Bereits 28 Gewinner und hervorragende Persönlichkeiten des politischen, sozialen und kulturellen Lebens aus Polen und Deutschland haben diese ehrenwerte Auszeichnung bisher erhalten. Es sind jährlich mehrere hundert Menschen und insgesamt schon ein paar Tausende, die an der Preisverleihung im Krönungssaals des Aachener Rathauses direkt teilgenommen haben. Mehrere Millionen Polen sahen dieser europäischen Veranstaltung bei TV Polonia zu. Und niemand kann genau sagen, wie viele Polen außerhalb des Landes schon durch den POLONICUS-Preis dazu inspiriert wurden, weiterhin eine intensive Arbeit für das Land und für "Polonia" zu leisten.
    
2016 ist bereits das achte Mal, dass der POLONICUS-Preis  - der europäische Preis der Polonia - in Aachen stattfindet. Alles begann am 02.Mai 2009, dem Polonia-Tag, während des Festes am Dreiländereck, nicht weit von Aachen entfernt, an der Grenze zu Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Damals nahmen über dreitausend Menschen an den Festlichkeiten teil. Ein Jahr später kamen beinahe schon sechstausend Besucher dahin.

"Es ist nicht einfach, ein neues Leben anzufangen und gleichzeitig irgendwo weit weg von der Heimat etwas erschaffen zu können. Viele von uns haben ihren sozialen und materiellen Status mit großem Durchhaltevermögen erlangt, ohne seine kulturelle Herkunft zu vernachlässigen.

Mit ehrlicher Arbeit und europäischem Universalismus ist der Polonia gelungen, das Umfeld in ihrer neuen Heimat zu beeindrucken. Wir sind in der Lage, uns zu integrieren, gleichzeitig bereichern wir unser neues Umfeld, indem wir der breiteren europäischen Kultur unsere eigenen, individuellen und nationalen Akzente setzen. Wir sollten uns gegenseitig ehren, dann werden uns auch die anderen respektieren“, betont der Initiator und Hauptorganisator der POLONICUS-Preisverleihung, Wiesław Lewicki, ein langjähriger Aktivist in der Polonia in Deutschland und Präsident des Europäischen Instituts für Kultur- und Medien Polonicus VOG. Zugegebenermaßen, ist der Ort, den er für eine so wichtige europäische Feier ausgesucht hat, einzigartig: Im Krönungssaal des Aachener Rathauses, in der Stadt von Karl dem Großen, dem Symbol der Macht des Heiligen Römischen Reiches, wurden 31 Herrscher des ehemaligen römischen Imperiums insgesamt gewählt.

Der POLONICUS-Preis wird einmal im Jahr verliehen, die offizielle Ausschreibung findet im Februar und die Preisverleihung Ende April oder Anfang Mai statt. Herausragende Persönlichkeiten bekommen die Auszeichnung für ihre Arbeit in den Bereichen: Kultur, Organisation der polnischen Gemeinde und deutsch-polnischer Dialog. Der POLONICUS-Ehrenpreis wird unregelmäßig für ein Lebenswerk verliehen, welcher bisher von den Professoren Jerzy Buzek, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments im Zeitraum 2010-2012, und Norman Davies, dem englischer Historiker - auf dem Gebiet der polnischen Geschichte spezialisiert - erhalten wurde. Zu den weiteren Gewinnern des POLONICUS-Preises gehören prominente Persönlichkeiten aus der Politik - wie Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfallen; Vertreter der Kirche - wie der emeritierter Professor Alfons Nossol Bischof von Oppeln, und Pater Rektor Stanisław Pudding; Linguisten - wie Professor Władysław Miodunka von der Jagiellonen-Universität und Professor Jan Miodek von der Universität Breslau; sowie Filmemacher - wie Krystyna Janda und Andrzej Wajda.

Dank dem Preis POLONICUS konnte deutsche Polonia darüber hinaus herausragende polnische Persönlichkeiten auszeichnen, die sich auf dem Gebiet des deutsch-polnischen Dialogs engagiert haben. Dazu gehören die Professoren: Władysław Bartoszewski, polnischer Historiker, Publizist und Politiker, sowie Karl Dedecius, Schriftsteller und Übersetzer, die beide leider nicht mehr unter uns verweilen. Die Auszeichnungen des POLONICUS-Preises erstrecken sich sowohl in mehreren westliche Länder - wie Belgien oder die Niederlande - als auch auf die Polen in der Region Kresy, d. h. auf diejenige Polen, die nach der Verschiebung der Grenzen infolge des 2. Weltkrieges hinter der östlichen Grenze den ehemaligen polnischen Ostgebieten geblieben sind. Daher gehörte  zum Beispiel auch Andżelika Borys, Präsidentin des Bundes der Polen in Weißrussland zu einem der ersten Preisträgern.

Im Jahr 2011 wurde das Europäische Institut für Kultur- und Medien POLONICUS VOG gegründet, welches zusammen mit Polregio e.V. Aachen für die Vorbereitungen der jährlichen Austragung und professionellen Organisation der Gala POLONICUS verantwortlich ist. Die eingehende Auszeichnung von Preisträgerkandidaten wird von einem großen Beratungsgremium des Instituts POLONICUS besprochen und begutachtet, die endgültige Entscheidung wird danach von einer fünfköpfigen Jury getroffen. Erwähnenswert ist zudem, dass alle bisherigen Gewinner das Beratungskomitee des Instituts POLONICUS bilden und sich häufig an den Vorbereitungen der nächsten Ausgaben beteiligen.

In diesem Jahr werden erneut enorm wichtige Vertreter aus einflussreichen meinungsbildenden Kreisen aus Polen, Deutschland, die auch einen Einfluss auf ganz Europa ausüben, geehrt. Zu ihnen gehören: Thorsten Klute, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; Czeslaw Mozil , Leader der Band "Czeslaw śpiewa", Vertreter der dänischen Polonia sowie Autor des Albums "Księga emigrantów - Buch der Einwaderer"; der Deutsch-Polnische Kulturverein POLONICA e.V. Köln mit seinem Präsidenten Zbigniew Kossak von Główczewski an der Spitze, dem Organisator des Festivals "Rock & Chanson-Festival Köln - Breslau - Paris". Den Ehrenpreis POLONICUS 2016 erhält dagegen Professor Leszek Balcerowicz - der Vorsitzende vom Civil Development Forum, ein ehemaliger stellvertretende Premierminister, Finanzminister und Präsident der Polnischen Nationalbank - für seine herausragende Leistung in der Transformation der freien Marktwirtschaft in Polen und seinem einzigartigen Beitrag zur Förderung eines Bürgerbewusstseins in einem vereinten Europa.

Viele Persönlichkeiten aus Polen und Deutschland stehen von ihrer Entstehung an der Gala POLONICUS nicht nur freundlich gegenüber, sondern sind auch bei deren Organisation sehr hilfreich. Einer von ihnen war und ist Olaf Müller, Leiter der Kulturabteilung der Stadt Aachen. Ehrenschirmherrschaft über die erste Gala POLONICUS hatte der polnische Botschafter Marek Prawda und danach der Sprecher des polnischen Senats. Den POLONICUS-Preis unterstützt mit ihrer Erfahrung auch vom Anfang die Senatorin Barbara Borys-Damięcka, die selber auch Preisträgerin ist.

Die Auszeichnung POLONICUS passt sich den Veränderungen und den Bedürfnissen der polnischen Gemeinschaft an, weil "unter uns viele wunderbare ´Polonusy leben´, deren Haltung, Aktivität und Kreativität, Respekt und Bewunderung bei der polnischen Gemeinschaft hervorrufen und zudem sowohl deutsche als auch europäische Freunde begeistern. Wir selbst sollten dies sehen und ihnen den wohlverdienten Respekt erweisen, für all ihre allgemein anerkannte Errungenschaften", was der Direktor des Instituts POLONICUS Wiesław Lewicki stets unterstreicht.

Der POLONICUS-Preis ist sowohl für die Polen in der Heimat als auch im Ausland wichtig, damit wir uns gegenseitig ganz unabhängig davon wo wir leben, zu schätzen wissen. So schrieb mir einmal ein zwölfjähriger Pole aus Deutschland: „Polen ist dort, wo wir leben“. Und Czesław Mozil betont, dass er gerne ein Pole ist!

Agata Lewandowski

 

 

www.institut-polonicus.eu

 

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