Architektin des polnisch-deutschen Raums im vergangenen Vierteljahrhundert Prof. Dr. Rita Süssmuth, Preisträgerin des Polonicus-Preises 2018 für den deutsch-polnischen Dialog unter dem Aspekt  europäischer Integration.

Dialog, Offenheit und eine auf Fakten basierende Debatte sollten von Intellektuellen als Pflicht gesehen werden, vor allem im Diskurs über die Geschichte (guten) nachbarschaftlichen Beziehungen. Trotzdem, waren die polnisch-deutschen Beziehungen bis fast 1989 einseitig. Die politische und historische Debatte wurde vom Verlust der ostdeutschen Gebiete, Grenzfragen mit den Beschlüssen der Konferenz in Teheran, Vertreibung, Kriegsreparationen, Schuld und Vergebung und sogar Versöhnung beherrscht, aber weniger haben die Debatte mit den Nachbarn auf dem Dialog aufgebaut. Diese Jahre haben keinen wesentlichen intellektuellen Austausch mit sich gebracht - heute ist das ein Schlagwort, aber bis 1989 war das eine große Herausforderung! Prof. Dr. Rita Süssmuth hat sich schon als Studentin der Romanistik und Geschichte in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit Themen beschäftigt, die jetzt einen Katalog guter nachbarschaftlicher Beziehungen und Dialoge bilden. Es geht hier nämlich um den Prozess der Anpassung und für eine Wendung der Beziehungen von den Feind-Opfer zu den partnerschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen. Der Verständigung- und Versöhnungsprozess, erfordert viele Versuche und viel Arbeit, die oft Sisyphusarbeit ist. Die meiste Arbeit erfordert die Veränderung des allgemeinen Stereotyps, der eine gemeinsame Norm und Determinante der gegenseitigen Beziehungen darstellt, der aber einen reellen Dialog zu einem diplomatischen Ritual reduziert.

Prof. Dr. Rita Süssmuth begleitet und steuert seit über 25 Jahren, nicht nur unter den nächsten Nachbarn, die polnisch-deutsche Initiativen. Sie kreiert Verständigung voller Empathie und gegenseitigem Verständnis, mit den Schwerpunkten - Dialog, Toleranz und Respekt. Als Fortsetzerin der Politik von Willy Brandt schuf Süssmuth eine echte, mutige und konfrontative Politik. Im Jahre 1986 initiierte sie zusammen mit Aleksander Kwasniewski, damals Minister für Jugend, die Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes. 2008 erhielt sie den renommierten Preis der Europa-Universität Viadrina - für Menschen, die in besonderer Weise Polen und Deutsche näherbringen.

Professor Süssmuth ist eine unangefochtene Dame der deutschen Politik, seit 1981 Mitglied der CDU, die erste Frau, die aus den Reihen von Christdemokraten zur Bundestagspräsidentin gewählt wurde (in den Jahren 1988-1998). Ihre erste Dienstreise auf dem neuen Posten, unmittelbar nach der Wahl, machte sie nach Warschau, in den polnischen Sejm. Rita Süssmuth ist eine außergewöhnliche Politikerin, eine Politikerin mit großer Überzeugung und Sinn für Mission.

Mit ihrer Biographie hat sie bewiesen und unermüdlich bewiest weiter, obwohl sie schon 80 Jahre alt ist, dass sich das wissenschaftliche Wissen in der Politik widerspiegelt und dass die beiden Disziplinen, Hand in Hand gehen und sich gegenseitig ergänzen sollten.

Seit Jahren beschäftigt sie sich als eine langjährige Vorsitzende des Vorstandes des Verbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Berlin, Mitglied des Vorstandes des Deutsch-Polnischen Instituts in Darmstadt, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Stiftung für Wissenschaft (DPWS), Mitglied des Vorstandes der Genshagen Stiftung und viele mehr, mit zivilgesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen polnisch-deutschen Initiativen, die von der Gesellschaft initiiert wurden.

Professor Süssmuth hat in einem ihrer Interviews gesagt, dass sie sich nach dem Krieg für drei Länder interessierte: Frankreich, Israel und Polen ... Gesagt, getan!

Wir gratulieren der Preisträgerin und danken für Ihr umfangreiches Engagement für den Dialog!

 

Joanna Szymańska

Foto Jan Voth

Laureatce serdecznie gratulujemy i dziekujęmy za wszechstronne zaangażwonie, na rzecz dialogu!

Redakcja Polonia Viva

 

 

 

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