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Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit würdigt die Arbeit der deutschen und polnischen Journalisten und Journalistinnen, die zur gegenseitigen Verständigung zwischen den beiden Gesellschaften beitragen. Das Ziel der Ausschreibung ist die Unterstützung von Journalisten und Journalistinnen, die das Wissen um das Nachbarland qualitativ fördern und hiermit die deutsch-polnischen Beziehungen positiv beeinflussen.

Die Einladung richtet sich an deutsche und polnische Journalisten und Journalistinnen, die Artikel oder Reportagen (in Presse, Radio, Internet, Fernsehen), Fotoreportagen oder Bücher insbesondere zu folgenden Themenbereichen vorbereiten:

  • Herausforderungen für deutsch-polnische Zusammenarbeit in der aktuellen politisch-gesellschaftlichen Situation in Europa und in der Welt;
  • Zivilgesellschaft in Europa;
  • Alltag der Zusammenarbeit in Grenzgebieten;
  • ökologisches Bewusstsein, auch im Kontext der europäischen Energiepolitik

Die finanzielle Unterstützung kann Recherchekosten zu Zeitungsartikeln, Büchern, Radio- oder Fernsehreportagen sowie Internetpublikationen in Deutschland, Polen oder deren Nachbarländern decken.

Am Wettbewerb können Journalisten und Journalistinnen mit Berufserfahrung, die ihren festen Wohnsitz in Deutschland oder Polen haben, teilnehmen.

Das Stipendium beträgt maximal 2 500,-€.

Erforderliche Dokumente für einen Stipendienantrag:

  • Lebenslauf und eine prägnante Publikation;
  • Beschreibung des geplanten Vorhabens (max. 4 000 Zeichen);
  • Rechercheplan (max. 2 000 Zeichen);
  • Kostenplan

Die Unterlagen können in deutscher oder polnischer Sprache eingereicht werden. 

Unterlagen sind – ausschließlich in elektronischer Form – bis zum 15. November 2022 an folgende Adresse zu richten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Joanna Czudec: Tel.: +48 22 338 62 65, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zahlen aus dem Jahr 2021 zeigen, dass rund 2,5 Millionen Polen in Deutschland leben. Die meisten von ihnen arbeiten in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Produktion, aber in jeder Branche sind die Menschen unglücklichen Unfällen ausgesetzt. Es kursiert die Meinung, dass es ausreicht, bei der AOK oder der BKK Linde oder anderen Kassen pflichtversichert zu sein, um im Falle eines Unfalls eine Entschädigung zu erhalten.

Dies ist leider nicht der Fall.

Kommt es zu einem Unfall, erhält der Geschädigte nur das Geld aus seiner Versicherung, die mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängt. Nichts weiter als das. Deshalb lohnt es sich, eine Unfallversicherung abzuschließen, die bei längerer Arbeitsunfähigkeit die Zahlung einer Entschädigung für Gesundheitsschäden oder einer Lebensunterhaltsbeihilfe garantiert.

Die private Unfallversicherung ist nicht nur für Personen in Berufen mit Unfallrisiko ideal. Die Richtlinie gilt 24 Stunden am Tag, d. h. am Arbeitsplatz und außerhalb des Arbeitsplatzes, zum Beispiel zu Hause.

Sie ist eine sehr beliebte Form der Versicherung bei den Deutschen, die sich auf diese Weise für den Fall unvorhergesehener Ereignisse absichern. Leider kann man das von uns nicht behaupten, auch wenn sich dieser Trend zugegebenermaßen ändert.

Der Vorteil einer solchen Police ist der psychologische Komfort und das Wissen, dass wir auf diese Weise auch für unsere Angehörigen sorgen können, die wir in der Police als Begünstigte benennen. Im Falle eines Unglücks können sie die Kosten für eine zusätzliche Behandlung oder die Rehabilitation des Geschädigten übernehmen und sind nicht auf ihren Lebensunterhalt angewiesen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Versicherung ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung gilt und keine Ereignisse abdeckt, die bereits eingetreten sind, was, wie sich herausstellt, nicht für jeden offensichtlich ist.

Was deckt die Unfallversicherung?
- Ein Prozentsatz für Personenschäden je nach der in der Police gewählten Option;

- Rettungskosten;

Sonderzahlung für Rehabilitation;
Unterstützung bei der Organisation der Rehabilitation;
das so genannte "Gipsgeld", eine Art von Leistung, wenn der Verletzte eine Verletzung erlitten hat, die eine Ruhigstellung durch einen Gipsverband erfordert, während er nicht im Krankenhaus behandelt wird;
Unfallrente auf Lebenszeit;
Sicherheit in Form von Unfalltagen;
Entschädigung im Todesfall infolge eines Unfalls für einen in der Police eingetragenen Begünstigten.

Jede Police ist individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Die Kosten müssen nicht hoch sein, denn die Prämien beginnen bereits bei 20 €/Monat. Es lohnt sich, diese Art von Versicherung in Betracht zu ziehen, bevor es zu einem Unfall kommt.

Wenn Sie Fragen haben, helfe ich Ihnen gerne weiter.

Sylwia Królikowska
Versicherungsberater
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Telefon: +48507193932

Eltern fragen mich oft, welcher Faktor für die Beherrschung der Minderheitensprache* (auch bekannt als Muttersprache, Familiensprache oder Herkunftssprache der Eltern) durch mehrsprachige Kinder die größte Rolle spielt. Die Antwort ist einfach und unmissverständlich: die Eltern. Dies wird unter anderem durch die Forschungen der belgischen Sprachwissenschaftlerin Annick De Houwer bestätigt. Die Eltern sind für den Erwerb einer Minderheitensprache durch ein Kind von entscheidender Bedeutung. Denn er oder sie beeinflusst sowohl die Einstellung als auch die Sprachkenntnisse seines oder ihres Kindes.

Warum ist die Rolle der Eltern bei der zweisprachigen Erziehung am wichtigsten?

Der Elternteil ist die Person, die dem Kind einen regelmäßigen Kontakt mit der Minderheitensprache (in unserem Fall Polnisch) ermöglichen kann. Laut Sprachwissenschaftlern braucht ein Kind mindestens 30 % der aktiven Zeit (bei Kindern sind das etwa 30 Stunden), die es mit einer Sprache verbringt, um sie sprechen zu lernen.
In der Folge finden die Kontakte mit den Eltern (im Gegensatz zum Kindergarten) in einem persönlichen Rahmen statt. Dies macht sie intensiver und reichhaltiger, da die Aufmerksamkeit der Eltern vollständig und ausschließlich sein kann.
Wir sollten auch nicht vergessen, dass das Kind eine emotionale Bindung zu den Eltern hat. Dadurch wird sichergestellt, dass die vermittelte Sprache nicht irgendeine Sprache" ist, sondern die Sprache der Eltern in ihrem familiären, emotionalen und kulturellen Kontext.
Natürlich reicht die Person des Elternteils allein nicht aus. Der Erfolg der Vermittlung von Minderheitensprachen hängt vom Engagement und der Motivation der Eltern ab, die sich in ihrer Verfügbarkeit, in der Zeit, die sie dem Kind widmen, sowie in ihrer Kreativität und ihrer Fähigkeit, zu improvisieren und sich der Situation anzupassen, äußern.

Weitergabe der Sprache und nicht Lernen

So wie ein Kind (in jüngerem Alter) seine zweite Sprache erwirbt, geben die Eltern die Sprache weiter, anstatt sie zu lehren. Der Unterschied mag trivial erscheinen, ist es aber nicht.
Die Weitergabe der Muttersprache ist Teil der Erziehung, die wir unseren Kindern bieten. Das liegt daran, dass wir uns nicht jeden Tag zur festgesetzten Stunde mit ihnen zusammensetzen und sie ankündigen: "Zeit für eine Polnischstunde". Unsere Sprache ist im Leben der Kinder jeden Tag präsent, ebenso wie Gespräche, gemeinsames Lachen, Zuneigung, Zeit, Aufmerksamkeit, Fürsorge... Sie ist Teil unserer Beziehung zu unseren Kindern. Wir teilen unsere Kultur mit ihm, wir ermöglichen ihm, unsere Identität zu kennen und zu verstehen. Genau darum geht es meiner Meinung nach bei der Sprachvermittlung: Nähe, Präsenz, Regelmäßigkeit und Stärkung der Bindung.

Unterstützung für Eltern

Jedes Elternteil geht auf seine eigene Weise an die Erziehung heran, die zu einem großen Teil durch seine Erfahrungen zu Hause bestimmt wird. Aus meiner Arbeit mit Eltern weiß ich, dass es einigen leichter, anderen schwerer fällt, die Vermittlung von Minderheitensprachen in den Alltag zu integrieren. Zeitmangel, andere Prioritäten, Routine, Müdigkeit... führen dazu, dass das Thema Familiensprache oft in den Hintergrund tritt.
Aus diesem Grund biete ich Eltern, die Schwierigkeiten haben, ihren Kindern eine Minderheitensprache zu vermitteln, individuelle Unterstützung bei der zweisprachigen Erziehung an. Diese besteht aus regelmäßigen Online-Sitzungen, in denen wir gemeinsam die Ursachen der Schwierigkeiten, die Reaktionen und das Verhalten des Kindes analysieren. Anschließend schlage ich den Eltern geeignete Aktivitäten vor, die auf das Sprachniveau des Kindes, seine Persönlichkeit und den familiären Kontext abgestimmt sind. Dabei geht es nicht nur um Sprachkenntnisse, sondern auch um Kultur, Identität und die Beziehung zu den Eltern. Eltern, die sich für das Förderprogramm interessieren, sind zu einem kostenlosen Online-Chat eingeladen.

Minderheitensprache als Chance zur Vertiefung der Beziehungen

Die Kenntnisse unserer Kinder in der polnischen Sprache liegen in unseren Händen. Betrachten wir es als eine wunderbare Gelegenheit, die sich positiv auf unsere Beziehung auswirkt. Das Bedürfnis des Kindes, mit der polnischen Sprache in Kontakt zu kommen, erweist sich als wirksame Motivation, mehr Zeit mit dem Kind in Gesprächen, Spielen und gemeinsamen Aktivitäten zu verbringen... Dadurch wird die Bindung zwischen Eltern und Kind reicher und tiefer. Es ist eine Frage der Einstellung, und die Einstellung hat einen großen Einfluss auf den Erfolg der unternommenen Unternehmungen. Und gehört die mehrsprachige Erziehung nicht zu den außergewöhnlichsten Dingen, die eine Familie erleben kann?

 

* Minderheitensprache: Sprache der Eltern, die nicht die Sprache des Landes ist, in dem die Familie lebt (im Gegensatz zur Mehrheitssprache).

Anna Jachim, Coach für zweisprachige und bikulturelle Erziehung, spezialisiert auf die Unterstützung von Eltern bei der Vermittlung von Minderheitensprachen (z. B. Polnisch) an ihre Kinder, Autorin eines Buches für multikulturelle Kinder und zweier Blogs über mehrsprachige Erziehung. Sie lebt seit mehr als 20 Jahren in Frankreich. In den letzten drei Jahren hat sie mehr als 165 Familien mit 23 Nationalitäten in 17 Ländern geholfen.
Blog auf Polnisch: https://bilingual-kid.com/

 

Link zum unterstrichenen Text:
https://bilingual-kid.com/program-wsparcia-dla-dwujezycznych-rodzin/

 

Fotos: Pexel

 

 

MAANAM PROJECT: KOCHANIE MOJE - MEINE LIEBE Unplugged - Jola Wolters und ihre Gitarristen laden am Montag, den 3. Oktober um 18:00 Uhr im Stadttheater Duisburg zu einem Abend mit Musik auf Polnisch und Deutsch ein.

03.10.2022 godz. 18:00
Stadttheater Duisburg 
Neckarstraße 1 
47051 Duisburg   

Jola Wolters - Gesang, Programm
Zbigniew Krebs - Gitarre und Gitarrensequenzer
Arkadiusz Bleszyński - Gitarre, Mundharmonika

Ticket-Reservierungen:
Telefon: 0203 / 283 62-100
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Preis der Eintrittskarte: 20 Euro

Jola Wolters und ihre Gitarristen laden am Montag, den 3. Oktober um 18:00 Uhr zu einem Abend mit Musik in polnischer und deutscher Sprache in das Stadttheater Duisburg ein.

Jolanta Wolters ist Chansonistin, Interpretin und Rezitatorin und eine lebenslange Verehrerin der Lieder von Maanam. Sie ist eine Künstlerin mit außergewöhnlichen stimmlichen Voraussetzungen, die sich mit großer Freiheit sowohl im lyrischen Repertoire als auch in der rauen Rockmusik ihrer Stimme bewegt. Ihre kräftige Stimme, ihr Feingefühl, ihre ausgezeichnete Diktion und ihre charismatische Bühnenpersönlichkeit erwiesen sich als unverzichtbar bei der Präsentation eines so einzigartigen Repertoires.
1986 begann Jolanta Wolters auf Anregung von Jerzy Bechyne, dem musikalischen Leiter des Lubuski-Theaters in Zielona Góra, am Theater zu arbeiten. In den folgenden Jahren unterschrieb Jola eine Reihe von Auslandsverträgen in Dubai, Jordanien und auch in Deutschland, wo sie 1996, ihrem Herzen folgend, blieb.

Wenn sie in Deutschland Konzerte gibt, erhält sie hervorragende Kritiken. Sie singt Lieder von Agnieszka Osiecka, Jacques Brel, Marek Grechuta, Edith Piaf, Zygmunt Konieczny, Andrzej Zarycki, Friedrich Holländer. Sie gewinnt die Herzen des Publikums mit ihren bravourösen Darbietungen von Liedern von Marlene Dietrich und Kora, Olga Jackowska. Sie hat vier Soloalben veröffentlicht, auf denen sie Lieder und Gedichte auf Polnisch und Deutsch singt und Klassiker der polnischen Kinderdichtung liest (CD "Wierszowa Kraina"), mit einem Gastauftritt des bekannten Schauspielers und Regisseurs Artur Barciś.

Sie schreiben über Jola: Eine moderne Europa- und Kulturbotschafterin" (Neue Ruhr Zeitung), "Die Sehnsucht in ihrer Stimme ist fast greifbar", "Eine Meisterin des Stils" (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), "Sie ist phänomenal" (Rheinische Post), "Ein musikalisches Ereignis der Ekstraklasa" (Westfälische Nachrichten), "Sie hat die Chancen des großen Stils wieder aufleben lassen. Leidenschaft, Zärtlichkeit, Kraft und Finesse" (Dr. Wolfgang Victor Ruttkowski, deutsch-amerikanischer Germanist und Kulturexperte), "Aus den Stimmen, Klängen und Worten starker Frauenfiguren schafft sie ihr eigenes Mantra, ihren eigenen Rosenkranz. Jolanta Wolters im Repertoire von Kora Jackowska ist keineswegs weniger ausdrucksstark... Es ist auch Gesang, ex definitione, durchdrungen von diesem zweiten Boden. Wenn Wolters Dietrich singt, oder wenn Wolters Kora singt, steht sie im Dialog mit diesen Figuren. Und wir hören diesem subtilen Gespräch zu. Wir spüren, wie universell es ist, nicht nur die Worte oder die Emotionen, sondern ein gewisses Element der Erfahrungsgemeinschaft, ein menschliches Element, vielleicht sogar ein göttliches Element, das in den Klängen, in der Art des Erzählens verzaubert..." (schreibt Krystian Kajewski in seiner Rezension).
Jolanta Wolters wird von Gitarristen begleitet: Zibby Krebs und Arkadiusz Błeszynski

Zibby Krebs - ein bekannter Rockgitarrist, Komponist und Arrangeur; er hat mit Stars wie Maryla Rodowicz, Wanda i Banda und Czesław Niemen zusammengearbeitet. Gemeinsam mit Janusz Stokłosa komponierte er die Musik für das Musical "Metro" und komponierte Musik für Filme, Musicals und Fernsehsendungen.

Arkadiusz Błeszyński - Bluesgitarrist, Komponist, Texter und Arrangeur, Mitbegründer zahlreicher Musikformationen, darunter "Casus reggae", "Schau-Pau Acoustic Blues" oder "The Blair Witch Project & Jan Błędowski". Er hat Musik für viele Theaterproduktionen geschrieben, z. B. für "Wesele" von Stanisław Wyspiański unter der Regie von Jerzy Stuhr und Michał Nocoń.

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, wir laden Sie ein zur Eröffnung des neuen Semesters, diesmal in den Hörsaal der Humboldt-Universität Unter der Linden 6. Der erste Vortrag nach der Pandemie findet 16. September 2022 um 18.00 Uhr im Raum 2094 statt.

Mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Leitthema:  Der Neue Humanismus

Przemysław Czapliński – ordentlicher Professor; Literaturhistoriker mit dem Forschungsschwerpunkt polnische und europäische Literatur des 20. Und 21. Jahrhunderts, Essayist, Übersetzer, Literaturkritiker; Mitbegründer der Forschungsstelle für Literaturanthropologie der Universität Poznań (UAM), Direktor des Zentrums für freie Geisteswissenschaften an der UAM, korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zuletzt publiziert: Polska do wymiany [Polen zum Auswechseln] (2009), Resztki nowoczesności [Überbleibsel der Modernität] (2011), Poruszona mapa [Verrutschte Landkarte] (2016), Literatura i jej natury [Literatur und ihre Naturen] (2017; Mitverfasser: Joanna B. Bednarek, Dawid Gostyński). Herausgeber von Sammelbänden – u.a.: O jeden las za daleko. Demokracja, kapitalizm i nieposłuszeństwo ekologiczne w Polsce [Einen Wald zu weit. Demokratie, Kapitalismus und ökologischer Ungehorsam in Polen] (Mitherausgeber: J.B. Bednarek, D. Gostyński; 2019), Tożsamość po pogromie. Świadectwa i interpretacje Marca ’68 [Identität nach dem Pogrom. Zeugnisse und Interpretationen] (Mitherausgeberin: Alina Molisak, Warszawa 2019). Gastprofessor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (2017) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (2020). Preisträger folgender Auszeichnungen: Ludwik Fryde-Preis (1997), Preis der Kościelski-Stiftung (1998), Kazimierz-Wyka-Preis (2004), Jan-Długosz-Preis (2017), Preis des Marschalls der Woiwodschaft Wielkopolskie (2019). Forschungsschwerpunkte: Literatur und Probleme der späten Moderne. Demnächst erscheint die Buchpublikation To wróci, Przeszłość i przyszłość pandemii [Das kommt wieder. Zur Vergangenheit und Zukunft der Pandemie] (Hgg.: P. Czapliński, J.B. Bednarek). 

Titel des Vortrags: „Neue Geisteswissenschaften: Bündnisse und Konflikte“. 
Der Vortrag wird zwei entgegengesetzten Phänomenen gewidmet, welche die zeitgenössischen Geisteswissenschaften prägen: Das eine beruht auf der stufenweisen Verwischung der Grenzen zwischen den Wissenschaftsgebieten, und das andere zeigt, wie sich Widerstandshaltungen herauskristallisieren. Die Bündnisse zwischen Geisteswissenschaft, Jura, Soziologie, Informatik, Ökonomie und vielen anderen Gebieten haben den Charakter einer universellen Bündnispartnerschaft, sie verwischen die Konturen der bisherigen Berufsfelder und erschweren die Beantwortung der Frage, womit sich der Geisteswissenschaftler befasst.  Das verschwommene Antlitz des Faches gewinnt allerdings an Deutlichkeit, wenn wir das Engagement der Geisteswissenschaftler in die Erkennung und Diagnostizierung der zeitgenössischen – sozialen, ökonomischen und ökologischen oder rechtlichen – Konflikte berücksichtigen. Die grundsätzliche Frage lautet: Auf welche Weise begünstigt die konturschwache Professionalität eine verstärkte Bereitschaft zur Verantwortung? Was nimmt ein Geisteswissenschaftler – der sich ja mit beinahe jeder Problematik beschäftigen kann – zur Grundlage, wenn er bestimmt, was er verteidigen sollte?
Moderation: Dr. habil. Brygida Helbig

Mit herzlichen Grüßen,
Der Programmbeirat der UDG

Współfinansowane przez/Gefördert durch:
         

 

Nachbarschaft im Rahmen: Wie Deutsche und Polen einander medial betrachten - Berlin, 21. September 2022

Ganz gleich, ob es um das Fischsterben in der Oder geht oder um die Rolle Deutschlands bzw. Polens bei der Unterstützung der Ukraine; die deutsch-polnischen Beziehungen sind in den Medien beider Länder stets präsent. Dabei ist die Presseberichterstattung ein guter Indikator dafür, wie in Deutschland und Polen mit- bzw. übereinander kommuniziert wird. Auffällig ist hierbei, dass das Bild, welches vom jeweils anderen Land gezeichnet wird, häufig in bestimmte Deutungsrahmen (Frames) eingebettet ist, die sich oft über Jahrzehnte hinweg stabil nachweisen lassen. Diese Frames entscheiden mit darüber, wie über Polen bzw. Deutschland gesprochen wird und wie Polen und Deutsche miteinander kommunizieren.

Das Bild, das Deutsche und Polen voneinander haben, wird also maßgeblich davon bestimmt, welches Bild deutsche und polnische Medien vom jeweiligen Nachbarland zeichnen. Diese These liegt auch der Studie „Nachbarschaft im Rahmen: Wie Deutsche und Polen einander medial betrachten“ zugrunde, die die deutsch-polnische Presseberichterstattung der vergangenen zwanzig Jahre analysiert hat und deren Ergebnisse im Rahmen der Veranstaltung präsentiert werden. Das Bild von Deutschland als (hegemonialer) Großmacht mit europäischem Führungsanspruch, das Verständnis der deutsch-polnischen Beziehungen als Lehrer-Schüler-Verhältnis oder auch das Framing der Beziehungen über die historische Metapher des Zweiten Weltkriegs sind nur einige Beispiele für das Bild, das die Medien von den deutsch-polnischen Beziehungen zeichnen. In der anschließenden Diskussion gehen wir der Frage nach, ob und wie diese Deutungsrahmen die aktuelle deutsch-polnische Debatte bestimmen und welche Rückschlüsse sich hieraus für die Kommunikation zwischen Deutschland und Polen ziehen lassen.

18:30     Begrüßung

Reinhard Fischer, Berliner Landeszentrale für politische Bildung

Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Bundestags a. D.

Małgorzata Kopka-Piątek, Institut für öffentliche Angelegenheiten (ISP)

 

18:40     Vorstellung der Studienergebnisse

Dr. Justyna Arendarska, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Internationale Studien der Universität Wroclaw

Bastian Sendhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Deutsches Polen-Institut

19:00     Podiumsdiskussion

Phillip Fritz, Polen-Korrespondent der Welt

Dr. Agnieszka Łada-Konefał, stellvertretende Direktorin, Deutsches Polen-Institut

Dr. Weronika Priesmeyer-Tkocz, stellvertretende Direktorin, Europäische Akademie Berlin

Moderation: Wojciech Szymański, Deutsche Welle

 

20:00     Ausklang

Veranstaltungsort:

Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin

Wir bitten um Anmeldung unter:

https://www.berlin.de/politische-bildung/veranstaltungen/nachbarschaft-im-rahmen-wie-deutsche-und-polen-einander-medial-betrachten-1237231.php

Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Akteure, Felder, Wege – deutsch-polnische Kommunikation: Miteinander und übereinander”, welches das Institut für Öffentliche Angelegenheiten und das Deutsche Polen-Institut dank der finanziellen Förderung durch die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung durchführen.

Mit freundlichen Grüßen

Bastian Sendhardt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Deutsches Polen-Institut/Büro Berlin
Rosenstr. 2
10178 Berlin

Tel. 0049 (0) 6151-4202-15
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www.deutsches-polen-institut.de
www.deutsches-polen-institut.de/blog/
www.facebook.com/deutschespoleninstitut

https://twitter.com/b_sendhardt

AgataL

Ich habe die Flüsse immer als Frauen betrachtet. Sie sind ebenso schön und sanft, wie sie launisch und bedrohlich sind. Im Deutschen haben die meisten Flüsse das weibliche Geschlecht. Die männlichen Ausnahmen sind der würdevolle Rhein mit seinem Nebenfluss Neckar, der stolze Main und der lebensspendende Nil.

Mein Leben hat sich zwischen drei oder sogar vier Flüssen abgespielt.

Ich wurde buchstäblich an der Weichsel geboren, nämlich im Warschauer Stadtteil Powiśle. Als Kind habe ich immer in der Weichsel gebadet, und an der Weichsel hat mir mein erster Verlobter im Teenageralter einen Heiratsantrag gemacht. Als ich in meinen Zwanzigern war, zog ich nach Berlin, wo ich den großen Fluss immer noch vermisste. Jeder erklärte mir, dass die Deutschen als große Organisatoren gleich nach der Gründung der Stadt die Angewohnheit hatten, Flüsse mit Kanälen als den billigsten Transportwegen zu regeln. Lange Zeit vermisste ich die Strömung der widerspenstigen Weichsel in Berlin, bis ich Gefallen an den Kanälen von Spree und Havel fand, die mich in Charlottenburg umgaben, insbesondere an einem, über den sich eine für die masowische Landschaft typische Trauerweide lehnte. Bis heute weiß ich nicht, in welchen Berliner Kanälen die Spree und in welchen die Havel fließt. Ich bin überzeugt, dass sich ihr Wasser vermischt, so wie sich das Blut polnisch-deutscher Kinder, die in Berlin geboren werden, vermischt.

Als ich die Oderbrücke hundertmal mit dem Zug überquerte, war ich jedes Mal fasziniert, wie anders der Fluss aussah. Manchmal ragten nur die Wipfel der überfluteten Bäume heraus. Als ich das letzte Mal vor vier Wochen darüber fuhr, tat es mir leid. Sie war so schmal und ausgetrocknet, dass sie kränklich aussah.

Die Oder hat mich immer gleichzeitig in einem Land verabschiedet und in einem anderen willkommen geheißen. Das ist die Magie der Flüsse, die auch Grenzen von Ländern sind. Sie können Länder entweder vereinen oder trennen. In der Vergangenheit, als die deutsch-polnischen Beziehungen gut waren, herrschte der Eindruck, dass die Oder uns verbindet.

Die Indianer glauben, dass sowohl die Erde als auch der Himmel unteilbar sind. Ebenso sind gemeinsame bi-nationale Flüsse nur theoretisch durch eine Grenze geteilt, die mitten durch ihr Bett verläuft. Während das Wasser und die Fische frei und ohne Nationalität sind.

Am Fluss Bug an der nordöstlichen Grenze Polens zu Weißrussland werden Flüchtlinge aus Syrien immer noch schlechter behandelt als Tiere, während im Südosten Flüchtlinge aus der Ukraine mit offenen Armen und Herzen empfangen werden. Polen war schon immer ein Land der Widersprüche, aber noch nie ein solcher moralischer Widerspruch in der Art und Weise, wie die Regierung mit Menschen umgeht, die vor dem Krieg fliehen müssen. Zu der humanitären Katastrophe an der Ostgrenze gesellt sich nun eine Umweltkatastrophe an der Westgrenze Polens.

Niemand kann sagen, was die Ursache für die Vergiftung unserer deutsch-polnischen Königin der Flüsse ist. Wie viele Jahre werden wir brauchen, bis sie uns wieder dient und sich erholt? Wie viele Jahre werden wir brauchen, damit sie nicht von unbekannten Tätern vergiftet werden muss? Die Tätern, die bisher den Tod von Hunderten von Tonnen toter Fische verursacht haben, die aus der Oder gezogen wurden, sind keiner der beiden Regierungen bekannt. Wir sind machtlos gegenüber dem Krieg in der Ukraine, und wir sind ebenso machtlos gegenüber den fehlenden Antworten auf die Frage, wer was wann und wo in die Oder einleitete und wie er sie mehrere Jahre lang vergiftete.

Ich hoffe, dass sich bis Ende 2022 die Ohnmacht gegenüber den russischen Invasoren in einen Sieg für die Ukraine verwandelt, und dass sich die Ohnmacht Polens und Deutschlands gegenüber der tragischen Situation an der Oder in eine aktive Zusammenarbeit zur Rettung unseres liebsten deutsch-polnischen Flusses verwandelt.

Flüsse sind wie Adern, in denen das Leben von Städten und Staaten fließt. Ich wünsche uns allen, dass die Oder so schnell wie möglich wieder ein schöner, gesunder Fluss wird, der uns alle auf beiden Seiten mit Stolz vereint und nicht trennt.

Agata Lewandowski

Wenn wir aus eigener Kraft nach Deutschland kommen, haben wir oft schon einen erlernten Beruf in der Hand (unabhängig davon, welcher Bildungsweg dafür erforderlich war), sowie viele Jahre Berufserfahrung hinter uns. Was aber tun, wenn die Deutschkenntnisse für den erlernten Beruf nicht ausreichen oder wenn zusätzliche Prüfungen verlangt werden, die - natürlich auf Deutsch - abgelegt werden müssen?

Wir können solche Momente nutzen, um uns zu fragen: Will ich wirklich weiter in meinem jetzigen Beruf arbeiten? Oder ist dies eine Gelegenheit, einen neuen beruflichen Abschnitt zu beginnen? Entscheidungen zu treffen, zu denen ich bisher nicht den Mut oder die Gelegenheit hatte?

Wie kann ich die Antworten auf diese Fragen finden?

Als Erstes sollten wir darüber nachdenken, welche Motive ich hatte, als ich meinen jetzigen Beruf wählte.

War es meine freiwillige Entscheidung?

Oder war es die Familientradition oder der Ehrgeiz eines meiner Elternteile, der mich dazu zwang?

War die Entscheidung, in einem so genannten "Billigjob" zu arbeiten, dazu gedacht, mir ein festes und sicheres Einkommen zu verschaffen?

Vielleicht wollte ich eine Arbeit machen, die mir Anerkennung in meiner Gemeinschaft bringt oder die mein Ego befriedigt und meinen Erfolg sichert?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten oder wenn sich bei diesen Fragen etwas in Ihnen regt, dann haben Sie wahrscheinlich einen Beruf gewählt, der nicht von Herzen kommt und der Sie nicht völlig zufrieden stellt. Erinnern Sie sich mutig an den Moment, als Sie Ihre Berufswahl getroffen und damit Ihre Zukunft gestaltet haben. Erinnern Sie sich, welche Emotionen oder Gefühle Sie bei der Arbeit begleitet haben? Waren sie konstruktiv oder destruktiv? Vielleicht waren Sie wegen ihnen oft krank?

Wenn Sie sich offen eingestehen, dass die Arbeit, die Sie bisher gemacht haben, nicht Ihr Traumjob ist, haben Sie einen großen Schritt nach vorne gemacht!

Sie haben damit eine neue Tür zu Ihrer neuen Zukunft geöffnet!

Setzen Sie sich in die Stille und erinnern Sie sich daran, welcher Beruf Ihr Traum war und immer noch ist? Kommen die Erinnerungen zurück? Beginnt Ihr Herz härter zu schlagen? Das ist ein Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Lebensveränderung ist, damit diese neu entdeckte Freude in Ihrem Herzen Ihr ständiger Begleiter im Leben wird!

Diese neu entdeckte Freude muss nicht unbedingt ein neuer Beruf sein, für den man sich wieder an die Schulbank setzen muss. Es gibt viele Berufe, die in Deutschland ausgeübt werden können, ohne dass ein Abschluss, ein Zertifikat oder ein Diplom erforderlich ist. Auch der Eröffnung eines eigenen Unternehmens steht hier nichts im Wege!

Vielleicht entdecken Sie auch in Deutschland neue Handlungsfelder, um Ihre Träume zu verwirklichen?

Wenn Sie bereits über genügend Wissen in einem bestimmten Bereich verfügen, können Sie dieses Wissen bereits mit anderen teilen! Wenn Sie Talente in sich tragen, können Sie diese jetzt der Welt präsentieren! Am Anfang können Sie Ihr Wissen oder Ihre Talente mit Menschen teilen, die ebenfalls Polnisch sprechen. Das wird Ihnen den Start erleichtern und Ihnen Selbstvertrauen geben. Gleichzeitig ist es ein sehr wichtiger Schritt auf Ihrem weiteren Weg!

Lassen Sie sich von den Möglichkeiten selbst leiten, nicht von den Hindernissen!

Gestalten Sie Ihr Heute und Ihr Morgen mit positiven Gedanken! Wenn Sie Fragen haben, suchen Sie selbst nach Antworten oder nach hilfreichen Menschen, die Sie bei Ihren neuen Unternehmungen unterstützen! Sie haben der Welt so viel zu bieten! Ihr Leben hängt von Ihren Entscheidungen ab!

Viel Glück!

Violetta Sievers

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Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Medienvertreter in Deutschland und Polen, der 1. September ist in jedem Jahr der Tag, an dem wir des deutschen Überfalls auf Polen 1939 gedenken, an den Beginn des Zweiten Weltkriegs und an die deutsche Besatzungsherrschaft in Polen erinnern.
Auch in diesem Jahr möchten wir deshalb diesen Tag ins Bewusstsein der deutschen Gesellschaft rufen.

Das Deutsche Polen-Institut lädt am kommenden Donnerstag, 1. September, zu zwei Gedenkveranstaltungen in Berlin ein.

  1. Von 16-17 Uhr findet eine Gedenkversammlung unter freiem Himmel in der Nähe der ehemaligen Krolloper statt,
    einem möglichen Standort des „Orts des Erinnerns und der Begegnung mit Polen", u.a. mit:
  • StM Claudia Roth, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  • Lesung von Ausschnitten aus persönlichen Zeitzeugnissen
  • einer Schweigeminute und ehrendem Gedenken mit Blumen

Zu der Versammlung brauchen Sie sich nicht anzumelden. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Weitere Informationen und Regelungen entnehmen Sie bitte der angehängten Einladung.

  1. Ab ca. 17:30 Uhr (Programm von 18:30-21 Uhr) findet eine Gedenkveranstaltung mit Vorführung eines Films zur Besatzung Polens in der Hessischen Landesvertretung in Berlin statt, u.a. mit:
  • Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund
  • Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. und Präsidentin des Deutschen Polen-Instituts
  • Filip Antoni Malinowski, Regisseur

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der angehängten Einladung.

Sie sind als Medienvertreter herzlich eingelanden, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Bei Interesse sollten Sie sich anmelden bei meiner Berliner Kollegin Anna Jankowska: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andrzej Kaluza

Kontakt in Berlin:

Anna Jankowska M.A.
Projektmitarbeiterin "Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen"

Deutsches Polen-Institut
Projektbüro "Polen-Ort"
Am Treptower Park 75
12435 Berlin

Tel.: 0049 (0) 6151 420 228
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

https://www.deutsches-polen-institut.de/
https://www.deutsches-polen-institut.de/politik/polen-ort/
www.facebook.com/deutschespoleninstitut

Sehr geehrte Vertreter der polnischen Organisationen in Deutschland, liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie über die Veränderungen informieren, die sich in der Arbeitsweise und der personellen Besetzung unserer Geschäftsstelle ergeben haben. Zu Beginn dieses Jahres haben wir uns von dem langjährigen Leiter und Mitbegründer unserer Einrichtung, Herrn Alexander Zając, verabschiedet. Der KONWENT der polnischen Organisationen hat mich zu seinem Nachfolger gewählt, was mich mit großer Freude und Stolz erfüllt. Ich hoffe mit einer neuen Herangehensweise, die Aktivitäten der organisierten Polonia in Deutschland zu unterstützen und zu bereichern.

Seit Juli wird unser Einsatz von einer neuen Sekretärin, Frau Joanna Krasowska, unterstützt. Ihre Tätigkeit wird ehrenamtlich von Frau Ewa Maria Slaska - einer Frau mit großer Erfahrung und Sensibilität für soziokulturelle Fragen - ergänzt.

Lassen Sie mich hier an das Profil unseres Büros erinnern. Zu unseren Hauptaufgaben gehören:

·         Koordinierung der Aktivitäten der polnischen Organisationen

·         Planung, Initiierung und Unterstützung von Projekten der Polonia

·         Bereitstellung von Informationen über Polen und die Polonia

·         Sicherstellung der Kommunikation zwischen Polonia und Institutionen in Polen und Deutschland auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene

·         Kontaktstelle für die Polonia

·         Ausarbeitung, Abstimmung und Präsentation gemeinsamer Positionen von Polonia zu bestimmten Themen

·         Beratung bei der Gründung von Organisationen

·         Gestaltung eines positiven Bildes von Polen und der Polonia

Ich möchte, dass dieses Schreiben der erste Schritt zur Erneuerung der Zusammenarbeit zwischen unseren Institutionen ist. Schreiben Sie uns, lassen Sie uns wissen, was Sie tun, aktualisieren Sie Ihre Informationen, ermutigen Sie andere Polonia-Einrichtungen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Sagen Sie uns, was Sie brauchen, damit wir gemeinsam überlegen können, wie Sie es bekommen können. Lassen Sie uns gemeinsam versuchen, neue und moderne Wege für die Aktivitäten polnischer Organisationen zu entwickeln.

Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und grüße Sie herzlich!

Klaudyna Droske 

Leiterin / Kierownik

Geschäftsstelle der Polonia

im Bundeshaus des Bundesministeriums

des Innern und für Heimat

Alt-Moabit 140

10557 Berlin 

Tel. (030) 18681 14183

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Freunde, Ich lade Sie herzlich zum 10. Polnischen Jubiläumsfestival ein, das ein reichhaltiges künstlerisches Programm für drei Generationen bietet.
Der Sonntag ist ein wunderbarer Tag, um mit der ganzen Familie und Freunden unvergessliche Momente in den Farben und Klängen der polnischen Kultur zu erleben.
Polnische Künstler werden uns eine Vielfalt von Musikrichtungen präsentieren: POP- CLASSIC- JAZZ- FOLKLOR. Wir werden auch die Talente von Kindern bewundern.
Sie sind alle herzlich eingeladen in die schönen historischen Räume der Mozartsäle- Hamburg- Dammtor, Moorweidenstraße 36, von 13:00 bis 21:00 Uhr.
Traditionell beginnen wir gemeinsam mit dem Publikum das polnische Festival mit dem polnischen Nationaltanz - der Polonaise.
Ich lade Sie herzlich zum 10. Jubiläum des Polnischen Festivals ein, das für drei Generationen ein reichhaltiges künstlerisches Programm bietet.
Der Sonntag ist ein großartiger Tag, um unvergessliche Momente mit der ganzen Familie und Freunden in den Farben und Klängen der polnischen Kultur zu erleben.
Polnische Künstler präsentieren uns verschiedene Musikrichtungen: POP- KLASSISCHE MUSIK-JAZZ- FOLKLOR. Wir werden auch die Talente der Kinder bewundern.
Ich lade alle herzlich in die wunderschönen historischen Säle der Mozartsäle-Hamburg-Dammtor, Moorweidenstraße 36, von 13.00 bis 21.00 Uhr ein.
Traditionell beginnen wir gemeinsam mit dem Publikum des Polnischen Festivals mit dem Polnischen Nationaltanz -POLONEZ.

Ich grüße Sie alle ganz herzlich, mit freundlichen Grüßen
Jolanta Barcik

Wir laden die polnische Gemeinschaft herzlich zu unserem jährlichen Herbstfest in Berlin "Spaß ohne Grenzen" ein! Wir treffen uns in diesem Jahr am 11. September von 11 bis 18 Uhr auf der Wiese am Alten Bernauer Herrweg 31 (Neuer Platz) - wir werden ein reichhaltiges Programm für Kinder und Erwachsene anbieten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Im Jahr 2020 unterzeichneten die Bürgermeister der Städte Oberhausen und Tychy eine Kooperationsvereinbarung, um gemeinsame Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport und Wirtschaft durchzuführen. Die Vereinbarung wurde am 17. Februar 2020 in Oberhausen unterzeichnet. An diesem Tag wehte die polnische Flagge über dem Rathaus. Eines der Ergebnisse der damals unterzeichneten Vereinbarung war ein dreitägiges, ereignisreiches Kulturfestival in Oberhasuen, das im Sommer 2022 auf einer Bühne neben dem Restaurant "Danzig" stattfand. Die Eigentümer dieses Veranstaltungsortes waren maßgeblich daran beteiligt, die beiden Städte zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Kinderprogramms, zu dem eine von der PolTon-Band geleitete Disco und Kinderschminken gehörten. Gegen Abend trat die lokal bekannte Band Superzeit auf der Bühne auf. Im offiziellen Teil hielten der Generalkonsul Jakub Wawrzyniak und der Oberhausener Bürgermeister Werner Nakot Reden.

Am zweiten Tag der Veranstaltung trat das bekannte polnische Duo Benrose auf. Am Abend führte das Straßentheater "HoM" aus Tychy das Stück "Monsieur Charlie" auf. Und am Sonntag stellte der Arzt und Schriftsteller Sylwester Minko sein literarisches Werk vor. Ergänzt werden diese interessanten Tage durch eine Ausstellung von vier Künstlern aus Tychy mit dem Titel. "Kunst aus der Partnerstadt Tychy", zu sehen bis zum 10. Juli in der KiR-Galerie und im Restaurant Gdansk.

Neben Tychy sind die Partnerstädte von Oberhausen folgende: Carbonia in Italien, Mersin in der Türkei, Middlesbrough im Vereinigten Königreich, Toronto in Kanada und Zaporozhe in der Ukraine.

Text: Leonard Paszek

Fotos: Robert Siera

Deutsches Labor findet erhöhte Pestizidwerte in der Oder - Polen spricht von "Fake News". Die deutschen Behörden beschreiten bei der Untersuchung des Fischsterbens in der Oder einen neuen Weg: Im Wasser wurden erhöhte Pestizidwerte festgestellt. Dies kann jedoch nicht als einzige Ursache für das Fischsterben angesehen werden. Polen reagiert unterdessen mit entschiedenem Widerstand. Wird Fisch zu einem weiteren Stinktier" in den deutsch-polnischen Beziehungen?

Die Ursachen der Katastrophe werden ermittelt

Bislang wurden fast 160 Tonnen toter Fische aus der Oder und kleineren Flüssen geborgen. Bei der Suche nach der Ursache des Massensterbens stellte das Landeslabor Berlin-Brandenburg überhöhte Pestizidwerte fest.
"In Proben, die zwischen dem 7. und 9. August an der Messstelle Frankfurt (Oder) genommen wurden, wurden hohe Konzentrationen des Pestizids mit dem Wirkstoff 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure gefunden", teilte das brandenburgische Umweltministerium am Samstag mit. Die Konzentrationen waren jedoch so gering, dass davon ausgegangen werden muss, dass die festgestellte Dosis für die Fische nicht tödlich ist. Der nachgewiesene Wirkstoff wird z. B. zur Unkrautbekämpfung eingesetzt.

Es ist daher nach wie vor davon auszugehen, dass die Umweltkatastrophe mehrere Ursachen hatte. Tatsache ist jedoch, dass die übermäßige Konzentration des Pestizids über mehrere Tage hinweg sicherlich Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen hatte. Es ist möglich, dass das Pestizid flussaufwärts der Oder in noch höheren Konzentrationen vorhanden war und an der Messstelle in Frankfurt (Oder) bereits stark verdünnt war.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden derzeit Hunderte von verschiedenen Stoffen in Fischen untersucht, die indirekt mit dem Sterben in Zusammenhang stehen könnten. Den Wissenschaftlern zufolge kann auch die giftige Algenart ein entscheidender Faktor für das Fischsterben sein. Niemand weiß jedoch, warum sich die Algen im Fluss vermehrt haben.

Mediengeplänkel

In Deutschland häufen sich die Vorwürfe gegen die polnische Seite im Zusammenhang mit der Vergiftung der Oder, die, obwohl sie schon viel früher von dem Problem wusste, die deutschen Institutionen nicht informiert hat. Der Fall wird derzeit vom Landeskriminalamt in Brandenburg untersucht.
Im Gegenzug reagiert die nationalkonservative Regierung von Recht und Gerechtigkeit, die sich unter Druck gesetzt sieht, mit einem antideutschen Ton und Angriffen auf die polnische Opposition, der sie vorwirft, die deutsche Darstellung der möglichen Ursachen der Umweltkatastrophe bereitwillig zu übernehmen, indem sie unmissverständlich auf die Nachlässigkeit der polnischen Machthaber hinweist.
In diesem Sinne äußerte sich unter anderem die polnische Umweltministerin Anna Moskwa, die auf Twitter über die Falschmeldungen aus Deutschland schrieb: "Achtung, es werden wieder Fake News in Deutschland verbreitet!!! Pestizide und Herbizide. In Polen wurde der Stoff getestet und unterhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen, d. h. ohne Auswirkungen auf Fische oder andere Tiere und ohne Zusammenhang mit dem Fischsterben.
Im Gegensatz dazu wurden die Substanzen in Fischen nicht nachgewiesen, schrieb Moskau in einem weiteren Tweet: "Ungerechtfertigter Angriff auf die Landwirtschaft. Erst die Industrie, jetzt die Landwirtschaft? Was kommt als Nächstes?"

Wieder einmal beweist die Natur, dass sie klüger ist als der Mensch.

Unterdessen gab es am Freitag zum ersten Mal positive Nachrichten aus dem Krisengebiet. Beim ersten Fischtest in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) haben Wissenschaftler des Instituts für Binnenfischerei Potsdam am Freitag zahlreiche lebende Fische verschiedener Arten entdeckt. Auch Krebse und Muscheln sind wieder in der Oder und scheinen gesund zu sein. Der nationale Fischereiverband sprach von guten Nachrichten, die Hoffnung machen. Auch wenn es an manchen Stellen fast wie vor der Katastrophe aussieht, herrscht an der Oder immer noch Angst um die Zukunft des Flusses. Vor allem dort, wo Menschen vom Tourismus leben.

Von mir
Ich persönlich drücke all jenen die Daumen, die mit dem Fang von Fischen, der Beseitigung von Aas und der Belüftung des Flusses beschäftigt sind. Der Zustand der Oder liegt mir sehr am Herzen und ich verbringe meine Freizeit gerne am Stettiner Haff. Ich hoffe, dass die Natur mit den unverantwortlichen Menschen fertig wird und sich der Fluss wieder erholt. Ich hoffe auch, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird und dass die Verantwortlichen für die Vergiftung des Flusses die verdiente Strafe erhalten.

Lukas Soltysiak a la Herr Hamburger
www.herrhamburger.de

Foto: Wikipedia-Tomasz Molina , Pixbay

Justyna ist 31, Dawid ist 34, und sie sind durch ihre Liebe zum Maluch, dem Fiat 126p, verbunden. Justyna war schon als Kind von diesem Auto fasziniert. Ihr älterer Bruder hatte einen Fiat. Als sie ihre Führerscheinprüfung bestand, kaufte sie sich auch einen Maluch, obwohl dieser schon lange nicht mehr hergestellt wurde. Davids Faszination für den Maluch währt ebenfalls schon sehr lange. Der Maluch war schon immer in der Familie. Er selbst fährt einen, und im Hinterhof stehen fünf, die darauf warten, renoviert zu werden.

Dawid lebt seit 14 Jahren in Deutschland. Seine Liebe zu seinem Fiat 126p ist so groß, dass er sogar eine eigene Facebook-Seite für ihn eingerichtet hat. Justyna besitzt nicht nur einen Maluch, sondern sammelt auch andere Dinge, die mit Maluch zu tun haben, z. B. T-Shirts, Schlüsselanhänger, Bücher und Postkarten. Außerdem malt sie mit ihren eigenen Händen Toddlers auf Christbaumkugeln. Sie verfolgte Davids Website schon seit einiger Zeit mit Interesse. Eines Tages begannen sie miteinander zu reden. Am Anfang waren es Gespräche zwischen zwei professionellen Hobbyisten. Sie tauschten Erfahrungen im Automobilbereich aus. Ihre Faszination und Liebe für den kleinen Fiat war so groß, dass sie beschlossen, ihn gemeinsam zu fahren. Justyna verließ vor fünf Jahren ihre Heimatstadt Bielsko und zog zu Dawid nach Schwerte. Schon bald füllte sich ihr Hinterhof mit verschiedenen seltsamen Fahrzeugen. Zur Restaurierung stehen mehrere Maluchs, ein Käfer, ein Matiz, ein Motorrad und originelle Fahrräder bereit: ein Tandem und ein Wigry 2.

Mit ihrem grünen Lieblings-Maluch fahren sie regelmäßig zu Fiat 126p-Rallyes in den Niederlanden und Polen. Ihr Maluszek legt tapfer die Strecke nach Polen zurück und hat sie noch nie im Stich gelassen. Justyna und Dawid nehmen es sogar mit in den Urlaub. Für längere Fahrten packen sie es jedoch auf einen Anhänger. Es kommt auch oft vor, dass sie damit zur Arbeit fahren. Dawid arbeitet in einer Fleischfabrik und Justyna montiert Pflanzen in einer Fabrik. Doch "nach Feierabend" gibt es keinen Tag, an dem sie sich nicht ihrem gemeinsamen Hobby widmen.

Sie sind beide dem Großen Orchester der Weihnachtshilfe gewidmet. Vor drei Jahren versteigerten sie in Oberhausen ein Gemälde eines Maluchs und eines Frontflügels. In diesem Jahr versteigern sie eine zweistündige Fahrt durch Dortmund in ihrem Fiat. Das Interesse war groß und die Gebote waren sehr heftig. Der Höchstbietende war schließlich Karolina, die den Preis auf 270 Euro anhob. Wahrscheinlich erinnert sie sich sehr gern an diese Reise. Justyna hat versprochen, dass sie mit dem Orchester bis zum Ende der Welt und noch einen Tag länger spielen wird, also wird es beim Finale im nächsten Jahr wahrscheinlich auch eine Auktion mit einem... kleinen Fiat in der Hauptrolle geben.

Der kleine Fiat ist schon seit vielen Jahren ein Kultauto. Sie hat eine große Gruppe von treuen Fans und sogar Fanatikern. Es war ein extrem "geräumiges" Auto. Davon konnten sich die Einwanderer in den 1980er und 1990er Jahren überzeugen, als sie ihr gesamtes Hab und Gut hineinpackten und mit der ganzen Familie über die Autobahn A2 bis nach Deutschland fuhren, um dort ein neues Leben zu beginnen. Viele von ihnen stiegen schnell auf Opel, Toyotas, Audi und andere westliche Autos um, die ... überraschenderweise auch in den Kombi-Versionen nicht mehr die Nutzlast hatten. Viele Menschen haben jedoch immer noch eine Vorliebe für den Maluch. Heutzutage würden sich viele Autofahrer eine solche sentimentale Fahrt gerne gönnen.

Viele Jahre lang war der Fiat 126p das beliebteste Auto auf polnischen Straßen. Für viele war es das erste Auto ihres Lebens. Mehrere Generationen von Autofahrern haben ihre ersten Kilometer hinter seinem Steuer zurückgelegt. Es wurde für den Transport von fast allem verwendet. Alles, was nicht hineinpasste, landete oben im Kofferraum. Viele Fahrer hatten ihre ersten sexuellen Erfahrungen in einem Maluch. Viele fragen sich nun, wie dies möglich war. Jemand schrieb, es sei ein Auto der tausend Möglichkeiten. Trotz der Tatsache, dass es 20-30 Durchschnittsgehälter kostete, Vorauszahlungen und Gutscheine sowie Tankkarten erforderte, gelang es, ganz Polen zu motorisieren.
Diese Legende der polnischen Straßen gewinnt immer mehr Fans. In vielen Städten werden Clubs für Kleinkinder-Autoliebhaber gegründet. Einer von ihnen ist schon seit vielen Jahren in Głogów tätig. Ihre Mitglieder erinnern daran, dass die Zeiten, in denen man einen Maluch für eine Flasche Wodka oder ein paar hundert Zloty kaufen konnte, längst vorbei sind. Heutzutage werden diese Autos immer teurer. Es kommt auf den Jahrgang und den Zustand an. Selbst Autos für eine Generalüberholung kosten jetzt mehrere tausend Zloty. Original-Cabrios von Fiats können bis zu 30 Tausend Zloty kosten.

Der kleine Fiat war ein Auto mit Pannen, aber leicht zu reparieren. Sie konnten mit einfachen Werkzeugen repariert werden. Krzysztof, ein Mitglied des Clubs, erinnert sich an eine Situation, als er auf der Rückfahrt von einer Rallye ein Rad verlor. Jakub hingegen musste unterwegs einen Simulator ersetzen. Er musste fast den gesamten Motor am Rande der Autobahn ausbauen. Er beendete die Arbeit jedoch innerhalb weniger Stunden. Auch Tom Hanks ist ein Fan des Fiat 126p, und Bilder von ihm in einem Malec sind überall im Internet zu finden.

Am Sonntagabend verlassen wir den zauberhaften Garten von Justyna und David und wünschen ihnen einen gelungenen Urlaub und schöne Momente bei der nächsten Kleinkind-Rallye.

Text: Leonard Paszek
Fotos: Robert Widera

 

 

An den letzten beiden Wochenenden im August wird Slawomir Olszamowski in vier verschiedenen Szenen im Restaurant "Danzig" in Oberhausen zu hören sein. Das "Olszamowski Piano Festival" ist eine Reihe von vier Konzerten, die das künstlerische Schaffen des bekannten polnischen Pianisten und Komponisten, der in Köln lebt, präsentieren. Während des Festivals wird Olszamowski vier verschiedene Musikprogramme aufführen, die unter anderem Werke von Chopin, Liszt, Beethoven und Rachmaninow präsentieren. Das Festival zeigt sein vielfältiges Repertoire, das von klassischen Chopin-Aufführungen über populäre Opernarien mit Zenon Iwan bis hin zu unterhaltsamen Stücken mit Krzysztof 'Ptak' Wroblem reicht.

Slawomir Olszamowski wurde in Wrocław geboren und lebt derzeit in Köln. Er studierte Komposition u. a. bei Henryk Mikołaj Górecki an der Musikakademie in Katowice. Darüber hinaus erhielt er private Konsultationen bei Witold Lutowslawski.

Er ist Preisträger von Kompositionswettbewerben: 2. Preis für seine Konzertmusik "Expectation" beim Wettbewerb für junge Komponisten in Warschau und 3. Preis für seine bulgarische Fantasie beim Komponistenwettbewerb "Percussion in 7/8 2004" in Plovdiv, Bulgarien. Außerdem gewann 2003 der Film "Goldgarten" von Sascha Bruhn mit seiner Musik den Hauptpreis bei den Berliner Kurzfilmtagen.

Sławomir Olszamowskis Kompositionen wurden bei vielen bedeutenden Festivals für zeitgenössische Musik aufgeführt, darunter das Warschauer Herbstfestival und die Schlesischen Tage der zeitgenössischen Musik, während sein Zyklus Chain of Contradictions für Kammerorchester mehrfach vom Orkiestra Muzyki Nowej gespielt wurde.
Mehr: https://www.polcafe.eu/pl/Olszamowski

Leonard Paszek

 

Die Band "Stan zawieszenia" aus Berlin hat den Grand Prix des 5. Polnischen Songfestivals "Opole" 2022" gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

"Stan Zawieszenia" ist eine Musik- und Gesangsformation, bestehend aus 5 Polen und einem Deutschen, die im Laufe von 6 Jahren dank ihrer Liebe zur Musik und ihrem Wunsch, für die polnische Gemeinschaft aufzutreten, viele Anhänger in der Gemeinde gefunden haben. Das Ensemble spielt wie folgt: Dorota Puszakowska, Wojciech Sowinski, Waldemar Labanowicz, Andrzej Mersztin, Bogdan Mersztin, Bernd Barthel. Das Repertoire der Band umfasst eigene Kompositionen, aber auch bekannte Hits, die gemeinsam gehört und gesungen werden. Es ist immer ein Vergnügen, sich mit Freunden auf polnischen Veranstaltungen zu treffen, eine Pause vom Alltag zu machen und sich zu den Klängen von leichter und angenehmer Musik in eine andere, unbeschwerte Realität zu begeben.
Die Band Stan Zawieszenia nimmt seit einigen Jahren am Polish Song Festival in Opole teil und hat dabei jedes Mal renommierte Preise gewonnen: 2019 den Preis des Präsidenten von Opole Radio und 2021 eine Auszeichnung für ihre Interpretation eines patriotischen Liedes. Die polnische Gemeinde in Berlin ist froh, dass wir ein echtes Musikensemble mit hochqualifizierten Musikern in ihrer Gemeinde haben. Das Ensemble "Without Suspension" gewinnt Lorbeeren außerhalb Berlins, und es wäre schön, wenn das Kapitel des Polonia-Preises "Best of the Best" ihren großen Beitrag zur polnischen Gemeinschaft anerkennen würde.

Das Festival des polnischen Liedes - Opole 2022 ist ein Treffpunkt für polnische Künstler, die über die ganze Welt verstreut sind. Seit fünf Jahren kommen Musikgruppen, Solisten und Sänger nach Opole, die im Land der Emigration täglich Musik machen und aufführen. Die Organisatorin und Initiatorin des Festivals - Halina Nabrdalik, Journalistin bei Radio Opole - fördert durch ihre Aktivitäten die polnische Kultur in den Ländern, in denen sie leben. Die Idee hinter dem Festival ist es, polnische Gemeinschaften zu integrieren und Verbindungen zwischen Polen und Polen und ihrer Heimat zu schaffen, aber auch die Einwohner unserer Region über Polonia aufzuklären.
Dieses Jahr kamen Künstler aus zwölf Ländern nach Opole: Litauen, Weißrussland, Ukraine, Frankreich, Deutschland, Spanien, Österreich, Italien, Schweden und zum ersten Mal die Niederlande. Die Ensembles konkurrierten um den Grand Prix, der mit 6 500 PLN dotiert war, und weitere Auszeichnungen waren vorgesehen.

Die Konzerte fanden in Opole, Prudnik, Gogolin und Pilszcz statt und dauerten vier Tage.

Hauptorganisator des Festivals ist die Oppelner Niederlassung des Polnischen Gemeindeverbandes. Radio Opole ist - wie jedes Jahr - Mitveranstalter der Veranstaltung. Andere Organisatoren sind: Kulturzentrum Prudnik, Rathaus Prudnik, Rathaus Oppeln, Nationales Zentrum für das polnische Lied in Oppeln, Kulturzentrum Gogolin, Rathaus Gogolin.

Text zusammengestellt von: Krystyna Koziewicz

Fotos gesendet von: Jerzy Stemplewski

Autor des Fotos: Stanisław Wierzgoń, Krystyna Koziewicz

 

Am 27. Juli 2022 besuchte eine CDU-Delegation unter Leitung des Parteivorsitzenden Friedrich Merz Warschau. Während des Besuchs in Polen führte die deutsche Delegation ein zweistündiges Gespräch mit PIS-Präsident Jarosław Kaczyński. Die Gespräche fanden auf Initiative der deutschen Seite statt, der die Bundestagsabgeordneten Patricia Lips, Knut Abraham und Paul Ziemiak angehörten. Auf polnischer Seite waren der Generalsekretär für Recht und Justiz, Krzysztof Sobolewski, und der polnische Botschafter in Deutschland, Andrzej Przyłębski, anwesend.

Am 28. Juli traf die CDU-Delegation mit dem polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki zusammen. Die wichtigsten Gesprächsthemen waren die polnisch-deutschen und europäischen Beziehungen sowie die Unterstützung der Ukraine während des Krieges. Von polnischer Seite wurde die Frage der Reparationen nach dem Zweiten Weltkrieg angesprochen und die Hoffnung geäußert, dass die CDU hier eine andere Auffassung vertritt als die derzeitige Regierung in Berlin.                                                                             

Im Rahmen der Reparationsleistungen schickte Polen 200 sowjetische Panzer aus seinen Beständen in die Ukraine; Deutschland sollte Polen im Gegenzug modernere Ausrüstung (Ringtausch) schicken. Der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, solle die durch den verzögerten Panzertausch entstandene negative Situation neutralisieren, so der Spiegel.

Gleichzeitig betonte Bundeskanzler Olaf Scholz, dass die direkte deutsche Militärhilfe für die Ukraine weiter zunimmt, wie die kürzlich gelieferten Raketenwerfer Mars II und Panzerhaubitzen 2000 zeigen.

Zum Abschluss ihres Besuchs in Polen legte die CDU-Delegation Blumen am Denkmal für den Warschauer Aufstand und am Denkmal für die Helden des Warschauer Ghettos nieder.

Ein Mitglied der Delegation war CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der auch Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag ist.                                               

Paul Ziemiak wurde in Szczecin (Stettin) geboren. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie nach Deutschland. Er war bis 2018 Vorsitzender der Jungen Union - der Jugendorganisation der CDU - und wurde dann zum jüngsten Generalsekretär der Partei gewählt. In seinem Facebook-Post betonte er, wie emotional es sei, die Helden des Warschauer Aufstands persönlich zu ehren, „denn das Deutsche und Polen heute Freunde sind und wir den Helden des Warschauer Aufstandes gemeinsam gedenken, das ist ein weiteres Wunder europäischer Geschichte“.

Agata Lewandowski

(Quelle www.facebook.com/paulziemiak)

Von Juni bis Ende August 2022 können Sie drei Sommermonate lang für nur 9 Euro mit Regionalzügen durch ganz Deutschland fahren, das so genannte 9-Euro-Ticket. Ein solches Weihnachtsgeschenk macht die deutsche Bundesregierung der internationalen Gemeinschaft mitten im Sommer. Ich glaube, dass der Vorschlag all diejenigen erfreute, die nur selten öffentliche oder regionale Verkehrsmittel benutzten, und wahrscheinlich auch diejenigen, die mit dem Auto zur Arbeit fuhren. Am glücklichsten waren die deutschen Punks. An einem Sonntag machten sich die Punks in Massen auf den Weg zur Insel Sylt, die normalerweise von reichen Deutschen bewohnt wird. Es ist ein versnobter Ort, der von Leuten aus Wirtschaft, Politik und Kultur eingenommen wird. Sylt wurde berühmt, als Schriftsteller, Maler und Künstler hierher kamen. Zu ihnen gehörten Thomas Mann, Marlene Dietrich, Emil Nolte, die persische Kaiserin Soraya, Axel Springer. Nach Sylt kommt man nur mit dem Zug, wo ein normales Ticket 60 Euro für die einfache Fahrt und 100 Euro für Hin- und Rückfahrt kostet. Mit einem Preis von nur 9 €, einem Superschnäppchen, haben sich die Kunden in den sozialen Medien schnell auf den Weg gemacht, um den Charme der weißen Strände zu genießen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Warum nicht?

An dieser Stelle möchte ich meine Geschichte mit Sylt erwähnen. Ich war dort mit meinem frisch verheirateten Mann Bartek auf Hochzeitsreise. Wir fuhren mit einem alten VW-Wohnmobil. Ich muss zugeben, dass ich mich inmitten der Luxusfahrzeuge ein wenig fremd fühlte. Vor allem auf dem Parkplatz fielen wir elendig auf. Meine Hochzeitsgesellschaft kümmerte sich überhaupt nicht darum und stolzierte die Hauptstraßen entlang, während ich mich an ruhige, abgelegene Orte zurückzog.

Hinzu kam, dass zu dieser Zeit die Windsurfing-Weltmeisterschaft auf der Insel stattfand, so dass die gesamte versnobte gesellschaftliche Crème de la Crème von ganz Deutschland (oder Schickeria) die Landschaft von Westerland beherrschte. Wir passten nicht zu den schicken Klamotten, den exklusiven Restaurants, so wie die Punks jetzt das Weltbild der Einheimischen stören. Statt anderer Snobs sahen sie plötzlich massenhaft schwarz gekleidete Jugendliche in ausgewaschenen Jeans, mit Sicherheitsnadeln und Spikes in den Ohren, Ketten und Metallaccessoires an Jacken, Schuhen und Hosen. Punks verteilen sich auf den Plantagen mit Hunden zu ihren Füßen und Bier in der Hand. Ich mag die Punkszene, es lebe die Jugend, die Freiheit und die Freiheit!

Frankfurt (an der Oder)

Nun, da ich im Besitz von 3 für 3 Monate gültigen Tickets war, begann ich sofort mit der Planung von Reisen in die Region. Ungewöhnliche und interessante Orte zu entdecken, hat mich schon immer gereizt; allein die Region Brandenburg bietet viele touristische Attraktionen direkt vor meiner Nase. Ich musste nur meinen Kopf und dann meinen Hintern bewegen, meinen Rucksack nehmen und mich auf den Weg machen.
Meine erste Reise mit dem 9-Euro-Ticket ging nach Frankfurt (Oder). Ich wollte in einer wichtigen Familienangelegenheit nach Słubice fahren. Alles verlief reibungslos, es gab freie Plätze in den Waggons, die Züge fuhren alle halbe Stunde in diese Richtung. Menschen stiegen ein, stiegen aus, der Verkehr war so ruhig wie die Oder. Interessanterweise gab es keine Fahrkartenkontrolle, denn warum sollte das so sein?

Brandenburg an der Havel

Wir drei - Ela, Ewa und ich - hatten schon lange geplant, mit dem 9-Euro-Ticket zu reisen, aber irgendwie konnten wir die Reise nicht antreten, denn das war der Sinn der Sache, wenn drei Leute gleichzeitig reisen wollten. Obwohl sich dieses hübsche zweizeilige Gedicht von Boy-Żeleński auf die Sphäre der Beziehungen zwischen Mann und Frau im weitesten Sinne des Wortes bezieht, könnte man daraus weitere Analogien ziehen. Manchmal ist es jedoch so, dass "zwei nicht gleichzeitig wollen, der Dritte aber schon" oder "zwei wollen gleichzeitig, aber sie können nicht, und der Dritte will nicht".

Und obwohl "wollen und nicht können" auf den ersten Blick schlimmer ist als "können und nicht wollen", ist es aus der Perspektive dessen, woran Boy-Zelenski dachte, mit "nicht wollen" (nicht wollen) viel schlimmer als mit "nicht können" (nicht können).
Letztendlich haben wir es aber geschafft! Wir haben die Reise nach Brandenburg gemacht. Ela hatte ein festes Ziel: die Guillotine im Gefängnis Brandenburg-Görden in der Anton-Saefkow-Allee zu sehen, um ein Foto für das Projekt Irena Bobowska - die vergessene Heldin zu machen.

Brandenburg an der Havel ist eine charmante Stadt, die auf den ersten Blick zum gemütlichen Bummeln einlädt. Die Umgebung ist ein Traumland aus Wäldern und Seen, durchzogen von tausenden Kilometern Radwegen. Wir verbrachten mehrere Stunden in Brandenburg und entdeckten in aller Ruhe fast alle reizvollen Orte, städtische Hausgrundrisse, historische Denkmäler, gotische Rathäuser und Kirchen, Stadttore und Türme.
Alles war so nah, so schön, so idyllisch. Wir schlenderten sowohl durch ruhige als auch laute Straßen, in denen Straßenbahnen und Autos unerbittlich über das Steinpflaster in der Mitte der Straßen und zwischen den Mietshäusern ratterten. Man musste auch aufpassen, dass man nicht getroffen wurde.

Die Geschichte Brandenburgs reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Aus der Antike sind einige Denkmäler erhalten geblieben. Bei einem Spaziergang durch die Stadt können Sie beeindruckende Kirchen besichtigen: In der Neustadt finden Sie die Katharinenkirche mit prächtigen Fassadenverzierungen. In der Altstadt besuchten wir die St. Gotthardt-Kirche, und die Stadt hat auch Teile der Stadtmauer mit ihren Türmen erhalten, ebenso wie das Gebäude des ehemaligen Rathauses, das von der riesigen Figur des Rolands bewacht wird. Interessant ist, dass es in Brandenburg zwei Rathäuser gab, das alte und das neue. Das wichtigste religiöse Denkmal der Stadt ist der Dom Sankt Peter und Paul aus dem 12. Jahrhundert. Die Altstadt war hier ruhiger und friedlicher. Die Neustadt hingegen ist, wie es sich für eine Neustadt gehört, lebendig - hier finden Sie zahlreiche Bars, Cafés, Restaurants und Geschäfte.

Bei einem Spaziergang durch Brandenburg haben wir auch nach Moppet-Figuren mit kleinen Hörnern Ausschau gehalten. Diese kleinen Stadt- oder Waldtiere sind in der ganzen Stadt verstreut und erinnern an den bekannten deutschen Komiker und Karikaturisten Vicco von Bülow, genannt Loriot. Ein Muppet mit Hirschgeweih war eine der bekanntesten Comicfiguren von Loriot. In Brandenburg gibt es mehr als 20 solcher Figuren; wir sind auf mehrere Stücke gestoßen.

Mein Aufenthalt in der Stadt endete vor 15.00 Uhr, und wir mussten rechtzeitig zum Monodrama des Polnischen Instituts über Pilecki nach Berlin zurückkehren. Ich hatte versprochen, dort zu sein, und das war ich auch. Meine Freunde brachten mich zum Bahnhof und ich kehrte allein nach Berlin zurück, während die beiden ihre Pläne weiterverfolgten.

Die Frage ist, wann wir drei wieder einen Ausflug für 9 € machen werden.

Text und Foto: Krystyna Koziewicz

Wikipedia, Titelfoto: Sylt-Molgreen

Im Juni unternahm Klaudia Jachira, Mitglied des Europäischen Parlaments, eine Reise durch Europa. Ziel war es, mit im Ausland lebenden Polen zusammenzukommen. Sie besuchte die Ukraine, Italien, Schweden und Deutschland. In Deutschland traf sie sich mit einer Gruppe von Polen in Köln und in Oberhausen. Unterwegs traf sie überall auf Polen, die sehr gesprächsbereit waren und sich für polnische Angelegenheiten interessierten. Nicht immer und nicht jeder teilte ihre Ansichten, aber überall verlief die Diskussion in gutem Ton.

In einem kurzen Facebook-Bericht über das Treffen in Oberhausen schrieb sie: "Ich fand keine Euros für 3 Zloty pro Stück, stattdessen traf ich polnische Frauen und Polen, die sich gerne unterhalten wollten. Von Helfern an der polnisch-weißrussischen Grenze, über lokale Künstler, Menschen mit linken oder liberalen Ansichten bis hin zu Mitgliedern des Clubs Gazeta Polska! Es ist uns gelungen, das zu tun, woran wir in diesem Land normalerweise scheitern, nämlich ein substanzielles Gespräch zu führen".
Wie üblich reichte die Zeit nicht aus, um alle Themen zu behandeln, die für die Anwesenden von Interesse waren, denn auf jede Frage folgte eine Diskussion. Nachfolgend finden Sie einige Fragen und kleine Auszüge aus den Antworten der Abgeordneten.

Sollte Polonia das Recht haben, an den Wahlen teilzunehmen?

- Als Bürger unseres Landes haben Sie ein unveräußerliches, verfassungsmäßiges Recht zu wählen. Solange Sie die polnische Staatsbürgerschaft besitzen, kann Ihnen niemand dieses Recht entziehen.

Früher wollte ich auf meine alten Tage in meine Heimat zurückkehren, aber wenn ich sehe, was jetzt mit ihr geschieht, habe ich aufgegeben.

- Das überrascht mich nicht, denn bei Begegnungen auf dem Lande höre ich oft die Frage, wie ich mich dazu zwingen kann, noch nicht ins Ausland zu gehen und zu glauben, dass der Wandel kommen wird.

Wie wäre es, wenn nur derjenige, der Steuern zahlt, das Wahlrecht hätte?

- Auf diese Weise haben Sie eine dreißigjährige Mutter mehrerer Kinder, die nicht arbeitet und kein Geld hat, um ihr Geld gebracht. Gleich wird jemand kommen und sagen, dass die Rentner nicht wählen gehen müssen, weil sie den Jungen das Leben schwer machen. Ich würde vor jedem Versuch warnen, das Wahlrecht einzuschränken. Denken Sie daran: Freie, gleiche, geheime und allgemeine Wahlen sind das Wesen der Demokratie!

Obwohl der Sejm dank Parlamentspräsident Terlecki die Kosten für die Treffen mit Polonia nicht übernommen hat, ist die Abgeordnete mit dem Verlauf der Treffen zufrieden, da sie Menschen getroffen hat, die ihr Heimatland hervorragend repräsentieren.

In einem separaten Facebook-Post fügte sie hinzu: Da der Euro in Deutschland billig ist, habe ich mir einen neuen Rucksack gekauft, der doppelt so groß ist wie der vorherige, damit ich noch mehr reisen kann! Und ich versichere Herrn Terlecki, dass ich meine Begegnungen mit polnischen Frauen und Männern nicht aufgeben werde.

Text: Leonard Paszek

 

Eine Woche des Gedenkens an den Warschauer Aufstand 44 geht in der Polens Hauptstadt zu Ende. Am 1. August feierten wir den 78. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstands. Der Aufstand dauerte 63 Tage, etwa 18.00 Tausend Soldaten der Heimatarmee und 180.000 Zivilisten starben dabei.

Vor dem Krieg lebten meine Großeltern am Ufer der Weichsel im kleinen Symonowicz-Palast. Während des Warschauer Aufstands kam es im Warschauer Bezirk - Powiśle zu schweren Kämpfen, und der Palast selbst wurde als Krankenhaus für die Aufständischen genutzt. Meine Großeltern flüchteten sich in den Keller des nächstgelegenen Hauses.

Mein Großvater, Wacław Adamek, starb in den ersten Tagen des Aufstandes direkt neben seinem Haus in der Solec Straße 37. Er wurde auf dem Teil des Bródno Friedhofs begraben, der für die Opfer des Warschauer Aufstandes bestimmt ist. Meine Großmutter und mein 9-jähriger Vater entkamen einem Transport in ein KZ und dank dieser Tatsache schreibe ich diesen Artikel. Nach dem Krieg kehrte meine Großmutter zusammen mit ihren Vorkriegsnachbarn "auf den alten Müll" (wie wir in Warschau zu sagen pflegten) in das zu 90 Prozent zerstörte linke Warschauer Ufer zurück. 

Mein ganzes polnisches Leben war vom Aufstand geprägt, und obendrein habe ich das Stefan-Batory-Gymnasium besucht, dessen Schüler Jan Bytnar "Rudy", Maciej Aleksy Dawidowski "Alek" und Tadeusz Zawadzki "Zośka" die Helden des Romans "Kamienie na szaniec" von Aleksander Kamiński waren. Ich war in der Pfadfindergruppe "Orangerie", zu der vor dem Krieg der Dichter und Aufständische Krzysztof Kamil Baczyński gehörte.

An unserer Schule gab es einen Gedichtwettbewerb, der nach Krzysztof Kamil Baczyński benannt war, und wir haben das Andenken an die jungen Aufständischen immer respektiert. Weder meine Großmutter noch mein Vater haben jemals über die Grausamkeiten des Krieges gesprochen. Jedes Jahr im August im Warschau erscheinen unmerklich Blumensträuße unter den Gedenktafeln für die getöteten Aufständischen. Als nach der politischen Wende in Polen die Historiker zu diskutieren begannen, ob der Warschauer Aufstand notwendig war, begann ich, Fetzen von Familiengeschichten zusammenzustellen.

Aus der Sicht der Warschauer, die im von den Nazis besetzten Warschau lebten, war der Aufstand ihr letzter Akt der Verzweiflung. Die Menschen in Warschau waren durch den langjährigen Terror so entwürdigt worden, dass sie Angst hatten, die Grenze zur Animalisierung zu überschreiten. Während der Besatzung hungerten sie so sehr, dass sie froh waren, Taubenbrühe zu kochen. Die deutschen Razzien waren so häufig, dass sie jedes Mal, wenn sie auf die Straße gingen, unmittelbar befürchten mussten, getötet oder in ein KZ deportiert zu werden. Der Aufstand war die einzige Rettung für die Menschen in Warschau, da sie an die Grenzen der Menschlichkeit stießen. Sie zogen es vor, für die Freiheit zu kämpfen oder zu sterben, solange der Albtraum der Besatzung ein Ende hatte.

Die Pläne für den Aufstand wurden im Warschauer Untergrund besprochen, bevor er begann, so dass diejenigen, die sich nicht daran beteiligen wollten, Warschau verließen. Die rechte Seite Warschaus, die so genannte Praga, hat mir nie gefallen. Ich erinnere mich, dass meine Großmutter einmal sagte: "Sie standen auf dieser Seite und sahen zu, wie wir niedergeschlagen wurden", und sie sah es direkt von ihrem Fenster aus. Ich habe meine Kindheit an der Weichsel verbracht. Genau wie meine Großmutter und mein Großvater vor dem Krieg badete ich jeden Sommer darin und baute meine ersten Sandburgen an der Weichsel.

Am 1. August 2022 fand ich mich zufällig an der Weichsel auf der Höhe des Fensters des Hauses meiner Großeltern wieder. Dutzende von Booten aller Art versammelten sich dann unter der nahe gelegenen Poniatowski-Brücke. Auf diese Weise ehrte die Weichsel, die während des Aufstands am meisten erlebt hatte, das Andenken an ihre Aufständischen. Ein junges Mädchen, das neben mir stand, senkte beschämt den Kopf. Sie hatte Tränen in den Augen nach der Schweigeminute um 17 Uhr, in der alle Warschauer aufstehen, um die Gefallenen zu ehren. Es gibt keine Familie unter den alten linken Warschauerinnen und Warschauern, in der nicht jemand beim Aufstand gestorben ist. In der Stille der heulenden Sirenen ehren wir stets das Andenken der gefallenen Aufständischen.

Ein wenig in einem halben Lächeln, so wie sie mit der Hoffnung auf einen gewonnen Kampf gegangen sind. Wenn wir heute die Lieder des Aufstands hören, die mit Freude gesungen werden, wissen wir, dass der Tod hinter ihnen steht. Und als Familien der Aufständischen wollen wir nicht, dass das Zeichen des kämpfenden Polen und die Erinnerung an den Aufstand dazu benutzt werden, Hass zu verbreiten, der zu einem neuen Krieg führt. Wanda Traczyk-Stawska drückte es sehr treffend aus: "Es ist nicht wichtig, wie die Regierungen politisch streiten, es ist wichtig, wie die Gesellschaften zusammenleben können (...)

Wenn unsere Regierung die Nation vereinen will, indem sie denkt, dass die Deutschen unser Feind sind, dann sage ich als alter Soldat, als alte Mutter und als alte Frau: Als der schlimmste Moment für uns kam, als sie das Kriegsrecht erklärten, wer hat uns da überhaupt geholfen? Die Deutschen (...) Gleichzeitig möchte ich sagen, dass nur die Deutschen in Berlin ein Gebäude bauen, in dem an alle Verbrechen während des Aufstandes erinnert werden soll, und dazu haben sie Marian Turski und mich als Berater eingeladen (...) Die Deutschen (Anm. d. Red.) "haben sich entschuldigt, sie waren auf den Knien. Jetzt sind sie gute Nachbarn" (1), fasste eine 95-jährige Teilnehmerin des Aufstandes ihre Rede zusammen.

Die diesjährigen Feierlichkeiten zum 78. Jahrestag des Warschauer Aufstands waren insofern einzigartig, als sie im Schatten des anhaltenden Krieges in der Ukraine stattfanden. Am 1. August wurde Wladimir Klitschko im Museum des Warschauer Aufstands im Namen seines Bruders Witalij, dem Bürgermeister von Kiew, die Auszeichnung "Ehrenheld von Warschau" verliehen. Die Situation der kämpfenden Ukrainer ist heute ähnlich wie die der Warschauer Aufständischen. Als in diesem Jahr um 17 Uhr in ganz Warschau die Sirenen ertönten, hatte ich den Eindruck, dass sie den Ukrainern, die allein für die Freiheit Europas kämpfen, zur Hilfe riefen.

Agata Lewandowski

Sie sind Mutter, möchten sich Ihrem Kind widmen, sehnen sich aber bereits nach einer Rückkehr in den Beruf? Oder wollen Sie vielleicht einfach nur ein bisschen Geld für Ihre Haushaltskasse dazuverdienen?

Ein Minijob ist eine Form der Beschäftigung, die für Sie in diesen Situationen eine gute Lösung wäre. Es ist auch eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und in kleinen Schritten in den deutschen Arbeitsmarkt einzusteigen.

Minijob - was ist das?

Ein Minijob ist eine Form der befristeten Beschäftigung in staatlichen Unternehmen, privaten Unternehmen und auch in privaten Haushalten. Sie ist von der Steuer und den meisten Beiträgen befreit. Der Gesetzgeber sieht zwei Arten dieser Beschäftigung vor:

450-Euro-Minijobs - der Arbeitnehmer darf nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. In der Regel handelt es sich um eine reguläre Tätigkeit. Die Arbeitszeit und die Anzahl der ausgeübten Tätigkeiten sind hier jedoch nicht relevant. Auch eine Überschreitung der 450-Euro-Grenze ist zulässig, jedoch nicht mehr als dreimal pro Jahr. Gleichzeitig dürfen Sie in einem Jahr nicht mehr als 5.400 € verdienen. Das heißt, wenn Sie in einem Monat mehr verdienen, sollten Sie in einem anderen Monat weniger bekommen.
Kurzfristige Minijobs - kurzfristige Beschäftigung. Ein Arbeitnehmer darf nicht länger als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr arbeiten. Eine solche Person arbeitet nur sporadisch und die Höhe des Verdienstes ist nicht relevant.

Was sollten Sie sonst noch beachten?

Minijobber sollten mindestens den Mindeststundenlohn erhalten, der derzeit bei 9,82 Euro brutto liegt, und sie dürfen höchstens 45 Stunden im Monat arbeiten. Wird diese Grenze überschritten, verliert der Arbeitnehmer automatisch seinen Minijob-Status und unterliegt den gleichen gesetzlichen und versicherungsrechtlichen Bestimmungen wie ein normaler Arbeitnehmer.

Ein Minijob ist eine befristete Beschäftigung.

Bei einer Beschäftigung im Rahmen eines Minijobs besteht keine Beitragspflicht zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Die Beiträge zur Rentenversicherung sind jedoch obligatorisch. Es ist jedoch möglich, einen Verzicht auf diesen Beitrag zu erklären, wobei der Arbeitgeber weiterhin verpflichtet ist, seinen Anteil zu zahlen.

Minijobs können mit anderen Beschäftigungsformen kombiniert werden. Wenn Sie eine feste Anstellung haben, können Sie Ihr Gehalt mit einem Minijob aufbessern, vorausgesetzt, Sie arbeiten nicht für dasselbe Unternehmen.
Eine Person, die keinen festen Arbeitsplatz hat, kann bei mehreren Arbeitgebern einen Minijob ausüben. Das Gesamteinkommen aus allen Minijobs darf jedoch 450 € nicht übersteigen.
Ein Minijobber hat Anspruch auf bezahlten Urlaub im Verhältnis zur Anzahl der Arbeitstage pro Monat.
Ausführliche Informationen über diese Form der Beschäftigung finden Sie unter https://www.minijob-zentrale.de.

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es viele freie Minijob-Stellen. Es lohnt sich, sie genauer zu betrachten und diese Beschäftigungsmöglichkeit in Betracht zu ziehen. Sie ist nicht für jeden eine ideale Lösung und wird eher als eine zusätzliche Einkommensquelle betrachtet. Sie bietet jedoch die Möglichkeit, zusätzliche, steuerfreie Arbeit anzunehmen. Viele polnische Frauen kommen nach Deutschland, um sich mit ihren Partnern um den Haushalt zu kümmern und Kinder großzuziehen. Ein Minijob kann für sie eine gute Möglichkeit sein, ihr Haushaltsbudget aufzubessern, aber auch eine Chance, langsam wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen und Erfahrungen zu sammeln.

Sylwia Golian

 

An dem Begriff "Ausländer" selbst ist nichts auszusetzen. Es ist nur ein Begriff, eine Tatsache. Nichts dergleichen. Alles in Ordnung... oder doch nicht?

Das Wort setzt sich aus zwei anderen Wörtern zusammen. Das eine ist der Begriff "Fremde", und hier beginnt (meiner Meinung nach) das Problem, denn das Wort "Fremde" ist mit einer Art Ausgrenzung, einer Angst verbunden. Wenn jemand oder etwas fremd ist (nicht von uns), dann ist es anders, unberechenbar und kann nach unserem Verständnis geradezu gefährlich sein. Zumindest sagen uns das unser Unterbewusstsein und die Instinkte, die sich im Laufe der Evolution im Menschen herausgebildet haben. Fremde sind gleichbedeutend mit Gefahr.

Die Sprache, die wir verwenden, und die Worte, die wir benutzen, beeinflussen unsere Wahrnehmung der Welt, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind.

Stellen Sie sich eine Person als "Fremden" vor und denken Sie dann wieder an sie, z. B. "dieser Mann, diese Frau". und schließlich geben Sie dieser Person einen Namen und denken an sie, z. B. "Adam" oder "Ola".

Und wo spüren Sie den Unterschied?

Ein "Fremder" zu sein, kann problematisch sein. Eine andere Kultur, andere Sitten und ein Akzent, der bei den meisten von uns schon beim ersten gesprochenen Wort die Herkunft "verrät".

Aber ist das wirklich ein Problem? Muss anders sein gleichbedeutend mit fremd sein? Ist unsere Nachbarin Fatma, mit der wir stundenlang auf dem Spielplatz Kazik und Mustafa beobachtet haben, fremd, nur weil sie aus einem anderen Land kommt oder dieselben Wörter anders ausspricht? Ist sie mehr oder weniger fremd als Inge, die Mutter von Olaf, die auch mit unseren Kindern spielt?

Beantworten Sie diese Fragen für sich selbst.

Heute verfügen wir nicht nur über den Instinkt, der unsere Vorfahren zur Vorsicht gegenüber Fremden mahnte, sondern auch über das Wissen und die eigenen Erfahrungen, die es uns erlauben, Menschen nicht nach ihrem Aussehen und ihrer Herkunft zu beurteilen. Wir müssen uns nicht mehr in Einheimische und Fremde aufteilen, obwohl solche Trennungen unvermeidlich sind. Selbst die aufgeschlossensten Menschen und diejenigen, die glauben, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, haben einen Kreis von Verwandten und werfen sich nicht um jede Person, die sie treffen. Und das ist völlig normal.

Gemäß dem Sprichwort "Es kommt auf den Standpunkt an" ist die Antwort auf die Frage, ob es problematisch ist, ein Ausländer zu sein oder nicht, eine kompliziertere Angelegenheit.

Mir ist klar, dass nicht jeder so tolerant und aufgeschlossen ist wie ich. Das höre ich oft, und es stimmt, dass ich das Glück habe, unter Menschen zu sein, die meine Herkunft und mein Anderssein als Bereicherung sehen.

Ja - mein polnischer - von Natur aus kreativer und unkonventioneller - Ansatz zur Problemlösung ist ein großer Vorteil bei der Arbeit mit Menschen. Mein polnischer Akzent hat mich zu einer unverwechselbaren Person in der Gemeinschaft gemacht, und meine nicht ganz perfekten Sprachkenntnisse tragen dazu bei, dass sich die Menschen, die ich unterrichte, besser mit mir identifizieren können, weil sie sofort hören, dass ich bei weitem nicht perfekt bin.

Mir ist klar, dass nicht jeder das Privileg hat, in einem solch unterstützenden Umfeld zu leben. Ich kenne viele Geschichten, die alles andere als tolerant und wertschätzend gegenüber anderen sind. Ich selbst habe mich lange Zeit als Außenseiter gefühlt und bin manchmal ungerecht oder respektlos behandelt worden. Komm schon, wer weiß? Vielleicht war es manchmal nur meine Interpretation der Ereignisse? Es ist schwierig, dies heute objektiv zu beurteilen.

Eine Sache ist sicher. Wenn Sie sich selbst als anders als die anderen betrachten, dann sind die Menschen, denen gegenüber Sie solche Gefühle haben, logischerweise Fremde für Sie. Sie können also nicht erwarten, dass sie Sie als Landsmann betrachten und mit offenen Armen empfangen. Dies ist eine ganz natürliche Reaktion.

Auch wenn dies eine Verallgemeinerung und Vereinfachung ist, wage ich zu behaupten, dass Offenheit gegenüber dem anderen als Ausgangspunkt für die Annäherung an das Leben in einem neuen, anderen Land die Grundlage für ein gutes (Zusammen-)Leben ist.

Anstelle des Deutschen, des Ukrainers oder des Arabers sollten Sie sich Olafs Mutter, Frau Svitlana oder die Nachbarin unter sieben Jahren, die Sie freundlich anlächelt, merken.

Ich werde Ihnen nicht sagen, ob es ein Vorteil oder ein Problem ist, ein Ausländer zu sein, denn das hängt nur von Ihnen selbst ab.

Vielleicht haben Sie schwierige Erfahrungen gemacht und das, worüber ich geschrieben habe, erscheint Ihnen zu trivial. Vielleicht ist es trivial, aber es lohnt sich, sich bewusst zu machen, dass es immer eine Bereicherung sein kann, ein Mensch aus einem anderen Land zu sein, solange wir uns selbst und unsere Kultur respektieren und uns damit einverstanden erklären, genau so zu sein, wie wir sind. Es kann auch sein, dass es gar keine Rolle spielt. Es kommt darauf an, was für ein Mensch Sie sind.

Um die berühmten Worte von Henry Ford zu paraphrasieren, würde ich Folgendes sagen: "Wenn Sie denken, dass das Leben in einem neuen Land ein Problem ist, dann haben Sie recht. Wenn Sie glauben, dass es ein Vorteil ist, haben Sie auch recht.

Magdalena Zamaro

Theaterpädagoge und Kulturexperte

Kostenlose Schulung zum Umgang mit Lampenfieber: https://magdalenazamaro.com/zapis-na-szkolenie/

Podcast https://www.spreaker.com/show/teatr-dla-kazdego

Habe ich als Mutter von drei fast erwachsenen Kindern das Recht, dies zu wissen? Wir sind nach Deutschland gegangen, damit es unseren Kindern besser geht. Wir wiederholten dies fast alle unisono. Wir wollten ihnen eine bessere Ausbildung ermöglichen, sie in der Musikschule, beim Ballett oder beim Tennis anmelden. Wir wollten mit ihnen ins Ausland in den Urlaub fahren, gute Dinge kaufen, einen Computer.

Wir hatten keine Lust, schlaflose Nächte zu haben, weil es nicht für die Kohle oder die Stromrechnung reichen würde. Je jünger sie damals waren, desto schneller haben sie sich in einem neuen Land, bei neuen Freunden, in einem Kindergarten eingelebt.

Wir konnten uns nicht wundern, wie schnell sie Deutsch lernten. Sie verstanden die Fernsehfilme schneller als wir, sie gingen mit uns in die Büros, weil sie schon nach wenigen Monaten hervorragende Übersetzer waren. Wir wollten, dass sie so schnell wie möglich aufhören, sich von der Masse der Gleichaltrigen abzuheben.

Irgendwie vergaßen sie unmerklich, ihrer Großmutter zu schreiben, verstanden kein Polnisch, mochten die Frage "Woher kommst du?" nicht. Sie fügten sich in die Menge der gut gekleideten, wohlgenährten Kinder in einem Land des Wohlstands ein.

Wir haben für sie gearbeitet, oft sogar hauptsächlich für sie. Wenn wir geopfert haben, war das ein Fehler. Ich glaube, Kinder mögen keine Opfer und Opfergaben für sie. Sie können den Satz "Ich tue so viel für dich, aber du...?" nicht ertragen.

Wenn wir in unserer täglichen Plackerei und beim Geldverdienen vergessen haben, in uns selbst zu investieren, war das ein weiterer Fehler. Selbstzufriedene Eltern brauchen unsere Kinder, denke ich. Wenn wir den Anschluss an die moderne Technik völlig verpassen, ist das auch nicht gut. Wir haben die Möglichkeit, dass unsere Kinder uns im Umgang mit dem Computer oder dem Mobiltelefon unterweisen können. Wenn wir früher Zeit für sie hatten, um ihnen ein Gute-Nacht-Buch vorzulesen, gemeinsam angeln zu gehen oder ihnen alte Geschichten über ihre Urgroßmutter zu erzählen, werden sie jetzt mit uns reden wollen. Denn Kinder brauchen, dass wir ihnen unsere Zeit schenken. Selbst auf Kosten einer neuen Firmenhose.

Nach vielen Jahren der beharrlichen Anpassung und des Bemühens, sich anzupassen, ist eine neue Zeit angebrochen - eine Zeit, in der man sich von der Masse abheben muss.

Intelligente, fähige Kinder erhalten gute Schulzeugnisse, Diplome, Auszeichnungen und Medaillen. Sie lernen Fremdsprachen. Mit der Zeit ist die Sprache ihrer Eltern zu einer von ihnen geworden. Dann lernen sie es ein zweites Mal. Immer mehr Kinder wollen es lernen.

Denn sie müssen auch in der Lage sein, einen Brief an ihre Großmutter auf Polnisch zu schreiben. Wir haben keine Zeit mehr, uns taub zu stellen, damit der Gesprächspartner unseren ausländischen Akzent nicht erkennt. Die Zeit kann uns einholen, wenn wir darauf bestehen, unser Polentum zu verleugnen. Ich glaube, das brauchen unsere Kinder schon lange nicht mehr. Es ist weder eine Schande, Polnisch zu sprechen, noch ist es eine Schande, Fremdsprachen mit polnischem Akzent zu sprechen. Sie können sogar stolz darauf sein. Diese Überzeugung brauchen unsere Kinder, um die "Sprache des Herzens" verstehen zu können.

Maria Golebiewski , "Gdańska" in Oberhausen

Ich schreibe diesen Text am Montag, den 11.07.2022. Heute ist ein besonderer Tag für die deutsche Energiewirtschaft und vielleicht ein entscheidender Tag dafür, wie wir den kommenden Winter in Deutschland überstehen werden. Heute beginnen die Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1. Die deutsche Regierung, Industrieverbände, aber auch die Bürgerinnen und Bürger beobachten diese Arbeiten mit großer Sorge. Zu Beginn sei daran erinnert, dass der Transport der Pipeline bereits auf 40 % der üblichen Kapazität reduziert ist, da die Siemens-Turbinen, die aufgrund der Sanktionen gegen Russland in Kanada gewartet wurden, erst heute nach Deutschland geschickt wurden.

Was wird Putin tun?

Angesichts der schweren Wirtschaftssanktionen eines Großteils Europas und der USA droht Russland mit einem Abbruch der Energielieferungen. Sie hat bereits die Gaszufuhr zu vielen von ihnen reduziert, was die Gaspreise in die Höhe getrieben hat. Die Europäische Union plant, bis Ende 2022 zwei Drittel des russischen Gases zu ersetzen, aber einige Experten halten diesen Plan für zu optimistisch, um erfolgreich zu sein. Die Frage, die sich in Deutschland stellt, lautet: Wird die routinemäßige Wartung der Nord Stream 1-Pipeline "zu einem langfristigen politischen Instrument"?
Das sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, in einem Interview mit der Funke Mediengruppe. Jeder in Deutschland befürchtet, dass Putin wieder einmal das altbekannte Muster wiederholt, die Gaslieferungen unter dem Vorwand von z.B. technischen Problemen zu reduzieren und nie wieder zum vertraglich vereinbarten Volumen zurückzukehren.

Kalte Dusche

Der Minister für Wirtschaft und Klima, Robert Habeck, sagte in einem Interview mit der Tagesschau, er hoffe auf weitere Lieferungen aus Russland, aber was die russische Seite tun werde, wisse niemand und das werde sich erst zeigen, wenn die Wartungsarbeiten, die normalerweise etwa zehn Tage dauern, abgeschlossen seien. So kommentierten die deutschen Medien: "In dieser Zeit sind wir in Putins Gewalt". Hoffen wir, dass wir uns nicht mehr lange in seiner Gewalt befinden, denn legt Putin nicht manchmal einfach die Karten auf den Tisch, indem er "Schach" sagt?
Wenn Russland den sprichwörtlichen Gashahn nicht wieder zudreht, wenn der Gasfluss aus Russland "für einen längeren Zeitraum reduziert wird, müssen wir ernsthafter über Einsparungen reden", räumte Habeck ein. Derzeit sind die deutschen Gasspeicher zu etwa 64 Prozent gefüllt, und das reicht nicht aus, um bei normalem Verbrauch durch den Winter zu kommen.

Was bedeutet das?

Noch weiß niemand genau, was das bedeutet. Die Stadt und das Land Hamburg haben bereits angekündigt, dass sie im Falle eines Gasmangels Warmwasser rationieren werden. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) schloss in einem Interview mit der "Welt" eine Beschränkung des Warmwassers für Privathaushalte in der Stadt nicht aus. In Hamburg ist es aus technischen Gründen nicht möglich, zwischen gewerblichen und privaten Anschlüssen zu unterscheiden.

Rationalisierung in der Industrie vor den Haushalten

Die Bundesnetzagentur denkt anders und würde zunächst die Versorgung der Industrie reduzieren. Nach europäischem Recht, so Müller, müssten Privathaushalte ebenso wie Krankenhäuser oder Pflegeheime besonders geschützt werden. Ein Zustand, in dem die privaten Haushalte ohne Gas sind, wird in den Szenarien zwar unbedingt vermieden, kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden.
"Wenn es um Rationierung geht, müssen wir zuerst den Verbrauch im industriellen Sektor reduzieren", sagt Müller. Müssten jedoch Industrieunternehmen von der Gasversorgung abgeschnitten werden, "würden wir uns von den wirtschaftlichen Schäden, den sozialen Folgen und den technischen Anforderungen an den Betrieb des Gasnetzes leiten lassen". - bestätigte er.
Zu diesem Zweck will die Bundesnetzagentur die Daten der größten industriellen Verbraucher auf eine IT-Plattform übertragen, die erst im Herbst zur Verfügung stehen wird - zu spät! Bei einer Entscheidung über einen Lieferstopp kommt es auch darauf an, welche Unternehmen als systemrelevant eingestuft werden. Müller erhält Briefe von Unternehmen aus allen Branchen, die sich alle als systemrelevant bezeichnen. Seiner Meinung nach "müssen wir in kritischen Bereichen, wie Teilen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, sehr vorsichtig sein". Produkte und Angebote, die dem Freizeitbereich zuzuordnen sind, haben dagegen einen eher geringen Stellenwert. "Schwimmbäder gehören wahrscheinlich nicht zum kritischen Bereich, genauso wenig wie die Herstellung von Schokoladenkeksen". - sagt Müller. Für uns normale Bürger würde dies kalte Schwimmbäder und teure Süßigkeiten in den Regalen der Geschäfte bedeuten.

Das optimistische Szenario

Ein Szenario, in dem Gas aus Russland gar nicht nach Deutschland kommt, wollen die Netzagentur und die Politik jedoch nicht akzeptieren. Ist dies ein Zeichen von Ignoranz, unverbesserlichem Optimismus oder das Ergebnis kalter Marktkalkulation?
Die Benzinpreise in den USA sind bereits auf einem historischen Tiefstand, nachdem sie vor weniger als einem Monat mit durchschnittlich mehr als 5 US-Dollar pro Gallone ein Rekordniveau erreicht hatten. Alles deutet (vorerst) auf weitere Rückgänge in den kommenden Wochen hin. Der Rückgang der Gaspreise ist weitgehend auf die sinkenden Ölförderkosten zurückzuführen. Die US-amerikanische Öl-Benchmark West Texas Intermediate wurde im Juni mit mehr als 120 US-Dollar pro Barrel gehandelt, doch Anfang dieser Woche fiel der Preis unter 100 US-Dollar, da die Befürchtung bestand, dass eine Rezession die Nachfrage dämpfen würde. Dies würde ein abruptes Ende des monatelangen Anstiegs der Öl- und Gaspreise bedeuten, der weitgehend auf eine Kombination aus einem Verbot russischer Ölimporte, reduzierten Raffineriekapazitäten in den USA und langsamen Produktionssteigerungen der OPEC-Länder zurückzuführen ist. Wenn der Trend anhält, könnte es sein, dass Russland jeden verkauften Kubikmeter Gas benötigt.

Pessimistisches Szenario

Wenn das optimistische Szenario nicht eintritt, muss nach Alternativen gesucht werden. Deshalb werden in Deutschland wieder Kohlekraftwerke in Betrieb genommen. Robert Habeck nannte diesen Schritt "schmerzhaft, aber notwendig", schreibt unter anderem der Guardian. Dies ist umso überraschender, als selbst die Grünen die neuen Rechtsvorschriften mit dem Argument unterstützen, dass die Energiekrise bewältigt werden müsse.

Warum dieser unerwartete Wandel in der Haltung der Grünen zur Kohle?

Schauen Sie sich einfach die Fakten an. Im vergangenen Jahr kamen 55 % der deutschen Erdgasversorgung aus Russland. Kurz nach dem Einmarsch in die Ukraine begann Deutschland jedoch, Gas aus anderen Ländern wie Norwegen, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu kaufen und damit seine Abhängigkeit von russischen Lieferungen um 20 % zu verringern. Andererseits war geplant, die Kohle bis 2030 abzuschaffen, und die derzeit geplante Reaktivierung von Kohlekraftwerken könnte dieses Ziel gefährden. Die beiden Kammern des deutschen Bundestages haben ein Notgesetz zur Reaktivierung stillgelegter Kohlekraftwerke verabschiedet, um die Stromerzeugung angesichts der befürchteten Gasknappheit zu unterstützen. Gleichzeitig wurde jedoch in Deutschland ein Gesetzespaket verabschiedet, das den Ausbau der erneuerbaren Energien unter anderem dadurch fördern soll, dass es sie als Elemente der öffentlichen Sicherheit einstuft.
Umweltorganisationen argumentieren jedoch, dass eine mögliche Rückkehr zur Kohle, d.h. zur Nutzung dieser hochgradig umweltschädlichen Energie, ein zu großer Kompromiss ist und dass Deutschland nicht einmal die grundlegendsten Klimaziele erreichen wird.

Es ist bereits teuer und wird noch teurer werden

Die Haushalte und die Industrie wurden bereits aufgefordert, so viel Energie wie möglich zu sparen. Habeck hat davon gesprochen, seine Duschzeiten zu verkürzen und fordert die Deutschen auf, dies ebenfalls zu tun. Einige Gemeinden haben Maßnahmen ergriffen, um die Straßenbeleuchtung zu reduzieren, die Temperatur von Schwimmbädern zu senken, und einige Wohnungsbaugesellschaften haben sogar begonnen, die Warmwasserversorgung für ihre Mieter zu rationieren. Wie sieht die finanzielle Realität für normale Familien aus? Nun, die Gasrechnungen haben sich bereits verdoppelt und könnten sich über den Winter vervierfachen. "Wir sprechen hier von Erhöhungen, die für manche Familien einem Monatseinkommen entsprechen". - warnte Habeck.

Wie ist es möglich, dass eine so kritische Situation entstanden ist?

Habeck sagte dem Parlament, Deutschland sei eine Geisel der Umstände, aber er macht auch die Energiepolitik der früheren Regierung von Angela Merkel dafür verantwortlich. "Wenn man vor schmelzenden Eisbergen posiert, wenn man die Abkehr von der Atomkraft beschließt, aber vergisst, dass man Infrastruktur bauen muss, wenn man klimapolitische Entscheidungen trifft, diese aber nicht mit Maßnahmen unterlegt, dann ist das so, als würde man Deutschland im Regen stehen lassen." - sagte der Vizekanzler.
Im Regen stehen vor allem wir, die einfachen Bürger. Hoffen wir, dass der Regen aufhört, denn wenn der Winter streng ist und das Gas in Deutschland zu knapp ist und teuer bleibt, dann könnten wir tatsächlich ein Problem bekommen.
In der Zwischenzeit sollten wir den Sonnenschein genießen.

Lukas Soltysiak ala Herr Hamburger
www.herrhamburger.de

 

Anastasiia Merezhko ist eine 30-jährige ukrainische Künstlerin, aus dem malerischen Bucza. Die Bilder über die in dieser Stadt, von den Russen begangenen Verbrechen, gingen um die ganze Welt. Anastasiia kam im April nach Worms dank der Freiwilligen Piloten des ukrainischen Luftrettungsdienstes, die Medikamente und humanitäre Hilfe in die Ukraine liefern. Sie bringen auch Flüchtlinge aus der Ukraine, mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen nach Deutschland transportieren, wo sie qualifizierte Hilfe erhalten. Am 29. April war Anastasiia Teilnehmerin und Gast des Benefizkonzertes „Gemeinsam für die Ukraine“ in Darmstadt, organisiert von „Darmstadt.PL“ und dem Verein „MRIJA“. Sie brachte ihre Gemälde zur Wohltätigkeitsauktion, von denen einige,  die russische Besatzung überlebten und einige wurden erst während dem Krieg geschaffen, als sie und ihre Familie in eine sicherere Stadt in der Ukraine evakuiert wurden.

Wie sah Dein Leben vor dem Krieg aus?

Vor dem Krieg alles war toll, ich war glücklich. Ich hatte persönliche und berufliche Pläne, ich träumte von einem Zuhause und einem eigenem Atelier, ich träumte von vielen Reisen, aber ich wollte nie aus der Ukraine auswandern. Das ist meine Ukraine, auch jetzt, während des Krieges. Im Moment muss ich, wie die meisten Ukrainer, diesen Kriegsalptraum überleben. Ich habe mein Zuhause verloren, ich habe meinen Job verloren, meine Familie ist jetzt über die ganze Welt verstreut und es war nicht ihre gewollte  Entscheidung. Ich musste mich von meinen Verwandten verabschieden, weil die Russen beschlossen, in mein Land einzudringen und alles zu zerstören ... Davor habe ich meine Bilder gemalt, ich habe Ausstellungen und interessante Projekte gemacht ... Vor dem Krieg hatten wir zusammen mit meinem Mann unser eigenes Atelier. Viele Kinder und Erwachsene kamen zu uns, um sich künstlerisch zu entwickeln. Wir haben vielen Menschen geholfen, ihren kreativen Weg zu finden. Und jetzt gibt es nur noch den Kampf!!!

Wie hat sich Deine Welt am 24. Februar 2022 verändert?

Mein Leben hat sich dramatisch verändert. Mein Mann und ich haben uns als freiwillige Helfer gemeldet, wir haben unsere Soldaten und Bedürftigen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt, wir haben vielen Zivilisten aus dem Feuergefecht geholt. Wir sammeln immer noch Geld für Munition, Medikamente und Lebensmittel. Von diesem Tag an verstand ich auch den wahren Wert des menschlichen Lebens. Ich habe keine Angst um mich selbst, sondern um meine Familie. Meine Familie war mindestens vier Mal dem Tode ganz nah. Am 24. Februar lernte ich auch, was echter Zorn und Hass sind. Die Russen haben mich dazu gebracht, das ganze Russland und alle Russen zu hassen, die Lebende, die Toten und die Ungeborene ... Jetzt habe ich keine Pläne für die Zukunft, weil ich nicht weiß, was morgen sein wird, oder ob es das Morgen überhaupt geben wird.

Wie gut wusstest Du, was um Sie herum vor sich ging?

Als Freiwillige weiß ich genau, was passiert ist. Ich sah die Verwüstungen, zerstörte Panzer und Autos, sowohl die militärische als auch zivile. Ich sah zerstörte Häuser und ganze Stadtteile. Ich habe viele Male handtellergroße, russische Patronen in meinen Händen gehalten, ich sah, wie die Menschen sterben. Viele von ihnen kannte ich persönlich. Ständig bete ich für meine Verwandten, dass mein Land überlebt, dass unsere Verteidiger überleben und dass alle Russen zugrunde gehen, weil sie keine Menschen sind. Sie zerstören alles und nehmen ein unschuldiges Leben

Deine Bilder sind sehr positiv ... Woher kommen bei Dir so viele gute Gedanken?

Ich habe erst im zweiten Monat nach dem Kriegsausbruch wieder angefangen zu malen, vorher konnte ich nicht, wollte nicht, ich hatte nicht einmal die Zeit ... Mit dem Frühlingsanfang wird immer alles lebendig! Ich glaube ganz tief an unsere Freiheit und unseren Sieg. Ich bin überzeugt, dass bald endlich Frieden herrschen wird. Meine Bilder spiegeln wahrscheinlich meine Träume wider. Die Blumen und die Natur hat mich schon immer inspiriert, sie ist in jedem Fall schön und so perfekt. Sie regeneriert sich immer wieder, auch nach den schlimmsten Erschütterungen.

Gehst Du wirklich zurück in die Ukraine? Was wirst Du tun, wenn Du dort ankommst?

Ja, ich habe bereits einen Linienflug nach Rumänien. Von dort überquere ich die Grenze zu Fuß und bin wieder zurück in der Ukraine, in meiner Heimat. Ich werde weiterhin dem Menschen und unseren Soldaten helfen. Wir werden unsere Freiheit und unser Recht auf Leben verteidigen. Wir geben nicht auf! Ich werde weiterhin Bilder malen, weil die Leute sagen, dass sie ihnen Hoffnung und etwas Freude bringen.

Kannst Du uns sagen, woher kommt der unglaublichere Mut der Ukrainer?

Ich habe lange darüber nachgedacht, woher unsere Furchtlosigkeit und unser titanischer Mut kommen. Ich bin sicher, dass es an unsern Kosakengeist liegt, der seit Jahrhunderten von Standhaftigkeit und ununterbrochenem Lebenswillen durchdrungen ist. Jetzt ist eine schwierige und entscheidende Zeit ist gekommen. Wir sind aber hier zu Hause!!! Trotz diesen schwierigen Umständen können wir uns miteinander sehen, wir wissen, wie wir sich umeinander kümmern können und uns gegenseitig helfen. Davon bin ich seit Kriegsbeginn, mit jedem Tag mehr überzeugt, es verleiht mir Flügel und gibt mir unglaubliche Kraft. Wir haben bereits jetzt, mit unserer Stärke und Standhaftigkeit gewonnen. Leider ist der Preis dafür sehr hoch, es gibt sehr viele Opfer. Ich hoffe jedoch, dass dies der letzte Kampf in unserer Geschichte ist und ich glaube, dass er bald endet.

Wut, Patriotismus und die Sehnsucht nach der Freiheit. Ist das, was zum Kampf motiviert?

Sicherlich!!! Ohne Patriotismus gibt es keinen Kampfwillen. Du kannst nicht frei sein, ohne deine Rechte zu verteidigen?! Die menschliche Natur ist oft schrecklich und es gibt immer „das Böse“, das immer wieder Blut braucht ... Aber die Wut auf Russen kam nicht von alleine. Sie töten uns und vergewaltigen unsere Kinder. Dies ist das Leid, denn jede Familie in unserem Land berührt hat ... Wie soll man nicht kämpfen? Wir können nicht aufzugeben und verzweifeln, denn die kleinsten Zugeständnisse werden dazu führen, dass die rücksichtslosen Russen immer weiter gehen. Deshalb werden wir den Krieg überleben, deshalb habe ich keine Angst, nach Hause zu gehen. Der Gott und die Wahrheit sind mit uns!!! Es lebe die ukrainische Nation und derer Verteidiger! Ewiger Frieden sei mit den gefallenen Helden der Ukraine!!!

Danke, sei vorsichtig und Slava Ukraini!

Interview mit Michał Kochański

Twoje Miasto, Nr. 74, Juni 2022



Das 62. Krakauer Filmfestival eröffnet wurde am 29. Mai im Kino Kijów mit dem Dokumentarfilm "Hamlet Syndrome" des polnischen Regieduos Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski. 

Die Produktion des Films begann im Jahr 2020, als sich fünf Ukrainer der "Generation Majdan" - Katja, Oksana, Rodion, Roman und Slawik - trafen, um ein Theaterstück auf der Grundlage von Shakespeares Drama und ihren Erfahrungen während der ersten russischen Invasion im Donbass zu erarbeiten. Rose Sarkisian aus Charkiw - die Regisseurin des Stücks - wollte auf diese Weise das Porträt einer jungen Generation zeichnen, die durch den Krieg 2014 gezeichnet ist. Keiner der Schauspieler ahnte zu Beginn der Produktion des Films, wie grausam aktuell er am 24. Februar 2022 sein würde. Die Dreharbeiten endeten im Winter 2022, kurz vor Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges. Heute kämpfen die jungen Helden des Films an der Front für die Freiheit der Ukraine. Einer von ihnen hat es geschafft, einen Pass für ein paar Tage zu bekommen, um die polnische Premiere in Krakau zu besuchen.

Am Beispiel des Films "Hamlet Syndrom" wird deutlich, wie sich das Leben in der heutigen Realität mit Theater und Film verschränkt und wie sich Tragödien wie der Krieg nicht mehr nur auf der Bühne abspielen, sondern neben uns. Das „Hamlet Syndrom" spielt zum Teil eine therapeutische Rolle sowohl für die Authoren als auch für das Publikum, indem es unsere Ängste und Zweifel angesichts des Alptraums Krieg aufzeigt. Hamlets "Sein oder nicht sein“ in einer Zeit, in der in Europa Krieg herrscht und täglich unschuldige Menschen sterben, ändert seine Bedeutung. Der Film von Elwira Niewiera und Piotr Rosłowski ist in gewisser Weise ein Psychodrama, das uns helfen kann, uns angesichts der Ohnmacht gegenüber der Grausamkeit oft selbst zu verlieren. Dank des Internets und der Mobiltelefonie wissen wir fast alles über den russisch-ukrainischen Krieg, wir sehen die Helden von Azowstal auf unseren Smartphone- und Computerbildschirmen, aber wir können ihnen nicht helfen. Es stellt sich die Frage, wie man weiterleben kann, um keine Gewissensbisse zu haben. Das „Hamlet Syndrom" hat die Jury und das Publikum des Krakauer Festivals so sehr bewegt, dass es mit dem höchsten Preis des Festivals, dem Goldenen Lajkonik, ausgezeichnet wurde. Im August wird der Film auf dem Filmfestival von Locarno zu sehen sein. Die Filmemacher betonen, dass sie in ständigem Kontakt mit den Protagonisten des Films stehen und Transporte mit medizinischer und militärischer Hilfe in die Ukraine organisieren.

Das „Hamlet Syndrom" ist bereits der dritte gemeinsame Film von Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski. Ihre Filmprojekte sind hauptsächlich dem Thema Osteuropa aus westlicher Sicht gewidmet. Sie arbeiteten erstmals bei Bartosz Konopkas Oscar-nominiertem Dokumentarfilm „Rabbit a la Berlin“ zusammen. Im Jahr 2014 drehten sie eine Filmgeschichte über das Leben des Sportministers der nicht anerkannten Republik Abchasien und einer russischen Opernsängerin - "The Domino Effect", die auf internationalen Filmfestivals u. a. in Budapest, der Schweiz, Armenien, Leipzig und Krakau mehrfach ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2019 hat ihr Dokumentarfilm "Der Prinz und der Dybbuk" Premiere. "Der Prinz und der Dybbuk" ist eine filmische Reise auf den Spuren von Michal Waszynski, einem polnischen Regisseur aus Kowel, der nach dem Krieg Hollywoodfilme mit Sofia Loren und Claudia Cardinale in den Hauptrollen produzierte.

"Der Prinz und der Dybbuk" erhielt zahlreiche Preise, darunter die Venezia Classici bei den Filmfestspielen von Venedig für den besten Film über das Kino und den Eagle - den polnischen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm. Alle Filme des Duos Niewiera & Rosołowski werden in polnisch-deutscher Koproduktion hergestellt. Elwira Niewiera ist die Preisträgerin des Preises des Jungen Deutschen Films 2020.

Agata Lewandowski

"Hamlet Syndrom" - 85 min - Polen/Deutschland 2022

Regie - Elwira Niewiera & Piotr Rosolowski

Kamera - Piotr Rosolowski

Produktion - Magdalena Kamińska, Agata Szymańska

Andreas Banz, Matthias Miegel, Robert Thalheim Kundschafter Filmproduktion

Man kann durch ein Land wandern und seine Schönheit bewundern, aber in Wahrheit sind es die Felder von green.... man vermisst sie nur, wenn man das Land verlässt...

Christian Murowski, geboren in Tarnowskie Góry, beschloss 1989, nach Deutschland auszuwandern. Er wurde zum Chemielaboranten ausgebildet und fand schnell Arbeit in seinem Beruf. Und es war gut. Nur: gut, denn... Jedes Jahr wurde er zum Urlaub nach Polen zurückgebracht. Er begann, die Bilder, die er von "diesen grünen Feldern" in sich trug, in Aquarellfarben festzuhalten.

Dies war die Geburtsstunde einer neuen Leidenschaft und eine Möglichkeit, seine Sehnsucht nach seinem Land zu stillen. Und warum hat er das Aquarell als Ausdrucksmittel gewählt? Denn, so sagt er, sie ist so sanft wie seine Erinnerungen. Es sollte hinzugefügt werden, dass die Subtilität und Zartheit, mit der Christian über die weiße Oberfläche des Blattes streicht, auch seinen Charakter verrät.

Die Aufrichtigkeit der Gefühle im Passepartout und der gute Umgang mit dem Pinsel, der in der Hektik des Alltags bisher unentdeckt geblieben war, sind aufgefallen. Christian wurde eingeladen, seine Aquarelle in Oberhausen, im Restaurant "Danzig" auszustellen, später stellte er seine Werke in Düsseldorf, Dortmund, Gelsenkirchen, Herdorf (Deutschland), in seiner Heimatstadt Tarnowskie Góry (Polen) und in der Galerie Kunstkring Voorne in Zwartewaal (Niederlande) aus. Seine unmittelbaren Pläne sehen eine Vernissage in Sopot vor, ebenfalls in Polen, worüber er sich sehr freut.

Eine Überraschung für Christian Murowski selbst war der Druck von Postkarten mit vier seiner Aquarelle zum Thema Jahreszeiten. Auf die Frage, ob sich seine Leidenschaft in einen greifbaren Erfolg verwandelt hat, antwortete der Künstler:
In gewisser Weise, ja! Was ich als Erfolg betrachte, ist die befriedigende Fähigkeit, diese Wunder der Natur, die ich in meinem Gedächtnis gespeichert habe, auf Papier zu bringen.

Ich könnte Fotos machen, aber sie würden bestimmte Dinge nicht so wiedergeben, wie ich sie in Erinnerung hatte. Vielleicht ist es die Abgeschiedenheit, der Dunst einiger Landschaften, der mich zum Aquarell greifen ließ. Ich kann ... Erinnerungen vorsichtig verdünnen. Ich muss auch ganz unbescheiden zugeben, dass ich mich über jedes freundliche Wort freue, das ich über meine Arbeit höre. Ich habe zwar schon viele Aquarelle verkauft, aber was mich am meisten freut, ist, dass sie irgendwo hängen und jemandem Freude bereiten. Ich weiß nicht, ob das Malen von Aquarellfarben noch meine Leidenschaft ist, aber es ist sicher
es bereitet mir große Freude. Und es ist sicherlich keine Art, sich zu langweilen, sondern ein Bedürfnis... eine Art, ein solches Bedürfnis, mich auszudrücken.

Sie können durch das Land wandern und seine Schönheit bewundern, aber in Wirklichkeit sind es diese grünen Felder, die Sie Man vermisst sie nur, wenn man das Land verlässt.

Und erst als ich ausgewandert bin, habe ich angefangen, Aquarelle zu malen.

Christian Murowski



Artikel - Samo Życie

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, Wir laden unsere Zuhörer zum Vortrag ein: 15. Juli 2022 um 18.00 Uhr. - Dr. Ewelina Wanke, Historikerin, Hochschullehrerin, Übersetzerin, Museologin und Pädagogin. Lebt und arbeitet in Berlin.
Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte der polnisch-deutschen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert, darunter eine kürzlich erschienene Biografie über Ferdinand Fürst Radziwill. Neben ihrer wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit macht sie Dokumentarfilme, Theater und zweisprachiges Kino.

Der Vortrag „Die Familie Radziwill in Berlin – Ferdinand Fürst Radziwill (1834-1926) und sein Beitrag zu den deutsch-polnischen Beziehungen im 19. Jahrhundert“ stellt einen der bedeutendsten Vertreter der Berliner Linie der Familie vor – einen prominenten konservativen Politiker, Mitglied des Reichstags und Leiter des Polnischen Kreises,
Mitglied des Oberhauses des Preußischen Landtags und schließlich Oberpräsident des Sejm des unabhängigen Polen.

Moderation: Dr. Piotr Olszowka

Mit herzlichen Grüßen,

Der Programmbeirat der UDG

www.UTP.berlin

Schülerbericht von ihrer deutsch – polnischen Begegnung in Morawa. Im Juni 2022 fand eine deutsch – polnische Jugendbegegnung in Morawa statt, welches in der Nähe von Breslau liegt. Für eine Woche wohnten die Teilnehmer im Schloss von Melitta Sallai, das als junges Mädel kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee verließ, und wohin sie nach der Wende zurückkam. Nach der Rückkehr gründete sie mit ihrer Familie eine Begegnungs- und Kindertagesstätte im Haus. Das übergeordnete Thema des Juniprogrammes hieß „Wege der Erinnerung“. Es war das fünfte Treffen der Schüler aus dem 8. Allgemeinbildenden Lyzeum in Lodz und dem Immanuel-Kant-Gymnasium in Lachendorf seit 2018.

Außer der Integrationsspiele lernten die Teilnehmer die Geschichte des Schlosses und der Umgebung kennen. Am Nationalgedenktag der Opfer in Deutschen Nazikonzentrations- und Vernichtungslagern besuchten die Jugendlichen die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Groß-Rosen und die Stollen unter dem Schloss Fürstenstein. Das Konzentrationslager Groß-Rosen wurde als Nebenlager von Sachsenhausen gegründet, 1941 wurde es zu einem selbstständigen Lager ernannt. In Jahren 1940 – 1945 wurden 125.000 Häftlinge in dieses Lager transportiert. Davon sind 40.000 verstorben.

Ein wichtiger Programmpunkt war ein Gespräch Melitta Sallai, was den Jugendlichen einige Einblicke in ihr Leben zu Kriegs- und Nachkriegszeiten ermöglicht. Unter anderem erzählte sie von ihrem Leben in Polen nach dem Krieg. „Wissen Sie, am Jüngsten Gericht fragt niemand mehr, ob wir Deutsche oder Polen sind“, so Melitta Sallai. Diese Worte zeigen, wie wichtig nicht nur Pflege der deutsch – polnischen, aber generell multikulturellen Kontakte sei.

Rückblickend war die Woche für die Jugendlichen einerseits aufschlussreich und interessant, andererseits auch emotional bewegend, was dieses nach dem Besuch im Konzentrationslager Groß – Rosen dokumentierte Gespräch von Mats, Staś, Karolina und Paweł: der am Projekt teilnehmenden Schüler am besten zeigt.

Heute besuchten wir das KZ-Lager Groß Rosen, wenige Kilometer von hier. Alle schweigen, im Hintergrund hört man die Vögel. Pawel unterbricht die Stille: „Am schockierendsten war für mich das Ende des einen Filmes, in dem erzählt wurde, wie die Soldaten der Roten Armee das KZ vorfanden. Wie sie das Leid derer sahen, welche zurückgelassen wurden und nicht mit auf den Todesmarsch in westliche Lager kommen mussten.“

Jeder Einzelne von uns denkt dasselbe, doch niemand antwortet. Wir wissen nicht, wie wir das zuvor erlebte beschreiben, in Worte fassen, sollen. Die Sprachbarriere macht das Ganze nicht unbedingt einfacher. Gerade für mich als Deutscher war der Besuch definitiv auch schambehaftet, darüber denke ich noch nach.

Schließlich pflichte ich ihm bei und erzähle, dass auch ich mir Gedanken darüber gemacht habe, wie es sein muss als Soldat plötzlich etwas Solches zu sehen.

Darauf Karolina: „Ich fand die grundsätzlichen Bedingungen im KZ am schrecklichsten. Besonders, dass drei Häftlinge in einem kleinen Einzelbett schlafen mussten und trotz der harten Arbeit nur so wenig und schlecht zu essen bekamen, ist schwer zu ertragen.“

 

Staś: „Bei der Führung meinte die Frau, dass zwei Männer selbst gemeinsam zu schwach und ausgemergelt waren, einen Stein von 50kg zu bewegen und das Ganze bei 50°C im Steinbruch.

 

Paweł: „Eigentlich glaube ich nicht an das klassische Gottes-, Himmel- und Höllenbild. Wenn es die Hölle aber tatsächlich gibt, muss sie so aussehen.“

 

Ich teile dieselben Überlegungen und steige wieder ins Gespräch ein: „Am Ende waren die SS-Männer, die Führer und Leiter des KZ, für dieses Leid verantwortlich. In der ersten Ausstellung konnte man die Geburtsdaten der SS-Männer sehen und viele wurden in den frühen 20ern geboren, sie waren also zu ihrer Zeit im KZ Verwaltungsstab nur 2/3 Jahre älter als wir jetzt sind. Wie kann jemand, der vermutlich sogar normal aufgewachsen ist, so werden?“

 

Staś: „Das wird wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben… Die Grausamkeit und Tyrannei war einfach grenzenlos, alleine, dass Häftlinge Galgen bauen, Hinrichtungen anderen Häftlinge vorbereiten und durchführen mussten sagt schon alles.“

Ich: Ja, gerade auch die Berichte der Zeitzeugen über den alltäglichen und menschenverachtenden Machtmissbrauch der SS-Männer sind schwer zu begreifen, so zum Beispiel das Erschießen von Häftlingen in der Pause oder beim Rauchen.

Karolina: Das ist es. Einmal war ich in Auschwitz und dort wurden die Deportierten teilweise sogar unmittelbar nach ihrer Ankunft in Gaskammern ermordet.

Paweł: Ich wohne direkt am Bahnhof Radegast, über den damals viele Häftlinge in die Konzentrations- und Arbeitslager rund um Lodz transportiert wurden. Da gibt es auch eine Gedenkstätte, an der ich oft war.

Ich erzähle ihnen, dass unsere Schule unweit des KZ Bergen-Belsen liegt und der Besuch dessen verpflichtend mit der Klasse stattfindet.

Das Gespräch verlagert sich darauf, inwiefern diese Besuche wichtig sind. Wir sind uns einig, dass insbesondere für Menschen wie uns, die durch ihre Nationalität eng mit dem Thema verbunden sind, der Besuch einer solchen Gedenkstätte von hoher Wichtigkeit ist. Auch wenn es schwierig und unangenehm ist und die Auseinandersetzung mit diesem Thema viel Reflexion erfordert.

Ermöglicht wurde diese Jugendbegegnung durch Melitta Sallai und die Hedwig-Stiftung, die Förderung des Projektes erfolgte durch das „Deutsch-Polnische Jugendwerk“ und die Sanddorf Stiftung.

Autoren:

Schüler des IMK-Gymnasiums in Lachendorf und des 8. Allgemeinbildenden Lyzeum in Lodz

Lena Badzio, Lilith Hahn, Jan Cywiński, Hanna Borkowska, Karolina Kłąb, Mats Trumman, Stanisław Juraszczyk, Paweł Dębski

Unter Leitung von Katarzyna Moser



Aachen Wegen seines Einsatzes für die deutsch-polnischen Beziehungen hat Wieslaw Lewicki das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat Wieslaw Lewicki jetzt das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. Lewicki erhielt diese Auszeichnung im Festsaal des Couven-Museums in Aachen, weil er sich seit vielen Jahren in besonderem Maße völkerverständigend für die deutsch-polnischen Beziehungen sowie die Stärkung der im Ausland lebenden Polinnen und Polen einsetzt.

Vom links: Olaf Müller Leiter des Kulturamts in Aachen, Thorsten Klute MdL NRW Polonia-Beauftragte in NRW, Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Wieslaw Lewicki, Josef Neumann MdL NRW

Bereits während seiner Studien in Gliwice, Aachen, Köln und Frankfurt am Main nahm Wieslaw Lewicki sein soziales Engagement auf. Die Stärkung der Polonia, der außerhalb Polens lebenden Polinnen und Polen, ist ihm seitdem eine Herzensangelegenheit. Seit vielen Jahren setzt er sich unter hohem, zeitlichem Aufwand für die Teilhabe und Integration der polnischstämmigen Bevölkerung, für gute deutsch-polnische Beziehungen sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft in der Europäischen Gemeinschaft ein. Im Jahr 2004 gründete er die zweisprachige Zeitschrift „Polregio“ und stellte zeitgleich die Webseite www.polregio.eu online, für die er noch immer als verantwortlicher Chefredakteur tätig ist. Im gleichen Jahr gründete Wieslaw Lewicki den Kulturverein Polregio e.V. in Nordrhein-Westfalen.


Wieslaw Lewicki mit Maria und Czeslaw Golebiewski vom Kulturzentrum "Gdanska" in Oberhausen

Als Vorsitzender des „Polnischen Kongresses“ in Deutschland“ initiierte er den Polonicus-Preis, der erstmals im Mai 2009 während der „Polregionale“ im Dreiländereck Belgien/ Niederlande/Deutschland verliehen wurde. Mit dem Polonicus-Preis werden wichtige Personen oder Institutionen geehrt, die sich in besonderer Weise für den deutsch-polnischen Dialog in Europa verdient gemacht haben und sich für die Verbreitung europäischer Werte einsetzen. Seit 2010 gehört die Polonicus-Preisverleihung zum Karlspreis-Programm und ist fest im Königssaal des Rathauses Aachen etabliert.

Wieslaw Lewicki setzte immer wieder entscheidende Impulse in wichtigen Fragen des Zusammenlebens und der Integration der polnischstämmigen Bevölkerung. Als Delegationsleiter der Deutschen Polonia brachte er sich erfolgreich beim deutsch-polnischen „Runden Tisch“ in Warschau ein, um eine gemeinsame Erklärung der Minderheiten und den Regierungen auszuarbeiten. Am 12. Juni 2011 wurde die „Gemeinsame Erklärung des Runden Tisches“ von der Bundesregierung und der polnischen Regierung ratifiziert, die Lewicki mitunterzeichnete.

Warschau 12. Juni 2011, „Gemeinsame Erklärung des Runden Tisches“; von links Vertreter der Polonia in Deutschland Wieslaw Lewicki , Parlamentarischer Staatssekretär Chistoph Bergner BMI, StaatssekretärTomasz Siemoniak MSWiA, Vertreter der deutsche Minderheit in Polen Bernard Gaida

Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, möglichst viele Menschen jeglichen Alters für ein modernes Polen-Bild zu interessieren und auf europäischer Ebene verbindend zu vernetzen. Über die Jahre baute er dabei ein großes weltweites Netzwerk auf. Sein Augenmerk liegt darauf, junge Menschen polnischer Herkunft zu Aktivitäten für die europäische Integration in ihrem Aufenthaltsland zu motivieren. Auch außerhalb Europas wirkt er seit vielen Jahren als Brückenbauer, so zum Beispiel im „Weltrat der Polonia" mit Sitz in Kanada, aktiv mit.

Er gilt als einer der bekanntesten und aktivsten Vertreter der polnischen Gemeinschaft in Deutschland. In Anerkennung seiner umfangreichen Verdienste wurde er im Jahr 2012 mit der Medaille „Bene Merito“ und 2015 vom damaligen Präsidenten der Republik Polen, Bronislaw Komorowski, mit dem Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen, ausgezeichnet.
Wieslaw Lewicki führt seit dem Jahr 2000 als beratender Ingenieur seine eigene Firma „System Management“ in Aachen. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn.

Aachener Nachrichten  vom 30. Juni 2023

Quelle: Pressestelle Aachen

Fotos: Darius Manka / Fotokiste.de

 

Maciej Orłoś - Sohn des Schriftstellers Kazimierz Orłoś und Enkel des Mykologen Henryk Orłoś. Er ist Absolvent der Aleksander-Zelwerowicz-Theaterakademie in Warschau. Seit Juni 1991 arbeitete er 25 Jahre lang als Moderator der Mittagsnachrichtensendung "Teleexpress" und wurde so zu einem der bekanntesten Moderatoren in der Geschichte des polnischen Fernsehens. Schriftsteller, Radiomoderator, dank der journalistisch-satirischen Sendung WTS (W Telegraphic Shortcut) wurde er zu einer der führenden Personen, die in Polen einen eigenen YouTube-Kanal betreiben.

Herr Maciek, Sie haben eine Schauspielschule absolviert, wie kam es dazu, dass du Journalist geworden bist?

So ist es oft im Leben.... Unsere Pläne, Bedürfnisse und Interessen ändern sich. Ich hatte den Eindruck, dass ein bestimmter Abschnitt meines Lebens erschöpft war. Andererseits erhielt ich ein äußerst interessantes Angebot, eine der beliebtesten Sendungen im Fernsehen zu moderieren. Damals dachte ich bei dieser neuen Tätigkeit nicht an den Journalismus. Mich hat eher die Tatsache gereizt, ein sehr beliebtes Programm mit einem großen Potenzial zu moderieren. Ich wusste, dass es ein nicht standardisiertes Programm war. Sie können dort einen Witz machen, etwas von sich selbst hinzufügen. Also habe ich dieses Angebot als eine Herausforderung betrachtet.

Ich muss zugeben, dass der Teleexpress für mich als kleinen Jungen ein ideales Medium für Informationen aus Polen war, denn im Gegensatz zu den Abendnachrichten waren die Nachrichten kürzer und entspannter. Wie groß war Ihr Team? Wie wurden die Informationen ausgewählt?

Die TVP-Nachrichtensendung war ein großes Team. Auch sie hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Ich erinnere mich, dass ich 1995 nach Deutschland fuhr, um die damals noch junge Céline Dion zu interviewen. Ich war schockiert, als eine Redaktion in München mit ihrem eigenen Auto zum Interview vorfuhr, mit nur einem Mann, der Kameras mitbrachte, Licht aufbaute und mit dem Künstler sprach. Damals reisten wir zu solchen Aufnahmen oft zu fünft an: der Kameramann, der Toningenieur, der Cutter, der Beleuchter und der Fahrer. Heutzutage muss man im polnischen Fernsehen vielseitig sein. Die Teleexpress-Crew bestand aus Dutzenden von Personen im Studio und zusätzlichen Korrespondenten aus den lokalen TVP-Büros. Ich glaube, dass an jeder Ausgabe etwa 60 Personen beteiligt waren. Teleexpress war in der zweiten Hälfte der 80er und in den 90er Jahren ein Phänomen der Informationsvermittlung: junge Leute, die dynamisch sprachen, Witze machten, Musikvideos abspielten, Kultur zeigten und viele Nachrichten aus dem Land, die die Abendnachrichten nicht boten.

Sie waren viele Jahre in der Redaktion von Teleexpress tätig. Gab es Ausgaben, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Wie bei allen anderen auch, waren die Ausrutscher am denkwürdigsten, und zwar nicht die Ausrutscher und kleinen Fehler, sondern die größeren. Ich erinnere mich auch an unsere Ausflüge ins Freie, wenn der Teleexpress als Gast aus einer anderen Stadt gesendet wurde. Ich erinnere mich, als wir aus Krynica Morska sendeten und während der Live-Sendung ein Sturm aufzog. Ein Orkan, Regen und Gewitter brach los, unsere Zuschauer flohen, und wir schrien in die Mikrofone und versuchten tapfer, die Sendung zu retten.

Das Publikum hat Sie geliebt, und ich habe den Eindruck, dass Sie auch Ihre Arbeit geliebt haben. Wie kam es, dass Sie im August 2016 beschlossen haben, TVP zu verlassen?

Alles begann im Jahr 2015, als die PiS an die Macht kam und begann, die öffentlichen Medien zu übernehmen. Zunächst hoffte ich, dass es sich um vorübergehende politische Veränderungen handelte und dass es mit der Zeit möglich sein würde, normal zu arbeiten und ehrlich zu den Zuschauern zu sein. Schließlich kannte ich die Zeiten von Bronisław Wildstein. Die Propaganda, die die öffentlichen Medien unter Präsident Kurski beherrschte, überstieg jedoch meine Vorstellungskraft und zwang mich zu einer solchen Entscheidung. Als ich meine Entscheidung bekannt gab, wurde ich gefragt: Was ist passiert? Wie meinen Sie das? Vor meiner letzten Ausgabe des Teleexpress rief mich der Präsident von TVP selbst an und forderte mich auf, meine Entscheidung zu ändern. Aber im Nachhinein weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war. Ich bin auch froh, dass ich auf eine nachdenkliche Art und Weise gegangen bin und meine Arbeit auf dem YouTube-Kanal es mir ermöglicht hat, völlig neue Ebenen der Redefreiheit und neue Formen des Kontakts mit den Zuschauern zu entdecken.

Professor Bartoszewski sagte, dass es sich lohnt, anständig zu sein.... Ich habe den Eindruck, dass dies teilweise auch Ihr Motto ist? Ich habe den Eindruck, dass Maciej Orłoś seine Meinung klar und deutlich, aber immer höflich und kultiviert äußern kann. Ist das wahr?

So werde ich wahrgenommen. Ich glaube, ich bin so erzogen worden. Bei mir zu Hause war die persönliche Kultur immer wichtig, auch wenn ich zugeben muss, dass ich manchmal sauer bin (lacht). (lacht). Für die Nachrichten auf YouTubes gelten andere Gesetze. Hier muss man manchmal etwas pikanter formulieren, damit es glaubwürdig und der Situation angemessen ist. Manchmal muss man, anstatt zu sagen: Was zum Teufel sagt er, sagen: Was zum Teufel sagt er.... . Das gibt dem Hörer einen kleinen Ruck und erregt seine Aufmerksamkeit.

Sie haben eigenes YouTube-Kanal schon seit mehreren Jahren. In letzter Zeit hat Ihr Programm WTS, das heißt "In Telegraphic Shortcut", an Popularität gewonnen. Mit welcher Botschaft wollen Sie die Menschen erreichen? Ist die WTS ein satirischer TeleExpress?

Die Tatsache, dass ich meinen eigenen Kanal auf YouTube betreibe, erfüllt mich mit großer Zufriedenheit. Ich kann die Wahrheit sagen über das, was ich denke, über das, was einige Politiker tun, und auch über das, was in den öffentlichen Medien geschieht. Diese Freiheit der Rede ist ein großer Trost. WTS bezieht sich auf das Teleexpress-Format - es ist kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht. Der Unterschied besteht darin, dass Teleexpress eine Nachrichtensendung war und anscheinend auch ist, während WTS eher ein journalistisches Programm ist. Eine typische Nachrichtensendung vermittelt die Nachrichten objektiv und unparteiisch. Ich mache satirische Kommentare zur Realität, insbesondere zur politischen Realität. Leider führt die Tatsache, dass Polen sehr gespalten ist und wir in zwei getrennten "Blasen" leben, dazu, dass meine Botschaft nur die Menschen aus einem politischen Lager erreicht.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Internets und der Internetportale, werden sie bald Fernsehen, Radio oder Zeitungen vollständig ersetzen?

Gegenwärtig beginnen die Medien, verschiedene Kommunikationsformen zu durchdringen, z. B. hat wahrscheinlich jede Zeitung in Polen eine eigene Online-Ausgabe. Radiosender nehmen Podcasts auf und stellen sie online zur Verfügung. Die Fernsehsender stellen ihre Programme in Form von Streaming zur Verfügung, das Sie später ansehen können. Ich glaube, dass das traditionelle Fernsehen überleben wird, denn es wird gebraucht, vor allem in drei Bereichen. Der erste ist eine große Unterhaltungsshow wie "I've got Talent", bei der große Produktionen riesige Budgets verschlingen. Ich glaube nicht, dass ein Youtuber solche Programme machen kann. Ein weiterer Bereich sind Nachrichtensendungen. Es braucht eine Menge Leute, um die täglichen Nachrichten vorzubereiten. Der dritte Bereich sind große Sportübertragungen, bei denen man die modernste Technologie benötigt, um eine hohe Qualität der Übertragung zu gewährleisten. Ich bin gespannt, wie die traditionellen Medien die Werbung im Internet präsentieren werden. Viele von ihnen übertragen die gleichen Werbespots ins Internet. Fachleute sind jedoch der Meinung, dass wir im Internet auf eine andere Art von Publikum achten sollten, und schlagen vor, dass die Botschaft und die Form der Werbung an sie angepasst werden sollten.

Glauben Sie nicht, dass Online-Medien anfälliger für Manipulationen sind? Wie können die im Internet und in den sozialen Medien veröffentlichten Informationen überprüft werden?

Tatsache ist, dass der Internetnutzer vorsichtig sein muss. Die Fernsehsender erhalten eine Lizenz und werden vom Nationalen Rundfunkrat überprüft, der eine gewisse Absicherung schafft. Natürlich beobachten Portale wie Facebook, YouTube oder TikTok das Geschehen auf ihren Plattformen und versuchen, bestimmte Beiträge oder Produktionen zu blockieren. Es ist jedoch leicht, dort Müll zu finden. Daher erfordern Online-Medien eine gewisse Aufmerksamkeit bei den Nutzern. Auf der anderen Seite gibt es immer noch den Mythos, dass ein typischer YouTuber ein verdrehter Jugendlicher ist, der im Internet einige Vulgaritäten präsentiert. Wenn wir jedoch einen Blick auf die beliebten YouTuber in Polen werfen, können wir sehen, dass viele von ihnen ihre Arbeit und das, was sie ihrem Publikum präsentieren, sehr ernst nehmen. Einige von ihnen haben eine große Reichweite. Ein Beispiel ist Rafał Gębura und seine "7 Meter unter der Erde", deren Veröffentlichungen oft von mehr als einer Million Menschen gesehen werden.

Wo kann man Maciej Orłoś noch hören oder sehen? Oder arbeiten Sie vielleicht an einem neuen Buch?

Neben der bereits erwähnten WTS-Sendung, die Sie auf YouTube und auf meiner Facebook-Seite sehen können, arbeite ich bei Radio Nowy Świat. Jeden Montagmorgen zwischen 6:00 und 10:00 Uhr können Sie mich in der Sendung New Dawn hören. Seit vielen Jahren gebe ich Schulungen für Geschäftsleute zum Thema Rhetorik und Verhalten vor der Kamera. Ich habe auch ein Buch zu diesem Thema geschrieben. Ich führe verschiedene geschäftliche Veranstaltungen durch und arbeite an der Veröffentlichung eines neuen Buches. Es soll eine Unterstützung für Menschen 50+ sein, die Angst vor Veränderungen, Angst vor dem Internet, Angst vor neuen Medien und neuen Technologien haben. Ich möchte ihnen an meinem Beispiel zeigen, dass man in dieser modernen Welt handeln und arbeiten kann.

Sie sagen oft, dass Sie nie in Rente gehen werden. Ist Ihre Arbeit so wichtig und notwendig für Sie?

Ja, der Ruhestand ist aus mehreren Gründen überhaupt nicht in meinem Interesse. Abgesehen davon, dass ich zwar regelmäßig Beiträge an die Sozialversicherungsanstalt (ZUS) zahle, aber derzeit nur einen Hungerlohn erhalte. Zunächst einmal bin ich nicht erwerbstätig und entscheide selbst, wann ich arbeite und wann ich Freizeit habe. Zweitens gefällt mir meine Arbeit sehr gut. Drittens kann ich mir nicht vorstellen, dass ich ein Mensch bin, der nichts tut. Ich bin ein Mann, der aktiv sein und ständig neue Projekte entwickeln muss. Und dann sind da noch die Finanzen. Ich muss zugeben, dass ich an ein gewisses Einkommensniveau gewöhnt bin. Wie Sie sehen können, passen ich und eine Rente irgendwie nicht zusammen. Was macht eigentlich Mick Jagger? Er ist fast 80 und geht immer noch auf Tournee. Clint Eastwood ist über 90 und dreht immer noch Filme. Es gibt einfach einige Charaktere und einige Jobs, bei denen man bis zum Ende arbeitet - "wir werden nicht ruhen, bis wir am Ziel sind".

Was sind Ihre Eindrücke nach dem 30. WOSP-Finale in Frankfurt? Warum lohnt es sich, über 1000 km zu fliegen, um eine Internet-Spendenaktion in Deutschland durchzuführen?

Das ist es wert! Das ist es auf jeden Fall wert! Ich muss sagen, dass ich voller Bewunderung für die im Ausland lebenden Menschen bin, die sich mit Begeisterung und Engagement für diese edle Sache einsetzen. Du bist wunderbar! Es gibt noch einen weiteren Aspekt, warum ich Polonia gerne besuche. Wenn ich in andere Länder reise, treffe ich immer auf Landsleute, die eine etwas andere Perspektive, eine etwas andere Sicht auf die Welt haben, die ein wenig anders denken als wir alle in Polen. Ob in London, Dublin oder Holland, ich spreche mit Menschen, die lächeln und dem Leben positiv gegenüberstehen. Ich persönlich brauche einen solchen Gedankenaustausch und solche Gespräche. Wie Sie sehen können, bin ich nicht umsonst hier (lacht). In gewisser Weise unterstützen wir uns gegenseitig. Sie fragen, ob es sinnvoll ist, für das Finale nach Frankfurt zu fahren, wenn es online stattfindet? Natürlich tut sie das! Schließlich könnte ich nicht so effektiv mit Ihnen arbeiten, wenn ich in Warschau auf der Couch säße... Die Tatsache, dass es hier Teams gibt, Michał Wiśniewski, ein ganzes Team von Leuten, macht einen Unterschied. Wir handeln gemeinsam und die Menschen spüren das. Obwohl ich gerne noch einmal für ein "normales" Finale zu Ihnen zurückkommen würde, um alle live zu treffen.

Interviewt von Michał Kochański
Polnische Gemeinschaftszeitschrift "Twoje Miasto" Ausgabe 03/2022, https://www.twojemiasto.eu/

Angesichts der Tendenz in Polen, alles zu fördern, was streng polnisch ist, war ich überrascht, das exotische Gesicht der wunderschön singenden Sara James im polnischen Fernsehen zoft u sehen. 

Sara James ist die Tochter von Arleta Dancewicz aus Polen und John James aus Nigeria, der Sänger des Duos Loui & James ist. Sie wurde 2008 in Słubice geboren, das heute scherzhaft als polnischer Stadtteil von Frankfurt (Oder) bezeichnet werden kann. Schon im Kindergarten gewann Sara erste Preise bei Gesangswettbewerben.

Im Jahr 2020 nahm sie an der World Talent Show teil. Im Jahr 2021 gewann sie The Voice Kids und erhielt die meiste Unterstützung von den Zuschauern. Im selben Jahr gewann sie die Sendung Szansa na sukces, mit der sie Polen beim 19. Eurovision Song Contest für Kinder in Paris vertrat und dort einen würdigen zweiten Platz belegte.

Am 14. Juni 2022 trat sie in der größten amerikanischen Show America's Got Talent auf und erhielt vom kritischsten Juror der Show, Simon Cowell, den sogenannten goldenen Buzzer. Als Sara in der Show, die über 10 Millionen Zuschauer hat, auf der Bühne zugab, dass sie aus Polen stammt, stellte sich heraus, dass zwei der Juroren ebenfalls polnische Wurzeln haben. Simon Cowell wurde in London geboren, aber seine Großmutter Esther Cowell (geb. Malinsky) war Polin. Gleichzeitig fügte der kanadische Schauspieler und Produzent Howie Mandel, der neben der deutschen Heidi Klum saß, hinzu, dass seine Familie aus Polen nach Amerika kam. So haben wir einmal mehr gesehen, dass polnische Einwanderer überall auf der Welt erfolgreich sind. Bleibt die Frage, warum Simon Cowell, ohne die anderen Juroren zu konsultieren, den goldenen Buzzer drückte und Sara damit automatisch das Ticket für das Halbfinale gab. Unsere multikulturelle 14-Jährige aus Ośno Lubuskie sang ergreifend den Song "Lovely" von Billie Eilish. Genau wie Billie Eilish - die 20-jährige Gewinnerin eines Musik-Oscars und mehrerer Grammys, komponiert Sara selbst Songs und hat sogar ihr eigenes Album "Like Every Year" veröffentlicht. Wie Billie singt sie mit großer Sensibilität und Zartheit und versucht nicht, dem Publikum mit ihrer Kleidung zu gefallen. Ich frage mich, ob Simon Cowells spontane Geste - abgesehen von Saras hochgeschätztem Talent - von familiären Gefühlen beeinflusst war oder ob sie vielleicht ein Symbol der Solidarität mit den Polen war, die den Ukrainern helfen. Wir werden die Antwort auf diese Frage nie erfahren, aber als Anerkennung für die junge Polin teilte Billie Eilish selbst Saras Auftritt auf ihrer offiziellen Facebook-Fanpage mit über 30 Millionen Followern.

Sara James, die Tochter eines nigerianischen Emigranten aus Polen, wurde von den Nachkommen polnischer Emigranten im Ausland anerkannt, was uns alle glücklich macht - Polen in Polen und im Ausland und vor allem unsere jüngeren polnischen Generationen in aller Welt.

Sara James ist das beste Beispiel für der kulturellen Vielfalt, die in der Kunst die größte Wirkung erzielt.

Agata Lewandowski

Foto: Bogdan Rajski , Quelle: Istagram

 

Drei Milliarden Euro werden für ein Rabattprogramm für Kraftstoffe ausgegeben und ... zwei Wochen später ist an den Zapfsäulen kein Unterschied festzustellen! Die Preise sind nicht nur wieder sehr hoch, sie steigen auch noch weiter. Auch unter den Autofahrern wächst die Verbitterung. Die Politiker machen ihnen etwas vor, bitten um Geduld, aber niemand will zugeben, dass das Rabattsystem gescheitert ist. Die Erdölindustrie wird an den Pranger gestellt, verteidigt sich aber so gut es geht und erklärt die steigenden Raffineriepreise. Und die Fahrer weinen und zahlen! Was nun?

Die befristete Senkung der Energiesteuer ist nach Ansicht von Kritikern, vor allem in den Medien, bereits eine Farce. Wirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) steht derzeit stark unter Druck und wird sich wohl dazu entschließen, das Verhalten der Mineralölkonzerne durch das Bundeskartellamt eingehend prüfen zu lassen. Und Vorsicht, das ist nicht seine letzte Idee.

Was genau würde das Kartellamt überprüfen? Vor allem, ob die drei Milliarden Euro, die die Bundesregierung für den Rabatt vorgesehen hat, derzeit nicht sukzessive in die Kassen der Ölkonzerne fließen. Wirtschaftswissenschaftler verdächtigen die Ölgesellschaften der geheimen Absprachen. Nach aktuellen Zahlen hat sich die Differenz zwischen den Rohstoffpreisen und den Tankstellenpreisen seit dem ersten Juni um drei bis sechs Eurocent erhöht. Das bedeutet, dass die Marge auf rund 60 Eurocent pro Liter gestiegen ist. Vertreter der Branche bestreiten jedoch vehement jegliche Preisabsprachen. Christian Küchen, Vorstandsvorsitzender von Kraftstoffe und Energie e.V., erklärte in einem Interview mit dem Handelsblatt: "Das Hauptproblem sind derzeit die steigenden Einkaufspreise für Tankstellen. Dieser Markt ist nicht zu verwechseln mit dem Markt für die Förderung, d.h. dem Preis für unverarbeitetes Öl. Wie Küchen versichert, wird der Rabatt in Form von niedrigeren Preisen an die Endkunden weitergegeben; ohne diesen Rabatt wären die Preise um einige oder einige Dutzend Eurocent höher.

Die Zugeständnisse bei den Treibstoffkosten werden von Christian Lindner unerwartet unterstützt, zumindest vorläufig. Der Finanzminister warnt davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Ihm zufolge ist noch nicht klar, ob die Konzerne tatsächlich überdurchschnittlich hohe Einnahmen erzielen. So sagte der Minister in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" und wiederholte damit praktisch den eben zitierten Satz von Herrn Küchen: "Es ist jedoch klar, dass ohne den Rabatt der Preis an den Tankstellen noch höher wäre. Aufgabe des Kartellamtes sei es nun zu prüfen, ob die Mineralölkonzerne ihre Marktposition derzeit auch tatsächlich ausnutzen, so der Minister.

Auf eine Kartellprüfung setzt auch der stellvertretende CDU-Parteivorsitzende und bis vor kurzem noch Gesundheitsminister Jens Spahn, der Wirtschaftsminister Habeck zum Handeln auffordert: "Der milliardenschwere Rabatt sickert durch und die Regierungskoalition schaut nur zu. Die Ölgesellschaften müssen zur Rechenschaft gezogen werden, das ist das Mindeste, was der Wirtschaftsminister tun kann."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisierte den aktuellen Rabatt und forderte die Politiker auf, die Lasten der Gesellschaft gerecht zu verteilen: "Ich verstehe die Verbitterung der Bürgerinnen und Bürger, denn viele müssen Abstriche machen, während andere sich über zusätzliche Einnahmen freuen. Wir müssen das ernst nehmen." - Steinmeier sagte der "Bild am Sonntag".

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), setzte ein großes Fragezeichen hinter den Rabatt in seiner jetzigen Form: "Wir brauchen eine Alternative zum Rabatt, eine, die funktioniert und den Bürgern hilft. - Schwesig für "Bild am Sonntag". Schwesig setzt auf eine andere der in letzter Zeit diskutierten Ideen, nämlich eine Übergewinnsteuer. Die Frage ist, ob eine solche Steuer tatsächlich zu einer Senkung der Tankstellenpreise führen würde. Das Hauptargument der Gegner ist, dass dies nur die Staatskasse füllen würde.

Mit welchen Argumenten verteidigen sich die Kraftstoffunternehmen?

Erstens steigen die so genannten realen Raffineriekosten, d.h. die Kosten für die Kraftstoffherstellung. Der Hauptgrund dafür ist der Preisanstieg eines anderen Rohstoffs, nämlich des Gases, das als Energieträger im Raffinerieprozess verwendet wird. Darüber hinaus sind durch den Anstieg der Gaspreise auch die Kosten für Biokraftstoffe gestiegen, die dem Kraftstoff vor dem Verkauf an den Tankstellen beigemischt werden müssen, um die Emissionsanforderungen in Deutschland zu erfüllen.

Ein weiteres Argument sind die steigenden Preise auf den Weltmärkten, die vor allem durch die Nachfrage aus den USA getrieben werden. Kraftstoffe, die z. B. an der Amsterdamer Börse gehandelt werden, werden von US-Unternehmen gekauft, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen, was die Preise in Europa in die Höhe treibt.

Auch in Osteuropa, insbesondere in der vom Krieg gezeichneten Ukraine, ist die Nachfrage weiter gestiegen. Gleichzeitig arbeiten aufgrund der Feindseligkeiten nicht alle ukrainischen Raffinerien normal, so dass Kraftstoffimporte aus dem Ausland erforderlich sind.

Der letzte Punkt ist die Tatsache, dass Raffinerien in Westeuropa, auch in Deutschland, die sich auf die Sanktionen eingestellt haben, auf billiges russisches Öl verzichten. Ein Ersatz dieses Rohstoffs war oft nicht sofort möglich und war fast immer mit höheren Kosten verbunden.

Minister Habeck steht bereits in Kontakt mit dem Kartellamt: Die ersten Zahlen des Amtes zeigen, dass sich die Schere zwischen Ölpreisen und Kraftstoffpreisen an den Tankstellen seit Anfang Juni vergrößert hat", sagte der Minister dem "Spiegel". Ein weiterer Plan des Ministers ist die Verschärfung des Kartellrechts. Die Pläne des Ministers gehen so weit, dass er sogar die Möglichkeit einer erleichterten Staatsübernahme, also die Enteignung von Energieunternehmen, ins Auge fasst. In den Medien wird darüber spekuliert, ob es sich bei dieser Idee um eine "Vogelscheuche" für die Konzerne oder um einen echten Plan der deutschen Regierung handelt.

Lukas Soltysiak ala Herr Hamburger
www.herrhamburger.de

Wenn wir im Ausland leben, grenzen wir uns von unseren ausländischen und polnischen Gemeinschaften ab, was ein natürliches Phänomen ist, das uns ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit in unserer "zweiten" Heimat vermittelt. Während des Krieges in der Ukraine, der seit drei Monaten andauert, hören wir in den Medien von Millionen von Kriegsflüchtlingen, aber wir wissen oft nicht, dass unsere Landsleute in diesem Land leben.

Vor dem Ausbruch des Krieges hatte die Ukraine rund 44 Millionen Einwohner, von denen 11 Millionen im Exil lebten.

Jüngsten Daten zufolge leben etwa 150 000 Polen in der Ukraine, die meisten von ihnen in der Region Zhytomyr. Das Polentum in der orthodoxen Ukraine wird, wie in den übrigen Ostgebieten, durch die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche bestimmt. 

Die Geschichte der polnisch-ukrainischen Beziehungen als Nachbarländer war nicht einfach, aber die Polen in der heutigen Ukraine werden als Mitbürger respektiert und als Touristen geschätzt.

Polen bewohnten die Ukraine bereits im 10./11. Jahrhundert, d. h. während der Zeit der Kiewer Rus, wie Hinweise auf ein polnisches Viertel um das so genannte Lacki-Tor im Zentrum von Kiew belegen. Nach der Union von Lublin im Jahr 1569 wurde der größte Teil der heutigen Ukraine in die Polnisch-Litauische Gemeinschaft eingegliedert. Infolge der Teilungen und des Scheiterns des Novemberaufstands von 1830 und des Januaraufstands von 1863 wurden die Polen ihres Eigentums und des Rechts, polnische Schulen und Organisationen zu betreiben, beraubt.

Nach 1939 lebten fast 2,5 Millionen Polen in den von der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik annektierten Gebieten. Viele von ihnen wurden nach Sibirien und Kasachstan deportiert und waren Opfer von Diskriminierungen, deren blutigste Wojciech Smarzowski in seinem Film "Wolhynien" schilderte. Nach 1944 verließen mehr als eine Million Polen die Ukraine im Rahmen des Repatriierungsprozesses. Viele von ihnen ließen sich in Wrocław nieder.

Wir sind heutzutage uns oft nicht bewusst, wie viele prominente Polen aus unserer Geschichte aus der Ukraine stammen.

Einer von ihnen war Stanisław Lem - ein Science-Fiction Schriftsteller, unter anderem Autor von "Solaris", "Astronauten" und "Die Geschichten der Roboter". Er wurde 1921 in Lemberg geboren und war gezwungen, die Stadt, die er seine Heimat nannte, 1946 zu verlassen.

Auch der berühmte polnische Pianist verbrachte seine Kindheit und Jugend in Lviv -

Wojciech Kilar - der Autor von "Exodus", "Orawa" und "Victoria" sowie der Filmmusik für

"Dracula" von Francis Ford Coppola, Filme von Andrzej Wajda, Roman Polański und Krzysztof Zanussi. Ebenfalls in Lemberg geboren wurde Andrzej Żuławski, ein polnischer Regisseur, der viele Jahre in Frankreich lebte und Autor der Filme "On the Silver Globe", "Szamanka" und "Kosmos" war. 1942 wurde in Lemberg der kürzlich verstorbene prominente Schauspieler Wojciech Pszoniak geboren, der durch seine Mitwirkung in den Filmen von Andrzej Wajda, vor allem in "Das gelobte Land", bekannt wurde.

Zu den verstorbenen Vertretern der polnischen Kultur, die mit der Ukraine verbunden sind, gehören der Regisseur Adam Hanuszkiewicz, die Sängerin Halina Kunicka, der Dichter Zbigniew Herbert, der Schriftsteller Joseph Conrad, die Aktivistin und Legende der Solidarność Anna Walentynowicz sowie der Politiker und Historiker Jacek Kuroń.

All jenen, die die Atmosphäre des Vorkriegs-Lemberg nachempfinden möchten, empfehle ich die Biografie des berühmten Regisseurs Janusz Majewski mit dem Titel „Mała matura“ zu lesen.

Die Polen pflegen in der Ukraine würdig die polnischen Traditionen der Vorkriegszeit. Die Tätigkeit des Vorkriegstheaters von Graf Skarbek wird vom Polnischen Volkstheater aus Lemberg (www.teatr.pl.ua) unter der Leitung von Zbigniew Chrzanowski mit der hervorragenden Schauspielerin Luba Lewak (www.emigra.com.pl/rozmowy-emigry) fortgesetzt.

1993 wurde die Föderation polnischer Organisationen in der Ukraine gegründet, der damals 134 Vereinigungen angehörten. Ihr Sitz war das Polnische Haus in Kiew (http://dom-polski.org.ua). Außer in Kiew gibt es noch Polnische Häuser in Czernowitz und Zhytomyr, sowie das Zentrum für polnische Kultur und europäischen Dialog in Iwano-Frankiwsk (ehemals Stanisławów). Die Polen in der Ukraine können ihre nationalen Traditionen völlig frei pflegen, so dass in Zhytomyr die Union des polnischen Adels unter der Leitung von Natalia und Igor Iszczuk gegründet wurde.

Eigentlich müsste ich den ganzen Text über das Funktionieren polnischer Organisationen in der Ukraine in der Vergangenheitsform schreiben, denn die meisten unserer ukrainischen Landsleute leben seit Beginn des Krieges in Polen. Auf der Grundlage der "Karta Polaka" werden sie von Einrichtungen betreut, die von der Republik Polen finanziert werden, wie z. B. dem Verband der Polnischen Gemeinschaft, der Stiftung zur Unterstützung der Polen im Osten oder der Stiftung für Freiheit und Demokratie.

Während des Besuchs von Präsident Andrzej Duda in Kiew am 22.05.22 schlug Präsident Wolodymyr Zelenski als Dank für die Hilfe für ukrainische Flüchtlinge einen Gesetzentwurf vor, der Polen einen besonderen Rechtsstatus in der Ukraine einräumt.

Diese politische Geste ist ein wichtiges Symbol in den polnisch-ukrainischen Beziehungen, nicht nur auf staatlichem Niveau, sondern auch auf der alltäglichen, zwischenmenschlichen Ebene.

Agata Lewandowski

 

Foto: Wikipedia , Lviv, Sąule - Adam Mickiewicz

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, Wir laden unsere Zuhörer zum Vortrag ein: 17. Juni 2022 um 18.00 Uhr. Thema des Vortrags: „Wirtschaftliche Folgen des Krieges in der Ukraine. Auswirkungen auf die polnische und die Weltwirtschaft“
Der russische Angriff auf die Ukraine verändert nicht nur die internationalen Beziehungen in Europa, aber sie hat und wird auch für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung sein. Der erste reguläre Krieg zwischen zwei europäischen Ländern nach 1945 löste eine Lawine wirtschaftlicher Folgen aus, die nicht auf die Versorgung mit Erdöl und Erdgas beschränkt waren. Dies ist ein Ereignis, das Europa für Jahre von Russland trennen und den Anfang vom Ende der modernen Währungsordnung beschleunigen könnte.

Krzysztof Kolany, Finanzmarkt- und Wirtschaftsanalyst. Sein Interesse gilt sowohl der Warschauer Wertpapierbörse als auch ausländischen Märkten: New York, London und Frankfurt. Er ist auf die Edelmetallmärkte spezialisiert und beobachtet die Politik der wichtigsten Zentralbanken. Außerdem analysiert er die Auswirkungen der Wirtschaftslage auf Aktienkurse, Wechselkurse und Rohstoffpreise. Drei Mal gewann er den renommierten W. Grabski-Wettbewerb für Wirtschaftsjournalisten der Polnischen Nationalbank in den Kategorien Online-Journalismus (2010) sowie Geldpolitik und Finanzstabilität (2018 und 2019). Außerdem wurde er von der Vereinigung der Privatanleger mit dem Titel „Held des Kapitalmarktes 2016“ ausgezeichnet.

Moderation: Dr. Piotr Olszowka

Link do rejestracji w spotkaniu ZOOM / Link zur Registrierung im ZOOM-Meeting

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_Gq6UxjM3Q1yfXupZJR7Rgg

Mit herzlichen Grüßen,

Der Programmbeirat der UDG

 

Das Radiomagazin PolenflugNeo im Radio Flora in Hannover lädt zu einer Sondersendung ein, die sich ganz den legendären Gitarrenriffs widmet

Ob Deep Purple, Nirvana oder Led Zeppelin - im letzten Jahrhundert sind viele Rockgruppen entstanden, die für ihre legendären Gitarrenriffs bekannt sind. Man muss nur die ersten paar Takte hören, um sofort zu erkennen, welche Gruppe das Lied spielt. Solche Songs haben sich dank ihrer markanten, eingängigen Gitarrenriffs buchstäblich in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt. Manchmal ist es ein Einstieg in den Song, manchmal ein Echo für den Gesang, manchmal ein Dialog mit der Melodie; das geniale Riff ist oft das, was den Hit ausmacht und das Markenzeichen des Songs ist. Vor allem in den 60er und 70er Jahren wurde viel großartige Musik geschaffen, die damals als experimentell galt und heute als zeitlos angesehen wird. Diese Zeit war eine wahre musikalische Renaissance. Waldemar Kostrzębski wird uns in der nächsten Sondersendung an einige der größten und berühmtesten Bands und ihre Rockmeisterwerke erinnern.

Radio Flora https://radioflora.de/

Waldemar Kostrzębski - Poezja po godzinach

https://waldemar-kostrzebski.blogspot.com/

 

 


Das Jahrbuch Polen 2022 beschäftigt sich mit polnischen „Widersprüchen“. Polen ist gegenwärtig in aller Munde - europaweit wird die Hilfsbereitschaft gegenüber den Opfern des Krieges in der Ukrainer gelobt. Aber noch vor einigen Monaten beherrschten andere Nachrichten die Schlagzeilen. Spannungen traten zutage, welche sich trotz eigener Migrationserfahrungen in der schroffen Distanz den „Fremden“ gegenüber äußern, die an Polens Grenzen im Sommer und Herbst 2021 ankamen.

Zum Wesen der Demokratie gehören Vielfalt und Widerspruch. So folgt im Jahrbuch die Analyse der größten politischen Fraktionen zunächst dem Gegensatz zwischen dem herrschenden Konservatismus und dem nach 1990 lange dominierendem Liberalismus, aber auch den politischen Extremen am rechten und linken Rand.
Über Jahrhunderte war die katholische Kirche für viele Polinnen und Polen wie ein Fels in der Brandung. Sie beförderte das Überleben der polnischen Nation während der Teilungszeit, der Weltkriege, des Kommunismus. Aber nun erfährt sie aufgrund eigener Verfehlungen massiven Mitgliederschwund. Polen säkularisiert sich im europäischen Vergleich derzeit am dynamischsten.
Heute scheiden sich in Polen die Geister in Fragen von Lebensentwürfen – zwischen als verbindend empfundener Tradition und dem verlockenden Individualismus. Dabei geht es unter anderem um den Wandel im Verhältnis der Geschlechter untereinander.  Auch zwischen Jung und Alt klaffen Welten – während die reiferen Jahrgänge auf materielle Sicherheit bedacht sind, suchen gerade junge Menschen nach alternativen, postmodernen Lebensweisen.

Polen-Quartett #6
Polen - ein Land voller Widersprüche?

Online-Vorstellung des Jahrbuchs Polen 2022 Widersprüche

Mittwoch, 15. Juni 2022, 19 Uhr

Es werden diskutieren:
Ewa Wanat, Journalistin, Berlin
Felix Ackermann, Historiker, Warschau
Julia Röttjer, Jahrbuch-Redaktion, Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
Andrzej Kaluza, Jahrbuch-Redaktion, Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

Teilnahme auf Zoom: (Registrierung notwendig) https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_2vIePkszT8Gd9-tRMEfRaA

Live auf Facebook: www.facebook.com/deutschespoleninstitut


Andrzej Kaluza

Bei den Filmfestspielen von Cannes, die am 28. Mai zu Ende gingen, konkurrierten 21 Filme aus der ganzen Welt um die Goldene Palme.  Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenski war ein virtueller Gast bei der Eröffnung des Festivals: "An alle, die mich sagen hören: Verzweifelt nicht, der Hass wird verschwinden und die Diktatoren werden sterben. Wir brauchen diesen Sieg und wir brauchen ein Kino, das immer auf der Seite der Freiheit stehen wird", betonte er aus Kiew. Die 75. Ausgabe des berühmtesten französischen Filmfestivals wurde angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine der Inkonsequenz bezichtigt.  Agnieszka Holland - normalerweise Präsidentin der Europäischen Filmakademie und während des Festivals Vorsitzende der Jury, die den Preis für den besten Dokumentarfilm vergibt - kritisierte die Aufnahme des russischen Films "Tchaikovsky's Wife" unter der Regie von Kirill Sieriebriennikow in das offizielle Programm. Die Organisatoren reagierten sofort und verweigerten den russischen Journalisten die Akkreditierung. Das hielt eine nackte Frau nicht davon ab, bei der Premiere von George Millers "Dreitausend Jahre Sehnsucht" aus Protest gegen den Krieg plötzlich auf dem roten Teppich zu erscheinen und die Worte "Stop raping us" auf ihren Körper zu schreiben.

Polen in Cannes

Polen war dieses Jahr in Cannes gut vertreten. Jerzy Skolimowskis Film "EO", der den Preis der Jury gewann, war der erfolgreichste. Der 1938 in Lodz geborene Jerzy Skolimowski ist Regisseur von solchen Filmen wie "Hände hoch", "Vier Nächte mit Anna" und "Essential Killing" sowie Drehbuchautor von "Innocent Sorcerers" von Andrzej Wajda und "Knife in the Water" von Roman Polanski.  Er gewann zahlreiche Preise, darunter den Goldenen Bären für "Start" auf der Berlinale 1967. Seitdem lebt und arbeitet er im Exil - in Italien und Großbritannien.

"EO" ist eine polnisch-italienische Produktion und bezieht sich auf den französischen Kinoklassiker "Für das Schicksal des Glücks, Balthasar!" von Robert Bresson. Der Protagonist ist ein Esel in einem Zirkus, der von einer jungen Artistin namens Kasandra, gespielt von Sandra Drzymalska, betreut wird. Leider trennt das Schicksal die beiden treuen Freunde, und der Esel beginnt sein neues Leben mit wechselnden Besitzern. Bei der Entgegennahme des Preises bedankte sich Jerzy Skolimowski bei seinen Eseln, die in dem Film mitspielen, und betonte, dass "EO" ein Appell ist, Tiere mit Respekt zu behandeln".

Letztes Jahr wurde bei den Filmfestspielen in Cannes ein Dokumentarfilm mit einem ähnlichen Thema uraufgeführt: "Cow", Regie von Andrea Arnold. Die Kameraführung für diesen Film war aus kinematografischer Sicht sehr schwierig und wurde von Magda Kowalczyk, einer jungen Polin, die in London lebt, übernommen. Ihr ist es zu verdanken, dass wir eineinhalb Stunden lang Auge in Auge mit der Milchkuh Luma stehen können. Bei den diesjährigen Millennium Docs Against Gravity in Warschau erhielt Magda Kowalczyk den Preis in der Kategorie Beste Kamera für den Film "Cow" und wurde zu den "aufsteigenden Sternen der polnischen Schule der Kammeramänner" gezählt, die seit vielen Jahren weltberühmt ist.

Joanna Kulig, die Protagonistin von Paweł Pawlikowskis "Cold War", wurde in die Jury der Sektion "Un Certain Regard" für Filme eingeladen. Nach der Premiere wurde Agnieszka Smoczyńskas englischsprachiges Debüt "Silent Twins", das in dieser Sektion gezeigt wurde, mit langem Beifall bedacht. Diese polnisch-amerikanisch-britische Koproduktion ist inspiriert von der Geschichte von Zwillingen, die aufgrund von Diskriminierung begannen, nur noch in einer Sprache miteinander zu kommunizieren, die sie verstehen.

Der Film "Infinite Storm" von Małgorzata Szumowska und Michał Englert mit der weltberühmten Schauspielerin Naomi Watts in der Hauptrolle feierte während des Festivals von Cannes seine polnische Premiere. Der Film ist inspiriert von der wahren Geschichte von Pam Bales, die allein den höchsten Gipfel der Weißen Berge in Amerika - den Mount Washington - bestieg. Während dieses schwierigen Aufstiegs musste sie mit einem plötzlichen Wetterumschwung fertig werden und einem halb erfrorenen Mann helfen, den sie unerwartet traf. Małgorzata Szumowska hat eine Reihe von Filmen in Koproduktion mit Deutschland gedreht. 2018 gewann sie den Silbernen Bären auf der Berlinale für "Gesicht" und 2015 den Preis für die beste Regie für "Body". Ihre polnisch-britische Koproduktion in diesem Jahr wurde von der polnischen Kritik mit großem Unmut aufgenommen. Małgorzata Szumowska zitiert den bekannten ungarischen Regisseur Munruczó als Antwort auf solche Reaktionen in Polen: "Wenn sie dich in deinem Heimatland nicht mögen, bedeutet das, dass du gut bist“.

Es stellt sich heraus, dass man nicht nur für Filme über Esel oder Kühe einen Preis bekommen kann, sondern dass es in Cannes auch Preise gibt, die direkt für Tiere vergeben werden. Dieses Jahr ging ein Sonderpreis bei den 75. Filmfestspielen von Cannes an den Pionierhund Patron, der Pionieren bei der Minenräumung in der Ukraine hilft.

Filme über Tiere sollen in uns Empathie für unsere vierbeinigen Mitbewohner der Erde wecken. Meine Generation ist mit der rührenden Geschichte eines blinden Pferdes aufgewachsen, das Bergleuten bei ihrer Arbeit hilft - Łysek aus der Erzählung von Gustaw Morcinek. Unter den vierbeinigen Helden der polnischen Filme , träumte jedes Kind davon, Szarik - den treuen Freund aus "Den vier Panzersoldaten", zu besitzen, obwohl er ein reinrassiger deutscher Schäferhund war.

Agata Lewandowski

Die Sieger des 75. Filmfestivals von Cannes 2022

Goldene Palme: „Triangle of Sadness“ – (Ruben Östlund)

Großer Preis der Jury: ex-aequo „Stars at Noon“ (Claire Denis) und „Close“ (Lukas Dhont)

Preis der Jury: ex-aequo „EO“ (Jerzy Skolimowski) „The Eight Mountains“ (Charlotte Vandermeersch und Felix van Groeningen)

Jubiläumspreis des 75. Festivals: „Tori et Lokita“ (Jean-Pierre und Luc Dardenne)

Beste Regie: Park Chan-Wook („Decision to Leave“)

Beste Darstellerin: Zar Amir Ebrahimi in „Holy Spider“ von Ali Abbasi

Bester Darsteller: Song Kang-ho in „Broker“ von Hirokazu Kore-eda

Bestes Drehbuch: Tarik Saleh für „Boy from Heaven“

 

Motorradfahrer für das Große Orchester der Weihnachtshilfe (WOŚP) - die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Oberhausener Mitarbeitern des Großen Orchesters der Weihnachtshilfe und der Polnischen Bruderschaft der Auslandsmotorradfahrer besteht seit vielen Jahren. Jedes Jahr beteiligen sich die Mitglieder der Bruderschaft aktiv an den Auktionen und dem Finale.

In diesem Jahr wurde eine Motorradreise mit den "besten Motorrädern der Welt" für die vier Höchstbietenden versteigert. Die Auktion war sehr lebhaft, es gab viele Bieter, aber nicht alle waren so hartnäckig wie Anita, Agusia, Dorotka und Karolina, die zusammen mehr als 1000 Euro für das 30.

Die versprochene Reise wurde wahr, und am 14. Mai fuhr ein Konvoi von 12 großen Maschinen vom Restaurant "Gdańsk", dem Sitz der Stiftung, los. Das Ziel der Reise war die Stadt Haltern am See. Für die Mädchen, die daran teilnahmen, war es eine unglaubliche Erfahrung. Agusia, zwei Wochen nach einer großen Operation, hatte bis zum letzten Moment ein Dilemma.

Dorotka hat die meisten Fahrten mit ... 200 km/h erlebt. Für Karolina war es eine Prüfung ihres Lebens, denn sie musste ihr Trauma nach einem Motorradunfall einige Jahre zuvor überwinden.

Am Abend wurden sie alle wohlbehalten und vor allem voller Eindrücke nach Danzig zurückgebracht, begleitet von Hupen und Motorenlärm.

Leonard Paszek

 

 

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