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Sein Musizieren hing sehr stark mit dem sogenannten "Dreizehnten" oder 13. Gehalt zusammen, das sein Vater bei der Arbeit im Bergwerk erhielt. Er sagte seinen Jungs, dass sie sich jedes Geschenk aussuchen könnten. Sein Bruder wählte ein Fahrrad für 2 Tausend Zloty und Mariusz wollte ein Akkordeon "Viktoria" für 6 Tausend Zloty. Der Vater war mit dieser Wahl wegen des Preises nicht allzu glücklich, aber... hat er sein Wort gehalten. Nachdem er sein Lieblingsinstrument gefunden hatte, schrieb sich Mariusz an der Musikschule in Gliwice ein. Allerdings passte der Lehrer nicht zu ihm und er kündigte nach einem Jahr des Studiums. Allerdings lernte er die Grundlagen der Musik. Er spielte gerne Akkordeon, aber er fühlte sich mehr zum Keyboardspielen hingezogen. Von Keyboards hatte man in den 1970er Jahren noch nichts gehört. In Ermangelung eines geeigneten Instruments legte er das Akkordeon oft waagerecht ab. Sein Bruder zog, und Mariusz spielte die verfügbaren drei Oktaven.

Ab dem Alter von 14 Jahren begann er, alles, was einen Ton von sich gab, nach Hause zu bringen. Er war so verrückt, dass er ein komplettes, zusammengebautes Schlagzeug in einem Stadtbus transportierte. Natürlich ging das nicht ohne nervöse Kommentare des Fahrers ab, aber Mariusz machte das nichts aus. Er hatte einen beachtlichen Satz von Instrumenten zu Hause, Gitarren, Akkordeon, Mundharmonika, Schlagzeug und Saxophon. Als er sich jedoch entschloss, nach Deutschland zu gehen, wurde ihm klar, dass er alles verlassen musste.

In Deutschland begann er, alles von Grund auf neu zusammenzustellen. Wie viele einheimische Musiker kaufte er mit einer seiner ersten Zahlungen ein Keyboard, angeblich für ein Kind, aber er spielte es oft selbst. In Polen kannte er es nicht, hier entdeckte er die ersten elektronischen Klänge. Mit den elektronischen Klängen kam auch die Faszination für die Musik von Jen Michell Jarrea. Er hat alle seine Aufzeichnungen gesammelt. Er begann auch mehr und mehr zu komponieren, er versteckt nicht, dass man in seinen Kompositionen seinen Einfluss sehen kann.

In Deutschland arbeitete er zunächst als Koch in einer Pizzeria und vervollständigte langsam seine Keyboard-Ausrüstung. Jetzt, wo seine Kinder aus dem Haus sind, widmet er einen Raum seinem "Musiktempel", in dem er sich oft einschließt und spielt. Er hat nie den Kontakt zu Bands gesucht, er hat nie versucht, mit jemandem zu spielen oder Konzerte zu geben. Er spielt gerne für sich selbst, nicht einmal unbedingt für seine Familie. Er sagt, er sei wie ein Dichter, der für die Schublade schreibt. Sein erster und einer der wenigen öffentlichen Auftritte war 2007 beim Festival "Polish Tones" in Essen. Es folgten Konzerte in Oberhausen.

Neben der Musik war er auch von den Medien fasziniert. Als er von dem Internetradio hörte, bewarb er sich sofort. Er wurde angenommen und moderierte einige Jahre lang Radiosendungen, zuerst bei Radio Atut und später bei Aspekt. Beide Radios hörten nach einigen Jahren des Betriebs auf zu senden. Es fiel mit der Gründung des Internetfernsehens PEPE TV zusammen, wo er die Polonia Charts und Musiknachrichten leitete.

Derzeit ist er mit dem Theater "Gdańsk", dem Großen Orchester der Weihnachtshilfe und dem neu gegründeten Polonia TV verbunden. Er möchte sein Leben nicht als gewöhnlicher Mensch verbringen. Er will so viel wie möglich von sich selbst geben, weil er weiß, dass er durch das Geben... gewinnt er.

Leonard Paszek

 

 

Meine Sprache ist wichtig, ich bin wichtig! - Ist eine Social-Media-Kampagne, die von Mitgliederinnen von Integrationsräten in NRW und Aktivistinnen polnischer Herkunft initiiert wurde, unter Slogans wie: "Zweisprachigkeit ist attraktiv, du auch", "Sprache - ist mehr als Worte", "#MyLanguageMyIdentity", "jede Fremdsprache erweitert den Horizont", "Zweisprachigkeit - unsere Stärke". Die Polinnen betonen die Vorteile der Zweisprachigkeit und gleichzeitig die Möglichkeiten zum Erlernen einer ererbten Sprache (HSU) in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen ihres Engagements in den Integrationsräten und in den Stadtverwaltungen haben polnische Frauen Aktivitäten unternommen, um für das Erlernen der polnischen Sprache im Kindergarten, für Finanzierungsquellen und -möglichkeiten zu werben und diese Informationen unter den Eltern polnischer Abstammung in NRW zu verbreiten.

Am 21. Februar 2021 feiern wir den Internationalen Tag der Muttersprache unter der Schirmherrschaft der UNSECO.

Dieses Jahr unter dem Thema: 'Förderung der Mehrsprachigkeit für die Inklusion in Bildung und Gesellschaft’.(Fostering multilingualism for inclusion in education and society).

Die UNESCO definiert mehrsprachige Erziehung als "die Verwendung von zwei oder mehr Sprachen als Mittel zum Lernen und zum Erwerb von Wissen". Der Begriff "mehrsprachige Erziehung" wurde 1999 geprägt, um das Phänomen zu beschreiben, dass mindestens drei Sprachen im Bildungsprozess verwendet werden: der einheimische Dialekt (die Sprache der lokalen Gemeinschaft), die Muttersprache und die Sprachen der internationalen Kommunikation. Die ersten beiden sind in der Bildung von entscheidender Bedeutung, während Fremdsprachen für das Verständnis globaler Probleme unverzichtbar sind und somit eine wichtige Rolle beim Heranwachsen zu einem Weltbürger spielen“.

"Für mich spiegelt jede Sprache die Mentalität eines Landes wider, sie hat ihre eigene Besonderheit und ermöglicht es, in die Kultur, aus der sie stammt, einzutauchen, die Geschichte einer Nation zu verstehen, sich selbst und die Welt kennenzulernen. Aus der Sprache kommen Poesie, Rhythmus, Klangfrequenzen, die durchaus einen Einfluss auf unsere innere Entwicklung haben. Sprache dient nicht nur der Kommunikation, sondern auch dem Vergnügen, der Emanation und der Kreativität. Sprache, jede, und jeder Dialekt, sind lebendige Attribute der Kulturen unserer Menschheit. Ich liebe Dialekte, Sprachen und Menschen.“ - Alexandra Stegh, Stadträtin Wesseling (Bündnis 90/ Die Grünen).

"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt." -schrieb der Philosoph Ludwig Wittgenstein. Sprache ist die emotionale Ebene des Selbst. Für mich ist die Sprache ein Geflecht aus dem langen Zopf meiner Großmutter, aus meiner Kindheit, die am Treffpunkt dreier Sprachen und dreier Kulturen verlief: Polnisch, Ukrainisch und Deutsch. Ein Gewirr von Ereignissen und sprachlichen Reizen, die aufeinander folgen und eng mit einem kulturellen Code einer bestimmten Sprache verbunden sind. Schließlich ist die Sprache ein Synonym für sozialen Wandel - eine Verbalisierung dieses Wandels." - Joanna Szymanska, Mitglied des Integrationsrat der Stadt Aachen.

"Meine Muttersprache ist wie die Brille, durch die ich die Welt wahrnehme. Und obwohl ich nicht mehr in ihm träume, begleitet er mich immer noch in meinen inneren Dialogen über Werte. Nur in meiner polnischen Sprache kann ich die Kraft der Gefühle wirklich ausdrücken und verstehen. Für mich ist es ein großes kulturelles Erbe, das ich versuche, als Mutter weiterzugeben. - Joanna Elies, Mitglied des Integrationsrat der Stadt Dorsten

"Meine Muttersprache ist meine Identität. Wie ich die Welt sehe, hängt stark damit zusammen, wie meine Sprache sie definiert. In den Sprachen, die ich täglich benutze - Polnisch und Deutsch - schätze ich sehr ihre Präzision, ihre Ressourcen, ihren Humor und... Plastizität". - Katarzyna Lorenc, Mitglied des Integrationsrat der Stadt Essen.

"Jede neue Fremdsprache zu kennen, erweitert unseren Horizont, öffnet uns für die Welt und die Menschen, die uns neu erschaffen, denn die Sprache ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel - unsere Stimme, unsere Stärke, unsere Identität." - Anna Klimaszewska-Golan, Mitglied des Integrationsrat der Stadt Köln.

"Meine Muttersprache ist meine Identität, mein Gefühl, meine Familie. 

Es ist die Sprache der Gefühle, der nächtlichen Gespräche beim Wein, des ausgeschütteten Bedauerns und der großen Emotionen.

Der Geschmack von Brot und sauren Äpfeln. Das sind die ersten Worte, die meine Kinder gehört haben." - Kasia Dylla, Wir sind für uns da, Polnische Frauen in NRW

Zum Tag der Muttersprache ruft der Landesintegrationsrat NRW dazu auf, die Sprachenvielfalt in unserem Bundesland zielgerichtet und flächendeckend zu fördern und sie für alle Kinder und Jugendlichen nutzbar zu machen. Denn: Das alltagsintegrierte Erlernen von Sprachen bis zum neun-ten Lebensjahr befähigt nicht nur zur besseren Aneignung weiterer Sprachen, sondern geht auch mit der Ausbildung besonderer interkultureller und kognitiver Kompetenzen einher.

Joanna Szymańska

Quellen:

https://www.unesco.pl/article/1/21-lutego-miedzynarodowy-dzien-jezyka-ojczystego/

https://landesintegrationsrat.nrw/mut-zur-foerderung-der-natuerlichen-zweisprachigkeit/

In diesem Jahr spielte das Große Orhester der Weinachtshilfe ganz anders. Viel leiser, aber mit einem Knall. Denn wie soll man das diesjährige Spiel beschreiben, das zwar ohne großen Glanz, ohne das traditionelle musikalische Finale und die begleitenden Veranstaltungen auskam, aber in ganz Deutschland über 200 Tausend Euro einbrachte. Das sind zwar 30 Tausend weniger als im letzten Jahr, aber 47 Tausend mehr als vor zwei Jahren. Und das ohne Hallenmiete und Partys. Der größte Teil der Aktivitäten hat sich ins Internet verlagert. Gespielt wurde über Videokonferenzprogramme wie ZOOM, Microsoft Teamr oder Instant Messenger wie Whatsapp und Messenger. Sie wurden sowohl zum Treffen von Freiwilligen als auch zur Durchführung von Auktionen genutzt.

Zum ersten Mal waren alle deutschen Teams über eine Gruppe auf Whatsapp in ständigem Kontakt miteinander. Außerdem wurde ein Video veröffentlicht, in dem sich alle deutschen Stäbe präsentieren. In diesem Jahr wurden 12 Zentralen in Deutschland registriert: Berlin, Bonn, Darmstadt, Hamburg, Hannover, Gelsenkirchen, Karlsruhe. München, Münster, Nürnberg, Oberhausen und Wuppertal.

Bis zuletzt bestand die Hoffnung, ein richtiges Finale zu veranstalten, leider ließen die pandemischen Einschränkungen dies nicht zu. Die Freiwilligen haben sich verschiedene Ideen einfallen lassen, um Geld für die Kinder zu sammeln. So fuhren Mitarbeiter aus Wuppertal mit einer Torte, einem Herz und einer Dose zu jedem, der eine spezielle Telefonnummer anrief, herum. Freiwillige aus Münster fuhren mit speziell angefertigten, bunten und beleuchteten Fahrrädern zu verschiedenen Orten in der Stadt, an denen sich die Polen trafen, und sammelten dort Geld. Einfallsreichtum und Unternehmertum waren keine Grenzen gesetzt. Viele Freiwillige sammelten Geld vor polnischen Geschäften und Restaurants, an Arbeitsplätzen und sogar während eines traditionellen Heiligabendessens.

Alle deutschen Teams richteten eine virtuelle Escargonka ein, in die zu spenden gar nicht so einfach war, da dies nur per Kreditkarte oder PayPal möglich war. Das Geld wurde für Kunstwerke, GOCC-Gadgets, Gutscheine und andere wertvolle Gegenstände bezahlt, die im Internet versteigert wurden. Der Stabschef von Darmstadt-Frankfurt erklärte, wenn mehrere tausend Zlotys auf dem Bahnsteig mit dem Hinweis "Es gibt nur eine Königin" gesammelt werden, wird sie ein Kleid tragen, Stöckelschuhe, ihre Beine wachsen und sich vor den Kameras schminken... Er hat sein Wort gehalten!

Auch der "Siemahop auf Rädern", ein mobiler Laden mit WOŚP-Gadgets, war beliebt. Fast alle Zentralen führten Online-Auktionen durch. Sechs deutsche Zentralen führten zum ersten Mal Auktionen auf der Allegro-Auktionsplattform durch. Fast alle Mitarbeiter haben in den meisten polnischen Geschäften stationäre Dosen aufgestellt.

In diesem Jahr sammelten die deutschen sztabs über 200 Tausend Euro, aus Berlin 15.500, Bonn, 10.000, Darmstadt-Frankfurt 40.000, Gelsenkirchen 7.800, Hamburg 18.400, Hannover 10.000, Karsluhe 10.200, München 23.800, Münster 8.000, Nürnberg 3.500, Oberhausen 30.000, Wuppertal 23.650.

Die neue Realität, in der wir uns dieses Jahr befanden, stellte die Organisatoren vor neue Herausforderungen, eröffnete aber auch neue Möglichkeiten, die das Finale im nächsten Jahr sicherlich bereichern werden.
Das Große Orchester der Weihnachtswohltätigkeit genießt großes Vertrauen der polnischen Gesellschaft. Es gibt immer mehr Hauptquartiere und junge Freiwillige, die sich nicht an der "Hasspropaganda" stören, die in den staatlichen und einigen katholischen Medien verbreitet wird und die behauptet, die karitative Tätigkeit des Orchesters sei nur ein Nebeneffekt des Spaßes und daher dem Christentum fremd. Wie sehr die Behauptung der Geistlichen falsch ist, zeigte das diesjährige Finale, das ohne große Show, ohne Treffen und Spaß, aber mit großem Engagement und dem Bewusstsein, Gutes zu tun, ob es nun christlich ist oder nicht, stattfand. Amen - (Siema) Hallo!

Leonard Paszek

Polnisches Bundesnetzwerk Partizipation und Soziales: Ein starkes Bündnis für die Verbesserung der sozioökonomischen Situation von Menschen polnischer Herkunft in Deutschland - Deutschland wird seit Jahren von vielen Pol*innen als Lebensmittelpunkt ausgewählt. Rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland haben einen polnischen Migrationshintergrund. Nach Menschen mit familiären Bezügen zur Türkei (rund 2,8 Millionen) bilden Pol*innen die zweitgrößte Gruppe unter den Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Darüber hinaus gibt es über 850.000 Personen nur mit polnischer Staatsangehörigkeit in Deutschland. Hinzu kommen Tausende von polnischen Entsandten (z.B. Pfleger*innen) sowie Grenzpendler*innen.[1]

Viele dieser überzeugten EU-Bürger*innen, leisten einen wesentlichen, sehr oft unsichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland. 

Und viele sind der Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt ausgesetzt, auch in systemischen Sektoren und in sogenannten 3-D-Jobs (dirty, dangerous and difficult).

Allzu oft werden sie in prekären Arbeitsverhältnissen allein gelassen. Sie bekommen keine adäquaten Informationen über rechtliche Unterstützung und Hilfesysteme. Dies führt zu vielen existenziellen Problemen und zu sozialer Ausgrenzung. Und dieser Ausgrenzung zieht den Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe nach sich.

Gleichzeitig wird in der Politik viel von einer Willkommenskultur und Integration sowie von sozialem Zusammenhalt gesprochen. Auch die gute polnisch-deutsche Zusammenarbeit und die Verständigung zwischen den beiden Nationen/Gesellschaften wurden hervorgehoben.

Der 2019 gewählte Sprecher*innenrat des Polnischen Bundesnetzwerks für Partizipation und Soziales arbeitet daran, diese Paradoxien aufzuzeigen und die Verbesserung der Situation polnischer Zuwanderer in den Vordergrund zu rücken.

Die ausgewählten Personen kommen aus Bayern (Patrycja Marek, PORADA – Polnischsprachige Psychologen und Pädagogen in Bayern e.V.), Berlin, (Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Polnischer Sozialrat e.V.), Mecklenburg -Vorpommern (Katarzyna Werth, Deutsch-Polnischer Verein für Kultur und Integration e.V.), Nordrhein-Westfalen (Joanna Szymańska, Polregio e.V.) und Sachsen-Anhalt (Krzysztof Blau, Deutsch-Polnische Gesellschaft). 

Das Netzwerk, deren Entstehung der Polnische Sozialrat  im Jahr 2016 initiiert hatte, besteht inzwischen aus 34 Organisationen in zwölf Bundesländern und arbeitet mit mehreren Expert*innen und Multiplikator*innen zusammen.

Die Vertreter*innen dieses ersten polnischen Migrationsnetzwerks in Deutschland lenken die Aufmerksamkeit von Politik und Verwaltung auf die sozialen Bedürfnisse, Probleme und Potenziale der polnischen Migrant*innen in Deutschland und teilen ihr Wissen mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien in Polen, Deutschland und Europa. Sie stellen Forderungen zur Verbesserung der Situation der polnischen EU-Bürger*innen in Deutschland.

Dr. Marta Neüff, die Vorsitzende des Polnisches Sozialrates e.V. dazu: „Das Polnische Bundesnetzwerk Partizipation und Soziales ist ein wichtiger Schritt, die Stimme der polnischen Community auf Bundesebene zu stärken. Gemeinsam möchten wir unsere Erfahrungen in aktuelle Einwanderungsdebatten einbringen und zu einem besseren Zusammenleben aller Menschen in Deutschland beitragen".

Krzysztof Blau betont: „Die polnische Community in Deutschland ist die zweitgrößte Migrantengruppe mit einer starken Wachstumsdynamik. Sie bedarf der gezielten Unterstützung in ihrem Integrationsprozess, einer wahrnehmbaren Interessensvertretung sowie aktiven Repräsentanz in der Öffentlichkeit. Das Netzwerk ist offen für alle interessierten Organisationen und Expert*innen, die mit uns diese Ziele umsetzen möchten“.

Katarzyna Werth fügt hinzu: „Dank der bundesweiten Vernetzung erhält die ehrenamtliche Arbeit für Integration, die wir Personen polnischer Herkunft in Deutschland auf der lokalen Ebene leisten ein nötiges Rückgrat und wird noch sichtbarer auf der Bundesebene. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Vernetzung: Der Wissenstransfer und Austausch mit anderen Regionen stellen einen universellen Mehrwert dar. Wir setzen uns aktiv für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und möchten ein einheitlicher Ansprechpartner für die Politik vor Ort und auch bundesweit als Netzwerk sein.“

Joanna Szymańska unterstreicht: „Es ist zwingend erforderlich, sich mit der Realität der Integrationsfragen im Sinne gesellschaftlicher Inklusion zu konfrontieren. Sich zu integrieren bedeutet, das gesellschaftliche Leben in allen Facetten strukturell mitzugestalten – das Wort und dementsprechend das Handeln zu ergreifen. Gesellschaftliche und politische Barrieren sowie nachfolgende Stufen des öffentlichen Verwaltungsapparates; sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, verhindern eine stabile Entwicklung von Migrantenorganisationen in Deutschland, die deren Potential an personellem und fachlichem (Experten-)Beitrag zum Aufbau einer Willkommenskultur berücksichtigen würde“.

In der Lenkung der Aufmerksamkeit auf Wirkungsorientierung in der Arbeit im Netzwerk sieht Patrycja Marek eine Chance „die Effektivität und nachhaltige Effizienz der Projekte zur Integration, Partizipation und Demokratiebildung zu steigern. Dabei sollen die Wissensressourcen aus dem Freiwilligen Engagement besser gesichert, professionalisiert und für Folgeprojekte sowie zukünftige Konzeptentwicklung im Bereich Soziales verfügbar gemacht werden. Es ist an der Zeit den Widerspruch zwischen den zentralen Versprechen der pluralen Demokratie Anerkennung, Chancengleichheit und Teilhabe für alle Bürger*innen aufzuheben und der Realität, die nachweisbar von sozialer Ungleichheit und Anerkennungsdefiziten gekennzeichnet ist, entgegenzusehen. Der erste Schritt dafür wäre eine angemessene Strukturförderung für Vereine und EU-Migrantenorganisationen, die einen bedeutenden Beitrag zur Lösung von sozial-gesellschaftlichen Problemen leisten.  Auch eine angemessene Anerkennung des freiwilligen Engagements ist für eine nachhaltige Weiterentwicklung der inklusiven Zivilgesellschaft unabdingbar“.

„Das Bundesnetzwerk baut eine Brücke zwischen den Migrant*innen und der Aufnahmegesellschaft und setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen polnischer Herkunft am Arbeitsmarkt, an Bildung und Politik in Deutschland ein. Alle Menschen können sich einbringen und eine Anfrage für die Zusammenarbeit im Rahmen des Netzwerks an uns stellen. Alle, denen demokratische Werte, Pluralismus, Chancengleichheit am Herzen liegen.“, so Dr. Kamila Schöll-Mazurek, die seit fünf Jahren das Netzwerk ausbaut und ergänzt: „Wir sind ein wichtiger Bestandteil der postmigrantischen Bewegung in Deutschland. Wir konzentrieren uns auf die Situation der polnischen Migrant*innen in Deutschland und schauen nicht nur auf deutsche und europäische Politik, sondern auch auf die polnische Seite, wo noch großer Bedarf besteht, das Verhältnis zu den Bürger*innen polnischer Herkunft in Deutschland im Sinne einer Europäisierung zu gestalten und zur Verbesserung der Situation dieser Gruppe beizutragen. Wir gehören schließlich zu Europa“.  

Kontakt:

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel.: +49 176-816 568 60

Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Sprecherin, Berlin

Joanna Szymańska-Bica, Sprecherin, Nordrhein-Westfalen

Patrycja Marek, Sprecherin für Bayern

Krzysztof Blau, Sprecher, Sachsen-Anhalt

Katarzyna Werth, Mecklenburg-Vorpommern

Fotos: Wojtek Heidner und Jurek Uske

[1] Erik Malchow, Kamila Schöll-Mazurek, Unsichtbare Diskriminierungen, Pol*innen in Deutschland, Polnischer Sozialrat 2021.

AgataL

Eigentlich sollte ich im Januar eine Kolumne über die zweite Welle der Pandemie schreiben, aber in dem allgegenwärtigen Informationschaos war es schwierig, konkrete, einigermaßen vernünftige Schlussfolgerungen zu ziehen, die es wert sind, öffentlich geteilt zu werden.

Anfang Februar 2021 begann die Covid-Situation in Polen und Deutschland gegensätzliche Farben anzunehmen.

Während der ersten Abriegelung im März und April 2020 war es in Polen praktisch unmöglich, auf die Straße zu gehen, und jeder musste draußen Masken tragen. Vor Weihnachten im Dezember 2020 waren in Polen alle Geschäfte geöffnet, auch die Einkaufszentren. Die Polen behandeln, wie alle anderen Verbote auch, das Tragen von Masken sehr lässig und viele tragen sie unter der Nase. So sorgte ich im Zentrum von Warschau oft für Erstaunen, weil ich eine FFP2-Maske trug, die zwei Drittel meines Gesichts bedeckte.

In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar gab es ein theoretisches Ausgehverbot, die sogenannte Ausgangssperre, die der etwas älteren Generation noch gut aus der Zeit des Kriegsrechts in Erinnerung ist. Trotzdem gingen die Polen in dieser Nacht sogar mit ganzen Familien aus, um "ein paar Feuerwerkskörper auf die Straße zu schießen". Am 1. Februar eröffneten in Polen Einkaufszentren, Museen und Kunstgalerien, aber natürlich alles unter einem hygienischen Regime. Gleichzeitig fallen die morgendlichen Einkaufsstunden für Senioren aus. Gleichzeitig kann man in Deutschland Blumen nur im Supermarkt kaufen, Schuhe im Lidl, und einen Haarschnitt kann man sich anhand von Anleitungsvideos im Internet selbst verpassen.

Wenn man in der Zeit der Pandemie zwischen Polen und Deutschland reist, werden die tiefgreifenden kulturellen Unterschiede zwischen den Slawen und den Deutschen immer deutlicher. Die Slawen müssen in Familien leben, sie sind definitiv ein herdenhafteres Volk als ihre westlichen Nachbarn und verzichten daher nicht auf menschlichen Kontakt. Während der derzeit grassierenden zweiten Welle der Epidemie hörten die Polen nicht mit Urlaubs- und Familienbesuchen auf und kümmerten sich um regelmäßige Sozialkontakte. Die Polen haben Angst vor dem Virus, aber "ohne Übertreibung".

Der rationale Teil der polnischen Gesellschaft, trifft sich in einer viel kleineren Gruppe als normal, aber vor den Treffen rufen sich alle gegenseitig an und überprüfen ihre Gesundheit aus gegenseitiger Sorge umeinander. Gleichzeitig vermeidet in Deutschland die Mehrheit der Bevölkerung Kontakte so weit wie möglich, die durch eine von oben verordnete Regelung eingeschränkt werden, dass sich nur Personen aus zwei Haushalten innerhalb und außerhalb treffen können. Wenn man bedenkt, dass die regelmäßigen Proteste in Warschau vor dem Sejm oder in Żoliborz von mehreren bis zehntausend Teilnehmern besucht werden, denkt in Polen niemand darüber nach, mit wie vielen Haushalten er spazieren geht.

Im Vergleich zu Polen scheinen die Einwohner Deutschlands viel mehr Angst vor dem Virus zu haben und viel gehorsamer gegenüber den von oben verhängten Verboten zu sein. Während der ersten Abriegelung war es Polen, das seine Grenzen für Menschen aus dem Westen geschlossen hat. Während der aktuellen Abriegelung ist es umgekehrt - die Deutschen kontrollieren stichprobenartig Menschen, die aus Polen kommen und verhängen eine Registrierung, doppelte Covid-Tests oder einen Test und eine 10-tägige Quarantäne.

Wenn Sie jedoch nicht mit einem Sammelfahrzeug, sondern mit Ihrem eigenen Transportmittel nach Polen einreisen, müssen Sie sich keinen Tests oder einer Quarantäne unterziehen. In Polen gibt es immer mehr Menschen, die Covid's hatten oder haben, oft mit ganzen Familien. Ich habe oft von meinen Freunden gehört, dass sie den Covid gerne hinter sich hätten, dass sie ihn relativ problemlos bestanden haben und dass sie Ruhe haben wollen. In Deutschland hingegen versuchen die Menschen mit FFP2-Masken und ohne soziale Kontakte immer noch um jeden Preis, sich vor dem Virus zu schützen, was wohl der größte Unterschied ist, der unsere Länder auf beiden Seiten der Oder trennt.

Wie soll man leben? ;)

Ich bin die letzte Person, die als Humanistin glaubt, die Antwort auf diese Frage zu kennen. Die Antworten auf solche grundlegenden Fragen liegen heute in den Händen von großen und kleinen Politikern, von Immunologen, die plötzlich ihre Meinung ändern und sagen, dass ein Impfstoff, der eigentlich für Menschen über 80 gedacht war, auch den unter 65-Jährigen verabreicht werden sollte, und von Regierungschefs, die Impfstoffe anordneten, um uns alle zu retten, nur dass es keine Impfstoffe gibt, während wir uns zurücklehnen und durchschnittliche Unternehmen weiterhin in Konkurs gehen.

Ich schreibe nichts über die Kultur, in der ich arbeite, denn die Kultur ist für das Funktionieren des Systems nicht wesentlich - "ist nicht systemrelevant", wie alle Regierungen der Welt einstimmig festgestellt haben.

Wojciech Eichelberger, der Vorreiter der Psychotherapie in Polen, hat kürzlich zusammengefasst, was man tun kann, um diese seltsame und schwierige Pandemie relativ gesund zu überstehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Immunsystem zu stärken, denn wahrscheinlich wird uns das Virus wie der Grippevirus jahrelang begleiten. Und es wird wie das Grippevirus mutieren, wie Fälle von erkrankten Menschen in England und im südlichen Afrika zeigen.

Als Therapeut achtet Eichelberger besonders auf die Rolle von Stress bei der Senkung der Immunität.

Die Chance, diese Immunität zu erhöhen, besteht darin, eine eigene Methode zu finden, dem kollektiven Stress nicht nachzugeben. Und hier möchte ich auf die Worte eines großen Polen verweisen - Papst Johannes Paul II, der sein Testament an die Menschheit in zwei Worten hinterlassen hat - "Habt keine Angst". Ja, ich weiß, dass es jetzt nicht in Mode ist, die Wahrheiten in Bezug auf die katholische Kirche in Polen zu zitieren, die denselben Prozess durchläuft, den die Kirche in Deutschland vor einigen Dutzend Jahren durchgemacht hat.

Als studierter Journalist weiß ich, dass Angst das beste Medienwerkzeug ist, um Menschenmassen zu kontrollieren. Angst als die größte Art von Stress schwächt die Menschen geistig und körperlich, deshalb lohnt es sich, diesmal den Worten des polnischen Papstes zu vertrauen.

Was noch zu tun lohnt - "ergänzen" mit Vitamin D, das der einzige Faktor ist, der die schwere Entwicklung der durch das Virus Covid 19 verursachten Krankheit hemmt, haben die Wissenschaftler offiziell erklärt, und außerdem lohnt es sich, sich zu bewegen, trotz der Empfehlungen, dass wir lieber zu Hause sitzen sollten, weil vor allem die Bewegung den Adrenalinspiegel senkt, der im Körper angesammelter Stress ist.

Experten der Psychiatrie und Psychologie betonen, dass die negativen psychologischen Auswirkungen der Pandemie, insbesondere die damit verbundene Langzeitangst und die Einschließung, bereits auf 20 Jahre berechnet werden. Eines ist sicher, Psychotherapeuten werden nach der Pandemie ihre Praxen voller Patienten haben, denn es heißt, dass täglich 8 Umarmungen nötig sind, um psychisch gesund zu bleiben. Die Angst vor der Berührung eines anderen Menschen, die aufdringlichen Gedanken an Krebs und die Angst vor Nähe werden uns noch lange nach der Pandemie begleiten.

Wenn niemand eine wirksame Lösung des Problems der Pandemie für die Gesellschaften auf beiden Seiten der Oder findet und auf beiden Seiten widersprüchliche Verordnungen erlassen werden, kehre ich zu meiner Kolumne aus der Zeit der ersten Winter-Frühjahrssperre zurück, die ich mit den Worten des Sokrates - Ich weiß, dass ich nichts weiß - beendet habe.

Nun will ich mich auch auf die Weisheit der antiken griechischen Philosophen berufen: Wenn moderne Experten auf irgendeinem Gebiet nichts mit Sicherheit sagen können, weiß ich heute, ein Jahr nachdem der erste Fall des Virus in Deutschland entdeckt wurde, dass ich nichts weiß, umso mehr".

Zusätzlich werde ich mich auf den Text einer anderen griechischen Autorität beziehen, deren philosophische Prinzipien sich seit 2.000 Jahren bewährt haben. Aristoteles glaubte, dass ein Gefühl der Erfüllung, manchmal auch Glück genannt, im Leben im Prinzip der goldenen Mitte zu finden ist, d.h. in der Wahl zwischen extrem widersprüchlichen Theorien und Geboten, was besonders in Zeiten von Pandemien, in denen wir plötzlich zu leben gekommen sind, reichlich vorhanden ist.

Agata Lewandowski

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Die Antragseinreichung in der Jubiläumsprogrammlinie der SdpZ – mit besonders günstigen Förderbedingungen – ist ab sofort möglich! Im Jahre 2021 begehen wir das 30. Jubiläum des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Mit diesem Vertrag wurde auch die die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit ins Leben gerufen.

In den vergangenen 30 Jahren hat die SdpZ viele wertvolle deutsch-polnische Projekte gefördert und angeregt.

Dies verpflichtet uns umso mehr, dieses runde Datum gemäß dem Auftrag der Stiftung gemeinsam mit unseren Partnern und Antragstellern angemessen zu feiern. Wir laden Sie somit herzlich ein, Anträge für eine Projektförderung im Rahmen der Jubiläumsprogrammlinie „30 Jahre Nachbarschaftsvertrag – 30 Jahre SdpZ“ – mit besonders günstigen Förderbedingungen - einzureichen.

Was wird gefördert?

Bevorzugte Themen:

  • die Zukunft des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages; Ermittlung und Abbau von Defiziten im deutsch-polnischen Dialog
  • innovative Projekte der historisch-politischen Bildung und zum gegenwärtigen deutsch-polnischem Verhältnis
  • Klimawandel als eine wichtige Herausforderung für die deutsch-polnischen Beziehungen
  • Stärkung von Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft in beiden Ländern
  • Herausforderungen (nach) der Pandemie, Zusammenrücken der Gesellschaften in der COVID-19-Krise.

Bevorzugte Projektformen:

  • Seminare und Konferenzen (auch online und im Format „Bilateralität+“)
  • Webinare, Online-Bildung
  • Veröffentlichungen (z.B. Zeitungsbeilagen, Sonderbeiträge auf Internetportalen)
  • Berichte und Analysen
  • innovative Kultur- und Bildungsprojekte

Wer kann Anträge einreichen?

·        deutsche und polnische Einrichtungen, die ein gemeinsames Projekt durchführen.

Termine:

Antragsfrist: 11.01.2021 – 01.11.2021

Projektrealisierung im Zeitraum: 01.02.2021 – 30.11.2021  

Projektabrechnung spätestens bis zum: 15.12.2021

Die Antragstellung ist mit mindestens vier Wochen Vorlauffrist innerhalb des genannten Zeitraums laufend möglich.

Sie erfolgt über das Online-System für Antragsteller auf der Internetseite: https://e-wnioski.fwpn.org.pl/. Bitte vermerken Sie dort im Projekttitel, dass der Antrag im Rahmen der Sonderausschreibung 30 Jahre Nachbarschaftsvertrag – 30 Jahre SdpZgestellt wird.

Jeder Antragsteller darf nur einen Antrag im Rahmen der Jubiläumsprogrammlinie stellen.

Wie sind die Förderbedingungen?

Projekte im Rahmen Jubiläumsprogrammlinie können mit bis zu 30.000 PLN/6.700 Euro bezuschusst werden. Gleichzeitig kann die Förderung bis zu 80% der Gesamtkosten des Vorhabens decken.

Die Auszahlung der bewilligten Mittel erfolgt in zwei Raten: 80% zu Beginn und 20% nach Abrechnung.

Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der Mittelverfügbarkeit. Sollten die Mittel vor Abschluss der angegebenen Zeiträume erschöpft sein, werden die Antragsteller über den Abschluss der Programmlinie auf der Internetseite der Stiftung informiert.

Die Mittel aus der Programmlinie können nicht mit einer regulären SdpZ-Förderung im Rahmen desselben Projektes verbunden werden.

Für weitere, allgemeine Hinweise zur Antragstellung, Projektumsetzung und Abrechnung beachten Sie bitte die allgemeinen Informationen zu diesen Fragen auf den Internetseiten der SdpZ: https://sdpz.org/ .

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden Sie sehr herzlich ein zur Online-Diskussion: »Vom Vertrag zum Vertragen« Als Bundeskanzler Willy Brandt an einem grauen Dezembertag des Jahres 1970 nach Warschau reiste, begann eine neue Zeit – symbolisch durch seinen Kniefall vor dem Denkmal für die Helden des Ghettos, und faktisch durch die Unterzeichnung des Warschauer Vertrags. Es folgten Jahre der vorsichtigen Annäherung, des beginnenden Brückenbaus zwischen zwei Staaten, die sich seit dem Krieg nur wenig kennengelernt hatten: Die Gesellschaften lernten sich zu vertragen.

Doch um bilaterale Beziehungen vom Papier des Warschauer Vertrags ins echte Leben zu bringen, bedurfte es des Engagements vieler Menschen und Institutionen aus Politik und Zivilgesellschaft. Über ihre persönliche Sicht auf diese Geschichte und ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft diskutieren

Prof. Dr. Irena Lipowicz und Prof. Dr. Gesine Schwan

Moderation: Julia Röttjer, Begrüßung: Peter Oliver Loew

Die Diskussion begleitet die digitale Ausstellung des Deutschen Polen-Instituts zum Thema deutsch-polnische Beziehungen – zumal auch das Institut selbst mit seinem 40. Geburtstag ein rundes Jubiläum feiert. In unserer Ausstellung zeichnen wir die beiden Zeitspannen nach – 50 Jahre seit Kniefall und Verträgen, 40 Jahre seit der Gründung des DPI. Ein halbes Jahrhundert für den deutsch-polnischen Dialog. Sozusagen »vom Vertrag zum Vertragen«.

https://www.vom-vertrag-zum-vertragen.de

Die Veranstaltung findet online statt und kann sowohl interaktiv besucht als auch live gestreamt werden.

Montag, 1. Februar 2021, 17.30 Uhr

Mit nachfolgendem Link können Sie sich für die Teilnahme per zoom-Webinar registrieren.

https://zoom.us/webinar/register/WN_D6uNQcRaQ3OjP3sP-k3o9A

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Webinar.

Den Livestream der Veranstaltung auf facebook können alle Besucher*innen auch ohne Registrierung und ohne facebook-Account nutzen: https://www.facebook.com/deutschespoleninstitut

Mehr Informationen finden Sie im Anhang.

Wir hoffen, Sie auf diese Weise bei uns online im Institut begrüßen zu können! Aus gegebenem Anlass ist das Institut vorerst leider nicht für Gäste zugänglich. Wir informieren Sie zeitnah über die aktuellen Entwicklungen.

Mit besten Grüßen
Dr. Andrzej Kaluza

 

Für die Teilnahme am Wettbewerb um den Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2021 läuft der Countdown. Am 31. Januar endet die Bewerbungsfrist! Die Veröffentlichungen können sämtliche Aspekte des deutsch-polnischen Verhältnisses thematisieren und sollten idealerweise einen Bezug zu aktuellen Entwicklungen im Nachbarland haben. Aber auch Artikel, Beiträge und Sendungen, die sich mit der gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichte auseinandersetzen, haben eine gute Chance, prämiert zu werden.

Die Jury des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises zeichnet die besten Beiträge aus, die über das jeweilige Nachbarland fair und offen berichten. Die eingereichten Veröffentlichungen sollen konkret zu Thema haben, das Wissen von Deutschen und Polen übereinander zu erweitern, das gegenseitige Verständnis von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft zu verbessern, das Alltagsleben auf beiden Seiten dem jeweiligen Nachbarn näherzubringen und das Zusammenleben in der Europäischen Union zu fördern. In den Beiträgen können sämtliche Aspekte des deutsch-polnischen Verhältnisses thematisiert werden. Bevorzugt werden Beiträge mit einem Bezug zur aktuellen Entwicklung im Nachbarland. Aber auch Artikel und Sendungen, die sich mit der gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichte auseinandersetzen, haben eine gute Chance, prämiert zu werden

PRINT: gedruckte Zeitungs- und Zeitschriftenartikel oder Online-Artikel mit einer maximalen Länge von 25.000 Anschlägen

HÖRFUNK und FERNSEHEN: Die Beiträge dürfen maximal 60 Minuten lang sein.

MULTIMEDIA: Die Multimediageschichte mit allen Komponenten muss von der Jury innerhalb von 60 Minuten erfassbar sein. In der Kategorie werden Beiträge ausgezeichnet, die zeigen, wie moderne Darstellungsformen multimedial realisiert werden können, beispielsweise multimediales Storytelling mit Text, Video, Grafik und / oder Audio; (interaktive) Reportagen; vertiefende Analysen; datenjournalistische Projekte oder mediale Projekte die auf innovative Weise ein breites Publikum einbinden (z. B. durch Nutzung von Social Media). Journalistisches Handwerk, eine spannende Story und eine innovative technische Umsetzung fließen gleichermaßen in die Bewertung aller eingereichten Beiträge ein. „JOURNALISMUS IN DER GRENZREGION“ (finanziert durch die Woiwodschaft Westpommern): Der Beitrag sollte beispielgebend das Zusammenwachsen und die Veränderungen im Alltag in der Grenzregion dokumentieren und in einer der sechs Partnerregionen – den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder den Wojewodschaften Niederschlesien, Westpommern und Lebuser Land – veröffentlicht worden sein.

Die Medientage finden, wenn die epidemische Lage es zulässt, am 27./28. Mai 2021 in Stettin statt, die Siegerinnen und Sieger werden nach bisheriger Planung bei der Gala am 27. Mai 2021 als Höhepunkt der Medientage prämiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Beiträge in allen Kategorien über das Online-Registrierungssystem anmelden.

Die aktuellen Teilnahmebedingungen, das Online-Bewerbungsformular sowie weitere Möglichkeiten der Einreichung von Beiträgen finden Sie auf der Webseite des Preises: http://medientage.org/kategorie-teilnahmebedingungen-2021,523.html.

Kontaktdaten bezüglich der deutschen Beiträge:
Frieda Pirnbaum
Büro des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises
Tadeusz-Mazowiecki
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1, 01097 Dresden
Tel.: + 49 351 81609-48
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontaktdaten bezüglich der polnischen Beiträge:
Magdalena Przedmojska
koordynatorka projektów
Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej
Zielna 37, 00-108 Warszawa
Tel.: + 48 (22) 338 62 73
Fax: + 48 (22) 338 62 01
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
#30lat FWPN #30JahreSdpZ

 

 

 

Eine von der ältesten Polonia-Organisation in Berlin feierte in diesem Jahr ihren 65. Jahrestag. Die Vorbereitungen des Jubiläums begannen vor über einem Jahr. Mit großem Elan wurde ein reichhaltiges Programm der Festveranstaltungen eingeplant. Leider vereitelte die Pandemie diese Pläne und fast bis zuletzt war nicht sicher, ob die Feierlichkeiten überhaupt stattfinden werden. Die Hygienevorschriften verursachten eine Aufteilung der Jubiläumsveranstaltung in drei Teile (mit einer kleineren Teilnehmerzahl und der Einhaltung der Abstandsregeln), zwei Teile waren der feierlichen Preisverleihung für Mitglieder der Vereinigung gewidmet und am dritten Tag fand das Jubiläumskonzert statt, an dem Mitglieder der Vereinigung und geladene Gäste teilnahmen.

Die Vorsitzende der Vereinigung Frau Elżbieta Michalak begrüßte die geladenen Gäste und dankte der Geschäftsstelle der Polonia in Berlin sowie dem Polnischen Rat Landesverband Berlin für die Unterstützung bei der Durchführung der Jubiläumsfeierlichkeiten. Der Geschäftsführer des Polonia-Büros Herr Alexander Zając und der Vorsitzende des Polnischen Rates in Berlin Herr Ferdynand Domaradzki wurden mit Diplomen der Vereinigung ausgezeichnet. Weitere Danksagung und Worte voller Herzlichkeit wurden an die ständigen Mitglieder der Vereinigung gerichtet, deren Haltung alle zum aktiven Handeln motiviert. Besonderer Dank wurde den Vorstandsmitgliedern ausgesprochen: Małgorzata Śniadecka, Daniela Brede, Aleksander Irmischer und Teresa Weber, als auch den anderen Vereinsmitgliedern für ihren Einsatz und ihr Engagement, die wöchentlichen Treffen, die immer einen festlichen Charakter haben, abwechslungsreich zu gestalten. Auch die ältesten Mitglieder der Vereinigung wurden erwähnt. Den ehemaligen Vorsitzenden Jan Wache, Henryk Olkiewicz, Jan Mieszkalski, Bolko Kliemek, Bogdan Stróżyński und Józef Dunst wurde die Ehrenmitgliedschaft der Vereinigung verliehen. Für die langjährige Tätigkeit in der Vereinigung wurden ausgezeichnet: Małgorzata Wietteck, die in diesem Jahr ihre 50-jährige Mitgliedschaft feiert, und Daniela Brede; beiden wurde ebenfalls der Titel eines Ehrenmitgliedes zuerkannt.

Auch an das langjährige Mitglied Lutgarda Lenz wurde erinnert, die nach 43 Jahren Mitgliedschaft am 23.09.2020 von uns gegangen ist. Es war eine Freude, sich die vorgetragene Liste mit Namen aktiver Mitglieder anzuhören, denen anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung Gedenkauszeichnungen, Diplome und Blumen überreicht wurden. Die Festveranstaltung wurde durch den musikalischen Auftritt von Julian Wojtowicz bereichert.

Am Freitag, den 23. Oktober 2020, fand im Labsaal in Berlin-Lübars das Jubiläumskonzert statt. Leider konnten wegen der Einhaltung der Abstandvorschriften nur 80 Personen das Konzert verfolgen. An der Veranstaltung nahmen teil: Burkard Dregger - Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Ferdynand Domaradzki – Vorsitzender des Polnischen Rates Landesverband Berlin und Alexander Zając – Geschäftsführer der Geschäftsstelle der Polonia in Berlin, die an die Versammelten Grußworte gerichtet haben. Zu Händen der Vorsitzenden Elżbieta Michalak hat Herr Alexander Zając, Vorsitzender des Konventes der Polnischen Organisationen in Deutschland, Glückwünsche des Senators Wojciech Ziemniak und der Sejm-Abgeordneten Joanna Fabisiak übermittelt. Die Vorsitzende Elżbieta Michalak hat sich bei allen geladenen Gästen für ihr Kommen bedankt, präsentierte die wichtigsten Errungenschaften und stellte die ausgezeichneten Mitglieder der Vereinigung der Polen in Berlin vor. Sie bedankte sich bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie beim Bundesverband Polnischer Rat in Deutschland e.V. für die finanzielle Förderung des Projektes und bei Alexander Zając und Ferdynand Domaradzki für die Unterstützung bei der Organisation der Jubiläumsveranstaltung . Den nachfolgenden Programmpunkt bildete eine multimediale Präsentation der Geschichte der Vereinigung, die Jerzy Górny vorbereitet hat. 20 Minuten lang haben sich die Anwesenden mit der reichhaltigen Geschichte vertraut gemacht, sich an Mitglieder der Vereinigung erinnert, an Autorallyes, an das von Bonifacy Stopa verfasste Zeitungsblatt „Gazetka“, an Bälle, Konzerte, Pilzexkursionen und andere gemeinsame Ereignisse, die der Pflege der polnischen Tradition, der Sprache und Kultur dienten und zum Aufbau der polnischen Gemeinschaft im Ausland beitrugen.

Im weiteren Verlauf des Abends versetzte uns Piotr Kajetan Matczuk und die Musikgruppe „Pyramiden“ in vergangene Zeiten, als alle mit angehaltenem Atem die Lieder der russischen Barden Bulat Okudschawa und Wladimir Wyssozki hörten, die im Untergrund gesungen wurden. Gerade in Polen waren sie besonders bekannt und beliebt, und das ungeachtet der damals allgemein herrschenden Abneigung der Polen gegen die in den Schulen obligatorisch unterrichtete russische Sprache. Sie waren nicht in der sowjetischen Wirklichkeit anwesend, ihre Gedichte, Lieder oder Schallplatten konnte man nicht kaufen. Ihre privaten Konzerte wurden von Amateuren auf Kassettenrekorder aufgenommen, man vervielfältigte Aufnahmen, die in einer immer schlechteren Qualität in die Hände der Empfänger gelangen. Und trotzdem wurden sie in der Sowjetunion und dann auch in Polen sehr berühmt.

Während des Konzertes erzählten die Musiker über das bunte und dramatische Leben von Bulat Okudschawa und Wladimir Wyssozki. Zu hören waren unvergessliche Lieder von Wladimir Wyssozki: „Wolfsjagd“, „Zentrale Null Sieben“, „Wo bringen sie uns hin“ und die bekanntesten Lieder von Bulat Okudschawa: „Alexander Sergejewitsch Puschkin“, „Drei Lieben“, „Lied vom jungen Husar“ sowie „Das Gebet – Solang sich noch die Erde dreht“. Die Künstler sind schon zweimal in Moskau auf Einladung der Witwe des Barden – Olga Okudschawa aufgetreten. Sie sangen auch in einem der größten und renommiertesten Konzertsäle der Welt – im Peter-Tschaikowski-Saal in Moskau. Diesmal konnten auch wir an dieser nicht alltäglichen historischen Reise teilnehmen, wobei wir unvergessliche Melodien summten und an die 65 Jahre Tätigkeit der Vereinigung zurückdachten.

Alexander Zając

 

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, das Polnische Buchinstitut und das Literarische Colloquium Berlin loben das Albrecht-Lempp-Stipendium 2021 aus - Das Stipendium soll die Arbeit von deutschen und polnischen Schriftstellern und Übersetzern im Geiste der von Albrecht Lempp vertretenen hohen literarischen Standards fördern. Gleichzeitig soll das Engagement von Albrecht Lempp für den deutsch-polnischen Literaturaustauch gewürdigt werden. Das Stipendium richtet sich an deutsche und polnische Schriftsteller sowie an deutsche Literaturübersetzer aus dem Polnischen und polnische Literaturübersetzer aus dem Deutschen. Einreichung von Anträgen von 2021-01-18 bis 2021-03-05

https://sdpz.org/zuschussantrage/laufende-ausschreibungen/die-stiftung-fur-deutsch-polnische-zusammenarbeit-das-polnische-buchinstitut-und-das-literarische-colloquium-berlin-loben-das-albrecht-lempp-stipendium-2021-aus-Jke44F 

Mit freundlichen Grüßen
_________________
Magdalena Przedmojska
koordynatorka projektów, specjalistka ds. nowych mediów i komunikacji zewnętrznej
Projektkoordinatorin, Sachbearbeiterin neue Medien und Außenkommunikation
Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
ul. Zielna 37, 00-108 Warszawa
Tel.: + 48 22 338 62 73
www.fwpn.org.pl
www.sdpz.org

Austria BycPolakiem1

Liebe Schüler, Eltern und Lehrer, zum zwölften Mal laden wir Sie zur Teilnahme am Wettbewerb "Pole zu sein" („Być Polakiem”) ein. Die Konzeption einer Wettbewerbsarbeit und deren Vorbereitung ist für die Teilnehmer ein Aufwand, aber auch ein unverhältnismäßiger Nutzen. Jedes erworbene Wissen erweist sich eines Tages als nützlich, und dasjenige über die Geschichte der eigenen Familie oder der Vorfahren wird sofort gebraucht, denn, wie man sagt, ein Mensch ohne Vergangenheit hat keine Zukunft.

Die Pandemie schließt uns in unseren Häusern ein und verurteilt uns zur Isolation. Auch dieser Zustand hat Vorteile. Wir verbringen mehr Zeit miteinander. So können wir in unserer Freizeit über Dinge sprechen, die wir normalerweise aufschieben. Es ist ein guter Zeitpunkt, um mit der Familie zu besprechen, was ist die menschliche Identität? Warum ist es so wichtig, die eigene Identität zu definieren: religiös, national, kulturell, zivilisatorisch, und nach Antworten zu suchen, wie man sie aufbauen oder stärken kann?

Antworten auf diese Fragen finden junge Menschen beim Wettbewerb "Pole sein", bei dem es nicht nur um den Intellekt, sondern auch und vielleicht vor allem um Emotionen geht. Tausende von eingereichten Arbeiten und Dutzende von Meinungen junger Menschen überzeugen uns davon, dass die Vorbereitung eines Wettbewerbsbeitrags eine Begegnung mit der lebendigen Geschichte ist, die es ermöglicht, Polen besser kennen und verstehen zu lernen und infolgedessen auch mehr zu lieben.

Wir laden Kinder, Jugendliche und Lehrer, die im Ausland leben, ein, diese Reise in Zeit und Raum zu unternehmen. Familienerinnerungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen der Polen, soziales und nationales Verständnis des Polentums, Probleme der polnischen Grammatik sind die Themenbereiche der diesjährigen Ausgabe des Wettbewerbs

 

MODUŁ A (für Schüler)

MODUŁ B (für Lehrer)

Mehr Info auf:  WWW.BYCPOLAKIEM.PL

 2021 - FILM PROMOCYJNY.mp4

 2021 - KALENDARIUM.docx

 2021 - PLAKAT PROMOCYJNY.jpg

 2021 - REGULAMIN A.docx

 2021 - TEMATY A.docx

 2021 - MODUŁ B - FORMULARZ ZGŁOSZENIOWY.docx

 2021 - MODUŁ B - KONSPEKT.docx

 2021 - MODUŁ B - REGULAMIN.docx

 2021 - MODUŁ B - TEMAT.docx

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, Wir laden unsere Zuhörer zum Vortrag ein: 15. Januar 2020 um 18.00 Uhr. Dr. Adam Mazur – Kritiker, Kunsthistoriker, Amerikanist, seit 2013 lehrt er an der Kunstuniversität Poznań. https://utp.berlin/dr-adam-mazur-2

Thema: ­­­ Polnische Kunst in Zeiten des Populismus
Seit Machtantritt der PIS (Recht und Gerechtigkeit) in Polen im Jahre 2015 hat sich die Auffassung der Machthabenden von der zeitgenössischen Kunst verändert. Die konservative Wende ging mit dem Szenenwechsel auf der politischen Bühne und mit dem Generationswandel einher.
Die dem Kulturministerium unterstellten Institutionen haben einerseits ihr Programm „abgemildert”, indem sie zur Vermeidung von Kontroversen kritische, identitäre und politische Motive ausgeblendet haben. Auf der anderen Seite haben sich Ausstellungen in den von regionalen Selbstverwaltungen abhängigen städtischen Galerien (wie „Kunsthallen“) sowie in privaten Galerien, Artists Space und Offspace radikalisiert.
Die Polarisierung der Haltungen war 2020 zu beobachten, als die Kunst die geschlossenen Galerien verließ und sich – im wörtlichen und übertragenen Sinne – „über die Straße ergoss“ – und damit Teil der gesellschaftlichen Proteste gegen die Politik der Regierung geworden ist.
Der Kalte Krieg der Künstler gegen die populistische Rechte verwandelte sich in einen offenen, heißen Konflikt. In meinem Vortrag werde ich die wichtigsten Protagonisten und ihre Werke vorstellen – sowohl die zur offiziellen, konservativen Strömung gehörenden als auch diejenigen,die aus der Perspektive der Gegenkultur geschaffen werden und mittlerweile zu kanonischen Werken geworden sind – und somit das Spezifikum der letzten fünf Jahre ausmachen.mationen zu verbreiten, sondern vor allem darauf, die gesellschaftliche Institution der verlässlichen Kommunikation selbst auszuhöhlen.
Moderation: Dr. Piotr Olszowka

Für die Teilnahme an unserem Treffen installieren Sie bitte das ZOOM-Programm:
https://us04web.zoom.us/j/945711291?pwd=bFAzYWJzeC9tNGNCY0R1aWdrYW1VZz09#success

Die Bedienung ist sehr einfach und sie wird uns für die nächste Veranstaltungen nützlich sein.


Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

 

Bundeskonferenz der Polnisch-Arbeitsgemeinschaften - Wie schwierig es ist, die Länder zu einem gemeinsamen Kurs zu bewegen, zeigt sich am deutlichsten im Ringen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder um die Bekämpfung der Pandemie. Immerhin haben die Entscheidungen am 3. Adventssonntag bewiesen, dass es möglich ist, wenn der Druck von außen ausreichend ist. Davon geht die Bundeskonferenz der Polnisch-Arbeitsgemeinschaften aus, die Mitte Dezember online tagte.

In diesem Jahr sind es 30 Jahre seit der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit (17.06.1991). Die Artikel 21 und 22 dieses Dokuments werden als Grundlage für die Organisation des Polnischunterrichts im deutschen Bildungssystem genommen. Die Erwartungen der polnischen Seite wurden in der Stellungnahme des Polnisch-Deutschen Runden Tisches vom 11.06.2011 verdeutlicht, in der wir lesen:

"Die deutsche Seite in diesem Gremium [Bildungsausschuss], dem Vertreter der Länder und des Bundes angehören, wird so bald wie möglich mit Unterstützung des Runden Tisches und unter Beteiligung polnischer Organisationen in Deutschland eine Strategie für den Unterricht des Polnischen als Muttersprache entwickeln".

Zehn Jahre später wird Polnisch als Muttersprache (nach heutiger Nomenklatur: vererbt) in vielen Bundesländern an öffentlichen Schulen gar nicht mehr unterrichtet. Wo ein solcher Unterricht durchgeführt wird, gibt es oft keine Lehrpläne. Außerdem mangelt es an qualifizierten Lehrern und geeigneten Lernmaterialien.

In jedem der 16 Bundesländer versuchen polnische Aktivisten und Experten seit Jahren, dieses Angebot (die offizielle deutsche Abkürzung HSU) einzuführen oder zu erweitern und sind dabei immer wieder an der Mauer des fehlenden politischen Willens abgeprallt. Diese zutiefst unbefriedigende Situation wird seit langem in zahlreichen Foren und auf Kongressen der polnischen Community und der Polen in Deutschland (zuletzt in Bonn 2019) diskutiert, um endlich reif für ein Handeln auf Bundesebene zu sein.

Um ihren Argumenten mehr Überzeugungskraft zu verleihen, gründeten die "Aktivisten" vor einem Jahr auf Initiative des Unterzeichners (Niedersachsen) und unter enormer organisatorischer Beteiligung von Agnieszka Siemasz-Kałuża (Hessen) eine Bundeskonferenz der Polnisch-Arbeitsgemeinschaften, um bundesweit mit einer Stimme zu sprechen. Die Konferenz setzt sich aus 16 Landesleitern zusammen, die zum einen im Namen der Konferenz mit den Landesschulräten über die polnische Sprache beraten und zum anderen das Land in der Konferenz vertreten. Die Arbeit dieses Gremiums wird von mehreren Beobachtern unterstützt, die ihr Fachwissen einbringen.

Die erste gemeinsame Aktion war ein Brief an alle Bildungsministerien der Länder.

"Langfristig ist es unsere Absicht, bis zum 35. Jahrestag der Unterzeichnung des "Vertrages zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit", der auf den 17. Juni 2026 fällt, das bestmögliche Angebot des Polnischunterrichts in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zu erreichen. - Die Mitglieder und Mitglieder der Konferenz haben sich dort angemeldet.

Das Echo war, wie erwartet, unterschiedlich. Einige, wahrscheinlich völlig überrascht und überwältigt von der Pandemie, schafften es nicht, so weit abzuschreiben, einer äußerte ein mangelndes Interesse an der HSU und verwies auf die Möglichkeit, das Erlernen der polnischen Sprache durch die polnischen Konsulate zu organisieren, aber die meisten Minister reagierten positiv und begrüßten den Vorschlag der Zusammenarbeit mit der Konferenz.

Natürlich gab es im Jahr 2020 nirgendwo Beratungen und in einigen Bundesländern fiel Polnisch als ererbte Sprache sogar einer Pandemie zum Opfer. Daher wird die Konferenz in einem weiteren Schreiben anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar 2021 um die sofortige Wiederaufnahme des HSU-Angebots bitten, sobald es die Umstände erlauben.

Wir glauben auch, dass der tiefgreifende Wandel des öffentlichen Bewusstseins, den die Pandemie bewirkt, eine gute Gelegenheit ist, sich von veralteten Standards zu verabschieden und mutig die besten Modelle einzusetzen.

Deshalb wird die Konferenz gleichzeitig allen Bundesländern diejenigen der in Deutschland praktizierten Lösungen empfehlen, die für die Mehrsprachigkeit unserer Kinder am förderlichsten sind. Die Analyse ist noch nicht abgeschlossen, aber Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind bereits ganz vorne mit dabei. Wir wollen uns auch in die politische Diskussion vor dem 30. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages einschalten, indem wir den Stand des Polnischunterrichts in Deutschland analysieren.

Eines der größten von der Konferenz diagnostizierten Probleme ist der Mangel an leicht zugänglichen Informationen für Eltern. In einigen Bundesländern ist sie sogar umfangreich, allerdings nur in deutscher Sprache und gut versteckt in den tiefen Schichten der ministeriellen oder kommunalen Portale. Diese Informationen in polnischer Sprache und konzentriert an einem Ort zur Verfügung zu stellen, der im Internet leicht zu finden ist, ist eine weitere Aufgabe, die sich die Konferenz gestellt hat. Die Umsetzung ist in Kooperation mit Polregio e.V. geplant, der im ersten Halbjahr 2021 eine Informationsplattform für polnische Frauen und Männer in Deutschland starten will. Es wird auch eine kurze Information über die Bundeskonferenz der Polnisch-Arbeitsgemeinschaften für die polnische Sprache selbst und eine Liste ihrer Leiter geben. Wir ermutigen alle, die an der Förderung des Polnischunterrichts in Deutschland interessiert sind, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Grażyna Kamień-Söffker

Übersetzung aus dem Polnischen - Redaktion Polonia Viva

Auf dem Bild: Grażyna Kamień-Söffker und Agnieszka Siemasz-Kaluza / Foto: Jurek Uske

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass polnische Organisationen und die Polonia in Berlin 2020 die Stadtbaum-Aktion unterstützen, die es vorsieht, neue Bäume auf den Straßen Berlins zu pflanzen. Die Geschäftsstelle der Polonia, der Bundesverband Polnischer Räte in Deutschland und der Polnische Rat - Landesverband Berlin beschlossen, die Schlacht von Warschau 1920 mit der Finanzierung und Pflanzen des BAUMs DER POLONIA zu feiern. Am Freitag, den 11. Dezember 2020, wurde auf dem Dorothea-Schlegel-Platz 18 in Berlin 10117 der BAUM DER POLONIA, eine Hainbuche, feierlich gepflanzt.

Der polnische Baum wird direkt neben der Gebäude der U-Bahn-Station-Friedrichstraße wachsen, unmittelbar hinter dem berühmten Denkmal der Kindertransporte, das an die Aktion der Verschickung der jüdischen Kinder aus Deutschland nach England während des Kriegs erinnert und das von Touristen und Berlinern massenweise besucht wird.

Das Denkmal ist einer der fünf, die den gleichen Namen haben: Züge in das Leben – Züge in den Tod; trains to death - trains to life 1938–1939, die es in London, Berlin, Gdańsk, Liverpool und Hoek van Holland gibt. Der Autor, israelischer Bildhauer Frank Meisler, ist 1929 in Gdańsk in einer jüdischen Familie geboren. Als 10-jähriger wurde er durch so ein Kindertransport gerettet, seine Eltern sind gleich danach von den Nazi umgebracht worden.

Vielleicht erinnern Sie sich, dass wir zuvor einen anderen Pflanzungsort angegeben haben, einen in der Friedrichstraße. Es stellte sich jedoch heraus, dass an dieser Stelle einige unbekannte Elektrokabel verlegt sind, die nicht in den Plänen vermerkt waren. Kurz vor dem Pflanzen des Baumes wurde uns deshalb ein anderer Ort zugewiesen. Wir müssen jedoch zugeben, dass die neue Stelle eine sehr schöne ist und eng mit der Geschichte einer geteilten Stadt zusammenhängt, mehr noch: ein Symbol des geteilten Europas ist. Hier verlief mehrere Jahrzehnte nach dem Krieg die Grenze zwischen Ost- und Westberlin, zwischen Ost- und Westblock - der berühmte Eiserne Vorhang und die ebenso berühmte Berliner Mauer. Hier, durch die Station Friedrichstraße, gingen die Menschen aus dem Osten in den Westen. Und nicht nur die DDR-Bewohner, sondern auch die Polen, die die Volksrepublik Polen verließen, reisten zum Bahnhof Friedrichstraße und von hier nach Westberlin.

Gegenwärtig sieht der Ort, an dem der BAUM VON POLEN gepflanzt wird, ziemlich langweilig aus, aber wenn der Baum gepflanzt wird und wächst, wird er Jahre später einen schönen grünen Akzent gegen die Mauer des berühmten Gebäudes der Friedrichstraße setzen. Natürlich wird der BAUM DER POLONIA vorerst eher bescheiden aussehen. Aber schon im Frühjahr werden die ersten jungen Zweige mit schönen Blättern grünen und uns daran erinnern, dass man früher in Gutparks und Adelsgärten auf Hainbuchenalleen spazieren ging.

BAUM DER POLONIA erinnert an das "Wunder an der Weichsel" - Polens Sieg über die Rote Armee im polnisch-bolschewistischen Krieg. Die Schlacht von Warschau wurde vom 13. bis 25. August 1920 ausgetragen, der Krieg dauerte bis Oktober 1920, und obwohl der Friedensvertrag erst im März 1921 unterzeichnet wurde, war die Schlacht von Warschau nicht nur für Polen, sondern für ganz Europa von entscheidender Bedeutung. Bis zur Angrif der Sowjet Union an Polen am 17. September 1939 regelte dieser Vertrag die Beziehungen zwischen der Zweiten Polnischen Republik und der RSFSR und dann (ab 1922) mit der UdSSR. Die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene neue Teilung der Welt schien Jahrzente lang unantastbar, bis genau 60 Jahre nach dem polnisch-bolschewistischen Krieg, im August 1980 die Solidarität siegte und friedlich neue Zeiten in Europa und in der Welt einleitete. Und trotz des Kriegsrechts, an dessen dramatischen Jahrestag wir uns erinnern, als wir am 11. Dezember 2020 unseren Baum pflanzen werden, konnte nichts den Marsch der Freiheit aufhalten.

Wir freuen uns, dass unser BAUM DER POLONIA zu einem Teil und einem Symbol des Prozesses einer immer stärkeren Integration des gemeinsamen Europas wird.

Büro der Polonia in Berlin

In diesem Jahr wird das 29. Große Orchester der Weihnachts-Charity anders spielen als bisher. Es finden keine großen Abschlusskonzerte, Sportevents und Begleitveranstaltungen statt. Die Pandemie und die damit verbundenen begrenzten Handlungsmöglichkeiten stellen die Organisatoren vor neue Herausforderungen. Trotzdem gibt es keinen Mangel an Leuten, die bereit sind, mit dem Orchester zu spielen. In Deutschland wurden in diesem Jahr 12 Stäbe eingerichtet, die etwa 300 Freiwillige versammelt haben. Die Zentralen befinden sich in Berlin, Bonn, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Herne, Karlsruhe, München, Münster, Nürnberg, Oberhausen und Wuppertal. Jeder Staff versucht auf seine Weise eine eigene Idee für die Organisation des Finales zu finden, das von Jurek Owsiak vom 10. bis 31. Januar übertragen wurde. Die letzten Aktivitäten begannen jedoch bereits Mitte Dezember.

Die ältesten deutschen Mitarbeiter in Oberhausen begannen im November, Freiwillige und Sympathisanten zu rekrutieren, die die stationären Dosen an 20 polnische Geschäfte in ganz NRW verteilten. Darüber hinaus wurde am Sonntag, den 20. Dezember, die erste der 8 geplanten Internet-Auktionen gestartet, die von Maciej Kowalski effizient durchgeführt wird. 15 Gegenstände wurden versteigert, darunter Gemälde, Kunsthandwerk, ein Teller in den Farben von Borussi Dortmund und mehrere Gadgets des Großen Orchesters der Weihnachts-Charity. Bei der ersten Versteigerung wurden 585 Euro erzielt. Nachfolgende Auktionen finden immer sonntags um 18 Uhr statt. Alle sind öffentlich und Informationen dazu gibt es auf der Facebook-Seite des Stabs oder unter der Telefonnummer 0157 3427 1131. Jeder Stab hat auch virtuelle Escrowboxen eingerichtet, in die von überall auf der Welt Geld eingezahlt werden kann. Viele Freiwillige haben auch eine virtuelle Spardose eingerichtet und sammeln auf diese Weise virtuell Geld im Freundeskreis.

Die neue Realität, in der wir uns befinden, stellt die Organisatoren vor neue Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Möglichkeiten, die normalerweise nie genutzt werden würden. Auf diese Weise können Freunde, die auf der anderen Seite der Welt leben, zu den Freiwilligen-Dosen hinzugefügt werden.

Organisatoren setzen sich keine großen Ziele. Sie wollen keine weiteren Rekorde brechen. Sie wollen spielen, weil es das Bedürfnis des Herzens ihnen sagt. Sie haben die Hoffnung und das Bewusstsein, dass jede ihrer Handlungen dazu beiträgt, das Leben von aufeinanderfolgenden Kindern in Polen zu retten. In diesem Jahr werden die von WOŚP gesammelten Spenden für die Laryngologie, Otolaryngologie und Kopfdiagnostik gespendet. Alle Organisatoren sind sich einig, dass der Erfolg bereits eine gemeinsame Aktion und Integration der polnischen Gemeinschaft ist.

Leonard Paszek

Die erste Anthologie mit dem Titel "Wierszobranie", eine Auswahl von Gedichten polnischer Dichter im Exil, wurde 2010 veröffentlicht. Es enthält Gedichte von 25 polnischen Autoren, die sich irgendwann in ihrem Leben für die Emigration entschieden haben. Die Gedichte wurden aus dem Bedürfnis des Herzens und der Inspiration der Seele heraus geschrieben. Geflochten mit Perlen der Gedanken, verflüssigt mit Tränen der auswandernden Gedanken.

Die Kunst, Gedichte zu schreiben, ist nicht einfach, aber sehr wichtig. Sie spiegelt oft diese tief verborgenen Gedanken wider, die auf Papier gegossen und dann in einer Schublade versteckt werden und viele Jahre lang nur den Eingeweihten zugänglich sind.

Polonica-Poesie ist ein authentisches Werk, es ist ein Panorama der Bekenntnisse derer, die ihre Heimat, ihre Lieben, ihre, oft schönsten Erinnerungen in Polen gelassen haben. Trotz der Tatsache, dass sie eine andere Welt wählten, blieb die Besonderheit der Sprache und die Art, die Welt und die Natur wahrzunehmen, polnisch.

Der erste Band trug den Untertitel "Worte in die Freiheit entlassen". Bis heute sind 5 Bände erschienen, an denen insgesamt über 120 in Deutschland lebende, in polnischer Sprache schreibende Autoren beteiligt sind. Menschen, die das Glück der Seele umhüllt, gewöhnlich in ihrer außergewöhnlichen Wahrnehmung der Welt. Menschen, die es verstehen, die Welt oft verkehrt herum zu betrachten, vertrauensvoll und verloren, traurig, aber wie fähig, in der Poesie Trost zu spenden. Und gleichzeitig ihre Schlüssel verlieren, über Steine stolpern, barfuß im Regen laufen und morgens zur Arbeit aufstehen. Jeder Band vereint drei Musiker: Poesie, Fotografie und Grafik.

Es erforderte viel Diplomatie und Geduld, Dichter zu finden, die oft in einer Schublade schrieben, und sie zu ermutigen, ihre Werke zu präsentieren. Denn es ist nicht einfach, plötzlich ist es so offensichtlich. Die meisten Dichter wurden von Leonard Paszek entdeckt. Er wählte auch Gedichte aus. Die Veröffentlichung der einzelnen Bände wurde von Dr. Maria Kalczyńska unterstützt, die Auswahl der Fotos und Grafiken wurde von Robert Widera betreut, einem Fotografen, der seit vielen Jahren polnische Kulturereignisse dokumentiert.

Leonard Paszek

 

Von den Dingen dieser Welt sind nur noch zwei übrig,

zwei: Poesie und Güte...

...und mehr nichts.

 

 

Cyprian Kamil Norwid

Wir nähern uns langsam dem Ende des Jahres 2020, und ich denke, jeder von uns versucht, einen kleinen "Gewissens-Check" zu machen, um zu beurteilen, wie das Jahr eigentlich für uns war. Auch ich habe eine solche Untersuchung durchgeführt. Ich denke, dass dieses Jahr sehr bunt, schwierig, aber auch reich an neuen Lebenserfahrungen war. Erfahrungen, die wir noch nie machen mussten. Ich meine, die globale Krise des weltweiten Ausbruchs. Diese Krise hat ausnahmslos jeden getroffen. Manche mehr und andere weniger. Diese Epidemie hat gezeigt, wie schwach wir gegen einen Virus sind, der das normale Funktionieren von Ländern und ihren Menschen lahmgelegt hat. Es hat uns gezeigt, dass selbst sehr gut entwickelte Länder mit diesem Problem nicht zurechtkommen. Viele Projekte, die für uns wichtig waren, wurden durch ihn plötzlich unwichtiger und mussten in den Hintergrund gerückt werden. Plötzlich wurde der Kampf um Gesundheit und Leben das wichtigste Ziel. Nicht nur unsere wirtschaftlichen Ziele verschwanden aus den Augen, sondern auch unser soziales und kulturelles Leben verblasste. Wir konnten keinen Sport treiben und beschränkten unsere Aktivitäten an der frischen Luft. Wir wurden zu Gefangenen in unserem eigenen Haus. Viele Familien verloren ihr Einkommen. Sie mussten die Richtung ändern, um zu überleben.

Kultur und Kunst befanden sich in einer sehr schwierigen Situation. Künstler sitzen zu Hause, oft unproduktiv, und wir können ihre Talente nicht bewundern. Ohne aktive Teilnahme an den geplanten kulturellen Veranstaltungen ist das Leben sehr arm und grau geworden, und wir sind in unseren Häusern eingesperrt und werden frustriert. Die Pläne von wunderbaren Ereignissen, auf die wir schon lange gewartet haben, sind für immer dahin. Viele von uns planten Weihnachtsbesuche von Familien in Polen, die vergangenen und die kommenden. Geplanter, wohlverdienter Urlaub und Treffen mit geliebten Menschen sind dahin. Weihnachten steht vor der Tür und viele fragen sich, was sie tun sollen. Viele Polen, die ihren Lebensunterhalt außerhalb Polens verdienen, dürfen nicht zu Weihnachten fahren, weil das mit Quarantäne verbunden ist. Dort warten jedoch die Angehörigen auf sie. Ehefrauen, Mütter, Kinder, Ehemänner und Väter warten auf sie. Dies sind Probleme, die extrem schwer zu lösen sind. Viele unserer Landsleute, die dauerhaft im Ausland leben, stehen ebenfalls vor solchen Problemen. Dies sind sehr schwierige und oft schmerzhafte Entscheidungen.

Die Härten dieses Lebens haben auch die Aktivisten der verschiedenen Organisationen erreicht, die ein sehr wichtiger Teil des Lebens im Exil sind. Viele Pläne blieben unrealisiert. Das jährliche Treffen der Polregio-Mitglieder und -Unterstützer beim gemeinsamen Grillfest fand nicht statt. Auch der jährliche Polonicus German Polonia Award wurde nicht vergeben. Bald werden wir das neue Jahr 2021 begrüßen und auch unsere traditionelle gemeinsame Begrüßung des neuen Jahres wird nicht stattfinden. Ich denke, dass wir in diesen feierlichen Tagen noch zusammen sein werden. Wir schließen uns mit unseren Gedanken an und wünschen allen das Beste.

Dieses schwierige Jahr geht für uns zu Ende, aber wir haben nicht nur versagt. Wir haben auch viele Erfolge zu verzeichnen. In unseren Reihen haben sich neue Mitglieder eingefunden, die mit großer Energie an die Arbeit gegangen sind. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal vier unserer Kollegen in die NRW-Integrationsräte eingeführt, die unsere Interessen im Bereich der Unterstützung der NRW-Behörden für Aktivitäten wie das Erlernen der polnischen Sprache, alle Projekte, die zur Erhaltung und Förderung unserer Kultur beitragen, vertreten werden. Das neu ins Leben gerufene Projekt Infopoint zur Unterstützung der Integration von Migranten wurde sehr energisch in Angriff genommen. Die ersten Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Während der Pandemie halfen unsere Beraterinnen und Berater in regelmäßiger Rufbereitschaft vielen unserer Landsleute in NRW in schwierigen und manchmal ausweglosen Situationen. Wir haben schnell entdeckt, dass kollektives Handeln große Kraft hat. Diese harte Zeit hat uns also gestärkt und wir haben gezeigt, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen bestehen können. Dank der virtuellen Technik hielten wir regelmäßige Meetings ab und agierten mit voller Kraft, um unsere Aktivitäten zu koordinieren und Probleme im Zusammenhang mit den laufenden Aktivitäten zu lösen. Dies sind nur einige Beispiele für Erfolge.

Die schwierige politische Situation in der Welt und in Polen veranlasste einige Mitglieder unserer polnischen Gemeinschaft, sich aus Gründen unterschiedlicher Lebensauffassungen, Problemlösungsansätze und Erwartungen zu trennen. Ich bin aber guten Mutes und weiß, dass wir unsere Schwächen durchaus überwinden, die entstandenen Grenzen und Mauern aufheben und gemeinsam wieder etwas Neues aufbauen können. Ich glaube, dass wir nur gemeinsam das meiste erreichen können. So freue ich mich auf das neue Jahr, ohne gesundheitliche Probleme, in Freundschaft und mit Energie, um weiter für unsere bedürftigen Landsleute im Exil zu arbeiten. In der Freundschaft und dem Frieden, die wir in Polregio arbeiten.

Wir wünschen allen unseren Landsleuten Frieden und Gesundheit nicht nur über die Feiertage, sondern auch für das ganze nächste Jahr. Wir sehen uns im neuen Jahr, ohne die Schwierigkeiten, die jetzt so lästig sind.

Jurek Uske   

Aachen, Köln,  Essen, Wuppertal, Düsseldorf,  

grudzień   2020

 

Liebe Freunde, es hat funktioniert. Wieder einmal hat die polnische Gemeinschaft nicht versagt! Wir haben über 130 große Pakete und einen vollen Anhänger mit Kleidung. Sie haben sich unserer Aktion "Weihnachtspäckchen" angeschlossen: Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg, Staatskanzlei Verbindungsbüro der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Hörfunkredaktion Polenflug-Neo, Verbindungsbüro polnischer Organisationen, Literary Lounge, Polenladen Lukullus Berenbostel, Druckpoint-Hannover, Print Service Roj, Autoprofi GmbH, SC Polonia.

Dies ist eine äußerst wertvolle Unterstützung, für die wir sehr dankbar sind. Diese Aktion ist jedoch vor allem dank Ihnen, Einzelpersonen, wunderbaren Menschen aus Polonia, möglich. Sie sind großartig, und wir danken Ihnen im Namen der Obdachlosen sehr für all die super großzügigen Geschenke, für Ihr Herz.

 

Die Pakete werden sie am ersten Weihnachtstag erreichen, wir werden sicherlich einen kurzen Fotobericht von der Übergabe liefern

Sylwia Jasion (ArkaPol) i ks. Tadeusz Kluba (PMK)

 

So betitelte er seinen Leitartikel in der November-Ausgabe des in Hannover und Niedersachsen erscheinenden Straßenmagazins "Asphalt". Im November veröffentlichte die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die größte Tageszeitung der Stadt, eine Reihe von Publikationen über die Obdachlosigkeit in der Stadt, unter anderem über die Verdoppelung der Zahl der Todesfälle unter Obdachlosen im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Zusammenhang kündigte die Stadtverwaltung ein mehrjähriges Programm zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit an, für das mehrere Millionen Euro bereitgestellt wurden.

Niemand kennt die Realität der Existenz polnischer Obdachloser in Hannover so gut wie Sylwia Jasion, deren Engagement und Wirksamkeit der Aktionen zu ihren Gunsten hier legendär geworden sind. Sie war es, die 11 Männer aus diesem Umfeld auswählte, um an dem neunmonatigen Kooperationsprojekt "Sprache und Arbeit" teilzunehmen, das eine Chance für ein neues Leben darstellt. Das Ziel ist es, sie bis Ende April "von der Straße zu holen". Initiiert wurde es von den örtlichen sozialen Einrichtungen AWO und dem Magazin "Asphalt" unter Beteiligung der privaten Niedergerke Stiftung und der Stadt Hannover. Wie über das Protokoll hinaus wurde Sylwia zum mentalen Coach der Teilnehmer, da sie weiß, wie schwer es für Menschen mit dem Gepäck der sozialen Ausgrenzung ist, was ja die Erfahrung eines jeden Obdachlosen ist.

Inzwischen stehen Advent und Weihnachten vor der Tür. "Zum ersten Mal seit mehreren Jahren haben wir nicht die Möglichkeit, den Heiligen Abend für unsere Landsleute, die Obdachlosen, die Armen und die Einsamen zu organisieren", schreiben Sylwia Jasion (ArkaPol) und Pater Tadeusz Kluba (Polnische Katholische Mission) in einem Flugblatt, das seit Mitte November in Hannover verteilt wird.

Der Heilige Abend in Hannover, mit einer Oblate und Geschenken für Einsame und Obdachlose, ist bereits zur Tradition der örtlichen polnischen Gemeinde geworden. Seit Jahren beteiligen sich Privatpersonen und polnische Unternehmer an dem Projekt. Zum Beispiel Edyta Druckpoint, die jedes Jahr kostenlos Plakate und Flugblätter gestaltet und druckt. Ist der Inhaber des "Lukullus"-Ladens in Hannover-Berenbostel, der sich bereits an der diesjährigen Paketsammelaktion beteiligt hat. Der Kreis junger Familien, der sich um die Polnische Katholische Mission versammelt hatte, sorgte meist für die gemütliche Bewirtung und ein kleines Weihnachtskonzert. Und die Unterstützer ihrer Aktivitäten für die Obdachlosen, die sich um Sylwia Jasion scharten, packten meist über 100 Pakete aus den Geschenken, die sie von den Polonauten erhielten. Und dieses Jahr?

Die Pandemie-Warnungen erlauben es nicht, sich am Tisch zu treffen und die Waffel zu teilen. Trotzdem haben weder Sylwia noch Pater Tadeusz die Absicht, aufzugeben. "Wir haben uns entschlossen, die Weihnachtspäckchenaktion zu organisieren, weil wir in dieser besonderen Zeit auf Ihr gutes Herz und Ihre Solidarität zählen", schreiben sie in dem Flugblatt. Die Spenden werden vom 6. bis 13. Dezember in der PMK-Geschäftsstelle und im Lukullus-Berenbostel-Laden gesammelt, bei Bedarf auch beim Spender abgeholt. Kaum ist der Aufruf in die Welt gegangen (über soziale Kanäle, das Internet, über das Lokalradio PolenflugNeo), melden sich schon die ersten Spender, die sogar begeistert auf die neue Idee der Organisatoren reagieren.

Diese Solidarität weckt Respekt und Hoffnung. Besorgniserregend sind jedoch die in der Zeitschrift "Asphalt" veröffentlichten Beobachtungen von Sozialarbeitern, die zeigen, dass der ohnehin schon überdurchschnittlich hohe Anteil von Obdachlosen aus Polen in Hannover weiter zunimmt. Ein ähnliches Phänomen ist auch in anderen deutschen Städten zu beobachten. Die Analyse der Ursachen geht über diesen Text hinaus.

Umso wertvoller sind jedoch die Aktionen, die von der polnischen Gemeinschaft zum Wohle der Obdachlosen durchgeführt werden. Erinnern wir uns daran, dass jeder Obdachlose, egal welcher Nationalität, irgendeine Tragödie, ein zufälliges Drama hinter sich hat. Kein Mensch lebt freiwillig auf der Straße. Unsere Tätigkeit ist auch ein richtiges Signal für die Behörden und Mitbewohner Hannovers, das an den Beitrag der polnischen Gemeinschaft zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt und der Region als Arbeitnehmer, Steuerzahler und sozial engagierte Menschen erinnert.

Radio PolenflugNeo

Samo Życie nr 12/2020

www.samo-zycie.de

 

Noël-Gwiazdka-Weihnachten - ***Konzert von « Margaux und die BANDiten » feat. Mit einer verrückten Mischung aus Lieblings- und Weihnachtsliedern bringt das Online-Konzert von toi et moi und Margaux & die BANDiten weihnachtliche Stimmung direkt zu euch nach Hause. Lasst euch per Live-Stream auf eine musikalische Entdeckungsreise mitnehmen und genießt einen stimmungsvollen, deutsch-französisch-polnischen Abend! Ihr seid herzlich eingeladen, während des Konzertes im Chat live mit den MusikerInnen zu kommunizieren oder eine Nachricht zu hinterlassen.

Julia Klomfaß – voc, akk, mandoline, u.a.
Raphael Hansen – voc, git
Henning Brand – dr
Margaux Kier – voc
Stefan Rey – db
Jura Wajda – p, akk

11.12.2020 um 20.30 - 22.15 Uhr

Support über Tickets auf WWW.DRINGEBLIEBEN.DE - bitte Email angeben. (wsparcie imprezy przez mail+paypal lub przekaz)

https://dringeblieben.de

Vom 6. bis 8. November 2020 lud das EMiGRA-Festival zum achten Mal Polen in Polen und im Ausland zu einer Filmreise rund um die Welt ein, aber diesmal ist es die erste Online-Filmreise. Für unsere Landsleute im Ausland organisierten wir ausländische Sonderausgaben von 8 EMiGRA - 21.11.20 - EMiGRA Lviv, 28.11.20 - EMiGRA Chicago, 5.12.20 - EMiGRA Berlin, 12.12.20 - EMiGRA London und 13.12.20 - EMiGRA Vilnius.

Programm des 8. Festivals EMiGRA 2020 Berlin ONLINE

SprachCafe Polnisch Berlin - www.emigra.com.pl

5. Dezember 2020 - Samstag - 15.00 - 23.00

 

Willkommen zum Wochenende mit dem 8. EMiGRA 2020 Festival online -

12. Dezember in London und 13. Dezember

in  Wilno www.emigra.com.pl 

Direktor des Festivals

Agata Lewandowski

 

Deutsch-Polnischer Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2021 mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 25.000 Euro ausgelobt – Woiwodschaft Westpommern stiftet den Preis „Journalismus in der Grenzregion“ – Anmeldefrist: 31. Januar 2021

Der Wettbewerb um den Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis ist eröffnet. Erneut sind Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000 Euro ausgelobt. Beiträge können in den folgenden Kategorien eingereicht werden: Print, Hörfunk, Fernsehen, Multimedia und „Journalismus in der Grenzregion“. Die Sieger werden nach bisheriger Planung bei der Gala am 27. Mai 2021 in Stettin prämiert. Die Medientage finden, wenn die epidemische Lage es zulässt, am 27./28. Mai 2021 statt.

Die eingereichten Veröffentlichungen sollen das Zusammenleben in der Europäischen Union fördern. In den Beiträgen können sämtliche Aspekte des deutsch-polnischen Verhältnisses thematisiert werden. Besonders erwünscht sind Beiträge mit einem Bezug zur aktuellen Entwicklung im Nachbarland. Aber auch Artikel und Sendungen, die sich mit der schwierigen gemeinsamen Geschichte auseinandersetzen, haben eine Chance, prämiert zu werden. Die Organisatoren erinnern an die seit dem vorangegangenen Wettbewerb gegebene Möglichkeit, mehrere Beiträge für den Wettbewerb einzureichen – wie es die Teilnahmebedingungen vorsehen. Frist für die Einreichung von Wettbewerbsbeiträgen ist der 31. Januar 2021.

Olgierd Geblewicz, Marschall der gastgebenden Woiwodschaft Westpommern, erklärte heute anlässlich der Auslobung des Wettbewerbs: „In diesem Jahr war der Deutsch-Polnische Journalistenpreis sehr begehrt – 181 Werke wurden im Wettbewerb eingereicht. Schade, dass die epidemiologische Lage direkte Treffen zu den Medientagen durchkreuzte. Die Diskussionen, der Erfahrungsaustausch und die Workshops wurden in den virtuellen Raum übertragen. Wir wissen aber genau, dass dies die direkten Beziehungen nicht ersetzen kann. Deshalb hoffe ich sehr, dass die nächste Auflage des Wettbewerbs trotz aller Schwierigkeiten auf gleichermaßen große Resonanz stößt. Es gibt viele Themen – uns scheint sogar, dass diese schwierigen, anspruchsvollen Zeiten der Pandemie neue journalistischen Themen bieten. Die Medientage werden in Stettin stattfinden. Wenn das Coronavirus es zulässt, sehen wir uns in der wunderschönen Hauptstadt Westpommerns. Ich lade Sie zur Teilnahme herzlich ein!"

Stifter des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises 2021 sind die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die sechs Partnerregionen: die drei Woiwodschaften – Westpommern, Lebus und Niederschlesien – und die drei Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Sachsen. Der Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion“ wird durch die Woiwodschaft Westpommern gestiftet. Die Robert Bosch Stiftung unterstützte den Preis von 2007 bis 2019.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Beiträge in allen Kategorien über das Online-Registrierungssystem anmelden.

Die aktuellen Teilnahmebedingungen, das Online-Bewerbungsformular sowie weitere Möglichkeiten der Einreichung von Beiträgen finden Sie auf der Webseite des Preises: http://medientage.org/kategorie-teilnahmebedingungen-2021,523.html.

Kontaktdaten bezüglich der deutschen Beiträge:

Frieda Pirnbaum

Büro des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises

Tadeusz-Mazowiecki

Sächsische Staatskanzlei

Archivstraße 1, 01097 Dresden
Tel.: + 49 351 81609-48

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontaktdaten bezüglich der polnischen Beiträge:

Magdalena Przedmojska

koordynatorka projektów
Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej

ul. Zielna 37, 00-108 Warszawa
Tel.: + 48 (22) 338 62 73
Fax: + 48 (22) 338 62 01
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Politische Meilensteine in den deutsch-polnischen Beziehungen Anlässlich des 50. Jahrestags blickt ein Online-Symposiumam 7. Dezember 2020 um 11:00 Uhr auf die historischeund aktuelle Bedeutung der beiden Ereignisse.

Das Bild vom knienden Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Dezember 1970 vor dem Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos ist als Ikone in das politische Gedächtnis eingegangen. Und auch der am gleichen Tag unterzeichnete Warschauer Vertrag markiert einen Meilenstein in den deutsch-polnischen Beziehungen, aber ebenso eine Kreuzung ganz unterschiedlicher Entwicklungspfade, ist Endpunkt und Neuauftakt zugleich.

Das Online-Symposium setzt sich mit den verschiedenen Perspektiven auf diese Ereignisse auseinander und fragt darüber hinaus nach ihrer Relevanz für aktuelle politische Herausforderungen: Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der westdeutschen, ostdeutschen und polnischen Perspektiven auf den Kniefall und auf den Warschauer Vertrag, und wie haben sich diese Perspektiven im Laufe der Zeit verändert? Welche Bedeutung kommt dem Kniefall heute noch für die deutsch-polnischen Beziehungen zu, auch im Hinblick auf aktuelle historische Streitfragen? Welchen Stellenwert besitzt der Warschauer Vertrag als wichtiger Bestandteil der Entspannungspolitik gegenwärtig als Modell für den Umgang mit Spannungen und Interessengegensätzen in Europa?

Das Symposium wird eröffnet vom ehemaligen polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski und vom ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. Zu den weiteren Diskutanten zählen Nils Schmid MdB, der Sejm-Abgeordnete Andrzej Szejna, der ehemalige polnische Außenminister Adam Daniel Rotfeld sowie der ehemalige Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit und MdB Karsten Voigt. Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert von der Aleksander-Kwaśniewski-Stiftung „Amicus Europae“, der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, dem Deutschen Polen-Institut und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen.

Die Veranstaltung wird in deutscher und polnischer Sprache simultan gedolmetscht:

DEUTSCH: www.facebook.com/deutschespoleninstitut/

POLNISCH: www.facebook.com/FESWarschau

ORIGINAL (ohne Übersetzung): https://zoom.us/webinar/register/WN_A9DoauTwSwWvxIQSBHrThQ (Anmeldung erforderlich, begrenzte Teilnehmerzahl)

 

Weitere Informationen zum Online-Symposium finden Sie unter www.deutsches-polen-institut.de/willy-brandts-kniefall-und-der-warschauer-vertrag

Nordrhein-Westfalen ist eine Kulturlandschaft, in die, das Polnische seit dem 19. Jahrhundert eingeschrieben ist. Polinnen und Polen sind ein integraler Bestandteil von Nordrhein-Westfalen. Integration kommt vom lateinischen "Verschmelzen". Die polnischen Frauen haben ihre Kräfte und Ressourcen gebündelt und werden sich nun zum Wohle der Migrantinnen und Migranten in NRW einsetzen.

Joanna Szymanska:"Wir werden hier und jetzt arbeiten: in Aachen, Dorsten, Düsseldorf Essen, Köln, Münster und schließlich in Nordrhein-Westfalen. Hier leben wir, hier arbeiten wir, hier gründen wir Familien, hier gehen unsere Kinder in Kindergärten und Schulen, hier zahlen wir endlich Steuern – aus den u.a. die Integrationsräte finanziert werden. Integrationsräte denen wir seit dem 13.09 angehören!  Wir, Frauen, Migrantinnen polnischer Herkunft, jede aus einer anderen Stadt in Polen und jede aktiv in einer anderen Stadt in Deutschland. Scheinbar unbekannt und doch so nah zueinander, nahe beieinander durch das Prisma der kulturellen Identität und das Bedürfnis der bürgerlichen Partizipation" - Joanna Szymanska, neu gewähltes Mitglied des Aachener Integrationsrates, Liste: „Info-Point. Bürgerinnen und Bürger für Aachen“. Projektleiterin des Info-Points Polregio - Netzwerk Sozialer Strukturen in NRW - Maßnahme zur Stärkung der Kompetenzen von Auslands-Polen – ein Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, Partizipation und Integration für Menschen mit polnischem Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen“. 

Partizipation und strukturelle Integration sind der Pfeiler, die Mission und das unbedingte "must have" dieses Projekts, das seit 2019 realisiert wird.  In der Tat legt dieses Projekt den Grundstein für das, was wir gemeinsam erreicht haben, der Info-Point war der Ausgangspunkt. Joanna Szymanska lebt seit Mitte 2017 in Aachen, Politikwissenschaftlerin und Sprachwissenschaftlerin, Trainerin und Coach, derzeit Doktorandin an der RWTH Aachen in der Fakultät für Politikwissenschaft, mit der Leidenschaft und dem Grundbedürfnis von Sozialpolitikern, Ioans Ehefrau, Mama von Zosia und Józefinka.

 Joanna Dziekan-Elies: "Integrationsratswahlen haben in Deutschland eine fast 50-jährige Tradition. In meiner Stadt Dorsten, fanden sie allerdings zum ersten Mal statt. Ich lebe seit über 22 Jahren in Dorsten, einer Stadt mit etwa 88.000 Einwohnern. Ich lebe in Dorsten lautlos. Die Informationen über die Projekte der Stadt für Migrantinnen und Migranten haben mich nie direkt beschäftigt; die Medien haben darüber kaum berichtet – somit war alles unsichtbar, auch ich war unsichtbar.

Ich arbeite seit 19 Jahren als Erzieherin, mit jungen Menschen. Seit 19 Jahren arbeitete ich interkulturell, ich weiß, dass wir Migrantinnen und Migranten ein großes Potenzial und eine große Kraft haben, um die Migrationspolitik, die Kultur- und Sozialpolitik der Städte, in denen wir leben, zu beeinflussen. Gerade diese Gelegenheit wollte ich nicht verpassen. Als unabhängige Kandidatin für den Dorstener Integrationsrat wollte ich uns Migrantinnen und Migranten als Ressourcen zeigen, und nicht die Problembereiche Deutschlands. Aus dem Schatten tretend, zeigen wir die vielen Facetten der Migrantinnen und Migranten, die seit Jahren in Deutschland leben. Sehr viele von uns sind in verantwortungsvollen Berufen tätig und tragen unermüdlich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Unsere Teilnahme an den Integrationsratswahlen zeigt unterschiedliche nationale Identitäten und spiegelt den multikulturellen Querschnitt der Gesellschaft wider. In Dorsten habe ich als einzige Vertreterin der EU-Länder die Ehre, das Gesicht Europas zu sein" - Joanna Dziekan-Elies, Mitglied des Dorstener Integrationsrates.

Karolina Chadzińska, neu gewähltes Mitglied des Düsseldorfer Integrationsrates für die Liste „Info-Point. Polen in Düsseldorf“. Sie ist ausgebildete und leidenschaftliche Deustchlehrerin und die Früh- und Vorschulpädagogin, seit September Koordinatorin des "Info-Point Polregio" in Düsseldorf. Privat eine glückliche Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern.

"Meine berufliche Laufbahn war immer mit der deutschen Sprache verbunden. Als 22-jähriges Mädchen begann ich im Ausland als Übersetzerin für Deutsch zu arbeiten. Im Juni 2019 sind wir mit der ganzen Familie nach Düsseldorf gezogen. Kurz bevor wir aufbrachen, wusste ich, dass ich hier auf eine Mission gehen würde - "Ich will helfen! Im Juli 2020 beendete ich die Arbeit an meinem ersten Buch "Nach Deutschland... Und wie geht es weiter?", das eine Sammlung meiner eigenen Gedanken und wertvoller Ratschläge ist und für diejenigen geschrieben wurde, die planen, nach Deutschland umzuziehen.

Für mich ist es besonders wichtig, dass Migrantinnen und Migranten ihre Rechte kennen, wissen, wo sie Hilfe bekommen können, Zugang zu Broschüren in ihrer Muttersprache haben und Zugang zu Sprachkursen haben. Auch das Thema Alleinerziehende, denen geholfen werden sollte, kann mir nicht gleichgültig sein. Um unser Leben hier besser zu machen!

"Der Erfolg unserer Wahllisten ist der Beginn einer Politik von neuer Qualität und deutlicherer Präsenz polnischer Migrantinnen und Migranten in der Kommunalpolitik. In Essen haben alle 5 Listenmitglieder zu diesem Erfolg beigetragen - ohne den parteipolitischen Hintergrund und dementsprechend Parteibudget.  Es ist uns gelungen unabhängige Listen zu erstellen, bestehend aus dialogbereiten Menschen, die erfolgreich in die Integrationsräte eingetreten sind und werden Stimme aller Migrantinnen und Migranten sein.

Die Info-Point-Listen führten eine Kampagne unter dem Motto: "Wir wollen Ihre Stimme in unserer Stadt sein". Und dies fasst die Annahmen, die wir für diese Amtszeit haben, am besten zusammen.

Das Projekt "Info-Point" hat uns bewusst gemacht, mit wie vielen und vielfältigen Problemen unsere Landsleute konfrontiert sind. In jedem Fall stehen andere Einwanderergruppen vor ähnlichen Schwierigkeiten. Deshalb glauben wir fest daran, dass wir viele dieser Probleme durch Dialog lösen können, vor allem durch Mitgestaltung dieser Lösungen, durch Teilnahme hier und jetzt.

Magdalena Kowalska, neu gewähltes Mitglied des Integrationsrates für die Info-Point-Liste. Polinnen und Polen für Essen.

Magdalena Kowalska - Koordinatorin des Info-Point Polregio in Essen. Politikwissenschaftlerin von Ausbildung, Marketing- und Kommunikationsspezialistin von Beruf, mit über zehn Jahren Erfahrung im Bereich Marketing, Kommunikation und Social Media in vielen Branchen (u.a. FMCG, chemische Industrie, E-Commerce, Personalvermittlung, Marketing Service).

Privat eine Mutter und Ehefrau, eine Bewunderin von Antiquitäten und der Zero-Waste-Philosophie. "Ich kam aus Liebe nach Deutschland, als mein Mann ein lukratives Jobangebot in Essen bekam, um die Familie zusammenzuhalten. Aber ich habe hier ebenso meinen Platz gefunden".

Anna Klimaszewska-Golan, LL.M., polnisch-deutsche Juristin, seit 20 Jahren in Köln, Sozialaktivistin, Koordinatorin des "Info-Point- Köln", neu gewähltes Mitglied des Integrationsrates der Stadt Köln im Namen der Polnisch-Deutschen Liste.

"Was wir gemeinsam in nur 6 Wochen des Informations- und Wahlkampfes erreicht haben, ist ein großer Erfolg, der dem gesamten Team des Info-Point Polregio zu verdanken ist. Das Ziel unseres Projekts ist es, ein Pilotunterstützungsangebot zu schaffen, das auf dem Fachwissen von Experten aus den Bereichen z.B. Recht, Linguistik, Psychologie, Sozialpädagogik usw. basiert. Wir helfen Polinnen und  Polen in vielen Bereichen, hier in Nordrhein-Westfalen sind es rund 800.000. Soziale Probleme betreffen uns alle und betreffen alle Bereiche des täglichen Lebens, von mangelnden Deutschkenntnissen, Arbeitsfragen, Behördenangelegenheiten, Arbeitslosigkeit, Problemen bei der Ausbildung von Kindern, Versicherungen, mangelnder Anerkennung von Diplomen bis hin zu Problemen im Alter - mangelnde medizinische und soziale Versorgung und viele andere. Hinzu kommt, dass Frauen, die nicht erwerbstätig sind, in einer schrecklichen Lage sind und es ihnen an Kenntnissen der deutschen Sprache mangelt, wenn auch nur in geringem Maße. Man muss uns endlich zuhören, aber es ist harte soziale und freiwillige Arbeit, Schritt für Schritt, aber sicherlich auf den Punkt gebracht" - Anna Klimaszewska-Golan.

"Mein Name ist Beata Arabasz und ich komme aus Bydgoszcz. Vor 20 Jahren habe ich Münster für meine neue Heimat gewählt. Dort wurde ich zum zweiten Mal im Namen der Liste „Gemeinsam“ für den Integrationsrat der Stadt Münster gewählt. Ich habe mich entschieden, zur Wahl zu kandidieren, weil es für mich wichtig ist, dass Polinnen und Polen im Ausland wieder positiv wahrgenommen werden. Ich möchte auch Frauen vertreten.

Es ist eine Priorität, dass Einwandererfamilien die gleichen Bildungschancen haben und der Stadtrat mehr gut ausgebildete Migranten beschäftigt.

Ich möchte, dass Münster eine offenere Stadt ist, ohne Rassismus und Ausländerhass. Ich werde mein Bestes tun, um sicherzustellen, dass jeder, der Münster für seine neue Heimat wählt, sich im obigen Sinn fühlt.

Ich vertrete alle Migrantinnen und Migranten in Münster, aber das Wohl der Polinnen und Polen liegt mir am meisten am Herzen. Ich möchte, dass in den nächsten 5 Jahren meiner Amtszeit mehr polnische Kulturveranstaltungen und Treffen im Sinne politischer Bildung in der Stadt stattfinden. Ich hoffe, dass es in den beratenden Ausschüssen auch Polinnen und Polen geben wird! - Beata Arabasz, Mitglied des Integrationsrates von Münster im Namen der Liste „Gemeinsam“.

Fwpn termin2020

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit schätzt die deutschen und polnischen Journalisten und Journalistinnen, die insbesondere heute zur besseren Kondition unserer Gesellschaft beitragen. Das Ziel der Ausschreibung ist die Förderung von Journalisten und Journalistinnen, deren Arbeiten die Deutschen und Polen auf neue Herausforderungen vorbereiten und einen Beitrag zur Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen leisten.

Bewerbungsfrist: 20. November 2020

Die Einladung richtet sich an deutsche und polnische Journalisten und Journalistinnen, die Artikel oder Reportagen (in Presse, Radio, Internet, Fernsehen), Fotoreportagen oder Bücher insbesondere zu folgenden Themenbereichen vorbereiten:

  • neue Herausforderungen für deutsch-polnische Zusammenarbeit in der neuen politisch-gesellschaftlichen Situation in Europa und in der Welt;
  • Zivilgesellschaft in Europa;
  • Alltag der Zusammenarbeit in Grenzgebieten;
  • ökologisches Bewusstsein, auch im Kontext der europäischen Energiepolitik

Die finanzielle Unterstützung kann Recherchekosten zu Zeitungsartikeln, Büchern, Radio- oder Fernsehreportagen sowie Internetpublikationen in Deutschland, Polen oder deren Nachbarländern decken.

Am Wettbewerb können Journalisten und Journalistinnen mit Berufserfahrung, die ihren festen Wohnsitz in Deutschland oder Polen haben, teilnehmen.

Das Stipendium beträgt maximal 2 500,-€ (die Höhe ist abhängig von der Art der Recherche).

Erforderliche Dokumente für einen Stipendienantrag:

  • Lebenslauf und eine prägnante Publikation;
  • Konzeption des geplanten Vorhabens (max. 4 000 Zeichen);
  • Rechercheplan (max. 2 000 Zeichen);
  • Kostenplan

Die Unterlagen können in deutscher oder polnischer Sprache eingereicht werden. 

Unterlagen sind – ausschließlich in elektronischer Form – bis zum 20. November 2020 an folgende Adresse zu richten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Joanna Czudec: Tel.: +48 22 338 62 65, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

"Journalismus in der Krise. Online-Kommunikation als Weg zur Stärkung von Polonia?" ist das Thema eines Workshops, den Polregio e.V. aus Aachen, am ersten Oktoberwochenende dieses Jahres am GSI in Bonn organisiert hat. Gast des Workshops war Thorsten Klute, der Beauftragte für Polonia im Land Nordrhein Westfalen.

Ziel des diesjährigen Workshops war es, die soziale und mediale Situation der polnischen Gemeinschaft vorzustellen und die Forderungen des Kongresses der jungen polnischen Gemeinschaft 2019 zu evaluieren. Im Hinblick auf die Pandemieeinschränkungen wurde das Online-Medienangebot und seine Nutzung für die Partizipation und Vernetzung der polnischen Gemeinschaft diskutiert.

Die aktuellen Möglichkeiten des Polnischunterrichts an den Schulen im Rahmen der so genannten HSU wurden von Anieszka Siemasz-Kałuża und Grażyna Schuffker-Kamień vorgestellt und der Aktionsplan der "Konferenz d.s.Języka Polskiego" für die einzelnen Bundesländer diskutiert.

Am Beispiel der Initiative "Info-Point-Polregio in NRW" stellte Joanna Szymańska das Thema Bürgerbeteiligung in öffentlichen Gremien und die Einbindung der polnischen Gemeinschaft in das politische Leben in Deutschland vor. Barbara Lange von der Frankfurter Initiative "Give a Sign" skizzierte das Programm des Wahlkampfes zur hessischen Landtagswahl 2021.

Während des Workshops wurden die Teilnehmerinnen mit einer Frage zu Social Media konfrontiert. Sie lernten die Kommunikationsformen und -strategien von Dr. Adrianna Tomaczak in ihrem Blog "Emigration for Success" kennen, in dem sie die Profile polnischer Frauen im Exil präsentiert und versucht, eine Definition zu erstellen, wer die Empfängerinnen der Blogs sind.

Im Rahmen des Workshops wurden zwei Medienprojekte vorgestellt, die aus der Vereinbarung "Runder Tisch" vom 10. Juni 2014 hervorgegangen sind: Das von Dr. Jacek Barski gegründete Portal "Porta Polonica", das die historische Präsenz der Polen in Deutschland dokumentiert, wurde von Dr. Katarzyna Salski vorgestellt. Dann stellten der Präsident von "Polregio" und der Herausgeber von "Polonia Viva" Wiesław Lewicki eine Bewertung des Internetauftritts der polnischen Gemeinschaft in Deutschland vor.

Magdalena Kowalska führte die Teilnehmer in die Geheimnisse von Facebook für Fortgeschrittene ein und wies auf die Vorteile der Kommunikation von FB-Gruppen und die Risiken des Datenmissbrauchs für kommerzielle Zwecke hin.

An beiden Abenden des Workshops gab es lebhafte Diskussionen zum Thema gefälschte Nachrichten, geleitet von Jacek Tyblewski, Chefredakteur von COSMO "Radio auf Polnisch", und Dr. Kamila Scholl-Mazurek vom polnischen Sozialrat in Berlin stellte soziale und gesellschaftliche Projekte auf Bundesebene vor.

Anna Golan, LL.M. Prawnik polsko-niemiecki / Köln, 02.11.2020

Projekt wurde gefördert durch:

 

Der November ist ein besonderer Monat, in dem wir nicht nur der Angehörigen der Verstorbenen gedenken, sondern auch während der Spaziergänge durch die Friedhofsgassen werden wir von den Reflexionen über unseren eigenen Tod überwältigt. Nachstehend ein Interview mit Claudia Daniel, Sozialarbeiterin in einem Altersheim, Absolventin des Ausbildungskurses "Begleitung des Todes".

Was hat Sie dazu bewogen, einen solchen Kurs zu belegen?

Meine Betreuten sind Menschen, die den letzten Abschnitt ihres Lebens in einem Pflegeheim verbringen. Es ist sehr schwierig, sich in einer Situation wiederzufinden, die mit dem Tod eines Menschen zusammenhängt. Ich erwartete, dass mir die Ausbildung dabei helfen würde.

Wofür ist das aus dieser Schulung gewonnene Wissen nützlich? Sind Sie ein professioneller "Schrei" danach geworden?

Weinend ist eine Frau, die früher eingestellt wurde, um Verzweiflung zu zeigen und den Tod eines anderen zu betrauern. Meine Arbeit hat offensichtlich nichts mit diesem Verhalten zu tun. Seit achtzehn Jahren begleite ich ältere Menschen, die sich mehr oder weniger bewusst auf den Tod vorbereiten. Oft, wenn der Tod über sie hereinbricht, spüre ich ihr Dahinscheiden, und manchmal vergieße ich eine Träne, aber das ist nicht meine "berufliche Pflicht". Die Ausbildung, an der ich teilgenommen habe, hat mir in der Tat geholfen, die Theorie und die Denkphasen eines auf den Tod wartenden Menschen kennen zu lernen, aber vor allem hat sie mich gelehrt, zwischen dem Wunsch zu helfen und dem Wunsch zu begleiten zu unterscheiden. Heute weiß ich, dass ein Betreuer nicht in der Lage ist, "die Last zu übernehmen", aber er kann mit seiner Anwesenheit helfen.

Was ist diese Präsenz?

Ein Sterbender ist sich selten des Fortschritts der in ihm stattfindenden Veränderungen bewusst und überträgt die einzigen kodierten Botschaften an die Umwelt. Die Begleitperson sollte in der Lage sein, diese Botschaft zu lesen und auf ihr Verhalten anzuwenden. Menschen wollen im Kreise ihrer Lieben sterben, sei es ein Familienmitglied oder jemand, der stark genug ist, diesen letzten Lebensabschnitt gemeinsam mit ihnen zu überwinden. Viele haben Angst vor möglichen körperlichen Schmerzen. Meine Rolle besteht oft darin, seine Hand zu halten, seinen Kopf zu streicheln, sein Gesicht sanft zu berühren, still oder leise zu beten. Manchmal lese ich, manchmal mache ich die Musik. Ich versuche, die Prozesse der Pubertät bis zum Tod zu respektieren.

Und wie war es vor der Teilnahme an dem Kurs? Haben Sie sich schon einmal in den Tod begleitet?

Ich habe sehr unangenehme Erinnerungen daran. Es war ein paar Monate, nachdem ich zu arbeiten begann. Ich ging in das Zimmer, in dem sie im Sterben lag, an Krebs erkrankt. Ich war unvorbereitet und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Ich sprach mit ihr über ihre schönen Augen, aber etwas sagte mir, dass sie nicht zuhören wollte. Ich hatte schreckliche Angst vor meiner Hilflosigkeit. Ich verabschiedete mich recht schnell und verließ den Raum. Einige Zeit später unterrichtete ich mit anderen auf derselben Etage, und ich dachte immer wieder an sie, ich wollte immer noch dorthin zurückgehen.... Ich habe es nicht geschafft, sie starb, bevor ich den Unterricht beendet hatte.

Ist sie allein gestorben?

Ja.

Sind Sie jetzt immer mit dem Sterben bis zum Ende dabei?

Meine anderen beruflichen Pflichten lassen das nicht immer zu. Ich kann die anderen Bewohner nicht auf den Unterricht warten lassen und zu der sterbenden Person gehen und bei ihr bleiben. Manchmal ist ein Familienmitglied anwesend. Ich versuche jedoch jeden Tag, in ihr Zimmer zu gehen, und begleite sie wenigstens ein paar Minuten.

Können Sie nach einer solchen Erfahrung normal nach Hause gehen, Abendessen kochen, aufräumen, fernsehen, mit Ihren Haushaltsmitgliedern sprechen?

Das Training, an dem ich teilgenommen habe, hat mir geholfen, mich nicht emotional zu engagieren. Es funktioniert jedoch nicht immer, vor allem dann nicht, wenn jemand stirbt, der mir besonders am Herzen lag. Ich versuche, die Besonderheiten des Altersheims und dieser natürlichen Rotation zu verstehen. Abgesehen von der sterbenden Person warten auch mehrere Dutzend Menschen auf ein Gespräch, Unterricht, ein Lächeln, Trost. Ich habe jedoch oft die Gesichter von Menschen vor Augen, die ich im Sterben begleitete. Dies darf nicht vergessen werden. Dennoch ist es eine starke psychische Belastung.

Sprechen Ihre über achtzigjährigen Bewohner oft über den Tod? Bereiten sie sich darauf vor?

Viele Häftlinge leiden an Demenz. Daher ist der Kontakt mit ihnen schwierig. Diejenigen, die sich dessen voll bewusst sind, sprechen natürlich darüber, wer gestorben ist und wer "noch" um sie herum lebt. Sie beziehen sich jedoch selten auf den Tod in Bezug auf sich selbst. Sie sprechen oft davon, dass diese 80 Jahre wie ein Wimpernschlag vergangen sind. Sie erinnern sich daran und reflektieren darüber.

Sagen sie, wie sie gerne sterben würden?

Manchmal äußern sie nur den Wunsch, der Tod möge in einem Traum zu ihnen kommen, ohne Schmerz, ohne Bewusstsein und ohne Leiden.

Halten Sie sich für eine starke Person im Angesicht des Todes eines anderen? Können Sie spüren, wenn er sich nähert?

Bei älteren Menschen können Sie einige Symptome des nahenden Todes sehen. Ich arbeite in einem Altersheim, deshalb begleite ich immer wieder Menschen, die ihr Leben bereits erfüllt haben. Ich spüre die Kraft, sie in diesem letzten Akt zu unterstützen.

Unterscheidet sich das Sterben voneinander? Ist Ihr Verhalten bei verschiedenen Menschen unterschiedlich?

Das Sterben ist fast immer dasselbe. Es ist ein Akt des langsamen Dahinscheidens. Auch meine Begleitschaft ist immer die gleiche. Ich bin anwesend und versuche, die Kraft zu haben, an diesem Punkt zu schweigen und die Sterbenden nicht zu stören. Ein Mann in den letzten Geistesblitzen fühlt meine Hand und drückt sie zusammen... als ob diese Berührung oder diese Anwesenheit seine letzte Hoffnung wäre. Ich bin ihm in diesem Augenblick am nächsten.

Denken Sie auch an Ihren Tod?

Ich weiß, dass ich nicht allein weggehen will.

 

Interview von Leonard Paszek

Wenn Tausende von Frauen und Männern auf die Straße gehen und die Medien über die Proteste in Polen schreiben, wollen wir unsere Empörung mit der ganzen Welt teilen. Aber wie können wir unseren Freunden aus dem Ausland erklären, was in Polen tatsächlich geschieht? Wenn Ausländer uns fragen, was los ist? Bis zu welchem Punkt in der Geschichte müssen wir in unserer Erzählung zurückgehen, um die Gefahr zu erklären, in der sich die polnischen Frauen befinden?

Wahrscheinlich lohnt es sich, mit der Lösung von 1993 zu beginnen, die unter Schmerzen, inmitten der Protestschreie und Streitigkeiten erreicht wurde, als der so genannte Abtreibungskompromiss erreicht wurde. In einem Land, in dem sich eine große Mehrheit zum Katholizismus bekennt, war diese Lösung schwer zu erreichen. Aber es hat funktioniert. Und so hatten polnische Frauen mehrere Dutzend Jahre lang in 3 Fällen die Möglichkeit, ihre Schwangerschaft abzubrechen:

   -  wenn die Schwangerschaft eine Bedrohung für das Leben oder die Gesundheit der Frau darstellt (ohne jegliche Einschränkungen aufgrund des Alters des Fötus)

   -  wenn Forschungsergebnisse oder andere medizinische Indikationen auf eine hohe Wahrscheinlichkeit einer schweren und irreversiblen Beeinträchtigung des Fötus oder einer unheilbaren lebensbedrohlichen Krankheit hinweisen (bis der Fötus in der Lage ist, außerhalb des Körpers der schwangeren Frau selbständig zu leben),

   -  wenn ein begründeter Verdacht besteht, dass die Schwangerschaft das Ergebnis einer kriminellen Handlung ist (bis zu 12 Wochen ab Beginn der Schwangerschaft)

Es ist erwähnenswert, dass sich die medizinische Diagnostik im Laufe der Jahre sehr weiterentwickelt hat und wir heute mit 100%iger Sicherheit sagen können, ob der Fötus geschädigt ist und schwere genetische Defekte hat.

Im Laufe der Jahre haben verschiedene Regierungen versucht, entweder das Gesetz  zu verschärfen, oder auch  das Gesetz zu liberalisieren. Aber keiner der beiden Seiten ist es gelungen. Bis dato. Die Regierungspartei und ihre Anhänger nach erfolglosen Versuchen, das Abtreibungsgesetz in Polen zu verschärfen, beschlossen, den parlamentarischen Weg zu umgehen und statt der gesetzgebenden Gewalt die Justiz einzusetzen.

Nach der umstrittenen und von den Verfassungsrechtlern angefochtenen Änderung der Zusammensetzung der Richter im Verfassungsgerichtshof und nachdem im Verfassungsgericht u.a. die umstrittene Abgeordnete Pawłowicz oder die Ehefrau des polnischen Botschafters in Berlin, Richterin Przyłębska (vielen polnischen Aktivisten und Organisationen bekannt), vertreten waren, sollte der Erfolg dieses Verfahrens gewährleistet werden.

So gelang es der Regierungspartei am 22. Oktober 2020, ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes (TK) herbeizuführen, in dem festgestellt wird, dass die Bestimmungen über den so genannten Schwangerschaftsabbruch bei Verdacht auf Krankheit oder Behinderung eines Kindes (Gesetz von 1993) mit der polnischen Verfassung von 1997 unvereinbar sind. Der Antrag, sie für illegal zu erklären, wurde dem TK von einer Gruppe von Mitgliedern von PiS vorgelegt. Das Urteil wurde von einer Mehrheit der Richter des TK gefällt.

Wir kennen den allgemeinen Kontext. Und was bedeutet das Urteil der TK für Frauen (und nicht nur)?  Dass Frauen auf subjektive Weise behandelt wurden, dass ihnen das Recht auf Entscheidung, auf Selbstbestimmung auch in den dramatischsten Fällen schwerer und irreversibler Beeinträchtigung des Fötus vorenthalten wurde. Frauen werden zur Geburt gezwungen, auch wenn es keine Chance auf einen deformierten, schwer kranken Fötus gibt.

Und hier kommt der im Internet kursierende Begriff: "Die Hölle der Frauen.“  Die Frauen werden zu einer heroischen Haltung gezwungen - unabhängig vom Zustand des Fötus (Hirn- und Schädellosigkeit, Vegetation, Mangel an grundlegenden inneren Organen usw.); die Schwangerschaft soll mit einer Geburt beendet werden, die Schwangerschaft     ist auszutragen, egal was. Selbst wenn das Baby schon lange tot ist oder nicht in der Lage ist, die Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten, stirbt es (oft unter Schmerzen!) innerhalb von Minuten, Stunden, vielleicht Tage nach der Geburt…

Die öffentliche Meinung wird durch die Propaganda der Regierung genährt, den Kampf gegen eugenische Abtreibung zu gewinnen (def. Eugenik: Verbesserung nachfolgender Generationen und Ausschluss "schwacher" Gene durch Artenselektion), und es geht um den Abbruch der Schwangerschaft aus embryologischen Gründen - wegen schwerer, irreversibler Defekte des Fötus oder einer lebensbedrohlichen Krankheit.

Und Achtung! - Eine Behinderung kann, wie u.a. von der Föderation für Frauen und Familienplanung hervorgehoben wurde, eine Folge einer irreversiblen Schädigung des Fötus sein, ist aber nach dem Gesetz keine eigenständige Abtreibungsprämisse.

Gemäß der Verfassung hat jeder Mensch das Recht auf Gesundheitsschutz, einschließlich der psychischen Gesundheit. Frauen zu zwingen, eine Schwangerschaft auszutragen und ein Kind zur Welt zu bringen, das keine oder nur geringe Überlebenschancen hat und oft Schmerzen hat, verursacht Traumata und langfristiges psychisches Leiden. Die Verfassung sieht auch das Verbot von Folter und erniedrigender unmenschlicher Behandlung vor. Darüber hinaus ist Polen Unterzeichner internationaler Abkommen, darunter der Europäischen Menschenrechtskonvention, so dass es seine eigenen Vorschriften nicht in einer Weise gestalten kann, die der anerkannten Rechtsordnung widerspricht. Der polnische Staat untersteht der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und ist verpflichtet, die Urteile des Gerichtshofs zu vollstrecken.

Trotzdem werden die Polinnen durch das Urteil des Gerichtshofs dieser Rechte beraubt. Und die Perspektive von Frauen (und Vätern und Familien) wird vernachlässigt. Die so genannten "Verteidiger des Lebens" feiern Erfolge, obwohl man sie allenfalls als "Verteidiger der Geburt" bezeichnen könnte, denn die Proteste der Eltern behinderter Kinder, die 2018 die Parlamentskorridore besetzten, zeigten deutlich, dass sich keiner der Machthaber um ihr Schicksal nach der Geburt kümmert.

Und in Wirklichkeit geht es darum, ein Kind zu bekommen, egal wie deformiert und lebensunfähig es auch sein mag. Wie geht es weiter? Das ist es, womit sich diese "Verteidiger des Lebens“ sich nicht weiter beschäftigen wollen“.

Infolgedessen rollt eine Welle von Protesten gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes durch Polen und die Welt. In Groß- und Kleinstädten, auf der Straße und im Internet äußern empörte Frauen und Männer ihren Widerstand gegen die Handlungen der Machthaber.

Die Top-Ideen, die pro-life Milieus  zu vermitteln versuchen, nehmen den Frauen tatsächlich eine Menge Rechte in Bezug auf ihre Gesundheit und ihr Leben, und den Schwangerschaftsabbruch,  Föten, die kein Gehirn, keine Nieren, keinen Kopf und keine Überlebenschance haben, nennt man im Endeffekt: Eugenik und Töten.

Konservative und das polnische Episkopat bringen ihre Zufriedenheit mit der Entscheidung des Gerichts zum Ausdruck. Sie vergessen völlig, dass es in Polen auch Menschen mit anderen Weltanschauungen oder Überzeugungen gibt, die das Recht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Regierungspropaganda, die derzeit von den öffentlichen Medien in Polen betrieben wird, vergisst, dass es um das Recht auf Wahl geht. Es gab und gibt keinen Zwang zum Schwangerschaftsabbruch. Es gibt eine Wahl, die eine Frau (manchmal mit der Unterstützung ihrer Lieben, manchmal ohne) nach ihrem Gewissen trifft. Und das war's. Oder so viel:

W-A-H-L

Und es ist diese Wahl, die den polnischen Frauen vorenthalten wird. Die Protestaktionen dauern immer noch an. Die Polonia  protestiert in Berlin und vielen europäischen Städten.

Magdalena Kowalska

„Burtscheider Halbwahrheiten. Erforschte und erfundene Geschichten aus über eintausend Jahren.“ Moja najnowsza  książka to zbiór sześciu opowiadań osadzonych w historii ciekawego miejsce –opactwa Burtscheid, które należało do najważniejszych opactw Świętego Cesarstwa Rzymskiego (potem Narodu Niemieckiego).

Opactwo przetrwało do sekularyzacji w 1802 roku nakazem Napoleona, a więc przeszło 800 lat. Obok niego urosło miasteczko Burtscheid, które dopiero w 1897 roku zostało przyłączone do Akwizgranu – o którym to fakcie jeszcze wiele lat jego mieszkańcy informowali z niejakim niesmakiem. Burtscheid było również, podobnie jak Akwizgran kurortem, do którego zjeżdżali możni tamtych czasów, że tylko Giacomo Casanovę wspomnę.

Opactwo i miasteczko z ich niezmiernie ciekawą przeszłością zachęciły mnie do napisania tej książki – a mieszkańcy hojnie obdarowali informacjami. Co z tego powstało? – Przekonajcie się sami. Zapraszam do lektury!

Książka ukazała się w Eifeler Literaturverlag w Aachen czyli w naszym Akwizgranie.

https://eifeler-literaturverlag.de/produkt/burtscheider-halbwahrheiten/

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) ermöglicht die Begegnung und Zusammenarbeit junger Deutscher und Polen. Es finanziert und initiiert deutsch-polnische Jugendbegegnungen und unterstützt sie inhaltlich.

Das DPJW fördert Jugendbegegnungen, die so vielfältig sind wie die Interessen der Jugendlichen – von Theaterworkshops über gemeinsame Umweltschutzprojekte von Schulen bis zu Rasenhockeyturnieren. Für Organisatorinnen und Organisatoren von Jugendbegegnungen – Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen und das gesamte Leitungsteam – bietet das DPJW außerdem Fortbildungen, Konferenzen Seminare und Publikationen.

Das DPJW wurde am 17. Juni 1991 als internationale Organisation von den Regierungen der Bundesrepublik und der Republik Polen gegründet, zeitgleich mit der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Seit Bestehen des Jugendwerks wurden rund 80.000 Projekte realisiert, an denen mehr als 3 Millionen junge Menschen teilgenommen haben.

Aktuell:

Von diesem Jahr an wird für die nächsten 3 Jahre ein neues Thema unserer Tätigkeit "Bei mir und bei Ihnen. Lokaler Jugendaustausch", der sich der Jugendbegegnung im Rahmen der Kommunalzusammenarbeit widmet - mehr dazu erfahren Sie hier: https://pnwm.org/pnwm/temat-przewodni-pnwm/, und über das Programm, zu dem hier die Pressemitteilung erscheinen wird: https://pnwm.org/program-spotkania-mlodziezy-w-ramach-polsko-niemieckich-partnerstw-gmin-i-powiatow/.

Die neuesten Nachrichten vom PNWM:

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„Burtscheider Halbwahrheiten. Erforschte und erfundene Geschichten aus über eintausend Jahren.“  In sechs spannenden Episoden zwischen damals und heute, zwischen Fiktion und historischer Wirklichkeit, erkunde ich Geschichte der Reichsabtei und Stadt Burtscheid – oder »Botscheds« auf Öcher Platt.

Hier begegnen Sie geheimnisvollen Wolkenschleiern, die nachts durch die Flure des Abteitors huschen und lüsterne Gedanken verursachen, entdecken das heute als Musikbunker genutzte Bauwerk als dunklen, zwielichtigen und mitunter lebensgefährlichen Ort, lehnen sich gemeinsam mit der Äbtissin der einst mächtigen Reichsabtei Burtscheid gegen den brutalen Grafen der Frankenburg auf und schauen den Erbauern des Viadukts zwischen Burtscheid und Frankenberger Viertel über die staubigen Schultern.

Mein neuestes Buch erschien gerade im Eifeler Literaturverlag in Aachen.

https://eifeler-literaturverlag.de/produkt/burtscheider-halbwahrheiten/

 

Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben zwei Polinnen Sophie Delest und Beata Cholewa-Mazurowska ein Theaterstück über die deutsch- deutsche Teilung und Deutschland als Zuwanderungsland heutzutage erarbeitet.

Als 1989 Tausende DDR-Bürger über Prag und Ungarn in die BRD fliehen, fährt Ellen Schernikau in die Gegenrichtung und kommt nach 23 Jahren aus der BRD in ihre Heimat zurück. Sie beantragt die DDR-Staatsbürgerschaft, die sie im Oktober 1989 bekommt. Fünf Wochen später bricht das Land ihrer Sehnsucht zusammen.

Diese unglaubliche Geschichte nahm Sophie Delest als Ausgangspunkt für ihren Text, dass Basis für das Theaterstück „Zwischen den Welten“ diente. Der Koautor ist Andreas Moser, der u.a. bei der Übersetzung der auf Polnisch verfassten poetischen Teile des Gesamtwerkes half. Es war jedoch Beata Cholewa – Mazurowska, die Delest dazu überzeugte, zum Füller zu greifen und die von ihr in Deutschland erlebten, wie auch die in Gesprächen mit anderen Migranten gesammelten Geschichten zu beschreiben. Als die Idee reif war, den entstandenen Text über die Bühne mit der deutschen Gesellschaft zu konfrontieren, lud Delest Cholewa – Mazurowska als die 1. Regisseurin zur Mitarbeit ein. So entstand ein Theaterstück, das sich mit der Frage auseinandersetzt, was es bedeutet, Grenzen zu überschreiten, was es für den Einzelnen heißt, seine Heimat zu verlassen und in der Fremde neu zu beginnen, warum Menschen, die theoretisch die besten Voraussetzungen haben, sich in ihre neue Heimat einzuleben, dort nie so richtig ankommen und schlussendlich, warum sich manchmal Polen und Ostdeutsche besser als „Ossis“ und „Wessis“ verstehen. Unter die Lupe wurden vor allem die Menschen genommen, die oft die Sprache und die Kultur des Landes kennen. Es reicht schon, sich selbst Deutsche anzuschauen, die stellenweise beim Wechsel in ein anderes Bundesland Probleme mit dem Einleben haben. Dazu kommen die Ost–West und die Nord-Süd-Schwellen. Wie soll hier noch ein Ausländer klarkommen? Manchmal sind es nicht die Grenzen eines Staates, die gewisse Denkweisen voneinander unterscheiden. Man kann die Sprache und die Kultur des Landes gut kennen und trotzdem rennt man gegen Mauern. In diesem Stück wird der Fokus genau auf die West–Ost Problematik gelegt. Mit welchen Denkmustern werden Menschen aus diesen zwei Polen bei einem Treffen trotz der neuen politischen und ökonomischen Situation konfrontiert?

Delest interessiert vor allem, wie „unsichtbare Mauern“ in der deutschen Gesellschaft entstehen. Nach verschiedenen künstlerischen Projekten beschloss sie, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, warum Zuwanderer heutzutage in einem offenen Europa stellenweise mit ähnlichen Aussagen und Beurteilungen konfrontiert werden wie Ellen Schernikau vor über 50 Jahren in einem geteilten Europa. Ellens Geschichte ist auch der Ausgangspunkt für das Theaterstück, das jedoch keine traditionelle Aufteilung in Akte hat. Zwei Frauen erzählen parallel ihre Geschichten, die auf zwei Zeitebenen stattfinden. Die Geschichte der zweiten Protagonistin beginnt im Hier und Jetzt und endet im Jahr 2001, als sie sich als junges Mädchen vorstellt, was eine Auswanderung bedeuten könnte. In dieser Geschichte werden viele Situationen dargestellt, die sowohl die Textautorin selbst wie auch viele osteuropäische Migranten in Deutschland in den Jahren 2013-2019 erlebten.

Delest provoziert mit dem Blick, den sie für die thematisierte Problematik wählte. Sie enthüllt den Dreck unter den schön sanierten Fassaden. Sie gibt auch das Wort den Menschen, die oft nicht erhört werden. Sie präsentiert ein eher nicht akzeptiertes Narrativ über die DDR und die deutsch-deutsche Teilung. Gleichzeitig zwingt sie die Zuschauer zu einer Überlegung, ob die gegenwärtige Welt sich tatsächlich so sehr von der alten, mit einer grauen Mauer geteilten Welt unterscheidet. Weiter stellt sie die Fragen, ob wir in der jetzigen Welt wirklich frei sind und warum viele Migranten nach vielen Jahren oftmals sagen, dass Deutschland für sie keine neue Heimat geworden sei. Zum Schluss widerlegen Delest und Moser Klischees über Zuwanderer aus dem Osten, die nach Deutschland nur aus den ökonomischen Gründen kommen sollen.

Deutschland hat zweifellos in den letzten 70 Jahren unglaublich viel dafür getan, sich in ein Zuwanderungsland zu verwandeln. Und dennoch scheint es, dass irgendetwas nicht so ganz richtig funktioniert, dass etwas offenbar an der Basis nicht stimmt. Bestimmte Denkweisen scheinen sich seit Jahren nicht verändert zu haben. Woran liegt das? Jeder Migrant steht zwischen den Welten. Sein Herz wird die Welt wählen, in der er sich wie zu Hause fühlen kann. Was muss geschehen, damit man an fremden Orten sein Zuhause findet? Und letztendlich: Was für eine Gesellschaft sind Deutsche aus der Sicht anderer?

Delest will jedoch nicht nur mit dem Finger auf gewisse Probleme zeigen. In Diskussionen nach den Aufführungen und im Rahmen der Begleitevents wie Theaterworkshops oder Textanalyse beim Kaffee und Kuchen will zusammen mit dem Publikum überlegen, ob die unsichtbaren Mauern nur eine Einbildung der Zugekommenen seien und wenn nicht, dann, was man machen muss, um sie abzuschaffen. Schon die Arbeitsweise an dem Theaterstück zeigt, dass manchmal Grenzen zu überschreiten einfacher ist als gedacht. Das Stück über unsichtbare Grenzen entstand nämlich über den europäischen Grenzen. Die ersten Proben fanden in der letzten Lockdown Phase statt, als die Grenzen einiger Länder noch zu waren. Es gab einen Moment, als die Autorin, die Regisseurin und die Schauspielerinnen sich zu einem Moment in drei verschiedenen Ländern befanden und trotzdem gingen die Vorbereitungen rasch vorwärts. Die außergewöhnliche Determination des Produktionsteams und seine Kreativität in Finden der Lösungen in der neuen Epidemie-Realität lohnten sich. Die erfolgreiche Premiere mit der Diskussion mit Ellen Schernikau fand am 19.09.2020 in Braunschweig in Brunsviga statt. Den weiteren Spielplan kann man auf der Webseite des Veranstalters, des Deutsch – Polnischen Hilfsverein POLDEH e.V. in Braunschweig sehen: www.poldeh.de (die Registerkarte unten „Zwischen den Welten“)

Das Projekt wird von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, Sanddorf Stiftung und demokratie leben gefördert. Mittlerweile dauern auch Arbeiten an einem Kurzdokufilm über das Projekt. Die Filmvorführungen werden für den Anfang 2021 geplant. Realisierung dieses Teils des Projekts ist wieder dank der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, und weiter dank dem Kulturinstitut Braunschweig möglich.

Fotos: Rainer Strzolka

Besetzung: Jessica Hermann i Anne-Kathrin Ternité

 

Die 70. Berlinale war das letzte kulturelle Massenereignis in Deutschland vor dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020. Langsam versuchen wir, zum normalen Leben zurückzukehren, und die Zuschauer kehren in die Kinos zurück, nachdem sie die Antivirus-Einschränkungen befolgt haben. Es lohnt sich, an die polnischen Akzente bei der letzten und einzigartigen Berlinale zu erinnern. Außergewöhnlich, weil nach 18 Jahren der Leitung des Festivals durch seinen Direktor Dieter Kosslick, das von den Berliner Behörden an zwei Ausländer übergeben wurde - an die Niederländerin Mariette Rissenbeek, die viele Jahre lang German Films leitete, eine Institution, die sich mit der internationalen Förderung des deutschen Films befasst, und an den Italiener Carlo Chatrian, den ehemaligen Direktor des Filmfestivals von Locarno. Während der letzten Berlinale wurde eine Reihe von Neuerungen eingeführt - darunter eine neue Sektion - Encouters, in der Originalfilme gezeigt wurden, die bei den großen Filmfestspielen keine Chance gehabt hätten, aber der Gesamtcharakter der Berlinale als politisch engagiertes Festival blieb unverändert.

Auf der Website von Carlo Chatrian betreibt er als künstlerischer Leiter des Festivals seinen eigenen Blog, eine Art künstlerisches Tagebuch - Artistic Director's Blog. Es stellt sich heraus, dass einer der Regisseure, die einen großen Einfluss auf seine Wahrnehmung des zeitgenössischen Kinos hatten, Lech Kowalski war - ein Filmemacher polnischer Herkunft, der im Ausland lebte und in Polen völlig unterschätzt wurde. Lech Kowalski wurde in London als Sohn einer Familie polnischer Nachkriegsemigranten geboren. Seine Eltern in England fühlten sich als Außenseiter und zogen deshalb in die USA weiter. Lech sprach bis zu seiner Einschulung hauptsächlich Polnisch. Nach einer turbulenten Jugend und einem Studium in New York drehte Kowalski 1981 den Film Dead On the Arrival, der die letzte Amerika-Tournee der britischen Kultpunkband Sex Pistols zeigt.

In Gringo, 1984 gedreht, dokumentiert er seine Drogen-Selbstzerstörung in der Kälte so deutlich, dass der Film Teil der Anti-Drogen-Kampagne wird. Für seinen Film East of Paradise - Östlich des Paradieses, der die Geschichte des Überlebens seiner Mutter erzählt, die in sowjetische Gulags geschickt wurde, im Vergleich zum zeitgenössischen dekadenten New Yorker Untergrund, erhielt er 2005 einen der Hauptpreise der Filmfestspiele von Venedig. Carlo Chatrian gesteht - seit 2002 bin ich mit den Filmen von Lech Kowalski gewachsen und älter geworden - von 2002 bis heute bin ich mit den Filmen von Lech Kowalski gewachsen und älter geworden. Der neue Berlinale-Direktor hält Lech Kowalski für einen großen Regisseur, der mit seinen Filmen emotionale Brücken baut - er kennt alle großen Regisseure versteht sich Lech Kowalski als Bruckenbauer.

Tschechisch-Slowakisch-Polnischer Scharlatan

Die größte Spielfilmproduktion, die in Zusammenarbeit mit Polen entstand, war ein Film unter der Regie von Agnieszka Holland Szarlatan auf der 70. Berlinale. Ihr Protagonist ist der zwischen 1887 und 1973 lebende tschechische Heiler Jan Mikolášek, der die Krankheit anhand von Urinproben diagnostizierte und die Patienten dann erfolgreich mit selbst zubereiteten Kräutermischungen behandelte. Er war in der ganzen Tschechoslowakei bekannt, aber er betonte immer, dass er weder Arzt noch Wundertäter sei. Zu seinen Patienten gehörten der englische König Georg VI. und Antonín Zápotocky, der Präsident der Tschechoslowakei, den Mikolášek vor einer Beinamputation bewahrte. Holland zeigt Mikolášek einerseits als ein Genie mit einem so entwickelten intuitiven Kontakt zur Natur, dass er Menschen mit Kräutern heilen kann, und andererseits als einen in seinen gewöhnlichen menschlichen Schwächen verlorenen Menschen. Der Scharlatan zeigt, dass selbst diejenigen, die Genies sind, kämpferische Widersprüche in sich haben, und manchmal wird die wunderbare Gabe zu einem Fluch im Leben.

Auf der Pressekonferenz des Berlinale-Festivals konnte man sehen, wie gut Agnieszka Holland ihre tschechisch-slowakischen Schauspieler verstand und die Atmosphäre des Landes spürte, in dem sie als Studentin der Prager Akademie der Darstellenden Künste FAMU aufwuchs. Die Hauptrolle des charismatischen Heilers spielt der bekannte tschechische Schauspieler Ivan Trojan und die Rolle seines treuen und hingebungsvollen Helfers - des Slowaken Juraj Loj. Die Musik für den Film wurde von Antoni Komasa-Łazakiewicz komponiert, der derzeit in Berlin lebt.

Szarlatan erhielt auf der Berlinale sehr positive Rückmeldungen von Kritikern aus aller Welt, die seine ausgezeichnete Regie und Schauspielerei hervorhoben. Der künstlerische Leiter des Festivals, Carlo Chatrian, schätzte unsere polnische Regisseurin so sehr, dass er sie mit Minamata mit Johnny Depp in der Hauptrolle verglich: - Agnieszka Holland und Johnny Depp - zwei Kinomodelle treffen aufeinander und sprechen nicht nur über die Vergangenheit, sondern interpretieren auch die Gegenwart.

Töte es und verlasse diese Stadt - Mariusz Wilczyński

Zu den 15 Titeln der neuen Sektion 70 Berlinale gehörte eine Animation von Mariusz Wilczyński mit dem Titel Kill It and Leave This City, die einen autobiografischen Eindruck vermittelt, eine Reminiszenz an Kindheitsbilder, die die Erinnerung an seine verstorbenen Eltern und seine Heimatstadt Łódź wieder aufleben lässt.

Wilczyński arbeitete 14 Jahre lang an der Vorbereitung seines 85-minütigen Debüts, das eine Parallele zum visuellen Bild hat, eine zweite musikalische Welt, basierend auf der Musik von Tadeusz Nalepa, der auch einer der Protagonisten dieser Zeichengeschichte ist. In der Synchronisation hören wir die Stimmen so berühmter Persönlichkeiten wie Andrzej Wajda, Barbara Krafftówna oder Krystyna Janda, was dem ganzen Film eine interessante schauspielerische Oberfläche verleiht.

Zahlen, Seezunge, Golda Maria

Von den 340 Filmen, die auf der diesjährigen Berlinale gezeigt wurden, hatten mehrere polnische Themen oder wurden vom PISF (Nationales Filminstitut) mitfinanziert. Die Weltpremiere von Oleg Sencovs ukrainisch-polnisch-tschechisch-französischer Koproduktion Numera Sencowa fand statt. Zahlen ist eine Dystopie und eine Parabel, die auf Sencovs Kunst beruht und die Geschichte einer streng geordneten Welt aus zehn Zahlen erzählt, in der ein unerwarteter Fehler auftritt, der zur Entstehung einer unbekannten oder besseren neuen Welt führt. Sencow schrieb das Drehbuch zu diesem Film im Gefängnis und schickte es mit nachfolgenden Briefen ein. Dieser ukrainische Regisseur und Dokumentarfilmer war ein aktiver Teilnehmer am Euromaydan, für den er von den russischen Sicherheitsdiensten der Vorbereitung eines Terroranschlags beschuldigt, gefoltert und zu 20 Jahren in einem sibirischen Gulag verurteilt wurde. Sein 145-tägiger Hungerstreik und die Stärke der internationalen öffentlichen Meinung zwangen Wladimir Putin zu Zugeständnissen und nach 5 Jahren stimmte Russland der Freilassung Sentsovs zu. Die Vorführung dieses Films auf der Berlinale war also nicht nur kulturell, sondern auch politisch.

"Sole" von Carlo Sironis italienisch-polnisches Spielfilmdebüt erzählt die Geschichte von Lena, die im siebten Monat ihrer Schwangerschaft von Polen nach Italien kommt, um ihr Baby zu verkaufen. Der junge Ermanno aus der italienischen Halbwelt ist ihr falscher Partner und der Vater des Kindes, so dass sie es nach den Regeln des italienischen Adoptionsrechts zurückgeben können. Lenas Tochter Lena wird als Frühchen geboren und muss gestillt werden, was Lena unbedingt vermeiden wollte, damit sich ihre Beziehung zu dem Baby nicht entwickelt. Plötzlich fängt Ermanno an, sich wie der echte Vater und das Familienoberhaupt des Kindes zu fühlen und sich so zu verhalten. Die jungen Menschen stehen vor einer schwierigen Entscheidung für ihr künftiges gemeinsames Leben.

Die Liste der polnischen Reminiszenzen auf der 70. Berlinale endet mit einem französischen Dokumentarfilm unter der Regie von Patrick und Hugo Sobelman. 1994 sprach Patrick Sobelman drei Tage lang mit seiner damals 84-jährigen Großmutter Golda Maria Tandowska, die ihm zum ersten Mal von ihren dramatischen Erfahrungen aus dem Konzentrationslager erzählte, in das sie als Jüdin polnischer Herkunft während des Krieges geschickt wurde. Der Regisseur nahm dieses intime Familiengespräch mit einer 8-Millimeter-Kamera auf. Nach dem Tod von Golda Maryja im Jahr 2010 bearbeiteten er und sein Sohn Hugo die 8-stündige Aufnahme einer fast 2-stündigen, zeitlosen Rede seiner Großmutter, die uns alle als Weltbürger unabhängig von Nationalität und Religion bewegt.

Und vor uns liegt eine weitere 71 Berlinale im Februar 2021, für die ab Anfang September Filme eingereicht werden können. Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian, das Regieduo, das die Berliner Festspiele leitet, ist der Meinung, dass eine sehr wichtige Funktion der Festivals der direkte Kontakt der Filmemacher mit dem Publikum ist, weshalb das kommende Festival weitgehend in der traditionellen analogen oder physischen Form stattfinden wird. Die Verleihung des Silbernen Alfred-Bauer-Bären wurde aufgrund neuer Tatsachen im Zusammenhang mit der früheren Tätigkeit des ersten Berlinale-Direktors - wie sich herausstellte - einst Mitglied der SA-Miliz der NSDAP - abgeschafft. Weder die Pandemie noch die überraschend dramatischen Informationen über die Organisatoren können das Bedürfnis des Publikums, mit Kultur in Berührung zu kommen, und die Faszination des Kinos, das unsere Aufmerksamkeit auf die Probleme der modernen Welt lenkt und so versucht, sie zu verbessern, zerstören.

Agata Lewandowski

TREFFPUNKT: WEIMARER DREIECK – DANS LE TRIANGLE – IM HERZEN EUROPAS ❤ Vor weniger als 30 Jahren (1991) entwickelten die Außenminister Hans Dietrich Genscher, Roland Dumas, Krzysztof Skubiszewski und andere in Weimar eine Idee, bei der Deutschland, Frankreich und Polen eine führende Rolle in der europäischen Integration spielen sollten. In der Anfangszeit war die Kraft dieser politischen Initiative zu spüren. Seit Jahren hat man nichts Neues über das Weimarer Dreieck gehört. Es scheint, dass in Berlin, Paris und Warschau unterschiedliche Stimmen über neue politische Ideen in Europa zu hören sind.

Im Gegenteil, die Situation ist in verschiedenen Bereichen der kulturellen Zusammenarbeit, der Begegnungen von Mensch zu Mensch, anders. Vor allem bei der jüngeren Generation können wir ein kreatives Gären beobachten. Kann diese Energie die Wahrnehmung der Ideen des Weimarer Dreiecks wiederbeleben? Margaux Kier denkt so - ja!

Eine Veranstaltungsreihe, die von der Stadt Köln, dem Beauftragten für Kultur und Medien und dem Generalkonsulat der Republik Polen in Köln unterstützt wird, wurde vom Französischen Institut Margaux Kier - einer in Bydgoszcz geborenen und seit ihrer Kindheit in Köln lebenden Sängerin, Schauspielerin und Ärztin - konzipiert und organisiert. Offenbar liegt ihr deshalb der Brückenbau am Herzen, zunächst zwischen ihrer Heimat Polen und Deutschland, und jetzt hat sich der Kreis auf Frankreich ausgedehnt - kein Wunder! Margaux hat einen französischen Namen und wurde am wichtigsten Feiertag Frankreichs geboren - denn am 14. Juli - wie sie scherzhaft sagt, glaubt aber auch einfach an die Idee Europas!

Bei dem Projekt geht es um die Möglichkeit der Begegnung (in jeder Veranstaltung gibt es Künstler aus 3 Ländern, es werden 3 Sprachen gesprochen!), um die Möglichkeit des Dialogs - für die Künstler und für das Publikum, um die Möglichkeit, sich von Kunst, Musik und Poesie, aber auch vom unumkehrbaren Moment der Freude und der Schaffung einer europäischen Gemeinschaft inspirieren zu lassen. Das Programm ist vielfältig und umfasst Veranstaltungen für Kinder und ältere Menschen, für Jazzfans und Chansonkenner, für Interessierte an Philosophie, Politik und Geschichte, Literatur, Poesie und Theater. In Margaux geht es aber auch darum, in Köln einen ständigen Treffpunkt für die polnische Gemeinschaft zu schaffen. Vielleicht wird es möglich sein, an diesem freundschaftlichen Ort, dem Institut français, unter der Leitung von Ahmed Ahouani eine dauerhafte Zusammenarbeit zu etablieren, zumal der 30. Jahrestag des Weimarer Vertrags im Jahr 2021 näher rückt.

Wir laden Sie zu den nächsten Veranstaltungen ein. Informationen finden Sie unter

www.institutfrancais.de und  www.margauxunddiebanditen.de

 TREFFPUNKT: WEIMARER DREIECK – DANS LE TRIANGLE – IM HERZEN EUROPAS ❤ ein Projekt von Margaux Kier in Kooperation mit dem Institut Français Köln und LABSA e.V. unterstützt von der Stadt Köln, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Konsulat der Republik Polen.
Im Sinne des Weimarer Dreiecks hat das Institut seine Pforten für die Polonia und deutsche Künstler geöffnet hat, zusammen wurde ein vielseitiges Kulturprogramm gestaltet, welches zum Austausch und Annäherung der drei Nachbarn beitragen soll. Das Programm ist sehr umfassend, für alte und junge Teilnehmer konzipiert und führt darüberhinaus zur Zusammenarbeit von Künstlern aus den drei Ländern. Gleichzeitig soll auf lange Sicht ein neuer Ort der Begegnung ffdie Polonia in Köln entstehen.

 

Das Programm:

2.02.2020  Zaungeschichten auch in Polen sagen Katzen miau – il ne faut pas revéiller les petits chats qui dorment“ 

Pimpuś Sadełko i inne bajki z muzyką - po polsku, niemiecku i francusku 

14.02.2020  Bonjour Barbara...   Dzień dobry smutku - Guten Morgen Sonnenschein!  

mit Marion & Sobo, Margaux & Band - Chansony po polsku, niemiecku i francusku 

3.03.2020  GEOMETRIA TRÓJKĄTA WEIMARSKIEGO

Idea fix czy inspiracja dla Europy ? Dyskusja z ekspertami

Prof. Dr. Dieter Bingen Historiker / Politikwissenschaftler / ehem. Direktor  des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt

Prof. Dr. Pierre-Frédéric Weber Historiker Politikwissenschaftler Universität Stettin / Paris

Prof. Dr. Marta Bucholc Soziologin  Universität  Bonn / Warschau

Dr. Marek Zmiejewski Philosoph Köln / Białystok

Adelheid Feilcke Szefowa redakcji EUROPA Deutsche Welle

25.09.2020  Porwana Europa  - próba uratownia pięknej idei przed wewnętrznymi i zewnętrznymi wrogami 

Wykład filozoficzny, dyskusja & jazz,  Yann Kerninon (F), Dr. Marek Zmiejewski (PL/D)

Frank Wingold, g

Henning Brand, perc

Stefan Rey, db

9.10.2020  8 kobiet / 8 Frauen / 8 Femmes 

Być kwiatem.... être une fleur - eine Blume sein ? 

- Collage teatralno-muzyczny, poezja i literatura kobiet z Polski, Niemiec i Francji 

6.11.2020  Danse le poème // Das getanzte Gedicht // Zatańcz wierszem

Poezja i Taniec współczesny, muzyka live 

Isabelle Dufau (Paris)

Chrystel Guillebeaud (Wuppertal)

Kasia Ustowska (Sopot)

30.11.2020 Wystawa: „Kobiety"  Prace Rosy Juchniewicz (PL) i Martine Metzing Peyre (F/D)

13.12. 2020 Concert - La Chanson française & Jazz  –  Gość z Francji spotyka polskich i niemieckich muzyków z Kolonii

Luty 2021 Concert   MAGDA UMER 50 LAT NA SCENIE  - spotkanie muzyczne z Margaux & BAND

Koncepcja i organizacja: M. Kier

 

Seit 20 Jahren, jeweils im September, trifft sich die Berliner Polonia auf den Wiesen im Norden der Stadt zu einem Volksfest für polnische und deutsche Familien, um polnische Kultur und Bräuche zu pflegen sowie Kultur und Tradition der polnischen Nachbarn besser kennen zu lernen. Dieses herbstliche Treffen fand nun schon zum dritten Mal statt und war dem unabhängigen Polen gewidmet, um den hundertsten Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit unseres Vaterlandes zu begehen. Im Jahre 2020 gedachte die Polonia auf besondere Weise des 100. Jahrestages der Schlacht um Warschau. Am Sonntagnachmittag feierte die „alte“ und „neue“ Polonia gemeinsam, um zu zeigen, dass in Berlin alte Organisationstrukturen vorzüglich funktionieren, die allen dienen: sowohl den jungen Leuten wie den Älteren.

Die Veranstalter – „die alte Polonia“ und der Polnische Rat Landesverband Berlin, legen großen Wert darauf, dass das Fest eine familiäre Prägung hat, deshalb ist das Programm auf Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zugeschnitten, es wendet sich eben an die „junge Polonia“. Wegen der Bekämpfung des Coronavirus fand das Volksfest unter Einhaltung strenger sanitärer Auflagen statt: Gesichtsmasken, Desinfektionen, Wahrung der Abstände, Überprüfung der Namen der Teilnehmer usw. Zum Glück gab es auf den Wiesen in Lübars genügend Platz, um alles in Übereinstimmung mit den Vorgaben durchzuführen.

Die bunten Verkaufsstände waren den sanitären Regeln entsprechend in den richtigen Abständen von einander aufgestellt, und sie waren, wie immer, in den weiß – roten Farben geschmückt. Auf einer improvisierten Bühne eines Traktors traten neue und alte Polonia – Musikgruppen auf: „New Voice System, Bloody Kishka“ sowie Małgorzata Sitek boten den zahlreich erschienenen Polen und Deutschen eine Auswahl der besten polnischen Lieder des letzten Jahrhunderts an.

Das Volksfest begann morgens wie immer mit Spielen und zahlreichen kulturellen und sportlichen Attraktionen für Erwachsene und Kinder. Außer den traditionellen, in Deutschland gut bekannten Wettbewerben, wie Kartoffellaufen oder Reifenrollen, hatten die Veranstalter auch an zahlreiche Spiele und Disziplinen gedacht, die beiderseits der Grenze von Erwachsenen und Kindern geschätzt werden. Zum Schluss überreichten Lehrer des Vereins „Oświata“ jenen, die alle Disziplinen bestanden hatten, besondere Preise. Die Kleinsten konnten unter der Leitung der Zirkusakademie Bühnentricks kennen lernen oder voller Freude in einem aufgeblasenen Schloss hüpfen, das regelmäßig desinfiziert wurde.

Großer Begeisterung erfreuten sich richtige sportliche Wettkämpfe. Veranstaltet wurden für alle Altersgruppen Fußballspiele, Badmintonwettbewerbe, Tischtennisspiele und Korbball. Die Krönung bildete das Drachensteigen. Unter Anleitung von Fachleuten mussten diese selbständig an eigenen Ständen gebastelt werden. Der Wind war gut, und es war eine Freude zuzuschauen, wie sich die bunten Drachen in die Luft über der Wiese erhoben. Die sportlichen Vergnügungen wurden, wie immer, durch Workshops für Graffiti, Malen und Basten für Kinder, oder auch Kochen von Pierogen ergänzt.

Die Pokale und Preise wurden den Gewinnern durch den neuen Konsul der Republik Polen für Poloniafragen, Herrn Adam Borkowski, sowie Herrn Burkhard Dregger, den CDU – Vorsitzenden im Berliner Senat, überreicht.

Der schon dritte „Lauf für die Unabhängigkeit“ wurde von Herrn Marek Radoch, dem verdienten Poloniaaktivisten angeführt. Die vielen Teilnehmer liefen zuvor die Strecke durch Wiesen und Felder entlang und eroberten Erinnerungsmedaillen und Diplome. Am Lauf für die Unabhängigkeit beteiligten sich gerne die jungen Sportler des Clubs FC „Polonia“, Schüler Berliner Schulen, aber auch Mütter und Väter sowie neue Einwohner von Berlin.

Beim Wettbewerb über Geschichte mussten Erwachsene und Kinder um den Titel des besten Geschichtskenners kämpfen und Fragen zur polnischen Unabhängigkeitsgeschichte und die Schlacht um Warschau beantworten, die „Wunder an der Weichsel“ genannt wird. Die Sieger in beiden Altersgruppen erhielten schöne Preise. Die medizinische Versorgung gewährleisteten die Berliner „Malteser“, die außer einem qualifizierten medizinischen Rettungspersonal auch Süßigkeiten für die Kinder zur Verfügung gestellt hatten.

Für gute Laune sorgten außer dem Vorstand des Polnischen Rates des Landesverbands Berlin alte und junge polnische Gastwirte, die polnische Speisen für Erwachsene und Kinder vorbereitet hatten. Alte und junge Leute vergnügten sich gemeinsam unter dem Motto „Spiel ohne Grenzen“ und über alle trennenden Unterschiede hinweg. Viele Gäste hatten eigene Decken mitgebracht, wodurch es einfach war, eine Picknickatmosphäre aufkommen zu lassen, was sich als breiter bunter Teppich durch die grünen Wiesen hinzog. Die Einhaltung der sanitären Vorgaben wurde vorbildlich erfüllt. Das gute Wetter regte viele Berliner zur Teilnahme an, wodurch auch die „junge Polonia“ Gelegenheit bekam, die Erfahrungen der „alten“ kennen zu lernen. Erfreulich ist die Tatsache, dass das Fest von zahlreichen früheren Aktivisten der Polonia - Organisationen besucht wurde, die mit ihren Kindern gekommen waren, so dass drei Generationen der Berliner Polonia gemeinsam des Fest der Unabhängigkeit begehen konnten.

Es wäre nicht gelungen, ein so schönes Fest zu feiern, wenn es nicht die Erfahrung und Hingabe der ehrenamtlichen Helfer von Mitgliedern und Sympathisanten des Polnischen Rates gegeben hätte, wofür wir allen an dieser Stelle herzlich danken.

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln des Bevollmächtigten der Bundesregierung zur Förderung von Kultur und Medien sowie der Sparkasse Berlin finanziert.

Małgorzata Tuszyńska

 

 

Wie schreiben Frauen aus unterschiedlichen Epochen, was haben sie gemeinsam, was trennt sie, welche großen Themen beschäftigen sie? Jasnorzewska-Pawlikowska, Lasker-Schüler, Szymborska, Gretkowska, Poswiatowska, Keun, Duras, Hahn, Tokarczuk, Estelle Meyer.
Schreiben sie über ihre Rolle als Frau und wenn dann wie? Und hilft es der Frau von heute bei der ewigen Suche nach dem ich? Ein eindrucksvolles Kollektiv von 8 Schauspielerinnen, Sängerinnen, Autorinnen und Komponistinnen aus Deutschland, Frankreich und Polen spricht, singt und spielt mit Gedichten und Texten, die ihnen am Herzen liegen.

Mit: Chrystel Guillebeaud  (F), Verena Guido (D), Anikò Kanthak (D/H), Margaux Kier (PL/D), Vanessa Radmann (HR/D), Hanna Werth (D), Julia Wolff  (D), Marta Wryk (PL) 

Ausstellung Rosa Juchniewicz  (PL/D)   WOMEN" 

Wg. Corona-Beschränkungen und geringer Zuschauerkapazität - Doppelvorstellung und erforderliche Reservierung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Idee/Konzeption: Margaux Kier

Kooperation: Institut français Köln

LABSA e.V.

Eintritt: 20.- €  ermäßigt 13.-€

Das Projekt "Treffpunkt Weimarer Dreieck - Dans le triangle - W sercu Europy“ wird unterstützt von der Stadt Köln, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Generalkonsulat der Republik Polen in Köln.

 

Das Leitthema des kommenden Semesters lautet:: Populismus in den Medien und in der sozialen Kommunikation – wohin Europa sich bewegt. Wir laden unsere Zuhörer zum Antrittsvortrag ein: 18. September 2020 um 18.00 Uhr. Es wird ein virtuelles Treffen Dorota Maslowska mit Olaf Kühl sein.
(Wir werden das Passwort und den Link auf ZOOM bereitstellen) Thema: „Andere Leute“. Ein Roman über die Verzweiflung der jungen Generation von Polen in Smog und Sprache.
Ausgangspunkt des Gesprächs zwischen Dorota Masłowska und ihrem deutschen Übersetzer Olaf Kühl soll die literarisch funkelnde, gleichwohl bedrückende Diagnose der gesellschaftlichen Situation
in Polen sein, die sie in ihrem Roman "Andere Menschen" (Rowohlt Berlin 2019) liefert. Masłowska hat sich immer gern als „Medium” definiert, das nicht mit eigener Stimme spricht, sondern nur hellhörig
Stimmungen und Stimmen aus der Umgebung aufnimmt. Im Roman lässt sie ihre Figuren sprechen. Der arrogante Yuppie und PiS-Sympathisant Maciej bekommt ebenso viel Freiheit zur Selbstdarstellung
wie der scheiternde Rapper Kamil. Wo aber spricht die Autorin selbst? Gemäß alter romantischer Tradition erwarten die Leser von ihrer „Dichterweisen“ doch Rat und Erbauung, Haltung zur politischen Situation.
Über die Rolle der Schriftstellerin in Zeiten wachsenden Populismus und einer immer tieferen Spaltung der Gesellschaft, nicht nur in Polen, wird Masłowska mit Kühl diskutieren, „einem der wenigen deutschen Intellektuellen, die nicht blind sind für Polen“

Moderation: Dr. Piotr Olszowka

Für die Teilnahme an unserem Treffen installieren Sie bitte das ZOOM-Programm: https://us04web.zoom.us/j/945711291?pwd=bFAzYWJzeC9tNGNCY0R1aWdrYW1VZz09#success

Die Bedienung ist sehr einfach und sie wird uns für die nächste Veranstaltungen nützlich sein. Der entsprechende Link samt Zugangscode wird auf unsere Webseite veröffentlicht
(https://utp.berlin/aktuell) und in der nächsten Mail angehängt.
Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

40 Jahre Deutches-Institut für Polnische Angelegenheiten

Prof. dr Peter Oliver Loew - deutscher Historiker, Übersetzer und Dozent, sowie Autor zahlreicher Bücher über polnische Geschichte. Loew berichtet, wie er sich bei seinem Besuch in Polen in eine Polin, ebenso wie in das Land verliebt, und wie dies seinen weiteren Bildungsweg bestimmt hätte. Seit 18 Jahren ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut (DPI) tätig. Er beschäftigt sich mit der Geschichte der polnisch-deutschen Beziehungen in der Neuzeit, insbesondere mit der Geschichte Danzigs, Pommerns und Pomerellens, sowie mit der Geschichte nationaler Minderheiten und der kulturellen Aspekten der Geschichte Mittel- und Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Im Herbst 2019 übernahm er die Leitung des Instituts und löste damit Dieter Bingen ab.

Twoje Miasto:
Zunächst einmal möchte ich eine Frage stellen, die mich schon vor langer Zeit fasziniert hat. Woher kam Ihre Liebe zu Polen und den Menschen und wie sind Sie an das Deutsche-Polen Institut in Darmstadt gekommen?

Peter Oliver Loew:
Die ersten 22 Jahre meines Lebens wusste ich so gut wie nichts über Polen, abgesehen von den Informationen, die ich in der Schule und beim Schauen und Hören der Nachrichten erhielt. Ich hörte von der Solidarność, vom Mangel an Fleisch in polnischen Geschäften. Als kleiner Junge war ich eher in der deutsch-französischen Zusammenarbeit aktiv. Als ich begann, Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg zu studieren, stellte sich das für mich als sehr eintönig heraus. 1989 beschloss ich, im Urlaub etwas Verrücktes zu tun und ging nach Polen. Der Reichtum der polnischen Kultur sowie die Schönheit sowohl Posens, als auch die des Landes, haben mich sofort fasziniert. Ich traf Menschen, lernte ein fantastisches Mädchen kennen und beschloss, Polnisch zu lernen. Ich interessierte mich für die polnische Geschichte als Gegengewicht zu Deutschland. Ich habe festgestellt, dass sich diese Länder perfekt ergänzen. Es begann also alles mit Neugierde und einer positiven Überraschung für dieses Land. Ich arbeite seit 18 Jahren am Deutschen-Polen Institut in Darmstadt. Als promovierter Historiker beschloss ich, mich für die Stelle des wissenschaftlichen Mitarbeiters an unserem Institut und des stellvertretenden Direktors für wissenschaftliche Angelegenheiten zu bewerben. Am Tag des Bewerbungsgespräches beim DPI war ich sehr abgelenkt, weil genau in dieser Nacht mein Sohn geboren wurde.  Zu wissen, dass ich meine Frau in Leipzig, wo wir damals gelebt haben, alleine lassen musste, gab mir keine Ruhe. Ich glaube jedoch, dass das Gespräch gut verlaufen ist, denn ich wurde eingestellt.

Was waren damals Ihre Aufgaben?

Ich übernahm die Aufgaben des Dr. Andreas Lawaty, der für die Publikationsreihen des Instituts verantwortlich war. Ich war für die nächste geplante Buchreihe mit dem Titel „Polnische Bibliothek - Denken und Wissen“ zuständig. Letztendlich wurden 15 Bände veröffentlicht. Des Weiteren war ich auch an der Herausgabe anderer Bücher und Publikationen beteiligt, sowie an der Planung wissenschaftlicher Konferenzen und Übersetzungen. Mit der Zeit organisierten wir auch verschiedene Konzerte, Kulturfestivals, wie zum Beispiel über die Arbeit von Stanisław Lem. Ich habe unter anderem auch mehrere Bücher über Danzig und die Polen in Deutschland geschrieben: "Wir Unsichtbaren. Geschichte der Polen in Deutschland". Das alles hat meine wissenschaftliche Arbeit extrem vielseitig geprägt.  

Was hat das Institut Ihrer Meinung nach bisher erreicht? Was ist Ihrer Meinung nach der größte Erfolg der letzten Jahre?

Das Institut ist ein sehr wichtiges Element in den deutsch-polnischen Beziehungen und bemüht sich von Anfang an, das Wissen über Polen in Deutschland zu erweitern und gleichzeitig das Bild Polens in Deutschland näher heranzuführen. Wir sind ein sehr kleines Team, weswegen wir eher ein begrenztes Publikum haben. Mit einigen größeren Projekten erreichen wir jedoch auch einen größeren Personenkreis. Unsere Bücher aus der Reihe „Polnische Bibliothek“ waren in den meisten Buchhandlungen erhältlich. Wir führen auch Schulprojekte durch, die das Wissen über Polen im deutschen Bildungswesen verbreiten. Es fällt mir schwer, über persönliche Erfolge zu sprechen, da ich lieber von den Projekten erzähle, die mich am meisten zufrieden stellen. Dazu gehörte ein Projekt, das wir erst kürzlich ins Leben gerufen haben, die "Lebenspfade / Ścieżki życia". Es war ein Projekt, von dem ich selbst viel gelernt habe, denn es berichtet über das Leben der Polen, die im Rhein-Main Gebiet leben.   

Vor weniger als einem Jahr wurden Sie Direktor des DPI. Was möchten Sie an der Arbeit des Instituts ändern? Welche neuen Projekte können wir erwarten?

Wir haben schon viel verändert. Natürlich wollen wir keine Revolution einführen, jedoch eine gewisse Entwicklung machen. Wir wollen unsere Tätigkeit modernisieren und auffrischen, um Polen noch näher an Deutschland heranzuführen. Leider mussten wir aufgrund der Pandemie viele der von uns geplanten Veranstaltungen absagen, sowohl in Darmstadt als auch in Berlin. Unter anderem beabsichtigen wir auch, im Internet immer sichtbarer zu werden. Wir haben vor kurzem ein Twitter-Konto eingerichtet, in dem wir genau, wie auf Facebook präsent sein wollen. Auf diese Weise erreichen wir ein noch breiteres Publikum, insbesondere während der Pandemie. 

Haben Sie auch vor, mit der lokalen polnischen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten?

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich das Institut aufgrund seiner Satzung sich eher nicht mit der polnischen community befasst. Unser Programmangebot richtet sich vor allem an das deutsche Publikum. Wir wollen überzeugend auf Deutsche zugehen, die Polen kennen lernen wollen und daran interessiert sind, Brücken zwischen unseren Nationen zu bauen. Natürlich ist die polnische community bei unseren Veranstaltungen sehr willkommen. Wir haben auch viele Kontakte miteinander, sowohl in Darmstadt als auch in ganz Deutschland. Wir sind uns bewusst, dass die deutsch-polnischen Kreise, in denen wir verkehren, manchmal eng mit der Polonia verbunden sind. In polnisch-deutschen Vereinigungen gibt es viele Polen und Polinnen auf verschiedenen Ebenen, sei es auf wissenschaftlicher oder kultureller Ebene. Obwohl sie sich nicht immer als Teil der polnischen Gemeinschaft fühlen und Polen nicht immer vertreten wollen, aber für uns sind alle wichtig. Ich denke, dass die Polonia in gewisser Weise ein Bindeglied zwischen Polen und Deutschland ist.

Das Thema Ihres aktuellen Vorzeigeprojekts - Jahrbuch Polen - ist die polnische Wirtschaft. Was möchten Sie in diesem Buch präsentieren?

Sie ist in gewisser Weise auch Teil des neuen Profils des Instituts. Das Thema unserer Reihe „Jahrbuch Polen“ wird das ganze Jahr über auch das Thema des Instituts sein. Wir planen, in ganz Deutschland Veranstaltungen zu diesem Thema, zu organisieren. Diesmal wollten wir die Aufmerksamkeit auf ein sehr positives Thema lenken, denn gerade im wirtschaftlichen Bereich überschneiden sich Polen und Deutschland sehr intensiv und beide Länder profitieren davon.  Polen ist zum fünftgrößten Handelspartner Deutschlands geworden. Unglücklicherweise erschien unser Jahrbuch jedoch Anfang März, als die Coronavirus-Krise begann, was unsere Tätigkeit erheblich einschränkte, und wir wissen noch nicht viel über die wirtschaftlichen Folgen dieser Krise. Ich freue mich auch auf das Thema des nächsten Jahres, das Oberschlesien sein wird. Das Thema ist, zumindest dem Namen nach, bei den Deutschen gut bekannt. Wir wollen den ganzen Reichtum dieser Region und ihre kulturelle Vielfalt darstellen, aber auch die deutsch-polnischen Beziehungen zusammenfassen.

In diesem Jahr feiert das Institut sein 40-jähriges Bestehen. Haben Sie eine Idee, wie Sie trotz der Pandemie den Geburtstag des Instituts feiern können?

Wir hatten viele Veranstaltungen geplant, aber das Coronavirus hat unsere Pläne durchkreuzt. Wir wollten eine größere Feier organisieren. Aber ich sehe diese Möglichkeit im Moment nicht, weil die Situation nicht sicher ist. Wir werden eine Ausstellung vorbereiten. Wir wissen noch nicht, ob wir es im Institut oder anderswo in Darmstadt präsentieren werden. Sicherlich wird unsere Ausstellung auch im Internet erscheinen.  Wenn es funktioniert, werden wir nächstes Jahr eine größere Geburtstagsparty feiern. Es wird das hundertjährige Jubiläum unseres Gründers Karl Dedecius sein. Wir planen ein Treffen in Łódź, dem Geburtsort von Dedecius, sowie in Darmstadt, und dort werden wir dann auch unser Jubiläum feiern. 

Soweit ich weiß, setzen Sie sich sehr stark für die Errichtung des Polendenkmals zum Gedenken an die polnischen Opfer der deutschen Besatzung 1939-1945 ein. Können Sie uns sagen, was die Vision dieser Initiative ist? Was ist Ihre Aufgabe in diesem Projekt?

Das Projekt Denkmal für die polnischen Opfer im Zweiten Weltkrieg wurde vor langer Zeit ins Leben gerufen. Władysław Bartoszewski hat sich bereits um diese Form der Erinnerung an die Opfer bemüht. Die Initiative gewann vor drei Jahren an Bedeutung. Damals beteiligten wir uns an der öffentlichen Diskussion zu diesem Thema und unterstützten die Idee, ein solches Denkmal in Berlin zu errichten. Die Initiative ging an den Deutschen Bundestag. Dort fand das Projekt auch seine Gegner, die es wegen der „Nationalisierung des Erinnerns“ kritisierten. Sie fragten, warum nur die Deutschen das Leid der Polen und nicht aller Opfer des Zweiten Weltkriegs darstellen sollten. Die Kritiker forderten die Einrichtung eines Dokumentationszentrums über den Zweiten Weltkrieg, um die Auswirkungen des Krieges in allen besetzten Gebieten zu zeigen. Wir bemühen uns um eine Einigung mit der Stiftung, die sich um das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa kümmert. Gemeinsam ist es uns gelungen, ein Projekt zu schaffen, das beide Ideen verbindet, ein Denkmal zur Erinnerung an die Ereignisse und Opfer des Krieges, aber auch ein Dokumentationszentrum und eine "fliegende Universität", die das Wissen und das Gedenken an die Kriegsopfer auf polnischem Boden verbreitet. Es wäre in gewisser Weise ein lebendiges Denkmal. Die Angelegenheit muss jedoch zurück ins Parlament und dort entschieden werden. Ich hoffe, dass es positiv sein wird...

Da wir gerade über die polnisch-deutsche Zusammenarbeit sprechen, werde ich Sie nach Ihrer Meinung zu aktuellen politischen Differenzen und Themen, wie Kriegsreparationen oder Nordstream 2 fragen: Wie wirken sich diese auf die polnisch-deutsche Zusammenarbeit aus?

Ich denke, dass die polnisch-deutsche Zusammenarbeit insgesamt so reichhaltig und vielschichtig ist, dass diese Themen unsere guten Beziehungen nicht völlig hemmen können. Was die Gaspipeline betrifft, so wird Polen ohnehin immer unabhängiger von Gaslieferungen aus Russland, so dass das Erpressungspotential gegenüber dem östlichen Nachbarn abnimmt. Das Problem der Wiedergutmachung hingegen wird von der Regierung in Polen künstlich aufgeworfen. Es ist eine Art Show für die eigene Wählerschaft, die man nicht zu beenden weiß. Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, Schadensersatz zu fordern, da dieser Fall vor langer Zeit durch zwischenstaatliche Vereinbarungen abgeschlossen wurde. Vielleicht sollten wir nach einer anderen Form der Kompensation durch symbolträchtigere Projekte suchen, wie zum Beispiel den Wiederaufbau des Sächsischen Palais´ in Warschau. Es könnten einige Fonds geschaffen werden, um polnisch-deutsche Initiativen zu entwickeln. Solche Ideen sind realistischer und drohen unsere gegenseitigen Beziehungen nicht zu vergiften.

Was können wir, die Polonia in Deutschland, zum Aufbau guter Beziehungen zwischen Polen und Deutschland beitragen?

Meiner Meinung nach ist die Polonia dann wichtig, wenn sie über ihre eigenen Kreise hinausgeht und zeigt, was sie in die Gesellschaft einbringt, und auch den Kontakt zur deutschen Gesellschaft sucht. Wenn sie sich nur auf ihre eigenen Kreise konzentriert, hat sie keinen wirklichen Einfluss auf die Verbesserung der polnisch-deutschen Beziehungen. Außerdem kann man, indem man Polen und seine Familien besucht, über das Leben in Deutschland sprechen und so einige Stereotypen, die noch immer existieren, aufbrechen.

Mit Peter Oliver Loew sprach Michał Kochanski.

Übersetzt von Natalie Drost und Andrzej Kaluza.

Gespräch in Polnisch  im Zeitschrift  "Twoje Miasto"

        

Mit Wirkung vom 1. Juli 2020 ist das Kompetenz- und Koordinationszentrum Polnisch, KoKoPol, ins Leben gerufen worden. Gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Staatskanzlei Dresden, arbeitet KoKoPol zunächst an der Erfassung und Unterstützung vorhandener Initiativen zur Förderung der polnischen Sprache in Deutschland.

Die zusätzlich gestarteten Projekte zielen zudem auf eine Bewusstseinsbildung im Sprachenbereich sowie auf die Verbesserung der praktischen Ausbildung und die Schaffung fachbezogener Netzwerke.

Das Ziel der Beteiligten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist es, das Interesse an Kultur und Sprache unserer östlichen Nachbarn zu fördern und somit zu einem innereuropäischen Dialog auf Augenhöhe beizutragen. KoKoPol steht unter der Trägerschaft der Stiftung Internationales Begegnungszentrum (IBZ) St. Marienthal in Ostritz.

Die Stiftung organisiert seit fast 30 Jahren Begegnungen zwischen Polen und Deutschen und die hier vorhandene Infrastruktur ist eine ausgezeichnete Basis für Veranstaltungen aller Größe in der reizvollen Umgebung des Dreiländerecks. In St. Marienthal ist auch die Geschäftsstelle von KoKoPol angesiedelt.

Als Auftaktveranstaltung für KoKoPol wird ein wissenschaftliches Symposium am 10./11. September im IBZ St. Marienthal durchgeführt. Am Nachmittag des 11.9. wird es eine Eröffnungsfeier geben, zu der sich Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, der polnische Botschafter und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen und wissenschaftlich-zivilgesellschaftlichen Lebens angesagt haben.

Das IBZ St. Marienthal und das KoKoPol wären Ihnen als Vertreter der Medien sehr dankbar für entsprechende Veröffentlichungen bzw. Hinweise zum neugegründeten Kompetenzzentrum Polnisch. Förderhinweis: Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts sowie von Mitteln des Auswärtigen Amtes.

 

Während in Berlin Anti-Pandemie-Demonstrationen stattfinden, höre und lese ich in den letzten zwei Monaten in Warschau oft, dass wir "nach der Pandemie" sind. Auch ältere Menschen raten mir, es nicht zu übertreiben. Es gibt eine spezifische polnische Mode, eine Maske unter der Nase zu tragen. Mein Freund, der in einem großen Berliner Krankenhaus für die Hygiene zuständig ist, ist derweil der Meinung, dass diese Art des Tragens der Maske äußerst schädlich ist, da wir alle Viren einatmen, die sich auf ihrer feuchten Außenseite, die den Mund bedeckt, angesammelt haben. Obwohl es in polnischen Geschäften eine Maskenpflicht gibt, halten sich die meisten nicht daran. Wenn ich auf Menschen achte, die sich nicht auf Distanz halten, sehen sie mich wie eine seltsame Unverschämtheit an. Durch die Schließung der Grenzen ist Polen viele Ausländer losgeworden. Die wenigen verbliebenen Ausländer sind Bürger der ehemaligen UdSSR - Ukraine, Weißrussland, die unermüdlich und ohne Angst vor einem Virus auf Baustellen, in Geschäften und Restaurants arbeiten, wobei sie oft symbolisch ihren Mund mit Halbschalen bedecken, was praktisch keine Schutzwirkung hat. Die Polen kehrten in das normale Berufsleben zurück, weil sie nicht über das finanzielle Polster verfügen, das ihnen der deutsche Sozialstaat bietet. "Der Mangel an Geld für Lebensmittel und Rechnungen wird uns schneller töten als ein Virus", sagen sie.

Das Leben auf den Straßen Warschaus sieht aus, als sei die Pandemie vorbei. Wieder einmal stellt sich heraus, dass das Sein vom Bewusstsein bestimmt wird.

In Deutschland werden Informationen über den Ausnahmezustand Covid 19 durch das Koch-Institut oder die Berliner Charite bereitgestellt. In Polen sprechen viele Experten zu diesem Thema, weshalb es ein Informationschaos gibt, das durch den Rücktritt des Gesundheitsministers Łukasz Szumowski im August noch vertieft wurde und das die Polen, wie sie selbst sagen, niemandem mehr glauben lässt: Die Polen tragen lässig Masken, weil sie keine Angst haben, "mit dem Virus" krank zu werden, die Deutschen tragen Masken, um andere nicht anzustecken, wenn sie zufällig asymptomatische Träger des Virus waren. Die Grundstrafe für das Nichttragen einer Maske beträgt in Polen 500 Zloty, in Berlin 50 Euro, im Rheinland und in Bayern 150 Euro.

Im Juli waren Hochzeiten und Beerdigungen die größten Ausbrüche der Virusausbreitung in Polen. Während bei Beerdigungen, die im Freien abgehalten werden, die Sicherheitsregeln noch eingehalten werden können, indem man die Maske trägt und nicht die Hände schüttelt, ist es bei typisch polnischen Hochzeiten mit bis zu 150 Personen, die bis zum Morgengrauen tanzen, schwierig, einen Abstand von zwei Metern einzuhalten. In letzter Zeit wurde in den deutschen Medien betont, dass die Familien den größten Schwerpunkt bei der Verbreitung des Virus bilden. Damals, glaube ich, "ganz privat", hat man uns durch die Online-Arbeit von unseren direkten beruflichen Kontakten entfernt, man hat uns bereits vor Kontakten mit Freunden gewarnt, und am Ende sollen wir uns immer noch vor unserer eigenen Familie fürchten. Was sollen wir in dieser Situation tun - allein in einer isolierten Wohnung arbeiten, nur online zwischenmenschlichen Kontakt und Angst vor jeder Person haben, die wir auf der Straße treffen? Schließlich hat uns die Pandemie sowohl in Deutschland als auch in Polen bereits die Möglichkeit genommen, zu reisen und Zugang zur Kultur zu erhalten, hoffentlich für die längsten zwei Jahre.

Covid 19 und die Einstellung, ihn zu bekämpfen, hat die Tiefe der Oder vergrößert und unsere beiden Länder mental bis zur Tiefe des Mariengrabens geteilt. In Polen tröstet es viele Menschen, dass wir im Osten "dank" des seit langem bestehenden sozialistischen Gesundheitswesens, dessen Fehlen unseren Organismus am besten gestärkt hat, widerstandsfähiger sind. Das hoffe ich, denn die meisten Ärzte hier akzeptieren nach wie vor nur online, und die Unterschiede in der Versorgung innerhalb der nationalen Gesundheitssysteme sind noch drastischer. 

Wenn ich die Mahnung aus den Megahupen polnischer Einkaufszentren höre, Masken zu tragen, und Nachrichten darüber höre, wie sich das Management des Einkaufszentrums um die Gesundheit seiner Kunden kümmert, und wenn ich Menschen in durchsichtigen Visieren sehe, fühle ich mich wie in einem Science-Fiction-Film. Ich empfehle jedem meinen Lieblings-Fantasy-Film Das fünfte Element unter der Regie von Luc Besson, in dem die Menschen in verschiedene Zonen eingeteilt wurden - so wie wir jetzt eine rote oder gelbe Zone haben, wurden zum Wohle der übrigen Gemeinschaft alle kontrolliert und voneinander isoliert. Das fünfte Element ist ein Film mit einem Happy End, in dem Güte und Liebe vorherrschen. Hoffen wir, dass er, so wie sein Protagonist die Welt vor dem Bösen gerettet hat, uns durch die Erfindung eines Impfstoffs für Covid 19 oder durch die Erreichung einer kollektiven Immunität vor der Angst bewahrt und dass wir Polen, Deutsche und Menschen der Erde (Erdenbürger?) zum normalen Leben zurückkehren.

Die Psychologen beider Länder schlagen Alarm und haben alle Hände voll zu tun, und die Büros sind voller ängstlicher, traumatisierter Menschen, die unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Religion nach einem Ersatz für die Gewissheit suchen, sich in der heutigen Welt sicherer zu fühlen. Oft sind Witz und Humor ein Mittel, um die Angst zu zähmen, und das ist sicherlich der Grund, warum wir uns jetzt so viele Memos schicken, die unsere zittrige Stimmung unterstützen. Leszek Żądło - unser polnischer Jazzmann in München scherzt, dass er eine neue Dame hat, mit der er ins Bett geht und aufsteht - Frau Demia. Während eine der Nonnen aus dem Erwachsenen-Wohlfahrtsheim in Nowy Sacz, wo 38 Menschen infiziert waren, eine offizielle Mitteilung an das FB schrieb, dass sie Freiwillige suchten, die sich um sie kümmern, und "eine besondere Einladung für diejenigen, die glauben, dass das Virus nicht existiert... Zumindest werden sie nicht unter dem Tragen von Masken und unbequemen Anzügen leiden. Ihre Hilfe wird sicherlich effektiver sein, ohne Stress".

In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass Berlin am vergangenen August-Wochenende dank der Anti-Pandemie-Demonstrationen, an denen Bürger aus ganz Europa teilnahmen - wie die sozialen Medien berichteten - zur europäischen Hauptstadt der Freiheit wurde. Es ist eine gute Sache, dass wir im Gegensatz zu Weißrussland, das von allen verlassen wurde, das Recht haben zu demonstrieren. Es ist wichtig, dass diese friedlichen Demonstrationen nicht von streng antidemokratischen Gruppen genutzt werden, die auf der anderen Seite regierungsfeindliche Stimmungen nutzen wollen, um die Macht an sich zu reißen - genau wie radikale Nationalisten, und es spielt keine Rolle, in welchem Land.

Ich gehöre zur alten Sorte von Schriftstellern, denen es während ihres Journalistikstudiums kategorisch verboten war, ihre subjektiven Vorschläge in Artikeln zu deaktivieren oder gar zu veröffentlichen, aber es wurde empfohlen, dem Leser die objektivsten bilateralen Meinungen für und gegen zu präsentieren. Sicher ist, dass wir seit der Zeit der Pandemie in einem völligen Informationschaos leben und jeder von uns seine eigene goldene Mitte für ein neues Pop-Pandemie-Leben finden muss. Kürzlich ist eine Aussage des herausragenden Schauspielers Gustaw Holoubek in den polnischen Medien in Mode gekommen - "Ich verhalte mich seltsam, weil wir in seltsamen Zeiten leben". Etwas früher kam der griechische Philosoph Sokrates vor 25 Jahrhunderten zu dem Schluss: "Ich weiss, dass ich nichts weiss". Eines ist sicher: Lassen wir uns nicht verrückt machen, vor allem nicht die Medien, denn, wie man mir einst beibrachte, ist ein ängstlicher Mann am leichtesten zu manipulieren.

Agata Lewandowski

 

  

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