühmten Schauspielerin Marlene Dietrich mit dem Titel. "Marlenka". Der erste Teil der Inszenierung war sowohl in Deutschland als auch in Polen so erfolgreich, dass die Schauspielerin während des „Lockdawns“ wegen der Pandemie beschloss, einen zweiten Teil der Show zu kreieren und ihm den Titel "Twilight Angel – Die Lieder von Friedrich Hollaender" gab.

Eine Rückkehr zur monodramatischen Komödie ist ihr Stück "Provinzschauspielerin", das mit Selbstironie und Augenzwinkern die Irrungen und Wirrungen des Schauspielerlebens beschreibt. Diese Produktionen brachten ihr die Auszeichnung "Goldene Eule" des Polnischen Intelligenzclubs, der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien und der Zeitschrift "Jupiter" zur Förderung der polnischen Kultur ein. Darüber hinaus wurde ein weiteres Talent der Schauspielerin enthüllt. Seit einigen Jahren malt Joanna Stanecka Bilder, die sich großer Beliebtheit erfreuen. "Ich wollte immer malen, aber mein Temperament hat mich dazu gebracht, doch die Theaterschule zu wählen", erklärt sie.

Zur Zeit bereitet sie ein Theaterstück über Agnieszka Osiecka vor. "Ich habe großartige Übersetzungen der Texte von Hans Georg Njemz und ich möchte, dass Osieckas Ruhm nicht nur auf Polen beschränkt bleibt", sagt Joanna Stanecka. Auf der Bühne des Schauspielhauses in Düsseldorf und des Theaters in Köln spielt sie in dem Stück "Ernte? Hilfe!" Sie hat noch viele Ideen und Themen. Und auf die Frage nach ihrem größten schauspielerischen Traum antwortet sie mit einem Augenzwinkern: "Ich würde gerne eine unausgeglichene, aber temperamentvolle Frau spielen, zum Beispiel in einem Kostümfilm aus der Barockzeit".

Roma Stacherska-Jung

www.joanna-stanecka.eu

Mehr als fünf Wochen nach dem schlimmsten Hochwasser in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands benötigen die Betroffenen noch immer dringend Unterstützung. Die in Deutschland lebenden Polen haben in einer spontanen Aktion beschlossen, ihren eigenen "Anteil" beizusteuern und sich an der umfangreichen Hilfsaktion zu beteiligen, indem sie ein großes polnisch-deutsches Benefizkonzert in Oberhausen im Restaurant "Gdanska“ („Danzig") organisieren.

"Nachdem ich in unserem völlig trockenen Oberhausen in den Medien gehört und gesehen habe, was passiert ist, habe ich beschlossen, alle meine Freunde anzurufen, die in den betroffenen Gebieten leben. Es stellte sich heraus, dass einige von ihnen mitten in der Katastrophe steckten. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und dachte nur daran, was ich tun könnte", sagt Joanna Duda-Murowski, eine polnische Dichterin mit einem beachtlichen literarischen Werk und Mitorganisatorin der polnischen Kultur im Ruhrgebiet. "Schon am Morgengrauen wusste ich, dass ich andere Polen um Unterstützung bitten werde, und am Morgen startete ich eine spontane Telefonaktion", fügt sie hinzu.

Ihr erster Gesprächspartner war Czesław Gołębiewski, der Besitzer des Restaurants "Gdańska" in Oberhausen, das nicht nur für sein Essen, sondern vor allem für seine Kulturförderung bekannt ist. Sie fand ihn im Urlaub, aber er reagierte sofort und sagte kurz und knapp: "Ich bin dabei". Dann rief sie einen polnischen Künstler und Musiker nach dem anderen an, die sie in Deutschland kannte. Trotz der Ferienzeit meldeten sich alle, die gefragt wurden, freiwillig zur Teilnahme, und Elo Badura, ein bekannter polnischer Gitarrist, erklärte sogar, dass er seinen Urlaub verkürzen würde, um pro bono für die Flutopfer zu spielen.

"Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die weit weg von Deutschland im Urlaub waren. Niemand hat nein gesagt. Ihre Spontanität und der tiefe Wunsch zu helfen, haben mich beflügelt", sagt Joanna Duda-Murowski und fügt hinzu: "Zwei Malerinnen, Kinga Burgsmüller und Alexandra Kulik, haben sofort je zwei ihrer eigenen Bilder für die Auktion gespendet."

Bei einem Treffen mit Czesław und Maria Gołębiewski im Zusammenhang mit der Gestaltung der Veranstaltung im Restaurant "Gdańska", stellte sich jedoch heraus, dass der Termin des Konzerts verschoben werden musste, da es die Vorschriften nicht zulassen, spontan eine Versammlung durchzuführen und Geld an die Flutopfer zu schicken. Neben der Organisation des Konzerts sind ein Konto, Genehmigungen und eine Reihe von bürokratischen Anforderungen zu erfüllen. "Ich übernehme das selbst", erklärte der Besitzer von "Gdanska" und machte sich an die Arbeit.

"Zu den polnischen Musikern gesellten sich deutsche Bands, und es wurde international, so dass wir beschlossen haben, die Veranstaltung zweisprachig zu gestalten und das Geld nicht nur für Polen, sondern für alle Flutopfer unabhängig von ihrer Nationalität zu spenden", sagt Joanna Duda-Murowski stolz. Das Szenario der Aufführungen ist bereits vorbereitet, die Plakate sind gedruckt, die Anforderungen sind erfüllt. Ola Stegh, eine Sängerin, Dichterin, Malerin und Künstlerin, die zu den Opfern der Katastrophe gehört, hat ein Video über die Verwüstungen gedreht, die die Flut in ihrem eigenen Haus angerichtet hat, und darüber, wie sie ihr eigenes Atelier- und Aufnahmestudio zerstört hat, in dem sie ihr nächstes Album aufnehmen wollte. Und der Moderator Eligiusz Plichta, Redakteur der polnischsprachigen Internetsendung bei Radio Darmstadt, bereitete Interviews mit Polen von den Orten der größten Verwüstung vor, d.h. kurze Geschichten von Opfern und Helfern.

"Die Spontanität, Reaktionsschnelligkeit und das Engagement so vieler wunderbarer Menschen und vor allem ihre große Solidarität haben mich völlig Überrascht. - sagt Joanna Duda Murowski. "Das Problem bleibt jedoch die Pandemie und die steigende Zahl der Infektionen in unserem Gebiet. Deshalb verfolgen wir die Berichte mit Sorge und Angst und warten auf die notwendigen Genehmigungen".

 

Roma Stacherska-Jung

Das "Pol-Cafe" lädt am Sonntag, den 22. August von 14.00 bis 17.00 Uhr zum "Polonia-Picknick für Große und Kleine" auf der Wiese ein: Picknickwiese Heisswald, Weg Zur Platte 71, 45133 Essen.

Weitere Informationen: Leonrd Paszek 0157 3427 1131

 

Auf der Grundlage deutscher, polnischer und französischer Gedichte entstanden nach dem Konzept von Margaux Kier Choreografien von drei herausragenden zeitgenössischen Tänzern: Chrystel Guillebeaud aus Wuppertal, Kasia Ustowska aus Sopot und Isabelle Dufau aus Paris. Die Künstler kommen aus Deutschland, Polen und Frankreich, Guillebeaud tanzte in der Kompanie von Pina Bausch, Ustowska ist im "Ensemble Dada von Bzdülöw" aus Danzig und Dufau in der "Compagnie L'eclat des gestes". Sie werden mit Jazzmusikern aus Köln zusammenarbeiten. Das Ergebnis ist eine besondere Übersetzung dieser drei Sprachen, der Gefühle, Gedanken und Stimmungen in die universelle Sprache des Körpers, der improvisierten Musik und der gekonnten Rezitation. Eine Aufführung bei Sonnenuntergang vor der Kulisse der Skulpturen von Odo Rumpf in der wilden, paradiesischen Realität des Odon-Gartens kann nur magisch sein! Sie sind herzlich willkommen! - Gedichte von Wislawa Szymborska, Marguerite Duras, Monika Rinck und Zagajewski.

"Au féminin" oder eine Frauensache - Frauen über Frauen - die Eröffnung von Werken, die sich zwischen Realismus und Abstraktion bewegen. Sie erreichen mit Leichtigkeit ihre eigene charakteristische Technik, mit einem starken und doch sensiblen Ausdruck. Gleichzeitig haben sie eine interessante Botschaft und erinnern an wichtige Frauengestalten verschiedener Epochen.

Rosa Juchniewicz - Grafikerin, Malerin und Illustratorin, Absolventin der Akademie der Schönen Künste in Gdansk. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst sowohl Grafiken und Zeichnungen als auch Malerei und Illustrationen. Ihre Werke, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind im Grenzbereich zwischen Malerei, Zeichnung und Grafik entstanden. Ihre eigene Technik, das formale Spiel mit den künstlerischen Mitteln und der tiefe Ausdruck der eigenen Gefühle schaffen eine intensive Atmosphäre in ihren Bildern.

Martine Meeting-Peyre hat in Polen und Deutschland zahlreiche Auszeichnungen für ihre grafischen Arbeiten erhalten.

Margaux Kier

 

Er stammt aus Łódź, schloss sein Studium in Wrocław ab, machte aber seine ersten beruflichen Schritte in Deutschland. Im Jahr 2009 wurde er in das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf aufgenommen. Nach zwei Jahren wurde ihm eine Stelle als Solist angeboten.

Trotz seines jungen Alters kann Łukasz Konieczny bereits eine beeindruckende Karriere und Erfolge vorweisen. Seine Stimme - der tiefstmögliche Bass, "basso serioso" genannt - erklang in großen und bekannten Opernhäusern wie der Semperoper in Dresden, der Hamburger Oper, Dubai, Toulouse usw. Er trat an der Nationaloper in Warschau auf. An der Warschauer Nationaloper trat er als jüngster Interpret in der Geschichte der Oper mit der Rolle des Skołuba in der "Unabhängigkeits"-Inszenierung von Stanislaw Moniuszkos "Spukhaus" unter der Regie von David Pountney auf und hinterließ mit seiner "Arie mit Uhr" einen großen Eindruck. Auf der Bühne der Münchner Oper sang er mit Placido Domingo, einem der berühmtesten Tenöre der Welt. Auch der Auftritt in Reinsberg, Österreich, in der Oper "Acis und Galeta" unter der Regie von Michael Sturminger, bei dem er John Malkovich kennenlernte, ist für ihn sehr wichtig in seinem Leben.

An seiner Heimatbühne, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg, hat er bereits fast alle für Bässe vorgesehenen Partien interpretiert und über fünfzig von ihnen gemeistert. Es ist typisch für Opernbässe, dass sie in die Rollen älterer Männer schlüpfen: Priester, Väter, Verbrecher und Schurken. Łukasz Konieczny mag diese Rollen jedoch sehr gerne: "Die Vorbereitung auf eine solche Rolle regt die schauspielerische Fantasie an. Einer meiner Favoriten ist zum Beispiel Sparafucile in Giuseppe Verdis Oper 'Rigoletto'", sagt er. Ein großer Traum von Lukasz Konieczny war es, in Richard Wagners "Ring des Nibelungen" mitzuwirken, der sich auf der Bühne der Deutschen Oper am Rhein erfüllte, wo er erfolgreich die Rollen des Fafner in "Rheingold" und "Siegfried" sowie des Hunding in der Oper "Die Walküre" gestaltete.

Auch die zeitgenössische Musik spielt in Łukasz Koniecznys künstlerischem Leben eine wichtige Rolle. "Die berühmte Inszenierung von Thomas Manns "Der Zauberberg" mit der Musik von Paweł Mykietyn unter der Regie von Andrzej Chyra ist sicherlich eines der großen Ereignisse", sagt Łukasz Konieczny und fügt hinzu: "Erwähnenswert ist auch meine Teilnahme an der Weltpremiere der Oper 'ahat'ili - Schwester der Götter' mit dem Libretto der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk und der Musik von Alek Nowak, die mit dem Fryderyk-Preis ausgezeichnet wurde, sowie die Aufführung mit dem Titel 'Herr Thaddaeus'. (d.h. Anrufung aus "Pan Tadeusz") in deutscher Sprache mit Musik von Paweł Mykietyn. Darüber hinaus organisiert und beteiligt sich Łukasz Konieczny an verschiedenen Projekten und Konzerten. Er präsentiert Werke von Moniuszko, Chopin, Beethoven und anderen, wobei er das Szenario und die Aufführung oft selbst vorbereitet. Einer seiner jüngsten Auftritte war das "Konzert für Gesang und Orgel" im Juli in Mönchengladbach, bei dem er Ludwig van Beethovens "6 Lieder von Gellert" interpretierte und Geld für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und der Pfalz spendete.

Łukasz Konieczny ist der jüngere Bruder des berühmten Opernsängers Tomasz Konieczny, einem Bariton, der an den berühmtesten Opernhäusern der Welt aufgetreten ist und als einer der absolut Besten der Opernwelt gilt. Zwischen den Brüdern gibt es jedoch keine erbitterte Rivalität, jeder von ihnen geht seinen eigenen künstlerischen Weg. Sie haben sich bisher nur zweimal auf der Bühne getroffen, aber es gibt bereits Projekte für gemeinsame Auftritte.

Łukasz Konieczny arbeitet seit zwei Jahren als selbständiger Solist und ist noch häufiger auf Reisen. Auch seine beruflichen Wege führen ihn oft nach Polen. Er sagt, dass er gerne dort arbeitet und einer der Gründe dafür die große Kreativität und Offenheit auf den Bühnen in Polen ist, wo man nicht akribisch auf die Zeit schaut, sondern neue Ideen und Lösungen ausprobiert.

Auf die Frage nach seinen beruflichen Träumen antwortet er mit einem Lächeln: "Das Wichtigste ist, dass sich alles wieder normalisiert und dass die Opernbühnen funktionieren. Ich würde gerne die Rolle des Gremino in der Oper 'Eugen Onegin' von Pjotr Tschaikowsky spielen, aber da die Oper mein Leben ist, nehme ich alle interessanten Rollen gerne an und spiele sie mit größter Freude."

Nun stehen wieder Polen und die wegen der Pandemie überfälligen Premieren in Danzig ("Fidelio") und Warschau ("La Bohème") sowie "Caio Fabbricio" im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle auf dem Plan. Aber nichts lässt sich vorhersagen. "Die Pandemie hat die ganze Welt hart getroffen, aber eine der am stärksten betroffenen Gruppen sind Künstler und Kulturschaffende. Es hat meine Perspektive und die Art und Weise, wie ich mein Berufsleben betrachte, dramatisch verändert. Ich liebe, was ich tue, und deshalb ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und trotz der Einschränkungen aktiv zu sein. Zum Glück kommen immer wieder neue Vorschläge, und wir müssen uns an die neuen Bedingungen anpassen", sagt Łukasz Konieczny.

Roma Stacherska-Jung

Die Pandemie brachte das kulturelle Leben Polens für fast zwei Jahre zum Erliegen. In jüngster Zeit, als weitere Einschränkungen wegfielen, wurden Ausflüge und Begegnungen mit dem Ziel der Integration der polnischen Gemeinschaft organisiert. Nach Fahrradrallyes und dem Erklimmen der Tetraeder- und Hanielhalde in Bottrop ist es Zeit für eine Portion Kultur. Kasia Lorenc von der Neuen Galerie Gladbeck lud uns ein, eine Ausstellung mit Bildern von Simone Lucas zu besuchen, die in Neuss lebt und arbeitet. Die Künstlerin erschafft mystische und geheimnisvolle Welten, die Erinnerungen und Assoziationen wecken, aber wenig mit der Realität zu tun haben. Die Protagonisten ihrer Bilder sind vor allem junge Frauen und Kinder an der Schwelle zum Erwachsensein in einer Umgebung ohne Zeit und Raum.

Mehr als 30 Personen folgten der Einladung und wollten den Freitagnachmittag des 16. Juli außerhalb ihrer vier Wände verbringen und andere Menschen treffen. Kasia Lorenc sprach auf Polnisch über die Gemälde sowie über die Geschichte und die Grundsätze der Galerie und ihre Aktivitäten im Integrationsrat in Essen. Nach der Besichtigung diskutierten die Teilnehmer traditionell bei einem Bier und Kaffee über ihre alltäglichen Angelegenheiten.

Bei solchen Ausflügen kann man nicht nur neue Freunde treffen, sondern auch interessante Orte besuchen.

Leonard Paszek

Anfang September in St. Marienthal in Sachsen: Reifende Äpfel, rauschende Neiße, die spätsommerliche Sonne im Garten der Bibelpflanzen. In nur einer Woche können Sie hier Ihre Herkunftssprache Polnisch auf ein akademisches Niveau bringen, neue Bekanntschaften schließen und für das neue Semester aufladen. Das Angebot (30 Unterrichtsstunden, ein spannendes Abendprogramm, 5 Übernachtungen und Vollverpflegung) steht Studierenden aller Fächer gebührenfrei zur Verfügung.

Warum

Die wenigsten deutschen Hochschulen bieten spezielle Polnisch-Förderkurse für Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache an. Diese Studierenden besuchen folglich die regulären Polnisch-als-Fremdsprache-Kurse, deren Programme nicht auf den Bedarf dieser Studierendengruppe ausgerichtet sind. Solche Kurse bieten herkunftssprachigen Studierenden keine Instrumente zur Pflege ihrer bilingualen sprachlichen Identität (vgl. Art. 20(1) des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags).

Polski jest fajny! Foto: KoKoPol

Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache können von einem maßgeschneiderten Angebot mehrfach profitieren: Ihr Polnisch kann aus dem Bereich Familie/Umgangssprache/Alltagspragmatik in den Bereich Bildung/Beruf überführt werden, gleichzeitig kann ihre biographische Verbindung mit Polen und die Einwanderungssituation der Familie eine Aufwertung im Sinne der europäischen Freizügigkeit und Mehrsprachigkeit erfahren.

Unser Angebot verfolgt folgende Ziele:

  • Stärkung des Sprachbewusstseins bzgl. des polnischen Sprachsystems (language awareness);
  • Schriftsprachliche Schulung und studienfachbezogene Translationsübungen;
  • Gezielte Förderung des Erwerbs von Lexik aus den Bereichen Bildung/Hochkultur;
  • Aufbau einer „komparatistischen Intuition“;
  • Entwicklung der Kompetenz zur Selbstkorrektur;
  • Reflexion über die Unterschiede im Spracherwerb durch familiäres Umfeld und formellen Unterricht;
  • Diskussion über Fragen der Migration und Mehrsprachigkeit und die Geschichte und Gegenwart der Polonia in Deutschland;
  • Projektarbeit mit sprachlicher (Auto-)Kontrolle (Abendaktivitäten): Gemeinsames Kochen, Powerpoint-Präsentationen auf Polnisch zu eigenem Studienfach, Gestalten eines Leseabends, Vorstellen von Filmen und anderen Artefakten der polnischen Kultur, Herstellen von Kurzfilmen für Soziale Medien etc.

Programm s. Spätsommerakademie für Studierende mit Herkunftssprache Polnisch - KoKoPol Kompetenz- und Koordinationszentrum Polnisch

Methoden

Die Maßnahme kombiniert den kognitiven (Sprachreflexion) und handlungsorientierten Ansatz (individuelle Aufgaben, Kleingruppen- und Projektarbeit) und folgt dem Grundsatz des autonomen Lernens. Teilenhmer*innen erfahren Polnisch als Herkunftssprache als Mittel zur Verständigung über berufs- und bildungsorientierte Themen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Kompetenz zur Selbstkorrektur.

KoKoPol

 

 

Kongres Lewicki

Im September dieses Jahres veranstaltet der "Konvent polnischer Organisationen in Deutschland" zum fünften Mal einen Kongress der Polnischen Organisationen, an dem auch das Junge Polonia-Forum teilnimmt. Wie schon beim IV. Kongress 2019 in Bonn laden wir die "Junge Polonia" ein, die sich stark für die Integrationsprozesse in Deutschland und der Europäischen Union engagiert.
Der diesjährige Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrages von 1991 veranlasst uns, über den Wandel und die Beteiligung der polnischen Gemeinschaft in Deutschland nachzudenken, weshalb das Motto des "Von der Migration über die Integration zur vollen Teilhabe". 30 Jahre Deutsch-Polnischer Vertrag, 30 Jahre Migration. Wie sichtbar sind die unsichtbaren Pole* heute?".
Ziel des V. Kongresses in Berlin ist es, die Errungenschaften der polnischen Präsenz in Deutschland im Hinblick auf die vertraglichen Regelungen zu reflektieren und junge Europäer polnischer Abstammung weiter für die europäische Integration in ihrem Wohnsitzland zu motivieren. Während des diesjährigen Treffens werden die Teilnehmer Fragen im Zusammenhang mit der Beteiligung junger Polen am EU-Integrationsprozess, der Vernetzung Polens im Rahmen der "Koalition für Polen" und der Aktivität und Verbreitung guter Beispiele für die Präsenz junger Menschen im kulturellen, bürgerlichen und ökologischen Alltag diskutieren.
Veranstaltungsort für den "V. Kongress" im September ist das Tagungszentrum des Mercure Hotels MOA und der Vertretung des Landes Nordrhien Westfallen beim Bund. Die Organisation des "V. Kongresses" während der Wachstumsphase der Covid 19-Pandemie ist eine Herausforderung für die Organisatoren und wirkt sich unmittelbar auf die begrenzte Teilnehmerzahl aus. Daher rechnen wir mit einer umfangreichen Berichterstattung in den Medien. Wir gehen daher davon aus, dass die Medien auf unserer Website ausführlich über den V. Kongress berichten werden. Die Organisation des Kongresses wird an den zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienekongress gegen Pandemie Covid 19 angepasst.
Erinnern wir uns an die früheren Kongresse der Polnischen Organisationen, die vom Konvent organisiert wurden: "I. Kongress" fand im Dezember 2012 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin statt, "II. Kongress" im Oktober 2014 im Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, "III. Kongress" wiederum in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin. 2019 fand der IV. Kongress von "Young Polonia" im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn unter dem Motto: "Junge Polen und polnische Frauen im Dienste der Integrationsprozesse in der Europäischen Union" statt.
Der V. Kongress wird wie die vorangegangenen vom Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland in Zusammenarbeit mit polnischen Organisationen organisiert und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Kinder, Familie, Migranten und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit kofinanziert.
Wir freuen uns schon jetzt auf unseren gemeinsamen "V. Kongress" in Form von interessanten Diskussionen und innovativen Impulsen für unsere europäische POLONIA!
Wiesław Lewicki

P.S. Um die Gedanken der vorangegangenen "Kongresse polnischer Organisationen in Deutschland" fortzusetzen, erinnern wir an die Dokumente, die auf dem letzten "IV. Kongress der Jungen Polonia" in Bonn 2019 erarbeitet wurden:

 

Abschlusserklärung zum Kongress der Jungen Polonia in Bonn vom 4. - 6. Oktober 2019

Dokument końcowy Kongresu Młodej Polonii w Bonn w dniach 4 – 6 października 2019 r.

Die verspätete sechste Auflage des Stettiner Theaterfrühlings, der am 10. und 11. Juli von der Stettiner Niederlassung des polnischen Schriftstellerverbandes organisiert wird, hat zum ersten Mal einen internationalen Charakter. Bisher stand die Veranstaltung unter dem Motto "Von der Tatra bis zur Ostsee", doch in diesem Jahr wurde sie dank der Bemühungen der polnisch-deutschen Schriftstellerin Danuta Romana Słowik zusätzlich "Von der Oder bis zum Rhein" genannt. Auf Einladung des Vereins nahmen auch Dichter aus Deutschland an der Veranstaltung und den damit verbundenen Dichterwettbewerben teil. Beim gesamtpolnischen J. Bursewicz-Gedichtwettbewerb "Für die goldene Metapher" wurden von 181 teilnehmenden Dichtern die Gedichte von Joanna Duda Murowska ausgezeichnet, während beim Wettbewerb "Ein Gedicht" das Gedicht "Heimtraum" von Leonard Paszek prämiert wurde. Weitere Dichter, die an der Veranstaltung teilnahmen, waren: Anna Wiencek aus Dortmund und Piotr Gabriel Skorupa aus Gelsenkirchen.

Aufgrund der Pandemie-Situation fand das Turnier als Hybridturnier statt. Einige Dichter trugen ihre Gedichte im wirklichen Leben vor, andere präsentierten sie online.

Das Finale des Poetischen Frühlings fand im Różanka-Rosengarten in Szczecin statt und wurde von einer Musik- und Gedichtshow begleitet. Die Organisation der gesamten Veranstaltung lag in den Händen von Major Leszek Dembek, einem Schriftsteller, Dichter und Vorsitzenden der Sektion.

Der Stettiner Zweig der Polnischen Literarischen Gesellschaft wurde bereits 1951 gegründet, erlebte aber eine schwierige gesellschaftspolitische Zeit bis 1989. Obwohl es viele Aktivitäten literarischer Art gab, war ihr Hintergrund manchmal ideologischer Natur. Gegenwärtig hat die Sektion sechzehn Mitglieder, darunter Prosaautoren, Dichter, Dramatiker, Essayisten, Drehbuchautoren und Übersetzer, sowie zahlreiche Kandidaten und Unterstützer. Um Mitglied zu werden, benötigen Sie drei eigene Veröffentlichungen und eine Empfehlung.

Die Idee des Poesie-Frühlings ist es, das Lesen, Schreiben, Veröffentlichen und Lehren von Poesie zu fördern und das poetische Schaffen zu popularisieren, wobei der Schwerpunkt auf regionalen Autoren liegt.

Text: Leonard Paszek

Foto: Janusz Słowik

Im vergangenen Jahr musste die Preisverleihungsgala "Polonicus" - wie viele andere Veranstaltungen - abgesagt werden. Die Zeremonie im Krönungssaal Karls des Großen im historischen Rathaus von Aachen fand erst am 28. Juni statt - mit den von der Pandemie diktierten Regeln und Vorsichtsmaßnahmen.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der CDU/CSU, erhielt aus Hnden von Prof. Tomasz Grodzki, Präsident des Senats der Republik Polen, den Sonderpreis "Polonicus" für sein langjähriges Engagement für Polonia in Deutschland und seinen kontinuierlichen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog.

- sagte Papst Johannes Paul II: Europa muss mit beiden Lungenflügeln atmen, nicht nur mit dem westlichen - mahnte Premierminister Laschet. - Veränderungen müssen immer von beiden Seiten kommen. Ich glaube, dass wir eine Annäherung zwischen Deutschland und Polen brauchen. Wir haben beim Wiederaufbau Nord- und Südeuropas zusammengehalten. Und jetzt müssen wir die Unterschiede und Spannungen zwischen dem Osten und dem Westen Europas überbrücken. Hier ist Polen als unser großer Nachbar sehr wichtig, damit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und alle unsere gemeinsamen Prinzipien dort umgesetzt werden.

In seiner Rede sagte Herr Laschet, dass man in Bezug auf Polen sensibel sein müsse, wenn es um die Annäherung zwischen Deutschland und Russland geht, aber gleichzeitig befürwortet er den Abschluss des Baus von Nordstream 2. Sind diese beiden Aussagen nicht widersprüchlich?

- Nein, denn wir beziehen unser Gas bereits aus Russland. Das ist schon seit 50 Jahren der Fall. Selbst während des Kalten Krieges kaufte Westdeutschland Gas von der Sowjetunion, und trotz der Konflikte und des Wettrüstens hat die Gasversorgung immer funktioniert.

Was aber, wenn Laschet als Bundeskanzler die Pipeline stoppen würde und sie zu einer politischen Waffe würde, würde das einen starken Eingriff in die wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeuten?

- Wenn es Nordstream 2 nicht gegeben hätte und Russland die Pipeline durch die Ukraine als politische Erpressung gegen uns eingesetzt hätte, wären wir in der gleichen Situation gewesen. Es muss sichergestellt werden, dass die Länder keine wirtschaftliche Erpressung betreiben. Ob die Gasmoleküle auf dem Landweg oder über eine Offshore-Pipeline zu uns gelangen, spielt dabei keine Rolle.

Würde er, wenn er Kanzler würde, einen neuen deutsch-polnischen Vertrag unterzeichnen wollen?

- Wir haben einen sehr guten Vertrag, der nun mit Leben gefüllt werden muss. Die Vereinbarungen müssen in die Praxis umgesetzt werden, damit Deutschland und Polen mehr europäische Initiativen ergreifen. Und in unserer Politik gegenüber Russland müssen wir berücksichtigen, was die Polen denken. Und wir müssen unser Handeln erklären. Dies ist wirksamer als Vereinbarungen allein.

Derzeit gibt es keine Pläne für den Bundestagswahlkampf der CDU in Polen. Und wie sieht Armin Laschet die polnische Gemeinschaft in Nordrhein-Westfalen?

- Polonia ist eine große Gemeinschaft, die in Nordrhein-Westfalen Traditionen hat, die bis in die Zeit zurückreichen, als es dieses Land (NRW) noch nicht gab. Die Industrialisierung des Ruhrgebiets wäre ohne die vielen Polen, die hierher kamen, nicht denkbar gewesen. Die polnische Gemeinschaft ist ein lebendiger Teil unseres Landes. Wir haben ein gemeinsames Projekt in Bochum. Ich wünsche mir, dass die polnische Gemeinschaft weiterhin ihre Stimme erhebt und das Rheinland und Westfalen kulturell und politisch bereichert.

 

- Wir wünschen Herrn Laschet viel Erfolg", sagte Tomasz Grodzki am Ende seines Treffens mit der Presse und bezog sich dabei auf die Bundestagswahl im September.

Der Präsident des Senats der Republik Polen, Prof. Tomasz Grodzki, erhielt in Aachen den vom Europäischen Institut für Kultur und Medien "Polonicus" und dem Weltrat der Polonia verliehenen Sonderpreis "Polonicus" für den Senat der Republik Polen. Der Preis wurde dem Senat als Anerkennung für die Betreuung der Polonia während der 10-jährigen Amtszeit des polnischen Senats verliehen.

Parszałek Grodzki bezeichnete die zum 12. Mal verliehene "Polonicus"-Auszeichnung als fast so prestigeträchtig wie den Friedenspreis Karls des Großen, der alljährlich am selben Ort, im historischen Rathaus von Aachen, verliehen wird.

Im Jahr 2011 wurden die Mittel für Polonia fast vollständig (damals 67 Mio. PLN) vom Senat auf das Außenministerium übertragen, so dass dem Senat nur noch bescheidene 10 Mio. PLN zur Verfügung standen. In den Jahren 2012-2015 hat das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Im Januar 2020 unterstützte der damalige Senatssprecher Stanisław Karczewski eine Haushaltsänderung, die vorsah, dem Senat 110 Millionen Zloty zu entziehen, um Polen und polnische Gemeinschaften im Ausland zu unterstützen - das Geld ging an den Premierminister (60), das Außenministerium (28), den Familienminister (10), das Bildungsministerium (7) und den Kulturminister (4).

- Das politische Schicksal hat so entschieden, aber wir versuchen, es umzukehren - kommentierte Grodzki.

Marschal des Senats Tomasz Grodzki betonte, dass die Delegation bewusst aus Vertretern aller drei im Senat vertretenen politischen Parteien zusammengesetzt sei: Ewa Gawęda (PiS - Schlesien), Beniamin Godyla (PO - Opole), Paweł Arndt (PO - Gniezno) - denn der "Polonicus"-Preis soll vereinen.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Senatorin Barbara Borys-Damięcka, ein Mitglied des "Polonicus"-Jury, diesmal nicht nach Aachen kommen. Die Delegation des polnischen Senats wurde von Jakub Wawrzyniak, dem polnischen Generalkonsul in Köln, begleitet. Der polnische Botschafter Andrzej Przyłębski wurde vermisst...

Die vorletzte Preisträgerin des letzten Jahres, die die Statuette erst in diesem Jahr erhalten wird, ist Olga Tokarczuk - fügte Wiesław Lewicki, Präsident des Polonicus-Instituts, hinzu.

Text und Fotos: Andreas Hübsch

Samo Życie Nr. 8/2021

www.samo-zycie.de

 

Für mich schon seit langem, war diese Welt zu viel.

Zu viel, zu schnell, zu laut. Ich habe also kein „Rückzugstrauma" und ich leide nicht darunter, die Menschen nicht zu treffen.  Ich bedaure nicht, dass sie die Kinos geschlossen sind und es ist mir auch egal, dass die Einkaufszentren geschlossen sind. Ich mache mir nur Sorgen, wenn ich an all jene denke, die ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Artikel in Frankfurter Allgemeinezeitung: Jetzt kommen neue Zeiten!

Aus meinem Fenster sehe ich eine Weiße Maulbeere, einen Baum, der mich fasziniert; er war einer der Gründe, warum ich hier eingezogen bin. Der Maulbeerbaum ist ein freigiebiges Gewächs: den ganzen Frühling und den ganzen Sommer über ernährt er Dutzende Vogelfamilien mit seinen süßen, gesunden Früchten. Jetzt aber trägt der Baum keine Blätter; so sehe ich ein ruhiges Stück Straße, die nur selten jemand entlanggeht, um in den Park zu gelangen. Das Wetter ist in Breslau fast sommerlich, die Sonne blendet, der Himmel ist blau und die Luft ist rein. Heute sah ich, als ich mit meinem Hund spazieren ging, wie zwei Elstern eine Eule von ihrem Nest vertrieben. Die Eule und ich, wir sahen uns aus kaum einem Meter Entfernung in die Augen. Mir scheint, auch die Tiere warten auf das, was auf uns zukommt.  .....

Weiter vollen Text aus dem Polnischen von Gerhard Gnauck lesen Sie in Frankfurter Allgemeinezeitung:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/reihe-mein-fenster-zur-welt-jetzt-kommen-neue-zeiten-16703455.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Foto: Olga Tokarczuk, 2019, fot. Basso Cannarsa/Leemage/East News

 

Was ist Depression, kann man ihr vorbeugen und droht uns nach der Coronovirus-Pandemie eine Depressions-Epidemie - wir sprechen mit Dr. Robert Karwasz aus Castrop-Rauxel über dieses Thema.

Können wir noch von Auswanderungsdepression sprechen?

Ich denke, dass die Zeiten der Auswanderungsdepression vor etwa 30 Jahren vorbei waren, zusammen mit der Öffnung der Grenzen. Eine Auswanderungsdepression lag vor, wenn die Auswanderer daran gehindert wurden, nach Polen zu fahren und ihre Angehörigen zu besuchen. Wir haben derzeit keine Patienten mit diesem Problem. Es gibt Fälle von Depressionen, die mit einer gewissen Entfremdung einhergehen, z.B. wenn ein Ehemann hier arbeitet und nach einiger Zeit seine Frau wegschleppt. Es kommt vor, dass der Ehemann den ganzen Tag auf der Arbeit ist und die Ehefrau zu Hause sitzt und keinen Kontakt zu anderen Menschen hat. Ein großes Hindernis ist dabei die mangelnde Kenntnis der Sprache. Dies ist jedoch keine Depression, die mit der Auswanderung zusammenhängt. Ich rate solchen Patienten in der Regel, sich einen Vertrag mit anderen Menschen zu suchen, eine Sprache zu lernen oder Kurse zu belegen.

Haben Sie viele polnischsprachige Patienten?

Ja, sehr viele.

Gibt es Symptome einer Depression?

Die Depression ist keine einheitliche Krankheit. Es kann zu leichten Depressionen kommen, die mit einer Veränderung der Stimmung, des Wohlbefindens oder Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation und Schlafstörungen verbunden sind. Auf der anderen Seite gibt es schwere Depressionen und depressive Zustände, die Menschen so sehr belasten, dass sie nicht mehr normal funktionieren können. Leichte depressive Zustände sind oft von selbst zu bewältigen, während schwere Zustände klinisch behandelt werden müssen.

Hat die Depression eine Ursache?

Depressionen werden oft durch Lebensveränderungen und -erfahrungen wie den Tod einer nahestehenden Person, den Verlust des Arbeitsplatzes, eine sich verschlechternde finanzielle Situation oder eine schwere Krankheit verursacht. Es gibt aber auch Depressionen, die einen Menschen plötzlich wie ein Blitz überfallen, in wenigen Sekunden auftreten und Monate oder sogar Jahre andauern.

Betrifft eine Depression nur geistig schwache Menschen?

Nein, ganz im Gegenteil. Es betrifft oft Menschen, die sozial sehr aktiv sind. Depressionen betreffen uns unabhängig von unserem sozialen Status, unserer Bildung oder unserem Beruf.

Kann eine Depression mit nicht-pharmakologischen Mitteln geheilt werden?

Es kommt auf den Grad der Depression an. Leichte Depressionen können durch Psychotherapie geheilt werden, schwere Zustände der Depression sollten jedoch klinisch behandelt werden.

Kann die Umsetzung von z.B. Feng-Shui-Prinzipien oder das Lesen von Motivationsbüchern und die Teilnahme an solchen Treffen einem Menschen helfen oder eher schaden?

Ja, es kann in einigen milderen Fällen helfen, wenn jemand Probleme mit dem Alltag hat, zum Beispiel mit der Organisation, der Ordnung im Tag oder mit zwischenmenschlichen Beziehungen.

Können Sie sich vor Depressionen schützen?

Diese Frage ist zu radikal. Es gibt Faktoren, die Depressionen irgendwie verhindern können, wie Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung, begrenzter Alkoholkonsum. Diese können tatsächlich Depressionen in gewisser Weise verhindern.

Droht uns nach der Coronovirus-Pandemie eine Epidemie von Depressionen?

Wir sind nicht von ihr bedroht, sie ist bereits da! Vor allem die Isolation von Freunden, die Angst, sich und andere anzustecken, die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation, die negativen Nachrichten in den Medien, die ständig durch verschiedene Sensationen angeheizt werden, wirken auf viele Menschen sehr deprimierend. Das betrifft nicht nur die Älteren, sondern auch die Jungen, die sich natürlich nach Kontakten mit Gleichaltrigen sehnen. Immer häufiger sind junge und aktive Menschen von Depressionen betroffen. Die kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilungen sind inzwischen überfüllt.
Die Arbeit im Home Office führt zu einem Mangel an sozialen Kontakten. Im ersten Moment mag es uns gefallen, weil wir morgens nicht aufstehen müssen, aber es stört den ganzen Tagesrhythmus. Sie führt oft zu schweren psychischen Störungen. Im letzten Jahr sind die Raten für häusliche Gewalt und Selbstmord deutlich gestiegen.

Wie gehen wir mit der Isolation um, die uns durch die Pandemie auferlegt wird?

Eine Person mit einer einsamen und häuslichen Natur wird wahrscheinlich kein Problem damit haben. Für Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und in verschiedenen Lebensbereichen tätig sind, ist es jedoch eine ziemliche Herausforderung. In einer fünfköpfigen Familie, in der plötzlich der Vater oder die Mutter gezwungen ist, zu Hause zu arbeiten, sind plötzlich zu viele Menschen im Haus, es fehlt an Freiheit und Intimität. Der beste Weg, damit umzugehen, ist es, einen Tagesplan für alle Mitglieder des Haushalts zu organisieren, sich im Freien zu bewegen und alles zu tun, was uns zur Verfügung steht. Wir müssen auch reden.

Passiert es oft, dass wir es übertreiben und irgendeine Störung in uns suchen, und es stellt sich heraus, dass wir einfach nur schlechte Laune haben, mit der wir uns sofort an einen Psychiater wenden, um Hilfe zu bekommen?

Das kommt natürlich vor, aber als Arzt darf ich nichts verharmlosen. Jeder Mensch muss untersucht werden. Wenn die Tests eine Depression ausschließen, sollte der Patient ermutigt werden, aktiv zu sein und sich zu beruhigen. Es gibt Menschen, die sich selbst sehr genau beobachten, und wenn sie sich selbst beobachten, werden sie immer einige Unregelmäßigkeiten in ihrem Funktionieren finden. Bevor Sie jedoch einen Patienten der Simulation oder Hypochondrie verdächtigen, müssen Sie ihn sorgfältig untersuchen. Ich habe in meinem Leben viele Patienten kennengelernt, die leider vom Arzt ignoriert wurden, und erst eine richtige Diagnostik zeigte den tatsächlichen Zustand.

Ich habe gehört, dass es bei dieser Pandemie Phobien gibt, z.B. Angst vor menschlichem Kontakt oder vor dem Abnehmen einer Maske? Können diese geheilt werden?

Wenn diese auftreten und Sie einen Arzt deswegen aufsuchen, sollte es wie jede andere Phobie auch mit einer Therapie behandelt werden. Nicht mit jeder Phobie sollte man zum Arzt gehen. Wenn jemand nach der Abschaffung der Pflicht eine Maske tragen will, dann soll er sie tragen.

Machen Sie auch Online-Therapie?

Nein, und ich kann mir nicht vorstellen, auf diese Weise eine Diagnose zu stellen. Was anderes, wenn ich den Patienten schon ein paar Jahre kenne und es um einen Ratschlag geht, dann kann ich den am Telefon geben, aber ich würde auf keinen Fall auf diese Weise eine Diagnose stellen.

Wie kann man Menschen helfen, die an Depressionen leiden?

Zunächst einmal sollten Sie ihren Zustand nicht unterschätzen und sagen: "Komm drüber weg". Die Depression ist eine wirklich ernste Krankheit, die die Zusammenarbeit mit den engsten Menschen erfordert. Verständnis und Unterstützung sind gefragt. Es ist gut, wenn die geliebte Person auch mit dem Arzt kooperiert. Das ist nicht immer der Fall.

 

Interviewpartner Leonard Paszek

 

      

Im Juni 2021, nach mehr als einem Jahr Einschränkungen bei der Umsetzung des Ganztagsunterrichts, konnten die Schüler des Polnischunterrichts in Deutschland zum siebzehnten Mal an der Olympiade der polnischen Sprache teilnehmen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der polnischen Sprache testen.

Die 17. Auflage der Olympischen Spiele war außergewöhnlich. Der Polnischunterricht musste sich, ebenso wie der Unterricht an deutschen Schulen, den Pandemiebestimmungen unterordnen. Aus diesem Grund wurden die meisten Klassen aus der Ferne abgehalten. Auf Dauer war diese Form für Kinder und Eltern ermüdend. Es ist richtig, dass das Kind nicht abgeholt oder abgesetzt werden muss... aber die Motivation, aus der Ferne zu lernen, nahm mit jeder Woche ab. Psychologen und Soziologen warnen, wie schwierig es war und welche Folgen es haben würde. Die Auswirkungen von Isolation und Einschränkungen bei den sozialen Kontakten werden wir alle zu spüren bekommen, aber Experten sind sich einig, dass die jüngeren Generationen sie stärker spüren werden als Erwachsene. Unter solchen Bedingungen Sprache zu unterrichten und am Unterricht teilzunehmen, war nicht die einfachste Sache.

Die Organisatoren der Olympiade stellten sich der Herausforderung und führten sie online durch, was gar nicht so einfach war. Der gesamte Prozess wurde jedoch erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt nahmen 65 Personen aus dem Konsularbezirk Köln an der Olympiade teil (Seniorengruppe und Juniorgruppe). In ganz Deutschland waren es mehr als hundert. Aufgrund der noch geltenden Restriktionen wurde keine Preisverleihung organisiert, sondern nur kleine Treffen in den Konsulaten. Um den Teilnehmern jedoch diese Einschränkungen zu versüßen, wurde die Zusammenfassung der Ergebnisse der Olympiade und Worte des Dankes für die Teilnahme an der Olympiade von den Vertretern des Organisationskomitees der Olympiade, sowie von Professor Jan Miodek, dem Präsidenten von Wspólnota Polska, und den Generalkonsuln der Republik Polen in Deutschland in einem für alle Teilnehmer organisierten Online-Treffen gegeben.

Bei solchen Gelegenheiten lohnt es sich, über das Thema Zweisprachigkeit und den Wert, den sie darstellt, nachzudenken. Laut Anna Martowicz, Autorin der Publikation "Zweisprachigkeit in Fragen und welche Vorteile bringt das Sprechen zweier Sprachen? Es gibt viele, und die wichtigsten sind die Vorteile in Bezug auf die emotionale Entwicklung (das Bewusstsein für und der Respekt vor dem kulturellen Erbe erhöht das Selbstvertrauen eines jungen Menschen), die intellektuelle Entwicklung (zweisprachige Kinder kommen besser mit der Planung und dem abstrakten Denken zurecht und lernen andere Fremdsprachen leichter) und die wirtschaftliche Entwicklung (Sprachkenntnisse erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und eröffnen neue Karrieremöglichkeiten). Es ermöglicht auch die Aufrechterhaltung von Familienbeziehungen, z.B. zu den Großeltern in Polen.

Es lohnt sich, diese Gelegenheit zu nutzen, um die Zweifel vieler Familien zu zerstreuen, ob man zu Hause Polnisch oder Deutsch sprechen soll. Vor solchen Dilemmata stehen nicht nur gemischte Familien, bei denen ein Elternteil polnischer Herkunft ist und der andere nicht polnisch spricht, sondern auch polnische Familien, die ihren Kindern das Erlernen der deutschen Sprache erleichtern wollen.

Auch hier beziehen wir uns auf die Worte von Anna Martowicz, einer polnischen Sprachlehrerin und Doktorandin der Linguistik an der Universität von Edinburgh:

"Indem wir darauf verzichten, ein Kind in seiner Muttersprache anzusprechen, berauben wir es der Chance, die vielen Vorteile der Mehrsprachigkeit zu genießen. Diese Entscheidung kann schwerwiegende Folgen für die Identitätsbildung und Akzeptanz eines jungen Menschen haben".

Marta, die seit mehreren Jahren in Deutschland lebt und deren zwei Töchter im HSU-Unterricht (Herkunftssprache) die Sprache lernen, sagt, dass es manchmal schwierig ist, den Transport für beide Töchter zu organisieren und das Familienleben ein wenig zu verkomplizieren:

"Direkt von der Arbeit hole ich meine jüngere Tochter ab und fahre sie zu ihrem Unterricht. Es lohnt sich nicht, nach Hause zu gehen, also warte ich auf sie, bis sie ihren Unterricht beendet hat. Meine ältere Tochter geht am nächsten Tag alleine zum Unterricht, aber ich hole sie ab, weil der Unterricht abends endet. Manchmal ist es schwer - alles ist in Bewegung... Aber unsere ganze Familie lebt in Polen, so dass die Mädchen motiviert sind, zu lernen. Wir sprechen nur zu Hause Polnisch, aber ich bin froh, dass sie im Unterricht Schreiben und Lesen üben können. Vielleicht werden sie eines Tages nach Polen zurückkehren wollen?"

Die Unterstützung der Zweisprachigkeit zeigt sich auch in den Maßnahmen der Landesregierung NRW. Im Jahr 2020, noch vor der Pandemie, wurden mehrere Treffen mit dem Bevollmächtigten für die polnische Gemeinde in NRW organisiert, bei denen die Vorteile des Erlernens der ererbten Sprache diskutiert wurden.

"Diese Art der Förderung des Erlernens der Muttersprache hat es nicht immer gegeben" - sagt Krysia, die seit über dreißig Jahren in NRW lebt. - "Wir sind mit einer großen Einwanderungswelle aus Polen Ende der 1980er Jahre nach Deutschland gekommen. Unsere Kinder haben nie Polnisch in der Schule oder in irgendeinem Unterricht gelernt, aber sie haben zu Hause Polnisch sprechen, lesen und schreiben gelernt. Wir hatten nie Probleme wegen unserer Herkunft und haben uns auch nicht geschämt, Polnisch zu sprechen. Aber viele meiner Freunde haben aufgehört, mit ihren Kindern Polnisch zu sprechen, sobald sie nach Deutschland kamen. Ich weiß nicht, ob sie sich schämten, die Sprache zu benutzen, oder ob sie ihren Kindern helfen wollten, Deutsch zu lernen... Ich werde nicht urteilen. Das hat aber zur Folge, dass sie jetzt mit ihren Kindern Deutsch sprechen müssen, weil sie ihnen kein Polnisch beigebracht haben. Und ich hoffe, dass ich mit meinen Enkeln Polnisch sprechen kann, denn meine Söhne benutzen Polnisch genauso oft wie Deutsch."

Und dass es keine leichte Aufgabe ist, sich um das Erlernen der eigenen Muttersprache zu kümmern, muss niemandem erklärt werden. Eltern, die ihre Kinder zum HSU-Unterricht oder am Wochenende zu den polnischen katholischen Missionen oder Konsulaten schicken, wissen sehr gut, wie viel Mühe und Selbstverleugnung es kostet. Und es ist zu betonen, dass das Erlernen der polnischen Sprache in Nordrhein-Westfalen dank gesetzlicher Regelungen einfacher ist als in anderen Bundesländern. Nicht überall gibt es so viele Möglichkeiten wie in Nordrhein-Westfalen.

Umso mehr sollte ein Lob an Eltern, Lehrer und Organisationen gerichtet werden, die das Erlernen der polnischen Sprache auf verschiedene Weise fördern. Und auch, oder vielleicht zuallererst, an die Kinder und Schüler, die an diesen Kursen teilnehmen und dabei oft ihre private Zeit opfern, in der sie an anderen Aktivitäten teilnehmen oder Zeit mit Freunden verbringen und Spaß haben könnten. Denn, um eine ererbte Sprache zu lernen, muss man es wirklich wollen. Und das wollen sie auch.

 

Magdalena Kowalska

In Aachen erhielt der Präsident des polnischen Senats, Prof. Tomasz Grodzki, die außerordentliche Auszeichnung "Polonicus" für den Senat der Republik Polen, verliehen vom Europäischen Institut für Kultur- und Medien "Polonicus" und dem Polnischen Weltrat. Die Auszeichnung wurde dem Senat für seine Fürsorge für die Polonia während der 10 Amtszeit des polnischen Senats verliehen. Den Ehrenpreis "Polonicus" erhielt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Vorsitzende Armin Laschet für sein langjähriges Engagement für Polonia in Deutschland und seinen kontinuierlichen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog. Der Zeremonie, die am 28. Juni im Königlichen Saal des Aachener Rathauses stattfand, waren auch die Senatoren Ewa Gawęda, Paweł Arndt und Beniamin Godyla bei. Die Veranstaltung fand unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des polnischen Senats statt.

Der Senat der Republik Polen wurde mit dem außerordentlichen "Polonicus" für seine langjährige, beharrliche und aufopferungsvolle Arbeit zur Vereinigung aller Polen in der Welt ausgezeichnet. Wie Wiesław Lewicki, der Vorsitzende des Polonicus-Jury, sagte: "Mit dieser Auszeichnung drückt die Polonia ihre höchste Dankbarkeit für das langjährige Engagement des Senats für Auslandspolen in aller Welt aus.

Der Auszeichnung für das Senat, die von der europäischen Polonia verliehen wurde, schloss sich auch der Weltrat der Polonia an, in dem die wichtigsten Organisationen der Polonia zusammengeschlossen sind. In einem Brief, der während der Zeremonie verlesen wurde, betonte der Weltrat, dass es der polnische Senat war, der in den ersten demokratischen Wahlen am 4. Juni 1989 gewählt wurde, der nicht nur das enorme Potential der Polen im Ausland erkannte, sondern auch entschlossen seine Türen für gegenseitige Kontakte und Zusammenarbeit mit der gesamten polnischen Diaspora öffnete. "Seit mehr als 30 Jahren kümmert sich der Senat der Republik Polen um die unauflöslichen Verbindungen des Landes mit der Polonia und den Polen im Ausland. Wir bedanken uns für die bisherige Unterstützung und Zusammenarbeit und freuen uns auf konstruktive Aktionen zum Wohle unserer Heimat - Polen und der Polen und Polinnen im Ausland in der Zukunft" - heißt es in dem Brief, der von der Präsidentin des Polnischen Gemeinschaftsrates, Teresa Berezowska, unterzeichnet wurde. Er sieht es auch als eine Verpflichtung für den Senat an, nicht nur die Beziehungen zu Polonia aufrechtzuerhalten und eine Gemeinschaft von Daheimgebliebenen und Ausländern aufzubauen, sondern auch immer die Rechtsstaatlichkeit, die Menschenrechte, die Achtung der Menschenwürde und das Verständnis, dass unsere Vielfalt ein Vorteil und kein Nachteil ist, hochzuhalten. "Dass wir uns daran erinnern, dass wir, ob zu Hause oder im Ausland, Polen, Europäer, Menschen und Brüder sind, dann werden wir Frieden und Sicherheit für die Welt gewährleisten", sagte der Sprecher des Senats.

Der Präsident des polnischen Senats betonte, dass die bisherigen Preisträger des "Polonicus"-Preises die Bemühungen um das Gemeinwohl über die Unterschiede hinaus inspiriert haben. Ihre beruflichen und sozialen Aktivitäten haben eine transnationale Dimension. "Sie sind wahre Botschafter der polnischen und europäischen Identität". - betonte er. In seiner Ansprache an die Vertreter der Polonia sagte Prof. Tomasz Grodzki, dass sie dank ihrer harten Arbeit und ihren Anstrengungen, die sie in den Aufbau ihrer zweiten Heimat gesteckt haben, das beste Aushängeschild für Polen im Ausland sind.

Prof. Tomasz Grodzki überreichte auch dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, einen Ehren-"Polonicus". Wie er sagte, ist diese Auszeichnung ein Zeichen der Anerkennung und des Dankes sowohl für sein künstlerisches Schaffen und seine Verdienste als auch für die Rolle, die seine Aktivitäten bei der Überwindung der Spaltung in Europa, der Stärkung der europäischen Strukturen und des deutsch-polnischen Dialogs spielen. "Ich wünsche dem Premierminister noch mehr Erfolg bei seiner unermüdlichen Arbeit für die große Herausforderung, ein modernes, wohlhabendes und sicheres Europa aufzubauen, in dem die Nationen in gegenseitigem Respekt leben, in dem alle Menschen Brüder sind, die die grundlegenden Werte der freien Welt teilen und vereint den Wohlstand unseres Kontinents aufbauen", sagte der Sprecher des Senats.

In seiner Laudatio betonte Dr. Marek Prawda, ehemaliger Botschafter Polens in Deutschland, dass Armin Laschet die Polonia gut kenne, da er sie in jeder Phase seiner politischen Karriere, beginnend mit seiner jugendlichen Unterstützung der Solidarnosc 1980, unterstützt habe und sie nie vergessen habe. "Wie wenige andere hat er verstanden, dass gute deutsch-polnische Beziehungen einen tiefen Sinn und eine europäische Dimension haben", so Marek Prawda. Die Tatsache, dass Polen und Deutschland auf unterschiedliche Weise zu den Veränderungen in Europa beigetragen haben, sei unser gemeinsames Kapital, aber auch eine Verpflichtung, damit wir der Europäischen Union helfen können, ihre Zukunft zurückzugewinnen, sagte er. "Wir bitten Sie, die Rolle des Hüters einer der schönsten polnisch-deutschen Traditionen, der gemeinsamen Teilnahme an der Einigung des Kontinents, zu übernehmen", wandte sich Botschafter Prawda an den Preisträger.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident bedankte sich für die Auszeichnung und sagte, dass es für ihn eine Ehre sei und er den "Polonicus"-Preis als eine Brücke nicht nur zwischen der Polonia und dem Mutterland, sondern auch zwischen Deutschland und Polen sehe. "Die europäische Freiheit begann in Polen", betonte Armin Laschet und verwies auf die Worte von Johannes Paul II. "Möge dein Geist herabkommen und das Antlitz der Erde erneuern. Diese Erde" und an "Solidarität" und Lech Walesa. "Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Polen das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs war". - merkte er an und kündigte an, dass er die polnische Hauptstadt zum Jahrestag des Warschauer Aufstands besuchen wolle. Armin Laschet wies auch darauf hin, dass die Europäische Union alle 27 Länder brauche und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich oder Italien genauso wichtig sei wie die zwischen Deutschland und Polen und anderen Ländern der Visegrad-Gruppe.

Der "Polonicus"-Preis ist eine prestigeträchtige Auszeichnung der Polonia, die seit 2009 in Anerkennung von Verdiensten um den Dialog, die Vereinigung und die Förderung der Polen in Europa und im Ausland verliehen wird. Mit dieser Auszeichnung ehrt Polonia diejenigen, die für sie wichtig sind, für ihre Arbeit, ihre Aktivitäten für die Vereinigung des Landes und ihre Aktivitäten für die europäische Integration und den Aufbau eines positiven Bildes der Polen. "Polonicus" in Form einer Statuette einer geflügelten Bronzefigur wird jedes Jahr während der festlichen Gala der Polonia im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Initiator des Preises ist Wiesław Lewicki, der von 2009 bis 2013 Präsident des Deutsch-Polnischen Kongresses war und weiterhin ein Europäisches Institut für Kultur und Medien VoG gründete. Die Preise werden in vier Kategorien vergeben: Kultur, deutsch-polnischer Dialog, Organisation der Polonia und als Ehrenpreis für Gesamtleistungen. Zu den Preisträgern gehören Senatorin Barbara Borys-Damięcka, die auch Mitglied des Preiskapitels ist, sowie Leszek Balcerowicz, Władysław Bartoszewski, Jerzy Buzek, Agnieszka Holland, Krystyna Janda, Czesław Mozil, Jan Miodek, Erzbischof Alfons Nossol, Jerzy Owsiak, Donald Tusk, Andrzej Wajda, und Lech Wałęsa. Zu den Preisträgern außerhalb Polens gehören Angelika Borys, Norman Davies, Carl Dedecius und Rita Süssmuth.

Nach der Preisverleihung traf sich der Präsident des Senats der Republik Polen, Prof. Tomasz Grodzki, zu einem persönlichen Gespräch mit dem Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet.

Bei dem Treffen mit polnischen Journalisten sagte der Sprecher des polnischen Senats, dass der Senat trotz des Verlustes der Mittel für Polonia nicht nur nicht auf seine Fürsorge für Polonia verzichtet hat, sondern versucht, sie fortzusetzen. "Aus den Stimmen der Polonia, vor allem aus dem Osten, geht hervor, dass sie die Zeiten bevorzugten, in denen dieses Geld durch das Polonia-Büro im Senat verteilt wurde. Aber das politische Schicksal hat so entschieden, wir versuchen, das rückgängig zu machen". - Der Marschall betonte. Er wies darauf hin, dass die Senatoren weiterhin Polonia besuchen - z.B. in letzter Zeit in Litauen oder der Ukraine, es werden Online-Konferenzen organisiert oder Polonia-Vertreter besuchen den Senat. "Natürlich wäre es besser, wenn dies durch eine finanzielle Ressource unterstützt würde, aber auch ohne diese versucht der Senat sein Bestes, um seiner Rolle bei der Betreuung von Polonia gerecht zu werden", sagte Sprecher Grodzki.

Am zweiten Tag des Besuchs in Aachen, dem 29. Juni, machte sich die polnische Delegation gemeinsam mit den Vertretern der Polonia mit der Geschichte der Stadt vertraut. Sie besuchten auch die St. Mary's Cathedral.

Kanzlei des Senats der Republik Polen

Quelle: https://www.senat.gov.pl/aktualnoscilista/art,13801,nagroda-polonicus-dla-senatu-rp.html

Foto: Marta Marchlewska-Wilczak, Kancelaria Senatu

Foto: Land NRW / Mark Hermenau

„Zusammenhalt stiften und Zukunft gestalten – das ist mein Anspruch für ein modernes Deutschland.“

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der CDU Deutschlands. Ministerpräsident Armin Laschet wird mit dem Ehren-Polonicus-Preis ausgezeichnet, für „langjährige und reale Unterstützung der Pol*innen in NRW, sowie für den ständigen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog“.

Armin Laschet kennt die Gesellschaft und ihre Rolle in vielerlei Hinsicht, als Jurist, Journalist, akademischer Lehrer, Mitglied des Bundestages, des Landtages und des Europäischen Parlaments. Diese Vielzahl gesellschaftlicher Rollen, auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft, wie z.B. Minister für Integration - der erste in Nordrhein-Westfalen und der überhaupt erste in Deutschland, gibt ihm ein Mandat, ein authentischer Vertreter dieses Umfeldes und seiner Bürger zu sein. Seit über 100 Jahren sind die Polen in NRW ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Gruppe.

Gute politische Zusammenarbeit kann auch durchaus überparteiisch sein!

Investitionen in soziale Eingliederung sind immer erfolgreich, sie müssen unterstützt, gepflegt und nachhaltig gemacht werden. Armin Laschet ist sich als ehemaliger Integrationsminister dieser Prozesse sehr wohl bewusst und schafft deshalb eine bewusste und ganzheitliche politische Linie. Dass gute politische Zusammenarbeit auch überparteilich sein kann, zumindest nicht im Sinne einer einheitlichen Parteilinie, zeigte er 2018 bei seinem Amtsantritt als Ministerpräsident von NRW.

Die Polen in NRW gehören seit vielen Generationen zum Landschaftsbild dieses Bundeslandes. Durch den deutsch-polnischen Vertrag werden Bevollmächtigte für Polonia ernannt. In der Politik gibt es vermeintlich keine unpolitischen Rollen. Und doch fand die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Bevollmächtigten für Polonia Thorsten Klute, der aus der politischen Opposition kommt, eine Fortsetzung - um das gute Beispiel fortzusetzen.

Es ist mir ein zentrales Anliegen, die guten Beziehungen zu unserem Nachbarn im Osten auf allen Ebenen zu pflegen.“ -  Armin Laschet im Oktober 2018.

Laschet betonte immer wieder, wie wichtig die bilateralen deutsch-polnischen Beziehungen sind, wie viel von ihnen abhängt, sowohl für Deutschland und Polen als auch für das souveräne Europa.

„Nordrhein-Westfalen ist mit Polen wie mit kaum einem anderen europäischen Land verbunden: Zuwanderer aus Polen und ihre Familien haben das Ruhrgebiet stark geprägt, es besteht eine intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie lebendige Kontakte auf allen Ebenen. Auch über 300 Städte- und Schulpartnerschaften sind Zeugnis davon.  Polen ist ein enger Partner und Freund. „Die Zusammenarbeit ist für uns in Nordrhein-Westfalen, im Herzen Europas, essentiell, neben Politik und Wirtschaft auch in der Kultur und Zivilgesellschaft“, so Ministerpräsident Laschet.

(vgl.:https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/zur-staerkung-der-engen-partnerschaft-ministerpraesident-laschet-reist-nach-polen)

Ehrenpolonicus für seine Gesten und Taten auf dem Weg zum Aufbau eines echten sozialen Dialogs.

Im Jahr des Vertrages bleibt es, sich mehr solche Taten zu wünschen und nicht nur politische Gesten der Versöhnung. Akte wie die Erneuerung des Vertrages über die bilaterale Zusammenarbeit zwischen der Woiwodschaft Schlesien und Nordrhein-Westfalen, der am 17.06.2021 wortgewandt unterzeichnet wurde. Beide Vertreter ihrer Regierungen erklärten, nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit oder den Umweltschutz zu vertiefen, sondern vor allem den langfristigen Prozess der wirklichen sozialen Inklusion mit Beteiligung der Zivilgesellschaft zu gestalten, die schließlich die Grundlage jedes politischen Systems ist.

Als Polen in Deutschland und in Europa sehen wir auch das Potenzial einer aktiven Rolle der Zivilgesellschaft mit internationaler Familiengeschichte und wir sind eine ihrer Grundlagen! Die Verleihung des Europäischen Polonicus-Preises an Armin Laschet war ein Prozess, der offiziell Ende 2019 begann, 2020 beschloss die Jury des Preises, Armin Laschet den Ehrenpolonicus zu verleihen, für seine Gesten und Taten auf dem Weg zum Aufbau eines echten sozialen Dialogs, den er selbst seit fast 30 Jahren in vielen Bereichen umsetzt.

Heute feiern wir die Freundschaft, den Dialog, und die Tatsache, dass Armin Laschet die Auszeichnung gerne entgegennahm und die Polonicus-Statuette persönlich in Empfang nehmen wird, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung gutnachbarschaftlicher Beziehungen, sowohl zu unseren Nachbarn auf der anderen Seite der Oder als auch in der Rhein-Maas-Region zu Hause.

Joanna Szymanska

Bereits im vergangenen Jahr beschloss das Jury des Polonicus-Preises, weitere Auszeichnungen an für Polonia wichtige Persönlichkeiten oder Institutionen in bestimmten Kategorien zu verliehen. Jedoch wurden jede Versuche soziokultureller Aktivitäten sowie die Organisation der Polonicus-Preisverleihung durch wiederkehrende Wellen von Pandemie effektiv blockiert. Erst Anfang Juni eröffnete sich eine echte Möglichkeit, die Preisverleihung zu organisieren, und auch im Juni werden erste Polonicus-Preise 2021 an Laureaten vergeben.

Armin Laschet - ein Freund der Polen in Nordrhein-Westfalen - das hat die Jury des Polonicus-Preises bereits im Jahr 2020 beschlossen und verleiht den Polonicus-Ehrenpreis an Herrn Armin Laschet für seine langjährige reale Zusammenarbeit mit Polonia und seinen kontinuierlichen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog.
Armin Laschet, geboren in Aachen, von Beruf Jurist und Journalist, ist ein deutscher Politiker, seit 2021 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und seit Januar 2021 Vorsitzender der CDU in Deutschland. Er ist derzeit der Kandidat der CDU/CSU bei der Wahl zum Bundeskanzler im Herbst. Die Verleihung des Polonicus-Preises an den deutschen Politiker durch Polonia ist Teil der Juni-Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des 1991 in Warschau unterzeichneten Vertrages über gute Nachbarschaft und der im Juni 2011 unterzeichneten gemeinsamen Erklärung des "Runden Tisches".

Senat RP pflegt Polonia in der Welt - wurde die außerordentliche Auszeichnung Polonicus 2021 durch den Rat der Polnischen Gemeinschaft der Welt mit Sitz in Toronto, Kanada, verliehen, der die wichtigsten Dachorganisationen in Ländern auf vielen Kontinenten vereint, darunter auch die Europäische Union der Polnischen Gemeinschaften (EUWP) regiestrirt in Belgien und mit dem Sitz in Schweden. Mit der Verleihung dieser außergewöhnlichen Auszeichnung drückt Polonia ihre höchste Dankbarkeit für die langjährige, beharrliche und aufopferungsvolle Arbeit des polnischen Senats bei der Vereinigung aller Polen in der Welt aus.

Krönungssaal in Aachen bereit für POLONICUS 2021 - noch im Juni dieses Jahres wird Polonia, wie schon seit vielen Jahren, seine bedeutenden Preisträger im historischen Rathaus Karls des Großen treffen. Diesmal jedoch begrenzt aufgrund von Einschränkungen durch Anti-Pandemie-Verordnungen. Den Ehrenpreis Polonicus 2021 wird der Ministerpräsident des Landes NRW, Armin Laschet, entgegennehmen, den Sonderpreis für den polnischen Senat der amtierende Marschall des polnischen Senats, Prof. Tomasz Grodzki. An der Zeremonie werden auch vier polnische Senatoren aller Fraktionen zusammen mit der polnischen Delegation und Vertretern des Weltrat der Polonia  und der Polonia in Euregio/NRW teilnehmen.


Kurz zu der Geschichte Europäischen POLONICUS-Preis - dieser Preis wird von der Europäischen Polonia durch Institut Polonicus in Zusammenarbeit mit vielen Polonia-Organisationen vergeben. Seit seiner ersten Ausgabe steht der Polonicus-Preis unter der Ehrenschirmherrschaft von Dr. Marek Prawda, A.D. Botschafter der Republik Polen, gefolgt von Bogdan Borusewicz, Marschall des Senats, und aktuell von Professor Tomasz Grodzki, amtierendem Marschal des Senats. Von Anfang an wurde der Polonicus-Preis von Senatorin Barbara Borys-Damięcka, einem Mitglied des Jury des Polonicus-Preis, mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement unterstützt.
Bereits 44 prominente Persönlichkeiten des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens aus Polen, Deutschland und ganz Europa haben diese einzigartige europäische Auszeichnung erhalten. Polen aus dem Westen, die sich an Polen aus Osteuropa erinnern, verliehen 2014 den Polonicus-Preis an Andżelica Borys - Präsidentin der Bund der Polen in Belarus, die derzeit inhaftiert ist und für die Wiederherstellung demokratischer Wahlen kämpft. Unter den Polonia waren Europäer aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien. Mehr Informationen über die Geschichte des Polonicus-Preises finden Sie auf der Website der Porta Polonica.
Wir werden Sie auf www.institut-polonicus.eu  über die diesjährigen Nominierungen und Feierlichkeiten auf dem Laufenden halten!

Wiesław Lewicki
Vorsitzender des Jury, Europäisches Institut für Kultur und Medien Polonicus VoG

Das Projekt wurde vom Verein Polregio e.V. finanziert und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zufinanziert.

       

Lasst uns feiern und respektieren. Vor dreißig Jahren unterzeichneten Polen und Deutschland den Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Ein Ereignis, das damals beispiellos war, fast schon epochal. Welche Hoffnungen, aber auch welche Schwierigkeiten die Verhandlungen über den Vertrag in sich bargen, das wissen vor allem die Verhandlungspartner selbst – und die Generationen, die den Vertragsabschluss miterlebt haben.

Die letzten 30 Jahre des Vertrags markieren eine Zeit des Wandels in Europa und in der ganzen Welt – eines Wandels, der so intensiv war und ist, dass ihn damals wohl nur Futuristen wie der Science-Fiction-Autor Stanisław Lem vorgesehen haben könnten. Prozesse wie Digitalisierung, EU-Binnenmobilität, Erderwärmung, Intensivierung der Emanzipationsbewegung, fortschreitende Demokratisierung gehören heute zu unserem Alltag. Doch der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag hält, wie ein Bollwerk einer vergangenen Zeit, eisern an seinen Paragraphen aus dem vorigen Jahrhundert fest. Paragraphen, die von Wissenschaftlern – und vorwiegend Männern – geschrieben wurden. Im Juni werden sich diese Männer nun zum 30. Jahrestag der Vertragsunterzeichnung äußern und diese feiern. Die Konferenzprogramme sind übersät mit Ansprachen von Zeitzeugen des Vertrags. So ist es u. a. auch bei der Konferenz am Willy-Brandt-Zentrum, an der fast ausschließlich Männer teilnehmen werden. Die einzige Teilnehmerin, Gesine Schwan, kann keinesfalls für echte Parität bei den Paneldiskussionen sorgen. Der Vertrag spielt zweifellos eine enorme Rolle – mindestens die ersten 15 Jahre seines Bestehens lang war er der Wegweiser für die deutsch-polnischen Beziehungen schlechthin, und somit auch für die europäischen und internationalen Beziehungen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheitspolitik.

Doch reicht ein Rahmen, der im Jahre 1991 erschaffen wurde, heute immer noch aus, um die Herausforderungen des vereinten Europa zu meistern, in dem – wie man uns seit Jahren eintrichtert – die deutsch-polnische Versöhnung eine Schlüsselrolle spielt?

Wäre es nicht an der Zeit, über die Bedürfnisse und die Erwartungen der Einwohner und Einwohnerinnen Deutschlands und Polens zu sprechen? Seine historische Rolle als Vorreiter und Visionär hat der Vertrag bereits erfüllt. Jetzt muss eine mutige Realpolitik her, wenn nicht sogar eine deliberative Demokratie.

Der Vertrag – eine Herzensangelegenheit

Der Vertrag ist für mich eine Herzensangelegenheit. Und das schon seit 1999, als ich anfing, Politikwissenschaft an der Universität Oppeln zu studieren und über den Vertrag und die verschiedenen Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen zu lernen – aus historischer sowie politikwissenschaftlicher Perspektive. Aber auch aus einer ganz praktischen Perspektive, denn der Vertrag lag auch den Aktivitäten zugrunde, dank denen ich meine Projekte aus den Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit finanzieren und hinter die Kulissen der Arbeit der deutschen Minderheit in Polen blicken konnte, inklusive Mitgliedschaft im VDH, der seine Pforten damals anlässlich des EU-Beitritts Polens auch für polnische Studierende öffnete – sagt Dr. Kamila Schöll-Mazurek.

Die einzelnen Bestandteile dieses Vertrags ähnelten einer Suche nach der eigenen Identität, insbesondere im ehemaligen Ostpreußen – der Suche nach einer Verflechtung polnischer, deutscher, ukrainischer Identitäten – eine Arbeit, die so langwierig und doch so umsonst war! Es folgten immer weitere Festivals, mit jedem weiteren Kulturmanager mussten wir bei Null anfangen. Die Partizipation und der pragmatische Dialog der Generationen wurden geschickt durch die Identitätsfrage ersetzt, die sich heutzutage immer noch an der Schnittstelle oder am Rande des Begriffs der „europäischen Identität“ bewegt, der wiederum ausgedient hat, weil er falsch definiert wird – sagt Joanna Szymanska.

Erst nachdem wir nach Deutschland gereist sind, verschiedene Konzepte und Bewegungen kennengelernt und mitgetragen haben, nachdem wir uns mit den Themen EU, Migration, Rassismus, Partizipation, soziale Kohäsion auseinandergesetzt haben, kehren wir wieder zum Thema Nachbarschaftsvertrag zurück – und haben Bedenken. Denn dieser Vertrag beruht auf einem geopolitischen Paradigma, das heißt, seine Hauptakteure sind Staaten. Und dieser Horizont ist längst zu schmal geworden.

Höchste Zeit, den Horizont zu erweitern

Doch wieso haben sich die Regierungen der beiden Länder in den letzten 30 Jahren keine Zeit genommen und auch keinen Willen gezeigt, den Vertrag an die heutigen Gegebenheiten anzupassen? Ist das überhaupt notwendig? Und hat der Vertrag wirklich einen geeigneten institutionellen Rahmen erschaffen? Die Erfahrungen im deutsch-polnischen Grenzgebiet in den Zeiten der Pandemie haben bewiesen, dass sich die Zusammenarbeit alles andere als beispielhaft gestaltet. Und bietet der Vertrag überhaupt die geeigneten Durchführungsinstrumente zur Durchführung seiner eigenen Paragraphen? Wer ist dafür zuständig, das zu prüfen? Ist ein Monitoring vorgesehen, wie es heutzutage in Projekten üblich ist? Wurden im Vertrag die Bedürfnisse der Frauen und die Beteiligung der Gesellschaften an den Entscheidungsprozessen berücksichtigt? Gibt der Vertrag einem breiteren Publikum die Möglichkeit der Partizipation? Ist er gerecht?

Daraus können wir was lernen: der deutsch-französische Vertrag von Aachen

Ein ähnlich epochaler Schritt in den deutsch-französischen Beziehungen war der 1963 unterzeichnete Élysée-Vertrag. Danach brauchten Deutschland und Frankreich eine lange Zeit, um auf dessen Grundlage ein neues Dokument zu erstellen – den Aachener Vertrag, der nun vor zwei Jahren unterzeichnet wurde. Dieser neue Vertrag betrifft Fragen der Sicherheit, der transnationalen Migration, des gemeinsamen Wirtschaftsraumes und einer verbesserten Koordination in Sachen Europa- und Sicherheitspolitik.

Welche Themen könnten den deutsch-polnischen Vertrag auffrischen?

2019 bezogen Deutschland und Frankreich in Aachen vor allem zu den folgenden Themen Stellung: Erweiterung der Zusammenarbeit im Hinblick auf Europa-, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschafts-, Kultur- und Bildungspolitik, Wissenschafts- und Technologiepolitik, Klima- und Umweltpolitik sowie Zusammenarbeit in den Grenzregionen und zwischen den Zivilgesellschaften. Dabei wurde den jungen Generationen der Gegenwart und der Zukunft eine tragende Rolle zuerkannt. So wurde das Dokument selbst zum Durchführungsinstrument, denn es bezieht den aktuellen gesellschaftlichen, politischen sowie wirtschaftlichen Rahmen mit ein.

Genauso wie im Fall des Aachener Vertrags sollte auch die Glaubhaftigkeit der Bestimmungen des deutsch-polnischen Vertrags überprüft werden, insbesondere angesichts der Veränderungen der geopolitischen Lage und des nunmehr vereinten Europa, dessen Stützpfeiler nicht nur Deutschland und Frankreich sind, sondern auch in einem bedeutenden Maße Polen – alleine schon als unentbehrlicher Bestandteil des Weimarer Dreiecks. Und natürlich ebenso die Zivilgesellschaften, deren Bedeutung im Aachener Vertrag hervorgehoben wird.

Um heute schon die Partizipation der Zivilgesellschaft zu erhöhen, haben wir für Sie eine kurze Umfrage erstellt. Teilen Sie uns mit, was Sie bewegt. Was denken Sie über den Vertrag? Was ist Ihre Meinung?

Kamila Schöll-Mazurek

Joanna Szymanska

Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.de/r/XLLS6YQ

 

Foto: KSM

Nachdruck aus dem Magazin „Twoje Miasto“

Kennen Sie schon das aktuelle Jahrbuchn Polen 2021 Oberschlesien? Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen, denn das Jahrbuch bietet eine frische und fundierte Sicht auf diese deutsch-polnische Grenzregion, mit der wir uns 2021 als "Jahresthema" am Deutschen Polen-Institut in vielfältiger Weise auseinadersetzen.
Auch im Rahmen der Konferenz "Von der Versöhnung zur Alltäglichkeit. 30 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaft" (Oppeln 24.-25. Juni 2021) sprechen wir darüber und laden Sie zu einer Online-Diskussion ein:

Donnerstag, 24. Juni 2021, 19:15 Uhr

Zwischen science und fiction.
Neue Strömungen in der Wissenschaft, Literatur und Kultur Oberschlesiens
Online-Diskussion mit

Dr. Andrzej Kaluza (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt)
Dr. Magdalena Lemańczyk (Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau)
Dr. Zofia Oslislo-Piekarska (Kunstakademie Kattowitz)
Dr. Marcin Wiatr (Georg-Eckert-Institut, Braunschweig)

Anmeldung: https://isppan.waw.pl/konferencja-30-lat/
Sie erhalten von uns einen Link, den Sie kurz vor dem Beginn der Veranstaltung anklicken sollen.

Sie können der Konferenz auch ohne Anmeldung auf YouTube bzw. Facebook folgen:
https://www.youtube.com/channel/UCprSWmNPXwkrED9aoR4M1Tg  (deutschsprachige Übertragung)
https://www.facebook.com/ISPPAN/ (polnischsprachige Übertragung).

Das Gesamtprogramm der Konferenz finden Sie hier:
https://www.deutsches-polen-institut.de/assets/Uploads/Konferenz-OPPELN2.pdf

Mehr zum Jahrbuch Polen 2021 Oberschlesien:
https://www.deutsches-polen-institut.de/publikationen/jahrbuch-polen/jahrbuch-polen-2021/

Mit besten Grüßen
Andrzej Kaluza

Eine Herzliche Einladung hiermit zum Premierenkonzert des neuen Ensembles STRING ART COLOGNE zum Tag des 30. Jubiläums des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages.

String Art Cologne  #Quintessential Landscapes

Institut Français | Sachsenring 77 |  Köln

Donnerstag, 17. Juni 2021, 19.30 Uhr

Das Konzert findet im Institut français mit entsprechenden Hygienevorkehrungen und Abständen. 

Eine Anmeldung ist bei begrenzter Zuschauerzahl notwendig!. 

Info & Preview:  https://henningbrand.de/album-detailseite/string-art-cologne-1

Trailer ist auf Sendung  : https://youtu.be/ZI9Va4Ei4oE

Tickets: 19 € / 12 €
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

+49 221 9318770

Es wird ebenso ein Livestream auf dem Portal www.dringeblieben.de  geben.der 

Und hier geht’s zum Stream: https://dringeblieben.de/videos/string-art-cologne-1

Tickets 10.-

Zwei polnische Lagerarbeiterinnen durchsuchen während ihrer Arbeitspausen eine Dating-App nach einem reichen Mann, der ihr Leben verändern soll. Sie erzählen über ihre Lebensumstände, Arbeitsbedingungen und im Hintergrund brennt der Amazonas. Eine Sozialtragikomödie mit Science-Fiction-Touch über Frauen in Billiglohn-Jobs und ihren Träumen für die Zukunft.

Kultur-Schmuggel e.V. lädt ein:

Amazon Burns“ von Maja Staśko

Deutsche Uraufführungen

Regie und deutsche Fassung: Andreas Visser

mit: Mariam Kurth, Celina Muza und Alicja Rosinski

am: Samstag 12. und Sonntag 13. Juni 2021 um 19.00 Uhr

 

Kostüme: Anna Molga, Lucyna Viale, Musik: Magdalena Gorwa

Regieassistenz: Celina Muza, Foto © Gabriella Falana

Aufführung in deutscher Sprache

Eine Inszenierung des Theaters Trzy krzesła - Drei Stühle - Tři židle

Ort: KulturMarktHalle, Hanns-Eisler-Straße 93, 10409 Berlin, S-Bahn Greifswalder Str. / Landsberger Allee, BUS 156, 200

Karten ab 9,99 €, weitere Spenden gern erwünscht.

Anmeldungen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Corona-Regeln: Eintritt leider nur mit negativem Schnelltest oder vollständiger Impfung. Einen Selbsttest können wir auch vor Ort anbieten. Wir führen eine Gästeliste zur Nachverfolgung. Die Zuschauerplätze haben Sicherheitsabstände. Zuschauerzahl begrenzt, deshalb bitten wir Sie um verbindliche Zusagen.

Die Inszenierung wurde realisiert im Rahmen des Projektes: „Frech, Weiblich, Staśko” - neue deutsch-polnische Theaterstücke in Berlin.

Das Projekt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Gefördert durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

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