Jerzy Owsiak diesjähriger Preisträger des POLONICUS-Preises im Bereich Kultur, ist eine der meist kontroversen Personen in der gegenwärtigen Realität Polens. Er ist beliebt bei Millionen Polen weltweit, bei den Ärzten und Patienten, bei den Jugendlichen und zugleich ist er ein Dorn im Auge für viele Vertreter aktueller Regierungsszene Polens. Es ist vielleicht das größte Paradox in der neuesten Geschichte Polens, wo man einem engagierten Menschen, der wohltätig und effektiv, für die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems kämpft, immer wieder neue Hürden aufstellt. Unbestritten bleiben, allerdings: die Zahl positiver Ereignisse die mit dem Owsiak eng zusammenhängen, sowohl die Hilfestellung für polnische Krankenhäuser, als auch die Aktivierung polnischer Jugend diesbezüglich weltweit.

Alles begann vor 27 Jahren, als Jurek Owsiak im Laufe der Radiosendung „Brum” des 3. polnischen Radiosenders, eine Sammelaktion für die Beschaffung medizinischer Ausrüstung für die Kinderklinik in Warschau initiierte. Es handelte sich um eine Herz-Lungen-Maschine für den Operationssaal, deren Anschaffung damaliges Gesundheitssystem habe nicht verwirklichen können. Die Reaktion auf den Spendenaufruf war überwältigend. Was danach geschah und bis dato geschieht ist laut Owsiak: „eine unglaubliche Kraft des Zufalls und der Risikofaktor vieler Entscheidungen, und nicht zuletzt noch eine tüchtige Dosis von Rock’n’Roll”.

Später folgte die Fernsehsendung „Macht was ihr wollt". Im inneren Kreislauf der Sendung entstand die Idee des ersten Finales des großen Orchesters zur Weihnachsthilfe, einer weiteren Spendenaktion für die Ausstattung kardiologischer Stationen. Owsiaks Idee begeisterte die Jugend polenweit. Mit enormer Beteiligung junger Menschen habe man ein Musik-Happening für gute Zwecke organisieren können. An dem Tag wurden über 1.5 Millionen Dollar gesammelt.

Die positive gesellschaftliche Resonanz motivierte den Owsiak, um im März 1993 zusammen mit dem Walter Chełstowski die „Stiftung das große Orchester zur Weihnachsthife“ vorm Gericht eintragen zu lassen. Seitdem finden jedes Jahr große Spendenaktionen und eine Reihe von Musik-Happenings statt. Jährlich gelingt der Stiftung Millionen Euro für gute Zwecke einzusammeln. Das Orchester-Finale wird immer durch einen großen Fernsehsender übertragen. Seit 1995 wird ebenso jährlich ein Rockfestival „Haltestelle Woodstock“ veranstaltet, das als Dank für an der Orchester-Finale engagierten Freiwilligen dient und mittlerweile zu den größten Rockfestivals in Mitteleuropa zählt.
Die Stiftung das große Orchester zur Weihnachtshilfe hat im Laufe ihrer 26 jährigen Existenz eine gravierende Mehrheit polnischer Krankenhäuser unterstützt, indem sie medizinische Ausrüstung für u.a. Onkologie, Pädiatrie –und Kardiologie-Stationen eingekauft hat. Seit ein paar Jahren unterstützt die Stiftung zusätzlich Programme der Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen. Beinahe im jeden Krankenhaus in Polen findet man medizinische Apparatur mit charakteristischen rotem Herzchen, dem Symbol der Stiftung.

Das große Finale des Orchesters zur Weihnachsthilfe ist eine der größten caritativen Spendenaktionen in Osteuropa. Seit 26 Jahren arbeitet die Stiftung ununterbrochen basierend auf absolut eigenen Prinzipien und Methoden. Owsiak ist sehr stolz auf die prächtige „Armee” junger Menschen, die zusammen mit ihm die Spendenaktionen in Polen und auf der ganzen Welt jährlich veranstaltet.
Das große Orchester ist eine Initiative, die seit der Entstehung mehr als „nur“ eine Spendenaktion ist. Die Stiftungskultur unterstützt und stärkt die Zivilgesellschaft, sorgt um gerechte Spielregeln und erlaubt jedem Menschen solidarische Teilhabe. Das große Orchester zur Weihnachsthilfe trägt zum positiven Erscheinungsbild Polens auf der internationalen Arena bei.

Jurek Owsiak ist 65 Jahre alt, er ist ein Radio-und Fernsehjournalist und Glasmaler; er habe mit vielen Radio- und TV Sender zusammengearbeitet, u.a.: mit TVP, TVN, Radiosender „Das Erste“, RMF FM, WAWA etc. Seine Programme erkennt man am besten an der charakteristischen rhythmischen Dynamik und stotternden Aussprache
Für seine gesellschaftliche und mediale Tätigkeit bekam Owsiak zahlreihe Auszeichnungen und Preise, wie der Orden Polonia Restituta, einer der höchsten Auszeichnungen Polen; mehrmals Fernsehpreise „Viktor“, Mediale des heiligen Georgs, Orden Ecce Homo und „Bene Merito“, als auch einen Preis für den Beitrag zum Schutz der Menschenrechte.

Leonard Paszek

Redaktion-Info

Bei der 26 Finale in diesem Jahr wurde 126,4 Mln zł dh. ca 31 Mln € gesammelt!

 

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