Er stammt aus Łódź, schloss sein Studium in Wrocław ab, machte aber seine ersten beruflichen Schritte in Deutschland. Im Jahr 2009 wurde er in das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf aufgenommen. Nach zwei Jahren wurde ihm eine Stelle als Solist angeboten.

Trotz seines jungen Alters kann Łukasz Konieczny bereits eine beeindruckende Karriere und Erfolge vorweisen. Seine Stimme - der tiefstmögliche Bass, "basso serioso" genannt - erklang in großen und bekannten Opernhäusern wie der Semperoper in Dresden, der Hamburger Oper, Dubai, Toulouse usw. Er trat an der Nationaloper in Warschau auf. An der Warschauer Nationaloper trat er als jüngster Interpret in der Geschichte der Oper mit der Rolle des Skołuba in der "Unabhängigkeits"-Inszenierung von Stanislaw Moniuszkos "Spukhaus" unter der Regie von David Pountney auf und hinterließ mit seiner "Arie mit Uhr" einen großen Eindruck. Auf der Bühne der Münchner Oper sang er mit Placido Domingo, einem der berühmtesten Tenöre der Welt. Auch der Auftritt in Reinsberg, Österreich, in der Oper "Acis und Galeta" unter der Regie von Michael Sturminger, bei dem er John Malkovich kennenlernte, ist für ihn sehr wichtig in seinem Leben.

An seiner Heimatbühne, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg, hat er bereits fast alle für Bässe vorgesehenen Partien interpretiert und über fünfzig von ihnen gemeistert. Es ist typisch für Opernbässe, dass sie in die Rollen älterer Männer schlüpfen: Priester, Väter, Verbrecher und Schurken. Łukasz Konieczny mag diese Rollen jedoch sehr gerne: "Die Vorbereitung auf eine solche Rolle regt die schauspielerische Fantasie an. Einer meiner Favoriten ist zum Beispiel Sparafucile in Giuseppe Verdis Oper 'Rigoletto'", sagt er. Ein großer Traum von Lukasz Konieczny war es, in Richard Wagners "Ring des Nibelungen" mitzuwirken, der sich auf der Bühne der Deutschen Oper am Rhein erfüllte, wo er erfolgreich die Rollen des Fafner in "Rheingold" und "Siegfried" sowie des Hunding in der Oper "Die Walküre" gestaltete.

Auch die zeitgenössische Musik spielt in Łukasz Koniecznys künstlerischem Leben eine wichtige Rolle. "Die berühmte Inszenierung von Thomas Manns "Der Zauberberg" mit der Musik von Paweł Mykietyn unter der Regie von Andrzej Chyra ist sicherlich eines der großen Ereignisse", sagt Łukasz Konieczny und fügt hinzu: "Erwähnenswert ist auch meine Teilnahme an der Weltpremiere der Oper 'ahat'ili - Schwester der Götter' mit dem Libretto der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk und der Musik von Alek Nowak, die mit dem Fryderyk-Preis ausgezeichnet wurde, sowie die Aufführung mit dem Titel 'Herr Thaddaeus'. (d.h. Anrufung aus "Pan Tadeusz") in deutscher Sprache mit Musik von Paweł Mykietyn. Darüber hinaus organisiert und beteiligt sich Łukasz Konieczny an verschiedenen Projekten und Konzerten. Er präsentiert Werke von Moniuszko, Chopin, Beethoven und anderen, wobei er das Szenario und die Aufführung oft selbst vorbereitet. Einer seiner jüngsten Auftritte war das "Konzert für Gesang und Orgel" im Juli in Mönchengladbach, bei dem er Ludwig van Beethovens "6 Lieder von Gellert" interpretierte und Geld für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und der Pfalz spendete.

Łukasz Konieczny ist der jüngere Bruder des berühmten Opernsängers Tomasz Konieczny, einem Bariton, der an den berühmtesten Opernhäusern der Welt aufgetreten ist und als einer der absolut Besten der Opernwelt gilt. Zwischen den Brüdern gibt es jedoch keine erbitterte Rivalität, jeder von ihnen geht seinen eigenen künstlerischen Weg. Sie haben sich bisher nur zweimal auf der Bühne getroffen, aber es gibt bereits Projekte für gemeinsame Auftritte.

Łukasz Konieczny arbeitet seit zwei Jahren als selbständiger Solist und ist noch häufiger auf Reisen. Auch seine beruflichen Wege führen ihn oft nach Polen. Er sagt, dass er gerne dort arbeitet und einer der Gründe dafür die große Kreativität und Offenheit auf den Bühnen in Polen ist, wo man nicht akribisch auf die Zeit schaut, sondern neue Ideen und Lösungen ausprobiert.

Auf die Frage nach seinen beruflichen Träumen antwortet er mit einem Lächeln: "Das Wichtigste ist, dass sich alles wieder normalisiert und dass die Opernbühnen funktionieren. Ich würde gerne die Rolle des Gremino in der Oper 'Eugen Onegin' von Pjotr Tschaikowsky spielen, aber da die Oper mein Leben ist, nehme ich alle interessanten Rollen gerne an und spiele sie mit größter Freude."

Nun stehen wieder Polen und die wegen der Pandemie überfälligen Premieren in Danzig ("Fidelio") und Warschau ("La Bohème") sowie "Caio Fabbricio" im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle auf dem Plan. Aber nichts lässt sich vorhersagen. "Die Pandemie hat die ganze Welt hart getroffen, aber eine der am stärksten betroffenen Gruppen sind Künstler und Kulturschaffende. Es hat meine Perspektive und die Art und Weise, wie ich mein Berufsleben betrachte, dramatisch verändert. Ich liebe, was ich tue, und deshalb ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und trotz der Einschränkungen aktiv zu sein. Zum Glück kommen immer wieder neue Vorschläge, und wir müssen uns an die neuen Bedingungen anpassen", sagt Łukasz Konieczny.

Roma Stacherska-Jung

KALENDARIUM

  

Newsletter

 

 

 

  Zeitschrifft der POLONIA

 

 

 

Wir verwenden Cookies für die Funktionen auf unserer Website und um die Erfahrung unserer Nutzer zu verbessern.