­­

Das Leben bringt manchmal Ereignisse mit sich, mit denen wir uns nicht abfinden können. Es passiert stellenweise, dass wir dann zu sogenannten „Stimmungsaufhellern“ greifen. Nur dann stellt sich heraus, dass diese anstatt uns zu helfen, zu einem neuen Problem im unseren Leben geworden sind. Wie soll man dann klarkommen, vor allem im Ausland, wenn man nicht weiß, an wen man sich mit der Bitte um Hilfe wenden kann.

Bei dem Deutsch-Polnischen Hilfsverein POLDEH e.V. in Braunschweig treffen sich im Rahmen des Projekts „Aktivierung und Beteiligung der Suchtkranken und der Beteiligten“ zwei Gruppen: die der Suchtkranken und die der Mitbetroffenen. Der Verein bietet eine solche Hilfe praktisch seit seiner Gründung 2012 an, nachdem sich Institutionen wie Krankenhäuser, die Polizei oder das Jugendamt an ihn wandten. Die Vereinsvorsitzende beschloss damals zu agieren und sich um Hilfe für Suchtkranke zu kümmern.

Jahrelang organisierte POLDEH diese Hilfe mit eigenen Mitteln. Letztes Jahr erkannten die Bürgerstiftung Braunschweig, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und das Büro für Migrationsfragen das Bedürfnis, das Projekt zu unterstützen und fördern seine Realisierung. Das Angebot für Suchtkranke und Mitbetroffene ist sehr vielfältig. In seinem Rahmen werden Treffen mit Psychologen wie auch Workshops zum Thema Kommunikation und Problemlösung organisiert. Die Projektteilnehmer können eine juristische oder pädagogische Beratung erhalten. Sie können sich auch an einen Sozialarbeiter und an einen Dolmetscher wenden.

Um die Gedanken der Suchtkranken auf eine neue Bahn zu bringen, wird darüber hinaus für ein kulturelles Angebot gesorgt. Die Projektteilnehmer lernen damit eine Rückkehr in ihr normales Leben, in den Alltag, der dann gefüllt ist mit verschiedenen Aktivitäten. Jetzt erzählen einige von ihnen, wie viel Freizeit sie auf einmal gewonnen hätten. Sie fingen bspw. an, Sport zu treiben oder verbringen mehr Zeit mit ihren Familien.

Das ganze Projekt wird von seiner Ideengeberin und Gründerin koordiniert, die gleichzeitig Sozialarbeiterin von Beruf ist. Die Projektteilnehmer selbst betonen, dass zu den von ihrem Arzt erhaltenen Empfehlungen, ein Austausch mit anderen Suchtkranken und Betroffenen gehöre. Sie freuen sich darüber, dass solch eine Selbsthilfegruppe hier gegründet wurde. Wie sehr diese Treffen gebraucht werden, zeigt der Fall eines Gruppenmitglieds, das jeden Sonntag aus einer Ortschaft nach Braunschweig kommt, die 100 km von entfernt ist. Die Gruppenmitglieder sind sehr offen für neue Leute. Sie heißen sie herzlich Willkommen und zeigen ihre Bereitschaft, ihnen dabei zu helfen, ihre Suchtkrankheit zu beherrschen. Sie versuchen sich gegenseitig bei dem Erreichen der gesetzten Ziele zu unterstützen. Ein Jahr ohne Wodka oder ohne ein anderes Suchtmittel wird von allen wie ein Geburtstag gefeiert (natürlich ohne Alkohol).

Die Gruppe verfügt über eine Bibliothek und Informationsbroschüren. Was jeder Projektteilnehmer braucht ist Mut, sich das eigene Problem einzugestehen und die Bereitschaft, es zu bekämpfen. Ein Teil der Gruppenmitglieder kam schon mit ihrer Krankheit aus Polen nach Deutschland. Andere wurden erst im Ausland süchtig. Das Alleinsein, die Trennung von der Familie, die Sprachbarriere und dadurch oft ein Gefühl gesellschaftlicher Abkapselung verursachen, dass einige unserer Landsleute größere Probleme haben, sich am neuen Ort einzuleben. Als Betäubung für ihren Schmerz und ihre Sehnsucht greifen sie dann zu Genussmitteln oder werden quasi zu Geiseln der virtuellen Welt. Personen, die mindestens einen Teil der Behandlung schon hinter sich haben, sind bereiter sich in die Aktivitäten des Vereins zu engagieren. Am Ende gewinnen alle.

Wenn Sie oder jemand aus Ihrem Kreis ein Suchtproblem hat oder eine Person kennt, die ein solches hat, laden wir herzlich zum Kontakt per Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Fb  https://www.facebook.com/poldeh.hilfsverein/  ein. Man kann auch persönlich zum Büro des Deutsch-Polnischen Hilfsvereins POLDEH e.V. am Westbahnhof 13 in Braunschweig nach vorheriger Terminvereinbarung kommen.

Autor:

Andreas Moser

 

KALENDARIUM

  

Newsletter

 

 

 

  Zeitschrifft der POLONIA

 

 

 

Wir verwenden Cookies für die Funktionen auf unserer Website und um die Erfahrung unserer Nutzer zu verbessern.