Tomasz Stańko, Trompeter, Kompositeur, ein Leader.  Im Alter von 76 Jahren ist am 29. Juli 2018 in Warschau der große polnische Trompeter Tomasz Stanko gestorben. Mit Spielen fängt er in 50-ger Jahren an. Das war in Krakau, in Polen.  Joachim Ernst Berendt schrieb über ihn, dass er erster in Europa „free“ Trompetenspieler war.

Als innovative Kraft mit seinem sofort erkennbaren Klang - der, wie er selbst es einmal formulierte, "slawische Melancholie und den Blues" miteinander verband, erregte Tomasz Stanko in den frühen 60er Jahren in Gruppen des Komponisten und Pianisten Krzysztof Komeda erstmals größere Aufmerksamkeit.  An Komedas Seite spielte er nicht nur Soundtracks für Filme von Roman Polanski ein, sondern wirkte auch auf dessen Album "Astigmatic" mit, das als eine der wichtigsten Aufnahmen des neuen europäischen Jazz gilt. Mit diesem bedeutenden Abschnitt seines Lebens setzte sich der Trompeter 1997 noch einmal auf seinem vielbeachteten Album "Litania" auseinander.

Tomasz Stanko machte sein ECM-Debüt 1975 mit dem großartigen "Balladyna"-Album, auf dem er mit dem Tenorsaxophonisten Tomasz Szukalski, Bassist Dave Holland und Schlagzeuger Edward Vesala zu hören war.

Wie sein früher Held Miles Davis war Stanko ein anspruchsvoller Bandleader und jede seiner Gruppen besaß einen eigenen Charakter. Auf den Alben "Matka Joanna" und "Leosia" hielt er mit Bobo Stenson, Anders Jormin und Tony Oxley Lyrismus und turbulentes freies Spiel im Gleichgewicht.

 "Alles, was man erlebt, findet Eingang in die Musik", schrieb Tomasz Stanko.  https://www.youtube.com/watch?v=a_EwcDfvdAg

Das Stück “ Wolność w sierpniu“ (Freedom in August, 2005)

Im Jahr 2010 erschien in Polen die Autobiographie des Artisten u.d.T.: „Desperado”, das Buch wurde zum Bestseller.  Im Jahr 2011 das Smithson Institut, der weltgrößte Kompleks von Museen und Forschungszentren, veröffentlichte 6-teilige Jazz Kompilation: „The Smithsonian Anthology”,  die Kollektion krönt Stankos Stück, “Suspended Night Variation VIII”. Im gleichen Jahr, Polens Präsident Bronislaw Komorowski ehrte Tomasz Stanko mit dem Kommandeurkreuz mit dem Stern des Ordens Polonia Restituta. 

Stankos Faszination für die im Jahr 2012 verstorbene polnische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska ergab im Jahr 2013 das Album “Wisława”. Stanko schrieb im Album-Buch: „der Lektüre von Wislawa Szymborskas Texte verdanke ich zahlreiche Ideen und Inspirationen“. 

Das Jahr 2014 war für Tomasz Stanko mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Am 14. Januar nahm er den Polityka Pass (Paszport Polityki, https://en.wikipedia.org/wiki/Paszport_Polityki)  in der Kategorie Kulturkreator entgegen. Am gleichen Tag in Paris bekam er die Auszeichnung der Jazz Akademie – l’Académie du jazz den Preis „Prix du Musicien Européen“ – „Europäischer Musiker des Jahres“  – für sein Lebenswerk. Ein Tag später bekam er den Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK), ein unabhängiger Verein bestehend aus 140 Musikjournalisten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich.  

In all seinen Bands förderte Tomasz Stanko die Ausdrucksfreiheit und ermutigte seine Mitmusiker zu eigenen improvisatorischen Beiträgen. Bevor er Anfang des Jahres erkrankte, freute er sich darauf, mit einem neuen italienischem Quintett und dem Rhytmusteam des New York Quartets auf Tournee zu gehen…

Zusammengestellt von Joanna Szymanska

Foto: Tomasz Stańko by Magdalena Ławniczak

Mehr Informationen finden Sie unter:

Offizielle Seite: http://www.tomaszstanko.com/

http://www.tomaszstanko.com/pl/dyskografia/

http://www.jazzecho.de/aktuell/news/artikel/article:247864/polens-prominentester-jazzpionier-ein-nachruf-auf-tomasz-stanko

 

 

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