Das Abenteuer von „Vogel“ mit der Gitarre fing damit an, dass er Mädchen beeindrucken wollte. In Kędzierzyn-Koźle (Kandrzin-Cosel), wo er seine Jugend verbrachte, gab es einen großen Hof, auf dem er mit Freunden und Freundinnen spielte. Auf dem Hof spielten alle gemeinsam, Jungs und Mädchen. Eines Tages standen die Mädchen nicht auf ihrem Stammplatz. Sie waren einige Meter weiter und beobachteten mit Bewunderung f einen Jungen, der Gitarre spielte und dabei „Siedem dziewcząt z Albatrosa“ (ein bekannter polnischer Schlager) sang. Die Jungs auf dem Hof wurden eifersüchtig und beschlossen, ebenfalls Gitarre spielen zu lernen. Sie überredeten ihre Eltern, ihnen  Gitarren zu kaufen.  Bald darauf fanden sie einen leerstehenden Raum im Keller, in dem sie einen Klub einrichteten. Nach einigen Proben im Klub ließ ihr Interesse für die Mädchen nach.  Auch der Junge, der auf dem Hof „Siedem dziewąt“ gesungen hatte, schloss sich ihnen an. Sie gründeten die Gruppe  „In Spee“ und konnten dadurch die Herzen einiger Mädchen erobern. Alle Jungs „aus dem Keller“ spielen bis heute, einige sind immer noch ein Teil der Musikwelt. „Ptak“ hat diese Welt auch nie verlassen. Danach gab es solche Bands wie Stream, Tramp, SAAB 99, „Ptak“ trat in Jarocin und Opole im Konzert der Debütanten auf. Dort wurde er  von der berühmten Pädagogin und Talentsucherin Elżbieta Zapendowska gesehen.

Es folgte der Militärdienst und Auftritte während Musikveranstaltungen. Während eines dieser Events lud ihm der Leiter der Militärbühne zum Abendessen ein. „Ptak“ reagierte darauf sofort mit der Bemerkung „Ich habe aber eine Freundin!“. Bei dem Abendessen ging es dennoch um etwas anderes, der Leutnant schlug Ptak Singen in einem Militärorchester vor. In den 80er Jahren hatte er einige musikalische Erfolge, dennoch beschloss er nach Deutschland auszureisen. Er tauschte das Orchester gegen eine deutsche Großhandelsfirma, in der er täglich 8 Tonnen Kaugummi tragen musste. Nach zwei Jahren dieser schweren Arbeit nahm er erneut die Gitarre in die Hand,  arbeitete mit einigen Bands zusammen und gab Konzerte in ganz Deutschland auf. Nachdem sich die Bands nach und nach aufgelöst hatten folgte der graue Alltag,  bis er Karol Adler traf, mit dem er die Rockband Communa gründete. „Ptak“ ist wieder aktiv als Musiker geworden. Heute beteiligt er sich an weiteren musikalischen Projekten, z. B. an  Plakato, oder im Duett mit Sławomir Olszamowski. „Ptak“ veranstaltet auch die zyklisch stattfindende Veranstaltung „Czadowa Westfalia“, die der Vorstellung der polnischen Rockmusik in Deutschland dient.

Die Zeit vergeht, einige Jahr waren mehr, einige weniger kreativ. „Ptak“ erreichte das magische 50-ste Lebensjahr. Er denkt manchmal über das Leben nach, über Entscheidungen, die er getroffen hat und darüber, ob die Ausreise nach Deutschland richtig oder falsch war. Einige Fragen bleiben unbeantwortet. Er glaubt an das Schicksal. Sein Leben ist weitgehend geregelt, er arbeitet als Sachverständiger, hat eine neue Ehefrau und kleine Kinder und  verreist häufig mit der Familie. Er liebt „sein“ Norwegen, das er jährlich mit Freunden besucht. Sie angeln gemeinsam, trinken Whisky, sprechen, schreiben und musizieren.

Leonard Paszek

 

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