Wir nähern uns langsam dem Ende des Jahres 2020, und ich denke, jeder von uns versucht, einen kleinen "Gewissens-Check" zu machen, um zu beurteilen, wie das Jahr eigentlich für uns war. Auch ich habe eine solche Untersuchung durchgeführt. Ich denke, dass dieses Jahr sehr bunt, schwierig, aber auch reich an neuen Lebenserfahrungen war. Erfahrungen, die wir noch nie machen mussten. Ich meine, die globale Krise des weltweiten Ausbruchs. Diese Krise hat ausnahmslos jeden getroffen. Manche mehr und andere weniger. Diese Epidemie hat gezeigt, wie schwach wir gegen einen Virus sind, der das normale Funktionieren von Ländern und ihren Menschen lahmgelegt hat. Es hat uns gezeigt, dass selbst sehr gut entwickelte Länder mit diesem Problem nicht zurechtkommen. Viele Projekte, die für uns wichtig waren, wurden durch ihn plötzlich unwichtiger und mussten in den Hintergrund gerückt werden. Plötzlich wurde der Kampf um Gesundheit und Leben das wichtigste Ziel. Nicht nur unsere wirtschaftlichen Ziele verschwanden aus den Augen, sondern auch unser soziales und kulturelles Leben verblasste. Wir konnten keinen Sport treiben und beschränkten unsere Aktivitäten an der frischen Luft. Wir wurden zu Gefangenen in unserem eigenen Haus. Viele Familien verloren ihr Einkommen. Sie mussten die Richtung ändern, um zu überleben.

Kultur und Kunst befanden sich in einer sehr schwierigen Situation. Künstler sitzen zu Hause, oft unproduktiv, und wir können ihre Talente nicht bewundern. Ohne aktive Teilnahme an den geplanten kulturellen Veranstaltungen ist das Leben sehr arm und grau geworden, und wir sind in unseren Häusern eingesperrt und werden frustriert. Die Pläne von wunderbaren Ereignissen, auf die wir schon lange gewartet haben, sind für immer dahin. Viele von uns planten Weihnachtsbesuche von Familien in Polen, die vergangenen und die kommenden. Geplanter, wohlverdienter Urlaub und Treffen mit geliebten Menschen sind dahin. Weihnachten steht vor der Tür und viele fragen sich, was sie tun sollen. Viele Polen, die ihren Lebensunterhalt außerhalb Polens verdienen, dürfen nicht zu Weihnachten fahren, weil das mit Quarantäne verbunden ist. Dort warten jedoch die Angehörigen auf sie. Ehefrauen, Mütter, Kinder, Ehemänner und Väter warten auf sie. Dies sind Probleme, die extrem schwer zu lösen sind. Viele unserer Landsleute, die dauerhaft im Ausland leben, stehen ebenfalls vor solchen Problemen. Dies sind sehr schwierige und oft schmerzhafte Entscheidungen.

Die Härten dieses Lebens haben auch die Aktivisten der verschiedenen Organisationen erreicht, die ein sehr wichtiger Teil des Lebens im Exil sind. Viele Pläne blieben unrealisiert. Das jährliche Treffen der Polregio-Mitglieder und -Unterstützer beim gemeinsamen Grillfest fand nicht statt. Auch der jährliche Polonicus German Polonia Award wurde nicht vergeben. Bald werden wir das neue Jahr 2021 begrüßen und auch unsere traditionelle gemeinsame Begrüßung des neuen Jahres wird nicht stattfinden. Ich denke, dass wir in diesen feierlichen Tagen noch zusammen sein werden. Wir schließen uns mit unseren Gedanken an und wünschen allen das Beste.

Dieses schwierige Jahr geht für uns zu Ende, aber wir haben nicht nur versagt. Wir haben auch viele Erfolge zu verzeichnen. In unseren Reihen haben sich neue Mitglieder eingefunden, die mit großer Energie an die Arbeit gegangen sind. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal vier unserer Kollegen in die NRW-Integrationsräte eingeführt, die unsere Interessen im Bereich der Unterstützung der NRW-Behörden für Aktivitäten wie das Erlernen der polnischen Sprache, alle Projekte, die zur Erhaltung und Förderung unserer Kultur beitragen, vertreten werden. Das neu ins Leben gerufene Projekt Infopoint zur Unterstützung der Integration von Migranten wurde sehr energisch in Angriff genommen. Die ersten Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Während der Pandemie halfen unsere Beraterinnen und Berater in regelmäßiger Rufbereitschaft vielen unserer Landsleute in NRW in schwierigen und manchmal ausweglosen Situationen. Wir haben schnell entdeckt, dass kollektives Handeln große Kraft hat. Diese harte Zeit hat uns also gestärkt und wir haben gezeigt, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen bestehen können. Dank der virtuellen Technik hielten wir regelmäßige Meetings ab und agierten mit voller Kraft, um unsere Aktivitäten zu koordinieren und Probleme im Zusammenhang mit den laufenden Aktivitäten zu lösen. Dies sind nur einige Beispiele für Erfolge.

Die schwierige politische Situation in der Welt und in Polen veranlasste einige Mitglieder unserer polnischen Gemeinschaft, sich aus Gründen unterschiedlicher Lebensauffassungen, Problemlösungsansätze und Erwartungen zu trennen. Ich bin aber guten Mutes und weiß, dass wir unsere Schwächen durchaus überwinden, die entstandenen Grenzen und Mauern aufheben und gemeinsam wieder etwas Neues aufbauen können. Ich glaube, dass wir nur gemeinsam das meiste erreichen können. So freue ich mich auf das neue Jahr, ohne gesundheitliche Probleme, in Freundschaft und mit Energie, um weiter für unsere bedürftigen Landsleute im Exil zu arbeiten. In der Freundschaft und dem Frieden, die wir in Polregio arbeiten.

Wir wünschen allen unseren Landsleuten Frieden und Gesundheit nicht nur über die Feiertage, sondern auch für das ganze nächste Jahr. Wir sehen uns im neuen Jahr, ohne die Schwierigkeiten, die jetzt so lästig sind.

Jurek Uske   

Aachen, Köln,  Essen, Wuppertal, Düsseldorf,  

grudzień   2020

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