Flucht und Integration gehören zu den beherrschenden Themen der Gegenwart. Sie sind ein maßgeblicher Grund für den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, nicht zuletzt in Polen, und drohen, die EU zu spalten. Ein Blick in die Tiefen der Geschichte relativiert allerdings die „Flüchtlingskrise“ des Jahres 2015. Seit 1492 die sephardischen Juden von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden, ist Europa immer ein Kontinent der Flüchtlinge gewesen.

Der Wiener Osteuropahistoriker Philipp Ther geht den Gründen der Flucht nach: religiöser Intoleranz, radikalem Nationalismus und politischer Verfolgung. Anhand von Lebensgeschichten veranschaulicht er die Not auf der Flucht, identifiziert Faktoren für gelingende Integration und erörtert das wiederholte Versagen der internationalen Politik sowie die Lehren, die daraus gezogen wurden. Der Humanitarismus ist, wie Ther zeigt, in der Flüchtlingspolitik stets brüchig gewesen. Doch auch wenn heute einmal mehr die Angst vor einem Scheitern der Integration dominiert, haben die Zielländer fast immer von der Aufnahme von Flüchtlingen profitiert.

Die Außenseiter – Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa (Eine Geschichte mit Polen am Rande) Buchvorstellung mit Prof. Dr. Philipp Ther (Universität Wien). Einführung und Moderation: Dr. Peter Oliver Loew (Deutsches Polen-Institut)
Grußwort: Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Dienstag, 27. Februar 2018, 19:00 Uhr
Deutsches Polen-Institut, Karl-Dedecius-Saal (2. OG) Residenzschloss Darmstadt, Zugang vom Karolinenplatz
In Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Philipp Ther: Der Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa, Berlin : Suhrkamp Verlag, 2018 Preis: 26 Euro, ISBN: 978-3-518-42776-7

 

 

 

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