Die Schauspieler des Theaters "Danzig" in Oberhausen geben den Virus nicht auf. Trotz Restriktionen, die Treffen verbieten, sehen sie sich regelmäßig und proben zwei neue Stücke, "Serenade" und "Auf hoher See" von Sławomir Mrożek. Obwohl die Treffen virtuell abgehalten werden, was die Einführung von Bühnenbewegung und Live-Interaktion auf der Bühne einschränkt, ist das Wichtigste für sie die Möglichkeit des Kontakts mit der ganzen Gruppe und die Durchführung von Proben.
Direktorin Anna Dembek-Łada ist der Meinung, dass jedes virtuelle Treffen etwas Wertvolles bringt, sie ist sich jedoch bewusst, dass die Entwicklung der Kunst weiter fortgeschritten wäre, wenn die Treffen "live" stattfinden würden. "Die Tatsache, dass Schauspieler sich vorstellen müssen, wie sie sich bewegen werden, wenn sie eine bestimmte Zeile sagen, schränkt die Entwicklung der Kunst ein. Jede Bewegung des Schauspielers, sei es ein Winken mit der Hand oder eine Hinwendung zu einer anderen Person, bewirkt eine Veränderung des Tons des gesprochenen Wortes. Leider wird Ihnen diese Möglichkeit bei virtuellen Proben genommen. Was ich mir vorstelle, oder was die Schauspieler sich von ihren Bewegungen vorstellen, entspricht sicher nicht dem, was wir auf der Bühne sehen werden. Ich bin sehr froh, dass wir etwas tun, denn jedes Treffen und jede Stunde ist wichtig, aber ich bin mir bewusst, dass das Stück nicht die richtige Form und den richtigen Schwung bekommt, solange die Schauspieler nicht auf den Brettern stehen und anfangen, sich zu bewegen.
Dorota Kawka-Grzeschik, der der soziale Kontakt und das Zusammenleben in einer Gruppe fehlt, befürchtet, dass die Möglichkeit der virtuellen Proben in Zukunft zu deren Missbrauch und Behandlung als Ersatz führen könnte. Barbara Baldys ist der Meinung, dass Proben auf der Bühne sehr notwendig sind, aber da sie nicht stattfinden können, ist die Technik ein Segen, mit der man sich wenigstens auf das Einüben der Texte konzentrieren kann. Agnieszka Radola, die in "Serenade" die Rolle der Blondi spielt, bemerkt eine große Diskrepanz zwischen den Proben, die im Theater stattfanden und Gesten und Bewegung beinhalteten, und denen, die jetzt stattfinden. Sie ist sich der Tatsache bewusst, dass, wenn es möglich sein wird, "auf die Bretter zu gehen", der Text beherrscht wird, aber alles andere gelernt werden muss. Marian Dudek, ein Theaterfuchs, meint, dass ein Mensch seinen Text ganz anders interpretiert und sich anders bewegt, wenn er auf der Bühne steht, wenn er sich eine Person vorstellen kann, die im Publikum sitzt, für die er gerade spielt. "Ich bin mir bewusst, dass das virtuelle Lernen von Dialogen eine große Hilfe ist, aber ich vermisse die knarrenden Bretter der Bühne." Leonard Paszek (Kogut) hingegen betont, dass die Technik es ermöglicht, dass Menschen regelmäßig an den Proben teilnehmen können, auch solche, die von weit her kommen. Es birgt jedoch die Gefahr, dass man sich daran gewöhnt und das reale Treffen in Zukunft zu oft ersetzt, zum Beispiel bei schlechtem Wetter.
Im November 2020 begannen die Proben für die neuen Stücke "Serenade" und "Auf hoher See" von Slawomir Mrozek. Pandemie, die zwar ihre Fortsetzung auf der Bühne behinderte, entmutigte die Schauspieler aber keineswegs, ihr großes Theaterabenteuer zu erleben.

Text und Foto von Claudia Daniel

 

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