Nordrhein-Westfalen ist eine Kulturlandschaft, in die, das Polnische seit dem 19. Jahrhundert eingeschrieben ist. Polinnen und Polen sind ein integraler Bestandteil von Nordrhein-Westfalen. Integration kommt vom lateinischen "Verschmelzen". Die polnischen Frauen haben ihre Kräfte und Ressourcen gebündelt und werden sich nun zum Wohle der Migrantinnen und Migranten in NRW einsetzen.

Joanna Szymanska:"Wir werden hier und jetzt arbeiten: in Aachen, Dorsten, Düsseldorf Essen, Köln, Münster und schließlich in Nordrhein-Westfalen. Hier leben wir, hier arbeiten wir, hier gründen wir Familien, hier gehen unsere Kinder in Kindergärten und Schulen, hier zahlen wir endlich Steuern – aus den u.a. die Integrationsräte finanziert werden. Integrationsräte denen wir seit dem 13.09 angehören!  Wir, Frauen, Migrantinnen polnischer Herkunft, jede aus einer anderen Stadt in Polen und jede aktiv in einer anderen Stadt in Deutschland. Scheinbar unbekannt und doch so nah zueinander, nahe beieinander durch das Prisma der kulturellen Identität und das Bedürfnis der bürgerlichen Partizipation" - Joanna Szymanska, neu gewähltes Mitglied des Aachener Integrationsrates, Liste: „Info-Point. Bürgerinnen und Bürger für Aachen“. Projektleiterin des Info-Points Polregio - Netzwerk Sozialer Strukturen in NRW - Maßnahme zur Stärkung der Kompetenzen von Auslands-Polen – ein Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, Partizipation und Integration für Menschen mit polnischem Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen“. 

Partizipation und strukturelle Integration sind der Pfeiler, die Mission und das unbedingte "must have" dieses Projekts, das seit 2019 realisiert wird.  In der Tat legt dieses Projekt den Grundstein für das, was wir gemeinsam erreicht haben, der Info-Point war der Ausgangspunkt. Joanna Szymanska lebt seit Mitte 2017 in Aachen, Politikwissenschaftlerin und Sprachwissenschaftlerin, Trainerin und Coach, derzeit Doktorandin an der RWTH Aachen in der Fakultät für Politikwissenschaft, mit der Leidenschaft und dem Grundbedürfnis von Sozialpolitikern, Ioans Ehefrau, Mama von Zosia und Józefinka.

 Joanna Dziekan-Elies: "Integrationsratswahlen haben in Deutschland eine fast 50-jährige Tradition. In meiner Stadt Dorsten, fanden sie allerdings zum ersten Mal statt. Ich lebe seit über 22 Jahren in Dorsten, einer Stadt mit etwa 88.000 Einwohnern. Ich lebe in Dorsten lautlos. Die Informationen über die Projekte der Stadt für Migrantinnen und Migranten haben mich nie direkt beschäftigt; die Medien haben darüber kaum berichtet – somit war alles unsichtbar, auch ich war unsichtbar.

Ich arbeite seit 19 Jahren als Erzieherin, mit jungen Menschen. Seit 19 Jahren arbeitete ich interkulturell, ich weiß, dass wir Migrantinnen und Migranten ein großes Potenzial und eine große Kraft haben, um die Migrationspolitik, die Kultur- und Sozialpolitik der Städte, in denen wir leben, zu beeinflussen. Gerade diese Gelegenheit wollte ich nicht verpassen. Als unabhängige Kandidatin für den Dorstener Integrationsrat wollte ich uns Migrantinnen und Migranten als Ressourcen zeigen, und nicht die Problembereiche Deutschlands. Aus dem Schatten tretend, zeigen wir die vielen Facetten der Migrantinnen und Migranten, die seit Jahren in Deutschland leben. Sehr viele von uns sind in verantwortungsvollen Berufen tätig und tragen unermüdlich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Unsere Teilnahme an den Integrationsratswahlen zeigt unterschiedliche nationale Identitäten und spiegelt den multikulturellen Querschnitt der Gesellschaft wider. In Dorsten habe ich als einzige Vertreterin der EU-Länder die Ehre, das Gesicht Europas zu sein" - Joanna Dziekan-Elies, Mitglied des Dorstener Integrationsrates.

Karolina Chadzińska, neu gewähltes Mitglied des Düsseldorfer Integrationsrates für die Liste „Info-Point. Polen in Düsseldorf“. Sie ist ausgebildete und leidenschaftliche Deustchlehrerin und die Früh- und Vorschulpädagogin, seit September Koordinatorin des "Info-Point Polregio" in Düsseldorf. Privat eine glückliche Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern.

"Meine berufliche Laufbahn war immer mit der deutschen Sprache verbunden. Als 22-jähriges Mädchen begann ich im Ausland als Übersetzerin für Deutsch zu arbeiten. Im Juni 2019 sind wir mit der ganzen Familie nach Düsseldorf gezogen. Kurz bevor wir aufbrachen, wusste ich, dass ich hier auf eine Mission gehen würde - "Ich will helfen! Im Juli 2020 beendete ich die Arbeit an meinem ersten Buch "Nach Deutschland... Und wie geht es weiter?", das eine Sammlung meiner eigenen Gedanken und wertvoller Ratschläge ist und für diejenigen geschrieben wurde, die planen, nach Deutschland umzuziehen.

Für mich ist es besonders wichtig, dass Migrantinnen und Migranten ihre Rechte kennen, wissen, wo sie Hilfe bekommen können, Zugang zu Broschüren in ihrer Muttersprache haben und Zugang zu Sprachkursen haben. Auch das Thema Alleinerziehende, denen geholfen werden sollte, kann mir nicht gleichgültig sein. Um unser Leben hier besser zu machen!

"Der Erfolg unserer Wahllisten ist der Beginn einer Politik von neuer Qualität und deutlicherer Präsenz polnischer Migrantinnen und Migranten in der Kommunalpolitik. In Essen haben alle 5 Listenmitglieder zu diesem Erfolg beigetragen - ohne den parteipolitischen Hintergrund und dementsprechend Parteibudget.  Es ist uns gelungen unabhängige Listen zu erstellen, bestehend aus dialogbereiten Menschen, die erfolgreich in die Integrationsräte eingetreten sind und werden Stimme aller Migrantinnen und Migranten sein.

Die Info-Point-Listen führten eine Kampagne unter dem Motto: "Wir wollen Ihre Stimme in unserer Stadt sein". Und dies fasst die Annahmen, die wir für diese Amtszeit haben, am besten zusammen.

Das Projekt "Info-Point" hat uns bewusst gemacht, mit wie vielen und vielfältigen Problemen unsere Landsleute konfrontiert sind. In jedem Fall stehen andere Einwanderergruppen vor ähnlichen Schwierigkeiten. Deshalb glauben wir fest daran, dass wir viele dieser Probleme durch Dialog lösen können, vor allem durch Mitgestaltung dieser Lösungen, durch Teilnahme hier und jetzt.

Magdalena Kowalska, neu gewähltes Mitglied des Integrationsrates für die Info-Point-Liste. Polinnen und Polen für Essen.

Magdalena Kowalska - Koordinatorin des Info-Point Polregio in Essen. Politikwissenschaftlerin von Ausbildung, Marketing- und Kommunikationsspezialistin von Beruf, mit über zehn Jahren Erfahrung im Bereich Marketing, Kommunikation und Social Media in vielen Branchen (u.a. FMCG, chemische Industrie, E-Commerce, Personalvermittlung, Marketing Service).

Privat eine Mutter und Ehefrau, eine Bewunderin von Antiquitäten und der Zero-Waste-Philosophie. "Ich kam aus Liebe nach Deutschland, als mein Mann ein lukratives Jobangebot in Essen bekam, um die Familie zusammenzuhalten. Aber ich habe hier ebenso meinen Platz gefunden".

Anna Klimaszewska-Golan, LL.M., polnisch-deutsche Juristin, seit 20 Jahren in Köln, Sozialaktivistin, Koordinatorin des "Info-Point- Köln", neu gewähltes Mitglied des Integrationsrates der Stadt Köln im Namen der Polnisch-Deutschen Liste.

"Was wir gemeinsam in nur 6 Wochen des Informations- und Wahlkampfes erreicht haben, ist ein großer Erfolg, der dem gesamten Team des Info-Point Polregio zu verdanken ist. Das Ziel unseres Projekts ist es, ein Pilotunterstützungsangebot zu schaffen, das auf dem Fachwissen von Experten aus den Bereichen z.B. Recht, Linguistik, Psychologie, Sozialpädagogik usw. basiert. Wir helfen Polinnen und  Polen in vielen Bereichen, hier in Nordrhein-Westfalen sind es rund 800.000. Soziale Probleme betreffen uns alle und betreffen alle Bereiche des täglichen Lebens, von mangelnden Deutschkenntnissen, Arbeitsfragen, Behördenangelegenheiten, Arbeitslosigkeit, Problemen bei der Ausbildung von Kindern, Versicherungen, mangelnder Anerkennung von Diplomen bis hin zu Problemen im Alter - mangelnde medizinische und soziale Versorgung und viele andere. Hinzu kommt, dass Frauen, die nicht erwerbstätig sind, in einer schrecklichen Lage sind und es ihnen an Kenntnissen der deutschen Sprache mangelt, wenn auch nur in geringem Maße. Man muss uns endlich zuhören, aber es ist harte soziale und freiwillige Arbeit, Schritt für Schritt, aber sicherlich auf den Punkt gebracht" - Anna Klimaszewska-Golan.

"Mein Name ist Beata Arabasz und ich komme aus Bydgoszcz. Vor 20 Jahren habe ich Münster für meine neue Heimat gewählt. Dort wurde ich zum zweiten Mal im Namen der Liste „Gemeinsam“ für den Integrationsrat der Stadt Münster gewählt. Ich habe mich entschieden, zur Wahl zu kandidieren, weil es für mich wichtig ist, dass Polinnen und Polen im Ausland wieder positiv wahrgenommen werden. Ich möchte auch Frauen vertreten.

Es ist eine Priorität, dass Einwandererfamilien die gleichen Bildungschancen haben und der Stadtrat mehr gut ausgebildete Migranten beschäftigt.

Ich möchte, dass Münster eine offenere Stadt ist, ohne Rassismus und Ausländerhass. Ich werde mein Bestes tun, um sicherzustellen, dass jeder, der Münster für seine neue Heimat wählt, sich im obigen Sinn fühlt.

Ich vertrete alle Migrantinnen und Migranten in Münster, aber das Wohl der Polinnen und Polen liegt mir am meisten am Herzen. Ich möchte, dass in den nächsten 5 Jahren meiner Amtszeit mehr polnische Kulturveranstaltungen und Treffen im Sinne politischer Bildung in der Stadt stattfinden. Ich hoffe, dass es in den beratenden Ausschüssen auch Polinnen und Polen geben wird! - Beata Arabasz, Mitglied des Integrationsrates von Münster im Namen der Liste „Gemeinsam“.

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