Der 11 November 2018, der 100.jährige Jahrestag der polnischen Unabhängigkeit,  ist ein historisches Datum und der wichtigste Tag für die weltweit verstreuten Polen und für das Land.   An diesem Tag feierten wir auf die Initiative des Polnischen Rates, Landesverband Berlin und dessen Vorsitzenden Ferdynand Domaradzki den hundertjährigen Jahrestag der polnischen Unabhängigkeit. Die berliner Polonia feierte ihren Festtag gemeinsam mit deutschen Freunden  unter den weiß-roten Fahnen.

In der historischen Aula der Katharina-Heinroth-Grundschule fing die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne „Noch ist Polen nicht verloren” an. Danach ergriff der Vorsitzende des Polnischen Rates Ferdynand Domaradzki das Wort. Er begrüßte die Ehrengäste, darunter die Konsulin für die Angelegenheiten der Polonia bei der Polnischen Botschaft in Berlin, Frau Jowita Wencius, Pfarrer der Polnischen Katholischen Seelsorge Marek Kędzierski, die Leiterin der Katharina-Heinroth-Grundschule, Frau Ewa Kampes sowie die zahlreich anwesenden Vertreter der Polonia.

In seiner Rede knüpfte Ferdynand Domaradzki an die Entstehungsgeschichte des unabhängigen Polens und ihre Helden: Józef Piłsudski, Ignacy Paderewski, Roman Dmowski, Wincenty Witos sowie Wojciech Korfanty an. Er erinnerte daran, dass sie verschiedene politische Ansichten hatten und sich auch durch die gesellschaftliche Stellung und Religion unterschieden.  Sie stammten aus verschiedenen Teilungsgebieten des Landes. Trotz aller dieser Unterschiede waren sie dazu fähig, gemeinsam das eine, übergeordnete Ziel: die UNABHÄNGIGKEIT zu verfolgen. Was nicht bedeutet, dass sie stets einer Meinung waren und beispielhaft zusammenarbeiteten. Sie blieben ihren Überzeugungen treu, dennoch nutzten sie die günstigen Bedingungen nach dem I. Weltkrieg aus und führten Polen zu Unabhängigkeit. Die Worte von Ferdynand Domaradzki klangen in der heutigen Zeit wie ein für alle Menschen nachahmungswürdiges Modell.

Die Konsulin für die Angelegenheiten der Polonia Jowita Wencius, stellte sich erstmalig einem breiten Kreis der berliner Polonia vor. Sie übernahm das Amt im September, nach dem Ende der Mission des Konsuls Marek Sorgowicki, der sich in die Erinnerung der Polonia sehr positiv einprägte. Die Konsulin deklarierte ihre Offenheit auf Initiativen, die die in Berlin lebenden integrieren, sowie Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit den Organisationen der Polonie,  ungeachtet ihrer Spaltungen und Animositäten untereinander.

Zu Wort kam auch das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Burkard Dregger, der in seiner geistreichen Rede über Polen und polnische Bürger seine Bewunderung für die Errungenschaften der polnischen Nation nach Jahren der Unfreiheit und der durch deutsche Besatzung entstandenen Zerstörungen Ausdruck gab. Ferner erinnerte er an ein weiteres, wichtiges Ereignis, der sich am 11. November zum hundertsten Mal jährt. Es ist der Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs. Burkard Dregger würdigte auch die Mitgliedschaft Polens in einer für die Erhaltung des Friedens so wichtiger Institution wie die Europäische Union. Er erinnerte daran, dass wir uns gemeinsam der Welle des wiederaufflammenden Nationalismus und des Auflebens des Ressentiments zwischen den Nationen widersetzen müssen. Er äußerte seine große Bewunderung für die Polen in Berlin als eine gut organisierte Gruppe, deren dynamische Aktivität großen Respekt verdient.

Im künstlerischen Teil der Veranstaltung trat die Jugendgruppe „Krakowiacy” unter der Leitung von Ewa Kampes, die die polnische Folklore und den Reichtum der polnischen Nationaltänze und –Lieder pflegt. Die Jugendgruppe „Krakowiacy“ aus der Katharina-Heinroth-Grundschule begleitet seit Jahren die anlässlich der Nationalfeiertage durchgeführten Veranstaltungen der Polonia bzw. ihre Feste. Die jungen Tänzer waren bewundernswert. Es war erfreulich zu sehen, mit welcher Leidenschaft und Grazie sie die komplizierten Tanzarrangements meisterten.  Es ist das Ergebnis der langjährigen Arbeit ihrer Betreuerin. Die Tanzvorführungen ihrer Schützlinge erreichten ein sehr hohes künstlerisches Niveau. Bravo, „Krakowiacy“!

Im Schlussteil  der Veranstaltung anlässlich des Unabhängigkeitstages trat die Musikgruppe „Stan Zawieszenia“ mit den Sängern Dorota Puszakowska und Wojtek Sowinski auf. Sie präsentierte das Repertoire der Lieder aus der Zeit der polnischen Legionen, Lieder, die einen festen Platz in der polnischen Kultur eingenommen haben. Das gemeinsame Singen von Liedern aus der Zeit der Legionen erinnerte uns an unsere Jugend, als man während Schulfeiern oder zu Hause laut  „O mój rozmarynie”, „Wojenko, wojenko” oder  „Przybyli ułani pod okienko” gesungen hat. In der modernen Fassung haben diese Lieder für zahlreiche Polen der älteren Generation eine große emotionale und patriotische Bedeutung. Die Feierlichkeiten zu Ehren der Unabhängigkeit endeten mit dem gemeinsamen Singen des Liedes „Ułani, ułani, malowane dzieci”.

Die Organisatoren des Unabhängigkeitstreffens verdienen Lob, da sie mit eigenen Mitteln und dank der Hilfe vieler Unterstützer den wichtigsten Feiertag aller Polen würdig gefeiert haben.

Tekst i foto: Krystyna Koziewicz

 

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