Die Auswanderungsgeschichte von Krzysztof Mrowiec begann in den 1990er Jahren. Er hatte nicht vor, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. In Polen ging es ihnen nicht schlecht. Krzysztof arbeitete als Bergwerksvorarbeiter, und auch seine Frau hatte eine feste Stelle. Sie wohnten im Haus der Familie in Tychy-Lędziny, so dass sie nicht um ein Dach über dem Kopf kämpfen mussten.

Er kam mit seiner Familie zur Hochzeit seiner Schwester, die in den späten 1980er Jahren nach Deutschland gegangen war. Es war November, er nahm einen Monat Urlaub. Er wusste, dass alle, die schon einmal ausgewandert waren, sie drängen würden, in Deutschland zu bleiben. Und um ehrlich zu sein, hat es nicht lange gedauert. Zunächst tat er dies, um seinen Seelenfrieden zu bewahren, doch schon nach wenigen Monaten stellte er fest, dass er die Stabilität, die er durch die Emigration verloren hatte, schnell wiedergewinnen konnte. Die Wohnung, der Auftrag und das Auto kamen sehr schnell. Schon nach wenigen Monaten führte er ein normales Leben. Als er anfing, die Sprache zu lernen, begann er, sich in dieser für ihn so fremden Umgebung heimisch zu fühlen. Nach einem Jahr bekam er eine Stelle in einer Produktionsfirma, die ihm großartige Möglichkeiten bot, seine technischen Fähigkeiten zu entwickeln. Weitere Kurse und Schulungen brachten ihn beruflich voran. Er begann als Produktionsarbeiter und arbeitete sich in der Qualitätsabteilung bis zum Datenbankadministrator und Sachbearbeiter für Kundenrückvergütungen hoch.

Als Dreißigjähriger dachte er kaum über andere Dinge als das Alltägliche nach. Poesie, Malerei, Esoterik, Psychologie und ein tieferer Blick auf das, was ihn umgibt, begannen ihn in einem sehr reifen Alter zu beschäftigen. Seine ersten Gedichte schrieb er, als er über 40 Jahre alt war. Er erinnert sich sehr gut an die Umstände, unter denen er sein erstes Gedicht schrieb. Da er in drei Schichten arbeitete, konnte er oft nicht schlafen. In einer schlaflosen Nacht nahm er ein Blatt Papier zur Hand und schrieb darauf einige seiner aufgewühlten Gedanken. Leider ist das Blatt Papier irgendwo verloren gegangen, offenbar hat er es noch nicht ernst genommen. In den folgenden schlaflosen Nächten schrieb er mehr und mehr Notizen auf, die bereits die Form von Gedichten annahmen. Nach ein paar Monaten schrieb er regelmäßig. Nach einem Jahr wagte er es, einige seiner Gedichte an die damals in "Samy Życie" veröffentlichte Rubrik "Gedichtsammlung" zu schicken. Der ersten Veröffentlichung folgten weitere, bis er 2008 beschloss, seinen eigenen Gedichtband mit dem Titel "Liryki naiwne" zu veröffentlichen. Seitdem ist die Poesie zu einem untrennbaren Begleiter in seinem Alltag geworden.

Das Schreiben hat die Form einer unbestimmten Lebensweise angenommen, einer Flucht aus dem Alltag. In Dortmund, Essen und Oberhausen fand er Kreise von Menschen, die ihm ähnlich waren. Er begann, regelmäßig an Dichtertreffen teilzunehmen, wo er auch seine Gedichte vortrug. Seine positive Einstellung zum Leben und zu den Menschen führte dazu, dass er in den polnischen Gemeinden so wahrgenommen wurde. Die Menschen hörten und hören immer noch auf seine Gedichte. Mit der Zeit hörte seine Poesie auf, so naiv zu sein. Er entstand durch die Beobachtung von Phänomenen, der Welt um ihn herum, aber vor allem der Menschen. Im Sommer sitzt er gerne in einem Biergarten und beobachtet das menschliche Verhalten gegenüber anderen und sich selbst. Manchmal bemerkt er die Einsamkeit der Menschen, was ihn zu neuen Gedichten inspiriert. Seine Gedichte entführen den Leser in eine Welt der Träume, Gefühle, Stimmungen und Selbstreflexionen. Jeder, der es liest, sollte sich selbst als Gegenstand dieser Überlegungen, Sehnsüchte oder auch verlorenen und vergessenen Erlebnisse und Träume aus seiner Jugendzeit vorstellen können.

Das Schwierigste ist für ihn nicht, ein Thema zu finden, sondern einen Moment, in dem er die Emotionen, die sich in ihm aufstauen, zu Papier bringen kann. Vier Jahre nach seinem ersten Band veröffentlichte er einen weiteren mit dem Titel "Auf dem Weg zum Frieden... und zu mir selbst". Während des Gesprächs lacht er, dass seine Polnischlehrerin an der High School, die ihn nicht von der zweiten in die dritte Klasse versetzen wollte, wahrscheinlich überrascht wäre. Erst eine erfolgreiche Wiederholungsprüfung ermöglichte es ihm, sein Studium fortzusetzen.

Im Pandemiejahr 2020 vollendete er seinen mehrjährigen Plan, einen Roman zu veröffentlichen, der den Titel "Izydor, die Geschichte eines Hanyss aus den polnischen Bergen" trägt. In dem Buch beschreibt er das malerische Schlesien, die kommunistische Landschaft, den Wandel und seine Erfahrungen als Emigrant. In dem Buch finden sich viele Themen aus seinem persönlichen Leben. Es gibt viele Geschichten über leidenschaftliche... sogenannte "Momente". Der Autor weist jedoch darauf hin, dass sich nicht alle Themen des Romans auf seine persönlichen Erfahrungen beziehen. Es vermischt seine autobiografischen Elemente mit Geschichten, die er bei sommerlichen Treffen im Biergarten gehört hat. Krzysztof Mrowiec überzeugt den Leser davon, dass das Leben in der Einzigartigkeit der Ereignisse und Menschen, denen es begegnet, zu einer einzigartigen, individuellen Geschichte wird.

Das Buch erhielt positives Feedback von seinen polnischen Freunden, unter denen er das Buch verteilt. Viele seiner Freunde sahen ihn mit anderen Augen an, nachdem sie ihn gelesen hatten.

Das Buch kann im Online-Buchhandel und beim Autor erworben werden.

Text: Leonard Paszek

Fotos: Robert Widera

 

 

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