Radiomoderatoren assoziieren wir vor allem mit ihrer Stimme. Oftmals möchten wir jedoch etwas mehr über sie erfahren, wissen, wie ihr Gesicht aussieht, wie sie arbeiten und wie sie zum Radiosender gekommen sind. Die Antwort auf diese Fragen fand ich in einem Gespräch mit Teresa Colo, der Moderatorin von Silesian Internet Radio. Die lächelnde Frau, die positive Energie ausstrahlt, erzählte mir von ihrer Jugend in Schlesien, ihrer Auswanderung nach Deutschland und wie sie zum Radio kam.

Es ist ihr Hobby, das sie mit großer Leidenschaft betreibt und das "die Hälfte ihrer Welt" ausmacht. Dies war jedoch nicht Teresas Jugendtraum. Nach dem Abschluss der Grundschule setzte sie ihre Ausbildung am Medizinischen Gymnasium in Świętochłowice fort und spezialisierte sich später als Instrumententechnikerin. Ihre Arbeit im Beuthener Krankenhaus hat sie sehr befriedigt, und es kam ihr nie in den Sinn, dass sie einmal Radiomoderatorin werden würde.

Teresa Colo stammt aus Chorzów, ist also eine "ślónsko dziołcha (ein Mädchen aus Schlesien), pflegte und förderte sie bereitwillig den Dialekt ihrer Region. Schlesien hat mehrere hundert Jahre lang administrative Veränderungen durchlaufen, die zweifellos die Entwicklung der Sprache seiner Einwohner und ihre Bindung an den Dialekt beeinflusst haben. Obwohl sie die polnische Sprache perfekt beherrschte, unterhielt sie sich "mit ihren Freunden auf Schlesisch". (sie sprach mit ihren Freunden Dialekt). Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, fiel spontan. Ihre Liebe zu dem Mann, der später ihr Ehemann wurde, veranlasste sie zur Auswanderung.

Nach mehreren Jahren im "neuen Land" vermisste sie den schlesischen Dialekt und die Traditionen. Überredet von einem Freund, meldete sie sich im Internetforum "Schlesische Klachule" an. Die Gruppe traf sich regelmäßig nicht nur in Chaträumen, sondern auch im wirklichen Leben. Damals lernte sie mehrere Moderatoren von schlesischen Internetradios kennen. Als sie nach einem Interview, das sie in einer der Sendungen gab, ein Angebot zur Zusammenarbeit erhielt, wusste sie nicht, wie sie reagieren sollte. Später fand sie heraus, dass es an dem schlesischen Dialekt lag, den sie bei dem Interview verwendete, und an ihrer warmen und freundlichen Stimme.

Die Anfänge des Radioabenteuers waren nicht einfach. Das Vorlesen der Texte erfordert eine angemessene Interpretation und die Präsentation von Musikhits "live". Während der Sendung gibt es Gespräche mit Zuhörern, die für den Moderator "unsichtbar" sind, auf die man angemessen reagieren und darauf achten muss, dass man keinen Fehler macht. Außerdem müssen Sie den Zeitrahmen genau einhalten. Anfangs fiel es ihr sehr schwer, doch mit der Zeit legte sie ihr Lampenfieber ab und sitzt heute völlig entspannt, aber immer noch mit großem Respekt vor den Zuhörern, in ihrem heimischen Radiostudio. Sie ist stolz darauf, dass sie gelernt hat, die technischen Geräte selbständig zu bedienen, was ihr das Senden ermöglicht.

Teresa Colo spricht mit großer Leidenschaft über ihr Hobby und betont, dass sie sich abends gerne mit ihren Zuhörern unterhält und in dieser Zeit neben der Musik oft auch ernstere Themen anschneidet. Manchmal lädt sie auch Gäste in die Sendung ein. Einer von ihnen war ein Arzt, der an einer Diskussion über Brustkrebs teilnahm. Dieses Thema stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse. Das Repertoire der Themen, die in ihren Sendungen behandelt werden, ist sehr breit gefächert: "Meeresgeschichten", "Landmusikprogramm", "Schlesische Traditionen", "Geschichten aus der Kindheit", "Hits von damals" oder das Vorlesen von Gedichten, die von Hörern eingesandt wurden.

Teresa Colo hat viele Jahre lang Erfahrungen gesammelt und ist zu der Überzeugung gelangt, dass die soziale Arbeit im schlesischen Internetradio ihre Lebensaufgabe ist. Während der Sendungen sind die Türen ihres Heimstudios geschlossen. In den Pausen zwischen den Liedern, die sie sorgfältig für ihre Zuhörer auswählt, geht sie nicht in die Küche, um schlesische Knödel zu "kochen", die Brötchen zu würzen oder das Rotkraut zu probieren. Auch die Kinder rufen zu dieser Zeit nicht an, weil sie wissen, dass ihre Mutter in ihrem Element ist. Sie bietet die Stunden im Internet exklusiv für ihre Hörer an. Für sie ist es eine Zeit, in die virtuelle Welt einzutreten, die sie im Laufe der Zeit als knallharte Realistin kennen gelernt hat. Ihre Stimme ist nicht nur im Radio, sondern auch in den polnischen Gemeinden zu hören. Seit Jahren unterstützt sie das Great Orchestra of Christmas Charity nicht nur mit Spenden, sondern auch mit ihren eigenen Handarbeiten, die versteigert werden. Er trifft seine Hörer oft während der WOSP-Finals.

Sie sagt von sich selbst: "Ich kann das Leben genießen und bin mir in gewisser Weise meiner eigenen starken Persönlichkeit bewusst. Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern und meiner Enkelin. Ich höre gerne Musik und tanze gerne. Ich spiele kein Instrument und kann nicht singen". In meinem Gespräch mit Teresa Colo hörte ich jedoch einen starken Ton ihres Lebensoptimismus.

Www.slaskieradio.com wurde 2007 von Michal Otrzosek gegründet, der ursprünglich aus Ruda Śląska stammt, jetzt aber in Niedersachsen, Deutschland, lebt. Es handelt sich um ein Internetradio, das auch über Satellit auf dem Handy gehört werden kann. Im Jahr 2015 wurde das Radio von Leonhard und Danuta Rzepa aus dem Westerwald übernommen.

Text: Claudia Daniel

Foto: Archiv

 

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