Róża Wohlfeiler wiederholt häufig den Satz „Ich liebe das Tanzen“, aus ihrem Mund ist es keine leere Floskel. Diese Worte bestätigt sie täglich, indem sie ihre Leidenschaft lebt. Der Tanz begleitet sie seit Kindheit an. Als kleines Mädchen macht sie die ersten rhythmischen Bewegungen auf den Füssen ihres Vaters hin und her wippend. Im Schulalter fing sie an, Tanzen im Rhythmus der Volksmusik zu lernen, um kurz darauf das erste Mal vor dem Publikum zu tanzen. In ihrer damaligen Folkloregruppe bereitet man Schüler auf die Teilnahme an dem jährlich stattfindenden Erntedankfest in Różas Heimatstadt – Krasnystaw vor. Nachdem Hopfen geerntet wurde, präsentierte man auf der großen Bühne des Sportstadions Folklore, auch Roza trat auf dieser Bühne als junges Mädchen auf.

Ihre Eltern pflegten die Tradition des Volkstanzes und bereiteten ihr eine große Freude, indem sie ihr eines Tages die krakauer Tracht mit einer Kette mit Glasperlen schenkten. Róża erinnert sich rührselig an den Tag, an dem die Kette auf den Fußboden fiel und einige der Glasperlen zerbrachen. Es war für sie ein richtiges Drama. Ihre ganze Welt als heranwachsende Jugendliche bestand aus Trachten, Musik, vor allem aber aus Tanz. Róża hat beschlossen, ihre Heimatstadt zu verlassen, um den Schulbesuch fortzusetzen, eine Arbeit und die damit verbundene finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Zuerst zog sie nach Breslau um, wo sie im Gesundheitswesen arbeitete. Da sie in dieser Zeit viele Reisen machte, war sie mit keiner bestimmten Tanzgruppe verbunden. Dabei hörte sie nie auf, an den Tanz zu denken, sogar dann, als sie durch ihren zukünftigen Ehemann nach Deutschland „geschmuggelt“ wurde. Sie fragte ihre Eltern um Erlaubnis, Asylantrag zu stellen, Polen zu verlassen und in Deutschland zu bleiben. Es fiel ihr schwer, die Eltern über diese Veränderung in Leben zu informieren, sie selbst überlegte die ganze Zeit, wie sie ohne Mazurka, Krakowiak und Lubliner Suite leben kann. In den ersten Jahren im neuen Land gab es für ihre Leidenschaft keine Zeit. Auch wenn sie nach den beruflichen Verpflichtungen jede freie Minute mit Tanz verbrachte und sowohl mit ihrem Ehemann, einen talentierten Tänzer, als auch mit Freundinnen Bälle und Tanzveranstaltungen für die Polonia organisierte, so fehlte ihr die dennoch die Folklore. Sie lebte damals in Wuppertal, wo es eine Kindertanzgruppe gab.  Róża musste sich noch einige Jahre gedulden, bis sie zu ihrem heißgeliebten Volkstanz mit Aufstampfen zurückkehren konnte.

2007 setzte sie ihr großes Abenteuer mit dem Tanz fort. Róża schloss sich der Tanzgruppe „Polskie Kwiaty“ bei der Polnischen Katholischen Seelsorge in Wuppertal an. Nach acht Jahren übernahm sie dort die Leitung. Ihr Engagement ist sehr groß. Sie kümmert sich um Teilnahme an den Festivals der Polonia, die sowohl in Deutschland als auch im Ausland organisiert werden, und arbeitet an neuen Projekten, die das Repertoire der Gruppe vergrößern sollen. In der nächsten Zeit sieht sie Einführung des Gesangs, der Geige sowie Flöte und weiteren Instrumenten vor. Sie kümmert sich auch persönlich um immer neue Kreationen (obwohl sie keine Schneiderin ist), schneidet alte Hemden oder Hosen auf, überträgt das Nähmuster, näht, ziert die Kleider mit Bändern und Glasperlen oder bestickt sie. Die übrigen Ensemblemitglieder sind ihr dabei stets behilflich, die Anzahl von Kostümen steigt immer weiter an. Durch persönliche Gespräche und Werbung bei den Eltern, die ihre Kinder zu Proben bringen, steigt auch die Zahl der Ensemblemitglieder.

Tanz und Kreativität werden Róża so lange begleiten bis die Gesundheit mitspielen wird. Zurzeit besucht sie gemeinsam mit Helenka Cowiello ein vierjähriges Studium der Choreographie in Rzeszów.

Claudia Daniel

Bilder aus dem Archiv der Tanzgruppe

 

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