Die häufigsten Arten und Möglichkeiten für Polen, in Deutschland zu arbeiten. 

Nur deswegen, dass wir Bürger der Europäischen Union sind, nutzen wir viele EU-Freiheitenfrei  zu denen gehört u.a. die Freizügikeit sich in Deutschland frei zu bewegen um eine Arbeit auszuüben.

Ein wichtiges Element ist unsere soziale Sicherheit, die auch von der EU geregelt wird, wo der Grundsatz einer Gesetzgebung gilt. Wenn Sie in mehreren Mitgliedstaaten arbeiten, können Sie im gleichen Zeitraum nur in einem Land sozialversichert sein. Die Europäische Union will daher eine Doppelversicherung für die gleiche Zeit der Arbeit verhindern.

Indem wir uns auf dieses allgemeine Prinzip der sozialen Sicherheit in nur einem Land beziehen, kommen wir zu einer der am häufigsten verwendeten Arbeitsformen der Polen in Deutschland. Viele polnische Bürger, die in Polen als Arbeitnehmer beschäftigt sind, werden von ihren polnischen Arbeitgebern zur Arbeit nach Deutschland entsandt. Das sind die so genannten entsandten Arbeitnehmer. Diesen Begriff darf man jedoch nicht verwechseln mit dem Begriff von einer Dienstreise. Die Entsendung erfolgt im Sinne der Rechtsvorschriften über die Sozialversicherung von Arbeitnehmern und hat nur einen vorübergehend Charakter. Entsendung im Sinne dieser Vorschriften bedeutet, dass ein solcher Mitarbeiter bis zu 24 Monate in Deutschland arbeiten darf, während dieser Zeit aber der polnischen Versicherung bei der Sozialversicherungsamt (ZUS) unterliegt. Die Sozialversicherungsamtstellt einem solchen Mitarbeiter eine Entsendebescheinigung aus, die sogenannten berühmte A-1.

Wenn Sie schon seit einiger Zeit in Polen selbständig sind und sich entscheiden, Ihr eigenes Unternehmen in Deutschland zu betreiben, indem Sie dort Dienstleistungen erbringen, dann können Sie dies auf der Grundlage der so genannten Selbststentsendung für nicht mehr als 24 Monate tun, dann können Sie weiterhin im Rahmen der Selbstständigkeit auf der Grundlage des ZUS A1- bei der polnischen Sozialversicherungsamt versichert sein. Um in den Genuss dieser Regelung zu kommen, müssen Sie vor dem Umzug Ihrer Tätigkeit ins Ausland mindestens zwei Monate lang in Polen selbständig tätig gewesen sein (kürzere Zeiträume erfordern im Einzelfall eine individuelle Prüfung) und Ihre Tätigkeit mit Rechnungen oder Verträgen dokumentieren, sowie die notwendige Infrastruktur in Ihrem Land für die Aufnahme Ihrer Tätigkeit nach Ihrer Rückkehr für die gesamte Dauer Ihrer Tätigkeit im Ausland unterhalten. Wenn geplant ist, eine wirtschaftliche Tätigkeit vorübergehend in einen der Mitgliedstaaten zu verlagern, sollte die verlagerte Tätigkeit einen ähnlichen Charakter haben wie in Polen.

Eine weitere und sehr häufige Art der Arbeit in unseren westlichen Nachbarländern ist die Gründung eines eigenen Unternehmens in Deutschland in Form eines Gewerbebetriebs. Als Bürger der Europäischen Union benötigen wir keine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland und sind in der Lage, im Rahmen der sogenannten Freizugigkeiten wirtschaftliche Tätigkeiten auszuüben. Um sich als Gewerbe registrieren zu können, müssen Sie zunächst in Deutschland angemeldet sein. Sobald Sie Ihr Gewerbe korrekt registriert haben, erhalten Sie einen "Gewerbeschein", der eine Gewerbeerlaubnis ist. Wenn Sie selbständig und nicht freiberuflich tätig sind, müssen Sie sich als Gewerbe registrieren. Die Kosten für die Registrierung betragen derzeit 20-50,00 Euro, wenn keine anderen besonderen Umstände vorliegen. Wir müssen auch wissen, dass wir je nach Branche, in der wir tätig sein wollen, behördliche Genehmigungen, Zulassungen, Konzessionen (z.B. von Baubehörden, Gesundheitsbehörden) sowie die entsprechenden Qualifikationen benötigen. Die zuständige deutsche Behörde für die Registrierung eines Selbständigen ist das Gewerbeamt oder Ordnungsamt.

Je nach Bundesland sollten Sie den Namen der zuständigen Behörde überprüfen. Als nächste sehr häufige Art von Arbeitsausübung in Deutschland ist der Arbeitsvertrag s.g. Minijob zu erwähnen, der von dem deutschen Gesetzgeber eingeführt wurde um den Arbeitgebern die Beschäftigung von Arbeitnehmern zu ermöglichen im Rahmen von s.g. Geringfügigen Beschäftigung, also die Beschäftigung im begrenzten Umfang - in geringerer Arbeitszeit. Minijob ist eine der Möglichkeiten für einen Arbeitsvertrag, der zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer im Rahmen der Erfüllung der so genannten Mindestbeschäftigung in Deutschland abgeschlossen werden kann. Mindestbeschäftigung bedeutet, dass es eine gesetzliche Gehaltsgrenze oder eine bestimmte Arbeitszeit gibt. Der Arbeitnehmer kann im Bereich der Wirtschaftstätigkeit oder im Bereich der in privaten Haushalten.

Es gibt zwei Arten von Minijob:
1) 450-Euro-Minijob, das durch eine festgelegte Gehaltsgrenze begrenzt ist, wenn der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 EUR netto pro Monat erhalten kann, in der Regel regelmäßig und unabhängig von der Wochenarbeitszeit oder der Anzahl der monatlichen Aufgaben arbeitet, oder

2) Kurzfristiger Minijob, der ab Vertragsbeginn für eine bestimmte Zeit festgelegt wird. Es ist wichtig in dem Fall vom kurzfristigen Minijob, dass der Arbeitnehmer in einem Kalenderjahr nicht mehr als insgesamt 70 Tage arbeiten darf. Solcher Arbeitnehmer arbeitet also nicht regelmäßig sondern von Zeit zur Zeit oder nach Bedarf - die Lohnhöhe hat hier keine Bedeutung. 

Anna Golan, LL.M. / Deutsch-Polnische Juristin

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