Bei einer Wanderung durch das Siebengebirge oder einer Fahrt entlang des Rheins lohnt sich ein Halt im malerischen Dorf Königswinter. Die überwiegende Mehrheit der Touristen, die diesen Ort besuchen, zieht es vor allem auf den Drachenfels mit seiner berühmten Burg und einer der schönsten Promenaden entlang des Rheins. Sein Tal und die umliegenden Hügel bilden die perfekte Verbindung zwischen der Landschaft.

Weicht man jedoch ein wenig von der Hauptroute ab und fährt in den Stadtteil Königswinter-Heisterbacherrott, gelangt man zum Haus Schlesien, einem Ort, an dem die Umsiedler aus Schlesien sentimental sind, sowohl diejenigen, die direkt nach dem Krieg nach Deutschland kamen, als auch diejenigen, die in den 80er und 90er Jahren kamen.

Die Älteren kommen für ein paar Tage, während derer sie die Sammlungen des Museums, Karten sowie Bücher und Alben über Schlesien eingehend begutachten. Sie sehen sich die Fotos sehr genau an. Ab und zu halten sie an und sagen: "Hier gibt es keinen Schneider mehr, und in dieser Konditorei gibt es jetzt einen Zeitungskiosk. Dieses Gebäude ist bereits abgerissen worden, und das andere steht immer noch. Oh, und hier hat Tante Heidel gewohnt." Manchmal kommen einem die eine oder andere Träne aus dem Auge.

Elisabeth Winkler kennt Königswinter seit vielen Jahren. Einmal im Jahr gönnt sie sich einen kurzen Tagesausflug, eine Bootsfahrt auf dem Rhein und einen Spaziergang in diesem historischen Ort. In diesem Jahr unternahm sie ihre erste Reise ins Haus Schlesien. Die 5-tägige Reise wurde von ihren beiden jugendlichen Enkelkindern begleitet. Sie wohnte im Zimmer Striegau (Strzegom) im Riesengebirge, das zum Komplex Haus Schlesien gehört. Nach der Unterkunft machte sie einen Spaziergang durch die Gegend und ging dann zum Abendessen. Am nächsten Tag beschloss sie, das gesamte Zentrum zu besichtigen, insbesondere das Museum, wo es viele Souvenirs aus Schlesien gibt. Sie wusste, dass es nicht leicht sein würde. Schließlich ist Schlesien ihre Heimat. Sie wurde dort geboren, sie überlebte den Krieg, dort lernte sie, wie das Leben ist. Natürlich war es nicht einfach, aber jeder kleine Erfolg brachte eine Menge Freude. "Das waren andere Zeiten", pflegte sie zu sagen.

Sie verbrachte einige Stunden mit ihren Enkelkindern im Museum. Sie betrachtete die Sammlungen, sah Bücher, Karten, Alben durch, und hin und wieder kamen ihr Tränen in die Augen. Und mit dieser ständig begleitenden Träne erzählte sie ihren begleitenden Enkelkindern, wie der Baum früher einmal war. Fünf Tage vergingen wie ein Wimpernschlag auf ihre Erinnerungen und Spaziergänge in der Gegend.

Haus Schlesien und das dazugehörige Schlesische Landschaftsmuseum wurde 1978 in den Gebäuden des alten Herrenhauses eingerichtet. Von Anfang an ging man davon aus, dass es mehrere Funktionen in sich vereinen würde. Vor allem wird sie dazu beitragen, die Besonderheit der schlesischen Kultur zu bewahren und zu präsentieren und zu einem Treffpunkt für mehrere Generationen von Schlesiern zu werden. Und es funktioniert, denn sie kommen regelmäßig hierher, manchmal für einen Tag, und manchmal nutzen sie das Hotelangebot und bleiben länger. Manchmal kommen sie allein, und manchmal bringen sie ihre Kinder oder Enkel mit, die sich wie üblich beeilen, sich aber oft zu einem schlesischen Abendessen mit Nudeln, Roulade und modischem Kraut oder zumindest zu "Kaffee und Küche" überreden lassen.

Das Haus Schlesien verstärkt auch seine Zusammenarbeit mit Polen. Gymnasiasten und Hochschulstudenten aus Polen kommen regelmäßig zu deutsch-polnischen Konferenzen hierher. Häufig werden hier auch Konferenzen, Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert. Über sie alle informieren wir regelmäßig auf unseren Veranstaltungskalenderseiten.

Leonard Paszek

 

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