Bobek Er ist in einem Haus mit Garten in Leszno bei Warszawa großgeworden – die meiste Zeit seiner Kindheit verbrachte er mit Fußballspielen. Die Liebe zum Sport erbte er von den Eltern, seine Mutter – Iwona war eine Volleyballspielerin und sein Vater ein Judoka. Als Sportlehrer versuchte sein Vater gemeinsam mit Bobek sämtliche Sportdisziplinen aus und trug dazu bei, dass sein Sohn eine richtige Einstellung zum Sport entwickelte. Bobek war stets der Zierlichste in seinen Teams, er war nicht besonders groß und hatte dünne Beine, von einer Perspektive als Profi-Fußballspieler konnte keine Rede sein. Im Gegensatz zu seinen Kollegen zeichneten ihn allerdings Biss und Ausdauer aus, er wollte stets der Erste sein. Seine Kariere fing im Sportklub Varsovia an, dort spielte er an einem aus gestampftem Erdboden bestehenden Spielfeld. Heute wirbt der Sportklub mit einem Plakat mit Bild von Lewandowski und der Aufschrift: „Ich fing bei Varsovia an“. Lewandowski wechselte zu Legia Warszawa und war sehr stolz darauf, dass ihm der neue Klub Fußballschuhe geschenkt hat, so dass er sie nicht alleine kaufen musste. 2006 erlitt er eine Fußverletzung. Der Klub sorgte zwar für die nötige Behandlung, verzichtete dennoch kurz darauf auf ihn wegen seiner dürftigen Gesundheitskondition. Es kümmerte damals niemanden, dass sich der junge Robert auch noch mit dem Tod seines Vaters 2005 auseinandersetzen musste und kurz vor dem Abitur stand. Bei Legia kann man bis heute nicht nachvollziehen, wer damals für die Entlassung von Robert zuständig war. Seine Mutter glaubte dennoch an ihren Sohn, folgte dem Rat von befreundeten Trainern und trug ihn bei dem Sportklub Znicz Pruszkow ein. Dort war ein junger Coach damit beschäftigt, ein neues Team aufzubauen. Ausgerechnet bei Pruszkow machte Lewandowski große Fortschritte, so dass Legia erneut Interesse an ihm zeigte. Der damalige Leiter des Klubs nahm allerdings den Stürmer Arruabarrena unter Vertrag, was sich als Fiasko herausstellte. Die Eltern von Lewandowski spürten von Anfang an, dass ihr Sohn irgendwann Weltruhm erlangen würde und gaben ihm einen internationalen, in jeder Sprache auf dieselbe Weise geschriebenen Vornamen – Robert.

The Body

Der als Kind zierliche Bobek ist heute 185 cm groß und wiegt 80 kg, seinem Aussehen verdankt er den Namen The Body. Die Fußballtrainer sind der Meinung, dass „ein guter Stürmer wie ein Jäger mit Jagdinstinkt ist“ und es heutzutage kaum noch gute Stürmer gibt. Sie sind ferner der Ansicht, dass die westlichen Fußballer durch den Wohlstand, in dem sie leben, die besonderen Jagdinstinkte verloren haben. Viele von ihnen nutzen das vorhandene Talent nicht, da nur schwere Arbeit Erfolg bringt. Lewandowski hingegen bereitet sich sogar während seiner Freizeit für die zukünftigen Spiele vor, für ihn bedeutet Erholung ein Teil des Trainings. Seine Mitarbeiter sagen, dass er niemals mit seinen Ergebnissen zufrieden ist. Wenn er für Borussia Dortmund vier Tore geschossen hat bedauert er, dass es keine fünf gewesen sind. Vielleicht auch deswegen ist es ihm gelungen, in einem Spiel gegen Wolfsburg fünf Tore in zehn Minuten zu schießen. Dazwischen schaute er in Richtung Himmel als ob er sagen wollte: „Sieht du, Papa?“. Er gibt zu, dass er sich damals wie im Trans fühlte.

Lewy

2007 traf er während eines Vorbereitungskursus vor der Studienaufnahme die mehrmalige Karate-Weltmeisterin Anna Stachurska, die „privat“ 2013 zu seiner Ehefrau wurde. Anna Lewandowska wollte niemals nur eine Spielerfrau sein und es ist ihr gelungen. Zusätzlich zu ihren Erfolgen in Karate wirbt sie für ein gesundes Lifestyle durch Training und Ernährung. Sie führt den Blog Healthy Plan by Ann und gibt Bücher über gesundes Essen und Leben heraus. Sie ist Diätberaterin ihres Ehemanns, der seit längerer Zeit aufhörte, Eiweiß zu essen und sich an eine glutenfreie Diät hält. In den Restaurants in München, wo das Ehepaar Lewandowski manchmal essen geht, wundert sich niemand mehr darüber, dass das Paar ihr Essen mit dem Nachtisch anfängt und mit Suppe beendet. Die Münchner erkennen die Lewandowskis inzwischen und nennen Robert „unseren Polen“. Im Mai 2017 kam ihre gemeinsame Tochter Klara zur Welt. Ihr Name besteht aus den Initialen des Vaters von Robert und den eigenen Namen des Ehepaars. Die drei Monate alte Klara trägt während der Spiele ihres Vaters ein Bayern-Trikot, Robert prüft vor jedem Spiel mit seinem Blick, ob er Anna auf der Tribüne finden kann.

Unersättlich

Lewandowski ist stets unersättlich und möchte mehr erreichen. „Unersättlich“ heißt auch seine 2016 erschienene Biografie des Sportjournalisten Pawel Wilkowicz. Es ist keine normale Biografie eines Fußballspielers, es ist ein für alle Leser, unabhängig vom Alter und Geschlecht, interessantes Buch. Für die Fußballfans ist es eine Fundgrube von bis jetzt nicht bekannten Informationen wie z. B. zum Thema von Unterschieden zwischen den polnischen und den deutschen Fans und den Trainingsmethoden bei verschiedenen Fußballklubs. Für die weiblichen Leserinnen gibt es ein kompaktes, einfach und interessant geschriebenes Kompendium des Wissens über den Fußball. Es ist gleichzeitig ein Werk für alle Eltern, die ihre Kinder zum Fußballtraining ermutigen möchten. Dieses Buch bringt viel Neues sowohl den jüngeren als auch den älteren Lesern bei. Es berichtet davon, dass hinter jedem Erfolg viele Niederlagen und schwere Arbeit stehen und dass sie wichtiger als die Leidenschaft selbst ist. Es berichtet wie wichtig die Unterstützung von Freunden und Familie als Grundlage des Erfolgs ist. Als Robert Lewandowski nach Deutschland kam wollte er zuerst mit ganzem Herzen spielen, er war sich gleichzeitig dessen bewusst, dass er sich mit dem Trainer und anderen Fußballspielern gut verstehen muss. Heute betont er stets, dass die Sprachkenntnis unerlässlich für den Erfolg ist.

Agata Lewandowski

Dieser Artikel wurde in Anlehnung an das Buch „Nienasycony – Robert Lewandowski“ von Pawel Wilkowicz, Warszawa 2016 geschrieben, Zitate stammen auch aus diesem Buch.

Fotos: verschiedene Internetberichte

 

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