Der in Essen lebende Martin Vogiel stammt ursprünglich aus Gleiwitz-Sosnitza. Sein Leben prägen viele Leidenschaften. Man könnte sagen, er sei ein Universalgenie, er malt, fotografiert, spielt in Amateurtheatern und schreibt Gedichte – und all das tut er mit Leidenschaft. In Gleiwitz arbeitete er im Kohlebergwerk „Sosnitza“, in Deutschland war er Koch, zurzeit arbeitet er in der Logistik.

Die Kindheit und Jugend verbrachte Vogiel in Schlesien. Diese Zeit verbindet er mit den ersten Anzeichen der künstlerischen Sensibilität sowie schwerer Arbeit unter der Erde. Bereits als Kind fing er an zu malen, mit Nostalgie erinnert er sich an die Zeit, als er auf dem braunen Pflasterstein in Gleiwitz zum Kunstkreis an der Schule eilte.  Für seine Landschaftsbilder erhielt er die ersten Preise. Seine Augen leuchten, sobald er sich an diese Zeit erinnert. Er lächelt auch bei der Frage, wo die von ihm gemalten Bilder geblieben sind? „Ich weiß nicht“ – antwortet er „vielleicht sind sie auf dem Dachboden meiner Oma, die zwei Straßen weiter lebte.  Meine Kindheit ist ganz eng mit ihr verbunden. Sie zeigte mir die Schönheit der Welt um mich herum, sie vermittelte mir Bilder der gelesenen Bücher und weckte dadurch meine kindliche Fantasie. Ich besuchte sie jeden Tag.“ Obwohl Martin sein Talent fördern wollte, brachte ihn die Realität in die Technische Bergbauoberschule.

Die Zeit der Arbeit als Bergmann ist längst vorbei, dennoch haben die Schichten unter der Erde einen großen Einfluss auf Vogiels Werk. In einem seiner Bilder zeigt er Wasserlilien, die ein Kontrast zwischen Licht und der Düsterheit der Flure im Bergbau symbolisieren sollen. Diese eindrucksvollen, großen, auf der Wasseroberfläche schwimmenden Blumen schlagen ihre Wurzel im Schlamm. „Die Lilie hat ihren Anfang im Schlamm, dort, wo es fast genauso dunkel ist wie im Bergwerk“, sagt Vogiel. „Sie möchte rausgehen, das Licht sehen und sie explodiert mit einer Knospe, die die Dunkelheit verlässt und sich in ihrer gesamten Schönheit öffnet. Eine Wasserlilie ist eine Blume, die mich sehr fasziniert“. Ein anderes Bild, welches an die in Schlesien verbrachten Jahre erinnert, ist ein Bild des Gleiwitzer Radiosenders. In seiner künstlerischen Version vergleicht Vogiel ihn mit dem Eiffelturm.

Martin Vogiel malt überwiegend auf dem Leinen, er bedient sich verschiedener Techniken und Stoffe. In seiner Arbeit greift er häufig an Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der Malerin Edel Vostry aus Erfurt, bei der er an seiner Technik arbeiten konnte. Seine Bilder werden regelmäßig in Galerien in Essen und an anderen Orten ausgestellt. Zuletzt stellte er im Rahmen einer eintägigen Gartenvernisage vier Künstler aus dem Ruhrgebiet in Bottrop. Er unterstützt auch gerne wohltätige Tätigkeit, darunter Das Große Orchester der Weihnachtshilfe.

Die Wurzeln von Martin Erich Vogiel liegen in Gleiwitz, von der Stadt erzählt er mit großer Faszination. Gleichzeitig füllt er  eine große Verbundenheit mit Essen. Vor drei Jahren präsentierte er in Gleiwitz die Ausstellung „Gleiwitz gestern und heute“. Jetzt träumt er davon, seinen Foto- und Bilderzyklus „Totus tuus Essen“ dort ausstellen zu dürfen.

Text / Foto: Claudia Daniel

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