Lachsalven, die mit einer Reflexion über die brennenden Fragen der Dorfbevölkerung verflochten waren, charakterisierten die Reaktionen des Publikums auf zwei Spektakel der Komödie „Zachciało sie wom Kalwaryi” von Ryszard Latka. Das Spiel in Regie von Anna Dembek-Łada, wurde durch Laienschauspieler am dritten Dezemberwochenende in Theater von „Gdańska” in Oberhausen gespielt und jedes Mal durch das Publikums mit Standing Ovations aufgenommen.

Die Idee des Spektakels initiierte Michał Nocoń 2016. Das damals durgeführte Casting brachte die ersten Schauspieler, die in Nocońs Regie mit den Proben angefangen haben. Mit der Zeit gab es dennoch Veränderungen. Aus beruflichen oder familiären Gründen bzw. wegen der großen Entfernung zum Wohnort  war für viele Schauspieler die regelmäßige Teilnahme an Proben unmöglich, so dass neue Castings neue Schauspieler bringen mussten. Die endgültige Besetzung wurde Anfang 2018 komplettiert,  Anna Dembek-Łada  übernahm die Regie.

Personen, die jetzt zu der Theatergruppe gehören, haben es trotz des großen Lampenfiebers mit großem Engagement geschafft, die Premiere vorzubereiten. Dank der selbständig vorbereiteten Dekoration verwandelte sich die Theaterbühne in „Gdańska” in ein Bauernhaus, in dem sich die debütierenden Schauspieler in Mitglieder der Familie Placek verwandelten.  Durch ihr hervorragendes Spiel zeigten sie die treibenden Kräfte der von ihnen verkörperten Personen: Geiz, Stolz und Verlangen. Das Stück wurde in der schlesischen Mundart, die mit der Mundart aus der Gegend von Wadowice vermischt war, vorgetragen. Eine sehr originelle Idee der Regisseurin bestand in der Bereicherung der Handlung um die aktuellen Aspekte der polnischen Realität.  

Die wöchentlichen Proben und die gegenseitige Akzeptanz führten zu einer freundschaftlichen Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Viele Gruppenmitglieder haben das Gefühl, zu einer Familie zu gehören. Diese Bindung wurde durch die Premiere vertiedift: „Wir streben keine Perfektion an, wir wollen nicht um jeden Preis Theater machen, für uns ist es wichtig,  uns zu treffen, Meinungen auszutauschen und durch kreative Atmosphäre Freude zu spüren”. Barbara Baldys, e die Oma spielt, ist von Anfang an Mitglied des Theaters. Sie bringt Theaterproben, Engagement in einem Gospelchor und Gitarrenunterricht  unter einen Hut mit dem Familienleben. Dorota Kawka-Grzeschik (Helka auf der Bühne) dachte nie daran, auf der Bühne zu stehen. Sie sollte Souffleuse sein und lernte den Text beinahe auswendig. Heute spielt sie eine der Hauptrollen. Roman Kątny (der Schmied) kam zum Theater direkt von der Polnischen Gemeinde „Piast”, in der er sich seit Jahren engagiert.

Marian Dudek (Ignac) wurde von einer Kollegin überredet, die Rolle des Zuschauers in die Rolle des Schauspielers umzuwandeln.  Wojciech Motyka (Józek) kann auf eine langjährige Bühnenerfahrung in Teatr Rozrywki in Königshütte zurückblicken. Zurzeit arbeitet er auch mit Pepe TV zusammen. Ania Wincek, die zu Proben aus Arnsberg kommt, wollte ihre fünfzehnjährige Tochter Natalia nicht alleine lassen und beschloss, sie einfach mitzunehmen. Heute freut sie sich über das gemeinsame Engagement.  Beide treten in dem Stück auf...eine spielt die Beamtin Fryta, die andere die verrückte Adele. Natalia kann das Bellen des Hundes ideal nachmachen. Ihren Theatertraum hat auch Renata Zub, die die Mutter – Ehefrau der Hauptfigur spielt, verwirklicht. Sie wohnt 100 km von dem Ort der Theaterproben entfernt. Renata spürt, dass sie ihren Platz gefunden hat. Für Leonard Paszek, die Bühnengestalt Placek, war die Bühne eine Überraschung. Er suchte das Theater „Gdańska „ auf, um es zu organisieren, währenddessen steht er auf der Bühne und spielt die Hauptroll

Das Team ergänzen der hervorragende Musiker Sławomir Olszamowski sowie der Fotograf und Beleuchtungstechniker Robert Widera.

Das Ganze wird von der Regisseurin Anna Dembek - Łada, die nach einem Casting zum Theater kam, überwacht. Zuerst sollte sie auf der Bühne spielen, in den Proben stellte sich heraus, dass ihre Verbesserungsvorschläge so zutreffend waren, dass man ihr vorgeschlagen hat, die Regie zu übernehmen. Sie absolvierte Germanistik und bereitete beruflich einige Aufführungen mit Kindern und Jugendlichen vor. Sie stellt fest, dass Arbeit mit Erwachsenen wesentlich schwieriger ist.

Bei der Restaurant „Gdańska” wirken fünf deutschsprachige Theater und drei Ensembles der Polonia. Jede Gruppe hat ihren einen anderen Charakter, vom poetischen Theater angefangen, über musikalisches bis zum dramatischen Theater.

Die sehr positive Resonanz auf das Spektakel „Zachciało się wom Kalwaryi” ermutigte die Debüttanten zu weiteren Auftritten.  Womöglich ist es der Anfang einer ständigen, polnischen dramatischen Bühne in „Gdańska“.

Weitere Aufführungen finden statt:

Sonntag, 03.02.2019, um 16.00 Uhr

Freitag, 15.02. 2019, um 20.00 Uhr

Samstag, 16.02.2019, um 18.00 Uhr

Tekst: Claudia Danie

 

0000-00-00  
Item Title of Your event

Newsletter

Wir verwenden Cookies für die Funktionen auf unserer Website und um die Erfahrung unserer Nutzer zu verbessern.
Weitere Informationen