Am 05.11.2016 und 06.11.2016 fand in Nürnberg das erste Treffen der polnischsprachigen Stadtführer in Deutschland statt.  „Wir hoffen, dass ihr genauso gespannt auf den gegenseitigen Erfahrungsaustausch seid wie wir. Wir freuen uns auf interessante Gespräche, neue Kontakte und ein tolles Weekend in der fränkischen Hauptstadt – Nürnberg”- schrieb zuvor an die potentiellen Teilnehmer der Veranstalter des Treffens - Martin Januszewski aus Berlin. Er nahm die Herausforderung an, die Zusammenkunft zu organisieren und die zahlreichen  im gesamten Bundesgebiet tätigen Kollegen und Kolleginnen zu finden. Zum einen bediente er sich dabei der seit Jahren von ihm geführten Internetplattform: „Die polnischen Reiseführer“, wo sich die polnischen Reisebüros auf der Suche nach Guides melden können, zum anderen haben ihm die bereits kennengelernten Personen weitere Kontakte vermittelt, so dass der Kreis der potentiellen Teilnehmer immer größer geworden ist. Martin Januszewski ist allerdings überzeugt davon, dass die Gruppe der polnischsprachigen Reiseführer wesentlich größer ist. Es ist ihm bis jetzt noch nicht gelungen zu einigen Städten wie z. B. Stuttgart vorzudringen.

In dem „Krakauer Haus“ in der Altstadt von Nürnberg sind morgens am 05.11.2015  ca. 30 polnischsprachige Reiseführer in Deutschland der Einladung von Martin Januszewski  gefolgt.  Außer der lokalen Gruppe waren die Städte Berlin, Dresden und München zahlreich vertreten.  Die Initiatorin des Treffens - Maria Schmidt-Holzhauer, Stadtführerin in Nürnberg, kam auf diese Idee am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn, vor ca. 30 Jahren.

 „Bereits am Anfang meiner Arbeit als Stadtführerin für Gruppen aus Polen habe ich festgestellt, dass sie sich wesentlich von den deutschen Touristen unterscheiden“ – sagte Maria Schmidt-Holzhauer bei der Begrüßung der Gäste. – „Die Polen kommen häufig nach Deutschland mit einer bestimmten Einstellung und erwarten von dem Führer, dass er ihre Stereotypen bestätigt.  Ich war allerdings stets der Meinung, dass die von mir vermittelten Informationen keine nationalistischen oder politischen Bewertungen beinhalten sollen,  die Menschen sollen selbst ihre Einstellung revidieren und evtl. ändern.  Deswegen entstand die Idee, andere Kollegen zu treffen und sich mit ihnen über diese Themen zu unterhalten“.

Die herzliche, enthusiastische Atmosphäre wurde von allen Teilnehmern geteilt. Maria Schmidt-Holzhauer und ihre Kolleginnen Marzena Belz-Wasalski und Elzieta Jasienska-Richter bereiteten ein interessantes touristisches Programm vor. Es fand ein intensiver Ausflug durch die Stadt der Lebkuchen und der nürnberger Rostbratwürstchen,  ein Besuch auf dem Reichsparteigelände, wo die Versammlungen der NSDAP abgehalten wurden, und eine Stippvisite bei der diesjährigen Landesausstellung über Karl IV statt. Die Abende verbrachte man mit einem Austausch von Informationen und  den von Ewa Herber aus Bamberg geleiteten Diskussionen. Besprochen wurden sowohl inhaltliche als auch methodische Themen wie Vorbereitung von Ausflügen, die Qualität der Dienstleistungen angesichts des stets wachsenden Angebots an billigen Führungen für Reisegruppen von außerhalb Deutschlands, und die Problematik der unseriösen Auftraggeber. Man erörterte die verschiedenen Möglichkeiten von enger Kooperation, sprach über eine gemeinsame Internetplattform, und Gründung einer Organisation von polnischsprachigen Reiseführern in Deutschland.  .

 „Wir möchten unsere Kräfte vereinen, vor allem, um sichtbar zu werden, und um eine größere Durchschlagskraft zu haben. In einigen Orten gibt es Führer, aber niemand weiß, dass es sie gibt und dass es lokale, vor Ort gebildete Führer sind“ – betont Martin Januszewski. Seiner Meinung nach war das Treffen ein voller Erfolg:   die Gruppe, die an dem Treffen teilgenommen hat, war groß war und alle Teilnehmer waren sehr zufrieden, weil sie Gelegenheit erhalten haben, sich gemeinsam kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und zu sehen, wer und wie in anderen Regionen Deutschlands arbeitet.

Es ist erst der Anfang dieses Gesprächs, es sind weitere, regelmäßig stattfindende Gespräche geplant. So findet in Bayreuth in zwei Jahren ein weiteres Treffen statt. Ein Intermedium ohne die wunderbare, allerdings sehr kalorienreiche bayerische Küche ist bereits für nächstes Jahr in Potsdam geplant. Außer der Fortsetzung von netten Bekanntschaften und einer weiteren Diskussion über die Formen der Zusammenarbeit, ist auch eine Veranstaltung für die Erhöhung von Qualifikationen geplant. Die Diskussion wird auf jeden Fall in einer herzlichen, kollegialen Atmosphäre stattfinden. Die an der Zusammenarbeit interessierten Personen können sich gerne unserer Gruppe anschließen, am besten durch das Internetportal von Martin Januszewski, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Grazyna Kamien-Söffker

Stadtführerin in Hannover

Auf dem Bild: die in Nürnberg versammelten polnischsprachigen Reiseführer in Deutschland auf dem Gelände des Reichsparteitages, Foto Bertrand Rapp

 

 

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