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Am 19.04. 2013 öffnet das Creative Carree im Frankfurter Westend offiziell seine Büros mit einem spannenden Rahmenprogram. Iniziert und gegründet von Ewa Nowik, stellt das Creative Carree mit ca. 500 qm eine Ateliergemeinschaft kreativer Köpfe Frankfurts dar. Insgesamt neun Ateliers, darunter Grafikdesigner, Fotografen, Künstler, Filmproduzenten und sogar eine Buchwerkstatt, haben sich im Westend- Carree im Erdgeschoss zusammengeschlossen, um zukünftig an einem Ort der Inspiration ihre Dienste anzubieten und von gemeinsamen Synergien zu profitieren.


Herzstück des Creative Carrees ist ein 150 qm großer Ausstellungsraum der speziell Nachwuchskünstlern, Kuratoren und Designern zur Verfügung stehen soll, um ihre Projekte zu realisieren. Dabei können Künstler und Kulturschaffende ihre Ausstellungen selbst kuratieren und unabhängig arbeiten. Zukünftig soll im Westend-Carree ein Ort für einen kreativen Austausch etabliert werden, der nicht nur für Ausstellungen, sondern auch für Workshops und anderweitige kulturelle Programme zur Verfügung steht.

Kontakt: Creative Carree

Im Trutz Frankfurt 55

60322 Frankfurt am Main

www.creative-carree.de

NEXT bei bestregarts: Vernissage Slava Seidel - "BisterLichter" am 7. Mai 2013 um 19:00 Uhr

BestregARTs lädt Sie herzlich zu der Vernissage "BisterLichter" der russischen Malerin Slava Seidel am Dienstag, den 7. Mai 2013 um 19:00 Uhr in unsere Galerie im 14th floor ein.

Sonnige Grüße aus der 14. Etage!

Ewa Nowik/Galerie bestregarts

Mainzer Landstr. 46
60325 Frankfurt
069-48 44 34 63
Di.-Fr. 11.00-19.00                                                                                                                
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www.bestregarts.com
New::Imagevideo:
http://vimeo.com/46087294

 

Majowa trasa Agnieszki Hekiert E-Jazz Quartet "Stories"

4.05 - JazzzClub Unterfahrt / Monachium  21:00

27.05 - PuppenKiste / Ausgburg  20:30

28.05 - Beyerischer Hof / Monachium

31.05 – KulturkreisKneipe / Haimhausen

 

Agnieszka Hekiert to wokalistka jazzowa, czynnie działająca na scenie europejskiej. W Polsce jest jednym z najlepszych Vocal Coach,ów (trenerem śpiewu) pracujących z młodymi, zdolnymi wokalistami w programach Mam Talent, X-Factor , Fabryka Gwiazd (2008), My Camp Rock II (2010). We wrześniu 2012 ukazała się nowa płyta Agnieszki „Stories” nakładem Universal Music Polska.

"Stories" została uznana za  jedną z płyt roku 2012. Również Cezary Konrad za najlepszego bębniarza roku 2012 (w/g Jazz Forum).

Płyta "Stories" łączy energetyczne bałkańskie elementy (pianista K.Kostov) oraz słowiańską duszę wokalistki!

 

Szczegóły na stronie www.hekiert.com

 

Am 19. April 1943 erhoben sich die im Warschauer Ghetto gefangenen Juden gegen ihre Deportation in Vernichtungslager während der deutschen Besetzung Polens. Dieser mehrere Wochen dauerende Kampf überraschte die Welt durch sein Heldentum. Die völlig unzureichend bewaffneten Aufständischen kämpften erbittert bis zur Niederschlagung des Aufstands am 16. Mai 1943.  Die Verluste beider Seiten sind schwer abzuschätzen; vermutlich sind 75 % der Ghettokämpfer gefallen oder wurden ermordet. Insgesamt forderten die Kämpfe 12.000 Opfer. Weitere 30.000 Menschen wurden nach den Kämpfen erschossen, 7000 in Vernichtungslager transportiert. Auch nach dem offiziellen Ende des Kampfes am 16. Mai versteckten sich einige Kämpfer tagelang, um dann gezielt kleine deutsche Patrouillen anzugreifen. Einige Überlebende schlossen sich den Partisanen an.

Der Aufstand wurde verschiedentlich künstlerisch bearbeitet. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Arnold Schönbergs musikalische Auseinandersetzung mit der Judenvernichtung im Ghetto und ihrem Widerstand dagegen:“ Ein Überlebender aus Warschau“ sowie Filme wie“ Korczak“ oder „Der Pianist“ und zahlreiche Erzählungen und Romane.

In Deutschland wird in zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die damaligen Ereignisse erinnert.  An das Martyrium des jüdischen Volkes erinnern u. a. die für die Opfer des Nationalsozialismus von dem Kölner Künstler Günter Demnig in 500 Städten Deutschlands sowie in Polen (u. a. in Wrocław – vor dem Haus von Edith Stein -  und in Słubice) verlegten Stolpersteine. 

In Warszawa werden am 19. April die Bewohner an den Aufstand erinnern, indem sie gelbe Jonquillen an ihrer Kleidung tragen. Diese Blumen erhielt jahrelang anonym  der Teilnehmer des Aufstands - Dr. Marek Edelman.  Es wird auch zahlreiche Gedenkveranstaltungen geben.

Man darf diesen Mord und das Heldentum der Juden in ihrem Kampf um einen würdevollen Tod nicht vergessen.

 

                                                                                                        Sława Ratajczak              

 

In Berlin wurde am 13. April in der Galerie von Stefan Fiszbach Na Kole eine interessante Ausstellung eröffnet. Die Ausstellung von Katarzyna Betlińska „Handlungsort: Warszawa” zeigt unsere Hauptstadt  aus der Perspektive der  dort lebenden Schriftsteller. 28 Schriftsteller beantworteten die Frage:  „Warum schreibe ich über Warszawa?“  Die einzelnen Äußerungen werden durch die grafischen Werke der Künstlerin ergänzt. Die Autorin des Projekts sagt: „Warszawa so interessant und vielfältig, dass die Betrachtungsweisen sehr unterschiedlich ausfallen.

 

Die Helden dieses Zyklus erzählen in ihren finsteren oder auch humorvollen Geschichten von den vergangenen Zeiten in dieser Stadt, sie bringen uns ihre Gegenwart näher – oder auch -  lassen der Fantasie freien Lauf, um sich in die Zukunft zu begeben bzw.- …. in Welten, die parallel zu unserer Wirklichkeit existieren.

 

Sie beobachten stets genau,  artikulieren ihre Gedanken, um dann auf dem Papier wichtige, nicht alltägliche, zum Nachdenken verleitende Gedanken zu hinterlassen. Einige der im Mittelpunkt des Zyklus stehenden Personen  waren übrigens bei der Ausstellung anwesend, beispielsweise die Autorin von Jugendliteratur – Malłgorzata Karolina Piekarska und Hanna Faryna-Paszkiewicz – Autorin von Büchern über Saska Kępa.

 

Das Projekt: „Handlungsort: Warszawa“  fand großes Interesse bei der Polonia in Berlin. Anwesend waren außerdem: der Konsul  der Polnischen Botschaft für die Belange von Polonia Marek Budek, Leiter der Polnischen Schule bei der Botschaft Dr. Janusz Kawalko, der Leiter des Büros der Polonia Aleksander Zajac, die Vorsitzende des Polnischen Schulvereins „Oswiata” Barbara Rejak sowie die Lehrer des Vereins.


 


Krystyna Koziewicz

 prof. dr Udo Sträter, Małgorzata Ławrowska, prof. dr Klaus Dicke -Fot.: Jan-Peter Kasper/FSU Jena

 

An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena entsteht das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien. Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit fördert die Einrichtung des Forschungszentrums mit jährlich 150.000 Euro für zunächst drei Jahre. Eine Verlängerung der Förderung um weitere zwei Jahre ist anschließend möglich. Heute (25. März) haben die Rektoren der Univer­sitäten Halle-Wittenberg und Jena, Prof. Dr. Udo Sträter und Prof. Dr. Klaus Dicke, sowie Małgorzata Ławrowska, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, den Fördervertrag unter­zeichnet.

 

„Mit diesem bahnbrechenden Fördervorhaben, welches von Polen und Deutschen gemeinsam initiiert wurde, können wir die neue Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen in Europa auch für die künftigen Generationen institutionalisieren“, betonte Małgorzata Ławrowska, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

 

Das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, das die wissenschaftliche Beschäftigung in Deutschland mit unserem östlichen Nach­barn Polen wesent­lich bereichern wird, ist an der Universität Halle-Wittenberg angesiedelt. Der Fördervertrag sieht vor, sowohl in Halle als auch in Jena jeweils eine Pro­fessur einzurichten. Zudem wird es – deutschlandweit einmalig – einen gemein­samen Masterstudiengang „Inter­disziplinäre Polenstudien“ geben. Über zu­sätz­liche Drittmittel sollen gemeinsame Forschungsprojekte und Ar­beitsgrup­pen ins­besondere für Nachwuchswissen­schaftler etabliert werden. Neben der Stif­tung für deutsch-polnische Zusam­men­arbeit fördern der Deut­sche Akademi­sche Austauschdienst und die Deutsch-Polnische Wissenschafts­stiftung das Vor­haben. Geplant ist, dass das Zentrum für Polenstudien den Forschungs- und Lehr­betrieb zum Wintersemester 2013/2014 aufnimmt.

 

„Von dem neuen Zentrum erhoffen wir uns einen großen Gewinn für die polen­bezogene Forschung und Lehre an der Martin-Luther-Universität. Es ist eine große Freude, dass es mit dem seit heute vorliegenden Fördervertrag nun bald arbeitsfähig werden kann. Mit fünf polnischen Hochschulen pflegt die Univer­sität Halle-Wittenberg bereits langjährige Partnerschaften, die damit wichtige weitere Anknüpfungspunkte finden können“, erklärt Prof. Dr. Udo Sträter. „Außerdem trägt mit diesem Projekt auch die gute Kooperation der Universitäten Halle und Jena erneut Früchte.“

 

„Mit dem neuen Zentrum für Polenstudien und der Einrichtung der Professur für Slawistische Sprachwissenschaft verstärkt die Friedrich-Schiller-Universität ihre Ausrichtung nach Osteuropa“, sagt Prof. Dicke nach der Vertragsunter­zeich­nung an der Universität Jena. Der Rektor verweist auf die intensiven und tra­ditionsreichen Forschungsbeziehungen der Jenaer Universität zu unseren östlichen Nachbarn, die bis in den Kau­kasus und zum Balkan reichen. Vor allem für das exzel­lente Imre-Kertész-Kolleg mit seinem Schwerpunkt zur Geschichte Osteuropas im 20. Jahrhundert werde das neue Zentrum für Polenstudien ein wichtiger Kooperationspartner sein.

 

Benannt ist das neue Zentrum für Polenstudien nach dem renommierten polnischen Historiker und Slawisten Aleksander Brückner (1856-1939). Er leistete zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zur Aner­kennung der Slawistik als eigenständigen Forschungszweig.

 

Kontakt: Katrin Rehschuh
Stabstelle des Rektors der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Universitätsplatz 10, 06108 Halle
Tel.: 0345 / 5521002
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Dr. Renate Adam
Rektoramt der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931000
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Karoline Gil
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Büro Berlin
Tel.: 030 / 240478511
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Foto: Jan-Peter Kasper/FSU Jena

 

mehr: http://fwpn.org.pl/aktualnosci/powstaje-centrum-studiow-polonoznawczych-im-aleksandra-brucknera-SvE3JH

 

»Immer bei der Arbeit! Das sind wir − Polen« betitelte eine große polnische Tageszeitung eine Wochenendausgabe Ende 2011.  Grund: Millionen von Polen haben neben ihrem eigentlichen Job noch eine Nebenbeschäftigung, einen Werkvertrag oder sie arbeiten auf eigene Rechnung.

 

Die Optimisten sehen in dieser Entwicklung eine Bekräftigung der These vom enormen Fleiß der Polen und ihrer motivierenden Aufsteigermentalität.

 

Dagegen stellt nach der Lesart der Pessimisten die Armee von billigen Arbeitskräften den entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar, der dem Land im Zuge der Globalisierung zwar einen immer größer werdenden Kuchen (sprich: BIP) beschert, aber gleichzeitig einen schwachen und unsicheren Platz in der Wertschöpfungskette zuweist.

 

Das Jahrbuch Polen 2013 Arbeitswelt des Deutschen Polen-Instituts richtet seinen Blick auf den polnischen Arbeitsmarkt und stellt differenzierte Ansichten rund um das Thema Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherungssysteme vor. Polen gilt in Deutschland seit Jahren geradezu als ein Paradebeispiel für gelungene Transformation, beide Volkswirtschaften sind auf vielfältige Weise miteinander verflochten und voneinander abhängig. Gerade deswegen sollte diese Publikation für den deutschsprachigen Leser von großem Interesse sein. So beschreibt z.B. Maciej Duszczyk in seinem Beitrag die Entwicklung des polnischen Arbeitsmarkts und macht auf das größte Dilemma nach der Wende 1989−1990 aufmerksam, als Millionen unproduktiver Arbeitsplätze in den staatlichen Unternehmen verschwanden und durch produktivere in der privaten Wirtschaft ersetzt werden sollten. Vera Trappmann nimmt am Beispiel von Beschäftigten im Gesundheits- und Hochschulwesen die viel gelobte „Flexibilität“ der Polen kritisch unter die Lupe. Und während Edwin Bendyk die Kurzsichtigkeit der Wirtschaftsbosse, die beim Thema „Konkurrenzfähigkeit“ offensichtlich nur noch den Faktor „billige Arbeit“ in die Waagschale werfen, kritisiert, weist Adam Leszczyński auf die prekäre soziale Situation der polnischen Jugend hin. Wie es dazu kam, dass die mächtige Gewerkschaftsbewegung der 1980er Jahre („Solidarność“) heute fast keine Rolle mehr spielt, beschreibt in seinem Beitrag Krzysztof Getka.

 

Im Literaturteil des Jahrbuchs gibt es überwiegend Texte zu lesen, die die neue Wirtschafts- und Arbeitsrealität widerspiegeln. Der Leser findet dort Prosa von Marta Dzido über vergebliche Arbeitssuche, Dawid Bieńkowskis Gedanken eines „polnischen Yuppies“, Grzegorz Kopaczewskis Bild einer „postindustriellen“ Stadt und Renata Radłowskas einfühlsame Lebensentwürfe der Erbauer der sozialistischen Stadt „Nowa Huta“.

Jahrbuch Polen 2013 Arbeitswelt

Herausgegeben vom Deutschen Polen-Institut Darmstadt, Wiesbaden 2013, 190 S.,

Preis: 11,80 € (Abo 9 €) ISBN 978-3-447-069014

 

www.deutsches-polen-institut.de
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 Freitag, 12. April 2013, Einlass 19.00 Uhr / Beginn 20.00 Uhr


Ein literarisch-musikalischer Abendmit ADAM GUSOWSKI und PIOTR MORDEL und über JULIAN TUWIM (1894 - 1953)

Begrüßung: Konsul Jakub Wawrzyniak, Generalkonsulat der Republik Polen in Köln
und Dr. Winfried Gellner, Kulturamt der Stadt Köln

Lesung in Deutsch: Bernt Hahn Moderation: Artur Becker und Manfred Mack - Musikalische Umrahmung: Arkadiusz Błeszyński (Gitarre) und Krzysztof Kozielski (Bass)
(Veranstaltung in deutscher und polnischer Sprache)     

Eintritt frei

Weitere Veranstaltungsorte:
13.04., 20.00 Uhr - Theater der Gezeiten, Antoniusstr. 8, 44793 Bochum
14.04., 18.00 Uhr - Alte Druckerei, Bebelstrasse 18, 44623 Herne
15.04., 19.30 Uhr  - Stadtbücherei Düren, Stefan-Schwer-Str. 6, 52349 Düren


AUTOREN

Adam Gusowski und Piotr Mordel sind Autoren, Filmemacher und Schauspieler.
Seit 2001 betreiben sie in Berlin den "Club der polnischen Versager", in dem deutsch-polnische Kulturveranstaltungen stattfinden. Mit ihrer "Leutnant-Show" stehen sie bundesweit auf der Bühne und kommentieren ebenso bissig wie selbstironisch das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen. Darüber hinaus haben sie eine eigene Kolumne in der TV-Sendung "Kowalski trifft Schmidt" (rbb) und machen seit über 10 Jahren das Satiremagazin "Gaulojzes Golana" im Radioprogramm des WDR.

  Julian Tuwim (1894-1953)

Im zweiten Teil der Veranstaltung wird ein polnischer Klassiker geehrt: 2013 ist das Jahr des 60-sten Todestages des wohl populärsten Dichters der Zwischenkriegszeit Julian Tuwim (1894-1953). Er war Mitbegründer der expressionistischen Dichtergruppe „Skamander“, Mitarbeiter bedeutender satirischer Zeitschriften, Mitbegründer literarischer Kabaretts, Autor von bis heute in Polen populären Kindergedichten und Chansons sowie genialer Übersetzer aus dem Französischen, Russischen und Deutschen. Seine nach 1945 entstanden Werke „Polnische Blumen“ und „Politische Jamben“ zählen zu den wichtigsten Werken der Nachkriegszeit. In seiner Heimatstadt Lodz, mit der er emotional sehr verbunden war, sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, u. a.: eine Multimediaausstellung „Der Opernball“ (eine scharfe Kritik an den damaligen Eliten, die seinerzeit von der Zensur verboten wurde), ein Konzert seiner gesungenen Poesie sowie eine Feier aus dem Anlass seines Geburtstages. Weltweit wird in diesem Jahr an diesen außergewöhnlichen polnisch-jüdischen Dichter erinnert. Auch die Gäste der „Langen Nacht der polnischen Literatur“ haben bei den Veranstaltungen im April die Möglichkeit, das vielgestaltige und durchaus aktuelle Werk dieses großen Schriftstellers kennenzulernen.

 

 

MODERATOREN

 

Artur Becker geb. 1968 in Bartoszyce (Bartenstein) Polen.  1985 kam er als Spätaussiedler nach Westdeutschland, seit 1997 schreibt er auf Deutsch. Gedichte, Erzählungen, Romane. Zu seinen bekanntesten Prosawerken gehören Kino Muza und Wodka und Messer – Lied vom Ertrinken. Im Frühjahr 2010 ist beim Weissbooks Verlag sein neuer Roman Der Lippenstift meiner Mutter erschienen. Für sein literarisches Werk wurde er 2009 mit dem Adalbert-Chamisso-Preis ausgezeichnet. In der Laudatio wird hervorgehoben, dass Beckers literarische Sprache „voll barocker Opulenz und Farbigkeit“ sei. Artur Becker selbst sieht sich als polnischen Autor, der auf Deutsch schreibt, als Europäer, immer wieder konfrontiert mit der Frage nach seiner Identität. 

 

Manfred Mack geb. 1955. Historiker, Slavist, Studium in Tübingen und Krakau. Seit 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Literarische und wissenschaftliche Publikationsprojekte. Seit 1971 versucht er in verschiedenen Rollen seinen Landsleuten das Land Polen näherzubringen: als Dozent in der politischen Bildung, als wissenschaftlicher Mitarbeiter, als Autor, als Übersetzer und als Rezitator polnischer Literatur. Polnische Freunde meinen, er hätte sich durch die Beschäftigung mit Polen zunehmend polonisiert. Er aber meint, dass die besten deutschen und polnischen Eigenschaften die Basis der deutsch-polnischen Verständigung sein sollten.

 


Ein Gemeinschaftsprojekt von IGNIS e.V. Europäisches Kulturzentrum
und Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

Gefördert durch
das Kulturamt der Stadt Köln
die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages


 

IGNIS e.V. Europäisches Kulturzentrum
Elsa-Brändström-Str. 6, 50668 Köln
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U-Bahn Haltestelle: Reichenspergerplatz
Bus Linie 140


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Sonntag, 7. April 2013, Einlass 17.00 / Beginn 18.00 Uhr

 IGNIS e.V. Europäisches Kulturzentrum

SERGEJ PROKOFJEW. EINE MUSIKALISCHE LESUNG

 
Gelesen und auf der Gitarre gespielt von Lucian Plessner.

(Eintritt frei)

 Eine literarische Entdeckung: Der große Sergej Prokofjew komponierte nicht nur, sondern schrieb auch die Libretti zu seinen Opern meist selbst. Jetzt aber stellt sich heraus, dass er ganze Geschichten geschrieben hatte. Schräg, humorvoll und grotesk verulken die Figuren seiner Erzählungen die konventionelle Gesellschaft. Surrealismus und Absurdes führen Prokofjew die Feder: Ein amerikanischer Ölmagnat trifft in New York den Pharao, ein frommer Abbé verliebt sich in ein Fagott - Witz und skurrile Phantastik stehen neben tiefer Bedeutung.

Der Gitarrist Lucian Plessner entdeckte das bis dato unbekannte schriftstellerische Werk Prokofjews in Moskau, welches nun als Buch erschienen ist. Als Herausgeber präsentiert er diese Entdeckung in einer musikalischen Lesung, vorgetragen in Wort und Ton.
Die Erben des Komponisten autorisierten seine Bearbeitungen der Musik Sergej Prokofjews. "Plessners Spielweise ist intensiv und gekonnt, er interpretiert die Stücke mit großer Meisterschaft. ...der Gitarrist präsentiert klassische Gitarre agil und modern...

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Der öffentliche deutsche Fernsehsender ZDF produzierte und sendete einen Mehrteiler (3x90 Minuten) „Unsere Mütter, unsere Väter”. Dieses Weltkriegsdrama vermittelt  den Eindruck, auf Tatsachen zu beruhen und wurde zur besten Sendezeit (20.15, Wiederholungen in der Nacht) ausgestrahlt.  Der Film zeigt Polen mit weiß-roten Armbinden der Heimatarmee als verbitterte, Juden verachtende Antisemiten, die Heimatarmee selbst (die größte Untergrundarmee, die gegen die deutschen Besatzer kämpfte) als ein chaotisches Sammelsurium von zivilem Mob, das mit einem Heer nichts zu tun hat.

Der Film zeigt u. a.

-          gute und schlechte Deutschen

-          Russen, die gleichzeitig Vergewaltiger und Retter von Deutschen sind

-          einen rechtschaffenen deutschen Juden

-          böse, stumpfsinnige und antisemitische Polen

Es ist gut, dass der Ausstrahlung des Films ein offizieller Protest der Polnischen Botschaft in Berlin folgte (am 27.03.2013).  Das Schreiben richtete sich an das ZDF, das diesen die Polen diffamierenden Film für mehrere Millionen Euro produzierte. Bereits früher protestierte die polnische Botschaft in Berlin gegen die Bild-Zeitung, die in einem Artikel zum ZDF-Film geschrieben hatte, dass der in Europa weit verbreitete Antisemitismus das Morden der Juden durch die Nazis begünstigte.  Der Rang dieses Protests wird am besten dadurch deutlich, dass er in der Leserbriefrubrik veröffentlicht wurde… und es zu keiner Entschuldigung kam. Es kann allerdings auch bezweifelt werden, ob sich das ZDF bei den Polen entschuldigt, es sei denn der polnische Ministerpräsident selbst schlägt mit der Faust auf den Tisch. Dasselbe soll wenigstens  Professor Bartoszewski tun, der in dieser Angelegenheit nicht schweigen darf.

Bogdan Żurek

Monachium. 28.03.2013

 

Dieser Tag wird seit zehn Jahren am 19-ten März in verschiedenen Städten Pommerns gefeiert. Die Veranstaltung dient der Pflege der kaschubischen Kultur, der Betonung der Identität und der Fortsetzung der Tradition. Das Datum erinnert an die Bulle des Papstes Georg IX vom 19.03.1239, die die Kaschuben zum ersten Mal erwähnte und den Herzögen von Pommern den Titel „Dux Slavorum et Cassubia“ verlieh. Die von der „Kaszubsko Jednota“ (Kaschubische Einheit) veranstalteten Feierlichkeiten fangen traditionell mit dem Singen der kaschubischen Nationalhymne „Ziemia Rodno“ (Heimaterde) am Denkmal des kaschubischen Patrioten Antoni Abraham auf dem Platz der Kaschuben (Plac Kaszubski) in Gdynia an. Die Liste der prominenten Vertreter dieser Minderheit in Polen ist lang – zu den bekanntesten gehören: der Ministerpräsident Polens Donald Tusk, Janusz Reiter – Diplomat und langjähriger Botschafter Polens in Deutschland, Józef Wybicki, Autor der polnischen Nationalhymne, der ehemalige Marschall des Sejm – Maciej Płażyński, in Deutschland assoziiert man die Kaschuben mit Günter Grass und seiner „Blechtrommel“. Immer mehr Bewohner Pommerns lernen Kaschubisch – so werden z.B. in zahlreichen Schulen und Kindergärten ca. 16.000 Kinder und Jugendliche in dieser Sprache unterrichtet. Seit 2005 besteht die Möglichkeit, Kaschubisch als Abiturfach zu wählen. An der Universität in Gdańsk kann man diese Sprache und Kultur auf Lehramt studieren. Es werden auch Messen auf Kaschubisch abgehalten, sogar die Bibel wurde in diese Sprache übersetzt. Diese Minderheit zeichnet sich durch eine beneidenswerte, nachahmungswürdige Einheit aus. Auch die in der Welt – in den USA, in Kanada, in Hamburg, Kiel und Lübeck - verstreuten Kaschuben legen großen Wert auf das Bewahren ihrer nationalen Identität, Tradition und Sprache.

Die Debatte „Polen-Deutschland: Wege zu einer europäischen Partnerschaft”

Die Teilnehmer der im Marin-Gropius-Bau in Berlin stattfindenden Debatte stellten fest, dass „die polnisch-deutschen Beziehungen noch nie in der Vergangenheit nie so gut waren wie jetzt”. Zu den Teilnehmern gehörten der Vorsitzende der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten des Polnischen Sejm – Grzegorz Schetyna , der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages Ruprecht Polenz, der ehemalige Botschafter Polens in Deutschland  Janusz Reiter und der ehemalige Außenminister der DDR Markus Meckel. Die Diskussion führte Kai-Olaf Lange aus der Stifung Wissenschaft und Politik. An der Konferenz nahm auch Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper teil.  Sie betonte, dass eine Öffnung zwischen beiden Ländern stattgefunden hat, die in erster Linie der guten Zusammenarbeit von Donald Tusk mit Angela Merkel und den zuständigen Vorsitzenden und Chefs beider Außenministerien zu verdanken ist. Auch der neu berufene Botschafter Polens Dr. Jerzy Marganski war bei der Debatte im Martin-Gropius-Bau anwesend.

Beide Seiten sind mit der Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen zufrieden – die bisherige schwierige Nachbarschaft wurde durch Partnerschaft ersetzt, die entstehenden Probleme lassen sich  mit Routine lösen. Polen wird als ein modernes Land, mit großem Wirtschaftspotential wahrgenommen,  Witze über die „Polnische Wirtschaft“ sind verstummt. Diese zufriedenstellende Bestandaufnahme traf allerdings auf kein Verständnis bei den anwesenden Polonia-Vertretern. Auf der oberen Ebene sieht alles toll aus, unten ist – trotz eines für beide Länder günstigen Nachbarschaftsvertrags und der Bestimmungen des Runden Tisches – immer noch wenig angekommen. Die deutsche Polonia wird nach wie vor wie ein unbequemer Partner behandelt.

Für Länder der EU,  insbesondere für Deutschland, ist die Frage einer gemeinsamen Währung eine Kernfrage. Polen zögert diese Entscheidung hinaus, obwohl sie seit dem EU-Beitritt verpflichtet ist, der Eurozone beizutreten. Laut Grzegorz Szetyna werden  die Deutschen langsam ungeduldig, und Polen „steht auf einmal auf Scheideweg”. Seiner Meinung nach gäbe es zu viele Gefahren, die gegen die Einführung einer gemeinsamen europäischen Währung in Polen in Krisenzeiten sprechen. Ähnlich klang die rhetorische Frage von Janusz Reiter „Was resultiert daraus, dass unsere Beziehungen sich am besten in der Geschichte entwickeln?“ Für Polen wohl nicht besonders viel. Es gibt immer noch zahlreiche Möglichkeiten zur Kooperation und Partnerschaft, beispielsweise im Bezug auf die Sicherheit der Kraftwerke und die Globalisierung.

Das Fazit der Veranstaltung war insgesamt nicht optimistisch, den Deklarationen der Unterstützung und der Einheit der Ziele in deutsch-polnischen Beziehungen folgen immer noch zu wenige Taten. Das rote Licht, das während der Debatte leuchtete, soll Deutschland daran erinner, ihrer führende Rolle in der Europäischen Union gerecht zu werden.

Krystyna Koziewicz

Seit Jahren befindet sich der polnische IT-Markt im Aufwärtstrend. Dadurch hat er im deutsch-polnischen Handel eine wichtige Rolle erhalten. Der Branchenverband BITKOM beziffert das Wachstum des polnischen IT-Sektors 2012 auf 2,6 Prozent. Insbesondere polnische Computerspielhersteller feiern internationale Erfolge.

Polen hat sich seit dem EU-Beitritt vor neun Jahren zu einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands entwickelt. Das bilaterale Handelsvolumen beträgt knapp 80 Milliarden Euro. Ein Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der polnische Markt für IT und Telekommunikation. Er zeigt seit Jahren einen Aufwärtstrend. Nach Einschätzung des Branchenverbands BITKOM ist der polnische IKT-Markt im Jahr 2012 um 2,6 Prozent gewachsen und erreicht nun ein Volumen von rund 16 Milliarden Euro. Wachstumstreiber auch in den nächsten Jahren sind unter anderem Tablet-PCs, IT-Outsourcing sowie Festnetz und mobile Datendienste.

Die aufstrebende Rolle des Landes in der internationalen IKT-Branche wird dieses Jahr besonders gewürdigt: Polen ist Partnerland der CeBIT 2013. Aus diesem Anlass fand in Deutschland eine Reihe von Auftaktveranstaltungen statt, an denen auch die stellvertretenden polnischen Wirtschaftsminister teilgenommen haben.

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main war der Gastgeber des Treffens am 25. Februar 2013. Herr Dariusz Bogdan, Unterstaatssekretär im Ministerium für Wirtschaft der Republik Polen, berichtete über den Wandel, der sich in den vergangenen 20 Jahren in der polnischen Wirtschaft vollzogen hat. Dabei wies sie unter anderem auf die Tatsache hin, dass die Wirtschaft in Polen in dieser Zeit ununterbrochen gewachsen ist. Im Hinblick auf die IT-Branche hob sie die Erfolge der polnischen Entwickler komplexer Computerspiele hervor. Ein Paradebeispiel ist hier The Witcher (Wiedźmin).

Michael Kern, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in Warschau, präsentierte unter anderem die Ergebnisse der Konjunkturumfrage, die 2012 unter den deutschen Investoren in Polen durchgeführt wurde. Demnach gaben 95 Prozent der Befragten an, sie würden erneut in Polen investieren.

Kooperationsmöglichkeiten für deutsche IT-Unternehmen in der IKT-Branche in Polen zeigte der Leiter der IT-Abteilung im polnischen Wirtschaftsministerium Sebastian Christow auf. Das Bild wurde abgerundet mit den Erfahrungsberichten von Vertretern der Firmen E-Plus, more7 GmbH, Metalcoop GmbH und Opitz Consulting aus der IKT-Branche.

Die Präsentation der polnischen IT-Branche und des Partnerlandes der CEBIT 2013 fand auch am 26. Februar 2013 im Business Club auf dem Gelände des Signal Iduna Parks in Dortmund statt.

Herr Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen begrüßte die Gäste und betonte die bislang gute deutsch-polnische Zusammenarbeit der IKT-Branche.

Frau Grażyna Henclewska, Unterstaatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft der Republik Polen, stellte die Entwicklung der polnischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren dar und hob die Erfolge der polnischen IKT-Branche hervor. Unternehmen aus dieser Branche wie Asseco und Comarch gehören zu den bedeutenden polnischen Investoren in Deutschland. Frau Henclewska erläuterte: „Es freut uns sehr, dass Deutschland, unser wichtigster Handelspartner, das Potenzial der polnischen IKT-Branche erkannt und Polen als Partnerland für die CeBIT 2013, die weltgrößte IT-Messe, ausgewählt hat. Wir werden die Chance nutzen und uns in Hannover als ein Land der modernen Technologien präsentieren. Die Tatsache, dass Polen Partnerland der CeBIT 2013 ist, betont den besonderen Charakter der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen."

Der Vertreter der Deutschen Messe AG, Reinhold Umminger, stellte bei beiden Veranstaltungen die CeBIT mit ihren vier Bereichen - Angebot an professionelle Kunden, Verwaltung und E-Government, Lab: Ideenschmiede mit Forschungseinrichtungen und Life: digitaler Lifestyle - vor. Er umriss auch die Megatrends der Branche Cloud Computing, Mobility, Social Business, Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Big Data + Analytics.

 Sebastian Christow, Leiter der IT-Abteilung im polnischen Wirtschaftsministerium, präsentierte die Kooperationsmöglichkeiten für deutsche IT-Unternehmen in der IKT-Branche in Polen. Praxiserfahrungen von Vertretern der Firmen audalis Kohler Punge & Partner, Transition Technologies aus Warschau und Asseco Germany rundeten das Bild ab.


Mehr: http://www.kolonia.trade.gov.pl/de/aktualnosci/list/pix,1

Der polnische Künstler Paweł Althamer wurde am 24.02.2012 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit dem diesjährigen Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet. Die deutsche Polonia ist stolz auf diesen Beweis der Wertschätzung der inzwischen weltweit immer mehr anerkannten polnischen modernen Kunst. Paweł Althamer – Absolvent der Bildhauerei an der Akademie der Künste in Warszawa ist ein mutiger, kreativer Bildhauer, Visionär,  Video- und Installationskünstler. Im Mittelpunkt steht für ihn der Mensch – sein Platz und seine Psyche angesichts der Herausforderungen der modernen Welt. Einsamkeit, Schwäche, Zweifel,  das Gefühl der Verlorenheit sind nicht die einzigen Probleme unserer Zeit und unserer – trotz vieler Erleichterungen -  besonders schwierigen und unfreundlichen   Realität. Die Suche nach Ideen, Quellen neuer Faszinationen, das Staunen und die Provokation gehören zu seinen Zielen und Absichten. Seine Kunst zeigt uns Komplexe und Illusionen, Stillstand und überflüssigen Pathos, gleichzeitig werden wir aufgefordert, uns selbst, unsere Handlungsweisen, Stimmungen und Sehnsüchte besser kennenzulernen. Die Kuratoren des renommierten Alfred-Toepfer-Preises stellten fest, dass Althamer unsere Aufmerksamkeit auf Selbstverständlichkeiten oder auf Verdrängtes richtet und dadurch Ästhetik mit gesellschaftlicher Empfindlichkeit verbindet. Sie sahen seine Werke in der Deutschen Guggenheim Galerie in Berlin 2011 sowie in weiteren Städten Europas: London, Maastricht, Brüssel, Kassel und Warszawa und bewunderten die große Skala von Beobachtungen, Reflexionen, Metaphern und Konzepten.  Die 1931 gegründete Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Hamburg verleiht seit 2007 den Europäischen Kulturpreis KAIROS an europäische Künstler und Wissenschaftler für ihren Beitrag in der Entwicklung der europäischen Kultur.  Der nach Zeus‘ jüngstem Sohn Kairos, dem Gott des rechten Augenblicks, benannte Preis ist die Fortsetzung des früheren Herder-Preises, welcher zwischen 1963 und 2006 in Wien u.a.  an Zbigniew Herbert, Wisława Szymborska, Jan Józef Szczepański, Andrzej Szczypiorski, Roman Brandstaetter, Hanna Krall, Jan Kott, Michał Głowiński, Roman Ingarden, Witold Lutosławski, Krzysztof Penderecki, Krzysztof Meyer, Bronisław Geremek, Władysław Bartoszewski, Dorota Simonides, Lech Kalinowski, Wiktor Zinn, Stanisław Mossakowski, Lech Trzeciakowski und Włodzimierz Borodziej verliehen wurde. Der Gründer der Stiftung Alfred Toepfer (1894-1993)  war Bankier, Industrieller und Kaufmann, der ein Vermögen mit weltweitem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Getreide und Mineraldünger verdiente. Der Verkauf seiner Produkte floriert übrigens in Polen immer noch.  Wegen seiner Rolle im Dritten Reich wurde er öffentlich an den Pranger gestellt und gedemütigt, es gelang ihm dennoch, sich von den Vorwürfen freizusprechen.   Der diesjährige Preis für Paweł Alhamer wird bestimmt die Aufmerksamkeit der Deutschen auf die polnische Kunst richten. Der Galaabend im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg wurde musikalisch von der Gruppe Motion Trio – drei ausgezeichneten Akkordeonisten unter der Leitung von Janusz Wojtarowicz - begleitet.

Slawa Ratajczak

Die Eheleute Maria und Czesław Gołębiewski emigrierten nach Deutschland aus Pommern. Beide wurden in den 50-er Jahren geboren - er in Bydgoszcz, sie in der Umgebung von Tuchola, und lernten sich in einem Studentenwohnheim in Gdańsk kennen. Nach ihrer Umsiedlung nach Oberhausen  eröffneten sie dort 1992 zuerst einen Laden, um drei Monate später mit der Renovierung eines Restaurants im Herzen von Oberhausen anzufangen. Das legendäre „Gdańska“-Restaurant wurde am 01.04.2000 in Betrieb genommen. Schrittweise entwickelte es sich zu einem deutsch-polnischen Kulturzentrum. Dort finden Konzerte polnischer und deutscher Musiker, literarische Lesungen und Theateraufführungen statt, gelegentlich wird auch eine Zeitung herausgegeben.  In „Gdańska“ traten u. a.  Grażyna Łobaszewska, Zbigniew Namysłowski, Jan Ptaszyn Wróblewski, Jarosław Śmietana, Janusz Muniak, „Skaldowie”, Tadeusz Drozda, Jan Pietrzak, Paweł Orkisz, das Kabarett „Rak” und  „Masztalscy   auf,  zu den Highlights gehörte der Auftritt des weltberühmten Violinisten Nigel Kennedy. Der Kreativität der Eheleute Maria und Czesław Gołębiewski verdanken wir die Entstehung eines Chors und des Projekts „Theater G Hoch Drei“. Das inzwischen sowohl in Deutschland wie auch in Polen bekannt gewordene „Gdańska“ hat sich zweifelsohne zu einer wichtigen Bühne der deutsch-polnischen Kulturereignisse entwickelt. Am 21 Januar 2008 verlieh der Generalkonsul der Republik Polen in Deutschland – Andrzej Kaczorowski im Auftrag des polnischen Staatspräsidenten den Eheleuten Gołębiewski in ihrem Restaurant das Goldene Verdienstkreuz für die Verbreitung und Pflege polnischer Kultur im Ausland. Zu ihren weiteren Preisen und Auszeichnungen gehören u. a.: Kwiatkowski-Preis für den Unternehmergeist und Tätigkeit im Ausland, die Goldenen Ehrennadel der Stadt Oberhausen 2011sowie der Rheinlandtaler-Preis.

Basil Kerski ist ein aus einer polnisch-irakischen Familie stammender deutsch-polnischer Journalist, Politikwissenschaftler, Essayist und Kulturmanager, er wohnt in Berlin und Gdańsk. Seit 1998 ist Basil Kerski Chefredakteur des zweisprachigen deutsch-polnischen, von dem Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaft seit 1997 herausgegebenen, Magazins „DIALOG“.  Seit März 2011 leitet er das Europäische Zentrum der „Solidarność” in Gdańsk – eine aus Museum, Zentralarchiv und Bildungszentrum bestehende Einrichtung, die sich mit der Geschichte der antikommunistischen Widerstandsbewegung im Ostblock sowie der Entwicklung der Demokratie weltweit befasst. DIALOG wird von Anfang an als ein deutsch-polnisches Forum im Zentrum Europas und Beitrag zur gegenseitigen  Verständigung  wahrgenommen. Sowohl Deutschen wie auch Polen stellen dort ihre politischen und kulturellen Ansichten und Erfahrungen vor und tragen dazu bei, dass andersartige Standpunkte verstanden werden und gemeinsame Initiativen entstehen. Neben seiner Tätigkeit für den DIALOG war Kerski in den Jahren 1997 – 2010 ehrenamtlicher Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Er ist auch Redakteur der in Gdańsk seit 1983 erscheinenden Politikzeitschrift „Przegląd Polityczny“ sowie Autor und Herausgeber essayistischer, wissenschaftlicher und populär-wissenschaftlicher Bücher, die in Deutschland, Polen und in der Ukraine erschienen sind. Solche renommierten Zeitungen wie u. a. in: „New Eastern Europe”, „Die Welt”, "Neue Zürcher Zeitung", "Der Tagesspiegel", "Berliner Zeitung", "Süddeutsche Zeitung", "Gazeta Wyborcza", "Rzeczpospolita", "Tygodnik Powszechny" veröffentlichen seine Artikel, er tritt häufig als Kommentator im polnischen und deutschen Radio und Fernsehen auf. Kerski arbeitete als Politikexperte im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im deutsch-amerikanischen Aspen Institute Berlin, im Deutschen Bundestag.  Er war Dozent an der Freien Universität Berlin und Humboldt Universität und Gastdozent an solchen angesehenen Universitäten wie Georgetown University (Washington DC.), Columbia University (New York), die Sorbonne und die Universität in Neapel.

 

Professor Władysław Miodunka – ein hervorragender Polonist, Sprachwissenschaftler, Glottodidaktiker und Humanist.  Ein großer Verfechter des weltweiten Unterrichts der polnischen Sprache als Fremdsprache. Seit 1967 ist er beruflich mit der Jagiellonen-Universität in Kraków verbunden, wo er das erste in Polen (und weltweit) Forschungszentrum für Polnisch als Fremdsprache gründete. Das aus seiner Initiative entstandene Institut für angewandte Linguistik entwickelte sich rasant zu einer Autorität in Fragen der polnischen Sprache. Sein Lehrbuch für Sprachanfänger: „Cześć, jak sie masz?“ gehört – auch in Deutschland - seit Jahren zu den Standardwerken, 2011 erschien dessen brasilianische Version. Durch seine Bemühungen entstand 2005 an der Jagiellonen-Universität der weltweit einzige, bis heute von ihm geleitete,  Lehrstuhl für Polnisch als Fremdsprache. Professor Miodunka widmet sich darüber hinaus der im Rahmen von Magister-, Aufbau- oder Promotionsstudien stattfindenden Ausbildung zukünftiger Lehrer für Polnisch als Fremd- bzw.- Zweitsprache. An der Polnischen Universität im Ausland (London) leitet er Aufbaustudien für Lehrer der polnischen Sprache und Kultur, um sie auf die Arbeit unter den neuen Emigranten in Großbritannien vorzubereiten. Die gesamte berufliche Tätigkeit von Professor Miodunka ist dem Verbreiten der polnischen Sprache als Fremdsprache in der Welt gewidmet. Er kooperierte mit weiteren Zentren im Land und half zahlreichen Slavisten, Polonisten, Lektoren an ausländischen Universitäten sowie Zentren der Polonia. Professor Miodunka war Gastprofessor an vielen Universitäten, u. a. in Toulouse, Stanford, Detroit, Mainz, Moskau und Curitiba in Brasilien. Er führte Seminare und Workshops für Lehrer und Lektoren in verschiedenen Ländern der Welt. In der letzten Zeit widmet er seine Aufmerksamkeit der Polonistik in Korea, Japan und China. 1997 erhielt er das Diplom des Außenministers der Republik Polen für Verdienste um die Förderung der polnischen Kultur in der Welt.

Andrzej Wajda ist einer der bekanntesten polnischen Filmregisseure sowie Mitbegründer der sogenannten polnischen Filmschule. Er zeichnet sich durch Kreativität, Talent und Vielseitigkeit aus. Sein Œuvre umfasst psychologische, historische, politische Filme sowie Literaturverfilmungen. In den Jahren 1946-50 studierte er Malerei an der Akademie der Künste in Kraków und ging später zur Staatlichen Filmhochschule in  Łódź. Sein Abenteuer mit dem Film fing an der Seite von Aleksander Ford bei der Filmproduktion „Die Fünf aus der Barska-Straße“ an. Einen Durchbruch erreichte er mit  den der Abrechnung mit dem Zweiten Weltkrieg gewidmeten Filmen: „Der Kanal“ und „Asche und Diamant“. Zu seinen Literaturverfilmungen gehörten: „Legionäre“, „Das Birkenwäldchen“, „Die Hochzeit“, „Das gelobte Land“, „Die Mädchen von Wilko“, „Pan Tadeusz“, „Der Mann aus Marmor“ sowie dessen Fortsetzung – der 1981 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnete Film „Der Mann aus Eisen“. Zu den neueren Filmen von Andrzej Wajda gehören: „Der Kalmus“ und „Das Massaker von Katyń“. Dieses Werk wurde mit acht nationalen Filmpreisen Polens ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.   Andrzej Wajda ist auch als Theaterregisseur im Teatr Stary in Kraków und dem von ihm 1989-1990 geleiteten Teatr Powszechny in Warszawa tätig. Sein Lebenswerk wurde mehrfach gewürdigt: 1998 erhielt er den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, 2000 den Oscar. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören: der Goldene Ehrenbär der Berlinale 2006, Cesar – 1982, Kyoto-Preis – 1987 und 1990 Europäischer Filmpreis Felix.

 

Maria i Czesław Gołębiewscy -twórcy legendarnej "Gdańskiej" w Oberhausen

 

 

 


          

Auf dem Bild zweier links Marek Budek i.Mariusz Skórko, "Oświata" Barbara Rejak, Pol.Rath Ferdynand Domaradzki

Regelmäßige Treffen der Vertreter der Berliner Polonia und der Konsularabteilung der Republik Polen sind inzwischen zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders in Berlin geworden. Sie finden zweimal im Jahr statt. Der Veranstalter ist der Polnische Rat Landesverband Berlin.

Das erste Treffen im Jahr 2013 fand in Berlin-Lübars am 24.2. statt. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sehr viele Interessierte an dem Winternachmittag Zeit gefunden haben, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Im Saal kamen Polen zusammen, die in Berlin auf unterschiedliche Art und Weise am Polonia-Leben teilnehmen. Personen, die sowohl im Rahmen einer Organisation als auch als Künstler, Wissenschaftler, Lehrer, Unternehmer, Übersetzer und Vertreter diverser Berufe die Arbeit der gesamten Polonia unterstützen. Als Redner eingeladen wurden der Generalkonsul, Mariusz Skórko, der für Polonia- Angelegenheiten zuständige Konsul, Marek Budek und der Leiter der neu gegründeten Geschäftsstelle der Polonia-Organisationen, Alexander Zając.

Solche Veranstaltungen stellen immer eine außergewöhnlich wichtige Gelegenheit für die in Berlin lebenden Polen dar, sich über die neuesten Beschlüsse und Tendenzen im polnischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MSZ) zu informieren. Vor einem Jahr hat nämlich das Ministerium vom Senat RP die Aufgabe übernommen, die Arbeit der Polonia-Verbände in der ganzen Welt zu unterstützen und zu betreuen.

Zuerst ergriff das Wort Herr Mariusz Skórko. Er betonte mit Zufriedenheit die Tatsache, dass die Integrationstendenzen unter den in Berlin lebenden Polen immer sichtbarer werden. Als gut nannte er auch die Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen den in Berlin lebenden Polen und dem Konsulat der Republik Polen. Ferner sprach er über die aktuellen Regelungen bezüglich der Finanzierung kultureller und schulischer Projekte durch die polnische Regierung. Er erklärte die Zuständigkeiten und Regeln, die es zu beachten gibt. Schon seit zwei Jahren gibt es nämlich zwei getrennte Ausschüsse, die über die entsprechenden Finanzierungen entscheiden: eine im polnischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MSZ) und eine am Verband „Wspólnota Polska“. Unter den versammelten Gästen zeigten sich diesbezüglich einige Kontroversen, die z.B. die Finanzierung von Projekten kleinerer Organisationen betreffen. Für Unzufriedenheit sorgten auch ein großer Arbeitsaufwand bei Antragstellungen und knappe Termine.

Herr Skórko teilte weiter mit, dass die Berufung eines Konsultationsbeirats  (Rada Konsultacyjna) bei der polnischen Botschaft geplant wird. An den Arbeiten des Beirats sollen Polonia-Vertreter aus den Bereichen der Wirtschaft, der Kultur, der Wissenschaft und des Schulwesens mitwirken. Zu den Aufgabenbereichen des Beirats gehören sowohl die Zusammenarbeit zwischen der Polonia-Verbände und der polnischen Regierung  als auch Unterstützung und Entwicklung von Maßnahmen, die das Bild modernen Polens im Ausland pflegen und verbreiten. Der neue polnische Botschafter in Berlin, Herr Jerzy Margański wird den Beirat demnächst ins Leben rufen.

Als nächster Gast sprach Alexander Zając. Er berichtete über den aktuellen Stand der Beziehungen zwischen der deutschen Regierung und der Polonia und über den Verlauf der Arbeiten des Runden Tisches. Der Schwerpunkt der Arbeiten am Runden Tisch ist die Verwirklichung der Beschlüsse des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundliche Zusammenarbeit vom 17.6. 1991. Das Bundesministerium des Innern (BMI) kam den Erwartungen der polnischen Seite entgegen und bestimmte für die Unterstützung kultureller und schulischer Projekte die Summe von 300 000 Euro jährlich. Eine große Chance die BMI-Finanzierung zu bekommen haben die Organisationen, die ein Projekt in Zusammenarbeit mit einem deutschen Partner vorstellen. Da bis jetzt viele Anträge der polnischen Organisationen aus formellen Gründen abgelehnt wurden, plant der „Konvent Polnischen Organisationen“ in Deutschland die Veranstaltung einer Reihe von entsprechenden Fortbildungen zur Antragstellung zu organisieren.

In der anschließend stattgefundenen Diskussion wurden Themen angesprochen, die mit der  Berliner Polonia zusammenhängen und die Arbeit des Polnischen Rats betreffen. Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass der Internetauftritt des Polnischen Rats in Berlin verbessert werden soll, so dass auf den Seiten auch über andere polnischen Organisationen und Verbände informiert wird. Es fehlen im Moment Informationen und Links zu anderen Organisationen, wie z. B. Polnischer Schulverein „Oświata“, der in diesem Jahr ihr 25-Jubiläum feiert.

Es gab auch kritische Stimmen bezüglich des besonderen Status des Polnischen Rats in Berlin in Kontakten zu dem polnischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MSZ). Bei der Mitfinanzierung bevorzugt werden große Veranstaltungen zu Ungunsten der kleinen Vereine, die mit ihren nicht so umfangreichen Projekten auch eine gute Arbeit leisten. So wurden im letzten Jahr sehr viele große Projekte des Polnischen Rats vom Ministerium mitfinanziert, z. B. das Neujahrskonzert, der Frauentag, das Frühjahrsfest „Marzanna“, der Tag der Polonia, das Herbstfest „Latawce“ und das Weihnachtstreffen. Trotz der Kontroverse muss man aber feststellen, dass solche Veranstaltungen das positive Bild der Polonia in Berlin  mit sich nach außen tragen. Es ist das Bild einer gut organisierten polnischen Gemeinde, die über interessante Ideen verfügt, die für deutsche Mitbürger von Interesse sein können.

Auch wenn wir nicht immer der gleichen Meinung sind, nach außen halten wir zusammen, da es für uns und für Polen gut ist. Mit dieser Feststellung wurde die Diskussion beendet.

Bericht auf Polnisch: Krystyna Koziewicz und Ewa Maria Slaska

deutsche Fassung: Renata Szpigiel und Małgorzata Tuszyńska

 

Andrzej Wajda kommt nach Aachen. Anlässlich der Verleihung des Ehren-Polonicus 2013 wird er am Freitag, 26. April 2013, an der Vorführung "Das Massaker von Katyn" teilnehmen.

Sichern Sie sich schon jetzt Ihre Kinokarte.

 

Freitag, 26.04.2013, 20.15 Uhr

Eden Palast Aachen, Franzstraße 45, 52064 Aachen

 

"Das Massaker von Katyn"

Regie: Andrzej Wajda. Polen 2007.

 

Deutsche Fassung, 118 Min., FSK: ab 16 Jahren

 

 In Anwesenheit von Andrzej Wajda

 

In seinem Film "Das Massaker von Katyn" verbindet Andrzej Wajda ein historisches polnisches Trauma mit seiner eigenen Familiengeschichte.

Über vier Jahrzehnte wurde die Wahrheit über das Massaker von Katyn verschwiegen. Bei den von Stalin befohlenen Hinrichtungen ermordeten sowjetischer Geheimdienst und Rote Armee 1940 mehr als 24.000 polnische Offiziere, Polizisten und Intellektuelle. Die Opfer wurden in Massengräbern verscharrt. Anschließend lastete die russische Propaganda das Verbrechen den Deutschen an. Wajda, dessen Vater zu den Opfern zählt, inszeniert die Geschichte um dieses Verbrechen als Drama und vorrangig aus der Perspektive der Hinterbliebenen. Sie warten vergeblich auf Informationen über das Schicksal der vermissten Männer, Väter und Söhne.

Andrzej Wajda (Jahrgang 1926) gehört seit den 50er-Jahren mit Filmen wie „Der Kanal“ (1956/57), „Asche und Diamant“ (1958) oder „Korczak“ (1990) zu den bedeutendsten Regisseuren weltweit und wurde u.a. für „Der Mann aus Eisen“ 1981 in Cannes mit einer Goldene Palme ausgezeichnet. Am 27. April 2013 wird er im Aachener Rathaus mit der Polonicus-Auszeichnung für sein Lebenswerk geehrt.

 

Im Anschluss an den Film spricht der Filmkritiker Günter H. Jekubzik mit Andrzej Wajda.

 

Kartenvorverkauf:

Eden Palast Aachen, Franzstraße 45, Aachen

http://www.cineplex.de/kino/events/city1/event21973/

 

Eine Veranstaltung im Programm zur Karlspreisverleihung 2013.

 

Veranstalter:

Stadt Aachen, Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, Institut Polonicus, Generalkonsulat der Republik Polen in Köln, Polnisches Institut in Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Cinekarree Aachen.

 

Für Benedikt beginnt nun der Ruhestand. Um 20 Uhr wird als symbolisches Zeichen für das Ende seines Pontifikats das Portal der Residenz geschlossen. Die Schweizer Garde stellt dann ihren Dienst ein, für die Sicherheit des ehemaligen Kirchenoberhauptes ist die Gendarmerie des Vatikans zuständig.

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Eine internationale Ausstellung geleitet und koordiniert durch das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V. an der Universität Leipzig (DE), veranstaltet durch die Mittelböhmische Galerie in Kutná Hora (CZ), das Nationalmuseum Warschau und das Königliche Schloss in Warschau (PL) und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam (DE)          01.03.2013 - 16.06.2013

   Info-Flyer EuropaJagellonica

 Schirmherrschaft
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Außenministers der Tschechischen Republik Karel Schwarzenberg, des Außenministers der Republik Polen Radosław Sikorski und des Bundesministers des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland Guido Westerwelle.

Die internationale Ausstellung EUROPA JAGELLONICA ist ein tschechisch-polnisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt und die erste Schau über die europäische Dynastie der Jagiellonen in der für Europa so bedeutenden Epoche um 1500.

Die Leihgaben für die Ausstellung sind Schlüsselwerke der europäischen Kunstgeschichte und kommen aus den bedeutendsten Museen und Sammlungen Europas sowie aus Kirchen und Privatsammlungen. Einzigartige Werke aus Wien, Prag, Krakau, Budapest, Warschau, Bratislava, Oxford und London sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Eröffnung des (inzwischen zu klein gewordenen) Restaurants „Gdańska” in Oberhausen am 01.04.2000 war kein Aprilscherz. Das Restaurant ist dennoch viel mehr als ein Ort, wo die Köstlichkeiten der polnischen Küche angeboten werden. Diese polnische Oase ist zu einer Institution geworden, die Brücken zwischen der polnischen und der deutschen Kultur baut und wesentlich dazu beiträgt, Klischees und Vorurteile abzubauen.  Die erste Riege polnischer Künstler, u. a.  Grażyna Łobaszewska,  Zbigniew Namysłowski, Jan Ptaszyn Wróblewski, Jarosław Śmietana, Janusz Muniak, „Skaldowie”, Tadeusz Drozda, Jan Pietrzak, Paweł Orkisz, das Kabarett „Rak” und  „Masztalscy   ist dort aufgetreten,  zu den Highlights gehörte der Auftritt des weltberühmten Violinisten Nigel Kennedy. Dank der Initiative der Eheleute Gołębiewski konnten in „Gdańska” die Werke von Günter Grass und Jerzy Duda-Gracz gesehen werden. Seit Anfang an bietet das Restaurant sowohl den polnischen wie auch den deutschen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke dort auszustellen. Zu den zyklischen Veranstaltungen gehören: „Jazz Karussell“ donnerstags und „Gitarrissimo“ dienstags. Die Pforten des Restaurants sind auch für zahlreiche Wohltätigkeitsveranstaltungen wie z. B.das Große Orchester der Weihnachtshilfe (bereits zum 9-ten Mal in „Gdańska“)  bzw. ein Benefizkonzert für die Überschwemmungsopfer in Polen geöffnet. Zahlreiche Schriftsteller, Kabaretts, Rockbands, Theateraufführungen traten  dort auf. Zu den Ehrengästen des Restaurants gehörte u. a. der Regisseur Krzysztof Zanussi. Traditionell finden in „Gdańska“: der Internationale Kindertag, Silvesterfeier, der Internationale Frauentag und andere Veranstaltungen statt. Die Eheleute Gołębiewski verleihen jährlich eine „Neptun“ – Auszeichnung an die besonders in der Sache der deutsch-polnischen Verständigung verdienten Personen. Sie selbst wurden auch bereits mehrfach ausgezeichnet  u. a. mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Oberhausen 2011und dem Rheinlandtaler-Preis.

 

Ein literarisch-musikalischer Abend 

Es lesen und sprechen Petra Sörensen-Bataineh und Olaf Reifegerste. Es singt Jola Wolters, begleitet von Oleg Bordo am E-Piano.

Im September 1937 begegneten sich der Dichter Erich Maria Remarque und die Schauspielerin Marlene Dietrich auf dem Lido in Venedig. 

Dieses Treffen wurde der Beginn einer höchst dramatischen Liebesbeziehung, die im Winter 1940 „offiziell“ zu Ende ging. 

Während dieser Zeit aber auch darüber hinaus herrschte zwischen beiden ein leidenschaftlich geführter Briefwechsel. 

Daneben entstanden weltbekannte Lieder und Songs der Diva, darunter „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. 

Die vorgetragenen Texte und Lieder ergänzen, sowohl die persönliche Beziehungsebene wie die politischen Ereignisse jener Zeit. 

22. Februar 2013, 20:00 Uhr (Freitag)

Zentralbibliothek

47051 Duisburg

Düsseldorfer Straße 5-7

Eintritt: 7,- Euro

Die Stadtverwaltung von Görlitz lädt Polen (und andere, z. B. tschechische Nachbarn) ein und lockt sie mit Sonderkonditionen an. Görlitz verzeichnet einen erheblichen Bevölkerungsschwund, diese vor der deutschen Wiedervereinigung 90.000 Bewohner zählende Stadt schrumpft unaufhaltsam, zurzeit leben dort ca. 60.000 Menschen, für das Jahr 2015 wird ein Bevölkerungsrückgang um weitere 8.000 vorhergesagt. Die leer stehenden Wohnungen verursachen immense Kosten für die Stadt. Währenddessen sind in Zgorzelec (dem polnischen Teil von Görlitz) über 250 Familien auf der Suche nach einer Wohnung. Die Immobilienpreise in den neuen Bundesländern sind um die Hälfte günstiger als in Polen. Bei einer Versteigerung kann beispielsweise ein altes (allerdings stark renovierungsbedürftiges)  Mietshaus in Görlitz für 5.000 € (!) erworben werden. Auch Mieten sind günstig: eine Vierzimmerwohnung in Görlitz (86 m²) kostet 430 € Warmmiete, auf der polnischen Seite der Stadt (in Zgorzelec) zahlt man 500 € Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung (Dreizimmerwohnung, 96 ² m). Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Görlitz mbH (WBG), Stadtwerke Görlitz AG (SWG) sowie Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG) locken Polen und andere Kunden mit einem Sonderangebot an: drei Monate mietfreies Wohnen, drei Monate freie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Görlitz sowie ein Monat kostenloser Strom. Dieses Projekt fing am 06.11.2012 an und wird fortgesetzt bis Ende 2013.  

Waldemar Gruna

Die Polonicus-Auszeichnung wird seit 2009 durch die Polonia, die im Ausland lebenden Polen, in Deutschland an Persönlichkeiten verliehen, die mit ihrem Wirken zur Entstehung und Pflege eines positiven Polenbildes und zur Verständigung zwischen Deutschen und Polen beigetragen haben. Das Kuratorium des Polonicus-Preises besteht aus Vertretern polnischer Organisationen, die der Europäischen Union der Polnischen Gemeinschaften angehören.

Die Auszeichnung wird in mehreren Kategorien verliehen:

In der Kategorie der Gestaltung des kulturellen Lebens der Polonia erhalten die diesjährige Auszeichnung die Eheleute Maria und Czesław Golębiewski, Besitzer des Restaurants „Gdańska“ in Oberhausen. Dieses Restaurant etablierte sich als eine Begegnungsstätte zwischen der polnischen und anderen europäischen Kulturen.

In der Kategorie des deutsch-polnischen Dialogs wird der Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins DIALOG Bazyl Kerski ausgezeichnet. Die Jury würdigte seinen Beitrag in der Sache der deutsch-polnischen Verständigung. Er erhält die Auszeichnung für seine Verdienste in der Sache der deutsch-polnischen Verständigung und der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens.

In der Kategorie Kultur (Schwerpunkt Kultur der Sprache) erhält den diesjährigen Polonicus-Preis Prof. Dr. hab. Wladyslaw Miodunka, Leiter des Zentrums der Polnischen Sprache und Kultur an der Fakultät für Polonistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Gewürdigt werden seine wissenschaftlichen Beiträge auf dem Feld der angewandten Linguistik im Hinblick auf den weltweit durchgeführten Polnischunterricht

Die Ehrenauszeichnung erhält einer der berühmtesten Film- und Theaterregisseure Polens Andrzej Wajda. Er initiierte die polnische Filmschule. Seine weltweit aufgeführten und mehrfach ausgezeichneten Filme trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit der Welt auf den polnischen Film, Geschichte und Kultur zu lenken.

Die Preisverleihung von „Polonicus 2013“ findet am 27.04.2013 im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Die deutsche Minderheit hat endlich ihr eigenes Internetportal! Ab dem 05.11.2012 wird auf www.vdg.pl eine Kommunikationsplattform aller Deutscher in Polen existieren.

Die Idee eines gemeinsamen Internetportals der Deutschen in Polen ist schon 2012 entstanden. In dieser Zeit organisierte man zahlreiche Workshops und Treffen, auf denen man die Struktur ermittelt hat und sich für Ziele und Funktionen entschieden hat, welche das Portal haben soll. Wie Bernard Gaida, Vorsitzender des VdG in einem der Interviews bezüglich des Portals sagte ist das Portal vor allem nötig, um die Kommunikation zwischen den verschiedene Organisationen der DMi, die in 10 Woiwodschaften in ganz Polen tätig sind zu verbessern: - Das wichtigste Merkmal des Portals wird es sein, dass er von allen Mitgliedern des Verbandes der deutschen Gesellschaften redigiert werden kann und dadurch zu einer Kommunikationsplattform werden wird. Das jetzige Tempo des Informationsflusses erfolgt meistens schriftlich, diese Methode ist definitiv zu langsam.

Wie viele Organisationen der deutschen Minderheit in Polen es gibt, kann man schon auf dem Portal selber sehen. Der für das Projekt verantwortliche Medienspezialist des VdG Łukasz Biły sagt: - Im Rahmen des Portals haben wir eine ganze Datenbank aller unserer Organisationen in Form einer interaktiven Landkarte vorbeireitet. Dank dieser Karte wird jeder mit ein paar Mausklicks die Organisationen der DMi in seiner Gegend finden können. Auch die Kontaktdaten werden zu finden sein und mit der Satellitenfunktion von Google-Maps wird man sogar in einigen Fällen sich den Sitz der Gesellschaft vom Nahem anschauen können. Auf so einer Landkarte sieht man sehr gut, dass allein in der Woiwodschaft Oppeln wir über 300 Organisationen haben.

Was findet sich noch auf dem Portal der Deutschen in Polen wieder? Łukasz Biły fügt hinzu: - Das, was wir erbaut haben, ist keine einfache Internetseite, es ist eher ein interaktives Werkzeug mit mehreren Funktionen. An einem Ort haben wir eine Enzyklopädie über die Deutschen in Polen mit einem Umriss der Geschichte, Beschreibung der politischen oder kulturellen Tätigkeit, wir haben eine attraktive Mediathek mit den neuesten Fotos, Audios und Filmen von unserer Tätigkeit sowie einen ständig aktuellen Veranstaltungskalender, dank dem wir die Projekte aus unserem breiten Kulturangebot besser vermitteln können. Dies sind aber noch nicht alle Funktionen des Portals: - Ein interessantes Werkzeug ist auch die Option FAQ, dank der unser Portal als ein Online Beratungszentrum wirken wird. Wenn wir dazu im Stande sein werden, werden wir alle Fragen bezüglich unserer Gruppe beantworten.

Dem neuen Internetportal wird es also an Funktionen nicht fehlen und wie die Vertreter der deutschen Minderheit sagen, hat es noch Entwicklungspotenzial, dank der Tatsache, dass es auf einem „Open Source” System aufgebaut ist: - Das Portal wurde auf dem CMS System Joomla aufgebaut. Zu diesem System entstehen ständig neue Aktualisierungen und Erweiterungen. Das Portal wird sich daher so wie das System selbst ständig entwickeln – versprechen die Deutschen in Polen.

Die wichtigste Funktion des Portals ist und bleibt jedoch die Funktion als Plattform zur Präsentation der Tätigkeit, vor allem für die kleinsten Organisationen. Um diese Funktion am besten auszuüben, will die deutsche Minderheit ein ganzes System der Administratoren und Redakteuren einführen: - Wir haben sehr viele Organisationen, die eine eigene Homepage führen wollen aber sie wissen nicht so richtig, wo und wie sie anfangen sollen. Jetzt müssen sie sich darüber keine Gedanken mehr machen, es reichte einfach, dass sie sich bei uns melden  und wir schaffen ihnen ihre eigene Seite auf dem Portal, die sie selber administrieren, Texte schreiben können und sogar ihre Fotos und Filme präsentieren können. Ich ermutige alle dazu, weil es großen Spaß macht, sich anzusehen wie Schritt für Schritt eine eigenen Internetseite entsteht. Eine gute Internetpräsenz ist in der heutigen Wirklichkeit die Grundlage der Tätigkeit jeder Organisation – beendet seine Aussage Łukasz Biły

Das Internetportal wurde aus Mitteln des Bundesministeriums des Inneren finanziert.
Autor: Łukasz Biły

Am 22. Januar 1863 brach in Warschau der Januaraufstand, eine gegen die russische Teilungsmacht gerichtete Erhebung, aus. Die Aufständischen verfügten weder über ausgebildete Verbände noch über genügend Waffen noch über eine klare militärische Führung. Die Kämpfe zwischen den schlecht ausgerüsteten Aufständischen und den russischen Truppen  dauerten bis Herbst 1864. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. Insgesamt wurden mindestens etwa 400 Aufständische hingerichtet, tausende nach Sibirien oder in andere Teile Russlands verbannt. Tausende von Gütern wurden eingezogen. Außerdem wurden hohe Sonderabgaben erzwungen. Das politische Leben wurde fast gänzlich unterdrückt. Zahlreiche Werke polnischer Schriftsteller (u. a. Eliza Orzeszkowa, Boleslaw Prus, Stefan Zeromski, Maria Dabrowska) wurden der Thematik dieses dramatischen Ereignisses in der polnischen Geschichte gewidmet. Diese patriotische Auflehnung  und ihre Folgen hatten einen wesentlichen Einfluss auf die spätere Geschichte Polens, bis zu seiner Unabhängigkeit 1918. Der Ausmaß, die Dramatik und die Konsequenzen des Aufstands sind mit keinem anderen historischen Ereignis in der Geschichte der Welt vergleichbar. Die Teilnehmer dieses Aufstands waren heldenhafte Idealisten, die mit Heroismus, Hingabe und ungebrochenem Willen für die Sache der Unabhängigkeit kämpften. Es verwundert daher nicht, dass die Literatur zu diesem Thema bis heute zur Pflichtlektüre polnischer Schüler gehört.  Der 150-ste Jahrestag dieses Ereignisses bietet Gelegenheit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie dieser Kampf um Freiheit und  Unabhängigkeit aus der Zeitperspektive bewertet werden soll. In der polnischen Geschichte symbolisierte er stets, insbesondere in schwierigen Zeiten, die wertvollsten nationalen Eigenschaften. Dieser Akt der Verzweiflung erinnerte der Welt an die Existenz der polnischen Nation und an ihren Kampf gegen die Unterjochung. 

2013 ist das Jahr des 60-sten Todestages eines der größten polnischen Dichter - Julian Tuwim (1894-1953). Es ist gleichzeitig das hundertjährige Jubiläum seines poetischen Debüts.  Die Stadt Łódź, in der Tuwim geboren wurde und mit der er  emotional sehr verbunden war, beschloss, das Jahr 2013 als Tuwim-Jahr zu begehen. Geplant sind u. a.: eine Multimediaausstellung, Spektakel: „Der Opernball“ (eine scharfe Kritik der damaligen Elite, die seinerzeit von der Zensur verboten wurde), Konzert seiner gesungenen Poesie sowie eine Feier aus dem Anlass seines Geburtstages. Auch die im Ausland lebenden Polen möchten das Jahr von Julian Tuwim  in zahlreichen Veranstaltungen feiern. Der Dichter kannte das Leben als Emigrant und die Probleme der Polen im Ausland, da er nach Kriegsausbruch im September 1939 durch Rumänien zunächst nach Frankreich, dann nach Südamerika und in die USA flüchtete und erst nach dem Krieg nach Polen zurückkehrte.  

Erasmus von Rotterdam kennt heute in Europa eigentlich jeder Student – vor allem wegen des Studien-Programms der Europäischen Union „Erasmus“ und Stipendien. Aber schon in der Zeit der Renaissance und des Humanismus war Erasmus in Polen (16. Jahrhundert) mit solchem Ruhm umgeben, er besaß so eine Autorität, dass er fast verehrt wurde. Nach Basel, wo er viele Jahre lebte, pilgerte der polnische Adel, Magnaten, staatliche und kirchliche Würdenträger, und nicht zuletzt Studenten, Professoren und Schriftsteller. Aber diese Liebe war auch gegenseitig. Erasmus schätzte den polnischen Beitrag für die europäische Kultur sehr hoch ein, insbesondere das polnische demokratische System, die herrschende religiöse Toleranz und die persönliche Freiheit. Er empfing auch gerne bei sich in Basel die durchgereisten Polen, die oft bei ihm übernachteten bzw. bei ihm für längere Zeit blieben.

Aber beginnen wir mit einer Einführung über den Meister selbst. Geboren in Rotterdam um 1467, besuchte er zuerst Schulen in niederländischen Städten – Gouda, Utrecht und Deventer (hier u.a. als Schüler des berühmten Humanisten Rudolf Agricola). Im Jahre 1492 wurde er zum Priester geweiht und diente zuerst im Kloster in Cambrai (heute Department Nord-Pas-de-Calais in Nordfrankreich). In den Jahren 1495-1499 studierte er an der Pariser Universität Sorbonne. Dann lebte er einige Zeit in England, wo er sich u.a. mit dem berühmten Thomas Morus (Autor von „Utopia“) anfreundete. In den Jahren 1506-1509 studierte er an der Universität Turin, wo er den Doktortitel erwarb. Anschließend kehrte er wieder nach England zurück, wo er an der Universität Cambridge Griechisch lehrte. Aber am liebsten und am längsten lebte er in Basel, wo er in den Jahren 1514-1529 wirkte. Nach dem Ausbruch der Reformation in Basel zog er in das nachbarliche Baden um, wo er in den Jahren 1529-1535 in Freiburg lebte. Dort können wir noch heute die Häuser bewundern, wo der große Philosoph lebte (Haus „Zum Walfisch“ und Haus „Zum Kindlein Jesu“). Im Jahre 1535 kehrte Erasmus nach Basel zurück und blieb dort bis zum Ende seines Lebens. In Basel druckte er auch die meisten seiner Werke (bei Johannes Froben), dort lernte er auch seinen Lieblingsschüler kennen, Jan Łaski (in Westeuropa bekannt als Johannes a Lasco). An dieser Stelle sind wir zu dem eigentlichen Thema gekommen: Polen in Basel, bei Erasmus.

Der erste bekannte Gast aus Polen bei Erasmus in Basel war Jost Ludwik Decius – Historiker, und Sekretär des Königs Sigismund des Alten. Er war unterwegs in einer politischen Mission, diesmal in Neapel, als Gesandter der Mutter der polnischen Königin Bona Sforza – Isabella I. und machte in Basel einen Zwischenstopp. Es war im Jahre 1522. Zwischen Decius und Erasmus war es der Anfang einer langen Freundschaft. Erasmus widmete Decius ein Buch und in den nächsten Jahren führten sie eine rege Korrespondenz. Fünf Monate lebte bei Erasmus ein anderer Pole – Jan Antonius, der im Jahre 1524 nach Basel kam, auf dem Rückweg in die Heimat nach seinem Medizinstudium in Padua. Auch ihm widmete Erasmus ein Buch. Noch in gleichem Jahr kam Wojewode von Sieradz zu Erasmus – Hieronim Łaski, der Bruder des berühmten Reformators Jan Łaski. Auch ihm widmete der Meister ein Buch.
Jedoch die persönlichsten und engsten Kontakte knüpfte Erasmus eben mit Jan Łaski, dem späteren Reformator Frieslands – bekannt unter dem Namen Johannes a Lasco. Jan Łaski kam 1525 nach Basel, auf der Rückfahrt aus Paris. Er blieb ein halbes Jahr in Basel, und wohnte bei dem Meister. Die beiden verbanden ähnliche Ansichten: einerseits die Bewunderung des Humanismus, und andererseits die erzieherische und reformatorische Sendung. Beide sahen Fehlentwicklungen innerhalb der katholischen Kirche, aber gleichzeitig waren sie gegen den Radikalismus Luthers und gegen seine Negation des menschlichen freien Willens. Łaski wurde zwar später selbst Protestant – Kalvinist, aber Erasmus, der selbst sehr scharf die katholische Kirche kritisierte, blieb Rom treu. Trotz der doktrinären Unterschiede verband die Beiden eine hohe persönliche Kultur und philosophische Sichtweise. Dank Łaski knüpfte Erasmus auch zahlreiche Kontakte mit (reichen) Polen, die ihn oft finanziell unterstützten. Im damaligen Polen herrschte beinahe ein „Fanatismus“ bezüglich der Person Erasmus von Rotterdam. Seine Werke, in einem schönen Stil geschrieben, auf dem höchsten intellektuellen Niveau, bestückt mit intelligentem Humor, mit mutigen aber philosophisch-klugen Ansichten, waren für unsere Vorfahren wahre „Bestseller“. Deshalb, wer nur konnte (oder genauer gesagt, wer sich es leisten konnte), besuchte den Meister persönlich in Basel oder versuchte mindestens einem Briefkontakt mit ihm anzuknüpfen. Dank Łaski begann Erasmus u.a. mit dem Großen Kronkanzler Krzysztof Szydłowiecki zu korrespondieren und widmete ihm auch eines seiner Bücher. Johannes a Lasco lebte ein halbes Jahr bei Erasmus. Man muss noch zufügen, dass das damalige Basel, neben Straßburg, eines der größten Zentren des Humanismus nördlich der Alpen und auch eines der Zentren des europäischen Buchdrucks war. Schon im 15. Jahrhundert druckte man hier Werke polnischer Autoren, u.a. von Jakub z Paradyża (Zisterzienser aus Mogiła bei Krakau) und Marcin Polak (Dominikaner, Erzbischof von Gnesen). Im 16. Jahrhundert wurden hier 23 Werke der polnischen Autoren herausgegeben, u.a. von Maciej Miechowita, Jan ze Stobnicy, Erazm Ciołek, Jan Dantyszek und Józef Struś.
Um den großen Philosophen finanziell zu unterstützen, kaufe Łaski die berühmte Bibliothek von Erasmus, die er ihm aber großzügig bis zum Ende seines Lebens zur Verfügung stellte. Die Summe die Łaski damals für die Büchersammlung bezahlte, war nicht gering – 400 Gulden in Gold (also so viel, wie damals ein Universitätsprofessor in einem ganzen Jahr verdiente). Erst nach dem Tod von Erasmus (1536) schickte Łaski den berühmten Andrzej Frycz-Modrzewski nach Basel, um die Buchsammlung – laut Testament und Vertrag – nach Polen zu holen.
Im Jahre 1527 schrieb Erasmus einen Brief an den polnischen König Sigismund den Alten, in welchem er ihn mit Salomon verglich und ihn „den größten Herrscher des Jahrhunderts“ nannte! Im Jahre 1528 kam der nächste Gast aus Polen zu Erasmus – Andrzej Zebrzydowski (der spätere Krakauer Bischof), u.a. um bei dem Meister Griechisch und Latein zu lernen. Ein anderer Pole – Marcin Dąbrowski, der zusammen mit Zebrzydowski reiste, blieb für einige Zeit als Sekretär bei Erasmus. Im Jahre 1529 widmete Erasmus sein nächstes Buch (neue Ausgabe von Seneca „Opera“) dem Kanzler Piotr Tomicki. Die letzte Widmung für die Polen fand im Jahre 1532 statt und galt dem Poeten und Diplomaten – Jan Dantyszek.
Zusammenfassend muss man diese besondere Beziehung Erasmus zu Polen und zu den Polen nochmal betonen. Er widmete acht seiner Bücher den Polen, und wir kennen noch mindestens 40 Briefe, die Erasmus an Polen schrieb. Eine besondere Auszeichnung war ein Anerkennungsschreiben des Meisters an die polnische Nation, die sich im Buch „Precatio Dominica“ befindet (gedruckt 1523 bei Johannes Froben in Basel). Der „Fürst der Humanisten“ gratuliert dort den Polen „einer herrlichen Entwicklung im Bereich der freien Wissenschaften, der Rechtswissenschaft, der Ethik und der Religion, und betont, dass heute Polen unter dem Aspekt der Kultur zu den am höchsten entwickelten Staaten der Welt gehört“.

Jerzy Ziaja

Fotos:
Erazm z Rotterdamu (obraz Holbeina mł., 1523)

 

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