Anfang Oktober wurde die Musikwelt der deutschen Polonia von einer traurigen Nachricht erschüttert. Janusz Bury, Sänger zahlreicher Musikprojekte (Syndykat, Polish Honey Band, Blac Bone Company, Pusch Ab, Polton, BoJa) und Animator der polnischen Community-Musikbewegung in Nordrhein-Westfalen, ist in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober im Alter von 58 Jahren gestorben. Auf seine Initiative hin kamen bekannte polnische Bluesmusiker wie Adam Kulisz, Michał Kielak, Kuba Andrzejewski, die Band Kasa Chorych oder Partyzant zu Konzerten nach Deutschland.

Er war seit mehreren Jahren krank und verbrachte die letzten Monate im Krankenhaus. Leider hat die medizinische Welt den Kampf gegen die Feinheiten des menschlichen Körpers verloren. Es rührt mich zu Tränen, wenn ich daran denke, dass wir seine heisere Stimme nicht mehr in Musikclubs in Oberhausen, Essen oder Gladbeck hören werden. Musik hat ihn seit seiner Kindheit fasziniert. Er hat immer auf sie gehört. Der magische Ort für ihn war das Haus der Kultur im Bergwerk, in dem Bands aus Zabrze probten. Als Kind pflegte er unter den Fenstern zu stehen und auf diese Weise an ihren Proben teilzunehmen. Der zweite magische Ort war das Musikzimmer in der Schule. Dort verbrachte er seine Pausen und versuchte, verschiedene Instrumente zu spielen. Sein Lieblingsinstrument war das Schlagzeug. Er versuchte, Rhythmen auf kleinen Trommeln und Becken zu schlagen.

Janusz erinnert sich an eine Gruppe von Tänzern, die an der Akademie auftreten sollten. Leider sagte die Trommelgruppe, die den Rhythmus für den Marschtanz liefern sollte, in letzter Minute ab. Die Geschäftsleitung überlegte nervös, was sie tun sollte. Janusz wurde Zeuge dieser Vorgänge und bot schüchtern an, es vielleicht einmal zu versuchen. Der ungläubige Musiklehrer willigte ein, mit ihm in den Musikraum zu gehen und ihm beim Spielen zuzuhören. Als sie das rhythmische Geräusch hörte, machte sie "große Augen" und sagte dem Management zufrieden, dass Janusz Bury die Situation retten würde. Es war sein erster Auftritt, der mit einem Beifallssturm belohnt wurde.

Nach der Grundschule ging er nach Zabrze "Samochodówka", wo er den Beruf des Spenglers erlernte. Die Körperarbeit erinnerte ihn an einen Rhythmus, und sein Chef sagte oft, dass er sie mit einer solchen "Leidenschaft" ausführe, als würde er eine Sinfonie anstimmen. Er nahm auch an den Proben der Schulbands teil. Nach dem Abschluss der Berufsschule arbeitete er in verschiedenen Berufen. Er war Fahrer und arbeitete unter Tage in einem Bergwerk. Es war die Zeit, als die schlesischen Bands der so genannten "jungen Generation" aufkamen. So besuchte er Musikclubs, darunter das berühmte "Pyrlik" in Bytom oder das "Kocynder" in Chorzów. In privaten Gesprächen machte er keinen Hehl daraus, dass neben der Musik auch Drogen eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten. Viele Musiker haben sie benutzt.

Für Janusz und seine Verwandten wurde ein solches Leben immer beschwerlicher. Es gab schöne Erlebnisse, narkotisierende Visionen, aber leider begann er, vor Menschen und Freunden in seine eigene Welt zu flüchten. Es gab Reha-Versuche, die aber leider nicht erfolgreich waren. Er wurde allein gelassen. Seine Eltern und Verwandten gingen nach Deutschland. Janusz hatte ein gutes Leben. Er hatte eine Wohnung und Hilfe von seiner Familie im Westen. Es gab ein Klima und es gab einen Blues. In den 1980er Jahren beschloss er, nach Deutschland zu ziehen. Er wusste, dass dies eine Chance für ihn war. Seine Mutter half ihm aus seiner Sucht. In Momenten des Schmerzes massierte sie seine Füße. Leider gab es mehr Comebacks und mehr Ausstiege. Aber der Traum von der Musik ging weiter. Er beendete seinen Sprachkurs, nahm eine Stelle an und gründete eine Familie. Eines Tages traf er zufällig einen Freund aus Zabrze, der einen Sänger für seine Band suchte. Das war 1994. Dies war eine weitere Chance für Janusz. Er ging in einen Bunker in Essen-Borbeck, wo die Proben stattfanden. Dies war sein erster Kontakt mit polnischer Musik in Deutschland. Dort traf er Musiker, die wie er die Entscheidung getroffen hatten, auszuwandern. Die erste Band, die er mitgründete, hieß EXIT. Sie spielten polnische Covers. Sie waren nicht oft auf Tournee, aber sie haben viel geübt, und das hat ihnen Freude gemacht. Im selben Bunker übten die Jungs der Band Abigail, in der Robert Kempa und Krzysztof Weihsmann, der heutige Gitarrist von Nomedia, spielten. Nach ein paar Jahren wurde aus diesen beiden Bands die Band Syndykat gegründet, die bis heute existiert.

Janusz war 8 Jahre lang ihr Sänger. Es war eine großartige Zeit in seinem Leben. Die Drogen verschwanden, aber die Musik wurde seine Sucht. In diesen Jahren ist er auch technisch gereift. Später gab es weitere musikalische Projekte.

Mit wechselndem Erfolg versuchte er, die Musik mit Beruf und Familie zu vereinbaren. Er war nicht immer erfolgreich. In einem Interview vor 5 Jahren sagte er, dass er Gott dankt, dass er es geschafft hat, aus der Sucht herauszukommen, und ihn bittet, ihn noch lange singen zu lassen. Er hatte keinen Erfolg und sang bis zu seinem 57. Dann unterbrachen Krankheit und Tod das, was er am meisten liebte.

Leonard Paszek

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