An Nelken, Strumpfhosen und andere Geschenke zum Frauentag erinnern sich nur noch wenige Männer. Immer weniger Menschen gehen an diesem Tag mit einer Blume über die Schwelle ihres Hauses und können sich ein warmes Wort leisten. Die Frauen der Facebook-Gruppe "Wir sind für uns da - Polki NRW" (Frauen in eigener Sache - Polnische Frauen in Nordrhein-Westfalen) beschlossen, die Feierlichkeiten selbst in die Hand zu nehmen und organisierten "Walking Dresses" in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens.

Sie wollten ihre Weiblichkeit, aber auch ihr Selbstvertrauen betonen. Die Initiatorin und Moderatorin der Gruppe, Joanna Elies, arbeitet neben ihrem Engagement für die Integration polnischer Frauen in Nordrhein-Westfalen auch beim Integrationsrat in Dorsten. Der Spaziergang in Kleidern hatte keinen politischen Akzent, war auch kein Ausdruck von Emanzipation oder Protest, sondern lediglich eine Demonstration von Weiblichkeit - "Romantisch, trotzig, unschuldig, verführerisch - Kleider sind manchmal ein Marker für unsere Identifikation mit dem, was wir fühlen und wie wir uns fühlen. Ein Kleid ist eine Demonstration unserer Weiblichkeit, unserer freien Wahl. Wir entsprechen nicht den gesellschaftlichen Erwartungen, den historisch auferlegten Normen, wir entsprechen nicht der Mode und dem Schönheitskanon, weil wir es müssen, es ist unsere bewusste und freie Entscheidung, eine Frau zu sein, und unser Gang in einem Kleid ist eine Freude, uns zu treffen und den Frauentag zu feiern." So erzählt Joanna Elies von ihrer Idee. "Walk in a dress" wurde am 7. März u.a. organisiert in: Bad Salzdetfuhrt, Dortmund, Essen, Hamm, Köln, Mönchengladbach.
Scharen von Frauen nahmen in den jeweiligen Städten nicht am Spaziergang teil, wahrscheinlich nicht nur wegen der Pandemie. Diejenigen, die teilgenommen haben, hatten jedoch eine tolle Zeit. Sie feierten weibliche Freundschaft und Solidarität. Im Grugapark in Essen sangen und tanzten die Teilnehmer des Spaziergangs auf einer Frühlingswiese. Sie gingen selbstbewusst und wehten ihre Kleider ab und zu gegen den Wind.
Die Facebook-Gruppe "Wir sind für uns da - Polki NRW" dient dem Austausch über Themen rund um Selbstentfaltung, Auswanderung und Familie.

Text: Leonard Paszek
Foto: Christian Murowski

 

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