Karl Dedecius, war ein Mann der Institution, sowohl in Polen als auch in Deutschland. Hätte er gelebt, wäre er am 20. Mai 100 Jahre alt geworden. Er starb im Alter von 95 Jahren. Er hinterließ ein großes Vermächtnis an Übersetzungen und das Deutsche-Polen Institut in Darmstadt.

Über 20 Jahre lang arbeitete Dedecius als Versicherungsvertreter für die Frankfurter Allianz-Versicherung. In dieser Zeit war das literarische Übersetzen auf ein Hobby beschränkt. 1980 gründete er das Deutsche Polen-Institut, das seither die polnische Literatur popularisiert und die beiden Nationen einander näher bringt.

Er hat mehrere Dutzend Anthologien und Einzelbände von Schriftstellern veröffentlicht. Er ist Herausgeber der 50-bändigen Reihe "Polnische Bibliothek" zur polnischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Insgesamt hat er über 300 Dichter und Prosaschriftsteller übersetzt.

Er war befreundet und korrespondierte mit den größten polnischen Dichtern: Wisława Szymborska, Tadeusz Różewicz, Zbigniew Herbert und Czesław Miłosz. Er war einer der letzten Vertreter der Generation der deutsch-polnischen Aussöhnung.

2011 verlieh ihm die Deutsch-Polnische Gemeinschaft in Aachen den Polonicus-Europapreis in Anerkennung seines Beitrags zur polnischen Literatur und seiner Bemühungen um den Brückenschlag zwischen polnischer und deutscher Kultur.

Dedecius ist ein außergewöhnlicher Übersetzer. In seiner Arbeit brach er mit zwei Stereotypen, die das Verständnis der Rolle eines Übersetzers prägen. Der erste sagt, dass der beste Übersetzer von Gedichten ein anderer Dichter ist. Die zweite, dass ein Übersetzer meist auf einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Epoche beschränkt ist. Dedecius war in verschiedenen Epochen und literarischen Stilen zu Hause. Er selbst sagte, dass das Durchwandern von Epochen ihn amüsierte und ihm Befriedigung verschaffte. Nach seinen Kriegserfahrungen beschloss er, dass die Literatur ein großer Faktor sein könnte, um zwei Nationen einander näher zu bringen, und das gelang ihm glänzend. Und das ist ihm glänzend gelungen.

Leonard Paszek

Fotos: Stefan Dybowski / Gala Polonicus - Aachen 2011

 

von Links: Senator RP Barbara Borys-Damięcka, Institut Polonicus Wieslaw Lewicki, Vorsitzender ZPwN-Kleve Władysław Pisarek, Prof.  Norman Davies, Abgeordnete RP Joanna Fabisiak, Statsekretär AA/ Generalkonsul in Danzig Cornelia Pieper, Prof. Karl Dedecius, artystka Margaux Kier, Moderatorin Joanna RatajczaK

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