Vom 20. bis zum 23. September fand in Warschau der V. Weltkongress der Polonia und Polen aus dem Ausland statt.  Dieses besondere Treffen stand unter dem Motto „Vereinigt durch die Unabhängigkeit“ und wurde anlässlich des 100. Jahrestages der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit 1918 geplant. Initiator des Kongresses war der Weltrat der Polonia,  die Organisation übernahm Stowarzyszenie Wspólnota Polska/Vereinigung „Wspólnota Polska“. Finanzierung der Veranstaltung ermöglichten die Mittel des Senats der Republik Polen, zu dessen Aufgaben Unterstützung und Betreuung der weltweit verstreuten Polonia gehört. Am V. Weltkongress der Polonia nahmen über 600 Teilnehmer aus 200 Organisationen und 44 Ländern teil.

Der Kongress fing mit einer durch Erzbischof des Erzbistums Warschau Kazimierz Nycz zelebrierten Heiligen Messe für die Heimat in der Johanneskathedrale an. Nach der Messe folgte die Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten. Den Kongress läutete eine feierliche Sitzung im Plenarsaal des Sejms der Polnischen Republik ein. Die Vorsitzende des Weltrats der Polonia Tereza Berezowska sprach in der Eröffnungsrede von starken Verbindungen zwischen der Polonia und der Heimat und betonte, dass die Kongressteilnehmer durch eine Arbeit zugunsten der Polonia, den Glauben und die Hoffnung für Zukunft verbunden sind.

Die Kongressteilnehmer diskutierten in sieben Gesprächsforen über sämtliche Aspekte des Lebens der Polonia auf der  Welt. Der Marschall des Polnischen Senats Stanislaw Karczewski versicherte, dass der Senat der Republik, der traditionell die Polonia unterstützt, seine Arbeit fortsetzen wird. Die Kammer hat dennoch kein Monopol auf die Zusammenarbeit mit der Polonia und kooperiert mit entsprechenden Staatsorganen und sehr vielen Institutionen. Gemäß den Erwartungen der Polonia im Ausland gehören: der Unterricht der polnischen Sprache und Ferienaufenthalte der Kinder und Jugendlichen in Polen zu den Prioritäten der Kammer. Er informierte ferner, dass die polnische Regierung darüber nachdenkt, einen Vertreter der Polonia ins Polnischen Parlament zu berufen. Das Weltforum der polnischen Seelsorge befasste sich u. a. mit der Vorstellung der Rolle der Kirche in den Zentren der Polonia sowie dem Beitrag der für die Polonia tätigen Seelsorger zu der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit durch Erziehung der Kinder im Geiste des Patriotismus.

Das Weltforum der Kultur der Polonia eröffnete die stellvertretende Senatsmarschallin Maria Koc. Sie betonte, dass die Kultur in der Fremde „den Aufbau der polnischen Identität in Millionen von polnischen Familien im Ausland dank der Kenntnis des nationalen Kodes, Symbole und Werte, die unsere Kultur gestalten“ bedeutet. Die Mitglieder des Weltforums der polnischen Wissenschaft im Ausland diskutierten über den Einfluss der polnischen Wissenschaft auf die wissenschaftlichen Errungenschaften in der Welt. Sie analysierten u. a. den Beitrag und die Nöte der jungen Wissenschaftler im Ausland.  Die Sektion der Bildung der Polonia war die Fortsetzung der jährlich stattfindenden Weltkongresse der Lehrer der Polnischsprache.  Das Bildungswesen der Polonia ist eine wichtige Stütze der polnischen Identität im Ausland.  Während des Weltforums des Sports und Touristik der Polonia analysierte man u. a.,  ob Sport der Erholung bzw. der Leistung dienen soll, und besprach Angelegenheiten, die mit der Touristik der Polonia zusammenhingen. Das Weltforum der Medien versammelte die Medien der Polonia, die ein wichtiges Element der Festigung der polnischen Identität außerhalb der Landesgrenzen sind.  Die Medien sollen die Integration der polnischen Gemeinschaften festigen, den gesellschaftlichen Status der Polonia heben und Polen bekannt machen.

Den diesjährigen Kongress der Polonia begleiteten zahlreiche Pressekonferenzen und viele interessante Events. Der Präsident der Republik Polen Andrzej Duda bedankte sich während seines Treffens mit den Vertretern der weltweiten Polonia bei den Kongressteilnehmern dafür, dass sie bis heute Polen nicht vergessen haben. Ein Highlight des ersten Tages des V. Weltkongresses der Polonia war zweifellos das Konzert „Die Unabhängige“, an dem die Stars der polnischen Bühne teilgenommen haben. Während des Konzerts wurde erstmalig der Professor-Stelmachowski-Preis der Vereinigung „Wspolnota Polska“ für die besonderen Leistungen für die Polonia verliehen.  Den Preis erhielt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Im Senat der Republik Polen erzählte die Ausstellung „Polnische Wege zur Unabhängigkeit“ über die großen polnischen Emigranten des XIX und XX Jahrhunderts.

Als Schlussveranstaltung fand eine Plenarsitzung statt.  Laut dem Leiter der Vereinigung „Wspolnota Polska“ Dariusz Bonislawski war der diesjährige Kongress der Polonia das wichtigste Ereignis für die Polonia in dieser Amtszeit des Senats. Teresa Berezowska, die Vorsitzende des Weltrats der Polonia betonte, dass das Lied „Noch ist Polen nicht verloren“ uns nach wie vor verbindet. Die Ehrenvorsitzende des Europäischen Rates der Polnischen Gemeinschaften Helena Miziniak, fasste die Gespräche des Forums der Organisationen der Polonia zusammen und sagte, dass im Leben der Polonia eine organisatorische Umstrukturierung stattfinden soll, um Organisationen herauszukristallisieren, die Gespräche mit den Staatsorganen des Aufenthaltslandes führen könnten. Marek Domaradzki aus dem Forum der Kultur betonte, dass verschiedene Gemeinschaften der Polonia sich konsolidieren sollen, um künstlerische Projekte durchzuführen und Kulturschaffenden zu unterstützen.  Ferner forderte er die Gründung einer nationalen Tanzschule und eines Museums, die in Polen den Beitrag der polnischen Kultur in der Welt zeigen. Der Vorsitzende des Europäischen Rates der Polnischen Gemeinden Tadeusz Pilat unterstrich, dass in der letzten Zeit die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die Polnischunterricht im Ausland besuchen, anstieg. Ihre Anzahl stieg von 160 Tausend auf 200 Tausend. Er betonte, dass die polnischen Gemeinschaften im Ausland unter einem Mangel an Lehrern leiden. Er forderte Stipendien und Studien für die Lehrer der Polonia und den Anstieg der Zahl der Kinder, die Polen besuchen. Der Marschall des Senats Stanislaw Karczewski beendete die abschließende Debatte des V. Weltkongresses der Polonia mit den Worten „Es ist gut, ein Pole sowohl in Polen als auch im Ausland zu sein“.

Der V Weltkongress der Polonia und der Polen aus dem Ausland hatte ein sehr reiches Programm und war minutiös vorbereitet. Die Veranstalter erhielten viel Lob für ihren großen Beitrag. Es gab dennoch einige schwierige Ereignisse, die den Kongress begleiteten…z. B. die Absage der Teilnahme von einigen Vertretern der Polonia. Auf dem Forum wurde auch nach der Ursache der Programmänderungen bzw. Themen in den vorher vorbereiteten Referaten gefragt.

Während und außerhalb des Forums kam es auch zu  persönlichen Attacken und Beleidigungen. Roman Smigielski, der Ehrenvorsitzende der dänischen Polonia betonte in seiner Rede, dass die Polonia zwar politisch,  dennoch nicht parteigebunden sein soll. Teresa Berezowska äußerte den klugen Satz, dass Polonia sich zwar unterscheiden, dennoch stets mit Respekt begegnen soll.

Der V. Weltkongress der Polonia und Polen im Ausland endete in einer netten Atmosphäre mit einem Festempfang im wunderschönen Palast der Wspolnota Polska.

Während des Empfangs gab es Auftritte polnischer Künstler, ein reichhaltiges Büffet sowie Fernsehprogramm live. Die Abschlussveranstaltung des Kongresses war eine heilige Messe im Tempel der Göttlichen Vorsehung in Warschau am Sonntag.

Redaktion Polonia Viva

Quelle; Stowaryszenia Wspólnota Polska

 

0000-00-00  
Item Title of Your event

Newsletter

Wir verwenden Cookies für die Funktionen auf unserer Website und um die Erfahrung unserer Nutzer zu verbessern.
Weitere Informationen