Jugend

Reflexionen über das Festival: „Zusammen im gemeinsamen Europa, München 2017”- die kulturelle Visitenkarte der Polonia in München.  Vom 15. bis 19. September 2017 fanden Treffen und Konzerte im Rahmen der XXII Auflage des Deutsch-Polnischen Kulturfestivals „Zusammen im gemeinsamen Europa München 2017“ statt. Für die Teilnahme am Festival qualifizierten sich Kindergruppen und Solisten, die ein großes künstlerisches Werk aufweisen, darunter Preisträger von renommierten Wettbewerben, Teilnehmer von Tanz-, Gesangs- und Musikfestivals und Fernsehsendungen, usw. Die Rolle des Spezialgastes übernahm der Generalkonsul der Republik Polen in München Andrzej Osiak, der gleichzeitig die Schirmherrschaft für das Festival übernahm.

Foto 1: Generalkonsul und die Moderatoren: K. Wolanin und Kasper Zborowski-Weychman

Das Festival „Zusammen im gemeinsamen Europa” ist von Anfang an der Verdienst von Dr. Elżbieta Zawadzka, der Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Folkloregesellschaft Polonia in München, Ethnographin und Pädagogin, Preisträgerin zahlreicher Auszeichnungen für ihr Engagement für die Kinder, darunter des renommierten „Ordens des Lächelns“ und des Preises „Zaczarowany Ptaszek“ (Verzaubertes Vögelchen)  der Stiftung von Anna Dymna sowie zahlreicher weiterer Auszeichnungen. Elżbieta Zawadzka ist seit 25 Jahren eine unermüdliche Verbreiterin der polnischen Kultur und Folklore in Deutschland. Sie ist Initiatorin, alleinige Organisatorin und Leiterin des deutsch-polnischen Kinder- und Jugendkulturfestivals „Zusammen im gemeinsamen Europa“ sowie Gründerin und Leiterin der in Bayern bekannten Gruppe „Polonia“. Sie erweist ein besonderes Gespür bei der Suche nach jungen Talenten in Polen und in Deutschland. Aus ihrer Initiative entstand die Möglichkeit der gemeinsamen Präsentation dieser Künstler. Elżbieta Zawadzka wurde für diese Idee mit Applaus und Danksagungen überschüttet.

Ich wollte Dr. Zawadzka nach ihren Eindrücken von dem letzten Festival fragen und mit ihr meine eigenen Reflexionen darüber teilen.

Glücklicherweise nahm ich bereits zweimal am Festival teil – zuerst 2014 und drei Jahre später – 2017. Ich durfte die Konzerte im Rahmen des Festivals sowie das Galakonzert sehen und bewundern, es waren außergewöhnliche Events,  die sowohl Entschlossenheit als auch ein großes logistisches Talent und künstlerische Intuition erfordern. Die von Dr. Zawadzka vorgeschlagene Vision hat sich seit über 20 Jahren bewährt.  Ich habe die Autorin des Vorhabens, gleichzeitig die künstlerische Leiterin des Festivals gefragt, wie die Idee der deutsch-polnischen Begegnungen von Künstlern entstanden ist?

Vor zwanzig Jahren, als ich die Grundlagen für das Festival schuf, war ich tief davon überzeugt, dass der gemeinsame Tanz, Gesang und Spiel deutscher und polnischer Kinder einem besseren gegenseitigen  Kennenlernen der Geschichte, Sprache, Kultur und Tradition beider Länder dienen wird,  ungeachtet der historischen und sprachlichen Barrieren. Ich glaube, dieses Ziel gewissermaßen realisiert zu haben. Den Beweis liefert die große Anzahl deutscher Gruppen und Solisten, die sich jährlich zum Festival anmelden möchten.

Das Festival „Zusammen im gemeinsamen Europa” ist eine viertägige Veranstaltung, die aus einigen wesentlichen, untereinander verbundenen Teilen besteht. Nach jahrelangen Erfahrungen weiß ich, dass jeder dieser Teile an sich ein eigenes Projekt ist und auch als Einzelveranstaltung eine kaum zu bewältigende Aufgabe wäre.

Der erste Teil des Festivals – Wettbewerb des Europäischen Liedes München 2017

Der Liederwettbewerb wird ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Event vorbereitet (Casting, Ausschlussverfahren). Das Finale des letzten Wettbewerbs fand während des Eröffnungskonzerts des Festivals, am Freitag, 15. September 2017, statt. Die Bewertung der Teilnehmer wurde einer deutsch-polnischen Jury, die sich aus hervorragenden Pädagogen und Gesangstrainern zusammensetzte, übertragen. Sie bestand aus:

Prof. Leszek Żądło – in Deutschland lebender Saxophonspieler und Komponist polnischer Herkunft, Preisträger des „Jazz Oscars” 2017

Marek Zborowski-Weychman – Leiter einer Grundschule und des Songstudios „Beciaki” in Suwałki, Gesangscoach und Komponist zahlreicher Kinderlieder

Karol Janiszek – Absolvent der Musikwissenschaft an der Katholischen Universität in Lublin, Musiklehrer an der Johannes-Paul-II Schule für Heimatsprache in München

Dr. Elż­bieta Za­wadzka – künstlerische und organisatorische Leiterin des Festivals „Zusammen im gemeinsamen Europa”

Die Jury vergab den Grand Prix an Alicja Szemplińska aus Ciechanów, die ersten Plätze belegten: Wiktoria Pałasz aus Choszczno und Krystian Kubowicz aus Krakow.

Prof. Leszek Żądło - Vorsitzender und Alicja Szemplinska - Laureatin Grand Prix.

 

Zweiter Teil des Festivals. Galakonzert „Zusammen im gemeinsamen Europa” München 2017

Das Konzert fand am Samstag, 16.09.2017 statt. Alle Teilnehmer des Festivals aus Polen und Deutschland sowie eingeladenen Gäste, insgesamt 150 Personen, nahmen daran teil.

Während des Konzerts konnten wir u. a. Alicja Szemplińska – Gewinnerin des Grand Prix und der Fernsehsendung „HIT HIT, HURRA!” 2016,  die an Workshops unter der Leitung von Seth Riggs, Lehrer solcher Stars wie Michael Jackson, Prince i Madonna in Los Angeles teilgenommen hatte, hören.

Die münchener Polonia war der Meinung, dass zu den Stars des Galakonzerts 2017 die talentierte Sängerin aus Choszczno Wiktoria Pałasz sowie die Formation des modernen Tanzes LUZ aus Siedlce gehörten.

Wiktoria Pałasz – Schülerin der Musikschule in Szczecin in der Klasse des Jazzgesangs verzauberte das Publikum mit einem Lied aus dem Repertoire von Helene Fischer. Dieses Lied hat sie auf die Bitte der Veranstalterin des Konzerts vorbereitet und Hartmut Tanski, Mitglied des Vorstands von Festring München e. V. gewidmet.  Hartmut Tanski, ein langjähriger Freund der Gruppe „Polonia“ erhielt  aus den Händen von Dr. Elżbieta Zawadzka und dem Bürgermeister der Stadt München Dieter Reiter das Diplom „München Dankt“. Die Übergagabe des Diploms war sehr rührend, weil Wiktoria Pałasz aus Choszczno kommt – aus dem Ort, wo Hartmut Tanski geboren wurde und die Kindheit verbrachte.

Bild 4. Wiktoria Pałasz und Kinder aus der Gruppe „Polonia”. Die Übergabe des Diploms an Hartmut Tanski

Bild 5 – Das Diplom

Die Formation des modernen Tanzes LUZ aus Siedlce trat zum wiederholten Mal in München auf, sie  bot Tanz auf Weltniveau dar. Die jungen Tänzer gewannen bereits mehrere Meisterschaften im modernen Tanz in Polen und Europa, sie sind Weltmeister und Gewinner einiger hundert Meister- und Vizemeistertitel in Polen und Europa. Die Gründerin und Leiterin dieser Gruppe ist Joanna Woszczyńska, hervorragende Pädagogin und Choreographin, Jurorin der Polnischen Tanzföderation (PFT) und internationale Jurorin der International Dance Organization (IDO). Das Tanztheater LUZ inszenierte einen Zyklus von Autorenvorführungen mit patriotischen Inhalten, darunter das im Museum des Warschauer Aufstands aufgeführte Spektakel „Kinder des Aufstands 44“.

Das Ensemble begeisterte die münchener Polonia mit Fragmenten des Spektakels „Nasza klasa w PRLu" (Unsere Klasse in der Volksrepublik Polen), in dem Kamil Janiszewski – Tänzer und Sänger,  Leader der Gruppe Słodkokwaśni - einen Gastauftritt hatte. Der Auftritt der Formation LUZ wurde mit Standing Ovations empfangen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bild 6 und Bild 7 – Die Formation des modernen Tanzes LUZ im Programm „”Nasza Klasa w PRLu”

Die Polonia (gleichzeitig auch die Folkloregruppe „Polonia”)  repräsentierte u. a. die elfjährige Karina Wolanin, Schülerin des Gymnasiums an der polnischen Schule bei dem Generalkonsulat der Republik Polen in München. Während des Galakonzerts gehörte sie zu den Moderatoren der Veranstaltung. Diese schwierige Aufgabe meisterte sie mit Bravour und zauberte dem Publikum durch ihren jugendlichen Charme und Humor ein Lächeln auf die Lippen.

Der Hauptmoderator des Konzerts war Kasper Zborowski aus Warszawa – Sänger, Pädagoge, Radio- und Fernsehsprecher, Schauspieler des Musiktheaters ROMA und (seit 2012) Lehrbeauftragter an der Maciej-Pawlowski-Musical-Schule in Warszawa.  In Erinnerung ist den Zuschauern die von ihm geführte Gesangsgruppe ASMki, die aus den Gewinnerinnen der Hauptpreise des Internationalen Gesangs- und Tanzfestivals in Konin und des Internationalen Festivals in Suwałki besteht, geblieben. Eine Woche nach ihrem Auftritt in München erreichte die Gruppe ASMki das Finale des polnischen Vorentscheides des Junior Eurovision Song Contests mit ihrem Lied „Bis ans Ende der Welt“.

Krystian Kubowicz aus Kraków sorgte für ein besonderes Erlebnis während des Konzerts. Der 18-jährige Sänger, der für die Hoffnung der polnischen Gesangskunst gehalten wird, hat bereits mehrere imponierende Erfolge auf seinem Konto – er stand im Halbfinale der Fernsehsendung „Must be The Music" und ist Preisträger zahlreicher Grand Prix. 

Deutschland repräsentierten Annika Elsässer und Nicole Ostmann aus Nürnberg. Die talentierten Geigerinnen wurden zur Teilnahme am Konzert von Professor Szykulski aus Würzburg nominiert, sie erhielten den ersten Preis im Wettbewerb „Jugend musiziert“ und im Internationalen Geigerwettbewerb „Schloss Zell an der Pram“ 2017. 

Die Favoriten des Publikums waren die auf Deutsch singenden Kinder aus der Gruppe „Małe Beciaki” aus  Suwałki.  Die Gruppe ist dem polnischen Publikum aus Fernsehsendungen wie  „Szansa na sukces”, „Talent za Talent”, „X-Factor”, „Must be The Music”, „5-10-15” und weiteren bekannt. „Studio Beciaki“ wird von dem hervorragenden Komponisten und Gesangstrainer – Marek Zborowski-Weychman geleitet und hat einige junge polnische Künster, darunter die Hauptdarstellerin des Films „Wołyń“, hervorgebracht.

Die Volkstanzgruppe „Neptun” aus der Sporthochschule in Gdańsk präsentiert seit 34 Jahren Volks- und Nationaltänze in Polen und im Ausland. Während des Galakonzerts präsentierten die Studenten Fragment einer Tanzsuite aus der Region Kaschubei. Die Gruppe wird musikalisch betreut von Józef Stachnik, die künstlerische Leitung hat Dr. Dorota Dancewicz-Nosko.  Die Gruppe erntete viel Beifall- besonders der typische, nur von Männern getanzte kaschubische „Dzek“ hinterließ einen großen Eindruck.

Die Pfadfindergesangs- und Tanzgruppe „Grześ“ aus Puławy tanzte auf der Bühne Tänze aus der Region Masowien und Rzeszów. Der Auftritt der Jugend aus Puławy wurde durch das münchener Publikum gut aufgenommen.       

Bild 8. Die Gruppe NEPTUN - AWF Gdańsk (Sporthochschule Gdańsk), Bild 9 – Tänzer aus  Puławy - Suita łowicka

Der dritte Teil des Festivals. Teilnahme an der Großen Folkloreparade – Oktoberfest 2017

Am Sontag, 17. September 2017 konnten die Teilnehmer des Festivals an der Folkloreparade, die das Oktoberfest in München einläutet, teilnehmen. Dank des persönlichen Engagements von Dr. Elżbieta Zawadzka wurde dieses Ereignis durch den Fernsehsender ZDF gezeigt,  zudem konnten die polnischen Künstler an der weltweit größten Folkloreparade teilnehmen. Die Vielfalt der Farben, Kostüme,  Instrumente und Blumen, große Menge von lächelnden und  fröhlichen Zuschauern entlang der Parade – all das trug dazu bei, dass es ein einmaliges Erlebnis war. Eine heitere und bunte polnische Gruppe in Trachten aus Kraków, Rzeszów und Krzczon präsentierte sich tanzend auf den Straßen von München. Die Schönheit polnischer Mädchen hat zum wiederholten Mal die Herzen des deutschen Publikums erobert. Beim Anblick der Bilder von der Parade (die Mehrheit machte deutscher Reporter polnischer Herkunft Henryk Bilski) wundert man sich nicht darüber.

Konzerte junger Talente und die Teilnahme polnischer Jugend an der Folkloreparade im Rahmen des Münchener Oktoberfests bieten eine besondere Gelegenheit zur Vorstellung meines Heimatlandes in Deutschland. 2017 war ich sehr gerührt, als ich im Fernsehsender ZDF viele nette Worte über meine Arbeit und meine Person hörte. An diesem Tag hörte das Telefon nicht auf zu klingeln – man wollte mir gratulieren, mein E-Mail-Fach war voll mit liebevollen Nachrichten! Ich möchte mich sehr herzlich bei Joanna Woszczyńska und Dorota Dancewicz-Nosko für ihre Hilfe bei der Organisation der gemeinsamen Gruppe aus Polen und aus der Polonia auf der Strecke der Folkloreparade bedanken.

schöne Bilder aus der Folkloreparade – Oktoberfest 2017

Das Festival wurde realisiert dank der Hilfe der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Vereinigung „Wspólnota Polska“ in Warszawa (aus den Mitteln des Senats der Republik Polen). Auf Wiedersehen in nächstem Jahr.

Dr. Dorota Dancewicz - Nosko

Akademia Wychowania Fizycznego i Sportu w Gdańsku (Sporthochschule in Gdansk)

 

 

 

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