Das Wandern des Menschen ist ein Bestandteil seiner Geschichte. Die Gründe, die dahinter stehen sind unterschiedlich: Hunger, Kriege, Kataklysmen, oder einfach eine Sehnsucht nach einem Ort, der... manchmal dem Wanderer unbekannt ist, aber mit dem er die Hoffnung verbindet, ein Zuhause in ihm zu finden.

Dass man sich nach etwas sehnen kann, was man nicht kennt, zeigten viele Generationen der Polen, die in der Zeit der polnischen Teilungen etwas träumten, was sie nie erfahren durften: von eigener Heimat. Aus dieser großen Sehnsucht kreierten sie eine, nur ihnen bekannte, metaphysische Dimension, in der sie diese unbekannte Heimat auslebten. Das im Rahmen des Projekts "Eine Nation als Produkt ihrer Geschichte" entwickelte Theaterstück "In diesem Körper war eine Seele von Millionen Wesen", dessen Titel an das Gedicht "Żale Sarmaty" von Franciszek Karpiński anknüpft, thematisiert u.a. die Problematik, wie sich Heimatverlust auf eine Nation auswirkt; wie multikulturelle Gesellschaften entstehen und zerfallen; wie diese Prozesse die Existenz der Nationen beeinflussen und ob die Freiheit in der Form, nach der wir ununterbrochen streben, in dieser Welt tatsächlich möglich ist.

Dient als Ausgangspunkt die Geschichte der Teilungen und Besatzungen der Länder des Mittel -und Osteuropas durch die Prisma der polnischen Geschichte, so zeigt dieses Stück weitaus mehr als nur diesen Aspekt, indem die an dem Projekt beteiligten Schauspieler – allesamt selbst Emigranten aus den verschiedensten Ländern – ihre Erfahrungen in einen größeren Kontext setzen. Gleichzeitig erinnert ihr Migrationshintergrund an den multikulturellen Charakter des Polnisch-Litauischen Doppelreiches. 

Einerseits wird hier anhand individueller Erfahrung das Schicksal der polnischen Nation dargestellt, dies wird jedoch so getan, dass man daraus auch die universelle Geschichte mehrerer Nationen ablesen kann. Andererseits verliert das Stück das individuelle Schicksal nicht aus dem Blick. Ins Zentrum der erzählten Geschichte wird nämlich der Zustand eines Menschen gestellt.

Das von der Künstlerin Sophie Delest und der Theaterregisseurin Agnes Oberauer entwickelte Theaterstück analysiert, wie die Geschichte die Nationen und ihr Vokabular formt. Es fragt allerdings auch, ob wir uns bewusst sind, dass wir schon heute die Nationen in hundert Jahre formen.

Autor i tłumaczenie: K.Moser

Fotos: R.Strzolka

 

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