Das Jahr 2018 ist ein besonderes Jahr für die Polen, ihr Land feiert den 100. Jahrestag der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit. Aus diesem Anlass fand am 25. November 2018 in der Französischen Friedrichtstadtkirche ein Konzert des Kammerorchesters „Academia“ aus Stettin unter der Leitung von Prof. Bohdan Boguszewski und Slawomir Wilk am Klavier statt. Im Programm befanden sich Werke von Ignacy Jan Paderewski, Henryk Mikołaj Górecki und Wojciech Kilar. Die Konzerte der polnischen Musik erfreuen sich großer Beliebtheit im Ausland, insbesondere bei den Polen, Deutschen, und Vertretern der Polonia. Die polnischen Komponisten: Frédéric Chopin, Henryk Wieniawski, Stanisław Moniuszko, Andrzej Panufnik, Krzysztof Penderecki, Wojciech Kilar u. a. sind weltweit bekannt. Die herausragenden polnischen Musikwerke sind ein Bestandteil des polnischen Kulturerbes, diese Musik kann in den berühmtesten Philharmonien der Welt, insbesondere anlässlich von bedeutenden Daten in der polnischen Geschichte, gehört werden.

Berliner Polonia feierte den 100. Jahrestag der polnischen Unabhängigkeit auf eine besonders feierliche Art, an einem besonderen Ort,  in der historischen Französischen Kirche am Gendarmenmarkt. Im offiziellen Teil der Veranstaltung nahm man kurz einen Bezug auf die hundertjährige polnische Geschichte. Als Erster ergriff der Veranstalter des Konzerts, Vorsitzender des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland, Alexander Zając das Wort. Nachdem er die Gäste begrüßt hatte, wandte sich der Generalkonsul der Polnischen Botschaft in Berlin, Marcin Jakubowski, an die Polonia.   

Beide Redner erinnerten an die wichtigsten polnischen Politiker, die wesentlich zur Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit 1918 beigetragen haben: Ignacy Paderewski, Roman Dmowski, Józef Piłsudski. Paderewski war Diplomat, Patriot, Komponist und Pianist vom Weltruhm. Seine Werke gehören zu den Werken, die im Unabhängigkeitsjahr am häufigsten gespielt werden.

In seiner Rede hob der Konsul für die Angelegenheit der Polonia, Marcin Jakubowski, die Rolle der Polonia bei der Förderung der polnischen Kultur und Geschichte im Aspekt des 100.jährigen Jahrestages der polnischen Unabhängigkeit hervor. Es ist sehr aufbauend, dass Diplomaten die Aktivitäten und Leistungen von zahlreichen Vereinen der Polonia anerkennen.

Durch das Konzert der Polnischen Musik führte die bekannte Radiojournalistin des Radio Jazz und des Fernsehsenders RBB Joanna Ratajczak.

Der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe Sławomir Wilk spielte am Klavier Sonate Es-Moll von Ignacy Jan Paderewski.  Die hervorragende Akustik der Friedrichstadtkirche trug dazu bei, dass  die Liebhaber der klassischen Musik das Werk enthusiastisch aufgenommen haben. Abschließend spielte Sławomir Wilk das sehr bekannte und wunderschöne lyrische Werk von Frédéric Chopin, den Walzer cis Moll op. 64 nr. 2, ein Werk, das dem Herzen jedes Polen nahe steht und den nostalgischen Charakter der polnischen Musik wiedergibt.

Im zweiten Teil des Konzerts spielte das Kammerorchester „Academia” „Drei Werke im alten Still” von Henryk Mikołaj Górecki. Diese Komposition enthielt archaische Elemente, die an die  vergangenen Epochen der Volksmusik anknüpften,  zudem rief sie Erinnerungen und Bilder von polnischen Landschaften ins Gedächtnis.

Im „Canzana di barocco” von Henryk Czyż wurden ebenfalls der stilistische Reichtum der vergangenen Epochen vorgestellt. Das dritte Werk war eine Komposition von Andrzej Panufnik „Die altpolnische Suite“, die 1950 entstand. Die für Streichinstrumente geschriebene Version des Werks stellt drei altpolnische Tänze: Cenar, Wyrwany und Hayduk vor.

Das Konzert in endete mit dem genialen und wohl bekanntesten Werk von Wojciech Kilar „Orawa“. Das Werk spiegelt die Faszination des Komponisten für die Musik der polnischen Bergbewohner (Goralen), ihre impulsive Lebendigkeit, charakteristische Rhythmik sowie originelle Melodik im Still einer Musikkapelle. Kilar kreierte ein musikalisches Fresko und die Urgewalt der Musik, beides wurde durch das Hervorragende Kammerorchester „Academia“ mit Maestro Bohdan Boguszewski virtuos wiedergegeben.

Das Konzert anlässlich der polnischen Unabhängigkeit überzeugte durch ungewöhnliche, symbolische, beinahe mystische Klänge und rief den polnischen Nationalgeist ins Gedächtnis. Das Konzert wurde durch den Konvent der Polnischen Organisationen in Deutschland EWIV organisiert und durch die Zuschüsse der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Senats der Republik Polen finanziert.

Krystyna Koziewicz

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