In Berlin, einer Stadt mit Zehntausenden von Galerien, Museen und anderen Kunstzentren, gibt es das DDR-Museum. Es hat den Anschein, dass in Berlin bereits alles gemacht wurde und nichts Neues, Originelles oder Publikumswirksames mehr erfunden werden kann. Aber sie haben sich geirrt. Das DDR-Museum fand fast von Anfang an großen Anklang. Es war, als ob sie darauf gewartet hätten. Im ersten Jahr besuchten rund 250.000 Menschen die Website.
Es befindet sich an einer interessanten Stelle an der Spreepromenade, gegenüber dem evangelischen Dom. Es entstand aus einer Privatinitiative von Peter Kenzelmann aus Freiburg, der die Idee einigen Freunden und Beamten vorschlug. Kenzelmann hat in kurzer Zeit Objekte gesammelt, die die Atmosphäre "jener Zeit" widerspiegeln und deren spezifischen Charakter verstehen lassen. Schon am Eingang stößt man auf einen Trabant, das plastische Objekt der Begierde vieler Ostdeutscher. Die Wartezeit für dieses Wunderwerk betrug mehrere Jahre. Ein paar Meter weiter kann man auf originalen Kinosesseln sitzen und DDR-Filme anschauen. Erich Honecker lächelt über die Monitore. Mit Kopfhörern können Sie sich seine Reden anhören.

In den Museumsräumen wurde ein typischer Wohnblock mit Tapeten, Bodenbelägen und Möbeln und natürlich einem roten Telefon nachgebaut. Während der Führung können Sie sich auf das Sofa setzen, den Hörer abnehmen und so tun, als würden Sie ein Gespräch führen. Die Vitrinen zeigen den Alltag der Bewohner der DDR. Es gibt Platten von Rockbands, Kinderbücher und Fotos, die die einzigartige Liebe der Ostdeutschen zur Freikörperkultur zeigen.
Natürlich wäre es unvollständig, die DDR ohne das umfangreiche System der Überwachung ihrer Bürger und die Aktivitäten der ostdeutschen politischen Polizei, der Stasi, zu zeigen.
Die Bürger der DDR wurden ständig abgehört. Im Museum kann man belauscht werden und belauscht werden. Die Abhörgeräte zeichnen auf, was Sie sagen, wenn Sie im Wohnzimmer sind, aber Sie können hören, was die Leute im Wohnzimmer sagen, wenn Sie neben ihnen sitzen.

Und was sagen sie? Auf unterschiedliche Weise. Einige von ihnen schwelgen in Erinnerungen, kommentieren eine Sendung, die auf einem 70er-Jahre-Fernseher ausgestrahlt wird, der auf einer Schrankwand steht, oder lachen beim Öffnen von Schränken.

Über den Abhörgeräten in dem kleinen Raum hängt ein Porträt von Erich Honecker, dem ehemaligen Staatschef der DDR.
Umfragen zeigen, dass zwei Drittel der Bürger in den neuen Bundesländern "eher positive" Assoziationen zur DDR haben. Eine ähnliche Nostalgie für die Volksrepublik Polen ist in Polen zu beobachten. Stilisierte Kneipen sind heute alltäglich. Einige ältere Menschen können sich jedoch immer noch nicht im Marktsystem zurechtfinden. Sie erinnern sich mit Tränen in den Augen an die Zeiten, als man ab 3 Uhr nachts einen Schinken kaufen musste, ein Farbfernseher vier Löhne kostete, Zigarettenkarten durch Karten für Süßigkeiten ersetzt wurden usw. Obwohl... wer weiß, ob wir nach den jüngsten tragischen Ereignissen nicht wieder dazu zurückkehren werden.
Leonard Paszek



 

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