Justyna ist 31, Dawid ist 34, und sie sind durch ihre Liebe zum Maluch, dem Fiat 126p, verbunden. Justyna war schon als Kind von diesem Auto fasziniert. Ihr älterer Bruder hatte einen Fiat. Als sie ihre Führerscheinprüfung bestand, kaufte sie sich auch einen Maluch, obwohl dieser schon lange nicht mehr hergestellt wurde. Davids Faszination für den Maluch währt ebenfalls schon sehr lange. Der Maluch war schon immer in der Familie. Er selbst fährt einen, und im Hinterhof stehen fünf, die darauf warten, renoviert zu werden.

Dawid lebt seit 14 Jahren in Deutschland. Seine Liebe zu seinem Fiat 126p ist so groß, dass er sogar eine eigene Facebook-Seite für ihn eingerichtet hat. Justyna besitzt nicht nur einen Maluch, sondern sammelt auch andere Dinge, die mit Maluch zu tun haben, z. B. T-Shirts, Schlüsselanhänger, Bücher und Postkarten. Außerdem malt sie mit ihren eigenen Händen Toddlers auf Christbaumkugeln. Sie verfolgte Davids Website schon seit einiger Zeit mit Interesse. Eines Tages begannen sie miteinander zu reden. Am Anfang waren es Gespräche zwischen zwei professionellen Hobbyisten. Sie tauschten Erfahrungen im Automobilbereich aus. Ihre Faszination und Liebe für den kleinen Fiat war so groß, dass sie beschlossen, ihn gemeinsam zu fahren. Justyna verließ vor fünf Jahren ihre Heimatstadt Bielsko und zog zu Dawid nach Schwerte. Schon bald füllte sich ihr Hinterhof mit verschiedenen seltsamen Fahrzeugen. Zur Restaurierung stehen mehrere Maluchs, ein Käfer, ein Matiz, ein Motorrad und originelle Fahrräder bereit: ein Tandem und ein Wigry 2.

Mit ihrem grünen Lieblings-Maluch fahren sie regelmäßig zu Fiat 126p-Rallyes in den Niederlanden und Polen. Ihr Maluszek legt tapfer die Strecke nach Polen zurück und hat sie noch nie im Stich gelassen. Justyna und Dawid nehmen es sogar mit in den Urlaub. Für längere Fahrten packen sie es jedoch auf einen Anhänger. Es kommt auch oft vor, dass sie damit zur Arbeit fahren. Dawid arbeitet in einer Fleischfabrik und Justyna montiert Pflanzen in einer Fabrik. Doch "nach Feierabend" gibt es keinen Tag, an dem sie sich nicht ihrem gemeinsamen Hobby widmen.

Sie sind beide dem Großen Orchester der Weihnachtshilfe gewidmet. Vor drei Jahren versteigerten sie in Oberhausen ein Gemälde eines Maluchs und eines Frontflügels. In diesem Jahr versteigern sie eine zweistündige Fahrt durch Dortmund in ihrem Fiat. Das Interesse war groß und die Gebote waren sehr heftig. Der Höchstbietende war schließlich Karolina, die den Preis auf 270 Euro anhob. Wahrscheinlich erinnert sie sich sehr gern an diese Reise. Justyna hat versprochen, dass sie mit dem Orchester bis zum Ende der Welt und noch einen Tag länger spielen wird, also wird es beim Finale im nächsten Jahr wahrscheinlich auch eine Auktion mit einem... kleinen Fiat in der Hauptrolle geben.

Der kleine Fiat ist schon seit vielen Jahren ein Kultauto. Sie hat eine große Gruppe von treuen Fans und sogar Fanatikern. Es war ein extrem "geräumiges" Auto. Davon konnten sich die Einwanderer in den 1980er und 1990er Jahren überzeugen, als sie ihr gesamtes Hab und Gut hineinpackten und mit der ganzen Familie über die Autobahn A2 bis nach Deutschland fuhren, um dort ein neues Leben zu beginnen. Viele von ihnen stiegen schnell auf Opel, Toyotas, Audi und andere westliche Autos um, die ... überraschenderweise auch in den Kombi-Versionen nicht mehr die Nutzlast hatten. Viele Menschen haben jedoch immer noch eine Vorliebe für den Maluch. Heutzutage würden sich viele Autofahrer eine solche sentimentale Fahrt gerne gönnen.

Viele Jahre lang war der Fiat 126p das beliebteste Auto auf polnischen Straßen. Für viele war es das erste Auto ihres Lebens. Mehrere Generationen von Autofahrern haben ihre ersten Kilometer hinter seinem Steuer zurückgelegt. Es wurde für den Transport von fast allem verwendet. Alles, was nicht hineinpasste, landete oben im Kofferraum. Viele Fahrer hatten ihre ersten sexuellen Erfahrungen in einem Maluch. Viele fragen sich nun, wie dies möglich war. Jemand schrieb, es sei ein Auto der tausend Möglichkeiten. Trotz der Tatsache, dass es 20-30 Durchschnittsgehälter kostete, Vorauszahlungen und Gutscheine sowie Tankkarten erforderte, gelang es, ganz Polen zu motorisieren.
Diese Legende der polnischen Straßen gewinnt immer mehr Fans. In vielen Städten werden Clubs für Kleinkinder-Autoliebhaber gegründet. Einer von ihnen ist schon seit vielen Jahren in Głogów tätig. Ihre Mitglieder erinnern daran, dass die Zeiten, in denen man einen Maluch für eine Flasche Wodka oder ein paar hundert Zloty kaufen konnte, längst vorbei sind. Heutzutage werden diese Autos immer teurer. Es kommt auf den Jahrgang und den Zustand an. Selbst Autos für eine Generalüberholung kosten jetzt mehrere tausend Zloty. Original-Cabrios von Fiats können bis zu 30 Tausend Zloty kosten.

Der kleine Fiat war ein Auto mit Pannen, aber leicht zu reparieren. Sie konnten mit einfachen Werkzeugen repariert werden. Krzysztof, ein Mitglied des Clubs, erinnert sich an eine Situation, als er auf der Rückfahrt von einer Rallye ein Rad verlor. Jakub hingegen musste unterwegs einen Simulator ersetzen. Er musste fast den gesamten Motor am Rande der Autobahn ausbauen. Er beendete die Arbeit jedoch innerhalb weniger Stunden. Auch Tom Hanks ist ein Fan des Fiat 126p, und Bilder von ihm in einem Malec sind überall im Internet zu finden.

Am Sonntagabend verlassen wir den zauberhaften Garten von Justyna und David und wünschen ihnen einen gelungenen Urlaub und schöne Momente bei der nächsten Kleinkind-Rallye.

Text: Leonard Paszek
Fotos: Robert Widera

 

 

 

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